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Mojib Latif: Der Nachweis des anthropogenen Klimabeitrags gestaltet sich schwierig, da die natürlichen Ozeanzyklen dominieren

Die Basis der Forschung ist die wissenschaftliche Methode. Gerade diese scheint jedoch im Bereich der Klimawissenschaften zum Teil verlorengegangen zu sein. Es verwundert doch sehr, wenn reale Messdaten heutzutage weniger wert sind als Computer-Modellierungen. Es werden Hypothesen aufgestellt, die praktisch nicht falsifizierbar sind, da ihr Eintreffen in eine fernere Zukunft verlegt wird. Und so weiter und so weiter. Schauen Sie sich hierzu dieses gut gemachte Video zur wissenschaftlichen Methode an. Auch früher gab es immer wieder mächtige Interessen, die die Forschung bedrängten und in eine vorgeschriebene Richtung zwangen.

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Die natürliche Klimavariabilität in Gestalt der Ozeanzyklen zieht gerade in die klimatischen Denkerhirne ein. Spät aber nicht zu spät, könnte man meinen. Im Februar 2014 war im Bulletin of the American Meteorological Society bei Chang et al. in den Concluding Remarks zu lesen:

Understanding Multidecadal Climate Changes

“Most climate change meetings have tended to focus on the forced, thermodynamically induced variability of the climate system, as represented by the upper left box in Fig. 1. In contrast, this meeting featured scientists who think outside of that box. The climate response to external forcing—especially on regional scales—is strongly influenced by dynamical processes in both the ocean and the atmosphere. Moreover, the existence of strong natural multidecadal to centennial variability makes the detection of anthropogenic climate change a challenge.”

Da die im Bereich von mehreren Jahrzehnten (“multidekadischen”) natürlichen Zyklen im Klima so stark ausgeprägt sind, fällt der Nachweis des anthropogenen Klimabeitrags ziemlich schwer, sagt das sechsköpfige Autorenteam. Als Coautor mit dabei ist auch der uns gut bekannte Mojib Latif aus Kiel. Wann wird er diese Erkenntnis in der deutschen Presse etwas genauer erklären?

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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ist bekanntlich fest im Griff der Klimaalarmisten. Da wundert es nicht, dass der Dienst jetzt schon einzelne Extremwetterereignisse dem Klimawanel zuordnet. Angeblich hätte der DWD längere Zeitreihen ausgewertet und für die letzten Jahrzehnte eine ungewöhnliche Häufung festgestellt, die wohl mit dem Klimawandel zu tun haben muss. Die Stuttgarter Zeitung schrieb hierzu am 11. August 2014:

Klimaforscher und ihre Kollegen von den Wetterdiensten reagieren normalerweise ablehnend, wenn sie in einer Hitzewelle oder nach schweren Unwettern gefragt werden, ob das die Zeichen des Klimawandels seien. Denn kurzfristige Wetterphänomene oder auch mehrtägige Großwetterlagen sagen, für sich genommen, nichts aus über langfristige Klimaentwicklungen. Das gilt auch für die gewaltigen Sommerunwetter, die am Sonntagabend in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Teilen Bayerns große Schäden angerichtet haben. Doch der Deutsche Wetterdienst (DWD) schaut sich auch über längere Zeiträume die Häufigkeit bestimmter Großwetterlagen an. Auffallend finden die Wetterforscher in diesem Sommer das besonders häufige Auftreten einer Großwetterlage mit dem Namen Tief Mitteleuropa, kurz TM. „Für uns ist das ein weiteres Zeichen des Klimawandels“, resümierte Gerhard Lux, der Sprecher des DWD in Offenbach.

Im Yahoo-Nachrichtenportal kritisierte Dipl.-Met Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net. am 8. August 2014 den Unwetter-Alarmismus des DWD: (weiterlesen …)

FAZ: “Die Klimamodelle und mit ihnen die Forscher müssen etwas übersehen”

Joachim Müller-Jung arbeitete am 27. August 2014 in der FAZ wichtige Probleme der Klimawissenschaften heraus:

Extremes Wetter, pausierendes Klima: Genaueres gerne später
Harte Zeiten für Klimaforscher: Sie rechnen und rechnen – und bleiben dennoch Anworten schuldig. Das kann Jahrzehnte so gehen. Die globale Erwärmung pausiert, weshalb weiss keiner. Erstaunlich, was da alles zusammen kommt an Ideen. Geduld ist gefragt. Aber hat die auch die Politik? [...] Der Trend ist dem Potsdamer [PIK-] Modell zufolge eindeutig: Je wärmer die Welt, desto wahrscheinlicher werden Extremwetterlagen. So eindeutig sah vor etwa anderthalb Jahrzehnten allerdings auch der Trend für die globalen Temperaturen aus: Die Kurve zeigte mit steigendem Kohlendioxidgehalt in der Luft stetig aufwärts. Inzwischen ist klar: Die Klimamodelle und mit ihnen die Forscher müssen etwas übersehen. In den letzten fünfzehn Jahren ist die Globaltemperatur nach Angaben des Weltklimarates lediglich um 0,05 Grad gestiegen – deutlich weniger, als erwartet worden war. Für diesen Pauseneffekt, den Hiatus, hat man inzwischen mehr als ein Dutzend Lösungsmöglichkeiten angeboten:

Weiterlesen in der FAZ.

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Das Internetmagazin Erneuerbare Energien bemängelte am 7. August 2014:

Neue Klimastudie erschienen – ein Kommentar
Dresden ignoriert Klimawandel
Im Wahlkampf in Sachsen spielt die Energiewende keine Rolle – bisher. Denn jetzt hat die TU Dresden den Klimawandel im Freistaat unter die Lupe genommen. Die Zahlen sind alarmierend. In Dresden führt das aber nicht zum Umdenken in Sachen Energiepolitik.

Hilfe, der Klimawandel lässt Dresden zugrunde gehen! Eine steile These. Wie macht sich die aufziehende Katastrophe denn in Sachsen bereits bemerkbar? Das wollen wir genauer wissen. Lesen wir dazu etwas weiter:

Klimawandel ist in Sachsen angekommen
Diese Blockadepolitik wird sich Dresden nicht mehr lange leisten können. Dass auch in Sachsen mit dem Klima nicht alles in Ordnung ist, hat Umweltminister Kupfer jetzt schwarz auf weiß. Die Jahresmitteltemperatur ist in den vergangenen 30 Jahren um 0,6 Grad angestiegen. Das hat dazu geführt, dass im Freistaat die Anzahl der Tage im Jahr, an denen die Temperaturen 25 Grad Celsius übersteigen, um 17 Prozent zugenommen haben.

Tja, das Berkely-BEST-Projekt hat sich die Dresdner Temperaturdaten mal angeschaut und musste die Erwärmung ‘leider’ etwas herunterkorrigieren. Anstatt 0,6°C in 30 Jahren fanden die Kalifornier lediglich 0,75°C pro 100 Jahre. Und in den letzten 15 Jahren ist es dabei überhaupt nicht mehr wärmer geworden. Bei Betrachtung der realen Daten will die Klimakatastrophe einfach nicht so recht überzeugen. Lesen wir weiter bei den Erneuerbaren Energien:

Gleichzeitig hat der Klimawandel vor allem Auswirkungen auf die Wetterkapriolen. Während in den Monaten, in denen die Landwirtschaft den Regen braucht, zwölf Prozent weniger Regen auf Sachsen niedergehen, steigt das Risiko von Starkregen in den Monaten Juli bis September drastisch an. In diesen Monaten ist in den vergangenen 30 Jahren die Zahl der Gewitter um 18 Prozent angestiegen. Die Niederschlagsmenge stieg dabei um zwölf Prozent. Das sind die Ergebnisse einer Klimastudie, die das Institut für Hydrologie und Meteorologie der TU Dresden im Auftrag des sächsischen Umweltministeriums erstellt hat.

Es reicht leider nicht, die letzten 30 Jahre zu betrachten. Die bekannten Ozeanzyklen haben einen Umlauf von 60 Jahren und beeinflussen das Klimageschehen maßgeblich (siehe z.B. “Die Nordatlantische Oszillation beeinflusste die Arktis und Nordeuropa während der letzten 5000 Jahre in systematischer Weise“). In Zukunft mehr Starkregen und Überschwemmungen? Die Wissenschaft sagt eindeutig nein (“Neue begutachtete Studie in Nature Climate Change: Klimawandel lässt Hochwasser in Europa wohl in Zukunft seltener werden“). Und noch ein letzter Blick in den verunglückten Text:

Dass der Klimawandel an den sächsischen Landesgrenzen nicht Halt macht, weiß man im Freistaat schon lange. Niemand wird das „Jahrhunderthochwasser“ im Jahr 2002 vergessen. Das medienwirksame Krisenmanagement hat damals Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den Posten gerettet.

Sächsisches Hochwasser als Folge des Klimwandels? Der Spiegel hat 2013 dazu den Klimawissenschaftler Hans von Storch befragt:

SPIEGEL: Herr Storch, Deutschland meldet Land unter. Sind die Fluten bereits eine Folge der globalen Erwärmung?

Storch: Mir sind keine Studien bekannt, nach denen Hochwasser heute häufiger auftreten als in früheren Zeiten. Ich war gerade auf einer Hydrologentagung in Koblenz. Auch bei den Gewässerkundlern hörte ich solche Erkenntnisse nicht.

Siehe auch unseren Beitrag “Was waren die wahren Hintergründe der mitteleuropäischen Flut 2013?“.

Jetzt wollen Sie sicher die Studie im Original selber nachlesen. Zwar findet sich die Projektbeschreibung im Internet, aber irgendwie ist die Studie selber nicht auffindbar. Im Sinne der Transparenz sollten die Ergebnisse nun schnellstmöglich im Internet als pdf zur Verfügung gestellt werden, damit die kühnen Behauptungen überprüfbar werden.

