Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Keine langfristige Zunahme der Temperaturextreme in Österreich

Wird das Wetter immer extremer? Einige aus Funk und Fernsehen bekannte Klima-Warner erklären in jedes offene Mikrofon, dass genau dies der Fall wäre. Es gibt sogar einen ExtremWetterKongress in Hamburg, auf dem dies lang und breit der Öffentlichkeit eingetrichtert wird. Pikant dabei ist, dass eben dieser Kongress von der Munich Re mitfinanziert wird, die von einer gesteigerten Extremwetterangst in Deutschland nun wirklich profitieren würde (siehe “Munich Re rührt wieder kräftig die Werbetrommel für Sturm- und Dürreversicherungen“). Als wissenschaftlich unabhängig ist der Kongress daher keinesfalls anzusehen. Wes Brot ich ess des Lied ich sing. Belege für eine zunehmende Extremisierung des Wetters können die Verfechter dieser Theorie übrigens in der Regel nicht vorlegen.

Es macht vielmehr Sinn, die Extremwetterfrage nüchtern wissenschaftlich und vor allem ergebnisoffen zu untersuchen. Genau dies haben Johann Hiebl und Michael Hofstätter von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien getan. Im Rahmen einer Studie, die sie im Januar 2012 im Fachmagazin Climate Change veröffentlichten, untersuchten die beiden Forscher, ob Temperaturextreme in Österreich in den letzten 140 Jahren zugenommen haben. Hierzu werteten sie Daten der Wetterstationen Wien-Hohe Warte, Kremsmünster, Universität Innsbruck, Sonnblick und der Universität Graz aus. Das Ergebnis fiel deutlich aus. In der Kurzfassung ihrer Arbeit schreiben die Autoren:

Wir definieren und berechnen drei verschiedene Indizes zur Temperaturvariabilität. Auf Basis von 140-jährigen Datenreihen finden wir, dass sich die Temperaturvariabilität unabhängig von der mittleren Temperatur entwickelt, und dies zudem ohne langfristigen Trend. Die Anfang des 21. Jahrhunderts leicht erhöhte Temperaturvariabilität trat bereits in ähnlicher Weise im späten 19. Jahrhundert auf, also in einer Zeit als Treibhausgase das Klima noch kaum beeinflusst haben.

 

Siehe auch Bericht des NIPCC.