Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 3/16: Ein versiegender El Nino und die berüchtigten „Tipping Points“

Sehr geehrte Damen und Herren,

auch der März 2016 setzt den schwachen 24. Sonnenzyklus (Beginn 2008)  fort. Die Sonnenfleckenzahl  54,9 liegt unter dem Durchschnitt der letzten 250 Jahre. So wenig aktiv war die Sonne nur zu Zeiten des Dalton Minimums (1790-1830), einer lang andauernden Kälteperiode.

Wie wir bereits im Februar berichtet haben, schwächt sich der El Nino, der die globale Mitteltemperatur seit Herbst letzten Jahres nach oben schießen ließ, deutlich ab. Mit hoher Wahrscheinlichkeit rechnen Experten, wie die der Columbia Universität (New York), mit einer La Nina ab Herbst diesen Jahres. Infolgedessen wird 2017 auch die globale Mitteltemperatur wieder deutlich zurückgehen. La Nina hat nicht nur verstärkende Wirkungen auf die Hurrikansaison im Nordatlantik, sondern führt global zu massiven Veränderungen: der indische Monsun wird zunehmen, La Nina führt zu mehr Regen in Asien wie etwa Indonesien, aber auch Australien. Dagegen ist in Nordamerika heisses und trockenes Wetter im Sommer im US-Corn-belt zu erwarten, im Winter dagegen extreme Kälte.

Die weltweite Spekulation um steigende Preise von Weizen, Mais und Sojabohnen, aber auch Kaffee hat begonnen. Was die vom Corn-belt in hohem Maße beeinflussten Getreidepreise betrifft, wird die Entwicklung im wesentlichen davon abhängen, wie spät La Nina auftritt. Kommt die Abkühlung des Westpazifiks erst im Herbst, wird dies wenig Einfluss auf die Preisentwicklung haben. Aber: nach starken El Ninos kommen die La Ninas schneller zum Zuge. Und : La Ninas dauern immer etwas länger als El Ninos, so dass wir noch im Sommer 2017 davon berührt sein können.

Wie wir im Monatsbeitrag zeigen, gibt es seit Jahrzehnten keine Veränderung im Auftreten der Häufigkeit sowie der Stärke von El Nino/ La Nina – Bedingungen. Das hält die Klimaforscher aus Potsdam nicht davon ab, zu suggerieren , das CO2  zu einer zunehmenden Intensität von El Nino-Bedingungen führt. Bei Prof. Schellnhuber aus Potsdam gehört das zu den tipping-points des Weltklimas. Nichts ist davon wahr, obwohl doch Jahr für Jahr  der CO2-Ausstoß steigt. Das gilt im übrigen auch für andere Horror-tipping points : das Ausbleiben des Monsuns, der “Todesspirale” des arktischen Eises ( das sich wieder stabilisiert hat) oder des Versiegens des thermohalinen Ozeanströmung ( vulgo:Golfstrom).
Aber was interessieren denn schon Fakten,wenn man den Teufel an die Wand malen kann.

Im aktuellen IPCC-Bericht ist ja auch nachzulesen, dass es in den letzten Dekaden keine Hinweise für vermehrte Dürren, Starkregenereignisse, Hurrikane und Überflutungen gibt. Trotzdem lesen wir Tag für Tag in Medien und in Äusserungen von Politikern, genau das Gegenteil.  So wie der  nun sehr schnell in sich zusammenbrechende EL Nino und die daraus resultierende Erwärmung im Umfeld des Pariser Klimagipfels als Zeichen der Erwärmung ( wärmster Dezember,wärmster Januar etc. seit Jahrzehnten) gerne instrumentalisiert wurde. Wir werden La Nina nicht instrumentalisieren, wenn sie denn kommt. Ja, es wird dann weltweit kälter. Aber auch das ist normal. Eben Wetter und kein Klima.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt