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Offener Brief an alle, die für “das Klima” marschieren

Von Brian Dingwall

Hallo Kinder,

Viele von euch werden freitags wieder marschieren und für eine Sache demonstrieren, die ihr für sehr wichtig haltet.
Vor vielen Jahren war ich auch jung, gut informiert und absolut davon überzeugt, dass ich genug wusste, um gute Entscheidungen für die Zukunft der Welt treffen zu können, und ich konnte nicht verstehen, wie begriffsstutzig all die Alten waren, wie sie nicht das wussten, was ich gerade gelernt hatte.

Die Malthusianische Wirtschaft trieb die meisten von uns vor sich her, der Club of Rome hatte darüber berichtet, und in der Rückschau muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich 1975 für die Values Party* stimmte … Ich wollte eine bessere Welt, ich wusste, dass die Ressourcen kurz vor der Erschöpfung standen, der Bevölkerungszuwachs war außer Kontrolle, und wir verschmutzten unseren einzigen Planeten. Es war, so dachte ich, Zeit für die Änderung, nach der man sich so verzweifelt sehnte. [*Values Party: Sie war eine politische Partei in Neuseeland. Sie wird heute als die erste Umweltpartei auf nationaler Ebene der Welt angesehen, welche den Terminus „grün“ erstmals als politische Wegmarke verwendete. Quelle. Anm. d. Übers.]. Die Values Party scheiterte bei der Wahl, zu unserer Überraschung gingen die Ressourcen nicht zur Neige, Simon gewann seine Wetter mit dem Katastrophisten Ehrlich; mit dem steigenden Wohlstand der Länder begannen diese, ihre Umwelt aufzuräumen, vor allem Wasser, Ackerland und die Luft.

China ist inzwischen wohlhabend genug, genau das gleiche jetzt auch zu tun womit das Land in die Fußstapfen von Japan, Taiwan und Korea tritt. Wir werden mit Sicherheit nie mehr die berüchtigten schäumenden Flüsse des industrialisierten Japans sehen. Ökonomen verstehen heute, dass die ultimative Ressource, nämlich die menschliche Vorstellungskraft, niemals zur Neige gehen wird. Genauso dürfte es mit Klimawandel sein. Ich dränge euch, niemals euren Skeptizismus aufzugeben. Für einen kritischen Verstand ist dieser nämlich das wichtigste Kapital. Seid in der Lage, genau zu benennen, nach welchen Belegen ihr eure Meinung gebildet habt. Meinungen jedoch sind keine Belege. Konsens ist kein Beweis. Im Verlauf der Historie der Welt gab es oftmals Konsens, aber viele davon haben sich als falsch erwiesen. Ich habe nichts gegen Konsens, man muss mich nur von einem solchen überzeugen.

Mein Hintergrund ist die Wissenschaft mit einem Oberflächenwissen in Ökonomie und Statistik, und ich verstehe ziemlich gut, was mit einem katastrophalen Klimawandel gemeint ist. Das ist aber alles nicht überzeugend. Gleiches gilt für viele absolut qualifizierte Experten in vielen Bereichen, darunter sogar Nobelpreisträger. Ich empfehle euch dringend herauszufinden, wer diese sind und warum sie so reserviert sind. Es gibt zwei Seiten in dieser Debatte, aber nur eine davon ist üppig mit Ressourcen ausgestattet, weshalb ihr euch etwas mehr anstrengen müsst, die Argumente skeptischer Wissenschaftler in Erfahrung zu bringen.

Eine der großen Tragödien des gesamten Themas ist, dass es seit dem Jahr 1990 für Wissenschaftler sehr schwierig ist, von Regierungen Geld zur Erforschung des natürlichen Klimawandels zu bekommen, aber wir können sicher sein, dass die Kräfte, die in der Vergangenheit große Klimaveränderungen ausgelöst haben, immer noch wirken, und das vermutlich sehr viel stärker als jene, die von CO2 ausgelöst waren.

Für heute empfehle ich euch, einmal gründlich über Folgendes nachzudenken: Alles heute freigesetzte CO2 wird einfach der Atmosphäre wieder zugeführt, aus der es einst gekommen war. Es steht damit wieder der Biosphäre zur Verfügung, deren Aufblühen wir schon jetzt erkennen können. Die globalen Temperaturen sind seit der Kleinen Eiszeit gestiegen (etwa 0,7°C während der letzten 100 Jahre). Das tun sie vielleicht auch weiterhin, aber bestimmt nicht einmal ansatzweise mit einer Rate, die von den Klimamodellen prophezeit wird.

Wir leben vom Äquator bis (fast) zu den Polen und sind folglich anpassungsfähig, und wir werden uns auch an geringe Temperaturveränderungen anpassen, was wir auch während der Vergangenheit getan haben, sowohl in Klima-Optima als auch in Kleinen Eiszeiten. Ein größerer Teil der Landoberfläche der Erde ist zu kalt, um dort zu siedeln oder Landwirtschaft zu betreiben. Daher dürfte eine gewisse Erwärmung der nördlichen Gebiete von Kanada und Russland sehr willkommen sein, nur mal als Beispiel.

Hier in Neuseeland erzeugen wir Nahrungsmittel für die Welt mit einem der, wenn nicht dem kleinsten „Kohlenstoff-Fußabdruck“ weltweit. Solltet ihr tatsächlich Erfolg haben mit der Zerschlagung dieser Industrie, wird sich die Erzeugung anderswohin verlagern, mit höheren Kohlenstoff-Kosten … darum wird die von euch vermeintlich ausgemachte Verbesserung hinsichtlich der Emissionen von Neuseeland mehr als aufgewogen durch zusätzliche Emissionen anderswo … wir steigern das Problem anstatt es abzuschwächen.

Es ist auch sehr wichtig, dass jeder von euch versteht, dass man für jedes komplexe Problem immer eine ganze Bandbreite möglicher Entscheidungen betrachten muss. Wissen wir um alle Vorteile, welche der Verbrauch fossiler Treibstoffe mit sich bringt? Wie viele dieser Vorteile sind wir zu opfern gewillt? Wie würde eine Welt mit geringerem Verbrauch fossiler Treibstoffe eurer Ansicht nach aussehen? (Hinweis: ich glaube nicht, dass ihr eine solche Welt gerne haben wollt).

Habt ihr etwas über den „moralischen Aspekt fossiler Treibstoffe“ gehört oder sogar davon gelesen, und versteht ihr das Ausmaß, mit welchem diese die Welt ernähren und kleiden, uns mit unseren Werkzeugen versorgen und uns unsere Freizeit ermöglichen? Oder wie sehr sie unsere elektrischen Werkzeuge und Geräte mit Energie versorgen oder uns heute unsere Reisemöglichkeiten verschaffen? Ihr seid einfach nicht informiert, wenn ihr euch nur einer Seite der Debatte zuwendet. Zufälligerweise glaube ich an freie Märkte, an die Ökonomie, wie sie von Mises, Hayek, Friedman, Simon und McCloskey gelehrt wird, aber ich habe auch Karl Marx gelesen sowie verschiedene Werke kollektivistischer Ökonomen. Ihr müsst euch vertraut machen damit, was alle Meinungsführer sagen und warum.

Also trachtet danach, auch die Argumente von Curry, Lewis, Christy, Soon, Baliunas kennenzulernen – sie werden euch zu einer ganzen Palette von „counter-consensus“ führen, die ihr genau wie ich vielleicht viel überzeugender findet als die orthodoxe Klima-Kirche. Ich persönlich musste zur Kenntnis nehmen, dass das, was ich in eurem Alter zu wissen glaubte (natürlich viel mehr als meine Eltern) nicht immer richtig war … heute gekleidet in das Wort „es geht nicht darum, was wir nicht wissen, es geht um das, was wir sicher zu wissen glauben, das aber einfach so nicht ist“. Wir glaubten einst an Blutegel, Aderlässe, dass Hände waschen unwichtig war, dass Kontinente nicht driften, dass Stress Magengeschwüre hervorruft, eine tägliche Dosis Aspirin uns gut tut und dass immer eine drohende Katastrophe am Horizont erkennbar ist, die sich niemals materialisiert hat.

Die Frage lautet, ob das, was wir sicher zu wissen glauben, hier im Einzelnen, dass der Klimawandel, um den ihr euch solche Sorgen macht, vom Menschen verursacht ist, messbare und substantielle Auswirkungen haben wird und real ist. Welcher Klimawandel wäre noch natürlich? Werden wir in der Zukunft zurückschauen und denken „Was haben wir da geglaubt“? Haben wir in unsere Modelle korrekt eingehen lassen: die Auswirkungen kurz- und langfristiger natürlicher ozeanischer Zyklen, die Auswirkungen kosmischer Strahlung auf Wolkenbildung, Sonne und Sonnenflecken und alles – falls es das noch gibt – was wir nicht wissen? Bekommen wir die Ausgangsbedingungen korrekt hin?

Untersucht immer eingehend die Logik des Falles … wir haben nur eine Welt, so dass alles, was wir tun können, die Konstruktion von Klimamodellen ist und abzuwarten, ob die Natur bestätigt, dass unsere Modelle eine gute Approximation unserer realen Welt und damit in der Lage sind, zukünftige Klimata zu projizieren … und falls Klima ein 30-jähriges Mittel all unserer globalen „Wetter“-Phänomene ist, dann müssen wir vermutlich mindestens zweimal einen Zeitraum von 30 Jahren abwarten, um die Modelle über 100 Jahre validieren zu können. Bislang haben sich alle Projektionen und Prophezeiungen als vollkommen falsch erwiesen. Das Polareis ist stabil, der Manhattan-Freeway steht nicht unter Wasser, der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich nicht und Schnee ist alles andere als ein „Ding der Vergangenheit“. Ein Klimawissenschaftler und Hüter der Satelliten-Aufzeichnungen drückt es ironisch so aus: „Alle Modelle sind sich darin einig, dass die Beobachtungen falsch sind“.

Und die Ökonomie spielt nicht mit, wie der Nobelpreisträger Nordhaus lehrt. Die Kosten zur Abschwächung sind eine Größenordnung höher als die Kosten des Problems, so dass die Behandlung viel schlimmer ist als die Krankheit selbst. Glaubt mir oder irgendjemandem anders nichts! Lest selbst, geht an die Quellen. Traut keinem Wissenschaftler, der einen prüfenden Wissenschaftler „Leugner“ nennt. Versteht, dass eine begutachtete Studie oftmals mehr ist als nur die Eröffnungsseite einer Kette von Ereignissen, die eine wissenschaftliche Wahrheit klarmachen können – oder auch nicht.

Seid extrem zurückhaltend hinsichtlich jedweder Theorie, wo allgemein anerkannte Fakten (historische Temperaturverläufe sowie Lage und Anzahl der Thermometer) regelmäßig verändert werden, damit sie zum Narrativ passen. Und schließlich: genießt den Tag, seid ihr selbst, vertraut eurem eigenen Urteil, lest alles und hinterfragt die Daten und die Motive der Haupt-Akteure. Es gibt eine (sehr geringe) Wahrscheinlichkeit, dass ihr recht habt, aber selbst wenn das so wäre – vertraut dem menschlichen Einfallsreichtum, jener fabelhaften Einrichtung, mit der wir nicht nur unser Überleben in der uns bekannten Welt sichern, sondern mit der wir auch eine sogar noch bessere Welt schaffen können … wir werden nicht wieder in Zeiten abtauchen, in denen wir mit unserem Vieh auf schmutzigen Böden mit nackten Wänden gewohnt haben! So wie es die Menschheit die meiste Zeit auf der Erde machen musste…

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Zuerst im englischen Original auf whaleoil.co.nz erschienen. Die deutsche Übersetzung wurde von Chris Frey angefertigt und erschien zuerst auf EIKE.

 

Haben Sie schon Ihren Streikschein gemacht?

Die EarthWindMap hat jetzt eine neue Kalender- bzw. Archiv-Funktion, die bis 2013 zurückreicht. Ein Leser schrieb uns:

Am 24. Dezember 2018 machte ich eine bemerkenswerte Entdeckung: Auf Projektion A, 10 hPa, halbkreisförmig um Nordpol gab es eine starke Erwärmung bis auf über 12 Grad plus – gleichzeitig gegenüberliegend auf RH eine “WasserBlase” mit fast 100% – dank ARCHIV jetzt jederzeit anzuschauen – wer kennt sich evtl. damit aus?

Sachdienliche Hinweise bitte an unsere Kontaktadresse.

