Neue Studie der Universität Koblenz-Landau: Klimaforscher publizieren nur ungern relativierende Ergebnisse

Die australische Forschungsbehörde CSIRO wird in den kommenden 2 Jahren etwa 350 Forscherstellen im Bereich der Klimawissenschaften abbauen. Der CSIRO-Vorstandsvorsitzende Larry Marshall erklärte, der Klimawandel wäre jetzt so gut verstanden, dass der Fachzweig in der Prioritätenliste nun herabgestuft werden würde.

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Im Januar 2016 erschien im Fachblatt Public Understanding of Science eine hochinteressante Studie der Psychologin Senja Post von der Universität Koblenz-Landau. Post befragte für ihre Untersuchung 123 deutsche Klimawissenschaftler bezüglich ihrer Strategien in der öffentlichen Diskussion ihrer Ergebnisse. Dabei stellte sich heraus, dass die Forscher die Unsicherheiten ihrer Studien vor den Medien zum Teil bewusst verborgen halten, damit sie nicht als Schwäche missverstanden werden könnten. In einer weiteren Frage kristallisierte sich heraus, dass die Wissenschaftler lieber über Projekte publizieren, die eine Verschärfung des Klimawandels als Ergebnis haben. Resultate, die die Gefahr des Klimawandels relativieren, werden hingegen weniger bereitwillig veröffentlicht.

Insgesamt bestätigt sich mit dieser Befragung das schlimme Bild, das in den deutschen Klimawissenschaften schon lange vermutet wurde. Ob die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Konsequenzen aus der Studie ziehen wird? Die Reaktion der Medien auf die Arbeit ist bezeichnend: Es gab keinen einzigen Bericht. Eisernes Schweigen zum neuen Paper. Anbei der Abstract:

Communicating science in public controversies: Strategic considerations of the German climate scientists
In public controversies on scientific issues, scientists likely consider the effects of their findings on journalists and on the public debate. A representative survey of 123 German climate scientists (42%) finds that although most climate scientists think that uncertainties about climate change should be made clearer in public they do not actively communicate this to journalists. Moreover, the climate scientists fear that their results could be misinterpreted in public or exploited by interest groups. Asking scientists about their readiness to publish one of two versions of a fictitious research finding shows that their concerns weigh heavier when a result implies that climate change will proceed slowly than when it implies that climate change will proceed fast.

Siehe auch Bericht auf Daily Caller.

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Ähnlich äußerte sich auch Hans von Storch in einem Vortrag am 20. Januar 2016:

Wir beobachten Aktivismus und Selbstzensur unter Wissenschaftlern – „So was kann man nicht sagen, das wird von Skeptikern ausgenutzt“ hörte man zumindest früher öfters. Konsistent mit der postnormalen Deutung, führen diese Bedingungen offenbar zu Veränderungen in der Wissenschaft selbst, nämlich zu Dogmatismus und Minderung an Offenheit gegenüber alternativen Erklärungsversuchen. [...] Auch in der Klimaforschung, genauer in der Klimafolgenforschung ist das Konzept (des Determinismus) latent wieder zum Leben erwacht. Es ist immer wieder das Klima, das gesellschaftliche Folgen bewirkt, während sich sonst offenbar nichts Wesentliches wandelt. Daher kann man die Folgen des Klimawandels so schön benennen und quantifizieren, etwa im Falle der brandenburgischen Forstwirtschaft. Auch der Krieg in Syrien wird neuerdings regionalen Niederschlagsdefiziten zugeschrieben, die auf den menschgemachten Klimawandel zurückzuführen sein sollen. Nicht Sykes-Picot und der britische-französische Imperialismus sind zu nennen, nicht George Bush und seine Irak-Invasion, nicht die Iran-Saudi-Arabien Konkurrenz, sondern der Niederschlag [...] c) Naturwissenschaftliche Klimaforschung spricht oft direkt zu Gesellschaft. Sie befindet sich in einer postnormalen Situation, wo bisweilen die politische Nützlichkeit vor der methodischen Qualität steht. d) Klimaforschung, und öfter noch Klimaforscher sind also soziale Akteure. Bisweilen findet man diese Akteure stark involviert in die politische Willensbildung, wobei politische Präferenzen als wissenschaftliche Notwendigkeiten präsentiert werden.

Ganzen Vortrag hier lesen.