Kriege wegen Klimawandel? Fragwürdige Studien fallen beim Statistiktest glatt durch

Wetter ist nicht Klima. Trotzdem häufen sich in letzter Zeit die Meldungen über Kälterekorde und ungewöhnlich hartes Winterwetter. In den USA haben die tiefen Temperaturen jetzt sogar Haie gefrieren lassen. Die beste Strategie ist, die Meldungen interessiert zur Kenntnis zu nehmen, jedoch am Ende die Klimakurven sprechen zu lassen. Allmonatlich veröffentlicht Roy Spencer in seinem Blog eine Übersicht der Temperaturentwicklung des Vormonats. Anhand von Temperaturkurven und Anomaliekarten kann man das Geschehen genau mitverfolgen. Seine Analyse des Januar 2018 gibt es hier.

Die Welt erholt sich immer noch von der El Ninophase. Zwar sind die Temperaturen bereits kräftig gesunken, jedoch ist das Gesamtniveau immer noch ziemlich hoch. Die kalte La Nina-Phase hat die Tropen allerdings jetzt spürbar abgekühlt. Zuletzt war es dort 2012 so kalt wie heute. In einer Pressemitteilung der University of Huntsville, Alabama, gibt es die dazugehörigen Karten (via WUWT). Die Tropen, Nordwest Europa und Südost USA waren im Januar 2018 zu kalt, das Mittelmeergebiet und Indien zu warm. Das darf man nie vergessen: Medial intensiv verarbeitete Kälteanomalien können durch entgegengesetzte Wärmeanolamien irgendwo anders auf dem Planeten ausgeglichen werden. Und wenn diese irgendwo auf dem weiten Ozean liegen, interessiert dies niemanden, trotzdem ist es ein gleichberechtigter Bestandteil der globalen Temperaturstatistik. Es lohnt sich also, ab und zu auf die Temperaturanomaliekarten zu schauen.

Das Wetter- und Klimasystem ist zudem durch eine Reihe von “Klimawippen” charakterisiert. Wenn es in dem einen Gebiet zu warm ist, ist es in einem benachbarten Gebiet stets zu kalt. Und wenn die Wippe dann in die andere Richtung geht, vertauschen sich die Temperaturtrends. Im Mittelmeer ist beispielsweise solch eine Wippe ausgebildet, wo der Westen (Spanien) gegen den Osten (Griechenland) wippt. Oder im Bereich der Antarktischen Halbinsel, wo sich ebenfalls West und Ost die Bälle zuspielen.

Warten wir also die kommenden Monate und Jahre ab. Wenn sich die Kälte wirklich festsetzt, sollten wir es im Temperaturverlauf schon bald entdecken. Wenn Ozeanzyklen und Sonne das tun, was sie seit Jahrtausenden getan haben, ist der klimatische Abschwung nur eine Frage der Zeit.

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Da waren sich doch eigentlich alle Alarmisten einig: Der Syrienkrieg und andere Konflikte im Nahen Osten wären vom Klimawandel entscheidend mit verursacht. Daran glaubten sie jedenfalls ganz fest. Eine neue Arbeit in Nature Climate Change lässt an solchen “Studien” allerdings kein gutes Haar. Eine Autorengruppe um Courtland Adams untersuchte die am meisten vom Klimawandel betroffenen Regionen und fand keinen Zusammenhang mit dem Gewaltpotential. In Ländern mit stärkerer Beaufschlagung durch klimatische Wandlungen leben die Menschen friedlich zusammen. Genau dies können die Arbeiten, die z.B. bevorzugt die Konflikte in Syrien thematisieren, nicht erklären. Am Ende warnen die Forscher vor spät-kolonialen Folgen der wenig robusten Arbeiten. Hier die Kurzfassung des Papers:

Sampling bias in climate–conflict research
Critics have argued that the evidence of an association between climate change and conflict is flawed because the research relies on a dependent variable sampling strategy1,2,3,4. Similarly, it has been hypothesized that convenience of access biases the sample of cases studied (the ‘streetlight effect’5). This also gives rise to claims that the climate–conflict literature stigmatizes some places as being more ‘naturally’ violent6,7,8. Yet there has been no proof of such sampling patterns. Here we test whether climate–conflict research is based on such a biased sample through a systematic review of the literature. We demonstrate that research on climate change and violent conflict suffers from a streetlight effect. Further, studies which focus on a small number of cases in particular are strongly informed by cases where there has been conflict, do not sample on the independent variables (climate impact or risk), and hence tend to find some association between these two variables. These biases mean that research on climate change and conflict primarily focuses on a few accessible regions, overstates the links between both phenomena and cannot explain peaceful outcomes from climate change. This could result in maladaptive responses in those places that are stigmatized as being inherently more prone to climate-induced violence.

 

 

Luftverschmutzung ist das wichtigste Umweltproblem der heutigen Zeit

Wenn man eingefleischte Klimaaktivisten in Aktion erlebt, wird schnell klar, dass sie sich mit Haut und Haaren für ihr Thema einsetzen. Das ist einerseits gut, denn jeder sollte für seine Überzeugungen einstehen, wir leben in einem freien Land, wo dies zum Glück möglich ist. Andererseits lenken die Damen und Herren Klimaaktivisten mit ihrer Überbetonung des Klimawandels von viel wichtigeren Themen ab, die nicht erst in einigen Jahrzehnten greifen, sondern heute im Hier und Jetzt. Weshalb ignorieren die Aktivisten Themen wie Lufverschmutzung, Kinderarbeit, Kinderehen, fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser, schlechte Staatsführung? Gerade erst wurde die Luftverschmutzung von Forschern der Yale and Columbia Universities als größtes aktuelles Umweltproblem erklärt.

Es deutet vieles darauf hin, dass sich die Aktivisten die Hände selber gar nicht schmutzig machen wollen. Da, wo sie effektiv heute helfen könnten, gehen sie achtlos vorbei. Stattdessen fokussieren sie auf ein ziemlich theroretisches Modethema, bei dem man vor allem von anderen Änderungen fordert. Das überzeugt nicht und ist ein echtes ethisches Dilemma. Erst wenn Aktivisten auch die wirklichen Problemthemen anpacken, kann man ihnen abnehmen, dass sie es gut mit der Erde und den Menschen meinen. Bis dahin deutet vieles auf Klimaaktivismus als Ersatzreligion und unterhaltsames Machtspielchen hin.

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Im Januar 2018 hielt Sandra Weeser (FDP) eine bemerkenswerte Rede zur Begrenztheit der Erneuerbaren Energien:

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FAZ am 30. Dezember 2017:

Solarstrom ist überteuert und ineffizient
Der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung hat einen neuen Rekordwert erreicht. Jede dritte Kilowattstunde stammt aus einer Wind-, Solar- oder Biogasanlage. Zugleich steigen die Ausgaben zur Förderung des Ökostroms. Damit treten Unterschiede der einzelnen Erzeugungsarten schärfer hervor. Photovoltaik erweist sich als besonders ineffizient – unter mehreren Gesichtspunkten.

Weiterlesen in der FAZ

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Berliner Zeitung am 2. Januar 2018:

Ministerpräsident Dietmar Woidke: „Energiewende bedeutet Umverteilung“
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat eine scharfe Korrektur an der Förderung erneuerbarer Energien gefordert. Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) führe derzeit zur größten Umverteilung von unten nach oben in der Geschichte der Bundesrepublik, weil alle die Kosten mit der Stromrechnung zahlten, aber vor allem vermögende Investoren davon profitierten. Eine Reduzierung des CO2 -Ausstoßes könne so auch kaum gelingen, weil nur in die Erzeugung, nicht aber in die Speicherung von Energie investiert worden sei, sagte Woidke.

Weiterlesen in der Berliner Zeitung

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Süddeutsche Zeitung am 18. Januar 2018:

Eingriffe ins Stromnetz: Netzbetreiber zahlt Millionen
Wegen Eingriffen in das Stromnetz hat der ostdeutsche Netzbetreiber Mitnetz auch 2017 wieder Entschädigungen in Millionenhöhe gezahlt. Nach vorläufigen Hochrechnungen schlugen die Maßnahmen im vorigen Jahr mit rund 13,9 Millionen Euro zu Buche. Das teilte das Tochterunternehmen des Energieversorgers enviaM aus Chemnitz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Entschädigungen werden an Betreiber von Anlagen gezahlt, die vorübergehend heruntergefahren werden müssen.

Weiterlesen in der Süddeutschen Zeitung

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Wenn Windkraftanlagen in die Jahre kommen, dann kommt der Abriss. Das wird in den kommenden Jahren wohl sehr oft der Fall sein, denn wenn die Subventionen auslaufen und der Besitzer nichts mehr verdient, dann muss der Windkoloss weg. Allerdings bleiben an einigen Standorten die schweren Fundamente zurück. Zurückversetzung in den Urzustand sieht anders aus. Tilman kämpft gegen diese Müllfundamente in der Landschaft. Derzeit sammelt er Unterschriften für eine Petition. Hier können Sie unterschreiben.

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Ende Januar 2018 stellte Björn Peters auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes eine wichtige Frage zur wirtschaftlichen Plausibilität von Offshore-Windparks:

Offshore-Windenergie ohne EEG-Förderung?
Im April 2017 ließen die Ergebnisse der EEG-Ausschreibungen für Offshore-Windenergie aufhorchen. Zwei Projektierer gewannen die Ausschreibungen mit einem Angebotspreis von Null. Wir rechnen nach, wie realistisch es ist, dass diese Anbieter Gewinne erwirtschaften können.

Weiterlesen auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes

 

Universität verpasst australischem Klimawissenschaftler Maulkorb: Er redete nicht alarmistisch genug

Die Olympischen Winterspiele haben begonnen. Für Deutschland ging es gut los, gleich zwei Goldmedaillen. Glückwunsch! Klimatisch gesehen läuft es in Pyeongchang allerdings nicht so gut. Dies werden wohl die kältesten Olympischen Winterspiele seit langem. Tagsüber -6°C und nachts -11°C. Gesund ist das für die Sportlerlungen auf keinen Fall. Während der Vorbereitung mussten die Sportler nach jedem Training ihre Langlaufski wegschmeißen, wegen Frostschaden. Trotzdem warnen einige Alarmisten vor dem zukünftigen Ausfall der Spiele – wegen der Klimaerwärmung. Aktivistenträume…

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Im Januar 2018 berichtete Ron Clutz auf Science Matters über ein unerwartetes Phänomen, nämlich die Abkühlung der globalen Ozeane während der letzten 3 Jahre:

Oceans Cool Off Previous 3 Years
[...] The chart below shows SST monthly anomalies as reported in HadSST3 starting in 2015 through December 2017.

After a bump in October the downward temperature trend has strengthened. As will be shown in the analysis below, 0.4C has been the average global anomaly since 1995 and December has now gone lower to 0.325C.  NH dropped  sharply along with the Tropics.  SH held steady erasing the Oct. bump.  All parts of the ocean are clearly lower than at any time in the past 3 years.

For Reference:
Global SSTs are the lowest since 3/2013
NH SSTs are the lowest since 3/3014
SH SSTs are the lowest since 1/2012
Tropics SSTs are the lowest since 3/3012

[...]

