Kalte Sonne Videoclub

Am 4. Mai 2017 hatte Klima-Altmeister Hartmut Graßl wieder einen Auftritt. Auf NDR Info durfte er im Radio mit zwei weiteren Klimaalarm-Vertretern über die Klimaskeptiker herziehen. Letztere waren natürlich nicht zur Sendung “Spüren wir den Klimawandel bereits?” eingeladen. Man wollte lieber unter sich bleiben. Scheute man sich vor Kritik, der man vielleicht nichts entgegenzusetzen hätte? Die Sendung beginnt mit Straßeninterviews unter Passanten. Highlight der Anworten: Die Pole schrumpfen!

Dann Auftritt Prof. Dr. Ortwin Renn (Direktor am IASS Potsdam). Er wird gefragt, wie sich das Phänomen Klimakseptiker erklären ließe. Renn zögert nicht lange und erläutert, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine Gruppe am rechten Rand der Gesellschaft handelt, die sich die Fakten so biegt wie sie sie braucht. Aha. Als nächstes ist Graßl dran. Er freut sich über den kürzlichen heißen März und erklärt den kalten April als nicht signifikant. Dritte im Bunde ist Dr. Gerrit Hansen von der Klimaaktivistengruppe Germanwatch.

Es ruft ein Skeptiker an, der darauf hinweist, dass es den Klimawandel stets gegeben habe. Unangenehm. Die Moderatorin würgt ihn schnell ab. Die Telefonverbindung wäre zu schlecht. Graßl fabuliert in der Folge über die letzte Eiszeit. Zudem tappt er wieder in dieselbe Falle wie üblich, behauptet dass die Geschwindigkeit des aktuellen Klimawandels alles Bisherige übertrifft. Das ist falsch. Fake News. Siehe: “Neue Studie der Universität Erlangen-Nürnberg entzaubert Klimawandel-Mythos: Erderwärmung schritt in der Vergangenheit genauso schnell voran wie heute“. Graßl erzählt von Vulkanen, verfehlt das Thema.

Der Skeptiker wird zurückgerufen, immerhin. Darf der Regenwald für Biotreibstoffe abgeholzt werden? Gerrit Hansen soll es beantworten, weicht aber mit einer Wikipedia-Rede “Was ist der Klimawandel” plump aus. Hansen sagt, dass das Abholzen ja nur lokale Effekte hätte, aber keine globalen. Blabla. Graßl hilft: Die Abholzung des Regenwaldes hätte doch in letzter Zeit abgenommen. Wieder liegt Graßl falsch. Siehe “Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen lag falsch: Regenwaldzerstörung hat sich in den letzten 20 Jahren beschleunigt, nicht verlangsamt“.

Nächster Anrufer. Er macht sich Sorgen, hat ein Computergedächtnis, kann sich an das Wetter von jedem einzelnen Tag bis zurück in die 1970er Jahre erinnern. Er spricht mit doppelter Geschwindigkeit, um alle Wetter-Erinnerungen in der Sendung loszuwerden. Es wird immer heißer und heißer und heißer. Absolut hörenswert. Super-Gedächnis? Naja, die harten Fakten sehen leider anders aus, sorry:

Die restlichen 30 Minuten der 55-minütigen Sendung schenken wir uns. Hier wollen Klimaalarmisten unter sich bleiben und die Ätherhoheit des NDR ausnutzen, um die Bevölkerung mit ihrer persönlichen Überzeugung exklusiv zu beglücken. Ab und zu wird ein Laien-Zuhörer aus dem Volk zugeschaltet, der von den Profis gerade noch in Schach gehalten werden kann. Die Germanwatch-Dame hat dabei ihre eigene Strategie. Sie antwortet einfach nicht auf die Frage. Armselig. Mit Pluralität hat das Ganze natürlich nichts zu tun. Die Verantwortlichen der Sendung vom NDR sollten sich einmal überlegen, wie es zu dieser Einseitigkeit kommen konnte. Der Kontakt zum Kalte-Sonne-Team ist einfach herzustellen, daran kann es nicht gelegen haben.

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Sie kennen das sicher auch: Auf einer Gartenparty kommt das Gespräch irgendwann auf das Thema Klimawandel. Der Nachbar ängstigt sich vor den Horrorszenarien aus den Medien. Wenn Sie dann die Fakten auf den Tisch legen, ernten Sie Erstaunen. Wirklich? Das habe ich aber gar nicht in der Zeitung gelesen! Auf Youtube gibt es jetzt eine neue Serie, die den Faden aufnimmt. In Teil 1 treffen sich der Ingenieur Anton und die klimarealistische Beate vom lokalen Max-Planck-Institut und besprechen bei einer Tasse Kaffee den Klimawandel. Sollten Sie auf jeden Fall einmal reinschauen:

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Die Temperatur ist in den letzten 150 Jahren gestiegen. Das stimmt. Aber ist das wirklich ungewöhnlich im Kontext der letzten 10.000 Jahre? Das folgende Video zeigt Paralellen mit der Klimageschichte auf. Erwärmungsphasen hat es immer wieder gegeben. Wie besonders ist das 20. Jahrhundert wirklich?

 

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Impressionen von der 10. Internationalen Klima- und Energiekonferenz (10. IKEK) 2016 in Berlin. Mit dabei auch Sebastian Lüning:

 

Leiterin des ARD-Afrika-Studios Nairobi liegt in Ghana voll daneben: Peinliche Verwechslung von Küstenströmungen mit Klimawandel

ARD-Korrespondentin Sabine Bohland aus dem ARD-Studio Nairobi leistete sich am 18. Mai 2017 in der Tagesschau schlimmen Klimaalarm:

Klimawandel in Ghana: Totope – ein Dorf versinkt

Das Grundwasser versalzen, die Häuser vom Meer bedroht – wer den Klimawandel hautnah beobachten möchte, kann das in Totope tun. Das Dorf in Ghana leidet unter dem Anstieg des Meeresspiegelsgenau wie Hunderte weitere an Afrikas Westküste. [...] Der Chief des Dorfes ist ein Mann um die 60. Nene Amarty Agbakla II. ist sein offizieller Name als Dorfvorsteher. Bürgerlich Theophilus Agbakla. Er ist hier geboren und erinnert sich noch gut daran, wie das Leben in Totope früher war. “Als ich ein Kind war”, erzählt er, “war das Meer so weit weg, dass ich immer auf eine Palme klettern musste, um zu sehen, ob die Boote der Fischer heimkamen. [...] Seit etwa 30 Jahren sei das Meer aber immer näher gekommen. Und jetzt kommt es sogar so nah, dass Häuser manchmal nachts überflutet werden. Eltern nehmen dann ihre Kinder auf den Arm, stehen vor den Betten und warten, bis das Wasser sich wieder zurückzieht. Nicht selten bis zum Tagesanbruch. Die Hälfte von Totope sei bereits vom Meer verschlungen worden, erzählt der Chief. Andere Häuser stecken so tief im Sand, dass sie unbewohnbar sind. [...] Durch den Anstieg des Meeresspiegels ist das Grundwasser versalzen. [...] Totope ist nicht das einzige Dorf an Ghanas Küste, das durch den steigenden Meeresspiegel und die Küstenerosion zerstört wird. Hier mag es besonders schlimm sein, weil nicht mal ein Damm aus Felsbrocken errichtet wurde, um die Wellen abzuhalten, wie in einigen anderen Orten. Aber das wäre auch nur eine Maßnahme auf Zeit. Von Mauretanien bis Kamerun gibt es ähnlich betroffene Dörfer, überall leiden die Menschen unter dem Klimawandel.

Das klingt alles dramatisch. Schuld hat laut Aussage von Frau Bohland der menschengemachte Klimawandel, also wir alle. Aber wie robust ist die Ursachenforschung der Korrespondentin eigentlich wirklich? Eine Naturwissenschaftlerin scheint sie nicht zu sein. Über das Studium von Sabine Bohland schweigt sich das Internet aus. Vermutlich hat sie ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, wie so viele andere Medienschaffende. Dabei ist klar, dass im Fall der Ghana-Story vor allem geologisches Wissen und Kenntnisse der Küstendynamik notwendig wären. Werfen wir zunächst einen Blick auf Totope auf einer Google Karte. Der Küstenort liegt in Südost-Ghana:

 

Erkennen Sie auch die seltsam langgezogenen Küstenstreifen? In der Ostsee heißt so etwas Nehrung, auf englisch sand barrier. Sie entstehen durch starke küstenparallele Strömungen. Ein wichtiges Merkmal dieses Küstentyps ist, dass sich diese Sandzungen ständig verlagern, nie längerfristig stabil bleiben. Das hätte Frau Bohland wissen können, ja müssen, wenn sie im Geographieunterricht damals besser aufgepasst hätte. Die im Beitrag dem Klimawandel zugeschriebenen Auswirkungen sind also vor allem küstendynamische Prozesse wie sie auf diesem Planeten bei diesem Küstentyp tausendfach auftreten. Es klingt hart, ist aber leider wahr: Sabine Bohland verbreitet hier Fake News. Hätte sie doch jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Im gesamten Beitrag der Tagesschau taucht bemerkenswerterweise kein einziger Wissenschaftler auf.

Das ausgezeichnete Paper von Nairn et al. (1998) ist frei im Netz als pdf verfügbar. Dort werden die wichtigsten küstendynamischen Prozesse erläutert. Das Volta-Delta und der Flussverlauf hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte ständig verschoben. Küstenerosion ist ein altbekanntes Problem, das bereits vor 150 Jahren aktuell war, lange vor dem anthropogenen Klimawandel. Hier eine weitere Literaturempfehlung: Dadson et al. 2016.

Der Wunsch den Klimawandel dramatisch und bürgernah präsentieren zu wollen, darf nicht dazu führen, die Recherche zu vernachlässigen. Die Zuschauer haben ein Anrecht auf eine fachlich korrekte Darstellung der Zusammenhänge. Pannen wie im Fall von Totope dürfen bei einer Sendung wie der Tagesschau nicht passieren.

