Fritz Vahrenholt: Energiewende wichtiger als der Schutz der Natur?

Die Basler Zeitung befragte am 18. Februar 2017 Fritz Vahrenholt zur Energiewende:

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«Das ist doch absurd!»

Der frühere Umweltpolitiker und Energiemanager Fritz Vahrenholt über die deutsche Energiepolitik und die Schweiz.

BaZ: Sie haben die deutsche Energiewende als «Desaster» bezeichnet. Wieso?
Fritz Vahrenholt: Zunächst einmal hat die deutsche Regierung nach dem Tsunami in Japan innerhalb eines Wochenendes entschieden, auf die Kernenergie zu verzichten, die bis dahin die Grundlast für die deutsche Industrie erzeugt hat. Die Regierung will seither diese gesicherte Energie durch schwankenden Strom aus Sonne und Wind ersetzen. Dass das nicht vernünftig ist, weiss eigentlich jeder.

Ich nicht. Erklären Sie es mir.
Wir haben 50 bis 100 Tage und manchmal ganze Wochen im Jahr mit Windstille und wenig Sonne. Dann produzieren diese weniger als zehn Prozent des Bedarfes. Und wenn der Wind bläst und die Sonne scheint, ist zu viel Strom im Netz, und da die Speicherkapazitäten fehlen, schalten wir Windkraftwerke ab. Wir haben ein sich zuspitzendes Problem – entweder zu viel oder zu wenig Strom.

Warum spitzt sich das Problem zu?
Weil mit jedem Zubau an solchem «Flatterstrom», durch jedes Windrad und jede Solarzelle, die Schwankungen erhöht werden.

Beginnen wir ganz vorne: Kernenergie hat doch keine Zukunft.
So hat es die Politik entschieden, obwohl es keine ernsthaften Beanstandungen und Befürchtungen hinsichtlich der deutschen Kernkraftwerke gab.

In der Schweiz ist vorgesehen, dass die Kernkraftwerke weiterlaufen, solange es die Sicherheit erlaubt.
Das ist klug. Damit gewinnen Sie Zeit, Zeit, bis sich vielleicht kostengünstige Speichertechnologien ergeben.

Und der strahlende Abfall?
Die Endlagerthematik ist völlig unabhängig davon zu lösen, ob die Kraftwerke 30, 40 oder 50 Jahre laufen. Nach Fukushima haben nur die Schweiz und Deutschland eine Energiewende beschlossen. Sogar in Japan setzt man wieder auf Kernkraft und Kohle. 2022 wird das letzte deutsche Kernkraftwerk abgestellt und es gibt dann keine gesicherte Versorgung mehr im Süden Deutschlands. Wir hängen zunehmend von den Naturkräften ab, wenn wir dann auch noch auf Kohle- und Gaskraftwerke verzichten wollen.

Wieso ist das schlecht?
Ich habe nichts gegen Wind- und Solarenergie, wenn sie denn wirtschaftlich ist und eine gesicherte Stromversorgung gewährleistet. Aber das funktioniert erst, wenn das Speicherproblem gelöst ist. Sie müssen die Naturkräfte zu einer zuverlässigen Versorgung machen können.

Es braucht einfach genügend Solar- und Windkraftwerke.
Nein, selbst wenn wir die Windkapazität verdreifachen, bleibt bei Flaute die Erzeugung nahe null. Für die Sonne gilt Ähnliches, insbesondere nachts. Windkraftanlagen erzeugen nur so viel Strom, als würden sie gerade einmal 90 Tage im Jahr mit voller Leistung laufen. Bei Fotovoltaik sind es 35 Volllasttage. Daraus erkennt man schon, dass es ohne Speicherung nicht gelingen kann, eine sichere Versorgung zu gewährleisten.

Warum ist das so wichtig?
Sie müssen sich immer vor Augen halten, was das bestehende System leistet. Immer wenn irgendwo ein Bedarf an Strom entsteht, muss in der gleichen Sekunde dieser Strom geliefert werden. Wenn an einem Winterabend die Flutlichtanlage des FC Basel angedreht wird, muss der zusätzliche Bedarf innert Sekunden bereitgestellt werden. Mit Sonnen- oder Windenergie können sie die Produktion nicht hochfahren.

Was bedeutet das?
Wenn tatsächlich die Sonne scheint oder der Wind weht, dann haben wir in Deutschland viel zu viel Strom. Wir verschenken den Überschussstrom, häufig zu negativen Strompreisen, ins Ausland. Wegen des Vorrangs der Erneuerbaren müssen zuerst die konventionell mit Gas oder Kohle betriebenen Kraftwerke runtergefahren werden, dann sogar Windkraftwerke, die dann aber trotzdem bezahlt werden, obwohl sie nichts produzieren. Das kostet mittlerweile eine Milliarde Euro pro Jahr, das ist doch absurd! Noch einmal: Neue Energieträger sind nur dann ein belastbarer Versorger, wenn wir das Speicherproblem gelöst haben.

Solche Technologien gibt es.
Ja, es gibt Möglichkeiten, beispielsweise Pumpspeicher, also Stauseen in den Bergen. Da pumpt man Wasser hoch und lässt es wieder ab, wenn der Strom benötigt wird. Bereits um eine viertägige Windflaute auszugleichen, müsste man den Bodensee (500 km², 100 m tief) auf ein hohes Niveau pumpen und wieder ablaufen lassen.

Wieso geht das nicht mit Batterien?
Das wird vielleicht irgendwann ­möglich sein. Dann hat auch die wechselhafte Wind- und Solar­energie eine Chance. Heute ist es viel zu teuer – gut und gerne 20 Eurocent pro ­Kilowattstunde – und die kommen zu den eigentlichen Stromkosten und Gebühren hinzu. Das kann sich nur noch der wohlhabende Privathaushalt leisten. Jede industrielle Nutzung von Strom können sie aus Kostengründen vergessen.

In der Schweiz haben wir viele Pumpspeicherwerke. Die haben sich jahrelang gut rentiert. Jetzt verdienen die nichts mehr.
Die Ursache hierfür ist die völlig aus den Fugen geratene Produktion von Wind- und Solarstrom in Deutschland. Dann wenn es windig ist, schieben wir den Überschuss unseren Nachbarn über die Grenze. Dieser Strom ist durch die Subventionen ja bereits bezahlt, wenn er entsteht, darum kostet er nichts oder hat sogar einen Negativpreis. Die Pumpspeicherwerke brauchen aber rund acht Eurocent, um wirtschaftlich zu überleben. Das ist ein grosses Dilemma für die Schweiz. Damit wird ihre heimische – fast CO?-freie – Stromproduktion plötzlich infrage gestellt.

Die Überschussproduktion gefährdet unsere Wasserkraft.
Wir haben in Deutschland 50 000 Megawatt Windkraft. Wenn alle produzieren, müssen sie zuerst Kohle- und Gaskraftwerke, dann aber auch noch Windkraftwerke selber abstellen, sonst droht ein Kollaps. Wenn das nicht reicht, schütten wir den Strom über die Grenze und zerstören damit die Energieversorgung unserer Nachbarländer. Diese Nachbarn müssen uns umgekehrt mit Strom aushelfen, wenn es keinen Wind gibt. Die Polen lassen sich das nun nicht mehr gefallen und haben an der Grenze Phasenschieber montiert, damit der deutsche Überschussstrom nicht mehr nach Polen kann. Die Tschechen werden das nachmachen.

Könnte das die Schweiz auch tun?
Ich kann mir vorstellen, dass diese Debatte in der Schweiz auch irgendwann beginnt und man sich fragt: «Müssen wir eigentlich die übermütige und nicht durchgerechnete Energiepolitik Deutschlands ausbaden?» Vermutlich gibt es Leute in der Schweiz, die diese Frage mit Nein beantworten würden. Da habe ich Verständnis dafür.