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Über Klima-Greta wird viel geschrieben. Zusammen mit ihren Lenkern im Hintergrund, ist sie die geistige Anführerin einer Schüler-Klimarebellion, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sie fast vollständig ohne wissenschaftliche Diskussionen auskommt. Wozu braucht man eine abgeschlossene Schulausbildung oder gar ein Studium oder gar eine Promotion im Bereich der Naturwissenschaften, wenn man auch ohne großartige Grundkenntnisse die Klimaapokalypse bejammern kann. Der Klimaalarm hat in den jungen Hirnen sehr gut gefruchtet. Bekannte Klimaalarmisten sind umgehend auf den Zug aufgesprungen und instrumentalisieren die Bewegung für ihre Zwecke. Dumpfe Erinnerungen an vergangene Zeit werden wach, als die Jugend in Uniformen gesteckt wurde, deren Farbe sich nach der jeweils herrschenden Regierung richtete.

Einen Klimastreik hat es auch kürzlich im Südwesten Europas im portugiesischen Lissabon gegeben. Greta konnte nicht mit dabei sein, denn sie hätte mehrere Tage mit dem Zug anreisen müssen. Es hat auch Vorteile, so weit von Schweden entfernt zu leben. Die Schüler nahmen sich an dem Freitag frei, nachdem die Lehrer ihnen versichert hatten, dass die Aktion keine negativen Folgen für sie haben würde. Im Gegenteil, die Unternehmung wurde unterstützt, da Protest auch Teil des Erwachsenwerdens ist. Das stimmt auch. Erinnerungen an das Studium  werden wach. Damals scherzten wir, dass man neben den Scheinen von Mathematik und Physik auch unbedingt einen “Streikschein” erwerben müsste. Das gehöre einfach dazu. Es kam dann zu einer großen Demo, bei der auch kurzfristig Gleise einer ICE-Strecke blockiert wurden. Gegen was die Demo war, ist dem Schreiber nicht mehr bekannt. Aber der Streikschein war auf jeden Fall bestanden.

Insofern sollten wir alle etwas nachsichtig mit den Schülern sein. Sie werden in der Schule in Sachen Klimawandel indoktriniert. Vom wissenschaftlichen Mainstream abweichende Meinungen werden ignoriert. Wie in vielen Städten gab es in der ersten Reihe der Klimastreik-Demo einige Überzeugte. Danach schlenderte eine große Masse an Schülern, die wohl lediglich den “Streikschein” machen wollten. Die ganz Schlauen gaben vor, zur Demo zu gehen, begaben sich aber in Wahrheit direkt auf den Weg nach Hause, wo die Playstation wartete.

Es ist gar nicht so einfach, Klimaikone zu sein. Das hat jetzt auch Greta erfahren. Sie kommt aus Schweden, das mithilfe der Atomkraft seinen CO2-Ausstoß kräftig senken konnte. Unvorsichtig brachte Greta in einem Facebook-Post diese Option auch für andere Länder ins Spiel. Daraufhin ergoss sich ein Shitstorm über sie. Wie könne sie denn nur dieses Teufelszeug propagieren. Schnell reagierte ihr Pressesprecher (!) und der Beitrag wurde geändert. Greta persönlich mag gar keine Atomkraft, das wäre ja nur eine blöde Idee des IPCC gewesen. Was viele verdrängen: Selbst einige Hardcore-Aktivisten wie James Hansen (lang nichts mehr von ihm gehört) propagieren Atomkraft als Lösung der Klimakatastrophe.

Das Schweizer Pendler-Gratis-Blatt “20 Minuten” brachte am 16. März 2019 den folgenden Artikel von Rolf Maag, der gut zum Thema passt:

Warum glaubt man den Untergangspropheten?

Sektenführer finden trotz falscher Prophezeiungen immer wieder Anhänger. Dahinter steckt ein verbreiteter psychischer Mechanismus.

Es war 1998, als die kürzlich verstorbene Uriella vor einer Fülle katastrophaler Ereignisse warnte: vor einem kurz bevorstehenden Börsencrash, einer mehrere Hundert Meter hohen Flutwelle und dem Einmarsch der Russen in Deutschland. Die Mitglieder ihrer Sekte Fiat Lux würden von Raumschiffen vorübergehend in Sicherheit gebracht. Damit trat sie in die Fussstapfen von Paul Kuhn, dem Oberhaupt der St. Michaelsvereinigung, der in Dozwil TG predigte. Er hatte schon für den 8. Mai 1988 nichts weniger als den Weltuntergang angekündigt.

Weiterlesen auf 20 Minuten

 

Klimawandel weniger dramatisch als befürchtet: IPCC erhöht verbleibendes CO2-Budget drastisch

Kennen Sie das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH? Dies ist eine gemeinsame Gründung des PIK zusammen mit der Stiftung Mercator. Ziel ist es, die Dekarbonisierung der Gesellschaft voranzutreiben. Am 8. November 2018 gab das MCC eine Pressemitteilung zum verbleibenden CO2-Budget bis zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels heraus:

CO2-Uhr des MCC auf neusten Stand gebracht

Mehr Wege zum 1,5-Grad-Ziel möglich als angenommen – Budget bleibt aber sehr knapp

Im Einklang mit dem jüngsten Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) über 1,5 Grad Celsius globale Erwärmung hat das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) seine CO2-Uhr auf den neusten Stand gebracht. Demnach können gerade einmal noch knapp 420 Gigatonnen (Gt) CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu verfehlen. Da die Welt jedoch jedes Jahr circa 42 Gt an CO2 ausstößt – rechnerisch entspricht dies 1332 Tonnen pro Sekunde – dürfte dieses Budget in gut neun Jahren aufgebraucht sein. Das Budget von circa 1070 Gt für das Zwei-Grad-Ziel wird in etwa 26 Jahren erschöpft sein.

Die CO2-Uhr des MCC bildet damit den neuen allgemein wissenschaftlich anerkannten Stand der Forschung ab. Kurz vor der Veröffentlichung des IPCC-Sonderberichts war die Uhr, die das noch verfügbare Budget rückwärts herunterzählt, eigentlich abgelaufen. Das Update schließt jetzt jedoch unter anderem die neuen Abschätzungen über die bisher erfolgte Erwärmung mit ein und beruht auf einer breiteren Datenbasis, die nun auch Beobachtungen umfasst. Beim Klimaabkommen von Paris haben alle Staaten weltweit das Ziel beschlossen, die Erderwärmung im globalen Mittel auf deutlich unter 2 Grad Celsius (möglichst 1,5°C) im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

„Bei dem weiterhin äußerst begrenzten CO2-Budget werden der Welt gerade einmal einige wenige Jahre mehr für effektiven globalen Klimaschutz eingeräumt“, sagt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer. „Klimapolitisch haben wir gerade ein verlorenes Jahrzehnt hinter uns, in dem die globalen Emissionen trotz aller im Paris-Abkommen gemachten Zusagen sogar wieder gestiegen sind. Der IPCC zeigt, dass es noch mehr Wege zum 1,5-Grad-Ziel gibt als angenommen. Doch diese Handlungsspielräume werden von der Politik kontinuierlich verspielt.“

Die Idee des CO2-Budgets fußt auf einem nahezu linearen Zusammenhang zwischen den kumulativen Emissionen einerseits und dem Temperaturanstieg andererseits. Aus dem Ablaufen des verfügbaren CO2-Budgets zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels lässt sich indes nicht ableiten, dass sich die Erde dann um 1,5 Grad erwärmt hätte. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Reaktion der Emissionen auf die Temperatur erst später sichtbar wird als beim reinen Blick auf die Konzentration der Emissionen in der Atmosphäre. 

Mit der Aktualisierung der CO2-Uhr des MCC auf Grundlage des IPCC-Sonderberichts geht zugleich eine technische Veränderung einher: Bisher hatte der Weltklimarat die Größe des Budgets in Form von einer geringeren (33 prozentigen), einer mittleren (50 prozentigen) und einer hohen Wahrscheinlichkeit (66 prozentigen) abgebildet. Im Lichte der neuen Erkenntnisse sprechen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun davon, dass das errechnete Budget von 420 Gt für das 1,5-Grad-Ziel mit 66 Prozent der untersuchten Szenarien erreichbar ist. Damit werden Unsicherheiten verlagert: Weg von der Wahrscheinlichkeit, das Temperaturziel einzuhalten – und hin zu der Wahrscheinlichkeit, dass die Modelle das Ziel einhalten. Zudem bleiben Unsicherheitsfaktoren bestehen, die sich unter anderem aus unterschiedlichen Definitionen des 1,5°C-Ziels, unterschiedlichen Annahmen über die Klimasensitivität und den Grad der bisherigen Erwärmung sowie der zukünftigen Entwicklung anderer Treibhausgase ergeben.

„Es liegt in der Natur der Sache, dass auch unsere CO2-Uhr weiterhin mit Unsicherheiten behaftet ist. Doch  den nötigen politischen Handlungsdruck, zeigt sie glasklar: Bis 2050 muss die Weltwirtschaft komplett CO2-frei sein“, sagt MCC-Generalsekretärin Brigitte Knopf. „Durch den Weltklimarat wissen wir jetzt noch genauer, wie groß die Notwendigkeit ist, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren.“

Hier finden Sie die aktualisierte CO2-Uhr.

Eine ungewöhnliche Pressemitteilung. Zum einen baut sie weiter politischen Druck auf, zum anderen räumt sie unumwunden ein, dass man jahrelang viel zu pessimistisch war, dass es noch sehr viele Unsicherheiten gibt. Weder die CO2-Klimasensitivität, noch der bisherige Erwärmungsverlauf sind ausreichend genau bekannt. Eigentlich eine ziemlich peinliche Angelegenheit, denn die “CO2-Uhr” war bereits angelaufen. Das letzte Klimastündchen hatte geschlagen, bzw. hätte schlagen sollen.

Der IPCC hatte eigentlich gar keine andere Wahl, als die Uhr schnell wieder zurückdrehen, um die Klimaspannung aufrechtzuhalten. Fakt ist: Die ursprüngliche Warnung entpuppte sich als falsch. Die Lösung: Man präsentiert einfach eine neue Prognose. Es wird interessant werden, wenn die Uhr in ein paar Jahren wieder abgelaufen sein wird und sich die Temperaturen wieder nicht an die Prognosen gehalten haben. Die Glaubwürdigkeit des Narrativs der Klimakatastrophe steht auf dem Spiel.

Eine ehrlichere Überschrift der MCC-Pressemitteilung wäre gewesen:

Klimawandel weniger dramatisch als befürchtet: IPCC erhöht verbleibendes CO2-Budget drastisch

 

 

Fragwürdige Temperaturdaten stellen Ergebnisse einer Insektenalarmstudie in Frage

Eine typische Alarmgeschichte: Die Insekten sterben, weil es immer heißer wird! Lister & Garcia 2018 in PNAS:

Climate-driven declines in arthropod abundance restructure a rainforest food web
A number of studies indicate that tropical arthropods should be particularly vulnerable to climate warming. If these predictions are realized, climate warming may have a more profound impact on the functioning and diversity of tropical forests than currently anticipated. Although arthropods comprise over two-thirds of terrestrial species, information on their abundance and extinction rates in tropical habitats is severely limited. Here we analyze data on arthropod and insectivore abundances taken between 1976 and 2012 at two midelevation habitats in Puerto Rico’s Luquillo rainforest. During this time, mean maximum temperatures have risen by 2.0 °C. Using the same study area and methods employed by Lister in the 1970s, we discovered that the dry weight biomass of arthropods captured in sweep samples had declined 4 to 8 times, and 30 to 60 times in sticky traps. Analysis of long-term data on canopy arthropods and walking sticks taken as part of the Luquillo Long-Term Ecological Research program revealed sustained declines in abundance over two decades, as well as negative regressions of abundance on mean maximum temperatures. We also document parallel decreases in Luquillo’s insectivorous lizards, frogs, and birds. While El Niño/Southern Oscillation influences the abundance of forest arthropods, climate warming is the major driver of reductions in arthropod abundance, indirectly precipitating a bottom-up trophic cascade and consequent collapse of the forest food web.

Siehe auch Bericht in der Washington Post. Passt alles bestens ins klimaalarmistische Konzept. Leider scheint die Studie komplett danebenzuliegen. Auf WUWT zeigte Bob Vislocky, dass die maximalen Temperaturen im puertoricanischen Studiengebiet wohl gar nicht angestiegen sind:

The problem is that the data from those two stations should never have ever been used in this research study. For example, Bisley only started reporting in 1994, which means that the temperature record only covered the second half of the 38-year time period used to study the insects. Unless the authors had temperature data going back to the start of their study period in 1976 how in the world can they claim that the insect decline from their first expedition in 1976-77 to the second one in 2012-13 was due to climate change?

