News und Termine

Park Sanssouci klimatisch bedroht? Damals und heute – ein Vergleich

Von Walter Fett

Während seiner Regierungszeit 1740-1786 legte Friedrich der Große, genannt der „Alte Fritz“, den Park von Sanssouci in Potsdam an. Interessanterweise stieg bereits im Verlauf des 18. Jahrhunderts – wohlgemerkt bei niedrigstem CO2-Gehalt der Luft – die grob gemittelte Temperatur im Berlin-Potsdamer Raum um knapp ein Grad an. Dieses können wir aus der erfreulich weit zurückreichenden Beobachtungsreihe von Berlin-Dahlem schließen, nur 20 km von Sanssouci abgelegen (Abbildung 1). Es ist nicht bekannt, dass sich in der Zeit des Heranwachsens des Parks der Temperaturanstieg, direkt oder indirekt, besonders schädlich ausgewirkt hätte.

Ein ähnliches Schicksal könnte man nun auch zwei Jahrhunderte später erwarten. Da erlebte ein „Fritzchen Müller“ eine vergleichbare Temperaturerhöhung. Auch erreichte die Temperatur nicht mehr als nur das damalige Niveau. Man könnte daher meinen, dass das Schicksal der Parknatur dem damaligen – letztlich eher harmlosen – in etwa gleichen müsste. Abgesehen davon, dass angesichts des inzwischen wesentlich höheren CO2-Gehalts sogar mit einer Wachstumsförderung zu rechnen ist.

Wie seinerzeit nach dem Temperatur-Maximum die Umkehr zu einer Abkühlung erfolgte, erleben wir auch jetzt seit anderthalb Dutzend Jahren, dass die weltweite Temperatur nicht mehr zunimmt. Warum also sollte man sich um den Park besonders sorgen? Warum sollte es diesmal dem Park schlechter ergehen?

Ungeachtet dieser Entwicklung hält es die Stiftung für Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) für geboten, wegen der „zu erwartenden Probleme“(!) eine dreitägige internationale Fachtagung „Historische Gärten im Klimawandel“ unter der apokalyptisch klingenden Ankündigung „Sanssouci in Klimanot“ zu veranstalten (siehe Presseinformation der SPSG unten). Nichts gegen generelle Untersuchungen über die Klimaabhängigkeit – auch die eines Parks. Jedoch das jedwede – und eventuell nicht unwillkommene – zeitgemäße Herhalten einer Klimadramatik erscheint uns doch bedenklich, – es sei denn, man hätte letztlich eine vorläufige Beruhigung der Öffentlichkeit im Auge, also dann sich schon treffender zumindest im Sinne einer Fragestellung geäußert, wie: „Sanssouci in Klimanot ?

Abbildung 1: Temperaturentwicklung in Berlin-Dahlem während der vergangenen 300 Jahre.

————————————-

Presse-Information der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)

Internationale Fachtagung “Historische Gärten im Klimawandel”
Donnerstag, 4. September bis Samstag, 6. September 2014
Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Str. 10-11, und Orangerieschloss, Park Sanssouci, Potsdam

Sanssouci in Klimanot

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und Deutsche Bundesstiftung Umwelt richten Fachtagung zum Thema “Historische Gärten im Klimawandel” ausDie Auswirkungen des globalen Klimawandels sind in der Region Berlin-Brandenburg bereits heute nachzuweisen. Zunehmende Trockenheit, häufiger auftretende Wetterextreme mit Stürmen und Starkregen haben deshalb auch Folgen für Erhalt und Pflege der historischen Gärten der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Potsdam-Berliner Kulturlandschaft. In welcher Weise die Gartendenkmalpflege darauf in Zukunft reagieren muss, um diese einzigartigen  Kulturdenkmale zu bewahren, ist bisher jedoch nur in Ansätzen fachlich diskutiert worden.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) wird deshalb vom 4. bis 6. September 2014 die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Internationale Fachtagung “Historische Gärten im Klimawandel” in Kooperation mit der UNESCO und dem Internationalen Rat für Denkmalpflege ICOMOS ausrichten.

Neben national und international anerkannten Spezialisten der Gartendenkmalpflege haben renommierte Klimaforscher und Naturwissenschaftler ihre Teilnahme zugesagt. Zu den Referenten werden unter anderem der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Hans Joachim Schellnhuber, der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Klaus Töpfer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) und Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), gehören. (weiterlesen …)

Hessischer Starkregen aus dem Juli 2014 eine Folge des Klimawandels? Eher unwahrscheinlich. Statistiken zeigen eine Abnahme schwerer sommerlicher Regengüsse während der letzten 100 Jahre

Endlich mal wieder schlechtes Wetter, darauf hatte man beim Potsdaminstitut für Klimafolgenforschung (PIK) schon gehofft: Ein Gewitter in Hessen musste jetzt als Kronzeuge für den Klimawandel herhalten. Die Welt bot dem PIK am 16. Juli 2014 die entsprechende Bühne:

Gewitterserie über Mittelhessen könnte Folge des Klimawandels sein
Die tagelangen Gewitter mit schweren Regenfällen in Mittelhessen könnten Folgen des Klimawandels sein. Klimaforscher sehen deutliche Hinweise dafür. «Das passt ins Bild», sagt Peter Hoffmann vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Allerdings sei die Datenbasis noch zu gering, um solche Einzelereignisse eindeutig direkt dem Klimawandel zuzuordnen.

Eine schöne Formulierung, an der hatte die PIK-Mannschaft sicher lange gefeilt: “Das passt ins Bild”. Aber eigentlich weiss man gar nichts. Der PIK-Mann räumt selber ein, dass in der historischen Entwicklung von Gewittern kein ungewöhnliches Muster zu erkennen ist. Wieso dann dieser Artikel? Nach der selben Masche könnte man dann auch andere Meldungen texten:

Mond könnte aus Käse sein
Forscher wiesen jetzt darauf hin, dass der Mond an manchen Nächten so gelblich wie ein Käse erscheint. Sie schließen daher nicht aus, dass unser Erdtrabant aus Leerdammer besteht. “Das würde ins Bild passen” sagt zum Beispiel auch der Freiburger Käsologe Karsten Lochmeister. Allerdings ist die Datenbasis noch zu gering, um die Zusammensetzung abschließend klären zu können.

Ähnlich hilflos argumentierte auch die Tagesschau am 17. August 2014:

Starkregen und Klimawandel: Ist der Klimawandel schuld an den heftigen Gewittern der vergangenen Tage?
Diese Frage steht im Raum, denn dieser Sommer scheint bisher von Gewittern mit heftigem Platzregen geprägt zu sein. So fielen beispielsweise in Rotenburg (Wümme) am Sonntag binnen weniger Stunden 71 Liter pro Quadratmeter. Vielerorts regnete es zuletzt innerhalb von 24 Stunden annähernd so viel, wie sonst im ganzen Juli. Jedoch sollte man mit voreiligen Schlussfolgerungen vorsichtig sein, denn der Klimawandel lässt sich nicht an einzelnen Witterungsabschnitten fest machen. [...] Somit ist es durchaus plausibel, dass es in Deutschland im Zuge der globalen Erwärmung vermehrt zu heftigen Gewittern kommen kann. Eine systematische Diagnose der vergangenen Jahrzehnte könnte hier mehr Klarheit schaffen. Den Klimawandel als Erklärung für einzelne Wetterphänomene heranzuziehen ist jedoch unangebracht.

Man müsste mal die Trends der letzten Jahre und Jahrzehnte untersuchen, heißt es. Ist die Datenbasis wirklich so mager? Der Deutsche Wetterdienst erläuterte Mitte Juli 2014 die Probleme auf seiner Webseite und fordert die PIK-Forscher dabei indirekt auf, dramatisierende Schilderungen in der Öffentlichkeit bis zur wissenschaftlichen Klärung zu unterlassen: (weiterlesen …)

Wer Wind sät…

Am 18. August 2014 erschien in der Welt ein Artikel von Fritz Vahrenholt zum Thema Windparks mit dem Titel “Wie die Energiewende Deutschlands Natur zerstört“. Im Folgenden die ungekürzte Urfassung:

————————-

Wer Wind sät…

Von Fritz Vahrenholt

Dankwart Guratzsch hat in überzeugender Weise die Zerstörung der Natur durch die Energiewende beschrieben. Der grüne Oberbürmeister von Tübingen hat ihm geantwortet: Alles nicht so schlimm. „Die Auswirkungen von Windparks auf die Natur sind nahezu Null. Die einzig relevante Beeinträchtigung der Windkraftf bleibt die optische. Viele Windparks ziehen Besucher an, die sie nicht abstoßend finden.“

Welch verheerende Verdrängungsleistung des  grünen Oberbürgermeisters!  Aber er reiht sich ein in die fatale Mißachtung der Naturzerstörung der GRÜNEN, die, akkordiert von WWF und Greenpeace, Prokon, JUWI und anderen windigen Geschäftemachern den Wald und hochwertige Naturräume öffnen und den Eingriff in die Natur durch Windkraftanlagen kleinreden.

Immer mehr Bürger spüren, wie die Energiewende den Natur-und Umweltschutz in Deutschland in Bedrängnis bringt. Bislang nur in tausenden von örtlichen Bürgerinitiativen, kaum miteinander verbunden, formiert sich der Graswurzelprotest gegen die Vermaisung der Landschaft mit den Folgen für die Artenvielfalt, gegen die Gefährdung der heimischen Vogelwelt durch Windkraftanlagen in deutschen Wäldern und gegen die Beeinträchtigung einzigartiger Kultur-und Landschaftsräume durch Photovoltaik-Exzesse.

Von den 115 häufigsten deutschen Brutvogelarten sind in den letzten 20 Jahren 51 signifikant zurückgegangen. Der Leiter des Biosphärenrerservats Schorfheide, Dr. Martin Flade, spricht von einem „Biodiversitäts-Desaster“ auf Grund „der hektischen Klima-, Energie- und Agrarpolitik“. Auf den Maisanbauflächen haben Feldvögel keine Chance – die Feldbearbeitung fällt in die Brutzeit, und später finden sie in diesen Monokulturen kaum Insekten als Nahrung. Von den 30 häufigsten Arten gibt es gerade 4, die ihre Bestände noch halten können, alle übrigen nehmen spätestens seit 2007 ab“. Der Schreiadler, auch Pommernadler genannt, ist nur noch  mit 108 Brutpaaren in Deutschland vertreten und ist seit dem letzten Jahr in Sachsen-Anhalt ausgestorben. Er findet immmer weniger Nahrung im  zurückgehenden Grünland  und der offenen Flur. Die Wege zwischen Brutplätzen und Nahrungsarealen werden immer länger und diese werden nun auch noch zunehmend durch Windkraftanlagen zugestellt.