Dann müsste die Schweiz aber Selbstversorger sein, wozu es neue Gaskraftwerke braucht.
Wenn die Kernkraftwerke vom Netz genommen worden sind, müssen ­flexible Gaskraftwerke deren Funktion übernehmen. Die deutsche Energiewende hat aber wegen des Überschussstroms Gaskraftwerke unrentabel gemacht. Ein modernes Gaskraftwerk in Bayern wurde einen Tag nach der Inbetriebnahme abgestellt, weil es sich nicht lohnte.

Reden wir über Geld. Der Strom wird für die Konsumenten immer teurer, aber auf dem internationalen Markt ist er immer billiger. Woher kommt das?
Ganz einfach: Wind- und Solarstrom sind noch immer doppelt bis dreimal so teuer wie konventionell erzeugter Strom. Um das auszugleichen, werden die Mehrkosten durch eine Umlagegebühr bei den Kunden erhoben und an die Produzenten von Wind- und Solarenergie verteilt. Jeder Windmüller und Besitzer eines Solardaches bekommt eine feste Vergütung für seinen Strom, der ihm eine satte Rendite für 20 Jahre sicherstellt. Die Umlagegebühr verteuert den Strom für die Kunden. Der Strom aus Erneuerbaren wird also vorab bezahlt und kommt zum Preis von null ins Netz und verdrängt den konventionellen Strom vom Markt. Das senkt den Strompreis an der Börse. Beide Effekte zusammen führen zu einer Erhöhung für den privaten Kunden.

Früher hat man einfach die Kernkraftwerke subventioniert. Strom ist doch immer teuer gewesen.
In Deutschland waren die Kernkraftwerke nicht subventioniert und ich kann mir das für die Schweiz nicht vorstellen. Die Forschung und Entwicklung der Kernkraft ist zwar vom Staat gefördert worden, aber das ist doch nicht zu beanstanden.

Und die Risiken? Die mussten die Kernkraftwerke nicht vollständig versichern.
Das war eine von Politik und Gesellschaft getragene Entscheidung. Heute würde das anders entschieden. Aber die Frage stellt sich nicht, da neue Kernkraftwerke nicht wirtschaftlich betrieben werden können.

Ihre Alternative ist, die Kernkraftwerke möglichst lange laufen zu lassen und auf die Entwicklung von Speichertechnologien zu setzen.
Wenn wir wettbewerbsfähige Speichertechnologien haben, dann können wir mit schwankender Energie wie Sonne und Wind umgehen.

Es geht Ihnen also nur um die Reihenfolge?
Genau. Wir dürfen doch das Pferd nicht von hinten aufzäumen und zuerst die Wind- und Solarkraftwerke bauen, wenn wir wissen, dass diese nur eine sichere Stromversorgung bringen, wenn wir Speichertechnologien haben, die es noch zu entwickeln gilt. Alles andere erscheint mir nicht sonderlich klug.

Was bedeutet das für den Industrie­standort?
Es gibt schon heute ein Defizit an Stromversorgung in Bayern und Baden-Württemberg. Das kann man lösen, indem man Leitungen aus dem Norden dahin baut. Aber das dauert noch Jahre und wegen Widerstands gegen Freileitungen wird es sehr teuer. Die Schweiz hängt mit Deutschland zusammen. Bei Stromknappheit wirkt sich das auch in der Schweiz aus.

Gibt es keinen Widerstand aus der Industrie?
Aus der energieintensiven Industrie kommt kein Widerstand, weil diese von der Umlagegebühr befreit ist – wie auch in der Schweiz. Stahl, ­Chemie, Kupfer, Aluminium profitieren sogar von den tiefen Gross­handels­preisen. In Wirklichkeit ist das ­System aber insgesamt viel teurer. Die Privathaushalte und die Klein­unternehmen ­zahlen einfach die Zeche. Wir sehen mittlerweile, dass neue industrielle Investitionen eher unterbleiben. Man investiert nicht in einem Land, wo man nicht genau weiss, wie sich die Energiepreise ­entwickeln. Neben dem Preis spielt auch die Versorgungssicherheit eine wichtige Rolle. Sie nimmt mit jedem neuen Wind­rad ab.

Welche Gefahren gehen von Wind­rädern aus?
Ich habe ja selber ein Windkraft­unternehmen im Jahre 2000 gegründet und gross gemacht und kenne die Technologie sehr gut. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, zu glauben, dass man derart schwankende Energie dazu verwenden könnte, ein Bahnnetz zu betreiben. Das müssen wir alle lernen. Windenergie bringt nicht nur Wohltaten. In Deutschland ist durchschnittlich alle 2,7 Kilometer ein Windkraftwerk geplant, obwohl wir schon heute wissen, dass Greif­vögel, Fledermäuse und andere gefährdete Arten deswegen verschwinden werden. Der Rotmilan ist gefährdet. Die 26 wichtigsten Sing­vogelarten sind auf dem Rückzug. Die Auswirkungen auf die Lebensräume von Pflanzen und Tieren sind enorm. Wenn ein Kernkraftwerk so viel Natur zerstört hätte, wie es die Windenergie macht, wäre es schon längst still­gelegt worden.

Warum sagen das die Naturschutz­organisationen nicht?
Der tiefere Kern ist folgender: Die politischen Grünen haben sich die Energiewende zum Programm gemacht, koste es, was es wolle. Sie waren in Wirklichkeit in Deutschland nie eine Naturschutzpartei, sondern eine antikapitalistische Partei, die sich gegen die Kernkraft und Industrie engagiert. Deswegen haben sie auch kein Herzblut, wenn es um Flora und Fauna geht. Es gibt natürlich Naturschutzorganisationen, die auf dieser grünen Parteilinie sind und andere, die tatsächlich Naturschutz machen. Ersteren ist die Energiewende wichtiger als der Schutz der Natur.

Aber es gibt Widerstand gegen Wind­räder.
Ja. Auf dem Land gibt es ein enormes, sehr bürgerliches Protestpotenzial. Das erinnert mich ironischerweise sehr an den Anfang der Anti-Kern­energie-Bewegung. Es ist heute so: Der Traum der städtischen Elite von einer angeblich sauberen Energie­versorgung wird auf dem Rücken der ländlichen Bevölkerung ausgetragen, die ihre Heimat verliert.

Wer gewinnt und wer verliert eigentlich finanziell?
Jene, die Subventionen für ein Solardach erhalten oder sich an Windkraftfonds beteiligen, gehören in der Regel nicht zur Unterschicht. Die Arbeitnehmer, die Sozialhilfeempfänger, die Mieter in Mehrfamilienhäusern, das sind diejenigen, die zur Kasse gebeten werden und die die auf zwanzig Jahre staatlich garantierten Renditen der Wohlhabenden ermöglichen.

Sie sehen zwei Möglichkeiten der weiteren Entwicklung: durchwursteln oder korrigieren.
Man wird irgendwann korrigieren müssen, spätestens nach den ersten Netzzusammenbrüchen. Je länger es dauert, umso grösser werden die Schwierigkeiten. Wenn wir in zehn Jahren eine fantastische Batterie haben, die fünf Eurocent pro Kilowattstunde kostet, dann wird sich die Sache vielleicht einrenken. Das ist aber Politik nach dem Prinzip Hoffnung. Ich würde darauf keine Wette eingehen und schon gar nicht als Politiker eine Nation darauf verpflichten.

 

Zuerst erschienen in der Basler Zeitung, der wir an dieser Stelle für den Abdruck danken.

 

Fritz Vahrenholt zur Energiewende: “Ab 2022 können wir bei jedem Starkwind nur noch beten”

Die Nachbarländer schauen sich die deutsche Energiewende aus sicherer Entfernung an. Was passiert da genau? Ein Nachahmermodell? Mitte Februar 2017 erkundigte sich Markus Schär von der schweizerischen Wochenzeitung Weltwoche bei Fritz Vahrenholt, wie er die Energiewende bewertet:

«Aberwitzige Sprünge»

Vom Pionier zum Kritiker der Energiewende: Fritz Vahrenholt sieht Deutschland 
und damit auch die Schweiz auf dem Weg ins Desaster.