The situation for the observing station in El Verde is outright comical. This station has had a checkered history beginning with its odd choice of thermometer location (on top of a concrete roof). Roughly 25% of the data between 1976 and 2013 is reported as missing with no values provided. From 1976-1978 and 1987-1989 the daily observations were not real, but rather long-term average values were substituted. Moreover, prior to 1992 many of the max temperature observations were extrapolated from surrounding locations. Additionally, from 1989-1992 the temperatures reported were often that of the current reading at observation time instead of the maximum temperature, so adjustments had to be applied to correct those values. To top all of that there were instrument issues cited in the early 1990s that prompted replacement of the thermometer in September of 1992. The amount of corrupt data was so extensive prior to 1992 that the caretakers of the data set specifically state that this data is suspect and not valuable for interpreting long-term trends as it would pollute the later data record after 1992. Here are the links to the historical El Verde max temperature spreadsheets and more importantly the description of the data where the issues regarding the data sets are exposed.

https://luq.lter.network/data/luqmetadata181

https://luq.lter.network/data/luqmetadata16

But wait, there’s more! After the instrument change in September 1992, recorded maximum temperatures increased substantially at the station! As a result, a correction factor was applied to the data beginning in September of 1992 to make it compatible to previous data record; however the exact nature of the correction was not documented. Unfortunately, the correction factor ceased to be applied starting in 1997, so who knows what impact this had on the temperature trend. Lastly, even after the instrument change in 1992, over 35% of the daily readings are still reported as missing.

Ganzen Beitrag auf WUWT lesen

 

Sind die Wetterstationen auf Spitzbergen richtig geeicht?

Von Bruno Hublitz

Bei dem physikalischen Kolloquium an der FAU in Erlangen am 09. Januar 2019 erläuterte der ARD-Wettermoderator Karsten Schwanke wie und warum sich der Jetstream abschwächt. Auszug aus seinem Vortrag, der hier mitverfolgt werden kann:

“…….d. h., wenn wir sagen, dieser sehr trockene, sehr lange und vor allem sehr lange Sommer den wir in diesem Jahr hatten, der hatte mit der Abschwächung des Jetstreams zu tun.   …….

….. Und warum wird nun dieser Jetstream deutlich schwächer, und warum wird er vor allem noch schneller sich abschwächen als wir es bisher gedacht haben? Das hat mit der Klimaerwärmung zu tun. In den letzten Jahrzehnten, in etwa seit den 70-er und 80-er-Jahren hat sich die Erde komplett unterschiedlich erwärmt!

Ich war für eine ARTE-Reportage im Frühjahr auf Spitzbergen. Dort gibt es verschiedene Wetterstationen. Die messen das Wetter dort. Lassen Wetter-Ballons aufsteigen und die haben mir ihre Daten gezeigt. Dort steigt die Temperatur zur Zeit in 10 Jahren um 1,6 °C, also pro Jahrzehnt im Mittel steigt die Temperatur dort um 1,6°C. Das ist enorm! Und im großen Rest der Welt steigt im Mittel die Temperaturen pro Jahrzehnt um 0,1 °C, d. h, wir erleben in einigen Regionen der Arktis eine Erwärmung um den Faktor 15! Ungefähr 15 mal so stark wie im Rest der Welt. Und diese stärkere Erwärmung der Arktis, die führt dazu, dass der Temperaturunterschied zwischen Nordpol und Äquator – auch im Winter – abnimmt und der Jetstream deshalb schwächer wird.”

 

Abb1.:  Screenshot der Projektion vom Vortrag von Herrn Schwanke

 

Die gleiche Aussage findet man auch in der ARD-Programm-Beschreibung unter https://programm.ard.de/TV :

 

Die vom emeritierten Professor Ole Humlum an der Universität Oslo initiierte  Plattform “climate4you” bietet dem interessierten Laien eine gut Möglichkeit sich über aktuelle Klimaentwicklungen sachgerecht zu informieren (Dank an Sebastian Lüning für den Hinweis). So kann man sich auch von Temperaturentwicklungen in der Arktis ein gutes Bild verschaffen. Daraus die Abb. 2 der Temperaturen in der Arktis (65N-90) “händisch” ergänzt mit der Angabe von Herrn Schwanke.

Abb. 2:  Arktische Temperaturen, Quelle: climate4you; ergänzt mit “händischer” Anstiegsrate und 1,6°C/Dekade-Gradient aus Vortrag K. Schwanke am 09. Jan. 2019 an der FAU

 

Aus climate4you ergibt sich für die Arktis vereinfacht “händisch” geglättet dabei in 40 Jahren ein Anstieg von ca. 1°C (man kann auch einen etwas größeren Wert ablesen). Unbestritten ist der Gradient in der Arktis ausgeprägter als in anderen Regionen der Welt. Datenbanken von Cowtan & Way oder GISS liefern 0,6 – 0,7 °C/Dec (Hinweis von Frank Bosse, mit Dank verbunden).

Auf Nachfrage über wetter@DasErste.de  habe ich leider von Herrn Schwanke keine Antwort erhalten, wie der auf Spitzbergen gemessene Temperaturanstieg von 1,6°C in 10 Jahren zustande kommt. Trägt man den bei einem physikalischem Kolloquium an einer deutschen Universität genannten Wert vereinfacht (wohlwissend wissenschaftlich nicht exakt) in das climate4you-Diagramm ein, ergibt sich das oben gezeigte Bild. Möge sich der verehrte Leser selbst seine eigene Meinung bilden, über vermutlich reißerische Aussagen in einem Klima-Vortrag.

 

NACHTRAG:
Die Daten sprechen eine klare Sprache. Bei NASA GISS findet man die Spitzbergen-Station “Svalbard Luft”. Nach dem Interpolieren von einigen Lücken ergibt sich für jährliche Mittelwerte ein Trend von 0,93°C/Dekande. Zum Vergleich sind die von Karsten Schwanke erwähnten 1,6 °C rot vermerkt. Er unterstellt fälschlicherweise eine Erwärmung von 173% gegenüber dem in GHCN ermittelten Trend.

 

Abb. 3: Temperaturentwicklung auf Spitzbergen auf Basis der Station ‘Svalbard Luft’ (GISS).

 

 

IPCC in Erklärungsnot: Gutachterprotokolle des Sonderberichts zum 1,5-Grad-Ziel noch immer unveröffentlicht

Beitrag von Rainer Zitelmann vom 3. März 2019 auf Tichys Einblick:

Meinungsklima in Deutschland: Die lauten und die stummen Jugendlichen

Die Medien werden beherrscht von den Klima-Protesten einiger Tausend Schüler. Sie werden gehört. Aber immer mehr Jugendliche schweigen – aus Angst, wegen kritischer Meinungen als „rechts“ abgestempelt zu werden. Eine aktuelle Umfrage.

Nach einer Erhebung des Forsa-Instituts findet etwa jeder zweite Jugendliche und junge Erwachsene (16 bis 25 Jahre), man könne in Deutschland zu Themen wie Zuwanderung oder Islam bestimmte Meinungen nicht offen vertreten, ohne als rechts oder rechtsradikal abgestempelt zu werden. Die Befragung wurde im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung durchgeführt.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Anfang Oktober 2018 stellte der IPCC seinen neuen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel vor, der in den Medien ausführlich referiert und zelebriert wurde. Allerdings gab es auch viel Kritik. Die Global Warming Policy Foundation (GWPF) gab hierzu am 20. Dezember 2018 ein Briefing Paper heraus, in dem Ray Bates vom University College Dublin die Schwächen des Berichts erläutert. Hier die dazugehörige Pressemitteilung der GWPF. Das pdf der GWPF-Analyse gibt es hier.

New Paper Documents Main Reasons For International Controversy About The IPCC’s SR1.5 Report
One of Europe’s most eminent climate scientists has documented the main scientific reasons why the recent UN climate summit failed to welcome the IPCC’s report on global warming of 1.5°C. In a paper published today by the Global Warming Policy Foundation Professor Ray Bates of University College Dublin explains the main reasons for the significant controversy about the latest IPCC report within the international community. The IPCC’s Special Report on a Global Warming of 1.5°C (SR1.5) was released by the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in advance of the recent COP24 meeting in Katowice, Poland, but was not adopted by the meeting due to objections by a number of governments. Professor Bates examines some key aspects of the SR1.5 report. He assesses if the IPCC report exhibits a level of scientific rigour commensurate with the scale of its extremely costly and highly disruptive recommendation that carbon emissions be reduced to zero by mid-century. The paper concludes that such a level of scientific rigour is not present in the report. Specifically, SR1.5 is deficient in scientific rigour in the following respects:

–It departs from the IPCC’s Fifth Assessment Report in conveying an increased sense of planetary emergency without giving rigorous scientific reasons for doing so.

It fails to communicate to policymakers a considerable body of important observationally-based research evidence that has accumulated since the Fifth Assessment which reduces the sense of a looming emergency.

It fails to communicate important information made public by climate modellers since the Fifth Assessment regarding the empirical tuning of models to achieve desired results.

The paper concludes that, in view of these deficiencies, the SR1.5 report does not merit being regarded by policymakers as a scientifically rigorous document. “There is much recent observational and scientific evidence that the IPCC report has failed to include and which supports a more considered mitigation strategy than the extreme and unrealistic measures called for in the SR1.5 report,” said Prof Bates. In the foreword, Dr. Edward Walsh, the Founding President of the University of Limerick and former chairman of Ireland’s National Council for Science, Technology and Innovation said: “The importance of adherence to the highest scientific standards on the part of the IPCC in its periodic reports can hardly be overemphasised. Governments rely on the scientific objectivity of these reports to make crucial decisions related to the economies of their countries and the wellbeing of their people. Policymakers should carefully reflect on the significant deficiencies identified in the report before considering implementing its recommendations.”

Der IPCC-Sonderbericht selber kann auf der IPCC-Webseite heruntergeladen werden. Die harsche Kritik von Prof. Bates verwundert auf den ersten Blick, da die IPCC-Berichtsinhalte doch einen aufwendigen zweistufigen Begutachtungsprozess durchlaufen haben. Die Reviewer müssten doch eigentlich alle größeren Fehler und Auslassungen identifiziert und deren Behebung gefordert haben. Allerdings leidet der Begutachtungsprozess unter einigen eklatanten Schwächen, was seine Wirksamkeit grundsätzlich in Frage stellt.

Zwar ist der IPCC bei der Zulassung der Reviewer relativ großzügig. Jeder der drei Publikationen zum Klimathema nachweisen kann, darf als Gutachter tätig werden. Das Problem: Die Gutachterkritik kann von den handverlesenen IPCC-Autoren relativ leicht ignoriert werden. Während der beiden Gutachterrunden müssen die Autoren zunächst nicht auf die Hinweise der Reviewer antworten. So müssen die Gutachter im zweiten Berichtsentwurf mühsam per Hand überprüfen, inwieweit die eigenen Hinweise berücksichtigt oder ignoriert wurden. Der IPCC verspricht zwar, dass auf alle Gutachterkommentare geantwortet wird und die Gutachterprotokolle im Sinne der Transparenz später veröffentlicht werden. Im Fall des 1,5-Grad-Spezialberichts entwickelte sich der Gutachterprozess jedoch zu einer Farce.

Ein der Redaktion bekannter Gutachter erklärte, der allergrößte Teil seiner Hinweise wurde schlichtweg ignoriert, zunächst ohne jede Rechtfertigung. Trotzdem wurde der Bericht im Oktober 2018 mit großen Presserummel veröffentlicht. Auch fünf Monate später – Mitte März 2019 – gibt es von den Gutachterprotokollen noch immer keine Spur.  Auf der Webseite des IPCC prangt derzeit (19.3.2019) der peinliche Hinweis, dass wohl erst im April 2019 mit dem Feedback zur Gutachterkritik gerechnet werden kann. Wenn die Reviewprotokolle wirklich irgendwann veröffentlicht werden, sind die politischen Entscheidungen auf Basis des Berichts bereits lange getroffen. Die viel zu späte Offenlegung des Reviewprozesses erst Monate nach der großen Veröffentlichung des Berichts lässt ein großes Defizit an Transparenz und fehlende wissenschaftliche Ernsthaftigkeit erkennen. Falls die von den Autoren gelieferten Begründungen fachlich nicht überzeugen, muss die Robustheit des Berichts insgesamt hinterfragt werden. Dies wiegt umso schwerer, da gleichzeitig allen Reviewern per schriftlichem Erlass strikt verboten wurde, ihre Kritik eigenständig öffentlich zu machen. Es gibt gute Gründe, das IPCC-Begutachtungssystem einer sorgfältigen Begutachtung zu unterziehen.

 

Screenshot vom 19.3.2019, https://www.ipcc.ch/sr15/about/reviews/

 

 

Gute Nachrichten für Skifahrer: Winter auf der Ischgler Idalpe sind in den vergangenen 30 Jahren kälter geworden

Das österreichische Paznaun ist eine Talung im äußersten Westen von Nordtirol mit einer Höhe von 900-1800 m über dem Meeresspiegel. Die Region lebt vom Tourismus, insbesondere vom Skitourismus, der jährlich mehr als 2 Millionen Übernachtungen einbringt. Aus diesem Grund haben Gastgeber und Besucher ein besonderes Interesse an den Auswirkungen des Klimawandels in Paznaun. Wie sehen die Trends aktuell aus? Der Skitourismusforscher Günther Aigner legte im November 2018 eine Studie vor, in der er die Winterentwicklung anhand offizieller Messreihen genau unter die Lupe nahm. Das pdf der Arbeit kann kostenlos auf der Webplattform Zukunft Skisport heruntergeladen werden, wo auch weitere Studien verfügbar sind. Hier die Kurzfassung:

Die Winter im Paznaunseit 1895: Eine Analyse amtlicher Wintertemperatur-und Schneemessreihen
Die Winter auf der Ischgler Idalpe sind in den vergangenen 30 Jahren kälter geworden. An der ZAMG-Station (Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) sanken die Wintertemperaturen im linearen Trend von minus 4,8 auf minus 6,1 Grad Celsius –das heißt: um 1,3 Grad. Sieben der letzten zehn Winter waren kälter als das 30-jährige Mittel. Seit den letzten 50 Jahren sind auf den Bergen des Paznaunsjedoch keine signifikanten winterlichen Temperaturveränderungen feststellbar. Bei Diskussionen über den Verlauf der Temperaturen in Bezug auf den Wintersport in Tirol ist also die Wahl der Zeitachse von großer Bedeutung. Die Schneemesswerte an der ZAMG-Station Galtürzeigen über die letzten 123 Jahre keine statistisch signifikanten Trends. Die jährliche Anzahl der Tage mit natürlicher Schneebedeckung liegt seit 1895/96 statistisch unverändert bei im Mittel 173 Tagen. Die jährlich größten Schneehöhen zeigen seit 1895/96 ebenso keine statistische Veränderung und liegen im Mittel bei 114 cm. IhreVariabilität ist beachtlich, denn die Spannweite reicht von lediglich 38cm im Winter 2016/17bis hin zu 210cm im Winter 1998/99. Im Skigebiet „Silvretta Arena“ in Ischglkonnte man im Mittel der letzten 32 Jahre an 155 Tagen Ski fahren. Der lineare Trend steigt an. Betrachtet man die in dieser Studie ausgewerteten amtlichen Messdaten, so sind im Paznaundie klimatologischen Rahmenbedingungen für das Betreiben von Wintersport über die letzten 30 Jahre unverändert günstig geblieben. Aus den hier veröffentlichten Auswertungen können keinerlei Prognosen für die Zukunft abgeleitet werden

Ganze Studie hier lesen (pdf).

 

Weshalb die Vermischung von Wissenschaft und Politik vermieden werden sollte

Die Vermischung von Wissenschaft und Politik ist eines der größten Probleme der Klimadebatte. Es wäre wichtig, dass Wissenschaftler sich zur Wissenschaft äußern, während Politiker die politischen Schlüsse daraus ziehen. Im November 2018 erschien im Australian Journal of Politcal Science ein Paper von Peter Tangney, in dem er die Wissenschaftler darauf hinweist, sich in Anhörungen und Expertenberatungen auf die Wissenschaft zu konzentrieren, ansonsten würde die Akzeptanz der Klimawissenschaften leiden. Hier der Abstract:

Between conflation and denial – the politics of climate expertise in Australia
Scientific warnings about impending climate disaster and experts’ advocacy for more and better climate science have been largely unsuccessful for advancing evidence-based policy in Australia. Continuing expectations to the contrary stem from a reliance on the supposed ability of science to prime political understandings of climate change. This paper shows how scientists undermine this ‘deficit model’ ideal by conflating types and uses of evidence and expertise in policymaking. These tactics are unconvincing for conservative opponents, for whom climate science is far from the last word on what climate change means. This paper examines experts’ rhetorical tactics through the eyes of conservative policymakers and, thereby, proposes a strategy more likely to effect resilient climate adaptation and mitigation policies in Australia.

Judith Curry bespricht den Inhalt der Studie auf Ihrer Webseite Climate Etc. im Detail.

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Roger Köppel am 21. Februar 2019 in der Weltwoche:

Müssen wir das Klima retten?

Eine neue Sonnenreligion verdunkelt die Hirne von Politikern und Gelehrten.

Um es gleich von Beginn weg klarzustellen. Ich bin ein Befürworter der Aufklärung und bewundere viele Wissenschaftler; allerdings habe ich meine Bedenken, was die Wissenschaftlichkeit der staatlich kontrollierten «Wissenschaft» angeht. Ich bin einverstanden, dass sich die weltweite Durchschnittstemperatur seit dem Ende der Kleinen Eiszeit vor etwa 200 Jahren um rund ein Grad Celsius erhöht hat. Es ist für mich erwiesen, dass CO2 eine Treibhaussubstanz ist und dass es davon immer mehr in unserer Atmosphäre gibt. Ich bin überzeugt, dass das Verbrennen von fossilen Energien zu mehr CO2 in der Atmosphäre geführt hat und immer noch führt.

Und ja: Ich halte es für möglich, dass der Mensch durch den Verbrauch dieser Brennstoffe ungefähr die Hälfte des globalen Temperaturanstiegs der letzten fünfzig Jahre, rund 0,2 Grad Celsius, verursacht haben könnte. Ich stehe also auf dem Boden des wissenschaftlichen Konsenses, sofern es ihn zu Fragen des Weltklimas gibt. Gleichzeitig verfolge ich mit wachsender Fassungslosigkeit, was die Politik aus diesen weithin unbestrittenen wissenschaftlichen Erkenntnissen macht.

«Selbstmord der industriellen Gesellschaft»

Was hier abgeht, hat ein anerkannter amerikanischer Klimaforscher kürzlich als den «organisierten Selbstmord der industriellen Gesellschaft» bezeichnet. Er meinte damit den politisch diktierten Zwangsausstieg aus den fossilen Energieträgern mit dem Ziel, die Erderwärmung zu beeinflussen.

Weiterlesen bei der Weltwoche.

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Alfred Brandenberger mit einer Zusammenstellung zu Greta und ihrem Kinderkreuzzug:

 

Unethisch: Emeritierter ETH-Forscher Fischlin argumentiert als Aktivist, nicht als Wissenschaftler

Darfs noch eine Scheibe Klimaalarm dazu sein? Die schweizerische Supermarktkette Migros beglückte am 29. November 2018 seine Kunden mit einer vollen Ladung Klimaaalarm. Im kostenlosen Migros-Magazin durfte der ETH-Forscher Andreas Fischlin ausführlich Klimapanik verbreiten. Fischlin? Genau, der attackerte früher einmal Fred Singer. Beim Faktencheck zeigte sich jedoch, dass viele seiner Argumente einfach nicht stichhaltig waren. Im Migros-Interview darf Fischlin trotzdem 2 Millionen Lesern weiter den Klimawandel erklären:

Klimawandel: Das Wohlergehen der Menschheit steht auf dem Spiel
Die Botschaft des ETH-Klimaforschers Andreas Fischlin ist unmissverständlich: Wir müssen den CO₂-Ausstoss sofort und drastisch reduzieren, wenn wir nicht den Untergang unserer Zivilisation riskieren wollen. Auch die Schweiz ist stark gefährdet – und könnte durchaus mehr machen.

Doomsday, Weltuntergang, Ende der Zivilisation. Hätte es nicht auch ein bisschen weniger getan? Erinnerungen an das Mittelalter werden wach…

MIGROS: Sind unsere demokratischen Prozesse zu kompliziert für schnelles Handeln?

FISCHLIN: Ich glaube an die Demokratie. Aber einige Experten zweifeln, dass unsere westlichen Demokratien dieser Herausforderung gewachsen sind. Während China diskussionslos Tausende von Windrädern und auf riesigen Flächen Sonnenkollektoren installiert, verhandeln wir hier noch immer, wie genau wir das CO₂-Gesetz ausgestalten sollen.

Oder anders gesagt: Wenn ich nicht meinen Ökowillen bekomme, dann müssen wir die Demokratie abschaffen und eine Ökodiktatur einrichten. Natürlich zum Wohl der Menschen.

MIGROS: Die Schweizer Demokratie ist also doch zu langsam?

FISCHLIN: Ich finde, dass der Bundesrat sein Bestes tut. Er versucht, die Übereinkunft von Paris umzusetzen, die das Parlament nun auch ratifiziert hat. Leider sind sich noch nicht alle Parteien der Dringlichkeit der Lage bewusst: Es gibt Stimmen, besonders unter den bürgerlichen Parteien, die sie herunterspielen. Doch wer das tut – und das gilt auch für die Erdölvereinigung und andere Teile der Wirtschaft –, handelt unethisch. Wir können uns heutzutage nicht mehr herausreden, denn dank der Wissenschaft wissen wir, was wir mit dem Treibhausgasausstoss anrichten.

Das ist Fischlins Problem: Er argumentiert nicht als Wissenschaftler, sondern als Aktivist. Gerade das ist unethisch, denn er wird als Wissenshaftler vorgestellt, ist aber im Grunde nur ein privater Aktvist. Weshalb verschweigt er die noch immer bestehenden Unsicherheiten in z.B. der CO2-Klimasensitivität? Ein Hamburger Kollege macht es besser (siehe “Klimamodellierer Jochem Marotzke: Mehr Zeit zur Dekarbonisierung, frühere Klimamodelle waren zu empfindlich“).

MIGROS: Wie schlimm kann es werden?

FISXHLIN: Der steigende Meeresspiegel wird viele Küsten unbewohnbar machen und Millionenstädte gefährden. Schon jetzt will keine Versicherung mehr Londons Innenstadt versichern, die nur ein Meter über dem Meeresspiegel liegt. Es wird mehr Unwetter geben, mehr Wassermangel, ganze Landstriche werden unbewohnbar sein. Selbst im Wasserschloss Schweiz werden wir Probleme bekommen, wenn wir nicht rechtzeitig neue Stauseen anlegen, welche die Funktion der Gletscher übernehmen. [...]

Apokalypse pur. Ob das Meer bald sogar die Schweiz flutet?  Der Interviewer scheint etwas zu merken und hakt nach.

MIGROS: Übertreiben Sie da nicht ein bisschen?

FISCHLIN: Nein, wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel zu stoppen, dann sehe ich schwarz.

Bei Visionen und Albträumen sollte man zum Arzt gehen.

FISCHLIN: [...] bisher ist die Temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit erst um ein Grad gestiegen. Bis zum Jahrhundertende werden es gegen fünf Grad sein, wenn wir so wenig unternehmen wie bisher.

Dass es sich dabei um das extremste und damit unwahrscheinlichste IPCC-Szenario handelt, wird im Text nirgendwo ehrlich deklariert, was unwissenschaftliche Panikmache ist. Kurz vor dem MIGROS-Interview war Fischlin bereits mit einer anderen Aktion negativ aufgefallen. Rainer Hoffmann berichtete über den Vorfall auf klimamanifest-von-heiligenroth.de bzw. EIKE detailliert:

Am 08.10.2018 in der Schweizer Nachrichten Sendung „10vor10“ (vergleichbar mit „HEUTE-JOURNAL“, ZDF oder „TAGESTHEMEN“, ARD oder ZIB2, ORF) interviewte Susanne Wille zum aktuellen IPCC-Sonderbericht ihren Schwager(!) Andreas Fischlin, den bekannten Klimaforscher von der ETH-Zürich und aktuellen Co-Vorsitzenden des IPCC, ohne dass aber der TV-Zuschauer etwas davon merkte, dass dort vor der Kamera in Wirklichkeit ein „familiäres Gespräch“ geführt worden ist. Der TV-Zuschauer ging vielmehr davon aus, dass in dem Gespräch zwischen S. Wille und A. Fischlin kritischer, unabhängiger Journalismus mit der nötigen Distanz praktiziert wird. Aber dem war eben nicht so, wenn man sich die Familien-Verhältnisse der Familie Wille-Fischlin in diesem Gespräch klarmacht: Das Siezen und die Anrede mit „Herr Fischlin“ durch Susanne Wille in diesem Gespräch war nur gestellt und damit definitiv unehrlich.

 

Wenn uns PIK-Jungaktivisten die Klimawelt erklären…

TRAVELBOOK meldet am 06. März 2019:

Das „Tor zur Unterwelt“ wächst immer weiter: Kündigt dieser Riesenkrater eine Katastrophe an?
Mitten in der sibirischen Taiga klafft seit den 60er-Jahren ein riesiger Krater in der Erde, der immer weiter wächst. Einheimische nennen ihn deshalb ehrfürchtig das „Tor zur Unterwelt“ – und Wissenschaftler fürchten, dass seine Ausbreitung katastrophale Folgen haben könnte.

Weiterlesen auf TRAVELBOOK

Man beruft sich dort auf einen uns bereits bekannten WELT-Artikel vom 03.03.2017. Denn das hatten wir ja schon mal aufgegriffen. Siehe Uli Webers Artikel “Batagaika-Krater als Klimawandelschaden? 2:0 für Murton et al. gegen WELT-N24 und das Alfred-Wegener-Institut“.

