News und Termine

FAZ zur Öko-Enzyklika: Weshalb der Papst irrt

Die kürzliche Enzyklika des Papstes und seiner Potsdamer Ghostwriter zum Klimawandel übersieht einige ganz entscheidende Dinge. Jan Grossarth hat mitgedacht und sparte in einem Beitrag in der FAZ am 20. Juni 2015 nicht mit Kritik:

Öko-Enzyklika: Wo der Papst irrt
Die Enzyklika des Papstes ist voller Zivilisationskritik und antiliberaler Zerrbilder. Das Gute der industriellen Gegenwart kommt kaum vor.
Es ist ein Privileg eines Priesters, sich um die Seelen zu sorgen. Oder säkular ausgedrückt und damit vielleicht ein wenig missverständlich: um das Glück. In seiner Enzyklika „Laudato si“ (Gelobt sei) macht Papst Franziskus davon wunderbar Gebrauch. Zum Beispiel an der Stelle, an der er die Arbeitsbedingungen vieler Menschen beschreibt – nicht nur der oft unter erbärmlichen Bedingungen schuftenden Textilarbeiter aus Bangladesch, sondern auch westlicher gehetzter Manager – oder die Unmöglichkeit des Glücks für Leute, die ganz von Interessen okkupiert sind. Aber all das Gute der industriellen Gegenwart kommt kaum vor. Für viele, längst nicht nur in der nördlichen Welt, ist die kapitalistische Welt ein Schlaraffenland: Der Hunger nimmt ab, immer mehr Menschen besuchen Schulen, werden älter und müssen weniger lang und schwer arbeiten.

Weiterlesen in der FAZ.

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Lausitzer Rundschau am 29. Mai 2015

Sachsen opfert keine Jobs für Klimaziele
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vor einer Strafabgabe für Braunkohlekraftwerke gewarnt. «Für Sachsen gilt die Maßgabe, dass Arbeitsplätze nicht für Klimaziele geopfert werden», sagte er im Interview der «Leipziger Volkszeitung». «Wir werden nicht zulassen, das eine gegen das andere auszuspielen.»

Weiterlesen in der Lausitzer Rundschau.

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Sylt ist als Insel des Jetset bekannt. Die teure Gesellschaft reist mit riesigen spritfressenden Luxuslimousinen und Privatflugzeugen an. Da liest sich dann die folgende Konferenzeinladung in der Sylter Rundschau vom 29. Mai 2015 wie eine Karrikatur:

Klimawandel : Fürst Albert von Monaco lädt zur „Climate Conference Sylt“ ein
Besuch von Prominenten ist die Promi-Insel Sylt durchaus gewohnt – doch ein Monarch reist nicht allzu oft an die Nordsee. Der Fürst von Monaco kommt aber nicht zum Strandurlaub, sondern mit einem ernsten Thema im Gepäck.

Das Ergebnis kann man vermutlich schon ahnen: Die Promis werden sich einigen, dass der Rest der Welt viel weniger fliegen und autofahren sollte. Das gilt natürlich nicht für sie selbst, das versteht sich von selbst.

Hierzu passt auch ein schöner Beitragvon Michael Krüger im Science Skeptical Blog vom 2. Juni 2015:

Wie klimaneutral lebt Stefan Rahmstorf?

In der KlimaLounge von Stefan Rahmstorf ist gerade eine interessante Diskussion entbrannt. Ein Peter Frei fragt, wie klimaneutral leben die Klimaforscher wirklich, da sie ein klimaneutrales Leben als Leitbild vorgeben. Stefan Rahmstorf antwortet darauf dies:

„Lieber Herr Frei, ich trinke sowohl Wasser als auch Wein gerne. Meine Familie gibt aber keinen Cent für fossile Energie aus. Wir haben kein Auto oder sonstige Verbrennungsmotoren, heizen und kochen mit 100% Biogas (ergänzt durch Sonne und Holz), und speisen übers Jahr ziemlich genau doppelt so viel Solarstrom ins Netz von unserem Dach wie wir zurückkaufen.“

Gehen wir das mal Punkt für Punkt durch:

Weiterlesen im Science Skeptical Blog.

 

 

NOAA in Not: Erwärmungspause der letzten 15 Jahre lässt sich nicht so einfach wegtricksen

Der Blick auf die harten Daten lässt eigentlich keinen Spielraum für Interpretationen: Die Erderwärmung ist seit 17 Jahren ins Stocken geraten (Abbildung 1). Angesehene deutsche Forschungsorganisationen haben diesen Sachverhalt bestätigt (siehe: “Max Planck Gesellschaft: “Die Temperaturen stagnieren ungefähr seit 1998, wenn auch auf hohem Niveau”“).

Abbildung 1: Temperaturentwicklung der letzten 55 Jahre an der Erdoberfläche. Daten: HadCRUT, Graphik: Woodfortrees.

 

Eine peinliche Angelegenheit: Keines der hochgelobten Klimamodelle hatte die Pause kommen sehen. Zwischenzeitlich hatte man bereits 63 Hilfshypothesen ersonnen, wie es zu dieser unverhofften Erwärmungspause kommen konnte. Es wundert daher nicht, dass interessierte Kreise die Blamage möglichst schnell mit der Brechstange aus der Welt schaffen würden. Dabei ist offenbar jedes Mittel recht. Was in der Finanzwelt und in demokratischen Wahlen undenkbar wäre, scheint in den politisierten Klimawissenschaften des 21. Jahrhunderts ein adäquates Verfahren zu sein: Die Veränderung der Originaldaten!

Anfang Juni 2015 wurde ein solcher Versuch der Geschichtsumschreibung in der Süddeutschen Zeitung von Christopher Schrader sogar noch groß gefeiert:

Klimaerwärmung Pause? Welche Pause?
Die Temperaturstatistik der vergangenen Jahre zeigte eine vermeintlich langsamere Klima-Erwärmung. Jetzt haben die Wissenschaftler ihre Daten korrigiert.
Puff – so schnell kann sich eine Debatte in Luft auflösen. Seit Jahren kreist ein wesentlicher Teil der Klimaforschung um die Frage, ob und wenn ja warum sich die Erde seit 17 Jahren nicht so schnell aufheize wie erwartet. Und jetzt erklärt eine für diese Diskussion zentrale Arbeitsgruppe, eigentlich könne von einer gebremsten Erwärmung gar keine Rede sein.”Unsere Ergebnisse bestätigen nicht die Auffassung, es habe eine ,Verlangsamung’ im Anstieg der globalen Oberflächentemperaturen gegeben”, fasst das Forscherteam um Thomas Karl von der amerikanischen Wetterbehörde Noaa seine Analyse etwas gestelzt zusammen (Science, online).

Schrader verwendet für die Datenveränderung das aufhübschende Wort “korrigiert”. Würde ein börsennotiertes Unternehmen seinen Aktienkurs nachträglich “korrigieren” um einen gewünschten Trend herzustellen, wäre der Aufschrei groß. Nicht so im Bereich der Klimaforschung. Es ist schon bezeichnend, dass sich Schrader einen regelrechten Seufzer der Erleichterung nicht verkneifen kann: “Puff – so schnell kann sich eine Debatte in Luft auflösen.” Ja, schön wär’s. Damit wäre ein Riesenproblem verschwunden. Aber einfach wegseufzen lässt sich der Hiatus dann leider doch nicht. Am Ende der Nacht, wenn die süßen Träume vorbei sind, wartet die graue Realität: Die Erwärmungspause ist immer noch da.

Erfunden wurde die neueste Aktion von einer Forschergruppe der US-amerikanischen National Oceanographic and Atmospheric Administration (NOAA). Leitautor der am 4. Juni 2015 in Science erschienenen Studie ist Thomas Karl, seines Zeichens Direktor des NOAA-eigenen National Climate Data Centers (NCDC). Karl ist eingefleischter Anhänger der IPCC-Linie, was er öffentlich unumwunden einräumt. Wollten er und seine Coautoren dem von ihm verehrten IPCC mit der Publikationen vielleicht einen fragwürdigen Freundschaftsdienst erweisen?

Schrader beschreibt in seinem SZ-Artikel die Argumentationsweise der NOAA-Truppe:

Auch die Noaa-Daten, berichten Karl und seine Kollegen, hatten eine gebremste Erwärmung gezeigt. Doch die Forscher vermuteten Verzerrungen in den Messungen. Die Zahl der Wetterstation an Land ist besonders in jüngsten Jahren deutlich gewachsen, viele alte wurden verlegt oder umgebaut. Auf See hat sich die Methode, Temperaturen zu bestimmen – an der Wasseroberfläche statt in der Luft -, mehrmals geändert. Das Wasser wurde erst per Eimer an Bord geholt, dann am Einlass für Kühlwasser abgezweigt. Inzwischen registrieren automatische Bojen die Gradzahlen. Das führte zu systematischen Abweichungen, die beseitigt werden mussten. Das Team um Thomas Karl hat darum Korrekturformeln entwickelt. Kritiker werden den Noaa-Forschern wohl vorwerfen, das Problem einfach wegzudefinieren, aber solche Eingriffe sind internationaler Standard und notwendige Routine: Die komplexe Berechnung eines Mittelwerts liefert sonst kein realistisches Ergebnis.

Verzerrungen und ‘Korrekturformeln’: Karl und Kollegen fanden das Temperaturplateau nicht realistisch genug und wurden daraufhin in kreativer Weise tätig. In der Tat, keine sehr überzeugende Vorgehensweise, wie Schrader schon richtig ahnt. Verdächtig: Korrekturmaßnahmen wurden immer nur dann durchgeführt, wenn der Trend unbequem war. Daher sah man 1977-1998 keinen Grund zum Einschreiten. In dieser Phase stieg die Temperatur brav an, so wie man es gerne wollte.

Problem gelöst? Schrader ist schnell von den windigen Rechenoperationen überzeugt: (weiterlesen …)

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen lag falsch: Regenwaldzerstörung hat sich in den letzten 20 Jahren beschleunigt, nicht verlangsamt

Die Kunst der Propaganda ist ein uraltes Geschäft. Gewisse Staaten hatten sogar Ministerien für Volksaufklärung und Propaganda eingerichtet. Aber auch Aktivisten bedienen sich gerne der psychologischen Meinungssteuerung. Am besten setzt man bei den Kindern an, deren Denkweise man so schön formen kann, ohne Widerworte zu riskieren. The Telegraph berichtete am 22. Mai 2015 über aktuelle Bemühungen, klimaalarmistisches Gedankengut über Science Fiction in die Kinderköpfe zu schleusen:

Climate activists targeting children with range of ‘cli-fi’ novels
Climate change fiction for youngsters is ‘taking off in a big way’ according to activists
Climate activists are targeting children through a new range of ‘cli-fi’ – climate fiction – novels which seek to highlight the dangers of global warming.David Thorpe, author of the book Stormteller, said that children were more open minded and claimed that writers could ‘infect’ their minds with ‘seriously subversive viral ideas’.

Weiterlesen in The Telegraph.

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Glückwunsch an den Sonnenphysiker Sami Solanki. Er wurde für seine Studien zur Klimabeeinflussung von Sonnenaktivitätssschwankungen jetzt mit einem Forschungspreis ausgezeichnet. Das Göttinger Tageblatt meldete am 27. Mai 2015:

European Geoscience Union zeichnet Sami Solanki mit Julius-Bartels-Medaille aus
Die diesjährige Julius-Bartels-Medaille der European Geoscience Union (EGU) geht an Prof. Sami K. Solanki, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS). Die EGU würdigt damit seine Beiträge zum Verständnis, welche Rolle Helligkeits- und Magnetfeldschwankungen der Sonne für unser globales Klima spielen.

Weiterlesen im Göttinger Tageblatt.

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Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) hatte gute Nachrichten zu berichten: Die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes hätte sich in den letzten Jahren deutlich verlangsamt, die Abholzungsrate hätte abgenommen, freute man sich. Das wundert ein wenig, denn der Anbau von Biotreibstoffen unter dem Deckmäntelchen des angeblichen “Klimaschutzes” hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, indigene Völker wurden vertrieben, dadurch viel Leid verursacht.