 

SCHÄR: Herr Vahrenholt, Sie waren einer der wichtigsten Pioniere der erneuerbaren Energie und sind jetzt einer der grössten Kritiker der Energiewende. Wie kam es dazu?

VAHRENHOLT: Als ich ab 2001 ein Windkraftunternehmen aufbaute, hätte ich mir diese Energiewende nie träumen lassen. Wir dachten nie an eine Versorgung, die zu neunzig Prozent auf schwankende, also nicht zuver­lässige Energieträger setzt. Wir gingen ­immer davon aus, dass es sinnvoll ist, erneuerbare Energie zu nutzen, aber nicht, dass bei der Energieversorgung eines Industrie­landes allein darauf gebaut werden sollte.

Die Energiewende von 2011 brachte also nicht das, worauf Sie hingearbeitet hatten?

Nein, ich hielt die Energiewende von Anfang an für falsch. Bei Teil eins wollte die Regierung von Bundeskanzlerin Merkel die Kernenergie durch Erneuerbare er­setzen. Wer ein bisschen etwas von der Energieversorgung verstand, der wusste schon damals, dass das nicht funktionieren kann, weil es auch in der Nacht oder bei Windstille verlässlichen Strom braucht. Aber die Regierung bringt jetzt sogar noch Teil zwei: Sie will auch aus der Kohle aussteigen. Das ist gefährlich.

Warum?

Die Stromversorgung beruht darauf, dass ein Energieträger einspringt, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. Und das kann gegenwärtig nur ein konventionelles Kraftwerk sein.

Die Leute stöhnen wegen der Strompreise, die Wirtschaft warnt vor dem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit. Trotzdem zieht Kanzlerin Merkel das durch. Ist alles gar nicht so schlimm?

Na ja, die Belastung der Bürger ist extrem hoch. Wir verteilen ja von unten nach oben, zu jenen, die sich ein Solardach oder eine Windkraftanlage mit gesicherter Rendite leisten können. Dafür bezahlen die Mieter, vor allem die sozial schwachen, mit ihrer Stromrechnung – das grösste Umverteilungsprogramm, das es in der Sozial­geschichte Deutschlands je gegeben hat. Aber die Belastung schmerzt noch nicht so sehr. ­Eine Kilowattstunde kostet 29 Cent; da steckt so viel an Steuern und Abgaben drin, dass es auf die 6,88 Cent für die Erneuerbaren auch nicht mehr ankommt. Deutschland geht es gut, somit können das viele verschmerzen. Und die Regierung redet den Leuten ja ein, dass wir das machen müssen, um die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten.

Muss die Kanzlerin die Warnungen der Wirtschaft nicht ernst nehmen?

Der Motor der deutschen Wirtschaft sind die mittelständischen Betriebe. Viele der Elek­trotechnik- und Maschinenbaufirmen, die wir noch haben, werden zur Kasse gebeten; die Ausgaben für Strom fallen bei ihren Kosten aber noch nicht ins Gewicht. Und jene Unternehmen, die sofort pleite wären, wenn sie für die Kilowattstunde 6,88 Cent mehr bezahlen müssten, sind von der Abgabe befreit. Weil der Strompreis wegen des Überangebots der Windkraftanlagen zusammengebrochen ist, zahlt die Grundstoffindustrie so wenig wie nie in den letzten zwanzig Jahren – das ist das Verrückte an diesem System. Darum kommt so wenig Widerstand aus der Wirtschaft.

Sie muss sich doch nicht nur wegen der ­Betriebskosten sorgen, sondern vor allem wegen der Versorgungssicherheit.

Ja, es geht noch gut, weil unser Netz – wie Ihres in der Schweiz – over-engineered ist: Wir haben Gürtel und Hosenträger. Und wir können bisher Blackouts vermeiden, indem wir den überschüssigen Strom aus den Windkraftanlagen den Nachbarn vor die ­Türe schütten.

Drohen uns tatsächlich Blackouts?

Das Risiko steigt, denn der dringend nötige Netzausbau findet nicht statt. Früher war ­jedes Kraftwerk mehrfach mit den Abnehmern verbunden. Jetzt erzeugen wir den Strom im Norden, verbrauchen ihn aber vorwiegend im Süden, und die Transportleitungen gibt es nicht. Wenn wir sie bauen wollen, dann wehren sich dieselben Bürger, die jetzt aus der Kohle aussteigen möchten, gegen die Verschandelung der Landschaft.

Was dann?

Wir müssen die Leitungen einbuddeln, aber das führt zu neuen Diskussionen. Man muss die Leitungen auf sechzehn Meter Breite von jedem Bewuchs freihalten; so wird sich eine Todeszone durch Deutschland, auch durch Biotope fressen. Und man hat so was noch nirgendwo auf der Welt gemacht. Das Netz wird achtmal so teuer und erst fünf Jahre nach dem Abstellen des letzten Kernkraftwerks fertig sein. Ab 2022 können wir also bei jedem Starkwind nur noch beten.

Wie kommt Kanzlerin Merkel da wieder raus?

Da kommt sie nicht mehr raus. Ich glaube aber auch nicht, dass sie dann noch Kanzlerin ist. Kein anderes Land dachte an eine ­solche Energiewende, wir machten sie an ­einem Wochenende.

Doch, die Schweiz zieht die Energiewende auch seit sechs Jahren durch.

Aber nicht so idiotisch wie wir – dass Sie jedes Jahr ein, zwei Kernkraftwerke abstellen.

Was würden denn Sie als Bundeskanzler machen?

Die Debatte über die Kernenergie ist durch, niemand in Deutschland will sie noch reanimieren. Aber wer sieht, dass das ein Fehler war, muss nicht den nächsten Fehler machen. Wir müssen nicht auch noch beim CO2-Ausstoss die Weltmeister sein, also auf die Kohle verzichten. Das Energiehaus der Zukunft sollte getragen sein von den ­Pfeilern Kernenergie, Kohle und Erneuer­bare, dazu vom vierten Pfeiler Effizienz. Den ersten Pfeiler hat man weggeschlagen, den zweiten schlägt man jetzt weg, und der dritte trägt nicht. Ich würde deshalb als Kanzler sagen: «Wir können uns den Ausstieg aus der Kohle nicht leisten» – egal, was wir in ­Paris unterschrieben haben. Die meisten Nationen kümmern sich ja auch nicht darum.

Immerhin haben alle Uno-Mitglieder das Klimaabkommen unterzeichnet.

Die Chinesen lachen sich doch einen ab. Sie haben das Abkommen unterschrieben, sich aber zu nichts verpflichtet. Im Gegenteil: Sie können bis 2035 ihre Emissionen noch dramatisch steigern. Was die Deutschen bis 2020 durch das Stilllegen von Kohlekraftwerken sparen, machen die ­Chinesen in drei Monaten wett.

Und was würden Sie als Chef eines Stromkonzerns machen?

Die Konzerne haben einerseits gesicherte Einkünfte dank den Investitionen in Erneuerbare. Da herrscht Planwirtschaft, man kann ohne Risiko Kasse machen. Und sie ­haben ­anderseits konventionelle Kraftwerke, die sie von Gesetzes wegen betreiben müssen. Das lohnt sich nicht mehr; die Kraftwerke bekommen deshalb die Betriebskosten ersetzt, aber sie können keinen Gewinn mehr machen. Das ist, wie wenn ich einem Taxifahrer sagen würde: «Ich zahle für das Benzin, das Auto kostet dich ja nichts mehr.» Das heisst: Die Energiewende lebt von der Ausbeutung und Entwertung der bestehenden Energieversorger. An ihrer Stelle würde ich also ebenfalls in Erneuerbare investieren, mich aber auch dafür engagieren, dass ihre Leistungen für die Versorgungssicherheit vergütet werden: Wenn sie ihre nach marktwirtschaftlicher Rechnung unrentablen Werke abschalten würden, bräche das System in dieser Sekunde zusammen.

Die Schweiz leidet auch unter der deutschen Energiewende.

Die Nachbarn leiden alle mit. Ihre Investi­tionen rentieren nicht mehr, weil wir sie mit unserem Strom überschwemmen. Das ist ja nicht das erste Mal, dass wir Europa vor ­einem Alleingang nicht fragten.

Was halten Sie von der Energiewende auf Schweizer Art?

Sie haben günstigere Bedingungen als wir, dank Ihren Speicherseen. Aber Sie dürfen sich nicht selbst betrügen: Das Speichern kostet auch etwas; jede Kilowattstunde ­Flatterstrom, die zur falschen Zeit entsteht, geht ins Geld. Die Kosten für die Erzeugung, fünf bis acht Cent, verdoppeln sich durch die Speicherung. Sie müssen sich in der Schweiz deshalb Zeit kaufen, um den Umbau vernünftig zu machen. Das geht, indem Sie sich über die Laufzeit der Kernkraftwerke verständigen, sich also fragen: «Wie viele Gaskraftwerke wollen wir uns leisten?»

Die Anhänger der Energiewende lehnen auch Gaskraftwerke ab.

Ich kann nicht die Arbeit Ihrer Umwelt­ministerin machen. Ich kann ihr nur sagen: So, wie sie die Energiewende plant, wird sie nicht funktionieren – oder nur mit sehr, sehr hohen Kosten und einem naturzerstörenden Landschaftsverbrauch. Vergessen Sie nicht: Wir wollen in Deutschland die Windkapazität verdreifachen. Wenn wir das tun, dann steht da im Durchschnitt alle 2,7 Kilometer eine Windturbine.

Christoph Blocher meint, die Schweiz müsste wegen der Verletzung von Völkerrecht der WTO und des Freihandelsabkommens mit der EU gegen Deutschland klagen.

Ich würde den einfacheren Weg gehen, wie es die Polen machen: Sie bauen an der Grenze Phasenschieber, die den Strom von der deutschen Seite zurückweisen können, übrigens mit Erlaubnis der EU. Das könnten Sie auch machen. Wenn es alle Nachbarn tun, muss Deutschland Farbe bekennen. Wir exportieren 50 Terawattstunden, also 50 Millionen Megawattstunden, und zwar immer dann, wenn uns der Windstrom aus den Ohren kommt. Insgesamt produzieren wir 85 Terawattstunden mit Wind. Schon diese Zahlen zeigen, wie absurd diese Politik ist. Wir erzeugen Windstrom für den Export und verhökern ihn für einen Cent oder sogar zu Negativ­preisen, bezahlen aber neun Cent dafür.

Grüne Politiker aller Parteien in der Schweiz sagen, die Deutschen müssten einfach ihre Dreckschleudern abstellen, dann sei das Problem gelöst.

Quatsch.

Weshalb?

Herr Trittin von den deutschen Grünen sagt das auch; er behauptet, der Kohlestrom verstopfe das Netz. Das ist Blödsinn. Die Erneuerbaren haben jederzeit Vorrang, aber leider auch einen schweren strukturellen Nachteil: Sie können nicht innert Sekunden reagieren. Diese Leute haben den Bezug zur Lebenswirklichkeit verloren. In der realen Welt wird in jedem Moment etwas hoch- oder runtergefahren: Im Basler Fussballstadion gehen die Lichter an, im Zürcher Hauptbahnhof fährt ein ICE ab. Das braucht zig Megawatt; das Netz gibt deshalb über die Änderung der Frequenz einem Kraftwerk das Signal: «Hier wird jetzt Strom gebraucht, und zwar in einer Milli­sekunde.» Darum können wir nicht auf die konventionellen Kraftwerke verzichten. ­Eine Faustregel sagt: Zwanzig Prozent der Last müssen mit solcher sich selbst regelnder Generatorleistung vorgehalten werden. Diese sogenannte Sekundenreserve beträgt in Deutschland 20 000 Megawatt. Die Schweizer Versorger lassen also ihre Werke nicht laufen, weil sie die Kernenergie lieben, sondern weil sie wissen, dass sonst das Netz zusammenbricht.

Immerhin haben die Grünen doch recht, wenn sie sagen, der Kohlestrom sei zu ­billig, weil die externen Kosten nicht ­eingepreist sind.

Was meinen Sie mit den externen Kosten?

Dass wegen des CO2-Ausstosses die ­Klimakatastrophe droht.

Es gibt ja das System mit den Emis­sionszertifikaten; es löst dieses Problem bis 2020. Aber die Zertifikate sind zu billig!

Was ist denn das für eine Politik, die findet, ein System müsse teuer sein, damit es erfolgreich ist ?

Wir erreichen alle Ziele, und zwar zu einem Preis von 5 Euro pro Tonne CO2. Und wenn wir mit 5 Euro zwanzig Prozent Reduktion erzielen, dann können wir mit 7 oder 10 Euro auch dreissig Prozent anstreben. Das ist für mich vernünftig, ein marktwirtschaftlicher Ansatz.

Heisst das, dass die Klimapolitik erfolgreich ist?

Die Emissionszertifikate sind es; so lässt sich das CO2 dort einsparen, wo es am meisten bringt. Das ist für mich vernünftiger als das, was das Pariser Abkommen festschreibt: Alle ­Industrieländer reduzieren den CO2-Ausstoss um zwanzig oder dreissig Prozent. Das führt zu einer Weltplanwirtschaft, dabei stossen China oder Indien immer noch mehr CO2 aus. Stattdessen sollten wir das euro­päische System auf alle Länder ausweiten, so dass eine Tonne CO2 überall einen durch den Markt bestimmten Preis hat.

Sie zweifeln ohnehin an der Klimapolitik der Uno.

Ja, dieses Abkommen wird seine Feuertaufe zu bestehen haben, wenn die Temperaturen nicht ansteigen wie prognostiziert. Dann fragen sich die Leute nicht nur in Deutschland und in der Schweiz, sondern überall: «Wofür machen wir das eigentlich?» Bisher verlässt sich die Politik auf Klimaforscher mit Modellen, die die Klimaentwicklung der Vergangenheit nicht nachbilden und ­jene der Zukunft nicht voraussagen können.

Sie sagten vor fünf Jahren in Ihrem Buch «Die kalte Sonne» wegen der schwachen Sonnenaktivität eine Abkühlung voraus. Wir erlebten aber seither einige der wärmsten Jahre.

Wir stützten uns in unserem Buch nicht nur auf die Sonnenaktivität, sondern auch auf die Ozeanströmungen. Und Sie dürfen nicht vergessen: Das System ist träge, wir müssen mit Verzögerungen um Jahrzehnte rechnen. Von 1950 bis 2000 gab es eine Phase der stärksten Sonnenaktivität seit über tausend Jahren; das wirkte sich mit einem Verzug von zehn bis zwanzig Jahren aus. Ich kann Ihnen nicht ­sagen, wie lange es dauert, um den Temperaturtrend bei schwacher Sonnenaktivität umzukehren. Ich weiss nur: Es ist sicherlich nicht korrekt, wenn die Forscher des Weltklima­rates und alle, die ihnen an den Lippen hängen, den Einfluss der Sonne mit null bewerten.

Was erwarten Sie denn?

Wir wissen nicht, was auf der Sonne geschieht; das konnte noch niemand berechnen. Aber wenn die Sonne weiter schwächelt, werden wir es bei den Temperaturen sehen.

Wir können nur feststellen: In der Vergangenheit spielte das CO2 keine Rolle – die Konzentration erhöhte sich jeweils nach einem Temperaturanstieg, nicht vorher. Es gab schon immer erhebliche Schwankungen auch ohne den Einfluss des CO2, so etwa in der mittelalterlichen Warmzeit. Warum sollte das jetzt anders sein?

Sind Sie also ein Klimaleugner?

Nein, ich würde niemals behaupten, dass CO2 überhaupt keine Wirkung habe. Wissenschaftlich lässt sich nachweisen, dass es den Treibhauseffekt gibt. Aber gemäss neuen Studien erhöht sich die Temperatur bei einer Verdoppelung des CO2-Anteils um 1,3 Grad. Wenn es dabei bleibt, dann können wir uns alle zurücklehnen und müssen nicht in Panik verfallen. Wir können die Energieversorgung in diesem Jahrhundert in aller Ruhe umbauen.

Glauben Sie wirklich, dass sich an der ­Klimapolitik etwas ändert?

Die Wissenschaftler sind ja keine ver­schworene Gemeinschaft, sondern einzelne beginnen zu zweifeln. Es gibt zwar Hardliner, auch einige bei Ihnen in der Schweiz. Aber andere wie Hans von Storch sagen: «Wenn bis 2020 die Temperaturen nicht deutlich steigen, liegen wir mit unseren Modellen falsch.»

Wie sieht die Energielandschaft in zwanzig Jahren aus?

Das hätte ich Ihnen vor zwanzig Jahren noch sagen können: ein Drittel Kernenergie, ein Drittel fossile, ein Drittel erneuerbare Energie. Jetzt kann ich es nicht mehr sagen; wir ­haben ja gelernt, welch aberwitzige Sprünge die Politik machen kann. Ich weiss nur eines: Die Suppe, die wir uns eingebrockt haben, müssen wir jahrzehntelang auslöffeln.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in der WELTWOCHE, der wir für den Abdruck an dieser Stelle danken.

 

Fritz Vahrenholt am 17.1.2017 mit Vortrag zur deutschen Energiewende im Londoner House of Commons

Am 17. Januar 2017 wird Fritz Vahrenholt in London im House of Commons einen Vortrag zur deutschen Energiewende halten. Eingeladen hat die Global Warming Policy Foundation (GWPF). Beginn: 18:00h. House of Commons, Committee Room 9,
London SW1A 0PW. Hier die Ankündigung der GWPF:

The Crisis of Germany’s Energiewende
German consumers and industry pay a hefty price for the green energy transition, the so-called Energiewende. Technical problems with the German power grid are piling up as the government continues its breakneck drive to change the country’s energy mix. Parts of Germany are already over-saturated with wind turbines. Other nations are not following Germany’s expensive experiment. Germany has the second highest electricity price (after Denmark) in Europe. Renewable energy subsidies will rise from 6.35 €ct/kwh to an astounding 7.3 €ct/kwh in 2017. This policy is costing consumers 25 billion euros annually, paid via their power bills. It represents a social transfer from bottom to top of immense dimensions.

The driving force behind this socially unsustainable energy policy is an irrational fear that humans are irreparably damaging the climate as a result of CO2 emissions – despite new scientific findings showing that CO2’s impact on global temperatures has been overstated by the IPCC. Government plans to open up forests to allow the construction of wind parks is a catastrophe for most species of predatory birds and bats and the surrounding ecosystem.

Professor Fritz Vahrenholt 
Fritz Vahrenholt was one of the founders of the environmental movement in Germany. He holds a PhD in chemistry and is Honorary Professor at the Department of Chemistry at the University of Hamburg. Since 1969 he has been a member of the Social Democratic Party (SPD). From 1976 until 1997 he served in several public positions with environmental agencies such as the Federal Environment Agency, the Hessian Ministry of Environment and as Deputy Environment Minister and Senator of the City of Hamburg. In 2001, he founded the wind energy company REpower and was director of RWE’s renewable energy division Innogy, one of Europe’s largest renewable energy companies. His 2012 book The Neglected Sun sparked a broad public discussion in Germany about the dogmatism in climate science. He is the chairman of the German Wildlife Foundation and a member of the GWPF’s Academic Advisory Council.

If you wish to attend this lecture please register by emailing  harry.wilkinson@thegwpf.org

 

Der WWF ruft aktuell zu Spenden für die Eisbären auf, die wegen des Klimawandels angeblich vom Aussterben bedroht sind:

Lieber Herr xxx,

durch den Klimawandel schmilzt den Eisbären das Eis so schnell unter den Tatzen weg, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich anzupassen. Weil sie nicht mehr genügend Nahrung finden, suchen sie sich ihre überlebenswichtige Nahrung in nahen Dörfern. Dort ist es dann jeweils nur eine Frage der Zeit, bis es zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen kommt.

Das Leid der Eisbären ist genauso das Leid der Menschen. Je länger die Eisbären auf dem Festland auf Eis warten müssen, desto häufiger kommt es zu Konfrontationen.

Wir kämpfen weltweit auf allen Ebenen gegen den Klimawandel, um das Leben und Überleben der Eisbären zu sichern. Parallel dazu arbeiten wir vor Ort mit Menschen am Eisbärenschutz und helfen so konkret, die Konflikte zwischen Menschen und Eisbären zu verringern.

Bitte lassen Sie die Eisbären nicht im Stich. Helfen Sie mit einer Spende.

Herzliche Grüße
Ihr WWF-Team

Das ist schon kurios, denn die Eisbärpopulation geht es laut offiziellen Zählen prächtig. Von einem allgemeinen Schwund ist nichts zu spüren. Im Gegenteil, noch immer dürfen Eisbären offiziell gejagt werden, auch von gut zahlenden Jagdtouristen. Ist es nicht seltsam, dass der WWF gegen die wirkliche und akute Bedrohung durch Gewehrkugeln nicht vorgeht, stattdessen lieber den schön-abstrakten Klimawandel in den Vordergrund schiebt? Macht vielleicht weniger Arbeit als gegen die Eisbärjagd zu kämpfen.

Siehe:

 

 

Ulli Kulke: Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Am 2. Dezember 2016 hielt Sebastian Lüning einen Vortrag zur Mittelalterlichen Wärmeperiode auf der Contre-COP22 in Paris. Interessierte Leser können die Vortragsfolien (auf französisch und englisch hier anfordern). Einen Tagungsbericht gibt es auf contrepoints.org. Mehrere Medien berichteten über die Veranstaltung (z.B. francetvinfo.fr und liberation.fr). Das Vortragsprogramm war abwechslungsreich und niveauvoll. Eine verstärkte Zusammenarbeit der einzelnen klimarealistischen Gruppen in Europa und international ist auf jeden Fall sinnvoll.

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Lust sich mal wieder so richtig aufzuregen? Dann wäre diese Veranstaltung der Universiät Hamburg am 12. Dezember 2016 sicher etwas für Sie:

12.12.2016, 18-20 Uhr – Hauptgebäude, Hörsaal B
Die Medien und die „Klimalüge“. Eine Geschichte ohne Ende
Prof. Dr. Michael Brüggemann, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Principal Investigator im Exzellenzcluster CliSAP, Universität Hamburg

Aber vielleicht wird es ja ganz interessant. Wir hatten bereits 2013 über die Forschung von Michael Brüggemann und Kollegen an dieser Stelle berichtet.

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Dürre in Bolivien. Mitschuld hat laut Tagesschau vom 21. November 2016 auf jeden Fall der Klimawandel:

Bolivien leidet unter der schwersten Dürre seit 25 Jahren, zudem war 2016 das heißeste Jahr in dem Andenstaat seit hundert Jahren. Fehlplanungen verschärften die Krise, die durch den Klimawandel und das Wetterphänomen El Niño hervorgerufen wurde. Anfang des Jahres war Boliviens zweitgrößter See, der Lago Poopó, komplett ausgetrocknet. Seit zwei Wochen herrscht eine Dürre, die zu Wasserknappheit in sieben der zehn größten Städte des Landes führte.

Schwersten Dürre seit 25 Jahren? Dann gab es also vor 25 Jahren eine Dürre, die eine ähnliche Dimension erreichte. War damals auch schon der Klimawandel beteiligt? Wie sieht es mit Dürren aus vorindustrieller Zeit aus? Gibt es ungewöhnliche Dürretrends, die im Kontext der letzten Jahrtausende einen bedeutenden anthropogenen Einfluss anzeigen? War Lago Poopó früher noch nie ausgetrocknet? Fragen über Fragen. Leider keine Antworten von der Tagesschau.

Leser des Kalte-Sonne-Blogs kennen das Thema bereits aus einer Anfrage, die wir im Februar 2016 an den SRF gestellt haben. Eine Antwort erhielten wir leider nicht. Hier die Fakten: Ähnliche Austrocknungsereignisse hat es im Lago Poopó bereits in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Zolá & Bengtsson 2006 dokumentierten, dass der See bereits 1994-1997, in den frühen 1940er und den frühen 1970er Jahren trocken fiel:

Today the maximum water depth of Lake Poopó may vary by 2–3 m from the state that the lake is dry. The lake may be considered a terminal lake. It rarely spills over. The last event of this kind occurred in 1986, and there is no evidence that it has occurred in the previous 80 years. Therefore salt accumulates in the lake. At the outlet sill level, the lake area is about 3000 km2. The outlet, when there is any flow, is the Laka Jawira River. The lake was dry between 1994 and 1997 and, according to local people, also dry or nearly dry in the early 1940s and in the early 1970s.

http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1623/hysj.51.1.98

Auf Wikipedia heißt es zudem, dass eine kontinuierliche Wasserfüllung des Sees eher eine Ausnahme als den Normalfall darstellt:

The time period between 1975 and 1992 is the longest period in recent times with a continuous existence of a water body.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Poop%C3%B3#Lake_dynamics

Überhaupt kamen und gingen die Dürren in Südamerika auch in vorindustrieller Zeit munter ein und aus. Siehe unseren Blogbeitrag “Früher war nicht alles besser: Neues aus der südamerikanischen Dürreforschung

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Ulli Kulke am 24. November 2016 über einen bizarren Fall:

Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Eine deutsche Solidaritätsgruppe lässt einen peruanischen Bauern RWE verklagen. Wegen des CO2-Ausstoßes.

Vor dem Landgericht Essen soll eine neue Weltordnung geschaffen werden. Ob sich die beiden Richter, die dies entscheiden sollen, darüber im Klaren sind?

Ein Peruanischer Bauer klagt gegen den Energieriesen RWE auf Schadenersatz. Die Begründung: Der Konzern sei wegen seiner CO2-Emissionen – vermittelt über die Erderwärmung – daran mitschuldig, dass ein Gletscher, unter dem der Landwirt wohnt und seinen Acker bewirtschaftet, schmilzt, und das Schmelzwasser seine berufliche Existenz gefährde. Dafür soll das deutsche Unternehmen jetzt zahlen, an die Gemeinde jenes Bauern.

Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Gedanke ist wohl nicht abwegig, dass dabei die deutsche Umwelt- und Drittweltorganisation Germanwatch eine gewisse Rolle spielte. Sie unterstützt den Bauer bei seiner Klage logistisch und finanziell. Hätte die Klage Erfolg, stünden die Klimaaktivisten dort, wo sie hin wollen: Es bahnte sich eine der größten Umverteilungen der Geschichte an, die Welt wäre sauber eingeteilt im Klimatäter und Klimaopfer, gerichtlich besiegelt.

Doch so weit ist es noch nicht. Zeugen und Sachverständige sind nicht geladen, wie man den Medien entnehmen kann. Sollte dies nicht das Indiz fürs Naheliegend sein, dass nämlich die Klage im Ansatz gleich als unbegründet abgewiesen wird, dann dürfte auf den Schultern der Juristen im Landgericht eine erdrückend hohe intellektuelle Last liegen. Sie müssten Fragen beantworten, an denen tausende Wissenschaftler des Weltklimarates und seines Umfeldes nach wie vor knapsen, denn so einfach ist es nicht mit der Zuordnung. Es ist nicht mal geklärt, wie groß die Rolle des Kohlendioxids bei der Erderwärmung ist, die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Ganz abgesehen von den Auswirkungen des CO2 auf die Gletschermelze, bei der es ja nicht nur um globale Temperaturen geht, sondern auch um Niederschläge, um Luftströmungen und die Großwetterlage. Warum sonst wachsen heute manche Gletscher, nicht nur im Himalaja? Auch in Peru übrigens. Siehe hierzu auch diesen Link.

Vielleicht haben ja Germanwatch und der Bauer die geforderte Geldsumme deshalb so gering angesetzt, auf 17.000 Euro. Quasi als Angebot an die Richter, es nicht so hoch zu hängen, nach der Devise, schaut mal, diese paar Kröten kann der Riesenkonzern ja wohl blechen – und schon wäre die Klimafolgendiskussion aktenkundig geklärt. Samt Schuld und Sühne. Die Erderwärmung, ein justiziables Verbrechen gegen die Menschheit. So soll es sein. Ach ja?

Weiterlesen auf Donner + Doria.

 

Streitgespräch von Fritz Vahrenholt und Jürgen Trittin zum Klimawandel: Phoenix, 30.11.2015, 22:15 Uhr

Am Montag, den 30. November 2015 sendete Phoenix um 22:15 Uhr ein Streitgespräch von Fritz Vahrenholt und Jürgen Trittin. Der Titel der Sendung lautete:

phoenix Unter den Linden spezial: Der Klimawandel – Das verdrängte Risiko?

Die Aufzeichnung der Sendung ist auf phoenix.de und youtube als Online-Video verfügbar:

 

 

Im Folgenden die dazugehörige Presseankündigung von Phoenix:

phoenix Thementag zur UN-Klimakonferenz (weiterlesen …)

Wissenschaftsethisch bedenklich: Stefan Rahmstorf verschweigt in Golfstrom-Zeitungsinterview anderslautende Ergebnisse

Großer Auftritt von Stefan Rahmstorf in der Märkischen Allgemeine Zeitung (MAZ) am 23. März 2015:

Ein Kipp-Element für das Schicksal des Globus
Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf und seine Kollegen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung haben Belege für eine weitere Abschwächung des Golfstromes gefunden.

Kalter Kaffee. Wie wir bereits an dieser Stelle berichtet haben, konnten andere Forschergruppen die angebliche Golfstromabschwächung leider nicht nachvollziehen, so dass Rahmtorf mit seiner Behauptung ziemlich allein auf weiter Flur steht. Das ist offenbar auch der MAZ nicht verborgen geblieben. Sie hakte couragiert nach:

MAZ: Klimaskeptiker wie der frühere Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt bezeichnen die Verlangsamung des Golfstroms aber als Bestandteil natürlicher Zyklen.

Rahmstorf: Da wäre ich neugierig auf Beweise dafür – leider hat Herr Vahrenholt bislang praktisch nichts zum Klima in der Fachliteratur publiziert. Wir haben nach natürlichen Zyklen gesucht und festgestellt, dass es in den vergangenen 1000 Jahren keine signifikanten zyklischen Schwankungen gegeben hat.

Stimmt, Fritz Vahrenholt hat dazu nichts publiziert. Dafür haben es aber andere ausführlich getan, und die zitiert Vahrenholt. So funktioniert es in der Wissenschaft: Man muss nicht alles selber erforschen, man stützt sich auf den großen Forscherverbund und die begutachtete Literatur. Zu nennen sind hier z.B. Studien der University of Rhode Island, NASA, Universität Heidelberg, Universität Hamburg sowie norwegischer Wissenschaftler. Gerade die Hamburger hatten auch Zyklen nachweisen können. Es ist schon verwunderlich, dass sich Rahmstorf an all diese Studien gar nicht mehr erinnern kann und lieber Vahrenholt-Bashing betreibt. Die MAZ findet diese Ausflüchte offenbar ebenfalls wenig hilfreich und hakt daher erneut nach:

MAZ: Der Klimaforscher Mojib Latif glaubt ebenfalls nicht an aktuell zurückgehende Geschwindigkeiten beim Golfstrom.

Rahmstorf: Die aktuelle Abschwächung wurde ja bereits zuvor durch andere Studien belegt, wir verfolgen die Strömung mit Hilfe der Proxydaten nur weiter in der Zeit zurück. Kollege Latif hat in einer Studie von 2004 Temperaturdifferenzen von Nord- und Südatlantik benutzt, um auf die Strömungsgeschwindigkeit zu schließen. Dabei blieb unberücksichtigt, dass wir auf der Nordhalbkugel der Erde bedingt durch Luftverschmutzung eine Aerosol-Abschattung der Sonneneinstrahlung haben. Diesen Effekt kann man so nicht eindeutig von dem einer Strömungsänderung trennen; wir haben seine Methode daher verfeinert.

Wer es glaubt. Rahmstorf verkauft hier einer Zeitung seine sehr einseitig geprägte Sichtweise als angeblichen Konsens in der Forscherwelt. Überaus peinlich und wissenschaftsethisch äußerst unsauber. Schade.

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Die wichtige Rolle Vahrenholts in der Klimadiskussion wird auch an anderer Stelle deutlich. Die Internet-Plattform “Klimaretter” wirbt seit neuestem mit einem Vahrenholt-Foto für ihre Klima-App. Offenbar beschäftigt die in unserem Buch “Die kalte Sonne” geäußerte Kritik die Aktivisten weiterhin. Ob es dort bereits Lesezirkel für einzelne Kapitel gibt?

 

Klimaprophetin Naomi Klein: Fürchtet Euch sehr, nur noch fünf Jahre bis zum Weltuntergang!

Das NET-Journal brachte in seiner Ausgabe März/April 2015 eine Rezension unseres Buches “Die kalte Sonne”. NET steht dabei für “Neue Energie-Technologien”. Das Journal existiert bereits seit 1996 und wird von Adolf und Inge Schneider herausgegeben. In der Zeitschrift geht es um innovative Lösungen des weltweiten Energieproblems, um die Vorstellung konkreter Geräte und Erfindungen auf diesem Gebiet. Die Rezension beginnt wie folgt:

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Besprechung dieses Buches mit dem provozierenden Untertitel “Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” ist eigentlich ein Nonsens, nicht etwa, weil das Buch nicht der Rezension würdig wäre, sondern weil es vergriffen ist und laut Auskunft des Verlags Hoffmann und Campel nicht wieder aufgelegt werden soll. Laut Auskunft des Verlags sind die Rechte an die Autoren zurück gegangen. Trotzdem oder gerade deshalb wurde die Redaktorin neugierig durch einen Hinweis von Prof. Dr. Carl Otto Weiss vom Europäischen Institut für Klima und Energie EIKE auf dieses Buch (siehe Rubrik “Leserbriefe”), weshalb sie es direkt bei Prof. Dr. Fritz Vahrenholt bestellte. Man kann darüber spekulieren, weshalb das Buch nicht neu aufgelegt werden soll, aber Ulli Kulke von “Die Welt” schreibt zum Buch: “Endlich ein Beitrag zur Versachlichung der Klimadebatte.”

Weiterlesen im NET-Journal (nur für Abonnenten).

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Auf der Webseite des Europäischen Parlaments erschien am 31. März 2015 ein Artikel mit einer sehr guten Frage in der Überschrift:

COP21: Wer soll den Kampf gegen den Klimawandel bezahlen?
Wie können Maßnahmen, um das Klima zu erhalten, finanziert werden? Nationale Parlamentarier und EU-Abgeordnete diskutierten darüber am Montag (30.3.) während einer Anhörung zu den Herausforderungen bis zur Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015. Die österreichische Vorsitzende des Umweltausschusses im Nationalrat Christiane Brunner sagte, dass die Arbeit nun beginne. Es sei Aufgabe der nationalen Abgeordneten, den Regierungen die richtige Position mit nach Paris zu geben. [...] Der deutsche S&D-Abgeordnete Jo Leinen sagte, dass das Geld das große Problem sei. “Wer ist bereit Milliarden von Euros bereitzustellen, die wir in Paris präsentieren müssen”, sagte Leinen.

Grandiose Feststellung. Einige Tage zuvor war der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) vom Europaparlament für seinen langjährigen Einsatz im Umwelt- und Klimaschutz als Abgeordneter mit “hervorragenden Leistungen” in seinem Fachgebiet ausgezeichnet worden.

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Echo-Online.de hatte am 31. März 2015 gute Nachrichten aus dem Odenwald:

Rehe haben kein Problem mit dem Klimawandel

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Der fünftgrößte CO2-Verursacher der Erde – Russland – will gerne seine CO2-Emissionen reduzieren – aber nur wenn in der Rechnung auch die riesigen Waldflächen des Landes als CO2-Senken eingerechnet werden. Ein cleverer Schachzug.

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Der Weltuntergang steht wieder einmal bevor. Klimapredigerin Naomi Klein sieht ihn kommen und jettet um den Globus, um das nahende Ende zu promoten: Die Welt geht unter und Ihr hab alle Schuld! Der Kapitalismus muss weg! Der SRF fand am 1. April 2015 den richtigen Titel für die Untergangsprophetin:

Nur noch fünf Jahre bis zur Katastrophe
Naomi Klein, der Pop-Star der Globalisierungskritik, stellt die Systemfrage: In ihrem neuen Buch «Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima» beschreibt sie den Klima-Krieg zwischen einem ökonomischen System, das auf Wachstum basiert und unserem bedrohten Weltklima. [...] (weiterlesen …)

Deutsche Wildtier Stiftung: Die Energiewende braucht eine Wende zugunsten der Natur!

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) bewarb am 30. Oktober 2014 auf seiner Webseite den Dokumentarfilm ThuleTuvalu:

«ThuleTuvalu»: Klima-Film ohne Mahnfinger
[...] Trotz riesiger Entfernung sind die beiden Orte Thule und Tuvalu schicksalhaft miteinander verbunden. Während in Thule, im obersten Norden Gröndlands, das Eis schmilzt, steigt das Wasser rund um Tuvalu seit Jahren stetig an. Der kleine Inselstaat im Südpazifik verschwindet langsam.

Ein Klimafilm angeblich ohne Mahnfinger. Aber wieso benutzt der SRF dann hier das Wort “schicksalhaft”? Das ist doch eigentlich Vokabular, das wir aus der Klimaalarmistenecke kennen. In Grönland schmilzt das Eis, ja und? Das hat es doch auch vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode getan. Und Tuvalu? Eine wissenschaftliche Studie hatte 2010 gefunden, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Fläche von Tuvalu nämlich sogar vergrößert, wie der Focus damals berichtete:

„Eine Studie von Meeresforschern der neuseeländischen Auckland University hatte unlängst gezeigt, dass die Fläche vieler Südseeinseln – darunter solche in Tuvalu und auch in Kiribati – in den vergangenen 60 Jahren sogar zunahm. Eine von ihnen wuchs sogar um 30 Prozent, und die drei am dichtesten besiedelten Inseln Kiribatis Betio, Bairiki und Nanikai gewannen zwischen 12,5 und 30 Prozent an Fläche. Nur vier kleinere Inseln verloren Teiles ihres Lands an die See. Laut dem Studien-Hauptautor Paul Kench wird mehr Material von dem Korallenriff angespült, das die Eilande gewöhnlich umgibt. Weil die Korallen dem steigenden Meeresspiegel hinterher wachsen, gibt es für den Prozess laufend Nachschub.“