 

Protest gegen den Klimawandel: Italienischer Aktivist will ein Jahr auf einem grönländischen Eisberg ausharren

Endlich ist es wieder soweit: Am 16. und 17. September 2014 bringt Al Gore uns im Rahmen seiner klimareligiösen Veranstaltung “24 Stunden der Wahrheit” gleich 24 Gründe, weshalb die Klimakatastrophe uns vernichten wird, wenn wir nicht ganz genau das tun, was Gore fordert. Analog zu den erfolgreichen Tupperware-Parties fordert uns der spirituelle Klimaführer auf, anlässlich der Kampagne zuhause Klimapartys auszurichten, um Ungläubige bei einem Glas CO2-neutralem Wein von der Realität der bevorstehenden Apokalypse zu überzeugen. Interessierte Besucher können auf einer interaktiven Landkarte nach der nächstgelegenen Party suchen. Für Klimainteressierte aus Deutschland wäre die nächstgelegene Veranstaltung zum Beispiel in Johannesburg in Südafrika. In Europa selber ist bislang leider keine Gore-Klimaparty angekündigt.

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Der ETH-Klimawissenschaftler Reto Knutti mahnte am 13. Juni 2014 im ETH-Zukunftblog an, die Klimadiskussion möglichst wertfrei zu führen und die Gegenseite ernst zu nehmen. Man müsse sich die Argumente schon anhören und fachlich darauf reagieren, auch wenn sie für die eigene Position unbequem sind. Knutti schreibt:

Angespannte Klimadiskussion
Mit steigender politischer und wirtschaftlicher Relevanz gestaltet sich die Diskussion um die Klimaforschung in der Öffentlichkeit schwierig. Der Klimawandel ist für viele eine Glaubensfrage, und oft werden Fakten und Meinungen vermischt. Das erschwert eine sachliche Diskussion. [...] Mitunter wird der Klimawandel fast zur Glaubensfrage. Die Gründe dafür sind vielfältig. So beeinflussen etwa aktuelle Ereignisse unsere Meinung. An heissen Tagen glauben mehr Menschen an den Klimawandel. Gleiches tut unser Umfeld: Wir übernehmen, was andere glauben, die ähnliche Wertvorstellungen haben. Eine Studie hat vor kurzem gezeigt, dass es kaum einen Zusammenhang gibt zwischen Bildung und Informationsverfügbarkeit einerseits und der Besorgnis über den menschgemachten Klimawandel andererseits, jedoch klare Hinweise darauf, dass unsere Meinung von der Meinung in unserem nahen Umfeld dominiert ist. [...] Eine komplett wertfreie Diskussion und Interpretation der Fakten ist zwar kaum möglich. Aber zumindest müssen wir alle versuchen, einander ernst zu nehmen, und Fakten von Meinungen zu trennen. Das gilt selbstverständlich auch für die Wissenschaftler. Die Beobachtung und Voraussage des Klimawandels sollte objektiv möglich sein. Wie wir mit den Voraussagen umgehen, und welche Risiken wir in Kauf nehmen wollen, darüber können und werden sich die Geister scheiden.

Ganzen Blogbeitrag im ETH-Zukunftblog lesen.

Angesprochen fühlen sollten sich z.B. die BBC (siehe unseren Beitrag “Angst vor seriöser Sachdiskussion: Klimaalarmisten drängen BBC zur Zensur der öffentlichen Klimadebatte“), IPCC-nahe Fachjournale (“Geomar-Forscher wagt den Schritt an die Öffentlichkeit und bemängelt Publikations-Zensur: Kritik an IPCC-Modellen unerwünscht!“) und die Los Angeles Times (“Los Angeles Times bringt keine Leserbriefe mehr von Klimaskeptikern“). Aber auch die IPCC-dominierte deutsche Presse sollte endlich eine ausgewogenere Richtung einschlagen und endgültig aus der überholten klimaalarmistischen Ecke herauskommen.

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Ein italienischer Abenteurer plant im Frühling 2015 einen grönländischen Eisberg zu besteigen und dort mit seinem Zelt ein Jahr lang auszuharren. Alex Bellinis Ziel ist es, einerseits den Klimawandel mit eigenen Augen zu erleben und andererseits die Welt auf die drohende Klimaapokalypse aufmerksam zu machen. Vielleicht hätte man ihm sagen sollen, dass ein Jahr gar nicht ausreicht, und er schon dreißig Jahre auf dem Eisberg bleiben müsste, um einen einzigen Klimadatenpunkt zu sammeln. Dafür müsste er allerdings die Proviantmenge von 300 kg auf 9000 kg, also 9 Tonnen, erhöhen. Wer weiß, ob dies der Eisberg aushalten würde oder ob er unter diesem Gewicht zusammenbrechen würde. Hier die Projektbeschreibung des zukünftigen Klima-Eremiten:

 

Unpassend ist vielleicht auch, dass Bellini das Projekt gerade in dem Jahr ankündigt (2014), als das arktische Meereis die größte sommerliche Ausdehnung der vergangenen 5 Jahre erreicht hat (siehe Abbildung), von dem von Bellni behaupteten “beschleunigten Abschmelzen des Arktiseises” also keine Rede sein kann.

Abbildung: Arktische Meereisausdehnung. Schwarze Kurve: 2014. Grauer Bereich: Durchschnittspanne 1979-2000. Quelle: DMI.

 

Zeit zum Lesen wird der Abenteurer auf seinem Eisklotz sicher genug haben. Hier einige Leseempfehlungen:

 

Österreichische Tageszeitung ‘Die Presse’: Das Klima lässt die Pazifikatolle nicht untergehen!

Die Berliner Morgenpost berichtete am 5. August 2014 über einen neuen Höhepunkt im IPCC-Drehbuch der vermeintlichen Klimakatastrophe:

Klimawandel als Asylgrund
Neuseeland gewährt Zuflucht wegen des steigenden Meeresspiegels
Es ist die Flucht aus einem kleinen Paradies, die die Familie Alesana angetreten hat. Zusammen mit seiner Frau hat Sigeo Alesana seine Heimat, den Pazifik-Inselstaat Tuvalu, im Jahr 2007 verlassen – und sie werden nicht mehr zurückkehren. Denn sie sind die ersten anerkannten Flüchtlinge des Klimawandels. Von der Idylle Tuvalus ist nicht mehr viel geblieben, denn der steigende Meeresspiegel auf Grund des Klimawandels macht das Leben dort immer weniger paradiesisch. In Neuseeland haben Sigeo und seine Frau deshalb für sich und ihre beiden Kindern im Alter von fünf und drei Jahren um Asyl gebeten. Mit Erfolg: Erstmals hat damit ein Staat bei dem Antrag einer Familie auf Bleiberecht den Klimawandel als Gefahr berücksichtigt. Das teilte ihre Anwältin jetzt mit.

Weiterlesen auf morgenpost.de.

Tuvalu? Eine kleine Inselgruppe im Pazifik. Es gibt wohl kaum jemanden, der die Inseln auf einem Globus auf Anhieb zeigen könnte. So richtig rund läuft die Wirtschaft in Tuvalu nicht, wie Wikipedia weiß:

Die tuvaluische Wirtschaft ist wenig entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2013 bei 40 Millionen US-Dollar. Das jährliche Wirtschaftswachstum beträgt (Stand 2013) etwa ein Prozent.

Da wundert es nicht, dass der eine oder andere aus wirtschaftlichen Gründen abhauen möchte. Aber Witschaftsflüchtling ist bekanntlich kein Asylgrund. Eine ganz neue, vielversprechendere Sparte ist daher jetzt der Klimaasylant. In Tuvalu bietet sich das an, denn im Zuge der Klimahysterie scheint dies bei den westlichen Nationen gut zu funktionieren, wie das neuseeländische Beispiel zeigt.

Aber leider ist die Asylbehörde Neuseelands offenbar einem Schwindler auf den Leim gegangen. Denn bei Lektüre der aktuellen Fachliteratur wäre die Sache schnell aufgeflogen. Der Focus berichtete über eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2010:

„Eine Studie von Meeresforschern der neuseeländischen Auckland University hatte unlängst gezeigt, dass die Fläche vieler Südseeinseln – darunter solche in Tuvalu und auch in Kiribati – in den vergangenen 60 Jahren sogar zunahm. Eine von ihnen wuchs sogar um 30 Prozent, und die drei am dichtesten besiedelten Inseln Kiribatis Betio, Bairiki und Nanikai gewannen zwischen 12,5 und 30 Prozent an Fläche. Nur vier kleinere Inseln verloren Teiles ihres Lands an die See. Laut dem Studien-Hauptautor Paul Kench wird mehr Material von dem Korallenriff angespült, das die Eilande gewöhnlich umgibt. Weil die Korallen dem steigenden Meeresspiegel hinterher wachsen, gibt es für den Prozess laufend Nachschub.“ 

Trotz Meeresspiegelanstieg haben sich viele pazifische Koralleninseln in den letzten Jahren und Jahrzehnten vergrößert. Die zitierte Studie von Paul Kench und Arthur Webb erschien im Fachmagazin Global and Planetary Change. Das wahre Hauptproblem auf Tuvalu ist zudem nicht der Klimawandel sondern vielmehr die Plattentektonik, die immer wieder zu ruckhaften Absenkungen und Hebungen auf Tuvalu geführt hat. Auch der Mond führt Böses im Schilde. Tuvalu wurde vor einigen Jahren von einer hinterhältigen Springtide heimgesucht, die den Meeresspiegel kurzzeitig 3,15 m über Normalniveau steigen ließ.

Sehr viel besser als die Berliner Morgenpost hat es die österreichische Zeitung Die Presse am 4. August 2014 gemacht: (weiterlesen …)

Rührende Alarmgeschichte im Klimaretter-Blog entpuppt sich als Murks: Gambischer Minister muss zur klimatischen Nachschulung

In einem Bericht in den Potsdamer Neuesten Nachrichten hatte der ehemalige PIK-Mitarbeiter Friedrich Wilhelm Gerstengarbe Ende Mai 2014 behauptet, dass EIKE-Mitglied Michael Limburg und kalte-Sonne-Autor Fritz Vahrenholt Temperaturgraphiken fälschen würden. Limburg ging daraufhin gegen diese falsche und ehrenrührige Aussage juristisch vor. Am Ende der Auseinandersetzung musste Gerstengarbe die Behauptung jetzt wieder zurücknehmen. Anfang September 2014 unterschrieb er eine mit Konventionalstrafe und Kostenübernahme versehene Unterlassungsverpflichtung. Lesen Sie hierzu den Beitrag von Michael Limburg “Ex-PIK-Professor Gerstengarbe gibt Konventionalstrafen bewehrte Unterlassungserklärung ab. Fälschungsvorwurf gegen EIKE VP Michael Limburg vom Tisch” auf EIKE.

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Nature Geoscience brachte im Juli 2014 eine IPCC-Katastrophenstory von Thomas Delworth und Fanrong Zeng:

Regional rainfall decline in Australia attributed to anthropogenic greenhouse gases and ozone levels
Precipitation in austral autumn and winter has declined over parts of southern and especially southwestern Australia in the past few decades. [...] Here we use a high-resolution global climate model to analyse the causes of this rainfall decline. In our simulations, many aspects of the observed regional rainfall decline over southern and southwest Australia are reproduced in response to anthropogenic changes in levels of greenhouse gases and ozone in the atmosphere, whereas anthropogenic aerosols do not contribute to the simulated precipitation decline. Simulations of future climate with this model suggest amplified winter drying over most parts of southern Australia in the coming decades in response to a high-end scenario of changes in radiative forcing. The drying is most pronounced over southwest Australia, with total reductions in austral autumn and winter precipitation of approximately 40% by the late twenty-first century.

Australien wird immer trockener wegen des CO2-Anstiegs. Ein schönes Ergebnis, das viele IPCC-Punkte und saftige neue Forschungsgelder einspielt. Aber halt: Haben die beiden Forscher vielleicht dieselben Klimamodelle verwendet, die auch den Erwärmungsstopp der letzten 15 Jahre nicht hatten kommen sehen? Haben Sie! Und würden die selben Klimamodelle eigentlich die zahlreichen Trockenphasen der letzten Jahrtausende nachvollziehen können (siehe unseren Blogbeitrag “Überraschung: Feucht- und Trockenphasen wechselten im Südpazifik in vorindustrieller Zeit stets ab“)? Nein können sie nicht. Ein weiteres Paper für die runde Ablage auf dem Fußboden. Schade um die verschwendeten Forschungsressourcen.

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Rührige Geschichte am 1. August 2014 im Klimaretter-Blog. Ein Afrikanischer Minister schildert, wie der Klimawandel angeblich sein Land ruiniert und weshalb die westlichen Staaten ganz schnell Klimareparationen zahlen müssen:

“UNSERE HAUPTSTADT VERSCHWINDET”: (weiterlesen …)

Die Sonne im August 2014, die interne Variabilität des Klimas und neueste Nachrichten über das arktische Eis

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Die Sonne war im August 2014 zwar weiterhin unternormal aktiv, die Abweichung von einem durchschnittlichen Zyklus (als Mittelwert der bisher beobachteten Zyklen 1-23 berechnet) war mit -17% im aktuellen Monat jedoch nicht so hoch wie in den drei Vormonaten, in denen ca. 25% festgestellt wurden. Die SunSpotNumber (SSN) lag bei 75,2, wobei wiederum die meiste Aktivität auf der Südhalbkugel der Sonne zu verzeichnen war: 62% der Flecken und Fleckengruppen wurden dort beobachtet.

Abb. 1: Der Zyklus ( SC) 24 bis zum aktuellen 69. Monat (rot)  im Vergleich zum errechneten durchschnittlichen Zyklus (blau) und dem momentan ähnlichen Zyklus (SC) 1 (schwarz).

 

Der Vergleich der einzelnen Zyklen untereinander hat sich zum Vormonat kaum verändert:

Abb.2: Der Vergleich der einzelnen Zyklen untereinander als Summe der Abweichungen der einzelnen Monate 1- 69 zum Mittelwert (blau in Abb.1).

 

Wer unsere kleine Kolumne regelmäßig liest, wird sich vielleicht erinnern, dass wir die Rohdaten der SSN von vorn herein nach einem Vorschlag des Solarforschers Leif Svalgaard „vorbehandelt“ haben: Die Zahlen wurden vor 1945 mit dem Faktor 1,2 multipliziert, die früheren Zyklen also um 20% im Mittel angehoben. Im Juli 2014 erschien dazu eine Arbeit, die dieses Vorgehen prinzipiell bestätigt. Daran beteiligt war eine Arbeitsgruppe namhafter Wissenschaftler, die sich in mehreren Symposien auf die weitestgehende Anpassung von Unstetigkeiten in der Beobachtungsweise einigten. Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen: Das Maximum der Aktivität ab 1950 ist im Vergleich zu vorherigen Jahren nicht ganz so hoch und das Nachlassen seit dem SC23 (um 2000) ist noch ausgeprägter im Vergleich zu vor 1945 als es die „Rohdaten“ der SSN ergeben. Die Abbildungen oben berücksichtigen diese Anpassungen bereits. Die Aktivität unseres Zentralgestirns ist ab etwa 2007 so niedrig wie seit 200 Jahren nicht mehr.

Die Anzahl der wissenschaftlichen Arbeiten zur „Pause“ (oder dem Hiatus) wächst inzwischen nahezu täglich. Dabei wird versucht, die Ursachen des Stillstandes der globalen Mitteltemperatur am Boden und in der Troposphäre seit etwa 2000 bzw. noch davor zu ergründen. Die Suche führt dabei oft in den Ostpazifik und den Atlantik. Ein ganz neues Paper erschien im September 2014, verfasst von  einer Gruppe um den Klimatologen Gerald Meehl des Atmosphärenforschungszentrums in Boulder (Colorado). Sie versucht, die vorhandenen Klimamodelle anzuwenden und schafft eine hinreichende Widerspiegelung der Beobachtungen nur mit wenigen ausgesuchten Modellläufen, die Mittelwerte der Läufe zeigen jedoch deutlich zu viel Erwärmung, die Modelle in Summe sind seit ca. 15 Jahren zu empfindlich gegenüber dem Antrieb (dem Forcing) durch Treibhausgase. Woran mag das liegen? Einen ersten Ansatz kann man mit wenigen Operationen versuchen zu finden: Man nehme die beobachteten jährlichen globalen Temperaturen nach GISS (Goddard Institute for Space Studies) und teile den Datensatz: Die eine Reihe geht von 1886 bis 1949, die andere von 1950 bis 2013. Nun werden beide Reihen separat vom jeweiligen linearen Trend befreit und dargestellt: (weiterlesen …)

BBC: Die Erwärmungspause setzt sich möglicherweise noch zehn weitere Jahre fort

Im April 2013 erschien in der Wirtschaftswoche ein Interview mit dem Klimawissenschaftler Hans von Storch, in dem er eine klare Grenze definierte, an der die aktuellen IPCC-Klimamodelle unglaubwürdig werden:

WIRTSCHAFTSWOCHE: Wie lange müsste der Stopp der Erderwärmung anhalten, damit Sie ins Grübeln kommen?

VON STORCH: Wenn die Phase weitere zehn Jahre andauern würde, würde ich die These hinterfragen, dass die Treibhausgase wesentliche Ursache für die Erderwärmung sind. Es war ein Fehler, nicht abzuschätzen und zu sagen, wie lange die Stagnation sein kann, ohne inkonsistent zur Erklärung der klimatischen Erwärmung zu werden.

Ein ähnliche Grenze sah der britische Klimawissenschaftler Phil Jones in einer Email aus dem Jahr 2009 an Mike Lockwood, die im Zuge der Climategate-Enthüllungen ans Tageslicht kam:

Bottom line – the no upward trend has to continue for a total of 15 years before we get worried. We’re really counting this from about 2004/5 and not 1998. 1998 was warm due to the El Nino.

Für von Storch ist die Grenze im Jahr 2023, für Jones bereits 2020 erreicht. Am 21. August 2014 meldete die ansonsten IPCC-freundliche BBC nun, dass die Erwärmungspause wohl sogar über 2023 hinaus anhalten könnte:

Global warming slowdown ‘could last another decade’
The hiatus in the rise in global temperatures could last for another 10 years, according to new research. Scientists have struggled to explain the so-called pause that began in 1999, despite ever increasing levels of CO2 in the atmosphere. The latest theory says that a naturally occurring 30-year cycle in the Atlantic Ocean is behind the slowdown. The researchers says this slow-moving current could continue to divert heat into the deep seas for another decade.

Weiterlesen bei der BBC.

Was nun, Herr Storch? Offenbar setzt sich die Erwärmunsgpause nun doch viel länger fort als vom IPCC für möglich gehalten. Im Text der BBC-Meldung geht es um Papers einer Wissenschaftlergruppe um Ka-Kit Tung von der University of Washington, die die kühlende Wirkung von Ozeanzyklen wie der PDO und AMO als Ursache für die fehlende Erwärmung sehen (siehe unsere Blogartikel “Neues Paper halbiert die anthropogene Erwärmungsrate der letzten 50 Jahre” und “Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt“). Die neueste Publikation hierzu erschien im August 2014 im Fachmagazin Science:

Varying planetary heat sink led to global-warming slowdown and acceleration

Xianyao Chen and Ka-Kit Tung

A vacillating global heat sink at intermediate ocean depths is associated with different climate regimes of surface warming under anthropogenic forcing: The latter part of the 20th century saw rapid global warming as more heat stayed near the surface. In the 21st century, surface warming slowed as more heat moved into deeper oceans. In situ and reanalyzed data are used to trace the pathways of ocean heat uptake. In addition to the shallow La Niña–like patterns in the Pacific that were the previous focus, we found that the slowdown is mainly caused by heat transported to deeper layers in the Atlantic and the Southern oceans, initiated by a recurrent salinity anomaly in the subpolar North Atlantic. Cooling periods associated with the latter deeper heat-sequestration mechanism historically lasted 20 to 35 years.

In unserem Buch “Die kalte Sonne” hatten wir bereits 2012 die 60-jährigen Ozeanzyklen als Hauptgrund für die Erwärmungspause der letzten anderthalb Jahrzehnte identifiziert. Es ist schön zu sehen, dass die Wissenschaft nun langsam aufholt und sich unseren Thesen anschließt. Wie diese Ozeanzyklen genau funktionieren, weiß bislang noch niemand so genau. Eine Idee ist, dass alle 60 Jahre Wärme in den Ozeanen versenkt wird, die nach einem halben Zyklus, also nach 30 Jahren, wieder an der Oberfläche auftaucht. Im BBC-Beitrag wird Tung wie folgt zitiert: (weiterlesen …)

Stell Dir vor es ist Klimagipfel – und keiner geht hin

Stell Dir vor es ist Klimagipfel – und keiner geht hin. Schon vor Monaten hatte der südkoreanische UN-Generalsekretär Ban Ki-moon fleissig Einladungskarten an die Führer der Erde verschickt, sie mögen sich doch bitte zu einem Klimawandel-Sondergipfel am 23. September 2014 in New York einfinden. Ziel der Veranstaltung sei es, sich auf konkrete Aktionen für eine CO2-ärmere Welt zu einigen um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden.

In der Huffington Post legte Ban Ki-moon Anfang September 2014 seine Beweggründe dar:

Ich habe die Welt bereist, um die Auswirkungen mit eigenen Augen zu sehen. Von der Arktis bis zur Antarktis, von den tief liegenden Inseln des Pazifiks, die durch den steigenden Meeresspiegel bedroht werden, bis zu den schmelzenden Gletschern Grönlands, der Anden und der Alpen. Ich habe sich ausbreitende Wüsten in der Mongolei und der Sahelzone gesehen und bedrohte Regenwälder in Brasilien. Überall habe ich mit den betroffenen Menschen gesprochen, die über die Bedrohung für ihre Lebensweise und ihre Zukunft durch den Klimawandel tief besorgt sind.

Sehr geehrter Herr Generalsekretär. Wenn Sie wirklich CO2 einsparen wollen, sollten Sie NICHT in Ihrem UN-Jet um die Welt jetten, um sich angeblich den Klimawandel mit eigenen Augen anzuschauen. Vielleicht haben Sie zwischenzeitlich mitbekommen, dass die Pazifik-Atolle lebende Korallengebilde sind, die dem Meeresspiegel hinterherwachsen. Die Gletscher sind bereits vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode geschmolzen, als es so warm wie heute war. Die Sahelwüsten breiten sich derzeit nicht etwa aus, wie Sie behaupten, sondern ergrünen. Die Regenwälder Brasiliens sind vor allem durch Abholzung wegen Palmöl und Biosprit bedroht. Hierüber sollte man tief besorgt sein, nicht so sehr über den Klimawandel.

Im Gegensatz zum UN-Generalsekretär haben offenbar viele Regierungschefs mitbekommen, dass hier die Wissenschaft überreizt hat. Immer mehr Forscher distanzieren sich explizit vom Katastrophengedankengut. Nach 16 Jahren ausgebliebener Erwärmung ist die Vertrauensbasis zwischen Politik und IPCC-Wissenschaftlern nachhaltig gestört. Wir hatten an Euch geglaubt, und ihr habt uns enttäuscht, beklagen sich nun die beleidigten Volksvertreter hinter vorgehaltener Hand.

Da wundert es nicht, dass kaum jemand mehr Lust auf den Klimagipfel-Zirkus hat. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hatte schon im Mai 2014 dankend abgelehnt. Sie hätte ganz wichtige Termine. Um was könnte es sich handeln? Noch findet sich in Merkels Online-Terminkalender kein Eintrag für den 23. September. Unverschiebbarer Frisörbesuch? Häkelabend mit den Freundinnen? Lassen wir uns überraschen.

Mitte August 2014 sagte dann der indische Premierminister Narendra Modi ab. Indien ist der drittgrößte CO2-Emittent der Erde. Vielleicht hatte man in Neu Delhi Angst wegen der geforderten “konkreten Maßnahmen” bekommen. Oder man hat sich einfach die Temperaturkurve angeschaut.

In Peking war man daraufhin not amused. Plötzlich hatte auch der weltgrößte CO2-Verursacher China keine Lust mehr auf New York. Der chinesische Präsident Xi Jinping fackelte nicht lange und stornierte sein Flugticket. Da kommt sowieso nichts bei den Verhandlungen heraus, ließ man die UN wissen.

Keine deutsche Kanzlerin, kein indischer Premierminister und auch kein chinesischer Präsident. Da wurde der UN-Generalsekretär sichtlich nervös und nominierte kurzerhand nach. Fündig wurde er in der politischen “Regionalliga”: Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch erklärte sich freundlicherweise bereit, zur Tagung an den East River zu reisen. Ban Ki-moon war hocherfreut, und der Gipfel war gerettet. Wenn alle Bonner Bürger sich ganz kräftig anstrengen, können sie den indischen und chinesischen CO2-Überschuss des kommenden Jahres vielleicht in geschätzt zwei Milliarden Jahren ausgleichen.

Überhaupt sieht es nicht allzu gut in Sachen Klimaverträgen aus. Das berühmte Kyoto-Protokoll lief Ende 2012 aus. Auf der damaligen Klimakonferenz in Doha hatten 144 Länder versprochen, einer Weiterführung des Vertrags bis 2020 zuzustimmen. Bis heute haben aber erst elf Staaten die Verlängerungsdokumente unterzeichnet. Haben es sich 133 Länder mittlerweile anders überlegt? Keiner der 28 EU-Staaten hat bislang unterschrieben, auch nicht Deutschland. Dafür sind aber schon Mauritius und Mikronesien mit dabei, die von Klimaschutzzahlungen profitieren würden.

Der klimaalarmistisch getriebene US-Präsident Barack Obama hat jetzt eingesehen, dass es keinen Sinn mehr macht, einen großen neuen internationalen Klimavertrag anzustreben. Das kann realistischerweise sowieso nicht klappen. In Paris Ende 2015 soll es daher lieber um ein nicht-bindendes Abkommen gehen. Das werden die Staatschefs dann eher unterschreiben. Denn sie müssten sich ja dann auch nicht daran halten, wenn sie keine Lust mehr haben…

 

Chef-Unterhändler der EU in Klimafragen Artur Runge-Metzger spricht am 18. Oktober 2014 in Göttingen

Am 18. Oktober 2014 lädt die Georg-August-Universität zum International Alumni Homecoming 2014 nach Göttingen ein. Artur Runge-Metzger, Chef-Unterhändler der EU in Klimafragen, spricht dabei zum Thema: “Vorreiter oder Verlierer? Zur Rolle der EU in der internationalen Klimaschutzpolitik.” Die Veranstaltung findet im neuen Gebäude des Max-Planck-Institutes für Sonnensystemforschung statt.

 

Geomar: Die Sonne steuerte das Klima in der Eiszeit

Die Sonne wars. Pressemitteilung des Geomar vom 4. September 2014:

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DIE SONNE STEUERTE DAS KLIMA IN DER EISZEIT

Unregelmäßigkeiten der Sonnenaktivität beeinflussten vor 20.000 Jahren das Klima

04.09.2014/Kiel. In einer Modellstudie rekonstruierten Klimaforscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel das Verhältnis zwischen Sonnenaktivität und Klima während der letzten Eiszeit. Sie konnten mit ihrem Klima-Chemie-Modell einen wesentlichen Beitrag zu einer Studie der schwedischen Lund University leisten, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience publiziert wurde.

Ein bekanntes Verhaltensmuster der Sonne ist ihre unregelmäßige Sonnenaktivität. Der bekannteste Aktivitätszyklus der Sonne ist der elfjährige Sonnenfleckenzyklus, bei dem sich alle elf Jahre Sonnenfleckenmaxima und -minima abwechseln. Es sind aber auch Schwankungen auf anderen Zeitskalen bekannt. Sonnenflecken sind Stellen auf der Oberfläche der Sonne, die dunkler erscheinen, weil sie Sonnenstrahlen mit  verminderter Leuchtkraft ins Universum abgeben. Gleichzeitig verlässt dort sehr energiereiche Strahlung, vor allem im UV-Bereich, die Sonne. Während des Sonnenfleckenminimums gibt es weniger Sonnenflecken und es kommt daher weniger energiereiche Sonnenstrahlung auf der Erde an, bei einem Sonnenfleckenmaximum ist es genau umgekehrt.

Mehr Sonnenstrahlung, insbesondere im UV-Bereich, führt im Sonnenfleckenmaximum zu einer Erwärmung der Stratosphäre (zwischen 15 und 50 km) in den Tropen und zu einer verstärkten Ozonproduktion. Dies führt wiederum über komplizierte Wechselwirkungsmechanismen zu Zirkulationsänderungen in der Atmosphäre, die bis zum Erdboden zu spüren sind. Die Mechanismen, wie Änderungen in der Sonnenaktivität die Atmosphäre beeinflussen, sind allerdings immer noch Gegenstand aktueller Forschung. Insbesondere wird über den Zusammenhang von großen Sonnenfleckenminima mit kalten, schneereichen Wintern spekuliert oder ob die momentan geringere Sonnenaktivität für die Pause in der globalen Erderwärmung verantwortlich sein könnte.