Passend hierzu erschien in PNAS am 6. Juni 2017 eine Studie von Jun et al., die schludriges Faktenchecken als Folge von sozialem Druck und Groupthink erkennt:

Perceived social presence reduces fact-checking
Today’s media landscape affords people access to richer information than ever before, with many individuals opting to consume content through social channels rather than traditional news sources. Although people frequent social platforms for a variety of reasons, we understand little about the consequences of encountering new information in these contexts, particularly with respect to how content is scrutinized. This research tests how perceiving the presence of others (as on social media platforms) affects the way that individuals evaluate information—in particular, the extent to which they verify ambiguous claims. Eight experiments using incentivized real effort tasks found that people are less likely to fact-check statements when they feel that they are evaluating them in the presence of others compared with when they are evaluating them alone. Inducing vigilance immediately before evaluation increased fact-checking under social settings.

Significance: The dissemination of unverified content (e.g., “fake” news) is a societal problem with influence that can acquire tremendous reach when propagated through social networks. This article examines how evaluating information in a social context affects fact-checking behavior. Across eight experiments, people fact-checked less often when they evaluated claims in a collective (e.g., group or social media) compared with an individual setting. Inducing momentary vigilance increased the rate of fact-checking. These findings advance our understanding of whether and when people scrutinize information in social environments. In an era of rapid information diffusion, identifying the conditions under which people are less likely to verify the content that they consume is both conceptually important and practically relevant.

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Das Klima der letzten 10.000 Jahre war variabler als viele Leute meinen. Javier hat nun in Judith Currys Blog Teil 2 seiner Übersicht vorgelegt. Lesenswert.

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Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schon fast drüber lachen. Viola Ulrich am 30. Mai 2017 in der Welt:

Wärmere Nächte: Warum uns der Klimawandel um den Schlaf bringen wird
Wenn nachts immer noch Temperaturen um die 20 Grad herrschen, können viele Menschen nicht richtig schlafen. Künftig werden wir noch mehr solcher verschwitzten Nächte erleben – dank des Klimawandels.

Weiterlesen in der Welt

Es stellt sich sogleich die Frage: Wie überleben eigentlich die Menschen in wärmeren Klimazonen der Erde, äquatorwärts von Deutschland aus gesehen? Ist das Leben dort bereits jetzt unmenschlich? Torkeln die Menschen dort schlaflos durch die Nacht und sterben daran? Ein bisschen mehr Kontext und Mitdenken könnte man hier schon erwarten…

 

Klimaflüchtlinge? Afrika ist in den letzten 20 Jahren kräftig ergrünt

Am 20. Juni tritt Mojib Latif um 17:00 Uhr in der Berliner Urania auf:

Das Ende der Ozeane – Warum wir ohne die Meere nicht überleben werden
Die zunehmende Verschmutzung der Ozeane, sei es durch Öl, Plastik oder andere Stoffe, wie auch der Verlust der Artenvielfalt sind für die marinen Ökosysteme um einiges gefährlicher, wenn sich gleichzeitig die Umweltbedingungen ändern. So tritt beispielsweise die gefürchtete Korallenbleiche in den letzten Jahren immer häufiger auf. Das verwundert nicht, denn die Temperatur der tropischen Meere ist in den letzten Jahrzehnten infolge des Klimawandels um etwa ein halbes Grad gestiegen. Bei fortschreitender Erwärmung werden sich die Korallen nicht anpassen können. Die einzigartige Unterwasserwelt der Korallenriffe steht auf dem Spiel. Der Vortrag zeigt die Faszination, die von den Ozeanen ausgeht, aber auch wie bedroht sie sind.

Zur Vorbereitung seien die folgenden Artikel empfohlen:

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Ausgezeichneter Meinungsbeitrag von Josef H. Reichholf in der Welt vom 28. Mai 2017:

Schnell wird man als „Klimaleugner“ abgestempelt

Die globale Temperatur steigt trotz wachsenden CO2-Ausstoßes nicht an. Dies passt nicht in die Prognosen von Politik und Wissenschaft. Man muss darüber reden dürfen, ohne verunglimpft zu werden.

Die letzten eineinhalb Jahrzehnte lang stieg die globale Temperatur nicht mehr an. Diese Pause in der Erwärmung passte jedoch nicht zu den Prognosen. Ganz und gar nicht, wurde doch seit der Jahrtausendwende kontinuierlich mehr CO2 in die Luft gepustet. Also sollte es auch wärmer geworden sein. Jetzt weiß man, woran es lag. Für die Berechnungen hatte man die Messwerte verwendet, die passen. Mit den „richtigen“ stimmen die Ergebnisse mit den Klimamodellen überein. So einfach ist das: Die passenden Daten sind die richtigen! Die Wirklichkeit muss den Modellen entsprechen. Sonderbar? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Auf die genehmen Daten kommt es an. Dann stimmt das Ergebnis. Bleibt da nicht ein flaues Gefühl? Darf das Ergebnis vorher festliegen? Müssen Messwerte so ausgewählt werden, dass sie passen?

Ganzen Beitrag auf welt.de lesen.

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Sciencenordic.com berichtete am 28. Mai 2017 Überraschendes: Afrika ist in den letzten 20 Jahren ergrünt, was so gar nicht zu den angeblichen Klimaflüchtlingen zu passen scheint:

Africa has become greener in the last 20 years

Despite climate change and a growing population, Africa has become greener over the past 20 years, shows new study.

In Africa, a fight is happening. On one side natural forces are making the continent greener, and on the other, people are removing trees and bushes from the continent. In densely populated regions, people are cutting down trees and forests, but elsewhere, where human populations are more thinly spread, bushes and scrub vegetation are thriving. Now, scientists have quantified for the first time how vegetation across the continent has changed in the past 20 years. Thirty six per cent of the continent has become greener, while 11 per cent is becoming less green. The results show that not all is lost for Africa’s nature, say the scientists behind the new research.

Weiterlesen auf Sciencenordic.com

Zu allem Überfluss ergrünt derzeit ja sogar die Antarktis, heißtt es. Siehe unseren Blogbeitrag “Die Sonne im April 2017 und antarktische Blütenträume“.

Bleiben wir in der Pflanzenwelt. Eine neue Blattzählung hat nun ergeben, dass es viel mehr Blätter auf der Erde gibt als zuvor angenommen. Die Auswirkungen auf den Klimawandel sind erfreulich: Kalte boreale Gebiete werden dadurch wärmer und heiße trockene Gebiete kälter. Das hört sich doch ganz nach einer Win-Win-Situation an. Pressemitteilung der American Association for the Advancement of Science vom 25. Mai 2017 (via Science Daily):

Increased leaf abundance is a double-edged sword

A new global assessment reveals that increases in leaf abundance are causing boreal areas to warm and arid regions to cool. The results suggest that recent changes in global vegetation have had impacts on local climates that should be considered in the design of local mitigation and adaptation plans.

A substantial portion of the planet is greening in response to increasing atmospheric carbon dioxide, nitrogen deposition, global warming and land use change. The increase in leafy green coverage, or leaf area index (LAI), will hold important implications for climate change feedback loops, yet quantifying these impacts on a global scale can be challenging. Here, Giovanni Forzieri and colleagues analyzed satellite data of global LAI coverage between 1982 and 2011. Their results varied depending on the local biome, where increased LAI in boreal regions caused a reduction in surface albedo (reflection of sunlight), and thus resulted in a warming effect; in contrast, increased LAI in arid regions caused an increase in transpiration, and thus drove a cooling effect.

What’s more, the authors found that these relationships between LAI and surface biophysics were amplified up to five times under extreme warm-dry and cold-wet years. They estimate that, across about 60% of the global vegetated area, greening has buffered warming by about 14%; for the remaining areas, which mostly include boreal zones, LAI trends have amplified the raise in air temperatures, leading to an additional warming of about 10%.

Giovanni Forzieri, Ramdane Alkama, Diego G. Miralles, Alessandro Cescatti. Satellites reveal contrasting responses of regional climate to the widespread greening of Earth. Science, 2017; eaal1727 DOI: 10.1126/science.aal1727

Siehe auch Beitrag auf Climate Change Dispatch.

Überhaupt hat man wohl die Pflanzenwelt viel zu wenig in den Klimamodellen beachtet. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Bäume seit menschengedenken angenehmen Schatten im Hochsommer spenden. Vielleicht sollten die Damen und Herren Modellierer einfach mal ein bisschen mehr Zeit im Freien verbingen und sich von ihren Rechenkästen loseisen? Pressemitteilung der Columbia University vom 29. Mai 2017:

Hotspots Show that Vegetation Alters Climate by Up to 30%
Columbia Engineers find strong feedbacks between the atmosphere and vegetation that explain up to 30% of precipitation and surface radiation variance; study reveals large potential for improving seasonal weather predictions

A new Columbia Engineering study, led by Pierre Gentine, associate professor of earth and environmental engineering, analyzes global satellite observations and shows that vegetation alters climate and weather patterns by as much as 30 percent. Using a new approach, the researchers found that feedbacks between the atmosphere and vegetation (terrestrial biosphere) can be quite strong, explaining up to 30 percent of variability in precipitation and surface radiation. The paper, published May 29 in Nature Geoscience, is the first to look at biosphere-atmosphere interactions using purely observational data and could greatly improve weather and climate predictions critical to crop management, food security, water supplies, droughts, and heat waves.

“While we can currently make fairly reliable weather predictions, as, for example, five-day forecasts, we do not have good predictive power on sub-seasonal to seasonal time scale, which is essential for food security,” Gentine says. “By more accurately observing and modeling the feedbacks between photosynthesis and the atmosphere, as we did in our paper, we should be able to improve climate forecasts on longer timescales.”

Vegetation can affect climate and weather patterns due to the release of water vapor during photosynthesis. The release of vapor into the air alters the surface energy fluxes and leads to potential cloud formation. Clouds alter the amount of sunlight, or radiation, that can reach the Earth, affecting the Earth’s energy balance, and in some areas can lead to precipitation. “But, until our study, researchers have not been able to exactly quantify in observations how much photosynthesis, and the biosphere more generally, can affect weather and climate,” says Julia Green, Gentine’s PhD student and the paper’s lead author.

Recent advancements in satellite observations of solar-induced fluorescence, a proxy for photosynthesis, enabled the team to infer vegetation activity. They used remote sensing data for precipitation, radiation, and temperature to represent the atmosphere. They then applied a statistical technique to understand the cause and feedback loop between the biosphere and the atmosphere. Theirs is the first study investigating land-atmosphere interactions to determine both the strength of the predictive mechanism between variables and the time scale over which these links occur.