Näheres hierzu auch hier: “Österreichische Tageszeitung ‘Die Presse’: Das Klima lässt die Pazifikatolle nicht untergehen!“. Schnell wird klar: Auch dies hier ist ein knallharter Alarmstreifen. Seit dem 30.Oktober 2014 ist er in Schweizer Kinos zu sehen. Kalte-Sonne-Tip:  Lohnt nicht. Hier trotzdem der Trailer:

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Immer wieder wird die Klimadiskussion als Schwarz-Weiß-Theater dargestellt. Dabei geht es im Prinzip um eine vielschichtigere Diskussion, nämlich die quantitative Bestimmung der CO2-Klimasensitivität, also der genauen Klimawirksamkeit des Kohlendioxids. Axel Bojanowski hat auf Spiegel Online am 27. Oktober 2014 einen erneuten Versuch unternommen, auf die Klimasensitivität und die unverstandenen Verstärkermechanismen hinzuweisen:

Klimawandel: Eine einzige Zahl entscheidet die Zukunft
CO2 wärmt das Klima – aber mehr fürchten muss man ein anderes Treibhausgas: Wasserdampf. Eine einzige Zahl soll zeigen, wie stark sich die Welt erwärmt.
[...] Die wärmende Wirkung des Treibhausgases CO2 haben Experimente zwar erwiesen: Um gut ein Grad wird es wärmer, sofern sich die CO2-Menge in der Luft verdoppelt – was bis Ende des Jahrhunderts geschehen könnte. Denn CO2 hält Sonnenstrahlung in der Atmosphäre zurück. Bedrohlich macht die Erwärmung vor allem ein Verstärkungseffekt: Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Wasserdampf ist ein stärkeres Treibhausgas als CO2, es verschärft die Erwärmung. Ein weiterer Effekt macht ihn so schwierig zu berechnen: Wasserdampf kondensiert zu Wolken. Und sie können die Luft nicht nur wärmen, sondern auch kühlen – je nach Höhe. Die Unsicherheiten sind beträchtlich. Eine Zahl soll die künftige Erwärmung schließlich beschreiben – die Klimasensitivität: Sie gibt an, um wie viel Grad sich die Luft erwärmt, sofern sich die CO2-Menge verdoppelt. Liegt sie bei einem Grad, wäre die Erwärmung wenig gefährlich, doch einiges spricht für deutlich höhere Werte.

Weiterlesen auf spiegel.de.

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Danie Wetzel berichtete in der Welt am 11. November 2014 über einen bemerkenswerten Vorfall: (weiterlesen …)

Sebastian Lüning im Interview mit dem New American

Am 15. Juli 2014 brachte die US-amerikanische Zeitschrift The New American auf ihrer Internetseite ein Interview mit Sebastian Lüning zum Klimawandel:

German Scientist-Author Challenges Global Warming Alarmism (Video)

Written by 

Dr. Sebastian Lüning, an award-winning scientist from Germany, is one of the many foreign experts who converged on Las Vegas for the Heartland Institute’s 9th International Conference on Climate Change (ICCC9), held July 7-9.

Together with Professor Fritz Vahrenholt, Dr. Lüning authored the important 2013 book The Neglected Sun: How the Sun Precludes Climate Catastrophe. Dr. Vahrenholt’s “defection” caused seismic quakes in the climate alarmist ranks, since he was a founding father of Germany’s environmental movement and a director of one of Europe’s largest alternative energy companies. On June 18, 2012, just two days before the opening of United Nations’ Rio+20 Earth Summit, Vahrenholt sent a shock through the green ranks with an op-ed in Britain’s Telegraph entitled “Global warming: second thoughts of an environmentalist.” Vahrenholt took special aim at the UN’s now thoroughly discredited Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC).

Weiterlesen auf thenewamerican.com.

Das Video zum Interview ist hier:

 

Siehe auch Bericht auf Notrickszone (“German Geologist Sebastian Lüning Slams IPCC Climate Science: “A Lot Of The Claims Are Just Not True”“).

 

Fritz Vahrenholt tritt in den Akademischen Beirat der Global Warming Policy Foundation ein

Die in London beheimatete Global Warming Policy Foundation (GWPF) setzt sich seit fünf Jahren für ein realistischeres Bild der Klimafrage in der Öffentlichkeit ein. Auf ihrer Webseite beschreibt die GWPF ihre Zielsetzung:

We are an all-party and non-party think tank and a registered educational charity which, while open-minded on the contested science of global warming, is deeply concerned about the costs and other implications of many of the policies currently being advocated. We are in no sense ‘anti-environmental’. There is a wide range of important environmental issues, which call for an equally wide range of policy responses. Our concern is solely with the possible effects of any future global warming and the policy responses that may evoke.

Nun ist Fritz Vahrenholt in den Akademischen Beirat der GWPF eingetreten. In einer Pressemitteilung teilte die Foundation am 14.7.2014 mit:

The Global Warming Policy Foundation is pleased to announce that Professor Fritz Vahrenholt has joined the GWPF’s Academic Advisory Council.

Professor Fritz Vahrenholt was one of the founders of the environmental movement in Germany. In the 1980s his bestsellerSeveso ist überall (Seveso is everywhere) triggered a debate which led to a fundamental reorientation of the chemical industry towards sustainable development.

Dr Vahrenholt holds a PhD in chemistry and is Honorary Professor at the Department of Chemistry at the University of Hamburg. Since 1969 he has been a member of the Social Democratic Party (SPD). From 1976 until 1997 he served in several public positions with environmental agencies such as the Federal Environment Agency, the Hessian Ministry of Environment and as Deputy Environment Minister and Senator of the City of Hamburg. He then held top management positions in the renewable energy industry.

Vahrenholt is a member of the Germany Academy of Technical Sciences and the Senate of the Fraunhofer-Gesellschaft. His 2012 book The Neglected Sun sparked a broad public discussion in Germany about the dogmatism in climate science. He is currently the Chairman of the German Wildlife Trust.

The GWPF Academic Advisory Council is composed of scientists, economists and other experts who provide the GWPF with timely scientific, economic and policy advice. It reviews and evaluates new GWPF reports and papers, explores future research projects and makes recommendations on issues related to climate research and policy.

Die weiteren Mitglieder des GWPF-Beirats sind:

Professor David Henderson (Chairman)
Adrian Berry
Sir Samuel Brittan
Sir Ian Byatt
Professor Robert Carter
Professor Vincent Courtillot
Professor Freeman Dyson
Professor Christopher Essex
Christian Gerondeau
Dr Indur Goklany
Professor William Happer
Professor Terence Kealey
Professor Deepak Lal
Professor Richard Lindzen
Professor Ross McKitrick
Professor Robert Mendelsohn
Professor Sir Alan Peacock
Professor Ian Plimer
Professor Paul Reiter
Dr Matt Ridley
Sir Alan Rudge
Professor Nir Shaviv
Professor Philip Stott
Professor Henrik Svensmark
Professor Richard Tol
Dr David Whitehouse

Im Mai 2014 war auch der schwedische Wissenschaftler Prof. Lennart Bengtsson in den Akademischen Beirat der GWPF eingetreten, wurde jedoch in der Folge von IPCC-Anhängern in einer ungeheuerlichen Weise gemobbt, so dass er den Schritt schließlich wieder rückgängig machte (siehe unseren Blogartikel “Clima Nostra bricht Lennart Bengtsson: Ehemaliger Max-Planck-Direktor muss auf Zusammenarbeit mit klimaskeptischer Vereinigung verzichten“).

 

Siehe auch englischsprachiger Beitrag Leading Climate Science Critic Fritz Vahrenholt Joins GWPF…Sees “Faulty Conclusions In Science” auf Notrickszone.