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Michael Lindner und Antonia Schuster am 3. Dezember 2018 auf Zeit Online:

10 Fakten zum Klimawandel, die man sich merken kann
Mythen aufdecken? Je öfter Klimaforscher das versuchen, desto eher merken sich Leute Falschinformationen. Deshalb lesen Sie hier nur, was Sie sich merken sollten.

Das hört sich gut an. Denn auch wir mögen keine Falschinformationen. Was empfehlen uns die beiden Autoren konkret? Beide Jungforscher waren mit dem Potsdamer PIK-Institut assoziiert, so dass man hier etwas genauer hinschauen sollte.

1) 97 % der Fachleute sind sicher: Der Klimawandel ist auch menschengemacht.

Der Verweis auf diese lupenreine Aktivistenstudie ist kein guter Einstieg für die beiden Ex-PIKler. Die Untersuchung wurde von Cook et al. 2013 durchgeführt. In die Tabelle 2 der Arbeit von Cook et al 2013, sieht man schnell, dass zu den 97% auch die meisten Klimaskeptiker zählen, die einen anthropogenen Anteil von bis zur Hälfte der Erwärmung für möglich halten. Unser Buch “Die kalte Sonne” wäre Teil des 97-Prozent-Konsens. Die “Reject AGW-Kategorie” umfasst nur jene extremen Meinungen, die eine Klimawirkung des CO2 komplett ausschließen bzw. eine äußerst geringe CO2-Klimasensitivität annehmen. Spiegel Online hatte dies bereits erkannt. Im Übrigen wurde die Studie von Richard Tol genau analysiert und für methodisch unzureichend befunden. Tol ist ein immerhin ehemaliger IPCC-Autor. Insofern kann diese Studie nicht als Argumentationsgrundlage verwendet werden, sie ist nicht robust und kommt eindeutig aus der Aktivistenecke. Den dazugehörigen “Game Plan” findet man hier.

2) Die globalen jährlichen CO2-Emissionen steigen nach wie vor.

3) Mehr CO2 in der Atmosphäre führt zu höheren Temperaturen – und umgekehrt.

Stimmt. Aber der wirklich relevante Punkt ist hier die enorme Unsicherheit in der CO2-Klimasensitivität, die von 1,5 – 4,5°C pro CO2-Verdopplung reicht. Das ist ein Unsicherheitsbereich mit Faktor 3! Dazu kein Wort von den beiden Autoren.

4) Die Erde darf sich nicht mehr als 1,5 Grad Celsius erwärmen.

Wirklich? Vor 6000 Jahren war es an vielen Stellen der Erde schon einige Grad wärmer als heute. Der Planet hat es überlebt. Stichwort “mittelholozänes Klimamaximum”.

5) Die realen Auswirkungen sind oft gravierender als die Vorhersagen.

Falsch: Die abgebremste Erwärmung seit 2000 hat die Klimaforscher kalt erwischt. Erst der El Nino 2015/16 ließ die Temperaturen wieder nach oben schnellen. Seit 2015 kühlt sich die Erde jedoch wieder ab. Auch in vielen anderen Bereichen sind die Klimatrends weniger dramatisch als lange befürchtet.

6) Das Klima verändert sich so schnell, dass dies das sechste Massenaussterben mit auslösen könnte.

Großer Unsinn. Siehe z.B. “Europas Torfmoore mit erstaunlicher Fähigkeit zur Anpassung an Klimaschwankungen” und “Klimawandel weniger destruktiv als gedacht: Zukünftige Diversität der Arten offenbar unterschätzt ” und “Artenvielfalt vor allem durch schlechte Staatsführung, Korruption und Krieg gefährdet“.

7) Der Hitzesommer 2018 ist auch durch den Klimawandel entstanden.

Ein heißer Sommer als Beweis für die Klimakatastrophe? Arm. Genauso arm wie der Versuch, einen kalten Winter als Gegenbeweis für die Klimaerwärmung anzuführen.

8) In Deutschland arbeiten fast 340.000 Menschen im Sektor erneuerbare Energien

Stimmt. Und fast alle sind von Subventionen abhängig. Das ist nicht nachhaltig. Die Folge: Viele Firmen im Sektor sind schon wieder pleite. Ein Rückfall in die Planwirtschaft der DDR.

9) Auch Elektroautos können eine schlechte CO2-Bilanz haben.

Aufgrund der Herstellung müssen einige E-Auto erst 200.000 Kilometer fahren, bis sie ökologische Vorteile bringen.

10) Jeder einzelne kann etwas ändern bis zu 49 % könnte die Welt an durch Ernährung verursachten CO2-Emissionen einsparen, wenn alle vegan essen würden.

Wollen wir den Menschen wirklich das Essen vorschreiben? Wieder kommt die heimliche Sehnsucht nach einem ökodiktatorisch durchgeplanten Leben durch. Können die jungen Menschen mit der Freiheit und ihren Privilegien nicht umgehen? Irgendetwas scheint hier schon in der Schule schiefzulaufen, wo offenbar Gruppendecken und Ökoscham gelehrt werden, anstatt die Schüler zum Gebrauch des eigenen Gehirns anzuregen.

Unterm Strich handelt es sich bei dem Artikel der beiden Jungaktivisten um eine versteckte Bewerbung für Jobs am PIK-Klimaalarm-Institut. Das Nachsehen haben die Zeit-Leser, die dafür jede Menge Unsinn lesen müssen, der fachlich einfach nicht robust, dafür aber aktivistisch eingefärbt ist.

 

Angebot Projektmitarbeit

In eigener Sache: Momentan formiert sich eine wissenschaftliche Gruppe, welche die globale Temperaturentwicklung der vergangenen 10.000 Jahre auf Basis publizierter Fallstudien erforscht. Wem fällt das Lesen englischsprachiger palaäoklimatischer Literatur leicht und kann beim Zusammensuchen von Basisdaten helfen, die in Formularen zu erfassen sind? Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, meldet sich bitte bei Sebastian Lüning. Bezahlung können wir leider keine anbieten, dafür aber eine Erwähnung in der Danksagung bzw. für ganz eifrige Mitstreiter eine Coautorenschaft bei geplanten Publikationen.

 

Wie unabhängig ist die “unabhängige Denkfabrik” adelphi wirklich?

Der ehemalige Grünen-Abgerodnete Oswald Metzger forderte am 28. Februar 2019 auf Tichys Einblick mehr Sachdiskussion und weniger Emotionen in der Klimadebatte:

Appell: Mehr Nüchternheit in der Klimawandel-Debatte!
Missionarisches Eiferertum beherrscht die Debatte nicht nur im Grünen Spektrum, sondern auch bei denen, die die den Klimawandel bestreiten oder seinen Folgen anders begegnen wollen.

Grundsätzlich eine ausgezeichnete Idee. Dazu müssen aber nun auch endlich ernsthafte Foren geschaffen werden, wo Vertreter aller Klima-Denkrichtungen an einem Runden Tisch sitzen und Fachargumente ergebnisoffen diskutieren. Anstatt diese Idee zu unterstützen, teilt der linksgüne Metzger ersteinmal nach rechts aus. Kann so ein Dialog entstehen? Kurz darauf dann der nächste Aufreger. Metzger fabuliert über die verstaubte 97-Prozentstudie, eine Hülle ohne echten Inhalt. Siehe Uli Webers Beitrag “Das siebenundneunzig Prozent-Problem: Welcher Konsens?“. Metzger weiter:

Gerade hat die adelphi-Denkfabrik in Berlin die 21 stärksten, von ihr  rechtspopulistisch genannten  Parteien Europas und ihre Positionen sowie ihr Abstimmungsverhalten bei den Themen Klima- und Energiepolitik analysiert. Sieben dieser Parteien gehören zu einer Gruppe, die von den Autoren Alexander Carius und Stella Schaller zur Gruppe der Leugner oder Skeptiker des Klimawandels gerechnet werden.

Metzger benutzt das L-Wort und disqualifiziert sich damit vollends. Den Titel seiner Kolumne tritt er mit Füßen: Gerade Metzger scheint die Nüchternheit bei diesem Thema zu fehlen. Um eines klarzustellen: Der Begriff “Leugner” hat in einer wissenschaftlichen Diskussion nichts zu suchen. Auch wenn man andere Ansichten vertritt, sollte man die Formen wahren und mit Argumenten anstatt mit Beleidigungen überzeugen. Null Punkte für Metzger. Gleichzeitig zitiert der Grüne eine Studie der Berliner “adelphi-Denkfabrik“. Bevor wir die Studienergebnisse anschauen, sollten wir uns einen Überblick verschaffen, um wen es sich bei adelphi eigentlich handelt. Ist die Gruppe mit irgendwelchen Parteien oder Aktivistengruppen verbandelt, woher bekommt sie das Geld für das riesige Team? Adelphi beschreibt sich selbst wie folgt:

adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Unsere mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hochqualifizierte, interdisziplinäre Forschungsarbeit und bieten strategische Politikanalysen und -beratung sowie Beratungen für Unternehmen.

Alle lieben Wikipedia. Wir nicht. Trotzdem schauen wir dort, was es über die adelphi Denkfabrik zu berichten gibt. Ergebnis: Es gibt noch gar keinen Artikel über diese offenbar einflussreiche Gruppe. Es existiert lediglich ein Artikel-Rumpf ohne Inhalt. Lassen die meist im linksgrünen Spektrum angesiedelten Wikipedia-Schreiber die Hintergünde von adelphi bewusst im dunklen? Was ist hier los? Adelphi research wurde 2001 gegründet, wie man aus der Webseite der Organisation entnimmt:

adelphi research wurde 2001 in Berlin als gemeinnützige und unabhängige Institution für angewandte Umweltforschung und Politikanalyse gegründet.

Ein Consulting-Arm folgte 2002. Die Liste der Auftraggeber und Partner ist ellenlang. Darunter finden wir auch Greenpeace, WWF, Germanwatch, 350.org und PIK. Zur vierköpfigen aktuellen Geschäftsführung gehören die drei Gründer Alexander Carius,  Mikael Henzler und Walter Kahlenborn. Dazu kommt noch der CFO Ansgar Dietrich. Eine Aktivistenvergangenheit des Führungsgremiums ist zunächst nicht erkennbar. Aber weshalb bewirbt dann Greenpeace die adelphi-Studie zum Klimawandel in einer eigenen Pressemitteilung? Der Titel der adelphi-Studie lautet:

Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe

Das pdf können Sie hier herunterladen. Aus dem Impressum entnehmen wir, dass die Studie von “adelphi consult GmbH” (nicht etwa adelphi reserach) erstellt wurde, was auf eine bezahlte Auftragsarbeit hindeutet. Aber wer war der Auftraggeber, wer hat die Studie finanziert? Eine Anfrage bei adelphi ergibt, dass die Studie aus Eigenmitteln erstellt wurde und es keinen Auftraggeber gäbe. Die Presseabteilung von adelphi teilt uns auf Anfrage mit:

adelphis Arbeit ist projektfinanziert, es gibt keine projektunabhängige Förderung durch externe Körperschaften. Die Studie „Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe” wurde aus Eigenmitteln finanziert. Alle Auftraggeber und Partner von adelphi finden Sie auf unserer Website. Keiner von diesen steht im Zusammenhang mit der genannten Studie. Bitte beachten Sie bei Ihrem genannten Vergleich, dass Vereine und Stiftungen andere Berichtspflichten haben als eine GmbH.

Wie passt das zusammen? Zunächst wird erklärt, es gäbe nur projektfinanzierte Arbeit, dann wiederum soll die Klimastudie aus (projektunabhängigen?) Eigenmitteln bestritten  worden sein. Es gibt Anzeichen für eine indirekte Verbandelung von adelphi mit dem Milliardär George Soros, der als Klimaaktivist bekannt ist. Hier ein Text von brandeins.de:

Der Sozialpsychologe Harald Welzer, Mitbegründer und Direktor der Futurzwei-Stiftung, ist dabei an seiner Seite. Im vergangenen Jahr hat er mit Andre Wilkens, einst Koordinator der Aktivitäten des Karl-Popper-Anhängers George Soros in Europa, und dem Geschäftsführer der Denk­fabrik Adelphi in Berlin, Alexander Carius, die Ini­tiative „Die Offene Gesellschaft“ gegründet (die-offene-gesellschaft.de).

Könnte Soros-Kapital bei adelphi eine Rolle gespielt haben? Bei den adelphi-Partnern taucht Soros jedenfalls nicht auf. Einen Jahresbericht der gemeinnützigen adelphi research gibt es nicht. Eine fragwürdige Klimastudie mit vielen ungeklärten Fragen…

 

Jugendliche Aktivisten sehnen sich nach Klimadiktatur

Umweltverschmutzung ist kein modernes Phänomen. Bereits die Römer verseuchten einige Seen so sehr mit Abwasser, dass der Sauerstoff knapp wurde und das Leben darin erstarb. Dies belegen Studien am schweizerischen Murtensee. Eos berichtete am 28. November 2018:.

