Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 5/14: Wärme aus dem Meer

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Sonne ist im Mai wieder inaktiver geworden. Der aktuelle Zyklus gleicht immer mehr dem ersten beobachteten Sonnenzyklus Nr. 1 der 1755 begann und ein ausgeprägt schwacher Zyklus war.

In der Literatur gibt es zahlreiche Hiweise auf einen Einfluß des Verlauf des Sonnenzyklus auf die El Nino/La Nina Ereignisse im Pazifik. Die große Frage in diesem Jahr ist nun: kommt ein ElNino und wenn ja: wie heftig wird er? Wie Frank Bosse und ich in unserem Monatsbeitrag zeigen, hat sich seit Februar tatsächlich eine Kelvin-Welle warmen Wassers im Pazifik vom Westen zum Osten ausgebreitet. Seit Monaten wird von IPCC-nahen Wissenschaftlern wie Michael Mann oder Gerald Meehl spekuliert, dass es zu einem starken El Nino Ereignis kommt, der dann auch endlich den seit 16 Jahren anhaltenden Stillstand der globalen Temperatur durchbrechen hilft.

Was wir jedoch beobachten: Die Troposphäre reagiert diesmal kaum oder gar nicht. Ein ganz guter Indikator für ein El Nino- Geschehen ist ein negativer SOI ( Southern Oscillation Index ). Der SOI ist ein Indikator für die relative Stärke oder Schwäche der Passatwinde über dem pazifischen Ozean. Er  beläuft sich momentan eher im positiven bis neutralen Bereich. Vor dem 1998 El Nino Ereignis war er stark negativ. Auch die Differenz der Meerestemperaturen zwischen West- und Ostpazifik ist sehr weit weg von den Werten, die im Sommer 1997,  vor dem letzten außerordentlich starken El Nino, verzeichnet wurden. Daher deuten die Zeichen momentan eher auf ein kleineres Ereignis oder gar keins hin.

Die nächsten Monate bleiben spannend.
Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Herzlichst Ihr
Fritz Vahrenholt