The researchers found that substantial vegetation-precipitation feedback loops often occur in semi-arid or monsoonal regions, in effect hotspots that are transitional between energy and water limitation. In addition, strong biosphere-radiation feedbacks are often present in several moderately wet regions, for instance in the Eastern U.S. and in the Mediterranean, where precipitation and radiation increase vegetation growth. Vegetation growth enhances heat transfer and increases the height of the Earth’s boundary layer, the lowest part of the atmosphere that is highly responsive to surface radiation. This increase in turn affects cloudiness and surface radiation.

“Current Earth system models underestimate these precipitation and radiation feedbacks mainly because they underestimate the biosphere response to radiation and water stress response,” Green says. “We found that biosphere-atmosphere feedbacks cluster in hotspots, in specific climatic regions that also coincide with areas that are major continental CO2 sources and sinks. Our research demonstrates that those feedbacks are also essential for the global carbon cycle—they help determine the net CO2 balance of the biosphere and have implications for improving critical management decisions in agriculture, security, climate change, and so much more.”

Gentine and his team are now exploring ways to model how biosphere-atmosphere interactions may change with a shifting climate, as well as learning more about the drivers of photosynthesis, in order to better understand atmospheric variability. Paul Dirmeyer, a professor in the department of atmospheric, oceanic and earth sciences at George Mason University who was not involved in the study, notes: “Green et al. put forward an intriguing and exciting new idea, expanding our measures of land-atmospheric feedbacks from mainly a phenomenon of the water and energy cycles to include the biosphere, both as a response to climate forcing and a forcing to climate response.”

Paper: Julia K. Green, Alexandra G. Konings, Seyed Hamed Alemohammad, Joseph Berry, Dara Entekhabi, Jana Kolassa, Jung-Eun Lee, Pierre Gentine. Regionally strong feedbacks between the atmosphere and terrestrial biosphere. Nature Geoscience, 2017; DOI: 10.1038/ngeo2957

 

Beitrag des Grundwassers zum Meeresspiegel-Anstieg überschätzt

Angesichts einzelner Horrorszenarien zum globalen Meeresspiegelanstieg, darf nicht vergessen werden, dass es sich dabei um Meinungen von wenigen Einzelforschern handelt. Das Gros der Experten geht von Anstiegsraten aus, wie sie auch im aktuellen IPCC-Bericht angegeben sind. Der Joker der Alarmszenarien sind die großen Eismassen in Grönland und der Antarktis. Diese sind in Wirklichkeit wohl viel stabiler als angenommen, wie die  Stanford University am 3. September 2015 bekanntgab:

Ice sheets may be more resilient than thought, say Stanford scientists

Stanford study suggests that today’s ice sheets may be more resilient to increased carbon dioxide levels than previously thought.

Sea level rise poses one of the biggest threats to human systems in a globally warming world, potentially causing trillions of dollars’ worth of damages to flooded cities around the world. As surface temperatures rise, ice sheets are melting at record rates and sea levels are rising. But there may be some good news amid the worry. Sea levels may not rise as high as assumed. To predict sea level changes, scientists look to Earth’s distant past, when climate conditions were similar to today, and investigate how the planet’s ice sheets responded then to warmer temperatures brought on by increased carbon dioxide in the atmosphere.

In a recently published study in the journal Geology, PhD students Matthew Winnick and Jeremy Caves at Stanford School of Earth, Energy & Environmental Sciences explored these very old conditions and found that sea level might not have risen as much as previously thought – and thus may not rise as fast as predicted now. To better understand global sea level rise, Winnick and Caves analyzed the middle Pliocene warm period, the last time in Earth’s history, approximately 3 million years ago, when carbon dioxide levels in the atmosphere were close to their present values (350-450 parts per million).

“The Pliocene is an important analogue for today’s planet not only because of the related greenhouse gas concentrations, but because the continents were roughly where they are today, meaning ocean and climate circulation patterns are comparable,” said Winnick. These similarities are why the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), the group responsible for global sea level rise projections, focuses on the mid-Pliocene warm period to inform their computer models.

Previous studies of the mid-Pliocene warm period used oxygen isotope records to determine the volume of Earth’s ice sheets and, by proxy, sea level. Effectively, the oxygen isotope records act as a fingerprint of Earth’s ice sheets. By combining the fingerprint with models of ice sheet meltwater, many previous researchers thought that sea level was likely 82 to 98 feet (25 to 30 meters) higher during the Pliocene. Such high sea level would require a full deglaciation of the Greenland Ice Sheet and the West Antarctic Ice Sheet, and as much as 30 percent of the East Antarctic Ice Sheet – enough to cover New York City under 50 feet of water. But these estimates arose because the researchers assumed that the Antarctic ice of the Pliocene had the same isotopic composition, that is, the same fingerprint, as it does today – an assumption that Winnick and Caves challenge in their new report.

To understand the isotopic composition of Pliocene ice, Winnick and Caves began in the present day using well-established relationships between temperature and the geochemical fingerprint. By combining this modern relationship with estimates of ancient Pliocene surface temperatures, they were able to better refine the fingerprint of the Antarctic ice millions of years ago. In re-thinking this critical assumption, and by extending their analysis to incorporate ice sheet models, Winnick and Caves recalculated the global sea level of the Pliocene and found that it was 30 to 44 feet (9 to 13.5 meters) higher, significantly lower than the previous estimate.

“Our results are tentatively good news,” Winnick said. “They suggest that global sea level is less sensitive to high atmospheric carbon dioxide concentrations than previously thought. In particular, we argue that this is due to the stability of the East Antarctic Ice Sheet, which might be more resilient than previous studies have suggested.” However, a rise in global sea level by up to 44 feet (13.5 meters) is still enough to inundate Miami, New Orleans and New York City, and threaten large portions of San Francisco, Winnick cautioned. While the study helps refine our understanding of Pliocene sea level, both Winnick and Caves point out that it’s not straightforward to apply these results to today’s planet. “Ice sheets typically take centuries to millennia to respond to increased carbon dioxide, so it’s more difficult to say what will happen on shorter time scales, like the next few decades,” Winnick said.

“Add that to the fact that CO2 levels were relatively consistent in the Pliocene, and we’re increasing them much more rapidly today, and it really highlights the importance of understanding how sea level responds to rising temperatures. Estimates of Pliocene sea level might provide a powerful tool for testing the ability of our ice sheet models to predict future changes in sea level.”

Mehr als anderthalb Meter Meeresspiegelanstieg bis 2100, davor warnen einige Alarmisten. Das entspräche einem durchschnittlichen Anstieg von 18 mm pro Jahr. In Wahrheit messen die Küstenpegel jedoch nur ein Zehntel hiervon, wie auf der NOAA-Webseite nachzulesen ist. Dort werden Messwerte für einzelne Regionen der Erde zusammengefasst:

Global Regional Trends Comparison (4 Main Regions, various subregions)
The graphs compare the 95% confidence intervals of relative mean sea level trends for CO-OPS and global stations. Trends with the narrowest confidence intervals are based on the longest data sets. Trends with the widest confidence intervals are based on only 30-40 years of data. The graphs can provide an overarching indication of the differing rates of regional vertical land motion, given that the absolute global sea level rise is believed to be 1.7-1.8 millimeters/year. Note that they are relative sea level trends, and are not corrected for local land movement. The calculated trends for all CO-OPS stations are available as a table in millimeters/year and in feet/century. A complete table of non-CO-OPS station trends are available as a table in millimeters/year and in feet/century.

Diese Anstiegsrate passt gut zur durchschnittlichen globalen Anstiegsrate des 20. Jahrhunderts auf Basis von Küstenpegelmessungen, die von Thompson et al. (2016) mit 1,7 mm/Jahr ermittelt wurde.

Neue Forschungsresultate zeigen nun, dass die Grundwassergewinnung und der Abfluss in die Ozeane wohl einen deutlich geringeren Einfluss auf den Meeresspiegelanstieg haben als gedacht. Der Beitrag des Grundwassers wurde offenbar um den Faktor drei überschätzt wie das International Institute for Applied Systems Analysis am 2. Mai 2016 mitteilte:

How much does groundwater contribute to sea level rise?
Land water, including groundwater extraction, contributes far less to sea level rise than previously thought, according to a new study.

Groundwater extraction and other land water contribute about three times less to sea level rise than previous estimates, according to a new study published in the journal Nature Climate Change. The study does not change the overall picture of future sea level rise, but provides a much more accurate understanding of the interactions between water on land,  in the atmosphere, and the oceans, which could help to improve future models of sea level rise. “Projecting accurate sea level rise is important, because rising sea level is a threat to people who live near the ocean and in small islands,” explains IIASA researcher Yoshihide Wada, who led the study. “Some low-lying areas will have more frequent flooding, and very low-lying land could be submerged completely. This could also damage substantially coastal infrastructure.”

Sea level has risen 1.7 mm per year over the 20th and the early 21st century, a trend that is expected to continue as climate change further warms the planet.  Researchers have attributed the rising seas to a combination of factors including melting ice caps and glaciers, thermal expansion (water expands as it gets warmer), and the extraction of groundwater for human use. Land water contributions are small in comparison to the contribution of ice melt and thermal expansion, yet they have been increasing, leading to concerns that this could exacerbate the problem of sea level rise caused by climate change.

However, much uncertainty remains about how much different sources contribute to sea level rise. In fact, sea level has actually risen more than researchers could account for from the known sources, leading to a gap between observed and modeled global sea-level budget. Previous studies, including estimates used in the IPCC Fifth Assessment Report, had assumed that nearly 100% of extracted groundwater ended up in the ocean. The new study improves on previous estimates by accounting for feedbacks between the land, ocean, and atmosphere. It finds that number is closer to 80%. That means that the gap between modeled and observed sea level rise is even wider, suggesting that other processes are contributing more water than previously estimated. “During the 20th century and early 21st century, cumulative groundwater contribution to global sea level was overestimated by at least 10 mm,” says Wada. In fact, the new study shows that from 1971 to 2010, the contribution of land water to global sea level rise was actually slightly negative – meaning that more water was stored in groundwater and also due to reservoir impoundment behind dams. From 1993 to 2010, the study estimates terrestrial water as contributing positive 0.12 mm per year to sea level rise.

The study does not change the fact that future groundwater contribution to sea level will increase as groundwater extraction increases. And the increasing trend in groundwater depletion has impacts beyond sea level rise. Wada explains, “The water stored in the ground can be compared to money in the bank. If you withdraw money at a faster rate than you deposit it, you will eventually start having account-supply problems. If we use groundwater unsustainably, in the future there might not be enough groundwater to use for food production. Groundwater depletion can also cause severe environmental problems like reduction of water in streams and lakes, deterioration of water quality, increased pumping costs, and land subsidence.”