Wissenschaftlern der Universität Lund (Schweden) ist es jetzt in Kooperation mit den GEOMAR-Klimaforschern Prof. Dr. Katja Matthes und Dr. Rémi Thiéblemont gelungen, die Sonnenaktivität bis zur letzten Eiszeit zu rekonstruieren. Die Studie wurde im August in der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht. (weiterlesen …)

Eine Analyse der Sommertemperaturen in Deutschland

Von Josef Kowatsch und Stefan Kämpfe

Wem von den Lesern noch nicht bekannt war, dass die Jahrestemperaturen Deutschlands bereits vor der Jahrtausendwende einen abnehmenden Trend genommen haben, der möge sich mit folgender Grafik vertraut machen:

Grafik 1: Richtig ist: Die CO2-Konzentrationen nehmen weiter zu (kleine eingeblendete Grafik links unten), trotzdem sind die Jahrestemperaturen seit 1997 im Sinken. Somit nimmt die Klimaerwärmung nicht weiter zu, denn seit 17 Jahren wird es kälter. Diese Grafik zeigt deutlich, dass mehr CO2 keinesfalls zu einer weiteren Erwärmung führt. Alle Temperaturangaben sind Originalwerte des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

 

In früheren Artikeln haben wir – Leistenschneider, Kämpfe, Kowatsch – berichtet, dass die Wintertemperaturen den anderen Jahreszeiten vorauseilen. Denn bereits seit 25 Jahren haben die drei Wintermonate einen fallenden Temperaturtrend. Siehe Artikel auf EIKE. Wie verhalten sich nun die drei  Sommermonate Juni/Juli/August? Fangen wir bei den Temperaturbetrachtungen im Folgenden mit den einzelnen Monaten im Vergleich zum Jahresschnitt an und enden dann mit der Gesamtbetrachtung der drei Monate. Dass der Übergang zum sommerlichen Abkühlungstrend auch bereits begonnen hat, wollen wir im Folgenden näher beleuchten.

 

Der Monat Juni. Der erste Sommermonat

1998 war weltweit das wärmste Jahr und in Deutschland war es das Jahr 2000. Betrachten wir den ersten Sommermonat Juni seit 1998, dann stellen wir fest, dass mit 16,5°C zu 16,1°C kein großer Unterschied erkennbar ist. Dieser Juni 2014  war lediglich etwas kälter als der Juni 1998. Der deutlich wärmste Juni liegt 11 Jahre zurück und war im Jahre 2003. Davor und danach blieben die Juni-Temperaturen etwa gleich. Die Trendlinie für den Juni ist trotzdem leicht fallend in diesem Zeitraum, da 2003 noch zur ersten Hälfte der Grafik zählt.

Grafik 2: Der Juni zeigt eine ähnlich fallende Trendlinie wie die Jahrestemperaturen in Grafik 1, obwohl die CO2-Konzentration über den ganzen Zeitraum gestiegen ist.

 

Der Hochsommermonat Juli wird immer noch wärmer (weiterlesen …)

IPCC-Mitbegründer Bert Bolin hatte die klimatische Rolle der Ozeanzyklen bereits sehr wohl gekannt

Ein häufiges Argument der IPCC-Fraktion gegen die Ozeanzyklen und ihre Relevanz als wichtiger Klimafaktor ist, dass die modernen Temperaturmessungen nur zwei bis drei 60-Jahreszyklen zurückreichen. Damit könne man die quasizyklische Natur nicht nachweisen. Ein schöner Versuch, allerdings zeigt sich dabei vor allem die Unkenntnis des Bedenkenträgers über die Literaturlage. Denn etliche Forscherteams haben die verschiedenen Ozeanzyklen mithilfe von geologischen Rekonstruktionen mittlerweile weit in die Vergangenheit zurückverfolgen können. Die quasizyklische Natur ist daher gut belegt und der Abwehrversuch der klimaalarmistischen Seite läuft ins Leere. Im Folgenden werfen wir einen Blick in die neuesten Arbeiten zu diesem Thema. Weitere Literatur ist auch in unserem Buch „Die kalte Sonne“ genannt.

Rekonstruktion von Ozeanzyklen in der Vergangenheit

Deng et al. 2013: Rekonstruktion der PDO seit 1853 mithilfe von Korallen im Südchinesischen Meer

Olafsdottir et al. 2013: Rekonstruktion der AMO und NAO in Island für die vergangenen 3000 Jahre

Svendsen et al. 2014: Rekonstruktion der AMO für die vergangenen 200 Jahre

Chylek et al. 2012: Rekonstruktion der AMO für die vergangenen 660 Jahre anhand von Eiskernen
Auszug aus der Kurzfassung:
A longer time scale AMO component of 45–65 years, which has been seen clearly in the 20th century SST data, is detected only in central Greenland ice cores. We find a significant difference between the AMO cycles during the Little Ice Age (LIA) and the Medieval Warm Period (MWP). The LIA was dominated by a 20 year AMO cycle with no other decadal or multidecadal scale variability above the noise level. However, during the preceding MWP the 20 year cycle was replaced by a longer scale cycle centered near a period of 43 years with a further 11.5 year periodicity.

Chiessi et al. 2013: AMO in Brasilien während der letzten 5000 Jahre

Olsen et al. 2012: NAO der letzten 5200 Jahre
Auszug aus der Kurzfassung:
The North Atlantic Oscillation influences climate in the Arctic region and northern Europe. Reconstructions of circulation patterns associated with the North Atlantic Oscillation from a 5,200-year-long lake sediment record suggest that the atmospheric circulation responded to significant transitions in Northern Hemisphere climate.
Siehe auch Bericht in The Hockeyschtick.

 

Ozeanzyklen befeuerten Erwärmung 1977-1998

Ein schwedischer Wissenschaftler teilte uns mit, dass der IPCC in der Frühphase seines Wirkens durchaus die Bedeutung der Ozeanzyklen gekannt haben muss. Einer der IPCC-Mitbegründer, der 2007 verstorbene Bert Bolin, soll auf einem Treffen in der Gründungsphase des Weltklimarats in den 1980er Jahren offen über den 60-Jahres-Rhythmus der Ozeanzyklen geredet haben. Damals prognostizierte Bolin 30 Jahre Erwärmung, da die vorangegangenen 30 Jahre eher durch Abkühlung gekennzeichnet waren. Im Folgenden der Wortlaut der Email:

I have heard from a participant at this meeting, with politicians and party officials, Bolin explained: The last 30 years we have had a slight cooling. Before that 1910-1940 we had a warming period. Before that it was cooling. It seems that the temperature is going up and down with a period of 60 years, so it is reasonable to expect that the next 30 years will be warmer. Bolin obviously had some idea of PDO influence on climate already at this time. (weiterlesen …)

Vormals ungeliebte Ozeanzyklen schaffen in der Fachliteratur den Durchbruch: Temperaturentwicklung der letzten 100 Jahre wurde maßgeblich durch Ozeanzyklen geprägt

In unserem Buch „Die kalte Sonne“ wiesen wir vor zweieinhalb Jahren die deutsche Öffentlichkeit erstmals auf die große Bedeutung der Ozeanzyklen für die globale Temperaturentwicklung hin. In den Ozeanen pulsiert ein bedeutender 60-jähriger Zyklus, der die Temperaturen maßgeblich mitgestaltet. Wenn die Zyklen in ihre sogenannte positive Phase kommen, bringen sie zusätzliche Erwärmung, während sie in ihrer negativen Phase kühlen. Vergleicht man den globalen Temperaturverlauf mit der Entwicklung der Zyklen, wird dieser Zusammenhang überaus deutlich.

Trotz der erdrückenden Beweislast zogen es die IPCC-nahen Klimawissenschaftler dennoch vor, den Zusammenhang zu ignorieren, ja zu leugnen. Denn ein Eingeständnis wäre mit weitreichenden Folgen verbunden: Etwa die Hälfte der zwischen 1977-1998 festgestellten Erwärmung von einem halben Grad wäre nicht etwa dem CO2 zuzuschreiben, wie die IPCC-Modelle annahmen, sondern würden vielmehr von den Ozeanzyklen herrühren. Die CO2-Klimawirkung, die sogenannte CO2-Klimasensitivität, hätte reduziert werden müssen, was die apokalyptischen IPCC-Hitzeszenarien automatisch aus dem Verkehr gezogen hätte. Da man dies auf keinen Fall wollte, mauerte man einfach. Das müssen wohl zwei klimaleugnende Spinner sein, die in den Ozeanzyklen eine ernstzunehmende Konkurrenz für das CO2 vorschlugen.

Heute sieht die Situation bereits ganz anders aus. Die Ozeanzyklen sind als wichtige Klimafaktoren etabliert. Etliche Autoren bestätigten mittlerweile das Modell und konnten in begutachteten Fachartikeln zeigen, dass etwa die Hälfte der letzten Erwärmungsepisode auf die wärmenden Ozeanzyklen zurückging. Im Blog haben wir ausführlich über diese Publikationen berichtet:

 

Nun sind die Ozeanzyklen mittlerweile in eine kühlende Phase eingetreten. Seit 1998 weigern sich die Temperaturen anzusteigen. Die Beteiligung der Ozeanzyklen an dieser Erwärmungspause ist nun anerkannt und wird auch in den kommenden zwei Jahrzehnten eine Rolle spielen. Unsere entsprechenden Blogartikel finden Sie hier:

 

Eine ähnliche Analyse und Prognose hat auch Joseph D’Aleo im icecap-Blog veröffentlicht. Zyklenmäßig befinden wir uns derzeit auf dem Stand der 1950er Jahre, als es ebenfalls 30 Jahre lang nicht wärmer wurde. Das Ganze kann man sich auch in diesem Sachvideo anschauen:

Im Folgenden wollen wir uns auf einen Streifzug durch die neuere Ozeanzyklen-Literatur der vergangenen zwei Jahre begeben. Wie hat sich das Thema entwickelt, wer hat seine Meinung geändert und seine Blockadehaltung vielleicht aufgegeben?

Wir wollen mit einem kleinen Ratespiel beginnen, das wir aus dem Blog C3 Headlines entnommen haben. Betrachten Sie die beiden unten stehenden lila/grün-farbenen Kurven in (a) und (b). Die eine Kurve stellt die globale Temperatur dar, die andere den AMO-Ozeanzyklus der Atlantische Multidekaden-Oszillation. Können Sie erraten, wo die Temperatur und wo die AMO dargestellt ist? a oder b? Die schwarze Kurve in beiden Abbildungen ist die CO2-Entwicklung. Die grüne Kurve stellt die genauen Daten dar, die lilafarbene Kurve ist eine Glättung.

(a)

 

(b)

 

 

Schwierig oder? Hier die Auflösung: oben (a) ist die Temperatur abgebildet (HadCRUT) und unten (b) die AMO.