The oceans are driving the warming this century.  SSTs took a step up with the 1998 El Nino and have stayed there with help from the North Atlantic, and more recently the Pacific northern “Blob.”  The ocean surfaces are releasing a lot of energy, warming the air, but eventually will have a cooling effect.  The decline after 1937 was rapid by comparison, so one wonders: How long can the oceans keep this up?

Ganzen Beitrag auf Science Matters lesen.

Im Beitrag wird der Temperaturverlauf auch mit dem AMO-Ozeanzyklus verglichen. Alles deutet auf ein bevorstehendes Umkippen des AMO-Zyklus hin. Das wird die globalen Temperaturen nach unten ziehen. Für Rahmstorf und Co. brechen nun schlechte Zeiten an…

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In Australien spielt sich gerade ein Drama ab, das man eher im Mittelalter vermutet hätte. Alarmisten haben es in den letzten Jahren immer wieder geschafft, in den Medien den Tod des Großen Barriere Riffes in Australien zu verkünden. Schuld hätte der Klimawandel. Allerdings spiegelt dies nicht die Meinung  von Experten wider, die sich tagtäglich mit dem Rif beschäftigen. Peter Ridd von der James Cook University hat sich gegen die alarmistische Berichterstattung gewehrt und darauf beharrt, dass die wirklichen Fakten präsentiert werden. Die Riffe sterben und gedeihen seit jeher in Zyklen, sie sind widerstandsfähiger als vormals gedacht. Ridds Universität mochte das gar nicht, denn die hängt am Tropf der Klimaforschungsgelder, die nur sprudeln, wenn man die Sachlage dramatisiert. Ridd hingegen betrachtet sich als Forscher der alten Schule, der vor allem an der wissenschaftlichen Wahrheit interessiert ist. Diese rangiert weit vor Argumenten der dramatisierenden Forschungsförderung. Die James Cook Univeristy wollte Ridd einen Maulkorb verpassen. Er dürfe nicht mehr ausplaudern, dass es ja gar nicht so schlimm um die Riffe stünde. Das fand der jedoch gar nicht gut. Er sammelte kurzerhand im Internet 100.000 Dollar Kriegskasse und will sich jetzt juristisch gegen das mittelalterlich anmutende Redeverbot juristisch wehren. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

 

Ecuador: Rodungen zerstören mehr Wald als der Klimawandel

Pressemitteilung der Technischen Universität München vom 2. Februar 2018:

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Vergleich von Trockenwaldverlusten durch Landnutzungsänderungen oder die Klimaerwärmung
Ecuador: Rodungen zerstören mehr Wald als der Klimawandel

Für die weltweit stark bedrohten tropischen Wälder sind Rodungen für Ackerland und der Klimawandel die zwei Hauptgefahren. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) und des Thünen-Instituts verglichen die Verluste durch Abholzung mit denen, die extreme Klimawandel-Szenarien in Ecuador mit sich bringen würden. Obwohl die globale Erwärmung die Artenverteilung verändern dürfte, geht durch Waldrodungen mehr Trockenwald verloren als durch prognostizierte Klimawandelschäden.

Ein Großteil der Trockenwälder Ecuadors liegt im Südwesten des Landes, in der Region Tumbes-Chocó-Magdalena. Diese Wälder liefern nicht nur Holz- und Nichtholzprodukte, sondern Ökosystemleistungen, die den Wasserhaushalt regulieren und Böden vor Erosion schützen. Jedoch setzt dem Gebiet ein hoher Lebensraumverlust durch Abholzungen für mehr Acker- und Weideflächen zu. Dies verschärft negative Auswirkungen des Klimawandels wie etwa Temperaturanstiege. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern vom Thünen-Institut und der ecuadorianischen Universidad Técnica Particular de Loja verglich ein Team der TUM die prognostizierten Flächenverluste von Baumarten, die einerseits durch die Entwaldung und andererseits durch prognostizierte Waldverluste bei einem extremen Klimawandel-Szenario entstünden. „Wir haben 660 Datensätze zum Vorkommen von 17 charakteristischen Baumarten der Trockenwälder im Süden Ecuadors ausgewertet“, erklären die Erstautoren Carlos Manchego und Patrick Hildebrandt vom Lehrstuhl für Waldbau der TUM – „um beide Bedrohungspotentiale abzuschätzen, haben wir die prognostizierten jährlichen Raten der Verluste miteinander verglichen. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Ergebnisse nicht übertragbar sind auf andere Baumarten in anderen Regionen.“ Die Verluste durch das Umwandeln im Zeitraum 2008 bis 2014 vor allem für Agrar- und Weideland lagen im Untersuchungsgebiet im Durchschnitt bei 71 Quadratkilometern pro Jahr bei allen Arten. Der prognostizierte Artenarealverlust im Klimawandel-Szenario lag indes lediglich bei 21 Quadratkilometern jährlich.

Empfehlungen für effektiveren Waldschutz und nachhaltige Landnutzung

„Ein nicht erwartetes Ergebnis waren die durch den Klimawandel bedingten unterschiedlichen Verdrängungsrichtungen der Baumarten. Während einige Arten nach Norden abwandern, finden andere Arten ihren künftigen Verbreitungsschwerpunkt eher in Richtung Süden. Daraus lässt sich ein Trend zur Durchmischung von Baumarten mit bisher unbekannten Effekten auf Funktionalität und Stabilität künftiger Waldgesellschaften ableiten”, sagt Hildebrandt. „Zugleich beginnen die Rodungen in den höheren Lagen, weil es dort klimatisch einfacher ist etwas anzubauen wie etwa Mais.”