Reference
Wada Y, Lo MH, Yeh PJF, Reager JT, Famiglietti JS, Wu RJ, Tseng YH (2016). Fate of water pumped from underground and contributions to sea-level rise. Nature Climate Change. doi:10.1038/NCLIMATE3001

Der Standard berichtete am 4. Mai 2016:

Studie: Beitrag des Grundwassers zum Meeresspiegel-Anstieg überschätzt
IIASA-Forscher: Es landet weniger entnommenes Wasser im Meer als gedacht Wien – Der Meeresspiegel ist im 20. und frühen 21. Jahrhundert um 1,7 Millimeter pro Jahr gestiegen. Angesichts der Klimaerwärmung wird damit gerechnet, dass dieser Trend weiter anhält. Als wichtigste Gründe dafür nennen Wissenschafter das weltweite Abschmelzen der Eisschilde und Gletscher sowie die Ausdehnung des immer wärmer werdenden Wassers der Ozeane. Eine wichtige Rolle könnte auch die steigende Entnahme von Grundwasser durch den Menschen spielen, wurde bislang gedacht. Allerdings sei dieser Faktor überschätzt worden, bilanziert nun eine Studie, die im Fachjournal “Nature Climate Change” erschienen ist.

Weiterlesen im Standard.

Es kommt noch besser. Denn eine Studie der University of California, Irvine, gibt an, dass im vergangenen Jahrzehnt auf globaler Sicht die in Seen, Grundwasser und Bodenfeuchte gespeicherte Wassermenge insgesamt zu- und nicht etwa abgenommen hat. Hier die Pressemitteilung vom 11. Februar 2016:

Decade of rising seas slowed by land soaking up extra water, UCI and NASA find

New measurements from a NASA satellite have allowed researchers to identify and quantify, for the first time, how climate-driven increases of liquid water storage on land have affected the rate of sea level rise.

A new study by scientists at NASA’s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Calif., and the University of California, Irvine, shows that while ice sheets and glaciers continue to melt, changes in weather and climate over the past decade have caused Earth’s continents to soak up and store an extra 3.2 trillion tons of water in soils, lakes and underground aquifers, temporarily slowing the rate of sea level rise by about 20 percent. The water gains over land were spread globally, but taken together they equal the volume of Lake Huron, the world’s seventh largest lake. The study is published in the Feb. 12 [2016] issue of the journal Science. Each year, a huge amount of water evaporates from the ocean, then falls over land as rain or snow, and returns to the ocean through runoff and river flows. This is known as the global hydrological cycle. Scientists have long known that small changes in Earth’s water cycle could lead to large, although temporary, changes in the rate of sea level rise. They did not know how large this effect could be, however, because there were no instruments that could measure these changes on a global scale.

The 2002 launch of NASA’s Gravity Recovery and Climate Experiment (GRACE) twin satellites provided the first tool capable of quantifying these trends. By measuring the distance between the two satellites to within the width of a strand of human hair as they orbit the planet, researchers can record changes in Earth’s gravitational pull that result from water moving across its surface. Careful analysis of these data, allowed the scientists to measure the change in water storage over land. “We always assumed that people’s increased reliance on groundwater for irrigation and consumption was resulting in a net transfer of water from the land to the ocean,” said lead author J.T. Reager of JPL, who began the research project as a UCI graduate student. “What we didn’t realize until now is that over the past decade, changes in the global water cycle more than offset the losses that occurred from groundwater pumping, causing the land to act like a sponge.

“These new data are vital for understanding variations in sea level change,” added Reager. “The information will be a critical complement to future long-term projections of sea level rise, which depend on melting ice and warming oceans.” Jay Famiglietti, UCI Earth system science professor and also senior water scientist at JPL is senior author of the paper. “This is the first study to observe these changing water storage patterns on land and their impact on modulating current rates of sea level rise,” Famiglietti said. “Our work will certainly sound the alarm about the possible effects of climate change on shifting patterns of freshwater availability, as well as the potential for modulating future rates of sea level rise by managing the amount of freshwater stored on land.”

Famiglietti also noted that the study is the first to observe global patterns of wetting and drying on land, with wet areas getting wetter and dry areas getting drier. “These patterns are consistent with projections under a warming climate,” he said. “But we’ll need a much longer data record to fully understand the underlying cause of the patterns and whether they will persist.”

 

 

Unerwartete Unterstützung aus der Natur: Marschlandschaften wachsen mit dem Meeresspiegel mit

Der NDR übte sich am 10. Mai 2017 in Klimaalarm und gab eine Pressemitteilung heraus, in der angebliche Geheiminformationen aus einem internen Papier des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie zitiert werden:

Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie befürchtet stärkeren Anstieg des Meeresspiegels

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) befürchtet, dass der Meeresspiegel in den kommenden Jahrzehnten deutlich stärker ansteigen könnte als bislang gedacht. Das geht nach Recherchen des NDR aus einem internen Schreiben hervor, das die Behörde im März an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gesandt hat, dem es untersteht. In dem Papier, das der NDR einsehen konnte, warnt das BSH davor, dass die bisherigen Anstiegsszenarien des UN-Klimarates zu optimistisch sein könnten. Das Schreiben trägt den Titel “Aktualisierung von Informationen zum Meeresspiegelanstieg” und gibt den Stand aktueller Klimastudien wieder. Das BSH warnt das Ministerium davor, dass “ein höherer Anstieg des Meeresspiegels deutlich über einen Meter hinaus bis hin zu 1,70 Metern bis zum Ende des Jahrhunderts mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen zu sein scheint”.

Weiterlesen beim NDR.

Man muss kein Graphologe sein, um die Potsdamer Handschrift hier zu erahnen. Irgendwie müssen Vertreter der extremen Meeresspiegelszenarien Zugang zum Führungszirkel des BSH gefunden haben, um dieses Papier zu initiieren. Zu gerne würden wir die wissenschaftliche Basis überprüfen, auf der die Behauptungen fußen. Da das Papier ‘intern’ ist, bleiben die Thesen unüberprüfbar. So wird Politik am wissenschaftlichen Begutachtungssystem vorbei gemacht: Interne Papier werden wissenschaftlich ungeprüft an Ministerien gesandt, die diese dann möglicherweise direkt in politische Entscheidungen umsetzen, einfach unglaublich. Die neue Strategie der Alarmisten ist es offenbar, unterhalb des Radars zu fliegen und hierbei persönliche Kontakte spielen zu lassen.

Fakt ist: Der Großteil der Meeresspiegelforscher teilt die wilden BSH-Szenarien nicht:

Was gibt es Neues aus der Meeresspiegelforschung? Kirwan und Kollegen (2016) legten in Nature Climate Change dar, dass Küstenmarschlandschaften deutlich weniger in Gefahr sind als angenommen. Sie können nämlich aufschlicken und in gewissen Grenzen mit dem Meeresspiegel mitwachsen:

Overestimation of marsh vulnerability to sea level rise
Coastal marshes are considered to be among the most valuable and vulnerable ecosystems on Earth, where the imminent loss of ecosystem services is a feared consequence of sea level rise. However, we show with a meta-analysis that global measurements of marsh elevation change indicate that marshes are generally building at rates similar to or exceeding historical sea level rise, and that process-based models predict survival under a wide range of future sea level scenarios. We argue that marsh vulnerability tends to be overstated because assessment methods often fail to consider biophysical feedback processes known to accelerate soil building with sea level rise, and the potential for marshes to migrate inland.

Hier die dazugehörige Pressemitteilung der Virginia Institute of Marine Science vom 24. Februar 2016:

Study predicts salt marshes will persist despite rising seas

Traditional assessment methods overestimate vulnerability

A new study in Nature Climate Change contends that traditional assessment methods overestimate the vulnerability of salt marshes to sea-level rise because they don’t fully account for processes that allow the marshes to grow vertically and migrate landward as water levels increase.

The persistence of salt marshes despite rising seas would be a rare bit of good news for coastal ecosystems, which are under threat from a host of factors including nutrient pollution, invasive species, and development. Healthy marshes buffer coasts from storms, improve water quality, provide habitat for commercial fisheries, and help fight global warming by trapping carbon. Lead author Matt Kirwan, a professor at the Virginia Institute of Marine Science, says “Catastrophic predictions of marsh loss appear alarming, but they stem from simple models that don’t simulate the dynamic feedbacks that allow marshes to adapt not only to present rates of sea-level rise but the accelerated rates predicted for coming decades. Marsh soils actually build much faster as marshes become more flooded.”

More frequent flooding carries more mud into the marsh and also encourages the growth of several common marsh plants. Together, these processes raise the marsh soil in concert with rising waters. By not accounting for these feedbacks, Kirwan and his co-authors argue, traditional assessments greatly underestimate marsh resilience. Joining Kirwan on the study were Stijn Temmerman of the University of Antwerpen, Emily Skeehan of VIMS, Glenn Guntenspergen of the U.S. Geological Survey, and Sergio Fagherazzi of Boston University. The team conducted their study by compiling and re-analyzing 179 previously published records of change in marsh elevation from sites in North America and Europe. “Our study shows that soil accretion rates more than double as marshes become more flooded, suggesting a strong ability for marshes to survive accelerations in sea-level rise,” says Kirwan.

“The most common models greatly overestimate marsh vulnerability to sea-level rise,” adds Guntenspergen. “These models assume that marshes rise, but only at a rate equal to recent measurements of marsh accretion. This approach leads inevitably to marsh drowning, and predictions that most tidal wetlands will be inundated by the end of the current century.” The researchers say the few models that do incorporate dynamic feedbacks indicate that marshes can generally survive 10 to 50 millimeters of sea-level rise per year. That far exceeds current annual rates of about 3 millimeters of globally averaged sea-level rise, and mostly exceeds even the higher-end rates of 8 to 17 millimeters per year predicted by U.N. climate scientists for 2100.

