Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 10/16: Die Ozeane im „Klima“-Modell und der Realität

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Sonne war auch im vergangenen Monat sehr deutlich weniger aktiv als im Mittel der vergangenen rund 260 Jahre systematischer Aufzeichnungen. Für den gesamten aktuellen 24.  Zyklus gilt:  er hat etwa nur halb so viel Aktivität ( genau 56,5%) als im Mittel dessen was bisher beobachtet wurde. Der drittschwächste Zyklus seit 1755 beendet das solare Maximum der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Spannend ist die Frage, wie stark oder schwach der nächste Zyklus, der etwa 2019/20 beginnt, sein wird.

Das Magnetfeld der Sonne entspricht der eines Dipols. Im Verlauf eines Zyklus wechselt das Dipolfeld die Richtung : der magnetische Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Es ist seit langem bekannt, dass die Stärke des Dipolfeldes die Sonnenaktivität des nächsten Zyklus prägt. Wie wir im Monatsbericht zeigen können, hat  der Südpol seine Maximum bereits durchschritten und der Nordpol steht kurz davor. Die Summe der polaren Felder erreicht nicht einmal das Maximum des letzten schwachen Solarzyklus. Daraus kann man folgern: Der nächste Fleckenzyklus sollte etwa so schwach werden wie der gegenwärtige, vielleicht noch etwas weniger aktiv. Viel spricht dafür, dass wir ein Dalton-ähnliches Minimum erleben wie 1790 bis 1830, einer Zeit aussergewöhnlich niedriger Erdtemperaturen.

Im beigefügten Monatsbeitrag beschäftigen wir uns erneut mit der Unfähigkeit der Klimamodelle, die Vergangenheit zu simulieren. Weder die Kleine Eiszeit noch die Mittelalterliche Wärmeperiode werden von den Klimamodellen, die uns die zukünftige Temperaturentwicklung voraussagen wollen, auch nur annähernd richtig wiedergegeben. Eine in den Medien nicht beachtete Arbeit unter Leitung von Thomas Läpple von der Forschungsstelle des  Alfred-Wegner-Instituts aus dem Jahre 2014 beschäftigt sich mit der Frage, wie die „Klima“-Modelle die Variabilität der Meerestemperaturen in größeren Zeiträumen (dekadisch bis hin zu Schwankungen über tausende Jahre) abbilden können.

Das Ergebis spricht Bände :Im Zeitbereich 2…5 Jahre ist die Welt noch in Ordnung, da auch die Schwankungen eher gering sind. Bereits bei dekadischen Zeiträumen ist die festgestellte Variabilität im Mittel um den Faktor 2 bis 4 größer als die Modelle ergeben. Die Abweichungen nehmen bei längeren Zeiträumen immer mehr zu; um 50mal mehr Variabilität ist in der Natur festgestellt worden als Modelle ermitteln. Das bedeutet: In der Vergangenheit gab es offensichtlich viel mehr Auf und Ab in den Temperaturen der Meere, als die Modelle mit der hohen Abhängigkeit ihrer Ergebnisse von der Wirkung von CO2,  dessen Einfluss in den lang zurückliegenden Zeiten ja nur marginal war,  reproduzieren können. Daher kommen die Autoren zum Schluss, dass die Modelle den Einfluss von Treibhausgasen in der Zukunft tendenziell überzeichnen.

Was könnte die großen Schwankungen der Vergangenheit verursacht haben ? Nach all unserem Wissen scheint die Sonne der Hauptverursacher der Variabilität über lange Zeiträume zu sein, wohlgemerkt viel längerdauernd  als ihre 11-jährigen Zyklen. So etwas kommt in Modellen aber nicht vor.
Wir kommen zum Schluss: Die Rechenmodelle modellieren irgendetwas, aber nicht das Klima unserer Erde. Interessant ist, dass sogar im Weltklimabericht AR5 des IPCC diese Unfähigkeit der Modelle bereits angesprochen wurde – allerdings gut versteckt auf Seite 413/414:

“The reconstructed MCA ( medieval Climate anomaly) warming is higher than in the simulations. The enhanced gradients are not reproduced by model simulations and are not robust”.

Noch interessanter ist, dass diese wichtige Information über die Unzulänglichkeit der Modelle in der Kurzfassung für Politiker (summary for policymakers) nicht enthalten ist. Aber die als nicht robust bezeichneten Modelle, die im Praxistest der Rückschau versagen, werden benutzt, um weitreichende gesellschaftpolitische Entscheidungen über den Ausstieg aus fossilen Quellen zu begründen. Das nenne ich eine bemerkenswertes Beispiel von postfaktischer Politik.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Fritz Vahrenholt