Schutzmaßnahmen nach Schwachstellen priorisieren

Für eine effiziente Planung, die Umsetzung von Schutzmaßnahmen und eine nachhaltige Landnutzung sei es wichtig, die Maßnahmen nach solchen Bedrohungen und Schwachstellen zu priorisieren, sagt Hildebrandt. Es muss zwischen potenziellen Bedrohungen durch den Klimawandel oder durch die Entwaldung unterschieden werden. Mit der in „PLOS One“ erschienenen Studie „wollten wir einen wissenschaftlichen Bezugsrahmen zur Verfügung stellen, um das kleinere Übel zu identifizieren und gezielte Empfehlungen geben zu können.“  Jedoch unabhängig von der Erhaltungsstrategie erforderten diese Ziele sowohl die Beteiligung privater Landbesitzer als auch lokaler Gemeinschaften.

Publikation: Carlos E. Manchego, Patrick Hildebrandt, Jorge Cueva, Carlos Ivan Espinosa, Bernd Stimm, Sven Guenter: Climate change versus deforestation: Implications for tree species distribution in the dry forests of southern Ecuador, PLOSone 12/2017. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0190092

 

James Hansen erwartet Erwärmungspause für die kommenden 10 Jahre

Von 1998-2014 stagnierten die globalen Temperaturen, man spricht von einem “Hiatus” bzw. “Slowdown”. Ein sehr starker El Nino ließ dann die Temperaturen nach oben schießen, was den Hiatus ersteinmal unterbrach. Kurios: Auf Wikipedia weigern sich klimaalarmistische Kontolleure standhaft, die Temperaturkurve zu aktualisieren, weil dann der schöne El Nino-Effekt auffliegen würde.

Wie geht es nun weiter? In unserem Buch “Die kalte Sonne” prognostizierten wir eine Abkühlung für die kommenden 15 Jahre. Erschwachende Sonne und kühlende Ozeanzyklen werden mögliche CO2-Erwärmungseffekte mehr als auffwiegen. Für Vertreter der Klimaalarmschiene wäre dies bitter. Ein, zwei Zehntelgrade kann man durch statistische Datenmassage durchaus verschwinden lassen. Irgendwann jedoch kann man die ausbleibende Erwärmung nicht mehr kaschieren. Bullisch halten einige Alamisten weiter an ihrer ursprünglichen Vorhersage fest: Pro Jahrzehnt 0,2°C wärmer! Das fordern die Klimamodelle. Allerdings bekommen nun die ersten wackelige Knie. Und dies sind sogar Meinungsführer der harten Klimalinie, nämlich James Hansen und Gavin Schmidt. In einem Rückblick auf die Temperaturen 2017 und Ausblick auf die weitere Entwicklung räumen sie nun plötzlich eine spürbare Klimawirkung von Sonnenaktivitätsschwankungen ein. Sie warnen explizit vor einer Fortsetzung des Hiatus. Dies wäre plausibel, schreiben sie, ja sogar wahrscheinlich:

However, the solar variability is not negligible in comparison with the energy imbalance that drives global temperature change. Therefore, because of the combination of the strong 2016 El Niño and the phase of the solar cycle, it is plausible, if not likely, that the next 10 years of global temperature change will leave an impression of a ‘global warming hiatus’.   

Die Erklärung der beiden GISS-Leute Hansen und Schmidt vom 18. Januar 2018 hat das Zeug, als historischer Meilenstein in die Klimadebatte einzugehen. Rahmstorf und Co. werden sich sicher die Nackenhaare gesträubt haben. Sie geraten nun in akute Erklärungsnot. Vermutlich wird uns der Potsdamer erklären, dass der Hiatus eine Folge der Klimaerwärmung sei. Des Kaisers neue Kleider. Wir können auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

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Wer in der Fachliteratur unterwegs ist, stößt immer wieder auf Skurrilitäten. WUWT wies auf diesen quasi codierten Fachtext hin:

“MOT is a S-GAST biased parameter….so the synchronicity of MOT and AAT/CO2 is consistent with GAST lagging AAT/CO2.”

“The close relation between our MOT record and AAT/AMOC changes as well as the strong warming during the YD1.”

“It is not straightforward to constrain the LGM-Holocene ASST or GAST change from the MOT change we derive here.”

“The AMOC switched to its strong state, which in turn starts cooling AABW, making it again harder for the AMOC to sustain its strength as AABW becomes denser again.”

Alles klar? Die Auflösung der Buchstabencodes gibt es hier. Manchmal bekommt man wirklich den Eindruck, einige Autoren wollen sich hinter Fachchinesisch verstecken, damit möglichst wenige Leute ihre Ergebnisse verstehen. Die Idee dahinter: Je unverständlicher, desto mehr Anerkennung von den Laien, die nobelpreisverdächtige Erkenntnisse dahinter vermuten. Souveräne Forscher haben so etwas nicht nötig. Sie bemühen sich um Allgemeinverständlichkeit so gut es geht. Die Inhalte müssen überzeugen, nicht die extravagante Verpackung.

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Die Klimadiktatur wuchert immer weiter. Neuestes Opfer: Das Butterbrot. Epoch Times am 25. Januar 2018:

Industrielle Sandwichs so klimaschädlich wie Autoverkehr
Der jährliche landesweite Verzehr von Sandwichs in Großbritannien sei genauso klimaschädlich wie der Autoverkehr, so Forscher der Universität Manchester.

Weiterlesen auf Epoch Times

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In Kalifornien ist man sehr auf Klimaschutz bedacht. Ein Politiker der Demokraten des Staates hat jetzt vorgeschlagen, Kellner mit einem Bußgeld von 1000 US$ zu belegen, die einem Gast unaufgefordert einen Strohhalm bringen, alternativ ein halbes Jahr Gefängnis. Die ungewollten Strohhalme würden unnötig Ressourcen binden, eine Verschwendung die letztendlich zu Verschärfung der Klimaerwärmung führt. Nachzulesen auf reason.com.