The team suggests that use of these more advanced models will help ecosystem managers assess marsh vulnerability more accurately, and should be encouraged. They also recommend that researchers expand their current focus on the vertical adaptability of marshes by mounting studies that help clarify the processes that control the horizontal migration of marsh boundaries through time. Looking at recent history, the researchers note that the feedbacks built into the dynamic models also help explain the observed stability of many salt marshes in the mid-Atlantic and elsewhere during recent decades, and the relative rarity of marshes that have already drowned. Where drowned marshes do occur—think the Mississippi delta or Venice lagoon—the culprit is a reduced sediment supply, due to dam or levee building, or increased subsidence due to groundwater withdrawal and other factors. “Marshes fail to survive current rates of sea-level rise only where people have restricted sediment delivery or where the tidal range is very low,” says Kirwan.    

The researchers temper their optimism regarding vertical marsh growth with a cautionary note about the importance of allowing salt marshes to migrate horizontally as rising seas push them landward. They note that in low-lying areas of the U.S. Atlantic Coast, migration into nearby forests could offset most of the loss of existing salt marshes. But marsh migration isn’t possible where obstructed by coastal cliffs or human barriers. “Almost 20% of the Chesapeake Bay shoreline is hardened by riprap, seawalls, and other structures,” says Kirwan, “and similar structures border almost all marsh areas in northwest Europe. We suggest that the availability of low-lying land for wetland migration is a first-order determinant of marsh fate.”

Der Schutz der Küsten-Salzmarschen unterstützt daher auch den Küstenschutz, worauf die University of the Basque Country am 30. Juni 2017 in einer Pressemitteilung hinweist:

Restoring saltmarshes, a cost-effective strategy to counteract the rise in sea level

A piece of research led by the UPV/EHU-University of the Basque Country has shown that in only 10 years it is possible to regenerate some of these coastal wetlands on the eastern Cantabrian coast

Saltmarshes cushion the energy of the waves and act as natural barriers against high-energy climate phenomena. That is why restoring the currently occupied saltmarshes could be a cost-effective adaptation strategy to counteract the effects of the rise in sea level. This is one of the conclusions of a piece of research led by the UPV/EHU and which sets the time needed by several saltmarshes on the eastern Cantabrian coast to regenerate at less than 10 years.In the current scenario of global warming and the acceleration in the rise in sea level, “the study of the saltmarshes is of great interest in developing adaptation strategies to tackle the consequences of climate change in the coastal area”, explained Ane García-Artola, researcher in the UPV/EHU’s Department of Stratigraphy and Palaeontology and who is currently on a post-doctoral internship at the Rutgers University (USA). She is the lead author of the paper Agricultural fingerprints in salt-marsh sediments and adaptation to sea-level rise in the eastern Cantabrian coast (N. Spain), published by the Estuarine, Coastal and Shelf Science journal. The UPV/EHU lecturers Alejandro Cearreta and María Jesús Irabien, as well as researchers at East Carolina University and the National Autonomous University of Mexico also participated in the work.

On the eastern Cantabrian coast many of these coastal wetlands had been occupied for agricultural purposes since the 17th century and in particular from the second half of the 19th century onwards until the 1950s when agricultural activity experienced a decline.  The lack of dyke maintenance allowed water from the estuary to enter and it invaded these zones that had been artificially cut off, thus encouraging them to regenerate and be recolonised by halophytic vegetation, in other words, of the type that can survive in saline environments.

This work explored the regeneration process of the saltmarshes located in the Santoña, Plentzia and Urdaibai estuaries using the variation in the abundance of typical salt-marsh microfossils (foraminifera) and the sand content. “The agricultural horizon could be identified by the almost total absence of microfossils, whose number gradually increased during the regeneration process until becoming highly abundant once the saltmarsh had already regenerated,” explained Garcia-Artola. At the same time, the sand content increased as the regeneration took place, which indicates a greater tidal influence on the saltmarsh as the environment was being restored.

To be able to work out the age of the sedimentary layers and determine the build-up rates, the activities of short-lived radioisotopes, pollution peaks and historical aerial photography were analysed. From a regional perspective, the environmental regeneration of these three saltmarshes took place mainly in the Santoña estuary between 1950 and 1960 and in some zones, even before the 1940s; between 1950 and 1960 in the Urdaibai estuary; and, finally, from the 1970s and 1980s onwards, in the estuary of Plentzia. In all the cases, the regeneration process was very fast (less than 10 years), owing to the high rates of sedimentation that took place (14-18 mm per year). The availability of abundant sediment material in the estuarine waters was crucial in the regeneration of the saltmarshes.

The study of the environmental transformation of these coastal zones is crucial when it comes to making predictions about the coastal evolution of the region. So the saltmarshes on the eastern Cantabrian coast are expected to adapt to the increase in the ongoing rise in sea level (1.9 mm per year during the 20th century), bearing in mind the high sedimentation rates observed during the regeneration process of the previously occupied areas. “The restoration of currently occupied saltmarshes in temperate zones with an abundant input of sediments could be put forward as a strategy of cost-effective adaptation to counteract the effects of the rise in sea level,” pointed out Ane García-Artola.

Bibliographical reference
García-Artola, A, Cearreta, A, Irabien, MJ, Leorri, E, Sanchez-Cabeza, JA, and Corbett, DR, 2016. Agricultural fingerprints in salt-marsh sediments and adaptation to sea-level rise in the eastern Cantabrian coast (N. Spain) Estuarine Coastal and Shelf Science 171, 66-76. http://dx.doi.org/10.1016/j.ecss.2016.01.031

 

 

Klimamodelle unter Druck: Probleme mit der Prognoseleistung geben Anlass zur Sorge

Der El Nino 2015/16 ist vorüber, genauso wie die damit verundenen Feierlichkeiten der Alarmisten. Es wird immer klarer, dass die Prognosen der Klimamodelle maßlos übertrieben waren. Bereits im April 2015 gab die Duke University per Pressemitteilung bekannt, dass die schlimmsten IPCC-Temperatur-Prognosen umgehend zu den Akten gelegt werden müssten:

Global Warming More Moderate Than Worst-Case Models
A new study based on 1,000 years of temperature records suggests global warming is not progressing as fast as it would under the most severe emissions scenarios outlined by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).  

“Based on our analysis, a middle-of-the-road warming scenario is more likely, at least for now,” said Patrick T. Brown, a doctoral student in climatology at Duke University’s Nicholas School of the Environment. “But this could change.” The Duke-led study shows that natural variability in surface temperatures — caused by interactions between the ocean and atmosphere, and other natural factors — can account for observed changes in the recent rates of warming from decade to decade. The researchers say these “climate wiggles” can slow or speed the rate of warming from decade to decade, and accentuate or offset the effects of increases in greenhouse gas concentrations. If not properly explained and accounted for, they may skew the reliability of climate models and lead to over-interpretation of short-term temperature trends.

The research, published today in the peer-reviewed journal Scientific Reports, uses empirical data, rather than the more commonly used climate models, to estimate  decade-to-decade variability. “At any given time, we could start warming at a faster rate if greenhouse gas concentrations in the atmosphere increase without any offsetting changes in aerosol concentrations or natural variability,” said Wenhong Li, assistant professor of climate at Duke, who conducted the study with Brown. The team examined whether climate models, such as those used by the IPCC, accurately account for natural chaotic variability that can occur in the rate of global warming as a result of interactions between the ocean and atmosphere, and other natural factors.

To test how accurate climate models are at accounting for variations in the rate of warming, Brown and Li, along with colleagues from San Jose State University and the USDA, created a new statistical model based on reconstructed empirical records of surface temperatures over the last 1,000 years. “By comparing our model against theirs, we found that climate models largely get the ‘big picture’ right but seem to underestimate the magnitude of natural decade-to-decade climate wiggles,” Brown said. “Our model shows these wiggles can be big enough that they could have accounted for a reasonable portion of the accelerated warming we experienced from 1975 to 2000, as well as the reduced rate in warming that occurred from 2002 to 2013.”  

Further comparative analysis of the models revealed another intriguing insight. “Statistically, it’s pretty unlikely that an 11-year hiatus in warming, like the one we saw at the start of this century, would occur if the underlying human-caused warming was progressing at a rate as fast as the most severe IPCC projections,” Brown said. “Hiatus periods of 11 years or longer are more likely to occur under a middle-of-the-road scenario.” Under the IPCC’s middle-of-the-road scenario, there was a 70 percent likelihood that at least one hiatus lasting 11 years or longer would occur between 1993 and 2050, Brown said.  “That matches up well with what we’re seeing.” There’s no guarantee, however, that this rate of warming will remain steady in coming years, Li stressed. “Our analysis clearly shows that we shouldn’t expect the observed rates of warming to be constant. They can and do change.” 

Paper: Patrick T. Brown, Wenhong Li, Eugene C. Cordero and Steven A. Mauget. Comparing the Model-Simulated Global Warming Signal to Observations Using Empirical Estimates of Unforced Noise. Scientific Reports, April 21, 2015 DOI: 10.1038/srep09957

Gerne klopfen sich die Modellierer gegenseitig auf die Schulter: Toll modelliert, Herr Kollege! Dazu gehören natürlich auch Kalibrierungstests mit der Vergangenheit. Diese beginnen in den meisten Studien jedoch erst in der Kleinen Eiszeit, der kältesten Phase der letzten 10.000 Jahre. Wenn die Modelle dann die Wiedererwärmung scheinbar reproduzieren, ist die Freude groß: Seht her, alles super. Der Haupt-Antrieb der Erwärmung ist jedoch unklar. Ist es nicht logisch, dass nach einer natürlichen Kältephase eine Wiedererwärmung stattfindet? Ist es Zufall oder zwingend erforderlich, dass das CO2 während dieser Phanse anstieg? Ehrlicher wären Kalibrierungstests, die bis in die Mittelalterliche Wärmeperiode zurückreichen. Erst wenn die vorindustriellen Wärmephasen erfolgreich reproduziert werden können, sind die Modelle bestätigt.