Nun haben Forscher der University of Maryland um Do-Hyung Kim  in den Geophysical Research Letters (Mai 2015) näher nachgeschaut und das genaue Gegenteil herausgefunden: Anhand von Satellitenbildserien konnten die Wissenschaftler dokumentieren, dass die Zerstörungsrate des Tropischen Regenwaldes zwischen 1990 und 2010 zu- und nicht etwa abgenommen hat, wobei die Beschleunigung satte 62% betrug. Die FAO hatte zuvor eine Verlangsamung um 25% behauptet, was sich nun als unrichtig herausstellte. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

Accelerated deforestation in the humid tropics from the 1990s to the 2000s
Using a consistent, 20 year series of high- (30 m) resolution, satellite-based maps of forest cover, we estimate forest area and its changes from 1990 to 2010 in 34 tropical countries that account for the majority of the global area of humid tropical forests. Our estimates indicate a 62% acceleration in net deforestation in the humid tropics from the 1990s to the 2000s, contradicting a 25% reduction reported by the United Nations Food and Agriculture Organization Forest Resource Assessment. Net loss of forest cover peaked from 2000 to 2005. Gross gains accelerated slowly and uniformly between 1990–2000, 2000–2005, and 2005–2010. However, the gains were overwhelmed by gross losses, which peaked from 2000 to 2005 and decelerated afterward. The acceleration of humid tropical deforestation we report contradicts the assertion that losses decelerated from the 1990s to the 2000s.

 

Klimabericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Deutschland: Kein statistisch gesicherter Anstieg extremer Niederschläge oder von Trockenperioden

Das Bundesumweltamt (UBA) hat im Mai 2015 einen neuen Klimabericht zur Entwicklung in Deutschland veröffentlicht, der als pdf kostenfrei heruntergeladen werden kann. Die Kurzfassung beschreibt den Inhalt wie folgt:

Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel
Bericht der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassungsstrategie der Bundesregierung
Dieser bislang umfassendste Bericht der Bundesregierung zur Anpassung an den Klimawandel zeigt: Steigende Temperaturen, feuchtere Winter und häufigere Wetterextreme wirken sich zunehmend auf die deutsche Gesellschaft aus. Betroffen sind unter anderem die Energieversorgung, die Landwirtschaft und die Gesundheitsvorsorge. Anhand von Daten aus 15 verschiedenen Gesellschaftsbereichen zeigt der Bericht auf, welche Veränderungen sich durch den Klimawandel heute schon feststellen lassen und welche Gegenmaßnahmen bereits greifen.

Die klimatische Grundlage des Berichts ist im Bericht ab Seite 13 dargestellt.

 

TEMPERATURENTWICKLUNG

Zunächst einmal wird festgestellt, dass es um eine Erwärmung von gut einem Grad seit 1881 geht:

Das Jahresmittel der Lufttemperatur ist im Flächenmittel von Deutschland von 1881 bis 2013 statistisch gesichert um 1,2 Grad angestiegen.

Der Begriff ‘Kleine Eiszeit” taucht im gesamten Dokument nicht auf. Offenbar möchte man vermeiden, dass die natürliche Wiedererwärmung nach Beendigung dieser natürlichen Kältephase als solche erkannt und von der CO2-Wirkung abgezogen wird. Ein unsauberer Einstieg. Immerhin wird jedoch diskutiert, dass sich die Erwärmung der letzten 130 Jahre in Wellen vollzogen hat. Antrieb sollen Meeresströmungen (=Ozeanzyklen) sein, die im Bereich von mehreren Jahrzehnten schwingen:

Über Zeiträume von mehreren Jahrzehnten spielt aber vor allem auch die sogenannte dekadische Klimavariabilität eine entscheidende Rolle. Dabei handelt es sich um periodische Schwankungen von einigen Jahren bis hin zu wenigen Jahrzehnten Andauer, die eng mit den Meeresströmungen gekoppelt sind. Abhängig von den sich von Zeit zu Zeit ändernden Meeresoberflächentemperaturen kommt es zu Phasen der Erwärmung oder Abkühlung der Atmosphäre. Diese Phasen überlagern den Einfluss der das Klima von außen antreibenden Faktoren, zu denen neben den natürlichen Elementen Sonneneinstrahlung und Vulkanaktivität auch die vom Menschen verursachten Einflüsse infolge von Landnutzungsänderungen, der Luftverschmutzung durch den Schwefelausstoß von Industrieanlagen sowie durch die Emission von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid zählen. In den Zeiträumen einer stärker abkühlenden Wirkung der Ozeanzirkulation auf die Atmosphäre kann es daher zu einer vollständigen Verschleierung des langfristigen Trends kommen, auch dann, wenn die Summe der externen Klimaantriebe allein zu einer Erwärmung führen würde. Kehrt sich der Einfluss der Ozeane um, steigen auch die beobachteten Temperaturen wieder an.

Es ist schon kurios. Genau dies hatten wir ja in unserem Buch “Die kalte Sonne” geschrieben. Damals bekamen wir dafür heftige mediale Hiebe. Das UBA hatte uns sogar auf eine Schwarze Liste gesetzt. Nun schreibt man quasi direkt aus unserem Buch ab. So ändern sich die Zeiten.

 Abbildungsquelle: Besprochener UBA-Bericht

 

HITZEWELLEN

Da die Temperaturen seit 15 Jahren nicht mehr ansteigen, ist das Extremwetter zum neuen Lieblingsthema in der Klimadiskussion geworden. Hierzu gehören Hitze- und Kälteextreme. Ein “Heißer Tag” wird in der Studie wie folgt definiert:

Statt der Anzahl der Sommertage wurde die Anzahl der Heißen Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 °C verwendet.

Nun kann man die Anzahl der “Heißen Tage” pro Jahr auftragen und Trends ermitteln: (weiterlesen …)

Ehemaliger IPCC-Leitautor Philip Lloyd: Der größte Teil der Erwärmung im 20. Jahrhundert geht auf das Konto natürlicher Klimaschwankungen

Nina Bossy legte am 31. Mai 2015 in der Westdeutschen Zeitung eine schräge Idee vor:

Der Wald ist Verlierer des Klimawandels
Der Wald leidet unter den Wetterextremen. Und fremde Arten verändern die Landschaft. Längst steht fest: Der Klimawandel macht dem heimischen Wald das Leben schwer. „Der Wald muss sich an die Zunahme der Wetterextreme anpassen“, sagt Stefan Befeld vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen.

Weiterlesen in der Westdeutschen Zeitung.

Auch der Verband der Waldeigentümer glaubt fest daran, ein Opfer des Klimawandels zu sein, wie auf Topagrar Online am 23. Mai 2015 zu lesen war:

Auswirkungen des Klimawandels im Wald deutlich sichtbar
„Für Waldeigentümer und ihre nachhaltige Waldbewirtschaftung sind die Auswirkungen des Klimawandels eine Herausforderung, die stärker in die politische Debatte einfließen muss“, sagte der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, am Donnerstag bei einer Waldbegehung im Havelland. Mittlerweile ließen sich Auswirkungen wie Schädlingsbefall, Trockenheit und Orkanschäden nicht mehr wegdiskutieren. Die Waldeigentümer müssten sich bereits darauf einstellen und Anpassungen in der Waldbewirtschaftung vornehmen. Zu Guttenberg: „Zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft zählt, sich auf Veränderungen einzustellen und den Wald zukunftsfest zu machen. Daher brauchen wir flexible Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft und eine Debatte über sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen.“

Geht es um staatliche Ausgleichzahlungen, niedrigere Steuern? Natürlich dürfen auch düstere Zukunftsprognosen nicht fehlen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Laut der dritten Bundeswaldinventur geht es dem deutschen Wald nämlich gut. Zudem fand eine Studie der Technischen Universität München, dass Europäische Eichen heute sehr viel schneller wachsen als noch vor 100 Jahren. Siehe auch unsere weiteren Blogbeiträge zum Thema:

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Der ehemalige IPCC Leitautor Philip Lloyd überraschte kürzlich mit einer Studie, die im Fachblatt Energy & Environment erschien. Darin analysierte Lloyd die Temperaturgeschichte der letzten 8000 Jahre anhand von Eiskernen und ermittelte die darin enthaltene natürliche Variabilität. Letztere verglich Lloyd dann mit der Erwärmung des 20. Jahrhunderts. Das Resultat ist bemerkenswert: Während ein Teil des Temperaturanstiegs der letzten 100 Jahre durchaus Folge der Treibhausgasanreicherung sein könnte, ist der größte Teil der Erwärmung wohl eher natürlichen Ursachen geschuldet. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

An Estimate of The Centennial Variability of Global Temperatures
There has been widespread investigation of the drivers of changes in global temperatures. However, there has been remarkably little consideration of the magnitude of the changes to be expected over a period of a few decades or even a century. To address this question, the Holocene records up to 8000 years before present, from several ice cores were examined. The differences in temperatures between all records which are approximately a century apart were determined, after any trends in the data had been removed. The differences were close to normally distributed. The average standard deviation of temperature was 0.98 ± 0.27 °C. This suggests that while some portion of the temperature change observed in the 20th century was probably caused by greenhouse gases, there is a strong likelihood that the major portion was due to natural variations.

Siehe auch Bericht zum Paper in The Daily Caller.

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Das Bundesumweltministerium stellt sich in Sachen Klimawandel nach außen als dialogfreudig und bürgernah dar. Am 7. Juni 2015 berichtete Solarify:

Internationaler Bürgerdialog
Das Bundesumweltministerium lud 100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger dazu ein, in einem Bürgerdialog ihre Meinung zum internationalen Klimaschutz in die Debatte einzuspeisen. Parallel zur deutschen Veranstaltung am 06.06.2015 in Berlin fanden weitere Klimadialoge in allen Teilen der Welt statt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Im Dezember wollen wir in Paris ein neues globales Klimaschutzabkommen beschließen. Verhandeln werden dort die Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen. Wir wollen aber, dass auch die Bürgerinnen und Bürger sich mit ihren Stimmen einbringen können. Klimaschutz ist schließlich eine Aufgabe, zu der jeder einzelne etwas beitragen kann.“

Ein tolles System: “100 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger”, von denen vermutlich kaum jemand die Grundlagen der Klimawissenschaften beherrscht. Null Risiko, unbequeme Fragen beantworten zu müssen. Wenn jedoch einmal echte Fachfragen eingericht werden, mauert das Ministerium. Noch immer warten wir auf Antwort auf konkrete Fragen zu einem Klimawandelartikel auf bundesregierung.de (siehe: “Um Antwort wird gebeten: “Kleine Anfrage” bei der Deutschen Bundesregierung zum Klimawandel“), die wir bereits im März 2015 gestellt hatten. Sieht so bürgernahe Transparenz aus?

 

Kalte-Sonne-Blog stellt Antrag auf Mitgliedschaft im ‘Climate Publishers Network’ (CPN)

Immer wieder stellen wir an dieser Stelle fest, dass Medien fragwürdige Pressemitteilungen zum Klimawandel einfach übernehmen, ohne sich selber Gedanken über die Inhalte zu machen, geschweige denn Fragen zur Plausibilität zu stellen. Dies ist ärgerlich und sollte angesichts der gesellschaftlichen Pluralität vermieden werden. Das Zeitalter der Einparteien-Dominanz ist auch in Deutschland seit längerem beendet. Nicht so jedoch im Bereich der Berichterstattung zum Klimawandel. Hier wird nur erwähnt, was der strengen IPCC-Linie folgt.

Im Dezember 2015 gibt es wieder einmal eine große Klimakonferenz. Diesmal geht es in die romantische Seine-Stadt Paris. Schon jetzt wird es schwierig sein, für diese Zeit ein Zimmer in den Fünfsterne-Hotels  zu bekommen. Louvre, Eifelturm und Montmartre – die Klimatouristen aus der ganzen Welt freuen sich schon riesig auf diese Fahrt, Vollpension all-inclusive.

Die österreichische Tageszeitung Der Standard hat jetzt verraten, wie die Medien auf Paris systematisch vorbereitet werden. Am 21. Mai 2015 war dort zu lesen:

Thema Klimawandel: STANDARD kooperiert mit internationalen Medien
Expertisen und Artikel zum Thema Klimawandel länderübergreifend verfügbar machen: Das ist das Ziel einer internationalen Medienkooperation, die im Rahmen der UN-Klimakonferenz unter dem Dach des neu gegründeten “Climate Publishers Network” (CPN) initiiert wurde. Koordiniert wird die Aktion vom Global Editors Network. An Bord sind 25 Verlagshäuser wie der STANDARD, “Guardian”, “El Pais”, “La Repubblica”, “Seattle Times”, “The Age” aus Australien, “El Comercio” aus Peru oder “China Daily” aus China.

Weiterlesen im Standard.

Wem genau hat sich Der Standard da eigentlich angesschlossen? “Climate Publishers Network klingt schön, aber wer oder was steckt dahinter? Handelt sich um eine verdeckte oder vielleicht offene Aktion der extremen IPCC-Seite? Oder kommen auch andere Meinungen zu Wort, wie es in der Wissenschaft traditionell der Fall sein sollte?