Vornehmlich Länder mit grünen Ministern  (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen) haben durch Winderlasse die Nutzung von Wäldern durch Windkraftanlagen freigegeben. Um alle 500 Meter eine Windkraftanlage im Wald zu platzieren, sind  6 Meter breite befestigte Schneisen in den Wald zu schlagen, um die 100 Tonnen schweren Turbinen transportieren und später warten zu können. Um jede Turbine muss ein 5 ha großes freies Feld geschaffen werden, um den Flügelkranz durch riesige Kräne hochzuhieven. Wie ein solcher Windkraft-Wald aussieht, kann man mittlerweile in Deutschland besichtigen: Etwa im Soonwald, einem Teil des Hunsrücks, eines der letzten großen, weitgehend unberührten Waldgebiete in Rheinland-Pfalz mit einer hohen Biodiversität und dem Vorkommen zahlreicher hoch bedrohter Arten. Dort hat der Projektentwickler JUWI  trotz des Protestes der Bürger 8 Windkraftanlagen mitten im Wald errichten lassen und anschließend den Park an einen österreichischen Energieversorger verkauft. Konfrontiert mit den Bildern demonstrierender Bürger fiel der zuständigen Ministerin Evelin Lemke (Grüne) nicht mehr ein als: „Ohne das Klima zu schützen, wird’s hier keine Artenvielfalt mehr geben.“ (weiterlesen …)

Klimamodelle des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie geben Grund zur Hoffnung: Große Teile des Sahels werden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ergrünen

Die Fakten lassen sich nicht mehr verdrängen: Anstatt in bedrohlicher Weise auszutrocknen – wie einige Klimaapokalyptiker prophezeit hatten – wurde die Sahelzone in den letzten Jahrzehnten trotz CO2-Anstiegs immer lebendiger (siehe Beitrag “Satellitenbildauswertung der Universität Bayreuth: Vegetationsdichte im westafrikanischen Sahel hat in den letzten 30 Jahren zugenommen“). Noch 2010 hatte Greenpeace das glatte Gegenteil behauptet, weil es doch so gut zu passen schien:

Ceuta, Grenze zwischen Afrika und Europa: «Wir sind hier, weil wir keine andere Wahl haben», sagt Mahouda aus Mali. Er ist vor drei Jahren aus seinem Dorf in der Sahelzone aufgebrochen, um nach Europa zu fliehen, und steckt nun seit Monaten in Ceuta fest, der kleinen spanischen Exklave auf afrikanischem Boden. Bei einem der Massenanstürme auf den sechs Meter hohen Zaun, der Europa von Afrika trennt, hat er es über die Grenze geschafft und sich dabei einen Fuss gebrochen. Doch er lacht darüber: «Was ist schon ein gebrochener Fuss gegen Europa?» Tatsächlich musste er auf der Reise Schlimmeres durchmachen: Mit einer Flüchtlingsgruppe ging er den Grossteil des Weges zu Fuss – quer durch die Sahara. Viele sind auf diesem Weg gestorben, sagt er. «Jeder von uns weiss, dass er auf der Fahrt sterben kann», sagt Mahouda. «Aber im Sahel kann man nicht mehr leben, seit der Regen ausbleibt. Wir müssen für unsere Familien sorgen, die verhungern sonst. Für uns heisst es: Europa – oder den Tod.» Ouahigouya, Sahel, Burkina Faso: Die Sahelzone trocknet aus. Keine andere Region der Erde ist vom Klimawandel so massiv betroffen.

Das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie hat sich nun Gedanken über die zukünftige Entwicklung im Sahel gemacht. In einer kürzlich im Journal of Climate erschienenen Studie ließ eine Gruppe um Sebastian Bathiany und Institutsdirektor Martin Claußen das Geschehen gleich durch drei Klimamodelle laufen. Interessanterweise kamen alle Modelle zu dem Schluss, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts mit einem weiteren Ergrünen der zentralen und östlichen Sahelzone zu rechnen ist (Auszug aus der Kurzfassung):

Until the end of the 21st century, the three models agree on a substantial greening in the central and eastern Sahel due to increased CO2-levels.

In der Folge würde die Vegetation dann aber wieder zurückgehen, sagen die Hamburger, vor allem im westlichen Sahel. Allerdings kann man den Modellen auch nicht richtig trauen, räumen Bathiany und Kollegen selber ein, da jedes Modell andere Prozesse in den Mittelpunkt stellt:

…the vegetation cover changes are driven by different processes in different models (most importantly precipitation change and CO2-fertilisation). As these processes tend to oppose each other, the greening and browning trends are not a reliable result despite the apparent model agreement.

Ein gesundes Mißtrauen ist sicher angebracht, vor allem für die Szenarien der weiten Zukunft, also Aussagen zum 22. Jahrhundert, wenn noch nicht einmal der Erwärmungsstopp der letzten 16 Jahre von den Modellen korrekt vorhergesagt wurde.

 

Rückmeldung aus der Politik an das Hamburger Climate Service Center: “Artikel aus Ihrem Newsletter überzeugen mich nicht”

Vor kurzem feierte das Hamburger ‘Climate Service Center’ (CSC) sein 5-jähriges Jubiläum. Auf seiner Webseite beschreibt sich das CSC wie folgt:

Die Mitarbeiter des Climate Service Center liefern ein breites, wissenschaftsbasiertes Informations- und Dienstleistungsangebot. Das Ziel ist, den wachsenden Beratungsbedarf zu Klimafragen zu erfüllen und Informationslücken zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen. [...] Das Climate Service Center wurde von der Bundesregierung als ein wesentliches Element der “Hightech-Strategie zum Klimaschutz” ins Leben gerufen und ist eine Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Gefördert wird die Einrichtung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Unterstützt wird die Initiative zudem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Das Climate Service Center zieht Bilanz: Ende Mai 2014 endete die fünfjährige Förderphase des BMBF für das Climate Service Center, das im Anschluss als selbstständige wissenschaftliche Serviceeinrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht verstetigt wurde.

Der Direktor des CSC war bislang der Belgier Guy Brasseur. Brasseur hat als einer der Hauptautoren den vierten Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) koordiniert, ist also eng mit dem IPCC verbandelt. Seit Juni 2014 führt nun die Klimamodelliererin Daniela Jacob die Geschäfte. Auch Daniela Jacob selbst ist übrigens Teil der IPCC-Familie. Sie ist eine der Hauptautoren für den 5. Sachstandsbericht des IPCC. Jacob fiel uns kürzlich in der Presse durch ihre knallharte klimaalarmistische Linie auf (siehe unseren Beitrag “Ein Fall von Schleichwerbung? Versicherungswirtschaft platziert beunruhigenden Extremwetterartikel bei Schleswig Holsteiner Tageszeitungsgruppe“).

Im Rahmen der Bewerbung der Klimaapokalypse gibt das CSC regelmäßig Newsletter heraus. So war in der Ausgabe aus dem März 2014 Folgendes zu lesen:

Global verlangsamter Klimawandel: regional nicht zu erkennen
Der zurzeit beobachtete verlangsamte Anstieg der globalen Jahresmitteltemperatur darf nicht mit einer allgemeinen Verlangsamung des Klimawandels gleichgesetzt werden. Darauf weist eine Studie hin, die globale und regionale Werte miteinander vergleicht. Die Wissenschaftler machen darauf aufmerksam, dass der Fokus bei der Beurteilung klimatischer Veränderungen nicht nur auf der globalen Mitteltemperatur liegen sollte. Von weitaus größerer Bedeutung sei die Betrachtung regionaler Veränderungen, wie zum Beispiel die monatliche Entwicklung extremer Temperaturen über Landflächen. Denn nur bei diesem klein-skaligeren Ansatz ist es überhaupt möglich, regionale und saisonale Trends wahrzunehmen. Hierbei zeigen die Ergebnisse, dass der global verlangsamte Temperaturanstieg auf regionaler Ebene nicht bestätigt werden kann. Regional steigt die Temperatur vielerorts nach wie vor an. Aus diesem Grund kann man nur dann von einem verlangsamten Klimawandel sprechen, wenn der Trend nicht nur bei globalen Jahresmittelwerten zu erkennen ist, sondern gleichfalls in regionalen Datenreihen mit kürzeren Beobachtungsintervallen, d.h. wenn sich der beobachtete Trend auf das allgemeine Verhalten des Klimasystems bezieht.

Seneviratne, S.I. et al. (2014): No pause in the increase of hot temperature extremes, Nature Climate Change 4, 161–
163 doi:10.1038/nclimate2145

Ganz offensichtlich behagt dem CSC die langjährige Erwärmungspause wenig, so dass man händeringend nach Erklärungsmöglichkeiten sucht und entsprechende Ideen in der Öffentlichkeit sogleich breit streut, auch wenn sie so vage wie im zitierten Paper sind. Im Prinzip haben sich die Autoren in der Studie auf die Suche nach Regionen gemacht, in denen in den letzten fünfzehn Jahren eine Erwärmung stattgefunden hat. Da das Klima komplex ist, fanden sich natürlich einige geeignete Kurven in der großen weiten Welt, die daraufhin stolz präsentiert wurden: Seht her, und es wärmt sich doch!

Ein in der deutschen Politik tätiger Leser wunderte sich über den plumpen Artikel in den CSC-News und schrieb an die zuständige Redakteurin Sandra Pingel: (weiterlesen …)

Surprising facts about climate change in Portugal: Why the climate catastrophe is not happening

Von Sebastian Lüning und Fritz Vahrenholt

As Portugal came out of its second unusually wet winter in a row, some people already fear these could be the first signs of global climate change. Can the seemingly endless rainy period be blamed on ourselves because we are driving our cars to work, heating and air-conditioning our homes, and flying on holidays or on business to Brazil? Undoubtedly the atmospheric carbon dioxide (CO2) concentration has been steadily increasing over the past 150 years. In its latest report released last September the United Nations Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) warned of dire consequences should CO2-emissions not be drastically curtailed in the near future.

Among the contributors to the IPCC report were also two Portuguese academics, Dr Pedro Viterbo, Director at the Portuguese Instituto de Meteorologia, and Professor Filipe Duarte Santos of the Lisbon University’s Faculty of Sciences, both serving as review editors for the IPCC. In conjunction with the report’s launch Santos warned that Portugal would be among the European countries most vulnerable to climate change. He suggested that the country in the future will suffer from more extreme weather events like heat-waves and droughts, which in turn will lead to more forest fires and reduced agricultural output. Santos prognosis sees an overall drop in rainfall but with the threat of short bursts of torrential rains that will raise the risk of flooding. Moreover, the Lisbon-based professor expects sea level to rise by more than half a metre before the end of this century, which would put two thirds of Portugal’s coastline at risk for a loss of terrain.

 

But is it really so? Checking the facts

Are these scary IPCC future scenarios really justified? This is an important question, especially as the European Union has decided to spend at least 20 percent of its entire 2014-2020 European Union budget on climate-related projects and policies – money that is already lacking in other fields. It is clear that the global temperature has risen by nearly one degree since 1850. A similar amount of warming has occurred also in Portugal, as evidenced by historic temperature measurements and geological investigations in the Tejo delta area.

What is interesting, however, is that there has been no warming in Portugal over the last 19 years. This corresponds with the global situation, which has not warmed in the past 16 years, a situation that all of the IPCC’s highly praised climate models failed to foresee. Scientists have been taken by surprise and are now nervously discussing what might have gone wrong in their models. A first explanation emerging is that important 60-year natural ocean cycles apparently had been overlooked. Historical temperature data recorded by weather stations in Lisbon and Coimbra during the last 140 years confirm these stunning cycles. Hardly known today is the fact that around 1950 temperatures in Portugal were as warm over a ten-year period as they are today. And 60 years before that, during the late 19th century, another warm peak had occurred in Portugal, though temperatures were not quite as high as modern levels. Strangely many high temperatures recorded at many places around the world during the 1940s and 1950s have been “corrected” downwards recently by official climate agencies such as NASA’s Goddard Institute for Space Studies (GISS). Whether these data alterations are justified is today the subject of heated debate among some climate scientists.

 

How stable was the climate before CO2 levels rose?

To better understand the context of global warming since the industrial period started in 1850, it is also important to study pre-industrial temperature development when atmospheric CO2 concentrations were low and fairly stable at about 280 ppm. Obviously any change in climate during those pre-industrial times would essentially have to be owing to natural factors. Geological studies from all over the world have documented the occurrence of significant climate fluctuations during the last 10,000 years. Warm phases and cold phases alternated about every thousand years, often in sync with changes in solar activity. For example 1000 years ago, during the Islamic Period in Portugal, average global temperatures were at or above the present-day level. This period is referred to as the Medieval Warm Period and coincides with a phase of high solar activity.

A research team led by Fatima Abrantes from the Laboratório Nacional de Energia e Geologia (LNEG) investigated this period and examined a sediment core they had drilled out of the Tagus delta. In their report published in 2005 in the Quaternary Science Reviews journal, the scientists document temperatures that were on average more than half a degree warmer than today for the Lisbon area. The water discharge of the Tagus during this time was less.

Figure: Temperature development of the Tagus delta near Lisbon over the past 2000 years. From Abrantes et al. 2005.

 

A few years later Fatima Abrantes and her team expanded their studies to the Porto area. Not surprisingly the data confirmed the existence of the Medieval Warm Period also at this location. In their study the researchers recorded persistently elevated temperatures between AD 960-1300 and documented climatic conditions for northern Portugal that were at times more than one degree warmer than today. Studies in Spain show similar results. (weiterlesen …)

Neue Studie der Technischen Universität München: Europäische Eichen wachsen heute sehr viel schneller als noch vor 100 Jahren

Im November 2011 schockte die WAZ-Gruppe ihre Leser mit einer schlimmen Nachricht:

Baumsterben: Durch den Klimawandel sterben in Dortmund die Eichen
Das Waldsterben trifft den Dortmunder Wald mit voller Wucht. Besonders die Eichen halten dem Klimawandel und dem damit verbundenen Schädlingsbefall nicht stand. Jede zweite Eiche ist krank. Ein drittes Stress-Jahr werden die Eichen nicht überstehen, so die Einschätzung des Umweltamtes. Es ist zu warm. Es ist zu trocken. Und es gibt zuviele Schädlinge. Die Eiche leidet.

Überlegt hatte sich diese Zusammenhänge der Dortmunder Umweltamtsleiter Dr. Wilhelm Grote. Allerdings ist er kein Baumforscher, und schon gar kein Klimawissenschaftler. Da wurde es Zeit, dass sich einmal Experten mit der Thematik befassten. Im März 2014 veröffentlichte nun Hans Pretzsch von der Technischen Universität München zusammen mit Kollegen im Fachblatt Forest Ecology and Management eine Studie zur europäischen Waldentwicklung während der letzten 150 Jahre. Die Überraschung war groß, als die Forscher feststellten, dass die Eichen heute sehr viel schneller wachsen als noch vor hundert Jahren. Das Wachstum ist dabei so rasant, dass die heutigen Bäume im direkten Vergleich von Schwellengrößen gegenüber ihren Vorfahren mehrere Jahrzehnte Vorsprung haben.

Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit, die so gar nicht in das Konzept des klimawandelbedingten Waldsterbens zu passen scheint:

Changes of forest stand dynamics in Europe. Facts from long-term observational plots and their relevance for forest ecology and management

Hans Pretzsch, Peter Biber, Gerhard Schütze, Kamil Bielak

 Nearly one and a half centuries ago, far-sighted Central European forest scientists established a network of long-term observational plots, many of them being under observation up to the present day. Especially the untreated plots reveal significant anthropogenic impacts on the structure and dynamics of forest ecosystems. Based on 14 observational plots, this study shows that tree size and stand parameters of oak (sessile oak, Quercus petraea (MATT.) LIEBL. and pedunculate oak, Quercus robur L.) presently develop much faster than in the past, which is highly relevant for forestry in Central Europe. Thus, certain threshold sizes are reached decades earlier compared with the past. Due to the accelerated stand development, stem numbers per unit area are presently lower than at the same stand age in the past, while at the same time, stand density is higher. As we can show, also the level of the tree growth rate vs. tree size allometry increased significantly. These changes have major consequences for forest ecology and management, forest modeling, and eco-monitoring.

 

Mit Dank an das NIPCC.
Siehe auch unseren Blogbeitrag "Die Nachricht die keine Zeitung im Titel sehen will: Dem deutschen Wald geht es wieder besser"

 

Sorge um Objektivität der Max-Planck-Gesellschaft: Klimaalarmistischer Beitrag zur Teeproduktion entpuppt sich als Ente

Solarify ist nach eigenen Angaben ein “unabhängiges Informationsportal” für Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende, betrieben von der Agentur Zukunft und der Max-Planck-Gesellschaft. Am 22. Juni 2014 brachte Solarify den folgenden Klimahorrorbeitrag:

Klimawandel in Kenia – starke Einbußen beim Teeanbau
In Kenia machen sich mehr und mehr die Folgen des Klimawandels bemerkbar. Das bekommen jetzt die Landwirte zu spüren. Daniel Njau, ein Kleinbauer aus dem Landkreis Nyeri in Zentralkenia, muss eine schwere Entscheidung treffen. Entweder bleibt er beim Teeanbau, dem der Klimawandel stark zusetzt, oder aber er wechselt zu Agrarprodukten, die nicht so anfällig für den Klimawandel sind. „Tee reagiert sehr sensibel auf jede noch so kleine Wetteranomalie“, sagt er. [...] Die Folgen des Klimawandels haben sich in den letzten Jahren verschlimmert. Die Ernten und Einnahmen verringern sich.

Was genau soll der “Klimawandel” dem Tee angetan haben, dass er jetzt nicht mehr richtig wächst? Ist es wirklich der anthropogene Klimawandel oder nur eine Reaktion auf natürliche Klimaschwankungen, wie es sie in der Vergangenheit stets gegeben hat? Details bleibt der Beitrag unter Betiligung der Max-Planck-Gesellschaft schuldig. Deshalb wollen wir kurz auf der Webseite des Deutschen Teeverbands vorbeischauen, der weitere Informationen zum Teeanbau in Kenia hat:

Kenia ist mit Abstand der größte Tee-Produzent Afrikas und zählt sogar seit Jahrzehnten zu den fünf größten Tee-Produzenten der Welt. Darüber hinaus zählt Kenia seit einigen Jahren zu den weltweit führenden Tee-Exporteuren. Aktuelle Zahlen zur kenianischen Teeproduktion finden Sie in unseren Jahresberichtsbänden “Tee als Wirtschaftsfaktor” in der Rubrik Wirtschaft.

In der verlinkten Broschüre vom Juni 2013 findet sich dann auf Seite 11 eine Überraschung:

Kenia ist mit 346.777 t der weltweit größte Tee-Exporteur, der sein Exportvolumen zum Vorjahr um knapp 1.500 t minimal steigern konnte.

Aber was sagen schon zwei einzelne Jahre aus. Auf Seite 11 finden wir eine Tabelle mit den kenianischen Tee-Produktionszahlen für 2010, 2011 und 2012:

In der Tat ist 2010-2012 der Teeanbau in Kenia zurückgegangen. Aber auch drei Jahre sind statistisch nicht richtig aussagekräftig. Schauen wir uns daher lieber die letzten 10 Jahre an: (weiterlesen …)

Auf Klima-Jobsuche? Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit sucht per Stellenanzeige Berater für Anpassung an den Klimawandel im Niger

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz) sucht derzeit per Stellenanzeige via greenjobs.de einen “Berater/in für Anpassung an den Klimawandel in Niger”. Im Ausschreibungstext heißt es:

Das Programm Förderung der produktiven Landwirtschaft konzentriert sich im Niger hauptsächlich auf die Kleinbewässerungslandwirtschaft, die verschiedene Bewässerungssysteme umfasst und ProduzentInnen hauptsächlich im Bereich des Gemüseanbaus unterstützt. Auf nationaler Ebene und in drei Pilotregionen werden Maßnahmen zur nachhaltigen Produktion entwickelt und umgesetzt. Dabei kommt es darauf an, die immer stärker variierenden Klimabedingungen durch angepasste Produktionssysteme auszugleichen und die Kommunen in ihrer Rolle als Träger der lokalen Entwicklung und Anpassung zu stärken.

Gegen eine landwirtschaftliche Beratertätigkeit im Niger ist nichts einzuwenden, ein lobenswertes Stück Entwicklungshilfe im ärmsten Land der Erde. Aber was meint die giz mit “immer stärker variierenden Klimabedingungen”? Sind der Organisation eigentlich die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bekannt? Eine kürzliche Satellitenbildauswertung der Universität Bayreuth zeigte, dass die Vegetationsdichte im westafrikanischen Sahel in den letzten 30 Jahren zugenommen hat. Dies sollte doch eigentlich positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Niger haben.

Schauen wir weiter in der Stellenausschreibung, welche Aufgaben für die Position angedacht sind (Fettsetzung ergänzt):

Ihre Aufgaben:

  • Sie überprüfen die existierenden Analysen über den Klimawandel sowie die Anpassungsmöglichkeiten und erarbeiten Empfehlungen für die Kleinbewässerung.
  • Sie unterstützen das Programm in der Einführung von wasserschonenden und-sparenden Maßnahmen in der Kleinbewässerung (Bewässerungstechnologiern, Wasserntuzerkommittees).
  • Sie stellen einen kontinuierlichen Informationsaustausch mit betroffenen Organisationen und innerhalb des Programms zum Thema sicherund begleiten die Sensibilisierung der Kommunen.
  • Sie unterstützen das Programm in der Bewertung der ökologischen Auswirkungen seiner Interventionen.
  • Sie untersuchen die Möglichkeiten von Finanzierungen über internationale Konventionen zugunsten der nachhaltigen Landbaus.

 

Bei der Analyse des Klimawandels im Niger helfen wir vom kalte Sonne-Blog gerne kostenfrei mit, kein Problem. Die Studie der Universität Bayreuth hatten wir oben schon genannt. Die Weltbank sieht Dürren als die größte Bedrohung für den Niger. Dies ist sicher richtig. Eine Steigerung der Dürren in den letzten Jahrzehnten ist jedoch nicht zu erkennen. Im Gegenteil, die Situation war in den 1970er Jahren sehr viel prekärer (siehe unseren Blogbeitrag “Wer hat Schuld an den Saheldürren?“). Natürliche Schwankungen im Dürregeschehen hat es im Sahel stets gegeben (siehe “Alle tausend Jahre eine neue Saheldürre – lange vor dem industriellen CO2“). Entsprechend der schwierigen Lebensbedingungen im Sahel, sind es die Menschen dort gewohnt, sich an die wechselnden Gegebenheiten zu adaptieren (siehe “Von wegen Klimaflüchtling: Studie findet, dass Migration im Sahel traditionell stark verankert ist“).

Empfehlenswert ist auch ein Blick in die Fachliteratur, z.B. Essouassi & Mahé 2007. Dort ist doch tatsächlich eine Niederschlagskurve für die Hauptstadt Niamey veröffentlicht, die einen Anstieg der Niederschläge im Niger seit den 1980er Jahren zeigt:

 

Ausgestattet mit diesem kleinen Schnellkurs in Sachen Klimawandel im Niger, besitzen Sie nun das nötige klimatische Rüstzeug, um sich mit der giz über das Projekt fachlich zu unterhalten. Besitzen Sie zudem ein Diplom in Umweltwissenschaften, Biologie oder Land- /Forstwirtschaft, sprechen Französisch und hätten die kommenden zwei Jahre Zeit? Dann bewerben Sie sich hier.

 

Fachkollegen erheben Einspruch gegen alarmistischen Meeresspiegel-Artikel von Stefan Rahmstorf in den Quaternary Science Reviews

Im Januar 2014 erschien in den Quaternary Science Reviews eine apokalyptische Meeresspiegelprognose einer Forschergruppe um Stefan Rahmstorf (Horton et al. 2014: “Expert assessment of sea-level rise by AD 2100 and AD 2300“). Die Prognose basierte dabei nicht etwa auf einer wissenschaftlichen Studie, sondern einer Umfrage unter Fachkollegen. In der Arbeit hielt das Team Anstiegsbeträge von bis zu 1,20 Metern bis 2100 für möglich. Interessanterweise wagten sich Rahmstorf und Kollegen sogar an Prognosen bis 2300 heran, obwohl diese aufgrund der enormen Unsicherheiten in sämtlichen Parametern und Zusammenhängen wohl nicht ganz ernst gemeint sein können. Hier wird über Anstiege von bis zu drei Metern orakelt. Überprüfbar sind weder die Vorhersagen bis 2100, noch die bis 2300. Die Prognostiker werden sich daher nie einer Überprüfung mit der realen Entwicklung zu stellen haben, was eine komfortable Ausgangsposition ist.

In ihrer Arbeit lästert die Rahmstorf-Gruppe auch über den neuen IPCC-Klimabericht, dessen Meeresspiegelprognosen sie als zu harmlos ansieht. Das konnten die IPCC-Autoren natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Am 1. August 2014 veröffentlichten sie in derselben Zeitschrift ein Diskussionspapier mit einer Kritik an der Rahmstorf-Veröffentlichung. Das neunköpfige Autorenteam wird dabei angeführt von Jonathan Gregory von der University of Reading in Großbritannien und besteht ausschließlich aus IPCC-Autoren des 5. Klimazustandsberichts (AR5). Im Gegensatz hierzu gehört kein einziger der vier Forscher aus der Rahmstorf-Gruppe (Benjamin Horton, Stefan Rahmstorf, Simon Engelhart, Andrew Kemp) zur IPCC-AR5-Autorenschaft.

Jonathan Gregory und seine IPCC-Kollegen kritisieren das Rahmstorf-Paper als so sehr “irreführend”, dass eine Korrektur notwendig sei. Es gäbe einen großen Unterschied zwischen einer ‘allgemeinen Kollegenumfrage’ und einer ‘seriösen wissenschaftlichen Analyse’. So hätten mehrere der von Rahmstorf Befragten enorm hohe Meeresspiegelanstiegswerte angegeben, die nicht durch physikalische Prozesse gedeckt seien. Unrealistisch hohe, spekulative Schätzwerte hätten in einer solchen Zusammenstellung aber nichts zu suchen. Interessanterweise enthielt die Rahmstorf-Befragung keinen einzigen Schätzwert der IPCC-Autoren aus der Gregory-Gruppe.

Im Folgenden einige Auszüge aus der Gregory et al.-Kritik an der Rahmstorf-Umfrage: (weiterlesen …)

Von wegen Klimaflüchtling: Studie findet, dass Migration im Sahel traditionell stark verankert ist

Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) gab am 18. Juni 2014 die folgende Pressemitteilung heraus:

——————————————————

Klimawandel und Migration im Sahel

Dr. Nicola Schuldt-Baumgart Wissenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

In der Debatte über den Klimawandel wird häufig argumentiert, dass die Zahl der „Klimaflüchtlinge“ weltweit wachsen wird. Der Zusammenhang zwischen Klimawandel, Umweltveränderungen und Migration ist bislang jedoch kaum belegt. Das BMBF-geförderte Forschungsprojekt MICLE hat diesen Zusammenhang in ausgewählten Gebieten der Sahel-Region untersucht.

Die westafrikanischen Projektregionen Linguère in Senegal und Bandiagara in Mali liegen in der semi-ariden Sahelzone. Beide Gebiete sind bis heute von Dürreperioden und teilweise von Landdegradation betroffen. Die Niederschläge wechseln zwischen Starkregen und ausgeprägten Dürren – mit entsprechend starken Auswirkungen auf die Vegetation. Es ist davon auszugehen, dass der Klimawandel diese Dynamik verstärkt. Im Projekt MICLE wurden daher Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Landdegradation untersucht.

Nach einer sehr trockenen Periode mit ausgeprägten Dürren in den 1970er bis 1990er Jahren steigen seitdem in beiden Regionen die Niederschläge wieder an, die Variabilität nimmt aber zu. Diese Veränderungen lösen das sogenannte „Greening-Phänomen“ (Wiederergrünung) aus, welches durch Agroforstwirtschaft, Baumpflanzungen und Schutzmaßnahmen unterstützt wird. Trotz dieser positiven Entwicklung ist ein starker Rückgang der Baumvielfalt zugunsten weniger weide- und dürreresistenter Arten zu beobachten. Ebenso ist die natürliche Wald- und Buschlandschaft beinahe vollständig einer menschlichen Kulturlandschaft gewichen, womit teilweise auch eine Ausbreitung von Landdegradierung zu beobachten ist.

Binnenmigration in die Region größer als Abwanderung nach Europa

Welchen Einfluss haben solche Umweltveränderungen auf Migrationsentscheidungen? In den ausgewählten Regionen in Mali und im Senegal wurden dazu mehr als 900 Menschen befragt. Die Auswertung ergab, dass Migration in diesen Regionen traditionell stark verankert ist: Die deutliche Mehrheit, 87 Prozent der Befragten, verfügt über eigene Migrationserfahrungen. „Die meisten Menschen migrieren aber nur temporär“, sagt Projektkoordinatorin Diana Hummel vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. „Das heißt, sie verlagern vorübergehend und saisonabhängig ihren Lebensmittelpunkt in größere Städte innerhalb der Länder“.

Die Binnenmigration mache damit den größten Anteil der Migrationsbewegungen aus. In Mali spiele zudem das Motiv der Arbeitssuche in der benachbarten Elfenbeinküste eine bedeutende Rolle. „Nur eine sehr geringe Zahl der Befragten wandert in europäische Länder wie Frankreich oder Italien“, sagt Projektkoordinatorin Diana Hummel.

Migration keine Notlösung, sondern gehört von jeher zum Alltag (weiterlesen …)

Säugetiere und Vögel der mittleren Breiten sind laut Senckenberg-Institut für den Klimawandel gewappnet: Auch 2080 werden die Temperaturen den Toleranzbereich nicht überschreiten

Hiobsbotschaft in der Welt vom 16. Juni 2014:

Der Klimawandel lässt unser Brot schlechter werden
Mehr Kohlendioxid in der Luft lässt Pflanzen besser wachsen. Beim Getreide sinkt jedoch der Anteil wichtiger Spurenelemente. Auch der Proteingehalt sinkt – und die Erntezeiten könnten sich verschieben. [...] Die Erkenntnisse der Wissenschaftler verheißen für Bäcker und Brotesser nichts Gutes. Der Weizen aus dem Versuchsfeld und damit auch das daraus gemahlene Mehl enthält fünf bis zehn Prozent weniger Proteine. Obendrein ändert sich auch die Zusammensetzung aus verschiedenen Eiweißen. Und ausgerechnet die für das Backen wichtigen Proteine werden deutlich weniger. Diese Proteine sind für die Klebeeigenschaft des Teigs verantwortlich. Das Brot der Zukunft wird also bröseliger sein, es sei denn, man kompensiert die fehlenden Proteine durch Eiweiße aus anderen Quellen. Dies wiederum hat unmittelbar Auswirkungen auf den Geschmack des Brotes. Denn die Proteine sind wichtige Geschmacksträger. Experimente im Backlabor belegen das düstere Szenario. Wenn man dem Mehl einen Teil der Proteine entzieht, dann wird nicht nur die Backqualität schlechter, sondern auch der Geschmack. Auf der Grundlage der Messergebnisse sagt Remy Manderscheid, dass die Backqualität um ganze 20 Prozent schlechter wird, auch wenn der Proteingehalt des Mehls lediglich um zehn Prozent sinkt.

Vollständigen Artikel auf welt.de lesen

Pflanzen wachsen besser, aber Brot bröselt. Unklar ist, wie eigentlich der Geschmack gemessen wird. Über eben diesen sollte man doch eigentlich nicht streiten, heißt es immer. Bei all dem Alarm-Grusel übersieht Die Welt jedoch eine andere Studie aus diesem Jahr von Bloom et al. 2014 in Nature Climate Change. Dort fanden die Autoren, dass eine CO2-Anreicherung zu einer Steigerung des Wachstums und des Proteingehalts führt, wenn auch der atmosphärische Stickstoffgehalt erhöht wird. Letzteres könnte zudem unnötig werden, wenn durch Züchtung die Stickstoffeigenschaften der Pflanzen verbessert werden würden.

Ganz nebenbei: Weshalb reichern eigentlich viele Gemüsebauern bereits heute ihre Gewächshäuser mit CO2 an, vielleicht damit die Gurken und Tomaten möglichst schlecht schmecken und bröseln? Orangen jedenfalls wachsen besser unter CO2-angereicherten Bedingungen und produzieren auch mehr Vitamin C (Idso et al. 2002). Zahlreiche Pflanzen scheinen von einem höheren CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu profitieren, wachsen schneller und qualitativer. Falls Sie Lust am Stöbern haben, schauen Sie die Artikelübersichten des NIPCC durch.

———————-

Da sag nochmal jemand, der Klimawandel würde immer nur alles schlechter werden lassen. Der ORF-Regionalsender aus der Steiermark wies am 9. Juli 2014 auf eine ganz unerwartete Entwicklung hin:

Klimawandel lässt FSME-Fälle zurückgehen
Obwohl heuer ein auffällig starkes Zeckenjahr ist, geht die Zahl der FSME-Infektionen in der Steiermark zurück. Experten sehen den Klimawandel als Grund dafür an. Und: Die Zecken sind zwar aktiv, aber nur selten mit dem Virus infiziert. [...] Generell wirke sich die Klimaerwärmung positiv auf die FSME-Verbreitung in der Steiermark aus. Seit 15 Jahren sei zu beobachten, dass sich das Virus Richtung Nordwesten, also in kühlere Regionen, ausbreite. Marth dazu: „Beispielsweise haben wir in Berlin lange Jahre nie FSME beobachtet. In den letzten Jahren tritt es verstärkt auf. Und wir sehen auch, dass in der Steiermark das Geschehen vermutlich etwas zurückgeht. Heuer ist es extrem nieder, also es ist absehbar, dass wir heuer nicht allzu viele Fälle zusammenbringen.“

Glück für die Steiermark, Pech für die deutsche Hauptstadt. Trotzdem gibt es auch aus Deutschland Gutes zu berichten. Die Mainzer Regionalseite des Focus schrieb am 8. Juli 2014: (weiterlesen …)

Die Sonne im Juli 2014 und das arktische Eis im Hochsommer

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Die Sonne war im letzten Monat sehr, sehr unterschiedlich aktiv: Die erste Monatsdekade war recht bewegt, gegen Mitte des Monats schlief die Aktivität förmlich ein, der negative Höhepunkt war der 17. Juli mit null registrierten Sonnenflecken,  immerhin noch in zeitlicher Maximumnähe. Zum Monatsende zog sie dann wieder etwas an, die mittlere SSN (SunSpotNumber) betrug für den Monat 72,5 mit der meisten Aktivität wiederum auf der Südhemisphäre der Sonne, in Zahlen: 47,1 gegenüber 25,4 für die Nordhemisphäre. Das sind 73% der für diesen Zyklusmonat üblichen Aktivität.

Abb.1: Die monatlichen Sonnenfleckenzahlen des aktuellen Zyklus 24 (rot) seit seinem Beginn im Dezember 2008 im Vergleich zu dem Mittelwert der bisherigen Zyklen 1…23( blau) und dem momentan ähnlichen Zyklus 1.

 

Für einen Zyklus- zu- Zyklusvergleich wurden die Anomalien, also die Differenzen zwischen den monatlichen SSN- Daten aller einzelnen Zyklen und dem Mittelwert (blau in Abb.1) aufaddiert:

Abb. 2: Die akkumulierten monatlichen Abweichungen vom Mittelwert für die beobachteten Zyklen seit 1750.

 

Das Nachlassen der Sonnenaktivität in diesem Jahrtausend ist hier sehr deutlich zu sehen. Zwischen 1945 und Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sahen wir eine auch zeitlich recht lang andauernde starke Aktivitätsphase unseres Zentralgestirns. Diese außergewöhnliche Entwicklung belegt auch eine kürzlich erschienene Arbeit des finnischen Solarforschers Ilya Usoskinvon der Universität Oulu in Astronomy and Astrophysics (A&A Volume 562, February 2014). Die Arbeit zeigt, dass die hohe Aktivität der Sonne von 1945 bis 1995 in den letzten  3000 Jahren außergewöhnlich selten vorgekommen ist, starke Minima wie zur Zeit des Maunder Minimums (von 1645 bis 1715) dagegen sehr viel häufiger.

Abb.3 Sonnenfleckenzahl, rekonstruiert durch Usoskin et al. (2014) von 1150 v. Chr. bis 1950 n. Chr.. Die rote Kurve zeigt die seit 1610 direkt beobachteten Sonnenfleckenzahlen.

 

Eine Arbeit chinesischer Forscher vom Center for Space Science and Applied Research der Chinese Academy of Sciences in Peking (ZHAO X H, FENG X S., Chin Sci Bull, Chin Ver., 2014, 59: 1284: “Periodicities of solar activity and the surface temperature variation of the Earth and their correlations”), geht in ihren Schlußfolgerungen noch weiter: (weiterlesen …)

Überraschung bei der Münchener Rückversicherung: Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Wer hätte das gedacht: Obwohl Versicherungskonzerne jahrelang immer größere Extremwettergefahren androhten, sind jetzt die weltweiten Schäden aus Naturkatastrophen  deutlich geringer ausgefallen als befürchtet. Das Klimaretter-Blog räumte am 9. Juli 2014 ein:

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Gegenüber dem Vorjahr sind im ersten Halbjahr 2014 die weltweiten Schäden aus Naturkatastrophen deutlich geringer ausgefallen, teilte die Münchener Rückversicherung (Munich Re) am Mittwoch mit. So betrugen bis Ende Juni die gesamtwirtschaftlichen Schäden 42 Milliarden US-Dollar und die versicherten Schäden 17 Milliarden US-Dollar. Im Schnitt der letzten zehn Jahre hatten diese Werte mit 95 Milliarden beziehungsweise 25 Milliarden US-Dollar deutlich höher gelegen, betonte das Unternehmen. Bemerkenswert sei, dass die Zahl der Todesopfer durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr mit 2.700 Menschen weit unter der der letzten Jahre gelegen hat, als im Schnitt 53.000 Todesopfer durch Naturkatastrohen zu beklagen waren.

Nach Zählung des weltgrößten Rückversicherers ereigneten sich im ersten Halbjahr dieses Jahres weltweit etwa 490 “schadensrelevante” Naturkatastrophen. Die höchsten Anteile an den Schäden hatten die USA mit 35 sowie Asien mit 30 Prozent. So sorgte der Rekordwinter in Nordamerika mit Schneestürmen für Schäden von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar. Durch zwei Schneestürme seien in Japan Gesamtschäden von rund fünf Milliarden US-Dollar entstanden. Gegenwätig kämpft Japan mit dem Taifun “Neoguri”, der den Süden des Landes auch am Mittwoch mit schweren Regenfällen überzog. Die Meteorologiebehörde gab erneut die höchste Alarmstufe aus und warnte vor Erdrutschen und Überschwemmungen.

Weiterlesen auf klimaretter.info

————————-

In Düren präsentierte auf dem weiträumigen Museumsvorplatz kürzlich der Künstler Hermann Josef Hack sein „World Climate Refugee Camp”. Nathan Warszawski  berichtete am 6. Juli 2014 in der Huffington Post über das Event:

In Düren fällt der Klimawandel ins Wasser

[...] Die Aktion besteht aus zahllosen Miniatur-Flüchtlingszelten. Der Künstler ist seit 2007 mit dem Klimaflüchtlingslager auf Tournee, schon lange bevor der Begriff „Klimaflüchtling” Einzug in die Sprache Zukunft besorgter und wohlhabender Menschen gefunden hat. Der Klimaaktivist bringt das Thema normalerweise in die Konsumzonen größerer Städte, um Zusammenhänge zwischen Konsum und den sozialen Folgen der täglich erwarteten Klimakatastrophe sichtbar zu machen. Da der Museumsvorplatz nicht in der Konsumzone liegt, noch Düren welt- und NRW-weit gesehen eine größere Stadt ist, ist der Künstler, der während der gesamten Kunstaktion höchstpersönlich anwesend gewesen ist, um den Auf- und Abbau der Kunstwerke zu beaufsichtigen, nicht mit der Anzahl der Besucher einverstanden gewesen, so dass er beschlossen hat, die Aktion beim Beginn eines leichten Regens rechtzeitig abzubrechen. 

Bisher ist es weltweit keinem einzigen Flüchtling gelungen, sich als Klimaflüchtling registrieren zu lassen. Hoch dotierte Experten sagen voraus, dass es im Jahre 2050, wenn die Temperaturen in Deutschland die Werte wie zur Zeit der höchsten Blüte des Römischen Reiches erreichen werden, mit 200.000.000 Millionen Klimaflüchtlingen zu rechnen ist. Der UNESCO-Künstler Hermann Josef Hack plant dann, seine Aktion nach Nordeuropa zu verlegen.

————————-

Die klimarealistische Organisation CFACT bereitet derzeit unter dem Titel Climate Hustle (Klima Hektik) ein vielversprechendes Dokumentarfilmprojekt vor, das durch crowd-funding finanziert wird. CFACT schreibt auf der Webseite zum Film: (weiterlesen …)

Kritik an alarmistischen Prognosen wird lauter: Nature veröffentlicht Fehleranalyse zu spektakulärer Katastropenstudie aus dem Jahr 2013

Im Oktober 2013 hatte die Fachzeitschrift Nature einen Artikel eines 14-köpfigen Forscherteams um Camilo Mora mit dem Titel “The projected timing of climate departure from recent variability” publiziert. Der Klimaretter war entzückt und meldete sogleich:

Klimawandel: Immer wärmer ab 2047
Das Jahr 2047 wird der Punkt ohne Wiederkehr für das Klima. Dann verlässt es den Korridor seiner natürlichen Schwankungen, jedenfalls wenn die Menschheit weiter ständig mehr Kohlendioxid ausstößt. Diese Prognose mit einer Abweichung von plus/minus 14 Jahren für verschiedene Punkte der Erde geben Forscher von der Universität von Hawaii ab. Ihre Studie wurden jetzt im Magazin Nature veröffentlicht. Der Zeitpunkt, an dem es nur noch Hitzerekorde gibt, verschiebt sich nach hinten auf das Jahr 2069 (mit einer Abweichung von plus/minus 18 Jahren), wenn sich die Emissionen auf dem heutigen Niveau stabilisieren, aber nicht abnehmen.

Während sich IPCC-nahe Journalisten darüber freuten, ihren Lesern endlich konkrete Jahresangaben für den Weltuntergang in den Kalender diktieren zu können, nahmen sich kritisch mitdenkende Kollegen die Zeit, in das Papier genauer hineinzuschauen. Einer der dies tat, ist Ulli Kulke in seinem Blog Donner + Doria:

Jetzt wissen wir es ganz genau: Der Klimawandel setzt 2047 ein
Heute mal etwas zum Schmunzeln. Gerade erst hat der Klimadiskurs den neuesten Sachstandsbericht des Weltklimarates verdaut (AR5, erster Teil). Zumindest eines dürfte davon hängen geblieben sein. Der IPCC räumt darin unumwunden ein, dass die Modelle unzureichend sind, den derzeitigen Klimaverlauf widerzuspiegeln. Irgendwelche Kräfte sind da am Werk, die den Temperaturen eine unvorhergesehene Entwicklung gaben, seit eineinhalb Jahrzehnten wird es nicht mehr wärmer trotz steigendem CO2-Ausstoß. Der IPCC rätselt. Ich will mich jetzt nicht darüber streiten, ob die langfristige Tendenz des Klimarates vielleicht doch stimmen könnte, ich habe auch da meine begründeten Zweifel. Eines aber steht fest: Für genau terminierte Vorhersagen eignen sich die Modelle ganz offenbar nicht. 

Ob Camilo Mora, Klimaforscher aus Hawaii, wenn er denn den IPCC-Bericht vorher gekannt hätte, Bedenken gehabt hätte, sich mit seiner neuesten Studie lächerlich zu machen? Wollen wir es mal zu seinen Gunsten annehmen. Denn er legt wenige Tage nach jenem Weltklimabericht nun allen Ernstes eine Arbeit vor, die an Genauigkeit nicht mehr zu überbieten ist, und das auch noch in der Langfristprognose. 2047 wird seiner Ansicht nach das Jahr sein, ab dem jedes einzelne Jahr heißer sein wird als alle Jahre zwischen 1860 und 2005. Genauer gehts nicht. Weil er sich da aber nicht ganz sicher ist, bietet er auch noch eine Schwankungsbreite an: Plus minus 14 Jahre (nein, nicht 13 und auch nicht 15, sondern 14, oder sollte man da auch noch ein +/- angeben?). 2047 ist allerdings auch nur der Durchschnitt. In Honolulu wird es schon 2043 der Fall sein, in Dallas wird die Schwelle erst 2063, in Anchorage erst 2071 überschritten sein. Aber an welchem genauen Datum eigentlich, am 1. April, oder am 30. Mai, wenn ja bekanntlich Weltuntergang ist, oder wann jetzt?

Weiterlesen auf Donner + Doria.

Kulke konnte die Studie schnell als klimaalarmistischen Quatsch enttarnen. Die starke natürliche Variabilität wurde von Camilo Mora und Kollegen einfach ignoriert. Eigentlich hätte die Studie das Begutachtungsverfahren nicht passieren dürfen. Nature hingegen war offenbar froh, dass es mit diesem Stück den im Heft regelmäßig freigehaltenen IPCC-Slot  auf spektakuläre Weise füllen konnte.

Seriöse Fachkollegen hingegen bekamen Magengrummeln. Zu plump war die Panikmache. So konnte es nicht stehen bleiben. Und es passierte etwas: Am 3. Juli 2014 erschien in Nature eine ausführliche Fehleranalyse zu Mora et al. 2013. Verfasst wurde sie von einem dreizehnköpfigen internationalen Forscherteam um Ed Hawkins vom National Centre for Atmospheric Science der britischen University of Reading. Sie werfen der Mora-Truppe vor, sie hätten in der Methodik schwere Fehler begangen. Die von Mora et al. angegebenen Stichjahre zum klimatischen ‘Punkt ohne Wiederkehr’ lägen viel zu früh. Die Modelle zeigten vielmehr, dass zum Teil selbst bis zum Jahr 2250 (zweitausendzweihundertundfünfzig!) keine unumkehrbare Entwicklung zu erwarten sei. Zudem kritisieren Ed Hawkins und Kollegen, dass die Arbeit eine zu große Präzision vorgaukelt. Die Genauigkeit mit der Mora et al. in ihrer Studie Vorhersagen treffen, wäre durch die Modelle und Daten nicht gewährleistet. Die Prognosen würden sich daher auf keinen Fall für offizielle Klimarisikenabschätzungen eignen.

Im Folgenden einige Auszüge aus dem Diskussionsbeitrag von Ed Hawkins und Kollegen:

The question of when the signal of climate change will emerge from the background noise of climate variability—the ‘time of emergence’—is potentially important for adaptation planning. Mora et al. presented precise projections of the time of emergence of unprecedented regional climates. However, their methodology produces artificially early dates at which specific regions will permanently experience unprecedented climates and artificially low uncertainty in those dates everywhere. This overconfidence could impair the effectiveness of climate risk management decisions. (weiterlesen …)

Angst vor seriöser Sachdiskussion: Klimaalarmisten drängen BBC zur Zensur der öffentlichen Klimadebatte

Im Februar 2014 nahm Lord Nigel Lawson, ehemaliger britischer Schatzkanzler unter Margaret Thatcher, an einer Klimadebatte im BBC Radio teil. Darin vertrat er klimarealistische Positionen, während sein Diskussionpartner Sir Brian Hoskins die klimaalarmistische Richtung verteidigte. Moderiert wurde die Sendung von Justin Webb von der BBC. Hier ein Auszug (via GWPF):

Lord Lawson: No measured warming, exactly. Well that measurement is not unimportant. But even if there is some problem, it is not going to affect any of the dangers except marginally. What we want to do is focus with the problems there are with climate – drought, floods and so on. These have happened in the past – they’re not new. As for emissions, this country is responsible for less than 2% of global emissions. Even if we cut our emissions to 0 – which would put us back to the pre-industrial revolution and the poverty that that gave – even if we did that, it would be outweighed by China’s increase in emissions in a single year. So it is absolutely crazy this policy. It cannot make sense at all.

Sir Brian Hoskins: I think we have to learn two lessons from this. The first one is that by increasing the greenhouse gas levels in the atmosphere, particularly carbon dioxide, to levels not seen for millions of years on this planet, we are performing a very risky experiment. We’re pretty confident that that means if we go on like we are the temperatures are going to rise somewhere between 3-5 degrees by the end of this Century, sea levels up to half to 1 metre rise.

Justin Webb: Lord Lawson was saying there that there had been a pause – which you hear a lot about – a pause of 10 / 15 years in measured rising of temperature. That is the case isn’t it?

Sir Brian Hoskins: It hasn’t risen very much over the last 10-15 years. If you measure the climate from the globally averaged surface temperature, during that time the excess energy has still been absorbed by the climate system and is being absorbed by the oceans.

Justin Webb: So it’s there somewhere?

Sir Brian Hoskins: Oh yes, it’s there in the oceans.

Lord Lawson: That is pure speculation.

Sir Brian Hoskins: No, it’s a measurement.

Lord Lawson: No, it’s not. It’s speculation.

In der Folge beschwerten sich Hörer bei der BBC, dass man niemals einen Klimarealisten zu der Sendung hätte einladen dürfen. Vermutlich hatte man Angst bekommen, als man bemerkte, dass Lawsons Argumentation viel überzeugender herüberkam als Hoskins. In einem Rückblick auf die Ereignisse in der Daily Mail kommentierte Lawson am 9. Juli 2014:

The BBC was overwhelmed by a well-organised deluge of complaints — many of them, inevitably, from those with a commercial interest in renewable energy, as well as from the Green Party — arguing that, since I was not myself a scientist, I should never have been allowed to appear.

Die Beschwerden wurden in den Folgemonaten von der BBC-Beschwerdestelle geprüft. Im Juni 2014 geschah dann das Ungeheuerliche: Die Beschwerden wurden für rechtmäßig erklärt. Man behauptete kurzerhand, dass Lawson fehlerhaft argumentiert hätte. In Wirklichkeit ein fehlerhafter Vorwurf, wie Lawson in seinem Daily Mail-Beitrag erklärt: (weiterlesen …)

NOAA annulliert klammheilig US-Hitzerekord aus dem Juli 2012: Neuer Spitzenreiter ist jetzt das Jahr 1936!

Vor zwei Jahren verkündete die NOAA in dramatischer Weise, dass der Juli 2012 gerade der heißeste Monat für die gesamte historische Messära der USA geworden war. Hilfe, die Klimakatastrophe ist in vollem Gange. So heiß war es noch nie! Die IPCC-nahen Blätter frohlockten und berichteten eifrig. So schrieb Die Zeit damals:

Juli war in den USA der heißeste Monat seit 1895
Die USA haben im Juli den heißesten Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1895 erlebt. Wie die US-Wetterbehörde NOAA am Mittwoch mitteilte, lag die Durchschnittstemperatur mit 25,3 Grad Celsius 1,8 Grad über dem Durchschnittswert der Juli-Monate im 20. Jahrhundert. Der bislang heißestes Juli war 1936 mit einer Durchschnittstemperatur von 25,2 Grad gemessen worden.

Nun hat man zwischenzeitlich bei der NOAA noch einmal etwas genauer nachgerechnet. Und, oh Wunder, der Rekord wurde jetzt wieder einkassiert. Eine Pressemitteilung durch die NOAA hierzu unterblieb jedoch. Es musste erst jemand von außerhalb kommen, um die peinliche Degradierung aufzudecken. Es war Anthony Watts von WUWT der kürzlich die aktuellen, offiziellen US-Temperatur-Werte in der NOAA-Datenbank überprüfte und den Vorgang ans Licht brachte: Der Juli 2012 ist jetzt nur noch mit 24,87°C gelistet. Der neue Rekordmonat ist nun plötzlich wieder der Juli 1936 mit 24,89°C . Diesmal berichtete allerdings keine der großen Zeitungen. Der neue Rekordhalter passt einfach nicht ins Konzept und wird daher totgeschwiegen.

Abbildung: Entwicklung der Juli-Temperaturen in den USA seit 1895. Temperaturangaben in Fahrenheit. Quelle: NOAA (Daten), WUWT (Graphik).

 

Siehe auch Beitrag in The Daily Caller.

————————-

Es war einmal… (aus Wikipedia):

Das Internationale Jahr der ruhigen Sonne 1964/1965 (IJRS bzw. englisch International Year of the Quiet Sun, 1964/1965, IQSY; auch Internationale Jahre der ruhigen Sonne, International Years of the Quiet Sun) war ein internationales Forschungsprojekt zur Untersuchung des Einflusses der Sonnenaktivität auf die Erde während eines Sonnenflecken-Minimums.

Zum Studium geophysikalischer Phänomene wurde das Internationale Geophysikalische Jahr 1957/58 während der Zeit eines Sonnenflecken-Maximums ins Leben gerufen. Um den Einfluss der Sonnenaktivität während der ruhigen Phase des elfjährigen Zyklus zu studieren, wurde unter der Koordination des International Council of Scientific Unions in der folgenden Periode eines Sonnenfleckenminimums vom 1. Januar 1964 bis 31. Dezember 1965 das „Internationale Jahr der ruhigen Sonne“ durchgeführt. Weltweit wurden intensive internationale Beobachtungsprogramme in fast allen Zweigen der Geophysik durchgeführt, solare und geophysikalische Phänomene wurden durch Observatorien in aller Welt sowie mit Hilfe von Raumfahrzeugen untersucht.

Am internationalen Forschungsprojekt „Jahr der ruhigen Sonne“ wirkten u. a. polare Forschungsstationen in der Antarktis mit. Hier wurde das Hauptgewicht auf Messreihen über das Polarlicht, die Ionosphäre, das Erdmagnetfeld und auf meteorologische Daten gelegt.

Insgesamt nahmen 71 Nationen am IQSY teil. Hauptsächlich waren es Länder wie z. B. Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Großbritannien, Frankreich, Neuseeland, Südafrika, die Sowjetunion und die USA, die bereits am Internationalen Geophysikalischen Jahr mitgewirkt hatten.

Abbildung: Public Domain

Satellitenbildauswertung der Universität Bayreuth: Vegetationsdichte im westafrikanischen Sahel hat in den letzten 30 Jahren zugenommen

Pressemitteilung Nr. 121/2014 der Universität Bayreuth vom 30. Juni 2014:

Breiten sich die Wüsten der Erde unaufhaltsam aus? Oder dringt grüne Vegetation in die bisherigen Wüstengebiete ein? Der westafrikanische Abschnitt der Sahelzone, die sich am südlichen Rand der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt, hat in den letzten Jahren Anlass für die unterschiedlichsten Prognosen gegeben. Extreme Dürreperioden in den 1970er und 1980er Jahren galten als Indiz dafür, dass sich die Wüstengebiete der Erde vergrößern. „Desertifikation“ lautete das Schlagwort. Seit ungefähr zwei Jahrzehnten ist jedoch ein Anstieg der Niederschläge im westafrikanischen Sahel zu beobachten. Daher wird oft pauschal die Auffassung vertreten, dass „die Wüste ergrünt“.

Landnutzung als entscheidender Faktor

Vor dem Hintergrund dieser Kontroverse hat ein internationales Forschungsteam um Dipl.-Geogr. Martin Brandt an der Universität Bayreuth die Entwicklung im westafrikanischen Sahel genauer untersucht. Hoch- und grobauflösende Satellitenaufnahmen sowie eine Vielzahl von Messergebnissen aus den letzten Jahrzehnten ermöglichten Rückschlüsse auf Klima- und Vegetationstrends; Feldforschungen förderten regionale und lokale Besonderheiten zutage. Dabei stellte sich heraus: Eine einheitliche Entwicklung gibt es im westafrikanischen Sahel nicht. Denn nicht allein das Klima, sondern insbesondere die unterschiedlichen Formen der Landnutzung – Landbau, Forstwirtschaft oder Dorfbau – sind wesentlich dafür verantwortlich, wie die Landschaft dort heute aussieht und welche Ressourcen sie den Menschen bietet.

Im Fachjournal „remote sensing“ berichten die Forscher aus Bayreuth, Frankreich, Spanien und dem Senegal über ihre Ergebnisse. „Das Handeln der Menschen vor Ort, beispielsweise der nachhaltige Anbau ausgewählter Grünpflanzen oder die Aufforstung von Wäldern, kann das Gesicht einer Landschaft erheblich beeinflussen“, erklärt Martin Brandt. „Solche Initiativen und Maßnahmen aus der lokalen Bevölkerung sind von großräumigen klimatischen Trends viel weniger abhängig, als man bisweilen angenommen hat. Deshalb sollte sich die Umwelt- und Klimaforschung nicht einseitig von pauschalen Schlagworten wie ‚Desertifikation‘ oder ‚Greening Sahel‘ leiten lassen.“

 

Regionale Unterschiede durch Land- und Forstwirtschaft –
Fallstudien in Mali und im Senegal

Aufgrund einer Serie von Satellitenaufnahmen, die in einer dichten zeitlichen Abfolge entstanden sind, konnte die Forschergruppe feststellen, dass die Vegetationsdichte im westafrikanischen Sahel von 1982 bis 2010 zugenommen hat. Im Senegal und im westlichen Mali ist diese Entwicklung besonders ausgeprägt. Dabei gibt es unverkennbare regionale Unterschiede hinsichtlich der Pflanzen, die sich im Laufe der Zeit vermehrt haben: Es handelt sich dabei nicht nur um wildwachsende Bäume, Sträucher oder Gräser, sondern vor allem auch um Kulturpflanzen, die infolge land- oder forstwirtschaftlicher Maßnahmen gedeihen konnten. Insgesamt fällt auf, dass in den Ländern Westafrikas – mit Ausnahme Gambias und der Elfenbeinküste – die Waldbestände deutlich zurückgegangen sind, obwohl die Vegetationsdichte insgesamt angestiegen ist.

Die Feldforschungen von Martin Brandt (links im nebenstehenden Foto) konzentrierten sich auf zwei Regionen im Senegal und in Mali: Das Gebiet um die Stadt Bandiagara im Süden Malis hat in den letzten 50 Jahren eine völlige Umwandlung seiner Vegetation erlebt: Zahlreiche Baum- und Buscharten, welche das Landschaftsbild in den 1960er Jahren noch bestimmten, sind heute ausgestorben. Dürreperioden schädigten die Pflanzen nicht allein durch den unmittelbaren Wassermangel. Weil die Einkommen aus der Landwirtschaft infolge schlechter Ernten sanken, versuchten die Menschen diese Verluste durch das Fällen von Bäumen und den Verkauf des Holzes auszugleichen. Mittlerweile ist jedoch eine vegetationsreiche Kulturlandschaft entstanden – und zwar nicht allein deshalb, weil die Niederschlagsmengen seit zwei Jahrzehnten gestiegen und lange Dürreperioden ausgeblieben sind. „Eine gezielte Aufforstung und die Anpflanzung von Bäumen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen haben das Landschaftsbild wesentlich verändert“, berichtet Martin Brandt und fügt hinzu: „Ohne ein ausgeprägtes botanisches und ökologisches Wissen der lokalen Bevölkerung wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.“ (weiterlesen …)

Suche nach der angeblich im Ozean versunkenen Wärme endet mit Fehlschlag: Tiefe Meeresschichten kühlten sich in den letzten 20 Jahren ab

Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass die Erderwärmung seit 16 Jahren pausiert. Entgegen den IPCC-Prognosen stagnieren die Temperaturen, es wird einfach nicht mehr wärmer. Händeringend wird jetzt im Lager des Weltklimarats nach Ursachen gesucht. Wie konnte dies passieren? Die Forscher ersannen eine Vielzahl von Hypothesen. Das am weitesten verbreitete Modell besagt dabei, dass die Oberflächentemperaturen der Erde zwar stagnieren, sich aber in aller Stille die Wassermassen der Tiefsee kräftig aufheizen würden. Und falls sich diese angestaute Wärme irgendwann an die Erdoberfläche vorkämpfen könnte, dann droht uns die Hitzekatastrophe!