Im Jahr 2015 bedienten sich Gómez-Navarro und Kollegen des Kleinen-Eiszeit-Tricks. Sie begannen mit ihrer Überprüfung 1500 n. Chr., also während besagter Kaltphase. Das Ergebnis überrascht nicht: Grober Trend “bestätigt”, im Detail klappt es aber nicht. Abstract aus Climate of the Past:

A regional climate palaeosimulation for Europe in the period 1500–1990 – Part 2: Shortcomings and strengths of models and reconstructions
This study compares gridded European seasonal series of surface air temperature (SAT) and precipitation (PRE) reconstructions with a regional climate simulation over the period 1500–1990. The area is analysed separately for nine subareas that represent the majority of the climate diversity in the European sector. In their spatial structure, an overall good agreement is found between the reconstructed and simulated climate features across Europe, supporting consistency in both products. Systematic biases between both data sets can be explained by a priori known deficiencies in the simulation. Simulations and reconstructions, however, largely differ in the temporal evolution of past climate for European subregions. In particular, the simulated anomalies during the Maunder and Dalton minima show stronger response to changes in the external forcings than recorded in the reconstructions. Although this disagreement is to some extent expected given the prominent role of internal variability in the evolution of regional temperature and precipitation, a certain degree of agreement is a priori expected in variables directly affected by external forcings. In this sense, the inability of the model to reproduce a warm period similar to that recorded for the winters during the first decades of the 18th century in the reconstructions is indicative of fundamental limitations in the simulation that preclude reproducing exceptionally anomalous conditions. Despite these limitations, the simulated climate is a physically consistent data set, which can be used as a benchmark to analyse the consistency and limitations of gridded reconstructions of different variables. A comparison of the leading modes of SAT and PRE variability indicates that reconstructions are too simplistic, especially for precipitation, which is associated with the linear statistical techniques used to generate the reconstructions. The analysis of the co-variability between sea level pressure (SLP) and SAT and PRE in the simulation yields a result which resembles the canonical co-variability recorded in the observations for the 20th century. However, the same analysis for reconstructions exhibits anomalously low correlations, which points towards a lack of dynamical consistency between independent reconstructions.

Im Januar 2017 versuchten dann Benjamin Santer und Kollegen die Gültigkeit der Modelle zu rechtfertigen. Im Journal of Climate verglichen Sie Satellitendaten mit Simulationen der Temperaturentwicklung der letzten 18 Jahre. Ihr Ergebnis: Die Modelle errechnen eine Erwärmung, die mehr als anderthalb mal so hoch ist wie in der Realität gemessen. Abstract:

Comparing Tropospheric Warming in Climate Models and Satellite Data
Updated and improved satellite retrievals of the temperature of the mid-to-upper troposphere (TMT) are used to address key questions about the size and significance of TMT trends, agreement with model-derived TMT values, and whether models and satellite data show similar vertical profiles of warming. A recent study claimed that TMT trends over 1979 and 2015 are 3 times larger in climate models than in satellite data but did not correct for the contribution TMT trends receive from stratospheric cooling. Here, it is shown that the average ratio of modeled and observed TMT trends is sensitive to both satellite data uncertainties and model–data differences in stratospheric cooling. When the impact of lower-stratospheric cooling on TMT is accounted for, and when the most recent versions of satellite datasets are used, the previously claimed ratio of three between simulated and observed near-global TMT trends is reduced to approximately 1.7. Next, the validity of the statement that satellite data show no significant tropospheric warming over the last 18 years is assessed. This claim is not supported by the current analysis: in five out of six corrected satellite TMT records, significant global-scale tropospheric warming has occurred within the last 18 years. Finally, long-standing concerns are examined regarding discrepancies in modeled and observed vertical profiles of warming in the tropical atmosphere. It is shown that amplification of tropical warming between the lower and mid-to-upper troposphere is now in close agreement in the average of 37 climate models and in one updated satellite record.

Siehe auch Kommentierung auf WUWT.

Judith Curry berichtet über eine Doktorarbeit in den Niederlanden, in denen ein Praktiker, der tagtäglich mit den Resultaten von Klimamodellen umgeht, harte Kritik übt. Aus dem Vorwort der Arbeit von Alexander Bakker:

In 2006, I joined KNMI to work on a project “Tailoring climate information for impact assessments”. I was involved in many projects often in close cooperation with professional users. In most of my projects, I explicitly or implicitly relied on General Circulation Models (GCM) as the most credible tool to assess climate change for impact assessments. Yet, in the course of time, I became concerned about the dominant role of GCMs. During my almost eight year employment, I have been regularly confronted with large model biases. Virtually in all cases, the model bias appeared larger than the projected climate change, even for mean daily temperature. It was my job to make something ’useful’ and ’usable’ from those biased data. More and more, I started to doubt that the ’climate modelling paradigm’ can provide ’useful’ and ’usable’ quantitative estimates of climate change.

After finishing four peer-reviewed articles, I concluded that I could not defend one of the major principles underlying the work anymore. Therefore, my supervisors, Bart van den Hurk and Janette Bessembinder, and I agreed to start again on a thesis that intends to explain the caveats of the ’climate modelling paradigm’ that I have been working in for the last eight years and to give direction to alternative strategies to cope with climate related risks. This was quite a challenge. After one year hard work a manuscript had formed that I was proud of and that I could defend and that had my supervisors’ approval. Yet, the reading committee thought differently. 

According to Bart, he has never supervised a thesis that received so many critical comments. Many of my propositions appeared too bold and needed some nuance and better embedding within the existing literature. On the other hand, working exactly on the data-related intersection between the climate and impact community may have provided me a unique position where contradictions and nontrivialities of working in the ’climate modelling paradigm’ typically come to light. Also, not being familiar with the complete relevant literature may have been an advantage. In this way, I could authentically focus on the ’scientific adequacy’ of climate assessments and on the ’non- trivialities’ of translating the scientific information to user applications, solely biased by my daily practice.

Weiterlesen bei Judith Curry.

 

Beitrag des Klimawandels überschätzt: Zika-Virus breitet sich bei niedrigeren Temperaturen aus als gedacht

Am 5. Februar 2016 meldete der Deutschlandfunk:

Zika-Virus: Costa Rica kämpft gegen die Mücken
[...] Costa Rica ist in Sorge: Täglich berichten Zeitungen, Radio und Fernsehen, wie Zika den Rest des Subkontinents in Atem hält. Schon wieder Aedes Aegypti, diese Tigermücke. Doch nicht nur Müll mag die Mücke, auch den Klimawandel findet sie richtig gut, erläutert Juan Carlos Fallas, Costa Ricas Chefmeteorologe. “Die Erwärmung begünstigt die Ausbreitung der Tigermücke. Früher hatten nur die Küstenregionen das Problem, heute haben wir den Moskito auch in der Hauptstadtregion, auf ungefähr 1.000 Meter Höhe. Das zeigt uns, dass es auch biologische Veränderungen durch den Klimawandel gibt.”

Befeuert die Klimaerwärmung wirklich die Ausbreitung des Zika-Virus? Forscher der University of South Florida haben diese Hypothese näher untersucht und können sie nicht bestätigen. Die Ausbreitung von Viren über Mücken findet laut den neuen Forschungsergebnissen bei tieferen Temperaturen statt als lange angenommen. Hier die Pressemitteilung der University of South Florida vom 9. Mai 2017:

Study Finds Mosquito-Borne Viruses Like Zika Could Be Spread at Lower Temperatures, Potentially Expanding Impact

University of South Florida researchers play key role in pinpointing optimal temperature for mosquito-borne disease transmission.

Transmission of mosquito-borne diseases, such as Zika, occur at lower temperatures than previously thought, a recently released study co-authored by two University of South Florida researchers shows. The study, led by Stanford University and published in the journal PLoS Neglected Tropical Diseases, found that transmission of dengue, chikungunya and Zika is highest at around 84 degrees Fahrenheit. Scientists had long considered 90 degrees to be the peak-transmission temperature. The finding is significant, especially as climate change causes temperatures to climb. “This means that future transmission is much more likely to occur in subtropical and even temperate areas, such as the southern United States and northern Mexico,” said Jeremy Cohen, PhD, a postdoctoral researcher studying integrative biology. He and Jason Rohr, PhD, an associate professor of integrative biology, are coauthors on the study. From 2015-2016, they collected data on the incidences of dengue, chikungunya and Zika, as well as climate, gross domestic product and tourism, in Latin America and the Caribbean.

Their data were used to create a model that shows the potential effects of temperatures and temperature change on the transmission of dengue, chikungunya and Zika around the world, three diseases that are mosquito-vectored and increasing in the United States. “Our findings should help to predict the areas at the greatest risk of dengue, chikungunya and Zika outbreaks,” said Rohr. Temperature affects how often mosquitoes bite, the amount of time it takes for them to ingest a virus from one human and inject it into another, and their life cycle. Cohen, Rohr and other members of the research team found that mosquitos posed the greatest risk to humans at 84 degrees and risk declined in cooler and warmer temperatures.

“Given that the predominant thinking was that transmission was most likely to peak at very hot temperatures, which would mostly limit the diseases to the tropics, we were certainly surprised that the model and the field data suggested that high rates of transmission could occur at lower temperatures, possibly impacting more northern regions in the future,” Cohen said. Pinpointing the optimal temperature for disease transmission is critical for predicting future disease rates and how diseases will spread with climate change, and more effectively implementing mosquito-control measures, said lead author Erin Mordecai of Stanford University. “If we’re predicting a 29-degree optimum and another model is predicting a 35-degree optimum, the other model will say that climate change will increase transmission,” she said in a Stanford-issued media release, adding that if local temperatures are already near optimal temperature, infections may decline as temperatures rise.

Auch die Stanford University berichtete in einer separaten Pressemiteilung über die Studie. Allerdings wird das Hauptresultat dort geschickt in Nebel verhüllt. Vermutlich war die neue Erkenntnis zu unbequem für die kalifornische Universität.

 

Duke University: Klimamodelle scheitern bei Kurzfrist-Temperaturprognose und unterscheiden sich stark voneinander

Die gebremste Erwärmung (“Hiatus”, “Slowdown”) seit Beginn des 21. Jahrhunderts stellt die Forscher noch immer vor Rätsel. Wie konnte das passieren, wie konnten die Modell so vollständig versagen? Ist vielleicht etwas mit den Modellen nicht in Ordnung? John Christy fasste die Sachlage 2015 in einer prägnanten Graphik zusammen und diskutierte mögliche Gründe:

Abb. 1: Vergleich zwischen modelliertem (rot) und realem (grün, blau) Temperaturverlauf. Quelle: judithcurry.com.