Neugierig geworden, schauen wir uns die Webseite des “Climate Publishers Network (CPN) an. Auf der Frontseite der Webseite prangt eine öde Dürrelandschaft. Das Thema des CPN ist damit angedeutet: Alarm, Alarm, der klimatische Weltuntergang ist nahe. Das Angebot von CPN klingt verdächtig: Man möchte bis Paris allen angeschlossenen Medienhäusern kostenlosen Zugang zu Klimaartikeln verschaffen. Um die Lizenzgebühren müssse man sich nicht kümmern, die sind bereits beglichen. Auf der Webseite heißt es:

The Climate Publishers Network (CPN) will provide a mutual syndication of articles related to climate change free of charge during the run-up to COP 21. Each media organisation will be able to re-publish material without having to worry about license fees. The aim of the collaboration is to widen each publisher’s spectrum of coverage between now and the UN Climate Change Summit in December.

Umsonst? Das sollte hellhörig machen. Hinter CPN scheint eine Organisation zu stecken, die großflächig Ihre Sichtweise in der gobalen Presse verbreiten möchte und bereit ist, dafür kräftig zu zahlen. Man lockt damit, dass die Zeitungen ihr Themenspektrum erweitern könnten. In Wahrheit ist es eher die vermutete Klimaaktivistenorgaisation, die durch diese Aktion ihre eigene Reichweite erhöht. Aus Deutschland nimmt momentan nur die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) an dem System teil. Vermutlich wird es nicht lange dauern, dann wird auch die Süddeutsche Zeitung bei CPN unterschreiben.

Wer aber steckt nun wiklich hinter dem CPN? Wer finanziert es? Können wir von der Kalten Sonne dort auch Artikel einreichen, die dann im CPN Network verteilt werden? Die Mutterorganisation des CPN ist das Global Editors Network (GEN). Der Wikipedia-Eintrag hierzu liest sich wie aus einer Werbebroschüre kopiert:

The Global Editors Network (GEN) is a cross-platform community of more than 1000 editors-in-chief, open to media innovators. GEN is committed to sustainable, high-quality journalism, empowering newsrooms through a variety of programs designed to inspire, connect and share, including The Editors Lab and the Data Journalism Awards. GEN members represent more than 80 countries and 300 media groups around the world.

Perfekte Welt: Top-Qualität, Chefredakteure, Exzellenzpreise. Wer finanziert diesen honoren Club?

It is a non-profit, financed through grants, membership, participation to the annual Summit, sponsorship and donations.

Die beiden letzten Geldquellen sind interessant: Sponorship und ander Spenden. Wer hat das Geld für die CPN-Klimainitiative zur Verfügung gestellt? Die Webseite und Google schweigen hierzu beharrlich. Vermutlich wird man den Gönner aus Al Gores Netzwerk von klimabetroffenen Milliardären finden. Für Hinweise aus der Leserschaft zu diesem Thema wären wir dankbar.

Bleibt die Frage zu klären, ob wir mit unserem Kalte-Sonne-Blog ebenfalls Mitglied im CPN werden könnten. Einerseits dürften wir dann lizenfrei Inhalte verwenden, andererseits könnten wir auch dem CPN-System Artikel zur Verfügung stellen. Auf der CPN-Webseite heißt es:

Alan Rusbridger, Editor-in-Chief of the Guardian, Antonio Cano, Editor- in-Chief at El País and Ricardo Kirschbaum, President of the Global Editors Network, are inviting more publishers to join the syndicate: “We very much hope that publications across the political spectrum will join us either in using some of our material or, ideally, offering their own material as well.

Gerne würden wir hochwertiges Material zur Verfügung stellen, im Sinne einer ausgewogenen Klimadiskussion. Am 21. Juni 2015 wendete sich die Kalte Sonne Redaktion daher an das GEN, mit einer Anfrage, wie das KS-Blog Mitglied im CPN werden könnte:

Von: Sebastian Lüning
An:  Global Editors Network

Gesendet: 21.6.2015

Dear Lady or Sir,

I am the Chief Editor of one of Gemany’s most widely read Climate Change Blogs. With great interest I have seen your “Climate Publishers Network” initiative which I find very useful as it promotes the much needed exchange of relevant climate news articles. I am convinced that you must be interested in reflecting the whole range of the climate discussion, therefore, I would like to ask how our Climate Change News Webservice www.kaltesonne.de could join the CPN. We are interested in re-publishing CPN articles as well as contributing our own articles to the CPN community. Many of our articles are focusing on palaeoclimatological aspects, based on peer-reviewed literature.

Thanks a lot for your help in advance.

Best regards

Dr. habil. Sebastian Luening
Geologist and Chief Editor of www.kaltesonne.de

Auf die Antwort sind wir schon sehr gespannt.

 

UPDATE 29.6.2015:

Unser Leser Marcel Severijnen hat nähere Information über die Gründung des CPN gefunden. Er schreibt:

Der Präsident des CPN ist Ricardo Kirschbaum, Chief Editor vom argentinischen Clarin. In der Ausgabe vom 21. Mai 2015 wird etwas deutlicher, welche Institution vielleicht dahinter steckt. CPN ist von der UNO auserwählt, heisst es im Artikel auf Spanisch:

” La GEN fue elegida por Naciones Unidas para coordinar y poner en marcha este mega sindicato de medios que generarán y ofrecerán en forma  gratuita contenidos so bre cambio climático.”

Offenbar wird die Presse hier gezielt von  UNO und IPCC mit “geeigneten” Artikeln versorgt, als unterstützende Maßnahme, um in Paris die gewünschten Resultate zu erzielen.

Rekordeisschmelze auf der antarktischen Halbinsel? Forscher haben offenbar Schwankungen in den Schneefallmengen übersehen

Unterhaltsamer Klimahorror am 22. Mai 2015 von Roland Knauer in der Stuttgarter Zeitung:

Klimawandel: Das große Schmelzen beschleunigt sich zusehends
Das Eis auf der Antarktischen Halbinsel schmilzt seit 2010 weitaus schneller als gedacht. Ursache sind unter anderem wärmere Strömungen aus dem Norden, die durch den Klimawandel nun weiter in den Süden reichen.

Ein starkes Stück. Gerade erst hat saogar das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung prognostiziert, dass die antarktische Gesamteismasse in den kommenden Jahrzehnten wohl anwachsen wird (“Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Antarktisches Inlandeis wird im Zuge der Erderwärmung anwachsen“), da verfällt die Stuttgarter Zeitung schon wieder in altüberholte Muster. Wundert es, dass Knauer es veräumt hatte, über die PIK-Studie und das überraschende Resultat zu berichten? Stattdessen stürzt sich der Journalist auf einen Minibereich des siebten Kontinents, wo das Eis in der Tat noch schmilzt. Immerhin räumt der AWI-Mann im Artikel der Stuttgarter Zeitung auch sofort ein, dass es sich quantitativ um keine nennenswerten Massen handelt:

In Teilen der Antarktis schmilzt das Eis seit 2010 erheblich schneller als in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts. Geophysiker und Eisbedeckungsspezialisten wie Veit Helm vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven wissen zwar, dass der Klimawandel die Temperaturen im Norden der Antarktischen Halbinsel rasch steigen lässt, und registrieren dort auch hohe Schmelzraten. „Dort sind aber verhältnismäßig kleine Eismassen betroffen“, erklärt der AWI-Forscher.

Haben Sie es auch bemerkt: Es wird das Jahr 2010 mit dem Beginn der 2000er Jahre verglichen. Klimatisch hat dies wenig Wert, da dies ein sehr kurzer Zeitraum ist. Natürliche Schwankungen dominieren auf diesen kurzen Zeitskalen. Knauer behauptet, die Temperaturen im Norden der Antarktischen Halbinsel würden rasch ansteigen.Das wollen wir gerne etwas genauer wissen und schauen uns die Messdaten der Faraday-Station an. Die Überraschung ist groß: In den letzten 30 Jahren ist keine größere Erwärmung zu erkennen (Abbildung 1). Wo hat Knauer seine Informationen nur her? Es würde sich für ihn wirklich einmal lohnen in die realen Daten hineinzuschauen, anstatt Behauptungen von irgendwo ungeprüft abzschreiben.

 

Abbildung 1: Temperaturentwicklung auf der Antarktischen Halbinsel, gemessen an der Faraday-Station. Quelle: GISS.

 

Zudem versäumt die Stuttgarter Zeitung zu erwähnen, dass die nacheiszeitlichen Temperaturen der antarktischen Halbinsel 7000 Jahre lang auf dem heutigen Niveau lagen. Überrascht?

Mittlerweile wird Kritik an der alarmistischen Studie laut, selbst aus Reihen des Weltklimarats selber. So kritisierte der IPCC-Autor Andrew Shepherd von der Leeds University, dass die Autoren offenbar Änderungen in den Schneefallmengen übersehen hätten. In den irischen RTE News heißt es dazu:

But Andy Shepherd, a director of the Centre for Polar Observation and Modelling at the University of Leeds, said their calculations might have overlooked shifts in snowfall. “I think the new estimates of ice loss computed (from the thinning of the ice) are far too high, because the glaciers in this sector just haven’t speeded up that much,” he said.

Siehe auch Beitrag im Examiner.

 

Neue Arbeit in Nature Climate Change: Regenmengen im Sahel nehmen seit den 1980er Jahren wieder zu

Das allmähliche Ergrünen der Sahara und des Sahels wird immer offensichtlicher. Eine schöne Entwicklung. Buwen Dong und Rowan Sutton haben sich das Phänomen näher angeschaut und kommen in einer am 1. Juni 2015 in Nature Climate Change veröffentlichten Studie zu einem interessanten Ergebnis. Scinexx berichtete einen Tag später:

Profitiert die Sahelzone vom Klimawandel?
Steigende CO2-Werte bringen der Trockenregion offenbar mehr Niederschlag.
Es klingt fast schon paradox: Ausgerechnet die Sahelzone – ein Musterbeispiel für zunehmende Trockenheit – profitiert jetzt vom Klimawandel. Denn die steigenden Treibhausgase haben in den letzten 20 Jahren wieder mehr Regen gebracht, wie britische Klimaforscher im Fachmagazin “Nature Climate Change” berichten. Die erhöhten CO2-Werte verstärken demnach das Temperaturgefälle über Nordafrika und fördern Luftströmungen, die den westafrikanischen Monsun in die Sahelzone bringen.

Weiterlesen in Scinexx.

Im Folgenden die Kurzfassung der Originalarbeit von Dong & Sutton:

Dominant role of greenhouse-gas forcing in the recovery of Sahel rainfall
Sahelian summer rainfall, controlled by the West African monsoon, exhibited large-amplitude multidecadal variability during the twentieth century. Particularly important was the severe drought of the 1970s and 1980s, which had widespread impacts. Research into the causes of this drought has identified anthropogenic aerosol forcing and changes in sea surface temperatures (SSTs) as the most important drivers. Since the 1980s, there has been some recovery of Sahel rainfall amounts, although not to the pre-drought levels of the 1940s and 1950s. Here we report on experiments with the atmospheric component of a state-of-the-art global climate model to identify the causes of this recovery. Our results suggest that the direct influence of higher levels of greenhouse gases in the atmosphere was the main cause, with an additional role for changes in anthropogenic aerosol precursor emissions. We find that recent changes in SSTs, although substantial, did not have a significant impact on the recovery. The simulated response to anthropogenic greenhouse-gas and aerosol forcing is consistent with a multivariate fingerprint of the observed recovery, raising confidence in our findings. Although robust predictions are not yet possible, our results suggest that the recent recovery in Sahel rainfall amounts is most likely to be sustained or amplified in the near term.

Auch wenn die Erklärungen über Aerosole und CO2 wenig glaubwürdig sind, ist doch die Bestätigung des Ergrünens und der zunehmenden Regenmengen sehr bemerkenswert. Vermutlich spielen hier eher 60-jährige Ozeanzyklen eine Rolle.

Siehe auch Bericht der GWPF zum Paper.

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Die Morgenpost in Berlin berichtet mal wieder Schreckliches.Am 11. Juni 2015 schrieb sie:

Die „Gottesanbeterin“ breitet sich bis Berlin aus

Das Tier stammt eigentlich vom Mittelmeer, und dass es jetzt in Berliner Breiten beobachtet wird, hat für die Chefin des „NaBu“ natürlich einen Grund; den Klimawandel:

„Klimaforscher dürften dagegen aufhorchen: Gottesanbeterinnen fühlen sich eigentlich nur in warmer Umgebung wohl. Dass die Tiere in Brandenburg überleben, schiebt Anja Sorges, Geschäftsführerin vom Naturschutzbund (Nabu) Berlin, in erster Linie auf die milden Winter. “Das Klima hat sich verschoben. Es gibt einige Arten, von denen wir annehmen können, dass sie günstigerem Klima und Nahrungsangebot gefolgt sind”, sagt sie.

Später folgt dann die Aufklärung:

„Die Berliner Population ist etwa genetisch verwandt mit den Gottesanbeterinnen in Tschechien. Die kalten polnischen Winter können den Eigelegen nichts anhaben, weil die Eier in einem erhärteten Schaumsekret bis zu minus 40 Grad überstehen. Den Brandenburgischen Winter überleben sie ohne Probleme.

Ein schönes Beispiel einer fundierten Berichterstattung: Zunächst die wohlfeilen Vermutungen der Nabu-Geschäftsführerin und der Hinweis auf Klimaforscher, dann die wissenschaftliche Aufarbeitung: Es handelt sich schlicht um eine genetische Variation, mit dem „Klimawandel“ hat das nichts zu tun. Weiter so, Morgenpost!

Ganz nebenbei: Anders als es der Nabu darstellt, gab es in den letzten 10 Jahren in Berlin und Deutschland gleich eine ganze Reihe von sehr kalten Wintern. Schuld daran hatte natürlich auch die Klimaerwärmung. Ob warm, ob kalt, der Klimawandel hat alles in seiner Gewalt!

 

Endlich wieder da: Zweite Auflage “The Neglected Sun” jetzt als Taschenbuch erhältlich

Die englischsprachige Ausgabe unseres Buches “Die kalte Sonne” trägt den Titel “The Neglected Sun”. Bereits nach wenigen Monaten war es damals im Buchhandel ausverkauft. Ein schöner Erfolg, aber schade für jene Leser, die schließlich leer ausgingen. Aus unbekannten Gründen wollte der damalige Verlag keine zweite Auflage herausgeben, so dass das Buch schnell zum Sammlerstück wurde und für Phantasiepreise von US$ 500 angeboten wurde. Nun aber gibt es endlich gute Nachrichten: Das Heartland-Institut hat die Rechte am Buch übernommen und eine zweite Auflage als Taschenbuch gedruckt. Der Preis beträgt US$ 19,99, erhältlich zum Beispiel bei Amazon oder im Online Shop des Heartland Instituts. Die digitale Kindle-Version ist bei Amazon für US$ 13,52 zu haben. Der Inhalt des Buches ist auch heute noch hochaktuell. Empfehlen Sie es Ihren Freunden und Kollegen im Ausland, verschenken Sie es der Tante in Neuseeland. Greifen Sie zu!

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Am 23. April 2015 fragten wir bei Planet Schule nach, weshalb den deutschen Schülern in Punkto Golfstrom nur die extreme PIK-Sicht präsentiert wird. Knapp zwei Monate später klapperte es doch noch im Briefkasten und wir erhielten eine Antwort der Redaktionsleitung Bildung des SWR-Fernsehen, für die wir dankbar sind. Allerdings glaubt der SWR immer noch, dass die PIK-Ansicht allgemein akzeptiert wäre. In der Email heißt es hierzu:

Zahlreiche Fachwissenschaftler sehen nach wie vor die im Film angesprochenen Risiken.

Um welche “zahlreichen Fachwissenschaftler” es sich handelt, verrät uns der SWR jedoch leider nicht. Da beim SWR offenbar ein Mangel an geeigneter Literatur herrscht, haben wir in einer Folgemail nun alle relevanten Studien aufgelistet. Keine einzige stützt die PIK-Sichtweise. Kurios auch die Behauptung des SWR, die alleinige Präsentation des PIK-Alarmszenarios würde die “Diskussion” und den “Abgleich mit aktuellen Studien” anregen:

Der Filmclip erfüllt aus unserer Sicht gerade im Bereich Schule zweierlei: Erstens erklärt er sehr einleuchtend, wie der Golfstrom funktioniert und zweitens regt sein Szenario zur unterrichtlichen Diskussion und zum Abgleich mit aktuellen Studien an. Daher halten wir die Behandlung dieses Aspekts nach wie vor für fachlich angemessen und in der Schule geboten.

Lesen Sie die vollständige Korrespondenz hier.

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Tolle Klimageschichte am 19. Mai 2015 im Stern:

Wein, Schokolade, Bier: Auf diese Lebensmittel müssen wir wohl verzichten
Zu milde Winter, zu heiße Sommer und enorme Trockenheit werden dem Wein- und Hopfenanbau gefährlich. Und auch für Schokolade sieht es klimatisch nicht gut aus.

Zu milde Winter? Davon hatten wir in den letzten 10 Jahren nicht allzuviele. Zu befürchten ist zudem, dass aufgrund des Klimawandels auch keine Bäume mehr wachsen. Dann würde das Papier knapp und der Stern könnte nicht mehr gedruckt werden. Ein großer Verlust. Denn wer wird uns dann die neuesten gruseligen Klimagutenachtgeschichten erzählen?

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Alfred Brandenberger hat ein umfangreiches Onlinearchiv zur Klimadiskussion erstellt. Ganz besonderen Lesegenuss verspricht die Rubrik “Klimaskandal“. Viel Spass beim Schmökern:

 

FAZ enttarnt Ghostwriter der Papst-Enzyklika: Hans Joachim Schellnhuber war’s

Der Papst hat vor ein paar Tagen [im Juni 2015] eine Enzyklika zum Klimawandel und Umweltschutz veröffentlicht. Der eine oder andere mag sich wundern, wie der Papst trotz seines dichten Terminplans die viele Zeit gefunden hat, dieses umfangreiche Werk zu schreiben. Riskiert der Papst nicht einen Burnout, wenn er sich so viel Arbeit auflädt? Die gute Nachricht: Dem Papst geht es gut, denn er hat die Enzyklika gar nicht geschrieben. Er hatte nämlich einen Ghostwriter. Im Impressum der Enzyklika steht der Ghostwriter jedoch nicht. Unterschrieben ist das Werk lediglich mit ‘Franciscus”. Die FAZ hat nun aber herausbekommen, wer an dem päpstlichen Text maßgeblich mitgewirkt hat: Es ist kein geringerer als der schillernde Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Alexander Wendt fasste am 19. Juni 2015 die Situation in einem ausgezeichneten Beitrag auf achgut.com wie folgt zusammen:

Päpste unter sich

Wenn es in Deutschland eine Institution gibt, deren Verlautbarungen praktisch kritiklos von den allermeisten Medien übernommen werden, dann ist es das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung unter Führung von Hans Joachim Schellnhuber. Keinen konnte es deshalb wirklich wundern, dass eben jener Experte für Klimaforschungsfolgen heute in der FAZ enthüllt, wer eigentlich hinter der Umweltenzyklika des Papstes steht: Er, HJS. Es war nicht immer leicht, diktiert Schellnhuber dem Osservatore Romano, quatsch, dem auf den Knien seines Herzens fragenden FAZ-Journalisten

HJS: „Vor mehr als zehn Jahren hat die Pontifikalakademie schon einmal eine Veranstaltung zum Klimawandel gemacht. Damals war auch eine Riege prominenter ‚Skeptiker’ eingeladen, die Haltung des Vatikan seinerzeit war eine ganz andere als heute…Es war ein hartes Stück Arbeit, die Erkenntnisse der Wissenschaft so aufzubereiten, dass im Vatikan das Klimaproblem jetzt so viel besser verstanden wird.“ Der wesentliche Fortschritt des Vatikan liegt laut Schellnhuber nämlich darin, dass die Kirche in der von ihm beeinflussten Neuauflage der Debatte jede Kontroverse ausgeschlossen hatte.
„Die Skeptiker waren da auch noch eingeladen?“, fragt die FAZ bang.

Schellnhuber: „Nein. [...]“

Auf jeden Fall weiterlesen auf achgut.com.

Da liest sich Absatz 61 der Enzyklika wie der pure Hohn:

61. In Bezug auf viele konkrete Fragen ist es nicht Sache der Kirche, endgültige Vorschläge zu unterbreiten, und sie versteht, dass sie zu­hören und die ehrliche Debatte zwischen den Wissenschaftlern fördern muss, indem sie die Unterschiedlichkeit der Meinungen respektiert.

Mehr zu Hans Joachim Schellnhuber:

Natürlich enthält die Enzyklika auch sinnvolle Themen, wie den Aufruf, die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes endlich zu beenden. Gerade in den letzten Jahren ist die Abholzung stark vorangeschritten, auch um den Klimawandel mit der Produktion von Biotreibstoffen zu ‘bekämpfen’. Das Resultat ist jedoch das ganze Gegenteil, wie der “Amazonas-Bischof” Erwin Kräutler am 18. Juni 2015 auf RP Online verriet. Im Zuge des Klimaschutzes werden große Waldflächen zerstört. Anstatt das Weltklima zu retten, verschlechtere sich nun aber sogar das Mikroklima in den gerodeten Gebieten:

Ich lebe seit 50 Jahren am Xingu, einem rechtsseitigen Nebenfluss des Amazonas. Als ich 1965 ankam, habe ich noch den tropischen Regenwald pur erlebt. Seither ist die Abholzung und Zerstörung dieses gigantischen Biotops so weit fortgeschritten, dass wir bereits den Klimawandel spüren. Die Trocken- und Regenperioden sind kaum mehr voneinander zu unterscheiden, wie dies noch vor 50 Jahren der Fall war. Laut wissenschaftlichen Gutachten hatte auch die katastrophale Wassernot der vergangenen Monate in der Mega-Metropole São Paulo mit der skrupellosen Abholzung und Zerstörung Amazoniens zu tun.

Lob hat der Papst für seine gelungene Werbekampagne zur Enzyklika verdient: Er hat unter anderem ein rockiges Klimaalarm-Video produziert, das einem die Enzyklika richtig schmackhaft macht. Inhaltlich murks, aber handwerklich gut und witzig gemacht. Warum kann die klimarealistische Seite so etwas nicht auf die Beine stellen?

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Barack Obama ist eingefleischter Klimaalarmist. Das geht so manchem Bürger der USA kräftig auf die Nerven. Da freut es, dass der mögliche Präsidentschaftskandidat für die Republikander, Jeb Bush, offenbar anders tickt. Er kritisierte Obama kürzlich dafür, dass er die Klimagefahr dramatisiert. Die kanadischen CBC News berichteten am 20. Mai 2015:

Jeb Bush criticizes Obama for overstating climate change issue
Obama said earlier Wednesday that climate change a threat to national security.
Republican Jeb Bush said on Wednesday that the Earth’s climate is changing but that scientific research does not clearly show how much of the change is due to humans and how much is from natural causes.

Weiterlesen auf CBC News.

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“Schützt die Regenwälder”: Ein hochaktuelles Thema, angesichts der großangelegten Rodungen der letzten Jahre unter dem Deckmäntelchen des Klimaschutzes zum Anbau von Biotreibstoffen. Lange hieß es, der Regenwald würde eine effektive CO2-Senke darstellen. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein, wie Berechnungen zeigten. Der Tropenwald ist offenbar vielmehr eine CO2-Quelle. Kann der Wald daher jetzt vollständig abgeholzt werden, um das Klima zu schützen?

Forscher der schwedischen Lund Universität haben jetzt zusammen mit Kollegen der Universität Stanford herausgefunden, dass die Savannen der Erde die wichtigsten CO2-Senken darstellen. Die Lund University gab am 21. Mai 2015 in einer Pressemitteilung bekannt:

[...] “There has been an increase in the uptake of carbon dioxide over time, and land ecosystems have together absorbed almost one third of all carbon dioxide emissions from human activity since the 1960s. What is perhaps even more surprising is that this trend is also dominated by the semi-arid lands,” Anders Ahlström says. We have long known that we need to protect the rainforests but, with this study, the researchers show that a heightened effort is needed to manage and protect the semi-arid regions of the world as well. [...]

 

Spektrum der Wissenschaft über angeblich vom Untergang bedrohte Südseeatolle: “Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge”

Im Pazifik gibt es unzählige kleine Koralleninseln, die im Laufe der Jahrtausende vom Menschen besiedelt wurden. In unseren Träumen liegen wir am Südseestrand, mit einem Strohhalm Kokosmilch schlürfend, die Fußspitzen im warmen Pazifik eingetaucht. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Die meisten Inseln leiden unter einer extremen wirtschaftlichen Unterentwicklung, die Arbeitslosigkeit ist hoch, ebenson wie die Armut. Da hilft dann auch die leckere Kokosmilch nicht mehr. Viele Südsee-Insulaner würden gerne nach Australien oder Neuseeland auswandern, scheitern aber an den strengen Immigrationskriterien. Da kam die klimaalarmistische Bewegung gerade recht: Man verkündete, die Inseln würden absaufen, und Schuld habe der reiche Westen mit seinem hinterhältigen CO2. Gebt uns Geld und Einwanderungspapiere, schnell!