Mittlerweile wird immer klarer, dass die verschiedenen Ozeanzyklen der Erde (PDO, AMO, NAO…) nicht unabhängig voneinander schwingen, sondern miteinander verknüpft sind (siehe unseren Blogartikel „La Ola im Ozean: Die klimazyklische Stadionwelle“ sowie de Viron et al. 2013). So postulieren Yannick Peings und Gudrun Magnusdottir 2014 in einer Arbeit, dass die AMO der NAO um 10-15 Jahre vorausläuft, was Prognosemöglichkeiten bieten würde. Wenn man sich die Winter-NAO anschaut, ist es allerdings genau anders herum. Die Winter-NAO geht der AMOC zeitlich um etwa ein Jahrzehnt voran (siehe unseren Artikel hier). Bothun & Ostrander von der Universität von Oregon beschrieben das Zusammenspiel von PDO und AMO. (weiterlesen …)

Stellungnahme von Fritz Vahrenholt zum Entwurf des Klimaschutzgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt

Im Rahmen einer Anhörung zum Entwurf des Klimaschutzgesetzes der GRÜNEN gab Fritz Vahrenholt am 3. September 2014 im Landtag Sachsen-Anhalt folgende Stellungnahme ab:

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Stellungnahme
zum Entwurf des Klimaschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt – Gesetzentwurf Fraktion Bündnis90/Die GRÜNEN

von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung,Hamburg

1. Problem und Regelungsbedarf

Der Entwurf des Gesetzes geht davon aus, dass die globale Erwärmung ihre Ursache allein in den anthropogen verursachten CO2-Emissionen hat. In der Tat ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts ein Temperaturanstieg zu verzeichnen, besonders ausgeprägt von 1977 bis  1998 mit 0,5 ° C. Der Gesetzentwurf folgert daraus, dass nur durch ein dramatisches Absenken der CO2-Emissionen ein globaler Temperaturanstieg auf 2°C begrenzt werden könne. Daher wird gefordert, die Emissionen in Sachsen-Anhalt bis 2050 auf 10% der heutigen Emissionen zu senken (1 t pro Einwohner).

Die Prämisse ist unzutreffend und die Schlußfolgerungen sind verheerend für die ökonomische, soziale und ökologische Perspektive des Landes. Es gibt viele Stimmen, auch von Wissenschaftlern, die behaupten, „dass es einen extrem einfachen, quasi linearen Zusammenhang gibt zwischen der globalen Mitteltemperatur und der Gesamtmenge von CO2, die in den nächsten Jahrzehnten in die Umwelt geblasen wird.“

Klimaschwankungen hat es aber nachweislich seit tausenden von Jahren ohne Einfluss von CO2 gegeben. (Abb.1)

Kein Zweifel: CO2 hat eine klimaerwärmende Wirkung, ohne Rückkopplungseffekte sind dies etwa 1,1°C bei einer Verdopplung der CO2-Konzentration. Und es besteht auch kein Zweifel, dass CO2 in den letzten 150 Jahren von 0,029 % auf 0,040 % in der Atmosphäre angestiegen ist. Aber in der gleichen Zeit ist die Aktivität des solaren Magnetfeldes in seit tausend Jahren außergewöhnlich starker Weise angestiegen (Abb.2).

Hinzu kommen natürliche Schwankungen der Meeresströmungen, die in einem etwa 60 jährigen Zyklus von einer Kaltphase zur Warmphase wechseln (Abb. 3). (weiterlesen …)

Kollabierender Babyeisberg in Neufundland, fliegender Hai-Schwarm über Los Angeles und paarungsunwillige antarktische Seebärenweibchen: Schuld hat stets der Klimawandel !

Im Mai 2014 wurde der Klimaforscher Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe in den Ruhestand verabschiedet. Gerstengarbe war Mitbegründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und dortiger Abteilungsleiter und Vorstandsvertreter. Die Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN) brachten anlässlich seiner Pensionierung am 28. Mai 2014 ein Portrait des Klimaforschers unter der Überschrift “Immer die Treppe heraufgefallen”. Wir hatten an dieser Stelle über den Artikel bereits berichtet (siehe “Mitbegründer des Potsdam-Klimainstituts Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe übt sich anlässlich seiner Pensionierung in Bescheidenheit: “Ich habe in Veröffentlichungen noch nie danebengelegen” “).

Im PNN-Portrait hatte Gerstengarbe behauptet, “Klimaskeptiker wie Fritz Vahrenholt oder Michael Limburg” würden Klimagraphiken fälschen. Wörtlich hieß es im Originalbeitrag:

„Die fälschen Grafiken. Irre!“

Das ist natürlich Unsinn, und Gerstengarbe weiß dies auch. Weshalb er dies im Interview sagte, bleibt unklar. Nach Protest durch Michael Limburg auf EIKE mussten die Potsdamer Neuesten Nachrichten am 18. Juni 2014 eine Richtigstellung abdrucken:

Richtigstellung

In dem PNN-Beitrag „Immer die Treppe heraufgefallen“ vom 28. Mai 2014 wurde der Potsdamer Klimaforscher Professor Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe in Bezug auf eine Gruppe von Klima-Skeptikern wie folgt zitiert: „Die fälschen Grafiken. Irre“. Dazu stellt Michael Limburg für seine Person fest: „Diese Aussage ist sachlich falsch. Sie ist zudem ehrabschneidend.“ PNN

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Am 23. Juli 2014 stand in der Mittelbayerischen:

Ein Fahrplan gegen den Klimawandel
Die Stadt hat in einem Fahrplan 170 Ideen gesammelt, wie Nürnberg den Klimawandel bremsen – und die Folgen dämpfen kann. Auch die Bürger machen mit.

Bürgerbeteiligung ist immer gut. Aber hat man den Leuten eigentlich gesagt, dass es seit 16 Jahren gar nicht mehr wärmer geworden ist? Schieben Sie doch spaßeshalber einmal den Zeiger auf der Temperatur-Statistik-Weltkarte des New Scientist auf Nürnberg. Resultat: Keine Erwärmung in den letzten anderthalb Jahrzehnten.

Insgesamt sind 170 Vorschläge erarbeitet worden, wie die Stadt einerseits den Klimawandel bremsen und sich andererseits dem veränderten Klima besser anpassen kann. Beispielsweise schlägt der Klimafahrplan vor, die Preise für den Öffentlichen Nahverkehr zu begrenzen. Auf der anderen Seite sollen die Parkgebühren angehoben werden.

Ob da wohl der Inhaber der Nürnberger Parkhäuser mitgeplant hat? Ein schönes Extrageschäft, möglich gemacht durch die Drohkulisse “Klimakatastrophe”. Die Preisreduktion im Nahverkehr ist natürlich zu begrüßen, ganz unabhängig vom Klimawandel.

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Auf der Webseite des dagelijkse Standaard erschien am 24. Juli 2014 ein Artikel über Sebastian Lünings Vortrag auf der ICCC9-Klimatagung in Las Vegas:

Duitse geoloog Sebastian Lüning: ‘Klimaathype is over hoogtepunt heen’
Sebastian Lüning (geoloog) is samen met Fritz Vahrenholt coauteur van ‘Die kalte Sonne’, waarin de nadruk op de rol van de zon wordt gelegd in de klimaatverandering. Na publicatie kregen zij golven vitriool van de klimaatalarmisten over zich heen. Het boek is nu ook in het Engels vertaald: ‘The Neglected Sun’. Tijdens de recente Heartland klimaatconferentie in Las Vegas (zie ook hier) gaf Sebastian Lüning een overzicht van de laatste stand van zijn onderzoek. Zie hier. Tijdens de conferentie werd hij geïnterviewd door Bill Jasper. Onder de titel, ‘German Geologist Sebastian Lüning Slams IPCC Climate Science: “A Lot Of The Claims Are Just Not True”’, schreef Pierre Gosselin daarover op zijn blog:

Weiterlesen im dagelijkse Standaard.

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Seltsame Tiergeschichte auf Spiegel Online am 24. Juli 2014: (weiterlesen …)

Klimaaktivisten schlagen genetische Veränderung des Menschen vor, um CO2-Emissionen zu verringern

Spiegel Online wies am 6. Februar 2014 auf einen tollen Online-Sturm-Service hin:

Drehen Sie den Sturm-Globus
Ein Sturm rauscht gerade auf Deutschland zu. Mit einem digitalen Globus lässt sich sein Lauf live verfolgen. Ein faszinierender Atlas zeigt alle Winde und Temperaturen auf Erden – er offenbart auch den Antrieb der weltweiten Luftströmungen.
Sie wollen wissen, wie das Wetter wird? Schauen Sie doch selbst! Aber nicht auf die üblichen Wetterkarten, auf denen die Dynamik der Luft zu einem statischen Zeichenmysterium aus Strichen und Linien erstarrt. Drehen Sie den neuen Globus (bitte im Firefox- oder Crome-Browser öffnen!), der jeden Sturm zeigt, der gerade über die Erde tobt. Der Atlas offenbart das weltumspannende Windsystem, er gibt Einblick in die Ursachen der mächtigen Luftturbinen.

Weiterlesen auf Spiegel Online

Eine Benutzeranleitung gibt es auf youtube:

 

Hört sich interessant an? Hier gehts zum Sturm-Globus.

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Saarbrücker Zeitung am 14. Juli 2014:

Jugendrotkreuz macht mobil wegen Folgen des Klimawandels
Die Folgen des immer weiter voran schreitenden Klimawandels sind eine Herausforderung. Aus diesem Grund hat die Abteilung Jugendrotkreuz des DRK Kreisverband Neunkirchen am Samstag auf dem Stummplatz in Neunkirchen einen Informationstag zum Thema Klimawandel veranstaltet. [...] Den Rahmen einer Info-Veranstaltung des Jugendrotkreuz Kreisverband Neunkirchen am Samstag auf dem Neunkircher Stummplatz bildete die Kampagne „Klimahelfer. Änder’ was, bevor’s das Klima tut.“

Haha. Schöner Slogan. Ob sich die jungen Klimaaktivisten wohl mit den fachlichen Grundlagen ihres Themas bereits beschäftigt haben? Worum geht es konkret?