Ancient Romans Polluted Their Lakes Just Like We Do Today
Sediments from a lake in Switzerland reveal that ancient Romans triggered dead zones caused by the runoff of nutrients. Sound familiar?

Weiterlesen auf Eos.

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Maren Urner und Felix Austen am 6. Dezember 2018 mit einer ungeheuerlichen Frage auf perspective-daily.de:

Sollen wir Klimaleugnern den Mund verbieten?

Der menschengemachte Klimawandel darf nicht zur Debatte stehen – denn die Zeit drängt.[...] Und das, obwohl dieser wissenschaftlich inzwischen so unumstritten ist wie die Tatsache, dass der Apfel vom Baum fällt. Wie kann es sein, dass es auch im Jahr 2018 noch salonfähig ist, den menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln? [...] Die Motive der Leugner sind vielfältig: Sie reichen von einem falschen Verständnis wissenschaftlicher Skepsis über eine starke Angst, Privilegien im Hier und Jetzt zu verlieren, hin zu Lobbyismus, der wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. [...] Schulen könnten den Klimawandel auf dem Lehrplan nach oben schieben und die Parteien könnten ihn zum ständig wiederkehrenden Gesprächspunkt machen. Aber reicht das, um die Leugner zum Verstummen zu bringen und die Zweifel auszuräumen?

Ein gesetzliches Verbot der Klimaleugnung

Wahrscheinlich nicht – denn die Zeit drängt! Wie sähe es also aus, wenn wir das Leugnen des Klimawandels tatsächlich verbieten würden? Die freie Rede einzuschränken klingt erst mal nach George Orwell und sorgt vielleicht für ein beklemmendes Gefühl. Doch es gibt bereits einen Präzedenzfall für eine solche Einschränkung: Am 13. April 1994 entschied das deutsche Bundesverfassungsgericht, dass das Grundrecht der Meinungsfreiheit Grenzen hat.

Angeführt wird der Tatbestand der Leugnung des Holocaust. Weiter auf perspective-daily.de:

Wollen wir beim Klimawandel den gleichen Schritt wagen – und anders als beim Holocaust vor der kompletten Katastrophe eingreifen? Vielleicht. Vielleicht könnte ein Verbot das Schlimmste noch verhindern, wenn wir jetzt schnell handeln. Hier ist ein erster Entwurf: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer den menschengemachten Klimawandel in einer Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung leugnet oder verharmlost.

So funktioniert also Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Die genaue CO2-Klimasensitivität ist noch immer ziemlich ungenau bekannt, da wird sie einfach per Gesetz unter Androhung von Haft festgelegt. Eine grandiose Idee. Die Zeit drängt. Das stimmt genau. Aber sie drängt vor allem, weil sich die Hinweise häufen, dass der IPCC jahrelang maßlos übertrieben hat. Erst kürzlich hat sich das verbleibende CO2-Restbudget bis zur Erreichung des 1,5-Grad-Limits “über Nacht” verdoppelt. Einfach so. Das stärkt nicht gerade das Vetrauen in unsere Klima-Führer.

Wieviel verstehen die beiden jungen Autoren von den Klimawissenschaften eigentlich? Maren Urner hat in Neurowissenschaften studiert. Felix Austen ist immerhin Physiker, ihm fehlt aber vermutlich das Verständnis für die bewegte vorindustrielle Klimageschichte. Beide sind der Ideologie des Klimakatastrophismus verfallen und wünschen sich die weiter bestehenden Unsicherheiten einfach per Zauberspruch weg. Sie träumen von der unbefleckten und todgefährlichen Klimaapokalypse, so wie es ihnen ihre Klima-Führer erzählt haben. Toleranz gegenüber wissenschaftlich Andersdenkenden – Fehlanzeige. Mit Volldampf in die Klimadikatatur.

 

Endzeitstimmung: Jedes eingesparte Kind reduziert die CO2-Emissionen um rund 50 Tonnen im Jahr

Der Klimaalarm nimmt immer mehr die Züge einer Sekte an. Einige Anhängerinnen der Bewegung wollen nun bewusst keine Kinder mehr in die Welt setzen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Beispiel aus der Jungen Freiheit vom 5. März 2019:

Wegen Klimawandel: Frauen treten in Gebärstreik
Eine Gruppe britischer Frauen will aus Angst vor dem Klimawandel keine Kinder in die Welt setzen. „Unser Planet befindet sich derzeit am kollabieren“, sagte die Sprecherin der Gruppe „BirthStrike“, Blythe Pepino, in der BBC. Deswegen habe sie sich im vergangenen Jahr entschieden, kein Kind zur Welt zu bringen. Der Times erzählte Pepino, daß sie einen Partner habe und mit diesem eigentlich auch gerne Kinder haben würde. „Wir lieben uns und es fühlt sich so an, als ob es das richtige wäre.“ Aber nachdem sie 2018 den Bericht des Weltklimarats gelesen habe, habe sie „realisiert, wie falsch es wäre, ein Kind in eine Welt zu setzen, die am Rande der Katastrophe steht“.

Weiterlesen in der Jungen Freiheit

Makabere Rechnung: Jedes nicht gezeugte Kind bedeutet „eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr”. Auch in Deutschland gibt es Mitglieder dieser Bewegung, und die sitzen auch noch an entscheidenden Multiplikatorstellen, wie die Lehrerin Verena Brunschweiger. Focus.de am 9. März 2019:

Interview mit Verena Brunschweiger: Keine Kinder der Umwelt zuliebe!

Jetzt legt die Lehrerin nach – mit drei steilen Thesen

Verena Brunschweiger ist 38 Jahre alt, Buchautorin und bezeichnet sich als extrem umweltbewusst: Die hauptberufliche Lehrerin verzichtet auf Flugreisen, lässt so gut wie immer das Auto stehen, ernährt sich vegetarisch – und wird keine Kinder bekommen. [...] Brunschweigers kürzlich erschienenes Buch ist eine provokative Schrift, die schon jetzt hohe Wellen schlägt und die Gemüter erhitzt. Das sind die drei gewagten Thesen der 38-jährigen Pädagogin, die sich selbst als radikale Feministin sieht.

Die meisten Eltern haben aus ziemlich egoistischen Gründen Kinder. Die Kosten dafür wollen sie nun nicht mehr tragen und fordern daher, dass diejenigen, welche absichtlich oder unfreiwillig keine Kinder haben wollen oder können, ihnen einen höheren Lebensstandard ermöglichen. Man bedenke, dass es den Eltern selten wirklich um die Kinder geht, sondern schlicht und ergreifend um mehr Geld.“

[...]

Brunschweiger: „Als ich 30 wurde, habe ich angefangen, mich länger mit der Frage zu beschäftigen, mich viel eingelesen und bin dabei auf eine Studie gestoßen, in der Forscher herausgefunden haben, dass wir 58,6 Tonnen CO2 einsparen können, wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen. 58,6 Tonnen – das muss man sich mal vorstellen! Da hat es dann „Klick“ gemacht, und für mich war klar: Nee, das will ich alles ich nicht.“

Ganzen Beitrag auf Focus.de lesen.

Würden Sie Frau Brunschweiger gerne als Klassenlehrerin Ihrer Kinder haben? Passend dazu auch dieser Beitrag aus dem Bonner General-Anzeiger von 2018:

Und immer wieder geht sie unter… Christliche Sekte sagt Weltuntergang für den 23. April voraus

Es ist wie ein religiöses Ritual: Endzeitanhänger sagen in regelmäßigen Abständen den Untergang der Erde voraus. In diesem Fall soll es nach einer christlich geprägten Verschwörungstheorie der kommende 23. April sein. Es spricht viel dafür, gelassen zu bleiben.

[Am 23. April 2018] kommt es zu einer mutmaßlich verhängnisvollen Konstellation von Sonne, Mond und Jupiter, die sich an diesem Tag alle im Sternbild Jungfrau ausrichten. Wo liegt aber die Dramatik? Folgt man Vertretern einer christlich geprägten Verschwörungstheorie wie David Meade, dann wird die beschriebene Himmelskörper-Anordnung eine “biblische Entrückung” auslösen, die den Planeten X auf den Plan ruft, der dann das Ende der Welt verursachen könnte.

Weiterlesen im General-Anzeiger

 

Schwankungen der Sonnenaktivität beeinflussen Population der Adelie-Pinguine in der Ostantarktis

Im Jahr 2008 meldete Die Welt besorgt:

Klimawandel: Bestand der Adelie-Pinguine stark gesunken
Dramatische Entwicklung in der Antarktis: Die Anzahl der Adelie-Pinguine in der Region ist stark geschrumpft. Das fand ein Wissenschaftler aus Jena heraus. Grund sind steigende Temperaturen, die eine Ausweitung des Packeises im Winter verhindern – und den Pinguinen ihre Nahrungsgrundlage, den Krill, wegnehmen.

Weiterlesen auf welt.de

Zum Glück hatte man sich wohl nur verzählt, wie eine Nachzählung 2017 zeigte. Bento.de:

Forscher haben entdeckt: Es gibt VIEL mehr Pinguine als gedacht!
Bislang waren Forscher immer davon ausgegangen, dass im Osten der Antarktis um die 2,3 Millionen Adélie-Pinguine leben. Jetzt haben sie neue Satellitenbilder und Bodenzählungen ausgewertet und 3,6 Millionen zusätzliche Vögel entdeckt (Antarctica.gov). Wir addieren das kurz: Knapp sechs Millionen Adélie-Pinguine leben in der Antarktis!

Weiterlesen auf bento.de

Nach Bereinigung aller Zählfehler sollte man Trends jedoch stets in einen längerfristigen Kontext stellen, um natürliche von anthropogenen Einflüssen sauber zu trennen. Eine Forschergruppe um Yuesong Gao hat nun die Population der Adelie-Pinguine in einer Bucht der Ostantarktis für die vergangenen 1000 Jahre rekonstruiert. Dazu nahmen sie einen Sedimentkern, den sie auf Pinguinkot hin untersuchten. Die Forscher fanden eine starke Beeinflussung der Population durch die Sonnenaktivität. Immer wenn die Sonne schwächelte, brach die Population ein. Und wenn die Sonne dann wieder erstarkte, erholten sich die Pinguinkolonien wieder. Gao und Kollegen vermuten einen Einfluss der Sonnenaktivität auf die Krillbestände, die dann wiederum Auswirkungen auf die Adelie-Pinguine hat. Hier der Abstract der Studie, die am 15. Februar 2019 in Palaeo3 erschien:

Dynamics of penguin population size and food availability at Prydz Bay, East Antarctica, during the last millennium: A solar control
The paleoecology of the Adélie penguin (Pygoscelis adeliae) is controlled by multiple factors. In this study, we analyzed two millennial-scale ornithogenic sediment cores, RNL and RL, from the Vestfold Hills, East Antarctica. Using the Al-normalized phosphorus content of the bulk sediment and carbon/nitrogen fractions in penguin remains, we reconstructed relative changes in the penguin population size of each sub-colony and relative krill abundance in the summer Prydz Bay polynya. Both records are correlated to solar irradiance. At the centennial scale, the penguin population recorded in core RNL decreased from ~1120–860 yr BP, reached a peak from ~860–630 yr BP, remained at a low level from ~630–320 yr BP, and then increased with large fluctuations during the past ~400 years. These changes are all in-phase with the trend of solar irradiance. At the decadal scale, penguin population minima correspond to solar minima from ~490–400 yr BP (Spörer minimum), ~290–220 yr BP (Maunder minimum), and from ~160–120 yr BP (Dalton minimum; whereas population maxima correspond to solar maxima from ~1030–980 yr BP, ~350–290 yr BP, ~210–160 yr BP, ~120–70 yr BP. The population recorded in core RL exhibited the same changes as in RNL during the last 480 years. The reconstructed krill abundance also corresponds to these trends when data are available. This correspondence demonstrates a food-chain mechanism that is related to solar activity and light availability at the ocean surface, which influence the intensity of photosynthesis and phytoplankton productivity, and thus the abundance of krill and apex predators such as penguins. Our findings highlight the fact that despite the various climatic impacts on penguin populations, their effects on the base of the food chain are usually the direct drive.