 

Patrick Frank ging auf die Diskrepanz im Juli 2016 ausführlich ein:

 

Monckton et al. (2015) diskutierten, weshalb die IPCC-Klimamodellen offenbar zu heiß laufen. Vieles deutet daraufhin, dass die CO2-Klimasensitivität deutlich niedriger liegt als angenommen. Abstract:

Why models run hot: results from an irreducibly simple climate model
An irreducibly simple climate-sensitivity model is designed to empower even non-specialists to research the question how much global warming we may cause. In 1990, the First Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) expressed “substantial confidence” that near-term global warming would occur twice as fast as subsequent observation. Given rising CO2 concentration, few models predicted no warming since 2001. Between the pre-final and published drafts of the Fifth Assessment Report, IPCC cut its near-term warming projection substantially, substituting “expert assessment” for models’ near-term predictions. Yet its long-range predictions remain unaltered. The model indicates that IPCC’s reduction of the feedback sum from 1.9 to 1.5 W m−2 K−1 mandates a reduction from 3.2 to 2.2 K in its central climate-sensitivity estimate; that, since feedbacks are likely to be net-negative, a better estimate is 1.0 K; that there is no unrealized global warming in the pipeline; that global warming this century will be IPCC in its Fourth and Fifth Assessment Reports that are highlighted in the present paper is vital. Once those discrepancies are taken into account, the impact of anthropogenic global warming over the next century, and even as far as equilibrium many millennia hence, may be no more than one-third to one-half of IPCC’s current projections.

In einem Artikel in phys.org werden die Ergebnisse der Studie erläutert:

Peer-reviewed pocket-calculator climate model exposes serious errors in complex computer models

A major peer-reviewed climate physics paper in the first issue (January 2015: vol. 60 no. 1) of the prestigious Science Bulletin (formerly Chinese Science Bulletin), the journal of the Chinese Academy of Sciences, exposes elementary but serious errors in the general-circulation models relied on by the UN’s climate panel, the IPCC. The errors were the reason for concern about Man’s effect on climate. Without them, there is no climate crisis.

The IPCC has long predicted that doubling the CO2 in the air might eventually warm the Earth by 3.3 °C. However, the new, simple presented in the Science Bulletin predicts no more than 1 °C warming instead – and possibly much less. The model, developed over eight years, is so easy to use that a high-school math teacher or undergrad student can get credible results in minutes running it on a pocket scientific calculator.

The paper, Why models run hot: results from an irreducibly simple model, by Christopher Monckton of Brenchley, Willie Soon, David Legates and Matt Briggs, survived three rounds of tough peer review in which two of the reviewers had at first opposed the paper on the ground that it questioned the IPCC’s predictions.

Weiterlesen auf phys.org. Siehe auch Diskussion Istvan/Monckton auf judithcurry.com.

Die Unfähigkeit der Klimamodelle, den Hiatus/Slowdown der letzten 17 Jahre vorherzusehen, ist Grund zu großer Sorge. Wenn Modelle bedeutende natürliche Schwankungen nicht reproduzieren können, muss ihre Zuverlässigkeit auch allgemein in Frage gestellt werden. Die Duke University ging dem Problem nach und berichtete am 25. Januar 2015 über Ihre Ergebnisse:

Climate Models Disagree on Why Temperature “Wiggles” Occur

A new Duke University-led study finds that most climate models likely underestimate the degree of decade-to-decade variability occurring in mean surface temperatures as Earth’s atmosphere warms. The models also provide inconsistent explanations of why this variability occurs in the first place.

These discrepancies may undermine the models’ reliability for projecting the short-term pace as well as the extent of future warming, the study’s authors warn. As such, we shouldn’t over-interpret recent temperature trends.

“The inconsistencies we found among the models are a reality check showing we may not know as much as we thought we did,” said lead author Patrick T. Brown, a Ph.D. student in climatology at Duke’s Nicholas School of the Environment. “This doesn’t mean greenhouse gases aren’t causing Earth’s atmosphere to warm up in the long run,” Brown emphasized. “It just means the road to a warmer world may be bumpier and less predictable, with more decade-to-decade temperature wiggles than expected. If you’re worried about climate change in 2100, don’t over-interpret short-term trends. Don’t assume that the reduced rate of global warming over the last 10 years foreshadows what the climate will be like in 50 or 100 years.” Brown and his colleagues published their findings this month in the peer-reviewed Journal of Geophysical Research.

To conduct their study, they analyzed 34 climate models used by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in its fifth and most recent assessment report, finalized last November. The analysis found good consistency among the 34 models explaining the causes of year-to-year temperature wiggles, Brown noted. The inconsistencies existed only in terms of the model’s ability to explain decade-to-decade variability, such as why global mean surface temperatures warmed quickly during the 1980s and 1990s, but have remained relatively stable since then.

“When you look at the 34 models used in the IPCC report, many give different answers about what is causing this decade-to-decade variability,” he said. “Some models point to the Pacific Decadal Oscillation as the cause. Other models point to other causes. It’s hard to know which is right and which is wrong.” Hopefully, as the models become more sophisticated, they will coalesce around one answer, Brown said. Co-authors on the new study were Wenhong Li of Duke’s Nicholas School, and Shang-Ping Xie of the Scripps Institution of Oceanography at the University of California San Diego.

 

 

University of New South Wales veröffentlicht fragwürdige Mittelfrist-Temperaturprognose bis 2032

Die University of New South Wales zeigte sich am 8. Mai 2017 scheinbar progressiv und veröffentlichte eine Temperaturprognose für die kommenden 15 Jahre unter Einbeziehung von Ozeanzyklen:

 Abbildung 1: Temperaturprognose von Henley & King 2017  für die kommenden 15 Jahre. 

 

Das Fehlen der Ozeanzyklen in den Klimamodellen und Temperaturprognosen ist ein Hauptkritikpunkt in der derzeitigen Klimadiskussion. Ein näherer Blick auf die Vorhersage und Begründung bringt jedoch Ernüchterung. Die gebremste Erwärmung der letzten anderthalb Jahrzehnte wird zwar korrekt in der Graphik dargestellt, allerdings wird der El Nino 2015/16 dann als Endpunkt der Entwicklung interpretiert, auf den eine steile Erwärmung folgt. Dabei wird zwischen zwei Zuständen der Interdecadal Pacific Oscillation (IPO) unterschieden, die leichte Unterschiede im Temperaturverlauf bringen sollen.

In Wahrheit sollte jedoch die PDO (Pazifisch Dekadische Oszillation) hier eine viel wichtigere Rollen spielen. Und die PDO wird aller Voraussicht nach noch bis weit in die 2030er Jahre in der negativen also kühlenden Phase sein. In unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir eine PDO-Prognose vorgestellt, die eine simple Fortschreibung der bisherigen PDO-Zyklik annimmt:

Abb. 2: PDO-Prognose aus Vahrenholt & Lüning (‘Die kalte Sonne’). 

 

Die von Henley & King 2017 vorgeschlagenen Auswirkungen der Ozeanzyklen sind daher schwer nachzuvollziehen und eher unwahrscheinlich.Vermutlich verwechseln die Forscher auch die Auswirkungen des El Nino mit den Ozeanzyklen. Zum Glück können wir die Mittelfrist-Prognose in den kommenden Jahren mit der Realität überprüfen, so dass wir uns hier weitere Spekulationen ersparen können. Anbei noch die Pressemitteilung der University of New South Wales zur Prognose, die sich leider hochpolitisch und alarmistisch liest:

Paris 1.5°C target may be smashed by 2026

Global temperatures could break through the 1.5°C barrier negotiated at the Paris conference as early as 2026 if a slow-moving, natural climate driver known as the Interdecadal Pacific Oscillation (IPO) has, as suspected, moved into a positive phase.

New research published in Geophysical Research Letters by University of Melbourne scientists at the ARC Centre of Excellence for Climate System Science shows that a positive IPO would likely produce a sharp acceleration in global warming over the next decade. Since 1999, the IPO has been in a negative phase but consecutive record-breaking warm years in 2014, 2015 and 2016 have led climate researchers to suggest this may have changed. In the past, these positive phases have coincided with accelerated global warming. “Even if the IPO remains in a negative phase, our research shows we will still likely see global temperatures break through the 1.5°C guardrail by 2031,” said lead author Dr Ben Henley. “If the world is to have any hope of meeting the Paris target, governments will need to pursue policies that not only reduce emissions but remove carbon from the atmosphere.” “Should we overshoot the 1.5°C limit, we must still aim to bring global temperatures back down and stabilise them at that level or lower.”

The IPO has a profound impact on our climate because it is a powerful natural climate lever with a lot of momentum that changes very slowly over periods of 10-30 years. During its positive phase the ocean temperatures in the tropical Pacific are unusually warm and those outside this region to the north and south are often unusually cool. When the IPO enters a negative phase, this situation is reversed. In the past, we have seen positive IPOs from 1925-1946 and again from 1977-1998. These were both periods that saw rapid increases in global average temperatures. The world experienced the reverse — a prolonged negative phase — from 1947-1976, when global temperatures stalled.

A striking characteristic of the most recent 21st Century negative phase of the IPO is that on this occasion global average surface temperatures continued to rise, just at a slower rate. “Although the Earth has continued to warm during the temporary slowdown since around 2000, the reduced rate of warming in that period may have lulled us into a false sense of security. The positive phase of the IPO will likely correct this slowdown. If so, we can expect an acceleration in global warming in the coming decades,” Dr Henley said. “Policy makers should be aware of just how quickly we are approaching 1.5°C. The task of reducing emissions is very urgent indeed.”

Und so hat die Natur in der Vergangenheit wirklich auf die pazifschen Ozeanzyklen reagiert:

Abb. 3: Negative PDO-Phasen führten in der Vergangenheit zu mehrjahrzehntigen Erwärmunsgpausen. Derzeit beginnt eine weitere negative PDO-Phase. Abbildungsquelle: Vahrenholt & Lüning (‘Die kalte Sonne’).

 

Wie gestaltet sich der Übergang von der positiven PDO-Phase 1975-2010 zur negativen PDO-Phase? Dazu zoomen wir uns in die letzten 25 Jahre der PDO hinein (Abb. 4). Der allgemeine PDO-Abstieg zwischen 1990 und 2013 ist gut zu erkennen. Der El Nino 1997/98 produzierte eine schöne PDO-Spitze, genau wie der El Nino 2015/16 (Abb. 4, 5). Es ist davon auszugehen, dass die derzeit fallenden PDO-Werte bald wieder dauerhaft im negativen Bereich liegen und sich die negative PDO-Phase damit entwickelt wie erwartet. Die beobachteten El Nino-Unterbrechungen stellen keinen Grund dar, am generellen Verlauf zu zweifeln.

Abb. 4: PDO-Verlauf von 1990 bis April 2017. Quelle: NOAA.

 

 

Abb. 5: Auftreten von El Nino und La Nina-Ereignissen. Quelle: Kevin Trenberth/National Center for Atmospheric Research. Via Tom Yulsman.