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Der Deutschlandfunk füllte am 25. Januar 2018 sein Programm mit Trivialitäten:

Studie: Weniger Lebensmittel wegwerfen ist besser fürs Klima
Bei der Verminderung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase könne auch die Landwirtschaft ihren Beitrag leisten, sagte Hanna Fekete vom NewClimate Institute im Dlf. Noch mehr Emissionen könnten einer Analyse des Instituts zufolge aber vermieden werden, wenn die Menge der weggeworfenen Lebensmittel reduziert würde.

Eine bahnbrechende Neuigkeit. Demnächst: Vermeiden Sie Umwege, denn diese schaden dem Klima. Bewahren Sie Ihre alten Bücher auf und lesen es mehrmals, das spart Druckerschwärze, Papier und Transportkosten, was dem Klima zugute kommt.

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“Kalte Sonne” ist wieder im Buchhandel erhältlich. Diesmal geht es allerdings nicht um das Klima, sondern einen “temporeichen, leichenfreien Thriller”. OÖ Nachrichten am 2. Januar 2018:

Johannes Epple kann niemand ernsthaft vorwerfen, er sei in den vergangenen Jahren untätig gewesen. Er hat als Deutschlehrer für Migranten und als Lektor gearbeitet, sein Philosophie-Studium mit dem Doktorat abgeschlossen, zwei Söhne gezeugt und an einem dritten Kind – in geschriebener Form – gearbeitet. Ein halbes Jahrzehnt hat der in Langenstein im Mühlviertel geborene Epple an seinem Thriller “Kalte Sonne” geschrieben, hat penibel in Krankenhäusern, im Wiener Landesgericht und in der Fitnessbranche recherchiert und viel Zeit mit einer Mutter verbracht, die einen Sohn mit der seltenen genetischen Störung “Trisomie 13″ hat. Immer wieder hat er geschrieben und weggeworfen, einmal sogar 80 Seiten – die Arbeit von zwei Jahren. Weil die “Kalte Sonne” einfach kein Gerichtsroman werden wollte, sondern ein spannungsgeladener, schneller, plotgetriebener Thriller. Zwölf Versionen verwarf der 35-Jährige, die 13. ist jetzt im Verlag Salomon erschienen.

Im Vergleich dazu waren die Arbeiten zu unserem (fast) namensgleichen Klimabuch sehr viel zielgerichteter. Das Konzept des Buches war uns schon ziemlich früh klar. Dann haben wir es geschrieben. Und dann wurde es veröffentlicht. Geschrieben wurde es vor allem nachts und im Intercity zwischen Hamburg und Bremen. Wir hoffen, dass sie unseren leichenfreien Klimathriller ähnlich spannend fanden wie den Krimi von Johannes Epple.

 

Gute Nachrichten aus der Tierwelt: Den kalifornischen Seelöwen geht es wieder gut

Im Januar 2018 hielt Steve Koonin in Wien einen Vortrag zum Klimawandel, in dem er eine stärkere Einbeziehung der natürlichen Variabilität forderte. Der Standard berichtete im Vorfeld über den Vortrag:

Klimawandel: Physiker zweifelt am Ausmaß der menschlichen Schuld

Nach Ansicht des Energieexperten Steve Koonin sei die Datenlage unzureichend. [Am 24.1.2018 sprach] er in Wien

Mag auch das Eis der Arktis stetig schwinden und allein an Europas Küsten dutzende wärmeliebende Tierarten nordwärts wandern – der Klimawandel wird mancherorts heftig abgestritten. US-Präsident Donald Trump ist derzeit der prominenteste Kopf in der Riege der Skeptiker. Schwere Schneefälle an der Ostküste reichen ihm schon als Argument gegen eine globale Erwärmung. Kritik an der Klimaforschung kommt aber auch von Experten, denen man keine populistische Intention unterstellen kann: Steven Koonin ist einer von ihnen. Der Physiker kann auf eine abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Schon 1992 wurde er von der US-Regierung als Berater in Klimafragen berufen.

Weiterlesen im Standard

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Klimaretter am 16. Januar 2018:

Europa verheizt seine Wälder
Zwei Drittel der erneuerbaren Energie in der EU stammen aus Biomasse. Dazu gehört auch die Strom- und Wärmegewinnung durch Holzverbrennung. Das kann dem Klima genauso schaden wie Kohle, Öl oder Gas, warnen Klimaforscher. Immer mehr Wälder seien durch ein neues EU-Gesetz in Gefahr.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand es schlecht um den Wald in Europa. Unmengen von Holz verschlangen all die Häuser und Schiffe und überall wurde Brennholz zum Kochen und Heizen gebraucht. Zeitzeugen berichten von “wüstenartigen Landschaften” und willkürlich kahl geschlagenen Freiflächen – in Deutschland sollen nur noch zehn Prozent des heutigen Waldes gestanden haben. Wäre die Industrialisierung ausgeblieben, gäbe es heute vielleicht keinen Flecken Wald mehr: Durch den Einsatz des neuen Energieträgers Kohle konnte der Raubbau beendet werden.

Weiterlesen beim Klimaretter

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Immer wieder werden Populationsschwankungen in der Tierwelt automatisch dem Klimawandel zugeschrieben, auch bei den Seelöwen. Eine kürzliche NOAA-Studie der Seelöwenpopulation vor der kalifornischen Küste kam zu einem erfreulichen Schluss: Nach einem starken Abfall in den Vorjahren hat sich die Seelöwenpopulation dort jetzt vollständig erholt. Warme Wassermassen an der US-Westküste (“The Blob”) sowie der kürzliche El Nino hatten die Seelöwen zwischenzeitlich dezimiert. Nun ist es wieder schön kalt, was den Tieren offensichtlich gut tut. Hier die Pressemitteilung der NOAA Fisheries West Coast Region vom 17. Januar 2018.