 

Neue Studie: Ein Drittel der modernen Temperaturentwicklung Ostasiens wurde durch natürliche Antriebe verursacht

Was trieb das vorindustrielle Klima an? Könnten diese Antriebe auch heute noch wirken? Eine Forschergruppe um Jianglin Wang hat nun die Temperaturentwicklung Chinas während der letzten 1200 Jahre untersucht und vermutet eine entscheidende Beteiligung von Ozeanzyklen. Die Arbeit erschien am 5. Dezember 2018 in den Geophysical Research Letters. Die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) in China wurde demnach von der Pazifisch Dekadischen Oszillation (PDO) verursacht. Die Kälte der Kleinen Eiszeit soll auf eine schwache Sonnenaktivität zurückzuführen sein. Und auch selbst in den letzten 160 Jahren der industriellen Phase sehen Wang und Kollegen noch immerhin einen Anteil von einem Drittel natürlicher Klimaantriebe, insbesondere die Atlantische Multidekadenoszillation (AMO) und Vulkane. Die Arbeit bestätigt Annahmen von Lüning et al. 2017 und Lüning et al. 2018, die ebenfalls Ozeanzyklen als maßgeblichen Antrieb der MWP und Kleinen Eiszeit (Little Ice Age, LIA) in Afrika und Südamerika vermuten.

Ein wichtiger Schritt nach vorne, denn damit gerät auch die pauschale IPCC-Aussage ins Wanken, dass die gesamte Erwärmung der industriellen Zeit anthropogenen Ursprungs wäre. Eine konsequente Berücksichtigung der Ozeanzyklen in vorindustrieller Zeit und die Weiterführung dieses Antriebs in den letzten 160 Jahren ist der Schlüssel zur Interpretation der modernen Klimaantriebe, der sogenannten Attribution. Aber auch die Studie von Wang und Kollegen lässt noch “Luft nach oben”. Die eingeflossenen Basistemperaturkurven ähneln abgeschwächten Hocheysticks. Betrug der Temperaturunterschied in Ostasien zwischen MWP und LIA wirklich nur ein halbes Grad? Übertrifft die moderne Wärme die MWP wirklich um ein halbes Grad? Hier sind sicherlich noch weitere Arbeiten notwendig, um die Temperaturentwicklung der letzten 1000 Jahre noch genauer zu rekonstruieren.

Hier die Kurzfassung der Studie von Wang et al. 2018:

Causes of East Asian Temperature Multidecadal Variability Since 850 CE

Abstract: The drivers of multidecadal‐ to centennial‐scale variability in East Asian temperature, apparent in temperature reconstructions, are poorly understood. Here we apply a multivariate regression analysis to distinguish the influences of large‐scale modes of internal variability (Atlantic Multidecadal Oscillation and Pacific Multidecadal Oscillation) and external natural (orbital, solar, and volcanic) and anthropogenic (greenhouse gas concentrations, aerosols, and land use changes) forcings on East Asian warm‐season temperature over the period 850–1999 CE (Common Era). We find that ~80% of the temperature change on time scales longer than 30 years can be explained including all drivers over the full‐length period. The Pacific Multidecadal Oscillation was the most important driver of multidecadal temperature variability during the Medieval Climate Anomaly (here 950–1250), while solar contribution was important during the Little Ice Age (here 1350–1850). Since 1850, two thirds of temperature change can be explained with anthropogenic forcing, whereas one third was related mainly to the Atlantic Multidecadal Oscillation and volcanic forcing.

Plain Language Summary: The Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) and Pacific Multidecadal Oscillation (PMO) are suggested to be key components of internal temperature variability globally and in the Northern Hemisphere. However, the contribution of the AMO and PMO to temperature at regional/continental scales in preindustrial times is still unclear. Here we use a multivariate regression analysis to distinguish the AMO and PMO contributions to the East Asian temperature multidecadal (> 30 years) changes from the influence of external (orbital solar, volcanic, and anthropogenic) forcings. We find that the contribution of the AMO and PMO is of similar magnitude as solar and volcanic forcing during the period 850–1999 CE (Common Era). We apply the same approach to three subperiods and find that the PMO, solar forcing, and anthropogenic forcing contributed most during the periods 950–1250, 1350–1850, and 1850–1999, respectively.

 

Dämpfer für PIK-Alarm: Stärkere Hurrikane können nicht mit CO2-Anstieg erklärt werden

Immer wenn die Hurricansaison in der Karibik beginnt, wartet alle Welt und das PIK in Potsdam auf einen starken Sturm. Dann ist es wieder an der Zeit, den Klimawandel zu verkaufen, wie im September 2017. Damals meldeten die Potsdamer Neueste Nachrichten mit Bezug auf den PIK-Mann Anders Levermann:

Erderwärmung liefere Energie für stärkere tropische Stürme
Die Wucht der aktuellen tropischen Wirbelstürme ist nach Einschätzung von Potsdamer Klimaforschern auf den Klimawandel zurückzuführen. Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas erhöhe die Temperatur des Planeten und liefere damit Energie für immer stärkere tropische Stürme, erklärte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). „Leider ist die Physik hier sehr klar: Hurrikans holen ihre zerstörerische Energie aus der Wärme des Ozeans.“ Die Wassertemperaturen in der Region seien überhöht. Der Klimawandel verursache zwar diese Stürme nicht, er könne jedoch „ihre Folgen übel verschlimmern“.

Wird also die Intensität von Hurricans mit dem Klimawandel stärker? Ist das heute zu detektieren, wie Levermann reichlich trivial folgert? Dem ist nicht so, sagen jetzt Forscher um Lory Trenary von der George Mason University in Fairfex Virginia. Sie untersuchten Klimamodelle und Reanalysen und fanden keinen Zusammenhang mit dem Antrieb durch Treibhausgase, insbesondere CO2. Die Langzeittrends 1958-2005 waren am Ende widersprüchlich und nicht valide. Eine Attributierung der Hurricanintensität zum Klimawandel ist bis heute nicht durchführbar. Sie erwähnen in der Einführung ihrer aktuellen Arbeit übrigens auch Levermanns Argument: “Wärmerer Ozean-stärkere Stürme!” Nach eingehender Analyse kommen sie jedoch zu dem Schluss:

“These results indicate that currently we cannot attribute changes in North Atlantic hurricane intensity to human related forcings.”

Es gab schon in der Vergangenheit unter Atmosphärenforschern Uneinigkeit über die Beeinflussung der Hurricanintensität durch anthropogenen Antrieb. Levermann scherte das auch im vergangenen Jahr nicht, denn als Forscher wird er ohne Zweifel über die verschiedenen Thesen darüber informiert gewesen sein. So bleibt als Grund für die Verbreitung der falschen Behauptung nur der Klimasirenen-Charakter des Hauses PIK und anderer. Hier der Abstract aus der Arbeit von Trenary et al., die am 4. März 2019 in den Geophysical Research Letters erschien:

Are mid‐20th century forced changes in North Atlantic hurricane potential intensity detectable?

Abstract:The impact of anthropogenic forcings on tropical North Atlantic hurricane potential intensity (PI) is evaluated in CMIP5 models for the period 1958‐2005. Eleven models are examined, but only seven models have a forced response that is distinguishable from internal variability. The use of discriminant analysis to optimize detectability does not yield a clear, common climate change signal. Of the seven models with a significant response, one has a negative linear trend while two have a positive linear trend. The trend in PI is not even consistent among reanalyses, although this difference is not statistically significant because of large uncertainties. Furthermore, estimates of PI internal variability have significantly different variances among different reanalysis products. These disagreements between models, reanalysis products, and between models and reanalyses, in conjunction with relatively large uncertainties, highlight the difficulty of detecting and attributing observed changes in North Atlantic hurricane potential intensity.

Plain Language Summary: Observed temperature has been steadily increasing over the last century and much of this warming can be attributed to greenhouse gas emissions. Theoretically, the maximum intensity (or potential intensity) a hurricane can achieve depends strongly upon sea surface temperature, with warmer temperatures producing stronger storms. From this perspective, we might expect that the warming surface temperatures are driving observable changes in hurricane intensity. To this end, we analyze climate model experiments to determine if the observed changes in North Atlantic hurricane intensity can be attributed to human related emissions over the period 1958‐2005. Of the eleven models analyzed, we find that only seven predict that hurricane potential intensity has changed in response to greenhouse gas and aerosol emissions. The change in potential intensity differs across models, with one model predicting a decreasing trend in North Atlantic hurricane potential intensity, while two models predict an increasing trend in potential intensity. Different reanalysis datasets are likewise inconsistent. These results indicate that currently we cannot attribute changes in North Atlantic hurricane intensity to human related forcings. It is possible that as greenhouse gas concentrations continue to increase, an unequivocal forced response in North Atlantic potential intensity may emerge in the future.

 

Wer hat Recht? RAHMSTORF: Der Mensch ist 100 Prozent schuld. LATIF: Etwa die Hälfte der Erwärmung ist anthropogen

Klimaklagen sind groß in Mode, jetzt auch im Pazifikraum. Neues Deutschland berichtete am 2. Dezember 2018:

Vanuatu prüft als erstes Land Klagen: Inselstaat will Verursacher des Klimawandels zahlen lassen
Der Pazifikstaat Vanuatu führt seit Jahren den Weltrisikobericht an – im negativen Sinne. Denn dort ist das Katastrophenrisiko im globalen Vergleich am höchsten. Der Klimawandel macht das Leben für die Insulaner nun noch mal härter, denn Vanuatu ist eines der anfälligsten Länder für die Auswirkungen der Erderwärmung. Der Großteil der Wirtschaft des pazifischen Inselstaates ist nämlich wetterabhängig: Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sind durch den Klimawandel gefährdet.

Allein der Wirbelsturm »Pam«, der Vanuatu 2015 traf, hatte das Land über 60 Prozent seines jährlichen Bruttoinlandproduktes oder fast 450 Millionen US-Dollar gekostet. Neben der Gefahr intensiverer Stürme bedroht wärmeres und saureres Meerwasser die Korallenriffe des Inselstaates. Außerdem ragen viele der über 80 Inseln nur etwa einen Meter aus dem Ozean. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels könnten etliche der rund 260 000 Bewohner ihre Heimat verlieren.

Weiterlesen in Neues Deutschland

Wie stehen die Chancen für Vanuatu für Schadensersatz vor Gericht? Vermutlich ziemlich mau:

Stürme: Schwerer Wirbelsturm verwüstet Vanuatu. Premierminister sieht es realistisch: “Stürme sind kein neues Phänomen, wir Insulaner leiden darunter seit Besiedelung Vanuatus vor 5000 Jahren”

Auswirkung der Ozeanversauerung auf Korallen: Korallen trotzen der Ozeanversauerung – seit mehr als 40 Millionen Jahren

Meerespiegelanstieg: Trotz Meeresspiegelanstieg: Fläche der Tuvaluinseln hat sich in den letzten Jahrzehnten um 3% vergrößert

Aber es stimmt schon, Inseln des Vanuatu-Archipels sind bereits früher in den Fluten versunken. Dies hatte aber weniger mit dem Klimawandel zu tun als mit vulkanischer Senkung, wie Nunn et al. 2006 dokumentierten:

Vanished Islands in Vanuatu: New research and a preliminary geohazard assessment
Oral traditions recalling the disappearances of islands in the volcanically and seismically active central part of the Vanuatu archipelago were collected from informants on Ambae, Maewo, Malakula, and Pentecost Islands. Analyses of the details of these traditions and the meanings of the names of the vanished islands suggest that they once existed. Vanished islands off north‐west Malakula, named Tolamp and Malveveng, are likely to have subsided abruptly down the slope to the interarc rift marked by the South Aoba Basin. The unnamed vanished island off the western tip of Ambae is likely to have subsided during a volcanic or seismic event. The vanished island named (Vanua) Mamata between Ambae, Maewo, and Pentecost is also likely to have slipped down the flank of the slope to the South Aoba Basin. Island disappearances of this kind are memorable expressions of the geohazards that affect areas like central Vanuatu. The novel approach adopted here is argued to be an important adjunct to more conventional approaches to geohazard assessment in such places.

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OÖ-Nachrichten am 18. Oktober 2018:

Klimawandel: “Der Mensch ist 100 Prozent schuld”

OÖN-Gespräch mit dem deutschen Klimaforscher Stefan Rahmstorf, der gestern beim o.ö. Klimagipfel zu Gast war. [...]

OÖN: Steht der Mensch wirklich zweifelsfrei als Verursacher des Klimawandels fest?

RAHMSTORF: Ja, er ist zu rund hundert Prozent für die globale Erwärmung verantwortlich. Die Sonne kommt dafür nicht in Frage, ihre Aktivität geht seit 50 Jahren leicht zurück.

Zweimal falsch.

1) Das internationale Klimakonsortium PAGES2K zeigt die aktualisierte Sichtweise zur solaren Entwicklung der letzten 400 Jahre auf seiner Webseite 2016, wobei das späte 20. Jahrhundert die intensivste solare Aktivität des gesamten Betrachtungszeitraums aufweist. Die solare Hochphase fällt dabei exakt in die Zeit der stärksten Erwärmung 1977-1998, als sich das globale Klima rasant um ein halbes Grad aufheizte. Als die Sonne in den frühen 2000er Jahren dann wieder erschlaffte, setzte die bekannte Erwärmungspause ein.

