News und Termine

Neues zum CLOUD-Experiment am CERN

Am 10. Mai 2013 erschien im ORF ein seltenes Interview mit dem Leiter des CLOUD-Experiments am Europäischen Kernforschungszentrum CERN, Jasper Kirkby. Im Rahmen des CLOUD-Projektes wird untersucht, inwieweit die Sonnenaktivität über die kosmische Strahlung und die Wolkenbildung Einfluss auf das Erdklima nimmt (siehe Kapitel 6 in unserem Buch “Die kalte Sonne“). Hier ein Auszug aus dem lesenswerten Interview:

ORF: Wie hängt die Sonnenaktivität mit den kosmischen Strahlen zusammen?

Kirkby: Kosmische Strahlen bestehen aus energiereichen, geladenen Teilchen. Wenn Sie unser Sonnensystem erreichen, werden sie durch Magnetfelder der Sonne abgelenkt. Vor allem durch das Magnetfeld des Sonnenplasmas. Wenn die Sonne aktiv ist, erreichen weniger kosmische Strahlen die Erde. Das ist der Zusammenhang zum Sonnenzyklus: Wenn viele Sonnenflecken da sind, bekommt die Erde um zehn bis 20 Prozent weniger kosmische Strahlen ab.

Dieser Zusammenhang ist gesichert?

Ja, das ist bestens belegt. Wir wissen auch, dass die kosmische Strahlung jeden Kubikzentimeter der Atmosphäre ionisiert. Unklar war bisher, ob das auch einen klimatischen Effekt haben könnte. Wolken sind jedenfalls für das Klima der Erde extrem wichtig. Angenommen, ich könnte sämtliche Wolken in der Atmosphäre wegzaubern: Dann würden 30 Watt zusätzliche Wärmeenergie auf jeden Quadratmeter der Erde treffen.

Um diese Zahl zu kontextualisieren: Die Erwärmung der Atmosphäre durch den Einfluss des Menschen wird derzeit mit 1,5 Watt pro Quadratmeter beziffert. Geringe Variationen der Wolkendecke könnten also große Wirkungen haben.

Was zeigen Ihre Experimente?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir nicht sagen, ob kosmische Strahlen das Klima beeinflussen. Was wir bisher untersucht haben, ist die Produktion von Kondensationskeimen für Wolkentröpfchen. Und zwar solche, die aus Gasen entstehen: Der Fachbegriff dafür heißt “Gas-to-particle-conversion”. Sie machen rund die Hälfte der Kondensationskeime in der Atmosphäre aus. Die restlichen Keime stammen von Ruß und Staub.

Welche Gase sind an diesem Prozess beteiligt?

Wir haben uns zunächst Schwefelsäure und Ammoniak angesehen. Die Ergebnisse der ersten Versuche waren: Die kosmischen Strahlen verstärken die Bildung von Kondensationskeimen aus Gasen um den Faktor zehn. Aber das allein ist zu wenig, um die Wolkenbildung nennenswert zu beeinflussen. Laut unseren letzten Experimenten muss es noch andere Gase bzw. Dämpfe geben, die diesen Prozess verstärken. Vermutlich organische Substanzen.

Welche?

Die Ergebnisse sind gegenwärtig bei einer Fachzeitschrift unter Begutachtung. Ich kann leider nicht mehr darüber sagen. Nur so viel: Die Resultate sind sehr interessant. Im Laufe des Jahres wird es einige Veröffentlichung dazu geben.

Angenommen, Sie weisen nach, dass kosmische Strahlen tatsächlich die Wolkenbildung in größerem Maße fördern. Was würde das bedeuten?