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Die Januar-Temperaturen 2018 lagen etwas über dem Durchschnitt der letzten 3 Jahrzehnte. Wenn man sich die Zeitreihe etwas genauer anschaut, ist über denselben Zeitraum eine langfristige Abkühlung des Januar zu erkennen. Josef Kowatsch und Stefan Kämpe haben den Verlauf in einem EIKE-Artikel dargestellt, aus dem diese Graphiik stammt, die auf Original-DWD-Daten basiert.

 

Verheerende CO2-Bilanz: Energieträger Holz ist schlimmer als Kohle, noch viele Jahrzehnte

Die Europäische Union hat Holz und andere Biotreibstoffe als CO2-emissionsneutral eingestuft und fördert ihren Einsatz als Energieträger. Ein Trugschluss, denn eine Studie von John Sterman und Kollegen hat das CO2-Budget von Holz detailliert mit dem von Kohle verglichen und Erstaunliches gefunden. Die am 18. Januar 2018 in den Environmental Research Letters erschienene Arbeit dokumentiert, dass die CO2-Bilanz von Holz als Energieträger in den ersten Jahrzehnten verheerend ist. Würde man komplett von Kohle auf Holz umstellen, würde die CO2-Konzentration ein Jahrhundert lang sogar noch schneller ansteigen als bei der herkömmlichen Kohlenutzung. Das sich neu bildende Holz benötigt nämlich Zeit, um zu wachsen und besitzt zudem meist eine geringere Kohlenstoffdichte im Vergleich zum gerodeten Naturwald. Die Autoren warnen, dass eine verstärkte Nutzung von Holz als Energieträger in den kommenden 100 Jahren das Klima stärker beeinträchtigt als die Energiegewinnung durch Kohle. Hier die Kurzfassung der Arbeit. Das pdf der Studie ist übrigens kostenfrei heruterladbar.

Does replacing coal with wood lower CO2 emissions? Dynamic lifecycle analysis of wood bioenergy
Bioenergy is booming as nations seek to cut their greenhouse gas emissions. The European Union declared biofuels to be carbon-neutral, triggering a surge in wood use. But do biofuels actually reduce emissions? A molecule of CO2 emitted today has the same impact on radiative forcing whether it comes from coal or biomass. Biofuels can only reduce atmospheric CO2 over time through post-harvest increases in net primary production (NPP). The climate impact of biofuels therefore depends on CO2 emissions from combustion of biofuels versus fossil fuels, the fate of the harvested land and dynamics of NPP. Here we develop a model for dynamic bioenergy lifecycle analysis. The model tracks carbon stocks and fluxes among the atmosphere, biomass, and soils, is extensible to multiple land types and regions, and runs in ≈1s, enabling rapid, interactive policy design and sensitivity testing. We simulate substitution of wood for coal in power generation, estimating the parameters governing NPP and other fluxes using data for forests in the eastern US and using published estimates for supply chain emissions. Because combustion and processing efficiencies for wood are less than coal, the immediate impact of substituting wood for coal is an increase in atmospheric CO2 relative to coal. The payback time for this carbon debt ranges from 44–104 years after clearcut, depending on forest type—assuming the land remains forest. Surprisingly, replanting hardwood forests with fast-growing pine plantations raises the CO2 impact of wood because the equilibrium carbon density of plantations is lower than natural forests. Further, projected growth in wood harvest for bioenergy would increase atmospheric CO2 for at least a century because new carbon debt continuously exceeds NPP. Assuming biofuels are carbon neutral may worsen irreversible impacts of climate change before benefits accrue. Instead, explicit dynamic models should be used to assess the climate impacts of biofuels.

Aber es gibt auch gute Nachrichten aus dem Wald: Durch den Anstieg des CO2 in der Atmosphäre blüht es im tropischen Regenwald immer kräftiger. Das meldete jetzt die Florida State University. Da sag nochmal jemand, dass der Klimawandel nur Negativschlagzeilen produziert.

 

Exzessive Bioenergie tötet Wald, Klima und die Menschen

Die Idee war simpel: Lasst uns doch einfach Öl und Gas durch nachwachsende Energieträger ersetzen. Das spart CO2 und ist sehr traditionell. Vielen Leuten leuchtete das ein. Also zogen sie los und stiegen auf Holzkohleöfen um. So wie früher, als alles viel besser war, murmelte der eine oder andere stolz. Nun ja, war früher wirklich alles besser? Und in der Tat hatte man einige Kleinigkeiten übersehen. Der aus den Stornsteinen schwallende Rauch ist in großen Mengen ein echtes Gesundheitsrisiko. In Afrika wird zum Teil heute noch auf dem offenen Holzfeuer in den Hütten gekocht, was zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führt.

Zum anderen hatte man übersehen, dass wir heute viel mehr Menschen sind als noch vor 200 Jahren. Wenn jeder traditionell mit Holz aus dem Wald heizen wollte, bricht das Ökosystem dort zusammen. Schon jetzt ist die Holzentnahme laut einigen Experten nicht mehr nachhaltig. Auf Euractiv warnte Linde Zuidema am 8. Januar 2018 vor den Auswirkungen der exzessiven Bioenergie-Nutzung. Diese schade nicht nur dem Wald und dem Klima, sondern auch der Gesundheite der Menschen.