Vielen leuchtete diese Logik ein, insbesondere denjenigen, die sich in den Naturwissenschaften nicht allzu gut auskannten. Geologen, Geographen und andere mitdenkende Menschen hingegen staunten nicht schlecht: Wie haben die Koralleninseln nur den rasanten Meeresspiegelanstieg direkt nach der letzten Eiszeit überstanden, als das Meer bis zu 10-fach schneller anstieg als heute? Die Antwort ist einfach: Korallen sind Lebewesen, die stets dem Meeresspiegel hinterherwachsen. Von einem angeblich bevorstehenden Untergang kann daher keine Rede sein. Siehe unsere Blogbeiträge hier, hier, hier, hier, hier.

Am 19. Mai 2015 brachte Spektrum der Wissenschaft nun einen äußerst bemerkenswerten Artikel von Simon Donner zur Meeresspiegel-Problematik der Pazifikinseln:

Globale Erwärmung: Sind Inselstaaten akut gefährdet?

Inselnationen wie Kiribati drohen im Ozean zu versinken, weil durch die Erderwärmung der Meeresspiegel steigt. Bisherige Maßnahmen zu ihrer Rettung haben jedoch mehr Schaden angerichtet als Nutzen gebracht. Zudem sind einige Inseln überhaupt nicht gefährdet und könnten auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge sogar wachsen.
[...]

FRAGWÜRDIGE HILFE

1) Wohlmeinende Regierungen und internationale Hilfsorganisationen drängen armen Inselnationen Projekte wie den Bau von Dämmen auf, um sie vor dem Anstieg des Meeresspiegels als Folge der Erderwärmung zu schützen.

2) Noch keine der betroffenen Inseln ist in nächster Zeit von Überflutung bedroht. Einige vergrößern sich sogar auf Grund natürlicher ökologischer Vorgänge.

3) Übereilte Aktionen, das Fehlen von einheimischen Wissenschaftlern und Experten sowie die Scheu der Inselbewohner, Nein zu Außenstehenden zu sagen, haben zu ungeeigneten Anpassungsmaßnahmen geführt.

4) Langfristige Erfolge im Kampf von Inselstaaten gegen den Klimawandel erfordern ein tieferes Verständnis der wissenschaftlichen Hintergründe und des kulturellen Umfelds, getragen von einem Geist des Respekts statt der Bevormundung.

Ganzen Beitrag in Spektrum der Wissenschaft lesen (nur für Abonnenten). Die englischsparchige Originalversion des Spektrum-Artikels erschien im Scientific American:

Island Nations May Be Flooded by Dubious Intentions
Using the Pacific nation of Kiribati as a poster child for the ravages of rising seas is not only misleading, it may also be harmful

Weiterlesen im Scientific American.

Siehe auch das folgende Video zum Thema vom Klima Manifest Heiligenroth:

 

Um Antwort wird gebeten: Warum verschweigt das Geesthachter Institut für Küstenforschung die Mittelalterliche Wärmeperiode in seiner Pressemitteilung zum Zweiten Ostee-Klimazustandsbericht?

An: Frau Jessica Klepgen, Pressestelle des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung
Von: Sebastian Sebastian Lüning

Gesendet: 6.6.2015
Antwort: 10.6.2015 und 15.6.2015 (siehe unten)

Sehr geehrte Frau Klepgen,

Mit Interesse sah ich Ihre Pressemitteilung zum neuen Ostsee-Klimabericht.
http://www.hzg.de/public_relations_media/news/058989/index.php.de

In Ihrer Pressemitteilung thematisieren Sie in korrekter Weise die starke Erwärmung des Ostseeraumes während der vergangenen 150 Jahre seit Ende der Kleinen Eiszeit und verwenden hierzu sogar eine plakative Zwischenüberschrift “Erwärmung schreitet voran”.

Unerwähnt bleibt in Ihrer Pressemitteilung jedoch, dass der Klimabericht auch zwei höchst interessante Kapitel zum Paläoklima der vergangenen 12.000 Jahre bzw. 1.000 Jahre enthält. Weshalb war Ihnen dies keine Erwähnung wert? Dankenswerterweise ist der Bericht Open Source so dass ich mir die beiden Kapitel im Detail anschauen konnte. Besonders beeindruckt hat mich die Passage zum Klima der Zeitspanne 8000-4500 Jahre vor heute. Damals war es laut Bericht um 1,0-3,5°C wärmer als heute:

…a warm and stable climate with air temperature 1.0–3.5 °C above modern levels (8000–4500 cal year BP)…”.

Interessant ist auch das Kapitel zur Mittelalterlichen Wärmeperiode. Hierzu heißt es:

“Recent investigations of Fennoscandia by Ljungqvist (2010) showed that the MWP [Medieval Warm Period] occurred between 800 and 1300. At that time, warm-season (May-September) temperatures exceeded the contemporary warming of the end of twentieth century by about +0.5°C.”

Laut Bericht war also die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) im Ostseeraum wärmer als heute bzw. zumindest so warm wie heute.

Meine Frage an Sie: Weshalb lassen Sie diese wichtigen Kontextinformationen in Ihrer Pressemitteilung aus? Weshalb war es zur Zeit der MWP bereits schon einmal so warm wie heute, obwohl der atmosphärische CO2-Gehalt damals außerordentlich niedrig war? Mir geht es nicht darum, dem CO2 seine Klimawirkung abzusprechen, die es sicherlich hat. Jedoch sollten wir die aktuelle Klimaentwicklung stets im Kontext der vorindustriellen Klimadynamik sehen. Ich habe den Eindruck, dass Sie sich aus mir unbekannten Gründen vor diesem Vergleich scheuen.

Ich würde ich über eine Antwort Ihrerseits freuen. Im Sinne der Transparenz möchte ich Ihre Reaktion gerne auf meiner Webseite www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning
Geologe

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Frau Klepgen antwortete dankenswerterweise bereits wenige Tage später und bat darum, die Frage im Blog des Ostsee-Forschungsprogramms (“BACC Blog”) in englischer Sprache zu posten. Im Blog waren einige Beiträge zur Veröffentlichung des Ostseeberichts zu finden, allerdings bisher nahezu ohne Benutzerkommentare. Lüning wählte einen geeigneten Beitrag aus und stellte dort am 10. Juni 2015 seine Frage ein. Im Gegensatz zu einigen anderen Instituten stellte sich das Helmholtz-Zentrum Geesthacht der Herausforderung. Vielen Dank dafür. Am 15. Juni 2015 gab es im BACC-Blog gleich zwei Antworten:

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Von: Marcus Reckermann (BACC-Projektkoordinator)
An: Sebastian Lüning

Datum: 15.6.2015

Thank you for your comment which touches an important point. In fact, the first two chapters on the Holocene conditions in the Baltic Sea region were added to this new book to put the recent warming into perspective, to treat this important subject. The results are clearly spelled out in the chapters and also in the Executive Summary in Chapter 1 so there is surely no hiding or downplaying of findings. Of course you can criticize that the postglacial warming was not explicitly mentioned in the press release, but a press release cannot repeat the complete content of the book but needs to be short and concise, and we need to choose which points wrap up the book in a few sentences as good as possible. In fact other aspects which other interest groups may find of outstanding importance are also not mentioned in the press release.

The BACC project is defined as purely scientific project, not being influenced by vested interests, be it by Oil Companies or Greenpeace. It is our intention to let the scientific evidence speak (in the form of published knowledge) and we try to describe the scientific consent but also we aim to state issues where there is not enough or contradicting evidence.

May I add that this book contains three chapters (Part 6) which attempt to draw together the state of knowledge concening the question if there are other factors also responsible for the regional contempory warming in the Baltic Sea region next to atmospheric CO2 (aerosols, land cover change). Please keep in mind that the findings in the book all refer to the Baltic Sea region and there is no claim made for the global scale.

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Von: Hans von Storch (zusammen mit zwei Kollegen Leiter des Instituts für Küstenforschung)
An: Sebastian Lüning

Datum: 15.6.2015 (weiterlesen …)

Unerwartete Entdeckung im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Bremen: In der Zentralantarktis besitzt der CO2-Treibhauseffekt offenbar keine erwärmende Wirkung

Der Treibhauseffekt ist Zentralpunkt der Klimadiskussion. Der WWF erklärt ihn wie folgt:

Sonnenstrahlen treffen als ultraviolette Strahlung (UV) auf die Erdoberfläche und erwärmen diese. Ein Teil dieser Energie wird in Form von langwelliger infraroter Strahlung reflektiert, also wieder Richtung Weltraum zurückgeworfen. Von dieser reflektierten infraroten Strahlung wiederum wird ein Teil in der Atmosphäre von Gasen wie Wasserdampf, Ozon, Kohlendioxid (CO2) und anderen quasi zurückgehalten. Diese langwellige infrarote Sonnenstrahlung fällt zur Erde zurück und erwärmt sie wie ein Treibhaus. Dieser natürliche Treibhauseffekt ist damit so etwas wie eine gigantische, erdumspannende Temperaturregelung, die Leben unter den herrschenden Bedingungen ermöglicht.

Mehr CO2 bedeutet mehr Rückstrahlung Richtung Boden, also Erwärmung. Im Normalfall erhöht sich die Temperatur um 1,1°C pro CO2-Verdopplung, wie theoretische Berechnungen zeigen. Nun hat der IPCC jedoch eine ganze Reihe von fragwürdigen “Verstärkerprozessen” in die Gleichungen eingebaut, was letztendlich dreifach überhöhte Werte für die Klimasensitivität des CO2 geliefert hat. Gibt es diese Verstärker wirklich?

An der Universität Bremen wurde im Dezember 2014 eine hochinteressante Doktorarbeit zur Treibhauswirkung des CO2 fertiggestellt. Das pdf der Studie gibt es hier. Holger Schmithüsen ging dabei der Frage nach, ob der Treibhauseffekt wirklich stets erwärmt oder ob es regionale Unterschiede gibt. Das Ergebnis von Schmithüsens Dissertation ist spektakulär: In der zentralen Antarktis gilt die pauschale Annahme offenbar nicht. Mehr CO2 bewirkt hier nämlich rein gar nichts. Und noch überraschender: Zu bestimmten Jahreszeiten hat das CO2 sogar einen kühlenden Effekt.

Im Folgenden die Kurzfassung von Schmithüsens Arbeit:

Antarctic Specific Features of the Greenhouse Effect: a Radiative Analysis Using Measurements and Models
CO2 is the strongest anthropogenic forcing agent for climate change since pre-industrial times. Like other greenhouse gases, CO2 absorbs terrestrial surface radiation and causes emission from the atmosphere to space. As the surface is generally warmer than the atmosphere, the total long-wave emission to space is commonly less than the surface emission. However, this does not hold true for the high elevated areas of central Antarctica. For this region, it is shown that the greenhouse effect of CO2 is around zero or even negative. Moreover, for central Antarctica an increase in CO2 concentration leads to an increased long-wave energy loss to space, which cools the earth-atmosphere system. These unique findings for central Antarctica are in contrast to the well known general warming effect of increasing CO2 . The work contributes to explain the non-warming of central Antarctica since 1957.

 

Abbildung: Monatlich aufgeschlüsselter Treibhauseffekt des CO2 im Jahr 2006. Dunkelblaue Regionen besitzen eine kühlende Treibhauswirkung. Abbildung aus Schmithüsen 2015

 

Was weiß der Papst über unser Klima?

Von Uli Weber

In seiner Enzyklika ‚Laudatio si’ sorgt sich Papst Franziskus um das „gemeinsame Haus“, und damit hat er dem Grunde nach nicht Unrecht. Unter Punkt „I“ seiner Enzyklika behandelt Papst Franziskus Umweltverschmutzung und Klimawandel. Leider beschränkt sich die päpstliche Sicht aber in der Klimafrage auf streng alarmistische Standpunkte. An dieser Stelle seien einige Zitate herausgegriffen:

20. „… Eine mit dem Finanzwesen verknüpfte Technologie, die behauptet, die einzige Lösung der Probleme zu sein, ist in der Tat oft nicht fähig, das Geheimnis der vielfältigen Beziehungen zu sehen, die zwischen den Dingen bestehen, und löst deshalb manchmal ein Problem, indem sie andere schafft.