„Die Genfer Konvention greift nicht bei Klimaflüchtlingen, da sich diese lediglich auf Flüchtlinge aus Kriegsgebieten beschränkt. Menschen die an den Folgen klimatischer Veränderungen leiden, haben daher keine Möglichkeit Asyl zu erhalten“, erklärte der engagierte Helfer Stefan König (25) aus Hüttigweiler.

Was meint der “engagierte Helfer” mit Klimaflüchtling? Selbst der IPCC räumt ein, dass bisher keine Steigerung von Extremwetter zu belegen ist. Wie kann es dann Klimaflüchtlinge geben? Das Thema “Klimaflüchtling” ist beim Jugendrotkreuz nicht ganz neu. Bereits Mitte 2012 hatten wir an dieser Stelle berichtet (siehe unseren Blogartikel “Jugendrotkreuz möchte afrikanische Klimaflüchtlinge aufnehmen“.

Interessant auch die Vorschläge anderer Klimaaktivisten. Bill McKibben, Professor am US-amerikanischen Middlebury College, sprach sich 2013 in der Los Angeles Times dafür aus, die Grenzen der USA für Immigranten aus Entwicklungsländern weiter zu öffnen, um die globale Erwärmung zu bekämpfen. Zwar würden diese Immigranten ihren CO2-Fußabdruck durch die Anpassung an die amerikanische Lebensweise erhöhen, jedoch würden sie auch weniger Kinder als in ihren Ursprungsländern bekommen, was dann unter dem Strich zu weniger Treibhausgasemissionen führen würde. Ein faszinierender Gedanke. McKibbens verworrene Argumentation zeigt, wie sehr sich einige Klimaaktivisten von der Realität entfernt haben, indem sie alles und jedes nur noch unter dem singulären Gesichtspunkt des Treibhausgasausstoßes betrachten. Offensichtlich ist hier eine gefährliche Klimareligion entstanden, deren gesättigte Akteure jeglichen Realismus für die wahren Probleme in der Gesellschaft und in der Natur verloren haben.

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Dan Pangburn ist auf der richtigen Spur. In einer Analyse fand er, dass Sonnenaktivitätsschwankungen und Ozeanzyklen die beiden bedeutendsten Antriebsfaktoren des Klimawandels sind.

Siehe Details in The Hockeyschtick.

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Die New York Times brachte am 15. Juli 2014 ein lesenswertes Portrait über den Klimawissenschaftler John Christy: (weiterlesen …)

Mysteriöse Häufung von Schellnhubers Veröffentlichungen in Zeitschrift der National Academy of Science: Wussten Sie, dass Mitglieder ihre PNAS-Gutachter selber auswählen dürfen?

Haben Sie sich auch schon einmal gewundert, weshalb Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) so fleissig in den Proceedings of the National Academy of Science of the USA (PNAS) publiziert? Manchmal ist auch sein Kollege Stefan Rahmstorf als Coautor mit von der Partie. Ein kürzlicher Nachrichtenbeitrag von Peter Aldhous in Nature vom 18. Juni 2014 könnte Schellnhubers mysteriöse Präferenz erklären. Aldhous schreibt:

In April, the US National Academy of Sciences elected 105 new members to its ranks. Academy membership is one the most prestigious honours for a scientist, and it comes with a tangible perk: members can submit up to four papers per year to the body’s high-profile journal, the venerable Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), through the ‘contributed’ publication track. This unusual process allows authors to choose who will review their paper and how to respond to those reviewers’ comments. For many academy members, this privileged path is central to the appeal of PNAS. But to some scientists, it gives the journal the appearance of an old boys’ club. “Sound anachronistic? It is,” wrote biochemist Steve Caplan of the University of Nebraska, Omaha, in a 2011 blogpost that suggested the contributed track could be used as a “dumping ground” for some papers.

Das ist ja er Hammer: Mitglieder der National Academy of Sciences (NAS) können sich die Gutachter ihrer eingereichten Manuskripte offenbar selber aussuchen. Ein Verfahren mit fadem Beigeschmack. Die Mitgliederliste der NAS ist im Internet frei verfügbar bzw. durchsuchbar. Und dreimal dürfen Sie raten: Hans Joachim Schellnhuber ist seit 2005 Mitglied in der NAS. Auffällig ist die Häufung von Arbeiten in den PNAS nach 2005. Davor hatte Schellnhuber dort kaum publiziert, nach seiner Wahl in die NAS kommt es dann zur regelrechten Paper-Lawine. Hier ein Auszug aus Schellnhubers Publikationsliste:

Ludescher, J., Gozolchiani, A., Bogachev, M. I., Bunde, A., Havlin, S., and Schellnhuber, H. J. (2014). Very Early Warning of Next El Niño, PNAS 111, 2064 (doi/10.1073/pnas.1323058111)

Petoukhov, V., S. Rahmstorf, S. Petri and H.J. Schellnhuber, 2013: Quasiresonant amplification of planetary waves and recent Northern Hemisphere weather extremes. Proceedings of the National Academy of Science of the USA, 110, 5336–5341, doi:10.1073/pnas.1222000110 .

Schellnhuber, H. J., Frieler, K., Kabat, P. (2013). Global Climate Impacts: A Cross-Sector, Multi-Model Assessment Special Feature – Introduction: The elephant, the blind, and the intersectoral intercomparison of climate impacts. doi:10.1073/pnas.1321791111 [Link]

Piontek, F. et al. (including Schellnhuber, H. J.) (2013). Global Climate Impacts: A Cross-Sector, Multi-Model Assessment Special Feature: Multisectoral climat impact hotspots in a warming world. doi:10.1073/pnas.1222471110 [Link]

Ludescher, J. et al. (including Schellnhuber, H. J.) (2013). Improved El Niño forecasting by cooperativity detection. Online First: doi: 10.1073/pnas.1309353110

Dangerman, J., Schellnhuber, H. J. (2013). Energy Systems Transformation. PNAS, 10.1073/pnas.1219791110

Donges, J. et al. (including Schellnhuber H. J.) (2011). Nonlinear detection of paleoclimate-variability
transitions possibly related to human evolution. PNAS 108, 20422

Schellnhuber, H. J. (2011). Geoengineering: The good, the MAD, and the sensible. PNAS 108, 20277

Wu, Y., Zhou, C., Xiao, J., Kurths, J., Schellnhuber, H. J. (2010). Evidence for a bimodal distribution in human Communication. PNAS  107, 18803

Hall, J., Held, H., Dawson, R., Kriegler, E. and Schellnhuber, H. J. (2009). Imprecise probability assessment of tipping points in the climate system. PNAS 106, 5041

Hofmann, M. and Schellnhuber H. J. (2009). Ocean acidification affects marine carbon pump and triggers extended marine oxygen holes. PNAS 106, 3017

Schellnhuber, H. J. (Ed.) (2009). Tipping Elements in Earth System. Special Feature PNAS 106, 20561-20621 [Link]

Schellnhuber, H. J. (2009). Tipping Elements in the Earth System (Introductory Perspective). PNAS 106, 20561

Lenton, T., H. Held, E. Kriegler, J. Hall, W. Lucht, S. Rahmstorf, and H. J. Schellnhuber, 2008: Tipping elements in the Earth’s climate system. Proceedings of the National Academy of Sciences, 105, 1786-1793.

Schellnhuber, H. J. (2008): Global warming: Stop worrying, start panicking? – Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. PNAS 105, 38

Bei freier Wahl der Gutachter sind Gefälligkeitsgutachten Tür und Tor geöffnet. Wie unabhängig war das Begutachtungsverfahren der zahlreichen Schellnhuber-Arbeiten in den PNAS wirklich? Zeit für Antworten.

 

Mit Dank an WUWT.
Siehe auch "Zweifel an Hans-Joachim Schellnhuber mehren sich: Teile der deutschen Politik haben genug von seinem Klimaalarmismus"

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Die Sonnenaktivität ist nicht stabil, sondern schwankt innerhalb bekannter Grenzen. Was genau diese Schwankungen auslöst, ist noch immer schlecht bekannt. Rodolfo Gustavo Cionco und Willie Soon präsentieren im Fachjournal “New Astronomy” ein Modell, in dem solare Minima entstehen, wenn die Sonne dem sogenannten Baryzentrum am nächsten kommt. Mit Baryzentrum (griechisch „Schwerezentrum“) bezeichnet man in der Himmelsmechanik den Massenmittelpunkt eines Systems von zwei oder mehreren Himmelskörpern, in diesem Fall des Sonnensystems mit den Planeten. Auf Basis dieser Hypothese spekulieren die beiden Forscher auch über kommende solare Minima im 200-Jahrestakt, die offenbar dem Suess/de Vries-Rhythmus folgen. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit: (weiterlesen …)

Verwirrung bei der Neuen Zürcher Zeitung: Wer sind die wirren Experten?

Schlimmer Klimaalarmismus in der Sächsischen Zeitung am 25. Juli 2014:

Mehr Hitzetage im Osterzgebirge
Die Klimamodelle und die Expertenprognosen sind eindeutig. Sie bringen neue Herausforderungen.

Eindeutige Expertenprognosen? Dann werden auch Kinder eindeutig vom Storch gebracht und Weihachtsgeschenke eindeutig vom Santa Claus, keine Diskussion.

Die Intensität und Häufigkeit wetterbedingter Katastrophen steigt spürbar. Die meisten sind menschengemacht.

Menschengemacht. Da sind wir mal gespannt. Die Wissenschaft ist hier nämlich noch ziemlich unsicher. Aber wenn der Redakteur der Sächsischen Zeitung das sagt, muss es wohl stimmen. Vermutlich hat er ein vieljähriges klimatologisches Abend- oder Fernstudium als fachliche Grundlage.

Von Überschwemmungen und Tsunamis in Südostasien, sintflutartigen Regenfällen und Schneestürmen in den USA bis hin zu Erdbeben in Mittelmeerregionen berichten Medien in immer kürzeren Abständen. Wetterextreme häufen sich.