The EU’s bioenergy policy isn’t just damaging the climate and forests, it’s killing people
[...] Quite apart from its disastrous environmental impact, there’s another reason any legislation which increases biomass burning for heating and power should be strenuously resisted. And it’s one that – until now – has been largely overlooked. New research for Fern by Dr Mike Holland, a leading independent air pollution expert, reveals the perilous cost to EU citizens’ health from burning solid biomass. It indicates that tens of thousands of EU citizens are dying prematurely every year as a result of exposure to air pollution from burning solid biomass. Other health impacts include cancers, cardiac and respiratory complaints, asthma attacks and working days lost to ill health.

Ganzen Artikel auf Euractiv lesen.

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Alles zu Stromspeichern gibt es bei Alfred Brandenberger.

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Spiegel Online im März 2017:

Elektrobusse in Deutschland Zu teuer, zu unzuverlässig, zu aufwendig
Während sich der Markt der Elektroautos entwickelt, stockt es bei E-Bussen noch. Schon bei der Anschaffung wird es schwierig. Vor allem aber können sich die Fuhrunternehmen nicht auf sie verlassen.

Weiterlesen auf Spiegel Online

 

Hurrikanaktivität hat während der vergangenen 65 Jahre abgenommen

Die Hurrikansaison ist erstmal vorbei. Das bietet eine gute Gelegenheit, unaufgeregt in die Fachliteratur hineinszuschauen. Was gibt es Neues? Am 8. Dezember 2017 erschien in den Geophysical Research Letters eine Arbeit von Ryan Truchelut und Erica Staehling. Sie untersuchten die Entwicklung der nordamerikanischen Hurrikane auf Basis der sogenannten “angehäuften Zyklonenergie” (accumulated cyclone energy, ACE). Die Forscher fanden eine statistisch signifikante Abnahme der Hurrikanaktivität während der vergangenen 65 Jahre. Die Hurrikanflaute der letzten Jahre (mit Ausnahme des sehr aktiven Jahres 2017) stellte dabei die inaktivste Phase des gesamten Untersuchungszeitraums dar. Abstract:

An Energetic Perspective on United States Tropical Cyclone Landfall Droughts
The extremely active 2017 Atlantic hurricane season concluded an extended period of quiescent continental United States tropical cyclone landfall activity that began in 2006, commonly referred to as the landfall drought. We introduce an extended climatology of U.S. tropical cyclone activity based on accumulated cyclone energy (ACE) and use this data set to investigate variability and trends in landfall activity. The drought years between 2006 and 2016 recorded an average value of total annual ACE over the U.S. that was less than 60% of the 1900–2017 average. Scaling this landfall activity metric by basin-wide activity reveals a statistically significant downward trend since 1950, with the percentage of total Atlantic ACE expended over the continental U.S. at a series minimum during the recent drought period

Das CO2 in der Atmosphäre steigt unablässig, die Hurrikanaktivität sinkt. Offenbar haben die beiden Trends wenig miteinander zu tun. Angesichts der klaren Faktenlage wundert es nicht, dass die NOAA (über das Geophysical Fluid Dynamics Laboratory, GFDL) in einem offiziellen Statement vor einer Verknüpfung von Treibhausgasen und Hurrikanen dringend warnt:

It is premature to conclude that human activities–and particularly greenhouse gas emissions that cause global warming–have already had a detectable impact on Atlantic hurricane or global tropical cyclone activity. That said, human activities may have already caused changes that are not yet detectable due to the small magnitude of the changes or observational limitations, or are not yet confidently modeled (e.g., aerosol effects on regional climate).

In Potsdam nimmt man es mit den Fakten nicht ganz so genau. Hauptsache schrill. Anlässlich des Hurrikan Harvey trat Anders Levermann in einem Rundfunkinterview am 1.9.2017 bei Radio Eins auf. Dort sagte er: Wenn es wärmer wird kommt mehr Wasserdampf in die Atmosphäre und es gibt mehr Regen und dann passiert so ein Hurrikan mit Flutkatastrophe in Houston. Ganz einfach, oder? Etwas später im Interview fügt Levermann übrigens noch ein “vielleicht” hinzu.

Was Levermann hier macht ist eine schlimme Irreführung der Hörer, denn die Abnahme der Hurrikanaktivität während der letzten 65 Jahre spricht eindeutig gegen den simplistischen Ansatz. Bei der BBC geht man seriöser an die Sache und verschweigt die Komplexität nicht. Gerade die Verbindung von Hurrikanen und Klimawandel ist sehr schwierig herzustellen denn es gibt viele Effekte die zu beachten sind. Neben den thermodynamischen kommen strömungstechnische hinzu und die Zuweisung des Ereignisses zum Klimawandel ist kaum möglich da sich die beteiligten Faktoren verstärken oder auslöschen können. Eine genügend auflösende Modellierung ist auch nicht möglich. In Houston kam eine blockierende Wetterlage hinzu, sie bewirkte das lange Verharren des Regens über einem kleinen städtischen Raum.

Wer da mal so einfach behauptet, dass ein (gewisser..welcher?) Teil des Desasters dem menschgemachten Klimawandel zuzuschreiben ist und auch die Freud’sche Fehlleistung eines relativierenden “vielleicht” korrigiert, macht es sich viel zu einfach. Der Versprecher offenbart übrigens, dass Levermann es besser weiß. Das “vielleicht” war nur kontraproduktiv für die Propagandamission. Alle Katastrophen müssen zwanghaft dem menschgemachten Klimawandel zugewiesen werden. Ein “vielleicht” stört da nur. Die Auflösung der Frage wo das Problem in Houston lag, findet man übrigens auch im Artikel von BBC:

“Climate change did not make people build along a vulnerable coastline so the disaster itself is our choice and is not linked to climate change.”

Auch bei der ARD ist man vorsichtig geworden. Der TV-Meteorologe Donald Bäcker erteilte den Postdamer Schnellschüssen eine klare Absage.