 

 

USA beginnen den CLEXIT

Die USA haben den Exit aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erklärt, der Clexit wird nicht folgenlos bleiben. Zwar hören wir das Pfeifen im Walde des „Jetzt erst recht“ von Kanzlerin Merkel bis Präsident Macron. Grüne, Sozialdemokraten und zahlreiche Journalisten gehen sogar noch weiter: es sei am Ende besser, wenn die potentiellen Bremser aus den USA den Pariser Club verlassen. Als erster meldete sich der russische Präsident Putin, der Verständnis für den Schritt des amerikanischen Präsidenten äußerte. Schon im März hatte Putin erklärt, dass der Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht und daher auch nicht zu beeinflussen sei. Er hänge zusammen mit „globalen Zyklen auf der Erde oder wäre sogar von planetarischer Bedeutung“. Zumindest eines hat Donald Trump erreicht.

Zum ersten Mal beschäftigen sich die Öffentlichkeit und die Medien mit den Inhalten des Pariser Abkommens (hier ist die deutsche Übersetzung). Und wir sind auf einmal alle überrascht, dass das Pariser Abkommen gar keine verbindlichen Emissionsminderungsziele vorschreibt. Im Artikel 2 wird ausgeführt, dass Anstrengungen unternommen werden sollen, um das 2 Grad Ziel zu unterschreiten. Welche Emissionsminderung dafür nötig wären, blendet das Abkommen vollkommen  aus. Es legt nur folgenden allgemeinen Rahmen fest:

–die OECD Länder sollen sich zu nationalen Emissionsminderungszielen verpflichten

–der Rest der Welt, neben den Entwicklungsländern auch China, Indien, Brasilien oder die Türkei werden „ermutigt, mit der Zeit auf Emissionsbegrenzungs- oder reduktionsziele überzugehen“ (!)

–dass die ersteren OECD Staaten die zahlenden Länder sind und die anderen Geld aus dem in Kopenhagen schon vereinbarten Grünen Klimafonds mit jährlich 100 Mrd $ ab 2020 empfangen sollen.

Es sind also die OECD Staaten selbst, die sich die besonderen Bürden auferlegen, während etwa China, Indien oder Russland zu gar nichts verpflichtet worden sind. Obama hatte eine Emissionsminderung von -28 % an das Pariser Sekretariat gemeldet. Die EU hatte eine -40 % Minderung vorgelegt. Weder Obama noch Merkel, Juncker  oder Macron hatten es bislang für nötig befunden, den eigenen Völkern mitzuteilen, dass Paris eine Vereinbarung zugunsten Chinas und Indiens, zu Lasten Europas und Amerikas darstellt. Das hat Trump erkannt. Nur unsere Journalisten, mit Ausnahme des lesenswerten Artikels von Daniel Wetzel in der Welt, analysieren nicht die mit dem Paris Abkommen verbundene weltweite Wachstums- und Vermögensverlagerung von OECD-Staaten nach Südostasien. China emittiert 29 % der weltweiten Emissionen, die USA 14 % die EU 10 %, Indien 7 %.

China hat sich zu gar nichts verpflichtet. Im Gegenteil: in der offiziellen chinesischen Erklärung an das Pariser Sekretariat heisst es, dass China bis 2030 -65 % weniger CO2 bezogen auf das BSP und bezogen auf das Jahr 2005 ausstößt. Hört sich doch super an, und diese Camouflage lässt die Journalisten von Spiegel bis Süddeutscher Zeitung jubeln. Doch bei einem 6 %igen Wachstum (von 2005 bis 2015 waren es sogar mehr als 6 %) wächst das BSP bis 2030 um 150 %.  Das bedeutet ein Nettozuwachs von 85 % an CO2 bis 2030. Im Ergebnis also: China bis 2030 plus 85 % CO2 , USA – 27 %, Europa – 40 %. China macht heute 29 % der CO2 Emissionen aus, die EU 10 %, Deutschland 2%. Wer muss was tun? Nun kann man einwenden, dass es doch gerechter wäre, den CO2 Ausstoss pro Kopf zu rechnen. Nun, das Ergebnis ist überraschend: China 7,7 t CO2/ Kopf , EU 6,9 t CO2/Kopf. In 2030 sollen die Europäer mit dem CO2- Ausstoss pro Kopf runter auf 4 t und China darf auf 14t/Kopf, USA soll runter auf etwa 10t/Kopf. .

Da fragt man sich schon: Wer hat ein solches Abkommen unterschrieben, bejubelt, gefeiert, mit Freudentränen begrüßt? Jetzt versteht man auch, dass ein Land wie China so sehr an diesem Abkommen hängt. Die Ausweitung des industriellen Sektors, Stahl, Aluminum, Kupfer, Chemie, Zement kann ungehindert erfolgen, in den USA und der EU gibt es hierfür keine wirtschaftliche Zukunft mehr. Die deutsche Umweltministerin, Barbara Hendricks meint, dass nach dem Clexit der USA die restlichen OECD Staaten mehr Verantwortung übernehmen sollten:

„Es kann ja nicht im Interesse Europas sein, China die Führungsrolle im Klimaschutz allein zu überlassen“.

Welche Führungsrolle? China baut nach dem aktuellen 5 Jahresplan bis 2020 allein 368 Kohlekraftwerke, Indien 370. Das heißt für China, zwei Kohlekraftwerke pro Woche. Diese Planung ist sechs Monate nach dem Pariser Abkommen bekannt geworden. Warum geht das so unkommentiert? Die Einteilung in Staaten, die etwas tun sollen und Staaten die weiter CO2 ungebremst anwachsen lassen können, stammt aus dem Jahre 1994. Das wurde vor 25 Jahren  in Rio festgelegt. Da kann man  ja schon froh sein, dass dieser Anachronismus dem amerikanischen Präsidenten Trump aufgefallen ist, und man sich fragt, was seinen Vorgänger zu einem solchen für die USA nachteiligen Vertrag  bewogen hat. Prof. Edenhofer vom Potsdam Institut, einer der Vorbereiter des Pariser Abkommens sagt freimütig, worum es geht:

„Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um… Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist“.

Trump hat im Wahlkampf krachende Positionen versprochen:  Eine Mauer zu Mexiko, Einwanderungsstopp aus islamischen Staaten, Ausstieg aus Paris. Und er hat die Wahl mit oder trotz dieser Positionen gewonnen. Jetzt verlangt das deutsche Establishment, er solle doch bitte seine Wähler betrügen. Man hätte doch im Abkommen drin bleiben können, und einfach die eigenen Zusagen seines Vorgängers nicht einhalten sollen. Die G6 haben in Sizilien nichts angeboten, obwohl Merkel und Co doch wussten , dass er ein klares Wahlkampfversprechen abgegeben hat. Sie haben ihn als dummen Tropf wieder nach Hause fahren lassen und Merkel hat noch öffentlich nachgetreten. Was uns übrigens in der Sicherheitsfrage  noch teuer zu stehen kommen wird.

Aber Trump entwertet mit seinem Clexit den Freifahrtschein Chinas und Indiens. Das erkannt zu haben und dann auch noch zu versuchen, dieser Machtverschiebung in der Welt  nicht tatenlos zuzusehen, wer wollte das kritisieren? Doch nur diejenigen, die entweder den Mechanismus von Paris nicht verstanden haben oder diejenigen, die ein Interesse daran haben, Deutschland und die böse USA zu deindustrialisieren. Und wir sind ja schon gut dabei, siehe die Reaktion des UBAs auf den amerikanischen Ausstieg: jeder private PKW- Kilometer soll nun zusätzlich hoch besteuert werden. Damit die deutschen Bürger endlich das Autofahren sein lassen und öfter auf das Fahrrad umsteigen. Eine solche Gesellschaft gab es schon mal: China vor 25 Jahren.

Praktisch aber ist das Pariser Abkommen am Ende. Denn die wichtigste Ankündigung Trumps ist, dass ab sofort alle Finanzierungen des grünen Klimaschutzfonds eingestellt werden. Der soll ab 2020 mit 100 Milliarden $ dotiert werden. Empfänger sind neben den Entwicklungsländern auch China, Indien und Brasilien. Schon in 2016 gab es die ersten Zusagen zum sukzessiven Aufbau des Fonds auf  10 Milliarden $. Obama hatte 3 Mrd $ zugesagt und in den letzten Tagen seiner Amtszeit am 17. Januar 2017, also 3 Tage vor der Amtsübernahme Trumps, zum zweiten mal eine Überweisung von 500 Millionen $ vorgenommen. Deutschland hat 858 Millionen $ gezahlt.

Der Anteil der USA an der UN-Finanzierung beträgt 22%. Es fehlen also demnächst 22 Milliarden – pro Jahr.  Nur wegen des erwarteten Milliarden-Transfers haben zahlreiche Nationen das Pariser Abkommen gezeichnet. Schon der IPCC Konferenz-Zirkus von Cancun, Bali,Durban usw. wird fraglich. 55 Millionen jährlich gaben die USA für diesen Klimawanderzirkus an die schönsten Orte der Welt aus, damit sich die Schellenhubers und Edenhofers der Welt auf Kosten der Steuerzahler wichtig tun konnten. Und wenn der amerikanische Präsident (POTUS) klug ist, finanziert er nun massiv wissenschaftliche Forschungen, die endlich auch die natürlichen Ursachen des Klimawandels untersuchen. Ansätze wie die von Prof. Judith Curry. Die schrieb Anfang diesen Jahres (2017):

“Die Rechenmodelle des IPCC sind nicht geeignet, um die Ursachen der Erwärmung des 20. Jahrhunderts oder die globale und regionale Klimaveränderung für Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte belastbar zu prognostizieren. Die Rechenmodelle sind auch nicht geeignet, politische Massnahmen zu rechtfertigen, die fundamental weltweit soziale, ökonomische und Energiesysteme verändern.”

Es gibt wachsende Nachweise, dass die Klimamodelle zu heiß laufen, so weiter Curry. Ihre Schlussfolgerung lautete, dass wir forschen müssen über das Szenario einer globalen Abkühlung, die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Klimasensitivität um den Faktor 2 kleiner ist, als die Klimamodelle uns weismachen wollen und dass wir die dekadischen, natürlichen Schwankungen der natürlichen Klimaveränderung ermitteln müssen. Scott Pruit übernehmen Sie.