Abbildung: Entwicklung der Sonnenaktivität während der vergangenen 400 Jahre. Weiße Kurve zeigt solare Gesamtstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI), gelbe Ausschläge markieren Sonnenflecken. Quelle: PAGES2K-Webseite, heruntergeladen im März 2016.

 

2) Die hundert Prozent anthropogen werden zwar im neuen IPCC 1,5-Gradbericht genannt. Sie sind aber in der Fachwelt hochumstritten. Siehe z. B. Schweizer Klimaszenarien CH2018: Bis zur Hälfte der beobachteten Erwärmung der letzten 50-100 Jahre hat natürliche Ursachen oder Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt. Auch Mojib Latif widerspricht, z.B. im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) am 12. September 2012:

NOZ: Herr Latif, trägt eher die Sonne zur Erderwärmung bei oder das Treibhausgas Kohlendioxid, CO2?

LATIF: Es ist ein Mix aus beidem. Klar ist, dass der Mensch über die Hälfte des Temperaturanstiegs seit Beginn der Industrialisierung zu verantworten hat.

Zuvor hatte Latif der österreichischen Zeitung ‚Die Presse‘ (DP) am 9. Februar 2012 das Folgende gesagt:

DIE PRESSE: Zurück zur bisherigen Erwärmung, 0,8 Grad seit 100 Jahren. Für Vahrenholt kommt die Hälfte von der Sonne. Und beim IPCC kommt alles vom CO2?

LATIF: Nein, das hat der IPCC nie gesagt, er ist sehr vorsichtig und sagt, dass etwa die Hälfte der Erwärmung anthropogen ist.

DIE PRESSE: Dann sagt er das Gleiche wie Vahrenholt?

LATIF: Ja, das ist es ja, was mich wahnsinnig macht: Da wird ein Popanz aufgebaut und dann genüsslich zerrissen.

 

PNAS-Studie fordert mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten

Ein Merkmal der aktuellen Klimahysterie ist es, sich fast ausschließlich auf vermutete Probleme der fernen Zukunft zu fokussieren, während aktuelle Probleme wie Umweltschutz, Frauenrechte und schlechte Staatsführung nahezu unberücksichtigt bleiben, weil nicht trendy genug. Im November 2018 fand in Ägypten eine Umweltschutzkonferenz statt, die von der Presse ziemlich ignoriert wurde. Siehe Bericht in Spiegel Online.

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Artikel von Wolfgang Meins auf Achgut am 28. November 2018:

UBA-Klimastudie: Aus weniger Hitzeopfern mehr machen

Es gibt ja diese Themen, bei denen die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen, nur sehr zögerlich wächst. Im vorliegenden Fall erfolgte die erste gezielte Kontaktaufnahme bereits im April 2018 durch die Lektüre eines Artikels in einem Organ namens Frankfurter Rundschau: „Die psychischen Folgen des Klimawandels – Hitzewellen, Überflutungen und andere Auswirkungen steigender Temperaturen hinterlassen nicht nur sichtbare Spuren.“ Einige Monate später dann der nächste Kontakt, wiederum eher zufällig, in Gestalt eines ähnlich gelagerten Artikels von zwei Mitarbeitern aus dem Umweltbundesamt (UBA) – jetzt allerdings in einer überwiegend wissenschaftlichen Zeitschrift. 

Nach der Durchsicht war klar: gesundheitliche, physische und psychische Folgen des Klimawandels sind international mittlerweile tatsächlich ein bedeutsamer Forschungsgegenstand. Nicht nur das UBA macht sich Sorgen und Gedanken darüber, was uns in näherer oder etwas fernerer Zukunft gesundheitlich so alles erwartet. Nach Einschätzung der UBA-Autoren auf jeden Fall nichts Gutes. Damit diese Rechnung aufgehen kann, müssen die Gesundheitsapokalyptiker natürlich die hinlänglich bekannten katastrophischen Klimaperspektiven pflegen, auch wenn die wenig oder auch nichts mit der tatsächlichen Entwicklung zu tun haben, wie man zum Beispiel hier und auch hier nachlesen kann. 

Nun ist das UBA sicherlich nicht unbedingt der Hort von begnadeten Wissenschaftlern, sondern eher von denjenigen, bei denen es zu einer universitären oder ähnlich gelagerten Forschungskarriere nicht gereicht hat. Dafür dürfte man im Amt in besonderem Maße auf Haltungsakademiker treffen, die etwas bewirken wollen, indem sie beispielsweise Politik und Medien zweifelhafte Hochrechnungen zur Verfügung stellen, um Fahrverbote wegen vorzeitiger Todesfälle durch Stickoxide an unseren Straßen wissenschaftlich zu legitimieren zu versuchen.

Weiterlesen auf Achgut

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Klimaprognosen besitzen enorme, momentan nicht reduzierbare Unsicherheiten. Einige Journalisten erklärten öffentlich, dass sie ihre Leser mit diesen Unsicherheiten nicht belasten wollen, um das Projekt Energiewende nicht zu gefährden. Zu den unrühmlichen Beispielen gehört Christopher Schrader. Lieber die Bürger dumm lassen, sonst kommen die noch auf dumme Ideen, dachte man sich wohl. Aber so richtig passt dieses Konzept nicht ins 21. Jahrhundert, möchte man meinen. Am 26. November 2018 veröffentlichte Charles Manski in PNAS ein Paper zum Thema, das zu mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten aufruft:

Communicating uncertainty in policy analysis
The term “policy analysis” describes scientific evaluations of the impacts of past public policies and predictions of the outcomes of potential future policies. A prevalent practice has been to report policy analysis with incredible certitude. That is, exact predictions of policy outcomes are routine, while expressions of uncertainty are rare. However, predictions and estimates often are fragile, resting on unsupported assumptions and limited data. Therefore, the expressed certitude is not credible. This paper summarizes my work documenting incredible certitude and calling for transparent communication of uncertainty. I present a typology of practices that contribute to incredible certitude, give illustrative examples, and offer suggestions on how to communicate uncertainty.

 

Die Privatisierung der Klimafrage ist falsch

Deutschlandfunk Kultur am 4. März 2019 mit einer Stimme der Vernunft:

„Die Privatisierung der Klimafrage ist falsch“

Ralf Fücks im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Der Klimawandel ist in vollem Gang – müssen wir nun alle die Verantwortung übernehmen, das Auto stehen lassen, nicht mehr fliegen? Falsche Frage, meint der Autor und Politiker Ralf Fücks. Moralischer Druck sei das Letzte, was hilft.

[...]

Ralf Fücks, geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne, lange Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und davor Senator für Umwelt und Stadtentwicklung in Bremen, hält diese Debatte nicht für zielführend. Im Gegenteil: Er spricht sich ausdrücklich dagegen aus, bei der Klimafrage die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen in den Vordergrund zu stellen. [...] Fücks warnte ausdrücklich davor, zu viel moralischen Druck auf die Menschen aufzubauen. Je mehr der Druck erhöht werde – „Du darfst dies nicht, du darfst das nicht“ – desto stärker werde die gesellschaftliche Polarisierung zwischen Mahnern und denen, die trotzig am Status quo festhielten. Das führe politisch in die Sackgasse, sagte er.

Ganzen Beitrag beim Deutschlandfunk lesen.

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Der heftigste vulkanische Ausbruch der letzten 10.000 Jahre auf der Südhalbkugel ereignete sich in der Antarktis. Bisher ging man davon aus, dass sich der Ausbruch vor mehr als 8000 Jahren abspielte. Neue Forschungsergebnisse brachten nun eine faustdicke Überraschung: Der Ausbruch ist “nur” knapp 4000 Jahre her, also halb so alt. Dies ist insbesondere wichtig, da große Ausbrüche das globale Klima für einige Jahre abkühlen. Aber wenn man nicht weiß, wann die Ausbrüche stattfanden, kann man auch die klimatischen Effekte nicht korrekt einordnen. Pressemitteilung des Spanish National Research Council (CSIC) vom 26. November 2018, via ScienceDaily:

A large volcanic eruption shook Deception Island 3,980 years ago

This powerful eruption occurred in Deception Island 3,980 years ago and not 8,300 as previously thought.

A large volcanic eruption shook Deception Island, in Antarctica, 3,980 years ago, and not 8,300, as it was previously thought, according to an international study published in Scientific Reports, in which researchers from the Institute of Earth Sciences Jaume Almera have participated. This event was the largest eruption in the austral continent during the Holocene (the last 11,700 years after the last great glaciation on Earth), and was comparable in volume of ejected rock to the Tambora volcano eruption in 1815. The eruption formed the caldera of the volcano, one of the most active in Antarctica, with more than 20 eruptions registered in the last 200 years.

In the study, whose first author was Dermot Antoniades, from the University of Laval, Canada have taken part researchers from the Universities of Barcelona (UB), Salamanca (USAL), and Cambridge and Leicester (UK), CREAF, the Centre for Research, and Monitoring and Evaluation of the Sierra de Guadarrama National Park, and Centre for Hydrographic Studies (CEDEX).

According to the age published in this new study, a volcanic eruption caldera collapse type took place 3980 years ago. The emptying of the magmatic chamber, the zone of magma accumulation that fuelled the eruption, during this violent eruptive event caused a sudden pressure drop which in turn caused the collapse of the upper part of the volcano. As a result, a depression between 8 and 10 kilometres in diameter was formed, which is what today gives to Deception Island its particular horseshoe shape. The caldera collapse would have caused a seismic event of great magnitude whose trace was recorded in the sediments accumulated in the lakes’ bottom of Livingstone Island.

The lacustrine sediment cores were recovered during the Antarctic campaigns of the HOLOANTAR project, between 2012 and 2014. This fieldwork was lead and coordinated by Marc Oliva, then researcher at Instituto de Geografia e Ordenamento of the University of Lisboa and now Ramon y Cajal researcher at University of Barcelona (UB). Oliva is coauthor of this study.

“The initial objective of the study was purely climatic, since we wanted to reconstruct the climate fluctuations of this region for the last 11,700 years using different proxies found in the sediments of the Byers Peninsula lakes, about 40 kilometres north of Deception Island. However, the presence of a different sediment layer in all lakes and of the same age after a thick layer of tephra surprised us,” said Sergi Pla, researcher at CREAF and coauthor of the study. “Later geochemical and biological analyses indicated us that these sediments had terrestrial origin and were deposited abruptly in the lake’s bottom. These results suggested the occurrence of a major earthquake that affected all this area; put us on the track that, perhaps, we were not facing a common earthquake but the one generated by the collapse of the caldera of the Deception Island volcano. From here on, we pulled the thread,” explained Santiago Giralt, researcher at ICTJA-CSIC and co-author of the study.

The exact date of the eruption was obtained using different geochemical, petrological and paleolimnological techniques applied on the sediment cores from 4 lakes of the Byers Peninsula from Livingston island. These sedimentary records contained several direct and indirect pieces of evidence of the volcanic event that occurred in Deception Island. “The recovered sedimentary records showed a common pattern: first the volcanic ash from Deception Island eruption, overlaid by a sediment layer almost one meter thick composed by material dragged from the lakes’ shores to their bottom due to the large earthquake and, finally, the common lake sediments, which are characterized by an alternation of clays and mosses,” explained Santiago Giralt.

One of the challenges that faced this study was to characterize the origin of the ashes produced during the volcanic eruption. For that, pressure and temperature conditions of the magmas that originated this eruption were calculated using the ashes present in the sediment cores. “Using this methodology, we were able to estimate the depth of all studied samples and to determine if they were part of the same magma and eruptive episode,” said Antonio Álvarez Valero, researcher from the University of Salamanca (USAL) and co-author of this study.

The study also estimates that the eruption had a Volcanic Explosive Index (VEI) around 6 which possibly makes it the largest known Holocene eruptive episode in the Antarctic continent. “This colossal episode of eruptive caldera collapse ejected between 30 and 60 cubic kilometres of ash, comparable in volume to the eruption of the Tambora volcano in 1815, an event that is attributed to a global temperature cooling that resulted in a series of bad harvests in Europe, in what is known as the “year without summer,” explains Adelina Geyer, ICTJA-CSIC researcher and co-author of the study.

“It is very important to be able to date this type of eruptions that allow us to understand the climatic changes caused by volcanic eruptions, in this particular case at high austral latitudes,” adds the Geyer. As suggested by this study, this eruption could have had significant climatic and ecological impacts in a large area of the southern region, although more studies and new data are needed to precisely characterize what the real effects on the climate of this large eruptive event.

Paper: Dermot Antoniades, Santiago Giralt, Adelina Geyer, Antonio M. Álvarez-Valero, Sergi Pla-Rabes, Ignacio Granados, Emma J. Liu, Manuel Toro, John L. Smellie, Marc Oliva. The timing and widespread effects of the largest Holocene volcanic eruption in Antarctica. Scientific Reports, 2018; 8 (1) DOI: 10.1038/s41598-018-35460-x