Diese Aussage gilt aber nicht nur für marktwirtschaftliche Technologien, sondern in noch viel stärkerem Maße für planwirtschaftliche Mechanismen. Denn die mit der Klimarettung verknüpften ökologischen Anstrengungen zur Nutzung von erneuerbaren Energien erzeugen gerade jetzt ganz erhebliche Probleme in der Dritten Welt, die völlig ignoriert werden. Dort werden für unser gutes ökologisches Gefühl nämlich Urwälder gerodet, um Anbauflächen zur Bioethanol-Herstellung für unseren ‚ökologisch wertvollen‘ E10-Kraftstoff zu schaffen.
Hier wäre eine klare Stellungnahme des Papstes zu unserem Öko-Ablasshandel auf Kosten der Dritten Welt durchaus wünschenswert gewesen. Stattdessen wird eine solche aktive Umweltzerstörung pauschal einem angeblichen Klimawandel zugerechnet, der dann wiederum zu Migrationsbewegungen von Klimaflüchtlingen führen soll, Zitat aus der päpstlichen Enzyklika:

25. „…So verursachen die klimatischen Veränderungen zum Beispiel Migrationen von Tieren und Pflanzen, die sich nicht immer anpassen können, und das schädigt wiederum die Produktionsquellen der Ärmsten, die sich ebenfalls genötigt sehen abzuwandern, mit großer Ungewissheit im Hinblick auf ihre Zukunft und die ihrer Kinder…“

Erstmals seit dem Mittelalter sind sich wissenschaftlicher Mainstream und katholische Kirche wieder einig, Zitat aus der Enzyklika:

23. „… doch zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass der größte Teil der globalen Erwärmung der letzten Jahrzehnte auf die starke Konzentration von Treibhausgasen (Kohlendioxid, Methan, Stickstoffoxide und andere) zurückzuführen ist, …  Das wird besonders durch das Entwicklungsmodell gesteigert, das auf dem intensiven Gebrauch fossiler Kraftstoffe basiert, auf den das weltweite Energiesystem ausgerichtet ist …“,

… und beide stimmen mit der Politik überein:

26. „… Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, … Es gab auch einige Investitionen in Produktionsweisen und Transportarten, die weniger Energie verbrauchen und geringere Mengen an Rohstoff erfordern, sowie in Bauformen oder Arten der Bausanierung, um die Energieeffizienz zu verbessern. Doch diese guten Praktiken haben sich noch lange nicht überall eingebürgert.“

Die hier implizit geforderte Dekarbonisierung der globalen Energieerzeugung kennen wir ja bereits vom G7 Gipfel auf Schloss Elmau und aus dem „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) von 2011. Ebendieser WBGU teilte am 17. Juni 2015 mit, Hans Joachim Schellnhuber, Vorsitzender des WBGU und Direktor des PIK, würde in Rom am 18. Juni 2015 gemeinsam mit Kardinal Turkson die Enzyklika ‚Laudatio si’ von Papst Franziskus vorstellen. Diese Umweltenzyklika erkläre, dass der menschengemachte Klimawandel eine wissenschaftliche Tatsache sei und engagierter Klimaschutz für die Menschheit einen moralischen und religiösen Imperativ darstelle. Verkündet der Papst jetzt ‚ex cathedra‘ klimawissenschaftliche Wahrheiten?

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Unser Leser Manfred Büchel weist auf einen weiteren wichtigen Punkt in der Enzyklika hin, der sich ganz am Ende des Ersten Kapitels versteckt:

61. In Bezug auf viele konkrete Fragen ist es nicht Sache der Kirche, endgültige Vorschläge zu unterbreiten, und sie versteht, dass sie zu­hören und die ehrliche Debatte zwischen den Wissenschaftlern fördern muss, indem sie die Unterschiedlichkeit der Meinungen respektiert.

Manfred Büchel sieht sich aber außer Stande diesem Satz Glauben zu schenken.

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Uli Weber hat sich mittlerweile weiter durch die Enzyklika gekämpft und zusätzliche beunruhigende Aspekte gefunden. Absatz 60 bereitet den oben genannten Absatz 61 vor und lässt ihn in einem anderen Lichte erscheinen:

VII. DIE UNTERSCHIEDLICHKEIT DER MEINUNGEN

60. Schließlich erkennen wir an, dass sich in Bezug auf die Situation und die möglichen Lösungen unterschiedliche Sichtweisen und gedankliche Richtungen entwickelt haben. Im einen Extrem vertreten einige um jeden Preis den Mythos des Fortschritts und behaupten, dass sich die ökologischen Probleme einfach mit neuen technischen Programmen lösen werden, ohne ethische Bedenken und grundlegende Änderungen. Im anderen Extrem ist man der Meinung, der Mensch könne mit jedem seiner Eingriffe nur eine Bedrohung sein und das weltweite Ökosystem beeinträchtigen. Deshalb sei es angebracht, seine Präsenz auf dem Planeten zu reduzieren und ihm jede Art von Eingriff zu verbieten. Zwischen diesen beiden Extremen müssten mögliche zukünftige Szenerien erdacht werden, denn es gibt nicht nur einen einzigen Lösungsweg. Das würde Anlass zu verschiedenen Beiträgen geben, die in Dialog treten könnten im Hinblick auf ganzheitliche Antworten.

Es geht hier also um den Austausch zwischen den Positionen extremer Fortschrittsgläubigkeit, wobei der Begriff „ohne ethische Bedenken“ offenbar einen Bezug zur Gentechnik/Massentierhaltung herstellen will, und den ökologischen Befürwortern eines globalen Morgenthauplans (= seine [des Menschen] Präsenz auf dem Planeten zu reduzieren).

Die sogenannten Klimarealisten, die lediglich Zweifel an Art und Umfang des menschlichen Klimabeitrags äußern und sich in ihrer Mehrheit ebenfalls Sorgen um die Ressourcen unseres Planeten machen, kommen im Absatz 60 also gar nicht vor. Ergo können sie im Absatz 61 auch gar nicht gemeint sein, wo es um die „ehrliche Debatte“ zwischen Extremisten geht. Nach den in der Anlage zitierten Äußerungen von Prof. Schellnhuber durften die Klimarealisten bei der Diskussion im Vatikan über die Erkenntnisse der Klimawissenschaft noch nicht einmal ihre Position darstellen – übrigens ein schönes Beispiel für das Verständnis von wissenschaftlicher Freiheit und die „ehrliche Debatte zwischen den Wissenschaftlern…, indem sie die Unterschiedlichkeit der Meinungen respektiert.Bleibt die Frage: Verkündet der Papst jetzt ‚ex cathedra‘ klimawissenschaftliche Wahrheiten?

Bei der Recherche ergaben sich weitere Auffälligkeiten, die auch das Demokratieverständnis der päpstlichen Enzyklika bemerkenswert (meine Hervorhebungen) erscheinen lassen – der WBGU mit seinem „Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation“ lässt grüßen:

175. Die gleiche Logik, die es erschwert, drastische Entscheidungen zur Umkehrung der Tendenz zur Erderwärmung zu treffen, unterbindet auch die Verwirklichung des Ziels, die Armut auszurotten. Wir brauchen eine verantwortlichere weltweite Reaktion, die darin besteht, gleichzeitig sowohl die Reduzierung der Umweltverschmutzung als auch die Entwicklung der armen Länder und Regionen in Angriff zu nehmen. Während das 21. Jahrhundert ein Regierungssystem vergangener Zeiten beibehält, ist es Schauplatz eines Machtschwunds der Nationalstaaten, vor allem weil die Dimension von Wirtschaft und

Finanzen, die transnationalen Charakter besitzt, tendenziell die Vorherrschaft über die Politik gewinnt. In diesem Kontext wird es unerlässlich, stärkere und wirkkräftig organisierte

internationale Institutionen zu entwickeln, die Befugnisse haben, die durch Vereinbarung unter den nationalen Regierungen gerecht bestimmt werden, und mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen.

Das demokratische System wird in der Enzyklika also offen als „Regierungssystem vergangener Zeiten“ bezeichnet. Die dort implizit formulierte Forderung nach „transnationalen“ Institutionen, die „mit der Macht ausgestattet sind, Sanktionen zu verhängen“, erinnert in der Aussage sehr stark an manche alarmistischen Forderungen nach einer diktatorischen „Weltregierung“, weil angeblich demokratische Systeme den Klimawandel nicht aufhalten könnten…

Frage: Wenn wir also demnächst eine Heilige Katholische Klima-Inquisition haben, wer wird dann Großinquisitor?

 

CO2-Oper an der Mailänder Scala: “Konsumwütige geilen sich vor grell bestückten Regalen und an Obst aus Übersee auf”

Der schweizerische Staatssender SFR lehnte sich am 15. Mai 2015 klimatisch recht weit aus dem Fenster:

Wetterextreme nehmen wegen Klimawandel zu
Ob der Klimawandel und damit der Mensch für extreme Wetterkapriolen zuständig ist, kann die Wissenschaft nicht beantworten. Aber sie kann immer genauer aufzeigen, dass extreme Wetterereignisse wegen der Klimaveränderung häufiger auftreten.

Man weiß nicht, ob der Klimawandel zu mehr Extremwetter führt, aber Wetterextreme sollen angeblich häufiger auftreten, obwohl der IPCC in seinen letzten Berichten einräumen musste, dass bisher keine Zunahme des Extremwetters zu verzeichnen ist? Da ist schwer hinterherzudenken. Wie funktionierts? Der SRF behauptet:

Vor Kurzem hat Reto Knutti, Klimaforscher an der ETH Zürich, in einer Publikation aufgezeigt, wie die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung für viel mehr Hitzetage sorgt. «Schon bei der heutigen Erwärmung von einem Grad sind mindestens die Hälfte, vielleicht drei Viertel der heissesten Tage durch den Menschen verursacht», sagt Knutti. Sollten wir uns in eine Erwärmung von zwei Grad hineinbewegen, wären wir bei fast 100 Prozent der heissesten Tagen, die eine Folge des weltweiten Klimawandels weltweit seien. Und damit zu dem, was die Klimaforschung nicht kann – und auch nie können wird. Nämlich die Klimaveränderung für einzelne Wetterereignisse verantwortlich machen, zum Beispiel für die gegenwärtige Dürre in Kalifornien.

Eine seltsame Beweisführung. Wenn man dies in der Justiz einführen würde, dann gäbe es sicher Proteste: Man sperrt 10 Verdächtige ein, die Hälfte davon hat wirklich etwas ausgefressen, die andere Hälfte ist unschuldig. Aber wer jetzt genau schuldig und wer unschuldig ist, bleibt ungeklärt. Ein höchst fragwürdiges Verfahren.

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Tolle Nachricht auf Spiegel Online am 5. Mai 2015:

Klimawandel: Fjorde schlucken mehr Kohlenstoff als gedacht
Unterschätzte Meeresarme: Die in Fjorden gebundene Kohlenstoffmenge ist viel größer als bislang angenommen. Sie binden 18 Megatonnen pro Jahr – das sind elf Prozent des Anteils aller Meere.

Ganzen Artikel auf Spiegel Online lesen.

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In Mailand findet derzeit die Weltausstellung statt. KS-Webmaster Sebastian Lüning war bereits da. Den bunten Marktplatz vor dem niederländischen Pavillon sollten Sie nicht versäumen, da herrscht eine Mordsstimmung. Anderswo geht es ruhiger zu. Vielleicht auch, weil das 0,3-Bier saftige 5 Euro kostet?

Anlässlich der Expo haben sind auch die Klimaaktivisten einige Aktionen ausgedacht. So gibt es in der berühmten Mailänder Scala ein Stück, das sich mit dem Klimawandel beschäftigt. BR Klassik hat sch das Spektakel angeschaut und rezensierte am 19. Mai 2015:

Klimawandel an der Scala Uraufführung der Expo-Oper “CO₂”
Giorgio Battistelli zählt aktuell zu den innovativsten Komponisten der italienischen Musikszene. Letzten Samstag kam seine “CO₂” Oper auf die Bühne der Mailänder Scala. Das Opernhaus hat sich das global relevante Thema als Beitrag für die Expo 2015 gewünscht. [...] Die Zerstörung der Erde aufzuhalten – den Klimawandel zu stoppen: Dafür wirbt er schon einmal an der Mailänder Scala mit enormen musikalischen Mitteln. 19 Gesangssolisten verlangt seine Partitur. Chor und Kinderchor und an die 100 Musiker im Orchestergraben, verstärkt durch einen Sampler und einen E-Bass, der funky Rhythmen zu einer grotesken Supermarktszene beisteuert. Konsumwütige geilen sich vor grell bestückten Regalen und an Obst aus Übersee auf – mit ernüchternden CO₂-Kilometerbilanzen, die dazu auf Spruchbändern vorbei ziehen.