Eine schöne Theorie, aber wieviel Wahrheit steckt dahinter? Gibt es Messdaten, die dieses Modell untermauern? Zuallererst muss man sich die Komplexität der Fragestellung vor Augen führen: Wir möchten herausfinden, ob es in den Weltozeanen Wasserschichten gibt, die sich erwärmt haben. Die Temperatur der Wasseroberfläche lässt sich anhand der modernen Satelliten relativ leicht ermitteln. Bei den bis zu 11 km tiefen Ozeanen wird es allerdings schwieriger. Satelliten helfen hier nicht weiter, denn sie erhalten aus der Tiefe der Ozeane keine Informationen. Die oberen Wasserschichten verdecken die darunterliegenden. Um die Temperaturdaten in allen drei Dimensionen, Fläche und Tiefe sowie die zeitliche Veränderung der Werte zu erfassen, müssen Wiederholungsmessungen in der Wassersäule vor Ort durchgeführt werden, was sich bei 362 Millionen Quadratkilometern Meeresoberfläche als logistisches Problem darstellt.

Aufgrund der enormen Bedeutung solcher Daten hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahren jedoch etwas einfallen Lassen. Seit 2007 gibt es zur Bestimmung der Temperatur der Tiefsee das sogenannte Argo-Programm, das aus mehr als 3600 automatischen Tauchbojen besteht, die in den Weltozeanen treiben und regelmäßig die Wassersäule von 2000m Tiefe bis zur Wasseroberfläche durchtauchen und dabei Temperatur und Salzgehalt messen. Wikipedia hat die Einzelheiten:

Diese Messroboter sind relativ klein und wiegen zwischen 20 und 30 kg. Alle profilierenden Treibbojen, die zum Argo-Programm gehören, unterliegen einer gemeinsamen Datenpolitik und die Daten werden in Echtzeit ohne Einschränkung für die Allgemeinheit verfügbar gemacht. In der Mehrzahl der Fälle treiben die Floats in Tiefen von 1000 m (der sogenannten Parktiefe) und tauchen alle zehn Tage dann zunächst auf 2000 m ab, um von dieser Tiefe aus an die Oberfläche aufzusteigen. Während des Aufstiegs zur Meeresoberfläche messen die Floats Temperatur, Leitfähigkeit und Druck in der Wassersäule. Mit der Hilfe der gemessenen Parameter können dann auch noch der Salzgehalt und die Dichte des Meerwassers berechnet werden. Dichte ist eine wichtige Größe in der Ozeanographie, da horizontale Dichteunterschiede die großskaligen Strömungen im Ozean antreiben. Das mittlere Strömungsfeld in der Parktiefe lässt sich aus der zurückgelegten Distanz und der Richtung aufeinanderfolgender Floatpositionen bestimmen. Dabei werden die Positionen aber nicht in der Parktiefe gemessen, sondern erst an der Oberfläche durch die Positionierungssysteme der GPS- oder ARGOS-Satelliten. Die Übertragung der gemessenen Daten erfolgt ebenfalls per Satellit an internationale Datenzentren wo alle Daten gesammelt, in Echtzeit qualitätsgeprüft und dann zur Nutzung bereitgestellt werden.

 

Abbildung 1: Lagekarte der Argo-Bojen am 2. August 2014. Abbildung: Argo-Webseite.

 

Der folgende Cartoon von Malou Zuidema & Esmee van Wijk beschreibt den Argo-Messablauf sehr eindrücklich:

 

Während das Argo-Programm einen Riesenschritt nach vorne bedeutet, fehlen immer noch systematische Messungen aus Wassertiefen unterhalb von 2000 m. Die Datenlücke ist enorm, wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Tiefe der Ozeane bei knapp 3700 m liegt. Auch fehlen natürlich verlässliche, weltumspannende Daten aus der Vor-Argo-Ära, also vor 2007. Der gut abgedeckte Argo-Messzeitraum beträgt lediglich 7 Jahre, was gegenüber dem klimatischen Mindestintervall von 30 Jahren äußerst gering ist.

Bevor wir nun in die vorliegenden Messdaten gehen, müssen wir noch einen Begriff einführen, der bei der Beschreibung und Zusammenfassung der ozeanischen Temperaturverhältnisse und Veränderungen eine wichtige Rolle spielt, der sogenannte „Wärmeinhalt der Ozeane“, auf englisch „Ocean Heat Content“ (OHC). Wikipedia erläutert:

Als Wärmeinhalt der Ozeane […]  wird die im Meer oder auch Teilen desselben (z. B. Ozeanen) gespeicherte thermische Energie (die Wärmemenge) bezeichnet. Wasser hat eine höhere Wärmekapazität als die Luft, daher ist der Wärmeinhalt der Ozeane höher als in der Atmosphäre. Die Atmosphäre enthält nur etwa 2% der gesamten Wärmekapazität der Erde.

Und dies ist einer der Hauptgründe, weshalb wir uns mit allen Wasserschichten der Ozeane beschäftigen sollten und nicht nur mit der Wasseroberfläche: In der Gesamtheit des Ozeanwassers kann tausend Mal mehr Wärme gespeichert werden, als in der Atmosphäre. Selbst kleine Veränderungen in den Ozeanen haben daher eine Bedeutung.

 

Veränderungen des ozeanischen Wärmeinhalts in den letzten 50 Jahren

Die Entwicklung des ozeanischen Wärmeinhalts (OHC) wird üblicherweise für bestimmte Wassertiefenbereiche dargestellt. Die Nordamerikanische Ozeanographische Behörde NOAA zeigt in der folgenden Abbildung die OHC für die letzten 60 Jahre für das Tiefenintervall 0-700m, also einen zusammenfassenden Wert für den globalen Wasserkörper von der Wasseroberfläche bis in eine Tiefe von 700 m: (weiterlesen …)

Zurich-Versicherungsgruppe schließt ihr 2008 gegründetes Klimabüro

Greenpeace befindet sich aktuell in einer klimatischen Glaubwürdigkeitskrise: Das Luxemburger Wort wies am 25. Juni 2014 auf einen schwer erklärbaren Vorfall hin:

KRITIK AN REISEGEWOHNHEITEN
Greenpeace-Manager: Mit dem Flugzeug zum Job

Die Umweltorganisation Greenpeace ist bekannt für ihre spektakulären Kampagnen – unter anderem auch gegen Flugverkehr. Bei sich selbst nehmen es die Greenpeace-Manager anscheinend damit nicht so genau. Der Luxemburger Pascal Husting pendelte jahrelang mit dem Flugzeug nach Amsterdam. Wo in Europa ein Flughafen erweitert oder eine Landebahn gebaut wird, ist Greenpeace zur Stelle. Die Aktivisten sind berühmt für ihre originellen Proteste unter anderem gegen den Ausbau des Großflughafens London-Heathrow und die Folgen der Flüge für den Klimawandel. Privat schätzen die Greenpeace-Manager dagegen die Annehmlichkeiten des Flugverkehrs. Pascal Husting pendelt seit 2012 mit dem Flugzeug von seinem Wohnort Luxemburg nach Amsterdam, wo er in der Greenpeace-Zentrale die Abteilung „Internationale Programme“ leitet. Laut Recherchen der britischen Zeitung „Guardian“ fliegt Husting die 350 Kilometer zwei Mal im Monat hin und zurück. Die Kosten dafür – rund 250 Euro pro Einzelflug – bezahlt sein Arbeitgeber.

Weiterlesen im Luxemburger Wort.

————————-

Die Zurich-Versicherungsgruppe schließt ihr 2008 gegründetes Klimabüro, wie eine Zurich-Sprecherin jetzt gegenüber E&E Publishing bestätigte. Noch in den letzten Wochen und Monaten hatte die Zurich-Direktorin des Büros, Lindene Patton, aktiv im US-Senat für die Idee der Klimakatastrophe geworben. Patton hatte zudem am kürzlichen US National Climate Assessment mitgearbeitet, das jedoch bei vielen Fachkollegen aufgrund alarmistischer Tendenzen glatt durchfiel. Offenbar hat Zurich nun die Reißleine gezogen, da die IPCC-nahe Lobbyarbeit in der Öffentlichkeit und Teilen der US-Politik nicht mehr so ohne weiteres akzeptiert wird. Generell steht die Versicherungswirtschaft im Verdacht, mit überzogenen Extremwetterwarnungen Kunden für die eigenen Versicherungsprodukte zu werben und überhöhte Preise zu rechtfertigen.

Im Folgenden ein Auszug aus einem Artikel von Evan Lehmann von der E&E News-Plattform vom 27. Juni 2014 zur Schließung des Zurich-Klimabüros:

Leading insurer to close its climate change office, leaving the industry ‘mute’
Zurich Insurance Group is closing its U.S. climate change office six years after opening it to help persuade companies to press public officials for solutions to climbing disaster losses, according to several sources. The move seems likely to end a high-profile advocacy effort that exposed federal lawmakers to the financial concerns of a major insurer regarding rising temperatures. Some observers also say the closure stands to lessen an industry voice that might resonate with Republicans in a debate that’s often characterized as driven by Democratic ideology. Zurich’s decision comes amid a flush of visibility for the office and its director, Lindene Patton, who in recent months helped write the National Climate Assessment, testified before a Senate panel and spoke at the White House. In some circles, that has distinguished Patton as an unusually credible advocate for climate action who speaks from the suit-and-trouser world of the financial sector, where crunching numbers outpaces environmental ideology. One observer described her as a “dynamo.” [...]

When Zurich announced its “climate initiative” six years ago, it was an effort, in part, to rally other members of the massive industry to get involved in shaping public policy. It warned of worsening climate risks that foretold of more than just sharpening damage from floods and storms: The industry also faces increased pressure from regulators and, in the eyes of customers, reputational risk if it doesn’t act, the company said. [...] “The internal meaning could be that they don’t want to stick their neck out, that they want to be less visible with regard to climate change in general,” said Walter Stahel, director of risk management research at the Geneva Association, a Swiss think tank funded by the insurance industry. “And they want to break it down into much more concrete [efforts] to impose adaptation measures.” [...] A Zurich spokeswoman confirmed yesterday that the climate office is being closed.

Weiterlesen auf der E&E News.

Bereits im Herbst 2012 hatte die Deutsche Bank ihre Analyseabteilung für die Folgen der Erderwärmung aufgelöst.

Siehe auch:

 

Mit Dank an die GWPF.