An dieser Stelle entlarvt sich der Autor dann leider selber als Stümper. Tsunamis werden durch Erdbeben ausgelöst, haben nun wirklich nichts mit dem Klimawandel zu tun. Dasselbe gilt für Erdbeben in der Mittelmeerregion. Überschwemmungen hat es zudem im östlichen Asien stets gegeben:

 

Schneestürme in den USA durch die Klimaerwärmung? Witz komm raus, Du bist umzingelt. Und warum berichten die Medien in immer kürzeren Abständen? Das müsste man mal die Medien fragen. Vielleicht weil es heute viel mehr Medien gibt und die Leser per iphone, ipad & Co immer hochfrequenter informiert werden wollen? Einen Hinweis auf den Klimawandel gibt dies jedenfalls nicht.

Eigentlich lohnt es sich bei dieser Einleitung gar nicht mehr weiterzulesen. Aber wir machen es trotzdem:

Doch nicht nur in weiter Ferne, auch bei uns nehmen sie zu. Das haben Wissenschaftler jetzt erstmals in Langzeitmodellen für einzelne Regionen Deutschlands erfasst und auch für Laien anschaulich dargestellt. Auf der Internetseite Klimafolgenonline.com können sich Interessierte über das Klima der Zukunft informieren.

Die Berechnungen von Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgeforschung zeigen auf, welche Herausforderungen auf einzelne Regionen durch die globale Erwärmung zukommen. Anhand von zwei Modellen haben das die Wissenschaftler anschaulich gemacht. Das erste Modell rechnet mit gutem Klimaschutz. Es geht von einem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur von bis zu zwei Grad aus, beim zweiten von einem Anstieg um vier Grad, erklärt Wissenschaftler Thomas Nocke. Sicher sei davon auszugehen, dass die globale Erwärmung irgendwo zwischen beiden Modellen liegen wird. „Das hängt auch davon ab, inwieweit sich Staaten über gemeinsame Klimaziele einigen. Derzeit geht die Entwicklung deutlich in Richtung des Modells von vier Grad“, sagt Nocke.

Weiterlesen in der Sächsischen Zeitung (nur für Abonnenten)

Tja, und es sieht leider so aus, als wenn die wahre Erwärmung deutlich unter dem geringsten Szenario auf der genannten Webseite liegt. Das PIK sollte schleunigst Karten für CO2-Klimasensitivitäten von 2,0°C und 1,0°C/CO2-Verdopplung nachlegen. Ansonsten sind die Karten und Prognosen dort wenig sinnvoll.

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Unerwartete Meldung am 20. Juni 2014 in Spektrum der Wissenschaft: (weiterlesen …)

Medienwissenschaftler Sebastian Vehlken: Klimamodelle haben ein Eigenleben entwickelt, bei dem harte Messdaten manchmal nur stören

Ähnlich wie die deutsche Regierung kurzerhand die Atomkraft in Deutschland verboten hat, träumen nun grüne Thinktanks davon, den großen Erdölfirmen die Ölreservern wegzunehmen und ihren Börsenwert damit zu entwerten. Begründet wird dies mit der angeblich drohenden Klimakatastrophe. Es wird das Bild einer “Kohlenstoffblase” (genauer müsste es eigentlich CO2-Blase heißen) skizziert, die irgendwann platzt und die Erde in den Hitzetod schickt. Die österreichische Zeitung Die Presse berichtete am 5. Juli 2014 über die Kampagne:

„Wenn die Lebensumstände unerträglich werden, greifen irgendwann auch die renitentesten Regierungen ein“, ist Emanuel Heisenberg überzeugt. Der Enkel des großen Physikers treibt für den Berliner Thinktank, Stiftung Neue Verantwortung, die Debatte voran. Die zweite Zahl: 900 Gigatonnen. Diese Menge an Kohlendioxid dürfen wir noch durch Verbrennung fossiler Energieträger in die Atmosphäre blasen, wenn wir die Zwei-Grad-Grenze mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent einhalten wollen. Dieses CO2-Budget haben die Analysten von Carbon Tracker errechnet, auf Basis der Modelle der Internationalen Energieagentur (IEA).

Irrt der Markt? Erst die dritte Zahl bereitet Kopfzerbrechen: 2860 Gigatonnen. So viel CO2 steckt in den nachgewiesenen Reserven an Erdöl, Erdgas und Kohle. Sie gehören Staaten oder privaten Energiekonzernen, die sich ihr Kapital an den Börsen holen. Die Menge ist über dreimal so hoch wie das gerade noch klimaverträgliche CO2-Budget. Wird sie zur Gänze verbrannt, sagt Heisenberg, „steuern wir kerzengerade auf weit über vier Grad zu – auf den Kollaps“. Aber die Konzerne scheint das nicht zu beeindrucken: Sie explorieren eifrig weiter. Das kostet sie jährlich fast 700 Mrd. Dollar. Die Blase bläht sich also weiter auf.

Was passiert, wenn sie platzt? Dass Reserven nachgewiesen sind, bedeutet auch: Sie stehen in den Büchern. An der Börse bestimmen die ungehobenen Schätze den Marktwert mit. Das zeigte sich etwa, als Shell 2004 sie buchhalterisch um ein Fünftel reduzieren musste. Der Kurs brach um zehn Prozent ein, der Energiemulti war plötzlich um 4,4 Mrd. Euro weniger wert. Nun geht es aber um andere Dimensionen: Nach der Logik von Carbon Tracker sind die Reserven um zwei Drittel überbewertet. Die Großbank HSBC schätzt: Müssen die Konzerne so massiv abwerten, bricht ihre Börsenwert um 40 bis 60 Prozent ein.

Der Zusammenbruch der Erdölkonzerne ist das erklärte Ziel der Aktivisten. Ein Spiel mit dem Feuer. Das Verbot der Atomkraft hat in Deutschland die großen Energiekonzerne ins Taumeln gebracht. Die fehlgeleitete Energiewende hat die Strompreise exlodieren lassen. Auf stetig fließendes russisches Gas kann man sich nicht mehr verlassen. Und nun soll auch noch das Öl zerstört werden? Wo ist der Speicher, der erneuerbaren Strom puffert, so dass die Erneuerbaren Energien grundlastfähig werden? Weiß der Enkel des berühmten Heisenbergs eigentlich was er da tut?

Zum Glück lässt Die Presse auch kritische Stimmen in der gleichen Ausgabe zu Wort kommen. Der Energieexperte Geoffrey Styles bringt es auf den Punkt: Vieles deutet momentan daraufhin, dass die CO2-Klimasensitivität vom IPCC viel zu hoch angesetzt ist. Nimmt man realistischere Werte an, so erwärmt sich die Erde nicht um die von Heisenberg Jr. Jr. genannten vier Grad, sondern vermutlich nur um ein oder zwei Grad.

Unsichere Daten, unreife Alternativen zu Öl und Gas: US-Energieexperte Geoffrey Styles glaubt nicht an die Blase.

DIE PRESSE: Gibt es eine Kohlenstoffblase? (weiterlesen …)

Deutsche Studie fordert eine stärkere Berücksichtigung natürlicher Schwankungen bei der Meeresspiegelbetrachtung

Der Meeresspiegel ist ein wichtiges Thema in der aktuellen Klimadiskussion. In Anlehnung an die Sintflut schüren Anhänger des Klimakatastrophengedankens immer wieder Angst in der Bevölkerung. Sie behaupten, der Meeresspiegelanstieg hätte sich in letzter Zeit beschleunigt, was jedoch bei nüchterner Betrachtung der Fakten schlichtweg falsch ist (siehe hier, hier, hier). Auch haben wir mehrfach darauf hingewiesen, dass die Meeresspiegelentwicklung maßgeblich durch Ozeanzyklen mitgeprägt wird, die üblicherweise im Maßstab von mehreren Jahrzehnten (oft 60 Jahre) operieren (siehe hier, hier, hier).

Allmählich trauen sich immer mehr Wissenschaftler, den alarmistischen Meeresspiegelthesen zu widersprechen. So erschien Anfang August 2014 eine Arbeit in den Geophysical Research Letters eines Teams um Sönke Dangendorf von der Universität Siegen. Die Forscher warnen, dass die natürliche Variabilität bei der Meeresspiegelbetrachtung zu wenig berücksichtigt wurde. Insbesondere bei der Frage, ob sich der Meeresspiegel in letzter Zeit beschleunigt hat, müssen natürliche Schwankungen viel mehr einbezogen werden. Bereits im Oktober 2013 hatte eine Wissenschaftlergruppe der University of Colorado Boulder in derselben Fachzeitschrift eine Studie herausgebracht, in der sie zeigen konnten, dass Ozeanzyklen den Meeresspiegelanstieg in den letzten 20 Jahren verstärkt haben.

Im Folgenden die Kurzfassung der neuen Arbeit von Dangendorf und Kollegen (Fettsetzung ergänzt):

EVIDENCE FOR LONG-TERM MEMORY IN SEA LEVEL
Detection and attribution of anthropogenic climate change signals in sea level rise (SLR) has experienced considerable attention during the last decades. Here we provide evidence that superimposed on any possible anthropogenic trend there is a significant amount of natural decadal and multidecadal variability. Using a set of 60 centennial tide gauge records and an ocean reanalysis, we find that sea levels exhibit long-term correlations on time scales up to several decades that are independent of any systematic rise. A large fraction of this long-term variability is related to the steric component of sea level, but we also find long-term correlations in current estimates of mass loss from glaciers and ice caps. These findings suggest that (i) recent attempts to detect a significant acceleration in regional SLR might underestimate the impact of natural variability and (ii) any future regional SLR threshold might be exceeded earlier/later than from anthropogenic change alone.

Im September 2013 hatte ein Team um Thomas Wahl aus dem selben Institut der Universität Siegen in einer Arbeit im Fachjournal Earth Science Reviews darauf hingewiesen, dass der Meeresspiegel in der Nordsee seit 100 Jahren mit konstanter Geschwindigkeit steigt und hier keinerlei Beschleunigung zu erkennen ist. Umso kurioser erscheint daher der Hinweis in der Dangendorf-Arbeit auf einen möglicherweise schnelleren Anstieg als bislang gedacht. Vermutlich war dies ein Kompromiss, da einer der Autoren – Diego Rybski – vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) stammt und sich sonst seine wissenschaftliche Zukunft in Potsdam verstellt hätte.