Ganzen Artikel auf BR Klassik lesen.

 

Entwicklung des antarktischen Meereises vor Beginn der Satellitenära 1979

Das antarktische Meereis hat die Wissenschaft überrascht. Entgegen den Modellen, hat es seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 stetig zugenommen, während die Klimamodelle immer nur Szenarien finden können, in denen das Eis eigentlich hätte abnehmen müssen. Heute wollen wir einen Blick in die Vorsatellitenzeit wagen. Wie hat sich das Meereis um den Südpol entwickelt, als die künstlichen Erdtrabanten noch nicht ständig und flächendeckend die Eisausdehnung überwachen konnten?

Aufklärung bringen zum Beispiel einzelne Satellitenbilder aus der Pionierphase der Satelliten. Die University of Colorado Boulder berichtete am 29. August 2014 über erstaunliche Entdeckungen in Zufallsfunden von alten Nimbus-Bildern:

“And the Antarctic blew us away,” he said. In 1964, sea ice extent in the Antarctic was the largest ever recorded, according to Nimbus image analysis. Two years later, there was a record low for sea ice in the Antarctic, and in 1969 Nimbus imagery, sea ice appears to have reached its maximum extent earliest on record.

Im Jahr 1964 war das antarktische Meereis stark ausgedehnt, im Jahr 1966 hingegen war es massiv zurückgegangen. Und 1969 war das Eis wieder nahe einem Rekordwert. Eine enorme natürliche Variabilität.

Eine Forschergruppe um Tingting Fan nahm das wachsende antarktische Meereis ab 1979 zum Anlass, die klimatischen Bedingungen im Südlichen Ozean in der Antarktis zu überprüfen. Dabei fanden die Wissenschaftler, dass sich der Ozean in den letzten 35 Jahren abgekühlt hat, was gut zum Eiszuwachs passt. In der Zeit 1950-1978 hingegen erwärmte sich der Südliche Ozean. Dies könnte eine gute Grundlage für einen langfristigen Eisschwund in jener Phase darstellen. Die Arbeit erschien im April 2014 in den in den Geophysical Research Letters. Im Folgenden der Abstract:

Recent Antarctic sea ice trends in the context of Southern Ocean surface climate variations since 1950
This study compares the distribution of surface climate trends over the Southern Ocean in austral summer between 1979–2011 and 1950–1978, using a wide variety of data sets including uninterpolated gridded marine archives, land station data, reanalysis, and satellite products. Apart from the Antarctic Peninsula and adjacent regions, sea surface temperatures and surface air temperatures decreased during 1979–2011, consistent with the expansion of Antarctic sea ice. In contrast, the Southern Ocean and coastal Antarctica warmed during 1950–1978. Sea level pressure (SLP) and zonal wind trends provide additional evidence for a sign reversal between the two periods, with cooling (warming) accompanied by stronger (weaker) westerlies and lower (higher) SLP at polar latitudes in the early (late) period. Such physically consistent trends across a range of independently measured parameters provide robust evidence for multidecadal climate variability over the Southern Ocean and place the recent Antarctic sea ice trends into a broader context.

Bereits im November 2013 hatte eine Gruppe um Loïc Barbara in den Quaternary Science Reviews eine Rekonstruktion des Meereises im Bereich der Antarktischen Halbinsel veröffentlicht. Zwischen 1935-1950 ging das Eis zurück, danach ist kein Trend mehr zu erkennen, vielmehr zappelt das Eis im Bereich von Jahren bis Jahrzehnten hin und her. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit: (weiterlesen …)

Klimamodellierer haben ein riesiges Problem: Modelle können Zunahme des antarktischen Meereises nicht reproduzieren

Es ist schon kurios: Noch vor drei Jahren erklärten uns Forscher von der Woods Hole Oceanographic Institution, dass die Kaiserpinguine vom Aussterben bedroht seien, wenn das antarktische Eis weiter schrumpfen würde. Scinexx meldete am 22. Juni 2012:

Globale Erwärmung bedroht Kaiserpinguine in der Antarktis:
Rückgang des Eises lässt Kolonien drastisch schrumpfen

Wenn die globale Erwärmung weiter so fortschreitet wie bisher, könnten bis zum Jahr 2100 über 80 Prozent der Kaiserpinguine in der Antarktis verschwunden sein. Grund dafür ist ein drastischer Rückgang des Meereises rund um den Südpol. Dieses Fazit zieht ein internationales Forscherteam aus einer Simulationsstudie, in der es die Entwicklung der Eisbedeckung in der Antarktis vorausberechnet hat. Mit dem Verschwinden des Eises würden die Pinguine nicht nur ihre Brutplätze, sondern auch ihre Nahrungsgrundlage verlieren, mahnen die Wissenschaftler um Stephanie Jenouvrier von der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA. Sie stellen ihre Arbeit im Fachmagazin “Global Change Biology” vor.

Eine gruselige Geschichte – mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass das antarktische Meereis gar nicht schrumpft, sondern wächst. Seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 kennt das antarktische Meereis nur einen Trend: Wachstum. Es ist unerklärlich, wie sich die Woods-Hole-Wissenschaftler so aufs Glatteis führen lassen konnten.

Drei Jahre später schlugen US-amerikanische Forscherkollege Alarm: Das stetig anwachsende antarktische Meereis versperrte ihren Schiffen immer häufiger die vormals offenen Versorgungsrouten zu ihren Antarktisbasen. News.ch berichtete am 12. Mai 2015:

Hindernis in der Antarktis: Grösser werdendes Packeis erschwert Forschung
Vor allem an der Mawson-Forschungsstation werde die Lage «immer schwieriger», sagte der Chef des australischen Teams, Rob Wooding, am Dienstag. Normalerweise könne sie mit Schiffen versorgt werden, wenn das Eis im Sommer aufbreche. In den vergangenen vier bis sechs Jahren sei das aber nicht immer oder nur teilweise geschehen. In der Saison 2013/2014 sei die Mawson-Station nur mit Helikoptern zu erreichen gewesen, sagte Wooding. Das sei langfristig aber keine tragfähige Lösung. Französische und japanische Wissenschafter klagen seinen Angaben zufolge über ähnliche Probleme. Die australischen Forscher schliessen bislang noch aus, die Station wegen der Versorgungsprobleme zu schliessen.

Einige Journalisten ulkten daraufhin bereits, dass es sich bei den vom Eis eingeschlossenen Antarktisforschern wohl um die ersten echten Klimaflüchtlinge handle. Auf Climate Change Dispatch war zu lesen:

Let us hope the governments responsible for this awful situation step up to their responsibilities. Perhaps we can find displaced climate researchers new homes, on some remote mountain top, habitats which are similar enough to their traditional Antarctic villages, that they can wait out the ice – somewhere they can settle, until global warming melts enough of the Antarctic, so they can be re-homed back in their research stations.

 

DATEN SPRECHEN EINE KLARE SPRACHE

Die offiziellen Satellitendaten lassen keinen Raum für Spekulationen. Das antarktische Meereis wächst und wächst, und das seit 35 Jahren (Abbildung 1).

Abbildung 1: Entwicklung des antarktischen Meereises. Abbildung: National Snow & Ice Data Center (NSIDC), University of Colorado, Boulder.

 

Gerade in den letzten Jahren wuchs das Eis noch einmal sprunghaft an. Auffällig ist der gegenläufige Trend von Meereiszunahme am Südpol und abnehmendem Meereis am Nordpol (Abbildung 2).

Abbildung 2: Gegenläufige Entwicklung des Meereises am Südpol (rot) und Nordpol (blau). Quelle: Climate4You

 

Schön zu erkennen ist, dass sich der Eiszuwachs in den letzten Jahren immer mehr beschleunigt hat (Abbildung 2). Rechnet man die Entwicklung an Südpol und Nordpol zusammen, gleichen sich die Werte einigermaßen aus (Abbildung 3). Die Gesamtausdehnung des Meereises über den Globus gerechnet liegt ein Stück weit über dem langjährigen Durchschnitt der Zeitspanne 1979-2014. Von globaler Meereisknappheit kann daher keine Rede sein: (weiterlesen …)

Fritz Vahrenholt: Warum ein Ausstieg aus der Kohle schädlich ist

Im Manager Magazin stellte Fritz Vahrenholt am 5. Juni 2015 klar, weshalb keine Nation der Erde uns in der Energiewende folgen wird:

Warum ein Ausstieg aus der Kohle schädlich ist

Der norwegische Staatsfond, einer der größten Investoren der Welt, soll nach dem Willen des norwegischen Parlamentes nicht mehr in Unternehmen investieren, die bei mehr als 30 Prozent ihres Geschäftes abhängig von Kohle sind. Umweltaktivisten sind in Feierlaune, die Medien berichten ausführlich über den Anfang des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern, die Finanzbranche horcht auf. Nun hat der Boykott von Unternehmen durch Nachhaltigkeitsfonds, sei es in der Zigaretten- oder Rüstungsindustrie, noch nie dazu geführt, dass die Produkte verschwinden. Solange profitable Ergebnisse produziert werden, findet sich Kapital, das investiert.

Interessant ist allerdings, woher die rund 900 Milliarden Dollar des norwegischen Staatsfonds stammen: Es ist der Ertrag aus dem lukrativen Öl-und Gasgeschäft Norwegens. Die Begründung für den Ausstieg aus der Kohle ist die mutmaßliche Klimabeeinträchtigung durch CO2-Emissionen beim Verbrennen der Kohle. Doch beim Ersatz der Kohle durch Öl oder Gas entsteht immerhin mindestens 50 Prozent der durch Kohle bedingten Emissionen. Nicht einberechnet sind dabei die Emissionen aus Gas-Pipeline-Leckagen durch das mehr als 20 mal mehr klimabeeinflussende Erdgas.

Doch die grüne Umweltlobby in Deutschland will es gerne noch radikaler: Carbonfree ist das Ziel, also weg von Kohle, Öl und Gas. 100 Prozent der Energieerzeugung soll aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Sind wir wirklich sicher, dass Windkraftanlagen per se die umweltfreundlichere Energieerzeugung darstellt? Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, bräuchte es eines Flächenverbrauchs mit entsprechender Naturzerstörung in astronomischem Ausmaß. Allein um die Strommengen des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg zu ersetzen, benötigt man die Fläche des gesamten Landes Hamburg.

Weiterlesen im Manager Magazin.

Eine englischsprachige Besprechung des Beitrags gibt es auf Notrickszone.com.

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Auf dem kürzlichen G7-Gipfel in den Alpen haben sich die Regierungschefs darauf geeinigt, bis 2100 vollständig aus den fossilen Brennstoffen auszusteigen. Zu dem Zeitpunkt wird Angela Merkel dann 146 Jahre alt sein und sich dafür einsetzen, dass die Vereinbarung auf jeden Fall umgesetzt werden wird. Öl- und Gasvorräte werden bis dahin allerdings wohl sowieso erschöpft sein.

Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion der Illustrierten Stern redet Klartext über die “Klimalüge von Elmau”:

 

Einige der Umweltorganisationen haben sich von der Kanzlerin in die Irre führen lassen und freuten sich sehr über die Klimaerklärung auf dem G7-Gipfel. Der Bund für Umwelt und Naturschutz hatte jedoch aufgepasst. Die FAZ berichtete am 8. Juni 2015:

Lob und Tadel für G 7 Nabu: Die Klimakanzlerin ist wieder da
„Elmau hat geliefert“, lobt Greenpeace. Die Klimakanzlerin sei wieder da, findet der Naturschutzbund. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz sieht das Abschlusskommuniqué weitaus kritischer.

Weiterlesen in der FAZ.

Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff lehnte die Klimaschutz-Vision des G7-Gipfels in Elmau ab, wie der MDR am 10. Juni 2015 meldete:

Vergleich mit DDR-Planwirtschaft: Haseloff sieht G7-Ergebnis kritisch
Eines der wichtigsten Themen des G7-Gipfels in Elmau war der Klimaschutz. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich auf dem Treffen für einen Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle ein. Mit dieser Vision machte sie auf dem Gipfel Punkte. Widerspruch kommt nun aus Sachsen-Anhalt, und zwar von Ministerpräsident Reiner Haseloff. Er lehnte nicht nur die Klimaschutz-Schritte ab, sondern verglich die Vision mit Vorgaben der DDR-Staatsführung.

