Reduzierte Klimawirkung des CO2 findet weitere Unterstützer in der Wissenschaft

Vor kurzem berichteten wir an dieser Stelle über neue Klimamodellierungen, die eine stark reduzierte Klimawirkung des CO2 andeuten (siehe unseren Blogartikel “Die Lawine rollt weiter: Norwegische Forschungsbehörde geht von einer stark reduzierten Klimawirkung des CO2 aus“). Erste Wissenschaftler beginnen sich bereits umzuorientieren, darunter auch der Klimawissenschaftler James Annan vom Frontier Research Centre for Global Change, der lange Jahre vor der Gefahr einer katastrophalen Erwärmung öffentlich gewarnt hatte. Im Jahr 2008 hatte Annan mit einem Klimaskeptiker um 100 Pfund gewettet, dass die Temperatur in den folgenden vier Jahren stark ansteigen würde. Wie wir heute wissen, blieb die Temperatur stabil. Annan musste zähneknirrschend zahlen.

Der Wettverlust und die neuen Forschungsresultate aus Norwegen haben Annan nun in seinem Blog dazu bewogen, mehr Realismus beim IPCC anzumahnen. Der Erwärmungsstop der letzten 15 Jahre dürfe nicht weiter ignoriert werden, schreibt Annan, und müsse in die Berechnungen einfließen. Es sei nun an der Zeit, dass die übertriebenen Annahmen zur Klimawirkung des CO2 allmählich revidiert werden. Dazu kämen noch neue Erkenntnisse über den Ruß, dessen Wirkung viel bedeutender sei als zuvor angenommen, sowie eine Neubewertung der Schwefel-Aerosole, deren Wirkung zu hoch angesetzt worden sei. Annan schreibt in seinem Blog:

“…the additional  decade of temperature data from 2000 onwards (even the AR4 estimates  typically ignored the post-2000 years) can only work to reduce estimates  of sensitivity, and that’s before we even consider the reduction in  estimates of negative aerosol forcing, and additional forcing from black carbon (the latter being very new, is not included in any calculations AIUI).  It’s increasingly difficult to reconcile a high climate sensitivity (say  over 4C) with the observational evidence for the planetary energy  balance over the industrial era.”

An anderer Stelle erläuterte Annan:

“…there have now been several recent papers showing much the same – numerous factors including: the increase in positive forcing (CO2 and the recent work on black carbon), decrease in estimated negative forcing (aerosols), combined with the stubborn refusal of the planet to warm as had been predicted over the last decade, all makes a high climate sensitivity increasingly untenable. A value (slightly) under 2 is certainly looking a whole lot more plausible than anything above 4.5.”

Es tut gut zu sehen, dass sich ein ehemaliger Anhänger der schlimmsten IPCC-Szenarien von neuen Messdaten und Forschungsresultaten überzeugen lässt. Wir sollten Kollegen wie Annan unseren Respekt entgegenbringen, denn es braucht eine gehörige Überwindungskraft, eingefahrene wissenschaftliche Sichtweisen zu revidieren.

Derweil ist im Januar 2013 im Fachmagazin Earth System Dynamics ein Diskussionspaper des schwedischen Wissenschaftlers Pehr Björnbom erschienen, in dem Strahlungsbilanzen, Temperaturentwicklungen und Klimaverstärker diskutiert werden. Der Autor kommt in seiner Betrachtung auf eine sehr geringe Klimasensitivität für das CO2 von lediglich 0,18°C pro CO2-Verdopplung.

 

Foto oben rechts: Sebastian Bieber / Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland“ in Version 2.0 (abgekürzt „CC-by-sa 2.0/de“) veröffentlicht