Im Juni 2017, zu Beginn der Hurrikansaison, veröffentlichten Judith Curry und CFAN eine Prognose. Darin gingen sie von einer überdurchschnittlichen Aktivität aus. Sie hatten Recht. Wenn das auch im nächsten Jahr so gut klappt, dann gäbe es eine wichtige neue Vorhersagemethode, die für die Gesellschaft zwecks Vorsorge überaus nützlich wäre.

Noch mehr Prognosen: Hurrikane haben einen gewissen Vorlauf. Auf Satellitenbildern kann man die Entstehung der Stürme vor Westafrika verfolgen. Aber nicht alle afrikanischen Babyhurrikane schaffen es über den Atlantik nach Amerika. Die Tel Aviv University hat jetzt ein Modell entwickelt, mit dem man bestimmen kann, welche Stürme gefährlich und welche sich auflösen werden. Pressemitteilung hier.

Mittelfristig lässt sich die Hurrikanaktivität ganz gut vorhersagen, denn sie ist eng an den AMO-Ozeanzyklus gekoppelt, die Atlantische Multidekadenoszillation, die eine Periodizität von 60 Jahren besitzt. Michel de Rougemont erinnerte daran in einem Aufsatz in WUWT.

In der FAZ wies Winand von Petersdorff am 31. August 2017 auf einen wichtigen Schadensfaktor von Hurrikan Harvey hin:

Flut in Houston: Das menschengemachte Desaster
Der Großraum Houston boomt seit Jahren. Der Preis: Viele Häuser entstanden in klassischem Hochwassergebiet. Das Risiko dafür trägt der amerikanische Steuerzahler. [...] Die gewaltigen Kosten entstehen vor allem, weil der seit Jahren boomende Großraum Houston mit seinen 6,5 Millionen Menschen im großen Stil Bebauungen in Niederungen zugelassen hat, die regelmäßig von Überflutungen und Hochwasser heimgesucht werden. Nicht umsonst ist Houston für seine liberale Baugesetzgebung im ganzen Land bekannt. Die Bebauungen, des Seeblicks wegen oft rund um kleine Buchten errichtet, produzieren gleich mehrere Probleme. Die Häuser werden häufiger als üblich von Naturkatastrophen getroffen.

Weiterlesen in der FAZ

 

Arktische Rußproblematik sollte vor allem von arktischen Ländern angegangen werden

Sie erinnern sich: Klimaforscher hatten den Ruß in ihren Klimagleichungen doch glatt vergessen. Als sich dann aber herausstellte, dass der Ruß viel stärker wärmt als lange angenommen, war guter Rat teuer. Wem sollte man denn nun die Wärmleistung im Gegenzug wegnehmen? Dem CO2? Das glauben Sie ja selber nicht, das gäbe doch nur einen politischen Eklat. Also erhöhte man kurzerhand die Kühlleistung der Schwefeldioxid-Aerosole, dann “passte” es wieder. Die entsprechenden Schwefeldioxid-Kollegen wurden sozusagen alt erwischt und erstarrten für ein, zwei Jahre. Aber langsam tauten sie wieder auf und wehrten sich gegen diesen Rechentrick. Sie schraubten die Kühlwirkung wieder zurück und identifizierten den wahren Kandidaten: Das CO2, das in Wirklichkeit gar nicht so stark erwärmt. Auf die nächste Episode in dieser Seifenoper kann man gespannt sein. Denn nun müssten eigentlich die Klimamodellierer das alles in ihre Simlationen einbauen und eine deutliche geringere Erwärmung für die kommenden Jahrzehnte prognostizieren. Noch halten sie ihre Karten aber verdeckt. Erst zum neuen IPCC-Bericht wird man hier wohl Neuigkeiten erwarten können. Welchen Hasen zaubern sie wohl diesmal aus dem Hut?

Eine Gruppe um Francesco Muschitiello fand jetzt heraus, dass vulkanischer Ruß viel weiter durch die Atmosphäre transortiert wird als gedacht, und es sogar bis auf die polaren Eisschilde schafft. Dort verstärkt der vulkanische Ruß dann das Abschmelzen des Eises. Währenddessen wird es in anderen Teilen der Welt kälter, nämlich durch das vulkanische Schwefeldioxid aus dem selben Ausbruch.

Aber nur vulkanischer Ruß wird in die hohe Atmosphäre geworfen und schafft es in die Arktis. Ruß aus anderen Quellen hat offenbar viel kürzere Reichweiten. Das wurde auch in einer kürzlichen Studie von Stine Aakre und Kollegen klar, die Anfang 2018 in Nature Climate Change erschien. Die Autoren stellen darin klar, dass das arktische Eis vor allem von Ruß aus arktischen Quellen bedroht wird. Aus diesem Grund müssten vor allem die arktischen Anrainerländer ihren Ruß-Ausstoß selber reduzieren. Im Gegensatz zum globalen CO2-Phänomen, muss die arktische Rußproblematik eher regional angegangen werden. Hier der Abstract:

Incentives for small clubs of Arctic countries to limit black carbon and methane emissions
Although addressing climate change will ultimately require global cooperation, substantial progress may be achieved through small clubs of countries, where it is easier to forge and implement deals needed for policy coordination. Here we quantify the gains from cooperation in the Arctic region and find that nearly 90% of the potential for abating black carbon can be reached by countries acting in self-interest alone because soot, the main source of black carbon, causes severe harm to human health along with warming. Abating methane, by contrast, requires more cooperation because impacts are more diffused geographically. Well-designed clubs with as few as four members can realize more than 80% of the full group cooperation potential for reducing these pollutants. The pivotal player in every effective club is Russia—most other members of the Arctic Council, the institution most focused on advancing the collective interests of the region, offer little leverage on the problems at hand.