Weiterlesen beim MDR.

 

Max Planck Gesellschaft: “Die Temperaturen stagnieren ungefähr seit 1998, wenn auch auf hohem Niveau”

Die Max-Planck Gesellschaft gibt regelmäßig das Magazin “Max Planck Forschung” heraus. In der Ausgabe 1/15 war ab Seite 68 der Artikel “…und jetzt zum Klima von morgen” zu lesen. Der Artikel ist auch online frei verfügbar (pdf hier). Im Anfangsabschnitt heißt es:

Wie wird das Klima in zehn oder 15 Jahren aussehen? Auf diese Frage haben Forscher bisher keine befriedigende Antwort – vor allem, weil zufällige Veränderungen in diesen mittelfristigen Zeiträumen eine große Rolle spielen. Eine natürliche Schwankung ist wahrscheinlich auch die Ursache dafür, dass die Temperaturen seit 15 Jahren kaum ansteigen. Jochem Marotzke vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und Kollegen in ganz Deutschland arbeiten intensiv an einem System, das zuverlässige Prognosen für die kommenden Jahre liefert.

Es geht also um die Erwärmungspause seit 1998 und die Frage, weshalb keines der teuren Klimamodelle den Hiatus korrekt vorhergesagt hat. In der Tat ein großes Problem, gerade für die Zunft der Klimaprognostiker, angeführt von Deutschlands Chefmodellierer Jochem Marotzke. Seine Lieblingsentschuldigung: “Zufällige Veränderungen”, die seiner Meinung nach vollständig unvorhersagbar seien. Ein fataler Fehler. Seine Forscherkollegen wissen es schon lange besser und haben die 60-jährigen Ozeanzyklen als systematischen Klimatreiber identifiziert. Siehe z.B.  hier, hier, hier, hier.

Zunächst einmal bestätigt das Max-Planck-Magazin aber dankenswerterweise, was auf allen Temperaturkurven klar zu erkennen ist, was aber einige Klimaaaktivisten immer noch nicht wahr haben wollen:

Ein weiterer Anlass war ein Phänomen, das gegen Ende des vergangenen Jahrzehnts sichtbar wurde und die Klimaforscher bis heute beschäftigt: das sogenannte Temperaturplateau. Die globale Erwärmung, die in den 1980er-und 1990er-Jahren in vollem Gange war, legt seit Anfang des Jahrtausends anscheinend eine Pause ein. Die Temperaturen stagnieren ungefähr seit 1998, wenn auch auf hohem Niveau.

Immerhin hat Jochem Marotzke erkannt, dass es so nicht weitergehen konnte. Er startete das Projekt MiKlip, um die Prognosen verlässlicher zu machen. In Max Planck Forschung (MPF) heißt es dazu:

Heute, knapp zehn Jahre später, ist die Wissenschaft in Bezug auf dekadische Klimaprognosen ein gutes Stück vorangekommen. Von 2011 bis Mitte 2015 finanzierte das Bundesforschungsministerium das Projekt MiKlip (Mittelfristige Klimaprognosen), das Jochem Marotzke initiiert hat und als Koordinator leitet. Inzwischen ist der Antrag für die zweite Phase gestellt.

Über MiKlip hatten wir an dieser Stelle bereits berichtet. Das Hauptergebnis der Initiative ist medial wenig bekannt, weil politisch unbequem. Siehe unseren Artikel “Mittelfrist-Klimaprognose des BMBF MiKlip Projekts: Nordatlantik wird sich bis 2020 um mehrere Zehntelgrad abkühlen“. Laut Google-Suche hat die Süddeutsche Zeitung noch nie über diese erstaunliche Prognose des Projekts berichtet. Die Aktivisten-Plattform “Klimaretter.info” natürlich auch nicht. Daher sind wir umso mehr gespannt, ob das Max-Planck-Magazin diese Erkenntnis nun offen aussprechen kann. In Titel und Einleitung fehlte diese wichtige Information jedenfalls. Die University of Southampton kam übrigens vor kurzem zu genau dem gleichen Ergebnis und ging damit sehr viel transparenter und proaktiver um. Siehe unseren Blogartikel “University of Southampton: Kühlender Ozeanzyklus lässt Atlantik in den kommenden Jahrzehnten um ein halbes Grad abkühlen, globaler Erwärmungshiatus setzt sich fort und Hurrikane werden seltener“.

Anstatt dem Vorbild der Briten zu folgen, versucht es Marotzke noch immer mit seiner überholten Chaos-Masche. In MPF heißt es:

Noch stecken solche Vorhersagen allerdings in den Kinderschuhen. „Es liegt eine Menge Arbeit vor uns“, sagt der Hamburger Max-Planck-Forscher. Mittelfristige Klimaprognosen leiden unter einer grundsätzlichen Schwierigkeit: dem Chaos im Klimasystem. Denn ebenso wie das Wetter ist auch das Klima (als Mittelwert des Wetters) natürlichen Schwankungen unterworfen, die mehr oder weniger zufällig auftreten. [...] Diese mehr oder weniger zufälligen Schwankungen bezeichnen Klimaforscher als spontane oder auch interne Variabilität.  Aufgrund solcher Schwankungen kann die globale Durchschnittstemperatur von einem Jahr zum anderen durchaus um 0,2 oder 0,3 Grad Celsius variieren. Für die Forscher sind diese Schwankungen ein „Rauschen“ – eine Art Störsignal, welches das eigentliche Signal der globalen Erwärmung überlagert.

Man möchte Marotzke zurufen: Versuchen Sie es doch einmal mit den Ozeanzyklen, so wie es die Kollegen tun. Die natürliche Variabilität enthält nicht nur “Störsignale” sondern quasi-zyklische Abläufe, die empirisch mittlerweile gut bekannt sind. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass die Klimamodelle die Zyklen nicht richtig abbilden können. Das Problem liegt nicht in der Natur, sondern in den Modellen. Auch ist die Gewichtung der einzelnen Klimatreiber noch schlecht verstanden. So behauptet die IPCC-Tabelle des “Strahlungsantriebs” für solare Schwankungen viel zu geringe Wert, die in keinster Weise mit den geologisch-empirisch festgestellten systematischen Klimabeeinflussungen der Sonne übereinstimmen kann.

Vermutlich kann Marotzke aber gar nicht anders, muss sich ständig rechtfertigen, weshalb er die Ozeanzyklen die letzten 20 Jahre bewusst ignoriert hat, obwohl man früh geahnt hatte, dass hier Potenzial liegt (siehe unseren Beitrag “IPCC-Mitbegründer Bert Bolin hatte die klimatische Rolle der Ozeanzyklen bereits sehr wohl gekannt“).

Im zweiten Teil des Artikels diskutieren die Max-Planck-Forscher die verschiedenen Möglichkeiten, wie es zur Erwärmungspause kommen konnte. Der Vollständigkeit halber wird auch kurz in Betracht gezogen, dass die CO2-Klimasensitivität zu hoch angesetzt worden sein könnte: (weiterlesen …)

Geschmacklos: Klimaaktivist stellt Grabstein für Skeptiker auf: “Lasst uns nicht jene vergessen, die geleugnet haben”

Die australische Regierung sprach vor kurzem einem von Björn Lomborg initiierten klimarealistischen Projekt eine Förderung von 4 Millionen Dollar zu, das an der University of Western Australia beheimatet sein sollte. Nach Protesten von klimaalarmistischen Kollegen hat die Universität dem Vorhaben nun jedoch einen Riegel vorgeschoben. Man entschied: Keine klimarealistische Forschung an unserer Universität!

Siehe Details auf WUWT.

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Was stimmt denn nun? In den Medien war zu lesen “Die Eisheiligen fallen 2015 aus, Indiz für den Klimawandel!?”. Wenn man sich dann aber die Daten anschaut, scheinen die Eisheiligen immer kälter zu werden. Josef Kowatsch hat sich der Problematik angenommen und auf EIKE am 24. Mai 2015 die Daten auf den Tisch gelegt:

Seit 08.05.2015 geisterte die dpa-Meldung „Die Eisheiligen fallen heuer aus“ durch die Medien. Das war natürlich zu erwarten, denn immer wenn die ersten Sonnenstrahlen unsere Haut angenehm wärmen, wird uns diese Freude durch irgendwelche Hiobsbotschaften verleidet. Doch kaum einer prüft, ob diese Verkündungen auch der Wahrheit entsprechen. [...] Die Überraschung ist  groß, der Monat Mai wurde in den letzten 18 Jahren eindeutig kälter. Da mag sich auch der Laie gleich fragen wie das möglich sein soll, wo doch laut dpa-Gespenstredakteur die Eisheiligen in der Gegenwart anstatt der Kälte die Wärme nach Deutschland geführt haben sollen.

Ganzen Artikel auf EIKE lesen.

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Der bekannte Klimaskeptiker Lord Monckton war überrascht, als er kürzlich im englischen Cambridge einen Grabstein mit seinem Namen vorfand. Die Inschrift lautete ““Lest we forget those who denied”, auf deutsch “Lasst uns nicht jene vergessen, die geleugnet haben”. Lord Monckton konnte nicht umhin, das als eine Todesdrohung zu interpretieren. Der Grabstein stammte von einem klimaaktivistischen Studenten, der ihn ohne von der lokalen Universität behindert zu werden auf dem Campus aufstellen konnte.

Monckton erinnerten die Vorgänge an das Dritte Reich. Auf WND.com erklärte er am 17. Mai 2015:

 I’m dead. Send flowers

[...] I have recently been reading Richards’ masterly three-volume history of the Third Reich. The first volume deals with the perplexing question of how that monstrous regime came to be. And it is plain that the long, relentless campaign of intimidation by the Nazis of their opponents, with name-calling and death threats very similar to that perpetrated by the “university” and by all too many others over the past 10 years, was an essential part of the process.

Most people laughed off the Nazi threats, at first. In Britain and in many other countries, full-on appeasement followed, in the hope that looking the other way would make the threats vanish. It didn’t work. Tens of millions died because too few – the few including such honorable and courageous men as Popes Pius XI and XII and Cardinal Faulhaber of Munich – openly spoke out against the terror. The Nazis then, like their ideological successors at the “university” today, meant what they said.

So my clerk wrote to the vice chancellor, listing a couple of dozen previous instances, all of them in the past decade, where death threats and demands for trial, imprisonment and execution had been made, very publicly, against climate skeptics. This is by no means an isolated or exceptional incident. There is an increasingly dangerous pattern to it. I also wrote to the police and the procurator fiscal in Edinburgh, warning them that if the “university” did not remove the press release from the web and the tombstone from the gallery, I should expect them to prosecute the Internet service providers who were carrying the threat into Scotland.

The “university’s” first instinct was to call in the shysters who are always willing, if paid enough, to come to the defense even of the nastiest totalitarian bullies. In this case, the shysters were Anderson Strathern LLP of Glasgow. Don’t use them, ever, for any purpose. For they pretended there was no connection between the phrase “climate-change denier” and “Holocaust denier” – though all they had to do was to Google the two terms together to see just how deliberate and how widespread that connection is. And they said the “university” had “no proposals to make.”

By then, however, the police and the fiscal were in the picture, so the “university” found it expedient to ignore its shysters and to come to its senses. The press release has been removed from the web, both by the “university” and by another Cambridge website that had unwisely reproduced it. And the tombstone is now gone, too. The poisonous air of palpable menace remains. Dr Roger Pielke Jr., a scientist who has taken a gently skeptical view on some aspects of the climate question, has recently announced that he can no longer conduct climate research, because he fears for the safety of himself and his family.

No doubt many more scientists would have spoken out by now against the totalitarian profiteers of doom who are doing so much to destroy not only the economy but also the freedom of the West. As the danger that an unelected world government will be inflicted upon us at the Paris climate summit this December draws ever closer, we are expecting more such malevolent attacks by the environmentalist Sturmabteilung. But we shall not be deterred by totalitarian thuggery. We shall continue to speak the truth as best we can discern it, whether today’s Nazis like it or not.

And if you are tempted to cite Godwin’s “Law” to the effect that he who calls his opponents Nazis has lost the argument, let me cite Monckton’s Law in return: Those who cite Godwin’s Law confirm ipso facto that they are supporters of today’s totalitarian criminals. Whatever you do, don’t send your daughter to Anglia Ruskin “University.” And don’t ever send it so much as a dime. It is an unworthy institution. Send the money to Cambridge University instead. We’ll put it to good and proper use: the advancement not of crude, fascist propaganda but of learning.