Ich glaube, dass diese Experimente in zweierlei Hinsicht bedeutend sind. Zum einen, weil sie eine neue natürliche Quelle des Klimawandels aufzeigen würden. Und zum anderen, weil sie auch das Verständnis des anthropogenen Klimawandels verändern würden. Über Treibhausgase wissen wir gut Bescheid. Worüber wir viel zu wenig wissen, sind die Aerosole. Also Schwebeteilchen, die durch unsere Industrie in die Atmosphäre gelangen. Sie haben mit Sicherheit einen kühlenden Effekt. Nur haben wir keine Ahnung, wie groß dieser Effekt ist. Er könnte klein sein, aber auch sehr groß. Vielleicht ist er sogar so groß, dass er die Wirkung des zusätzlichen CO2 in der Atmosphäre ausgleicht. Wir wissen es nicht.

Weiterlesen auf ORF.at

—————————-

Der staatliche Radiosender “Stimmme Russlands” berichtete am 22. April 2013 über neue Ergebnisse des Pulkovo Observatoriums in Sankt Petersburg laut denen es aufgrund sinkender Sonnenaktivität in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf der Erde wieder etwas kälter werden soll. Während der 11-jährige Sonnenzyklus das Klima lediglich zu 1-2% beeinflusst, sitzt gemäß den russischen Wissenschaflern die wahre Klimakraft im 200-Jahreszyklus, dem sogenannten Suess-de Vries-Zyklus, der bis zu 50% des Klimageschehens ausmacht. Siehe auch Beitrage im German Herald.

—————————-

In einem kürzlichen Radiointerview mt einem kanadischen Sender bezeichnete der US-amerikanische Klimawissenschaftler James Hansen die Regierung Kanadas als Neanderthaler, da sie die angeblich offensichtlichen Hinweise auf eine bevorstehende Klimakatatrophe nicht sehen würden. Kanada hatte 2011 das Kyoto-Protokoll beerdigt.  Zudem hatte der kanadische Minister für natürliche Rohstoffe es doch tatsächlich gewagt, Hansens alarmistische Klimathesen zu hinterfragen. Ob Hansen vielleicht nicht mitbekommen hat, dass die Neandertaler heute als überaus fortschrittlich angesehen werden? Die Neue Zürcher Zeitung hatte Mitte 2012 über neue Erkenntnisse berichtet:

Das Gehirn des Neandertalers war gross, teilweise sogar grösser als jenes des modernen Menschen. Und wenn man bei diesen beiden Hominiden gleich grosse Gehirne finde, müsse man davon ausgehen, dass diese für gleich hohe kognitive Leistungen entstanden seien, erklärt Christoph Zollikofer von der Universität Zürich – ausser man flüchte sich in die letztlich unbeweisbare Annahme, dass das Neandertaler-Gehirn weniger effizient verschaltet gewesen sei. Hinzu komme, dass grosse Gehirne «teuer» seien, sowohl in der Entwicklung als auch im Unterhalt, und weitreichende Folgen für die Biologie eines Individuums hätten, etwa seine Lebensspanne oder die Überlebensrate. Daher sei anzunehmen, dass die Neandertaler ihr grosses Gehirn benutzt und nicht «zum Spass» entwickelt hätten, erklärt der Neurobiologe. Entsprechend hält Zollikofer es für sehr wahrscheinlich, dass moderner Mensch und Neandertaler über ähnliche geistige Kapazitäten verfügten. 

Siehe auch unsere Blogartikel “Was ist eigentlich aus James Hansens Temperaturvorhersage von 1988 geworden? Zeit für eine Überprüfung” und “Wer ist James Hansen?(weiterlesen …)

Hans von Storch hinterfragt Klimapäpste, erster Mai-Schnee in Arkansas seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und warum eigentlich will der Eon-Chef den CO2-Ausstoß so drastisch verteuern?

Ganz allmählich wird den deutschen Entscheidern bewusst, was für ein seltsames Klimaspiel mit ihnen die letzten Jahre getrieben wurde. Die Industrie-Webplattform ‘Welt der Fertigung’ brachte im Mai 2013 den lesenswerten klimaskeptischen Beitrag “Klimawandel: Die meteorologische Scheinwelt“, in der eine Vielzahl von Ungereimtheiten in den aktuellen IPCC-Modellen thematisiert wird.

————————-

Eine australische Zeitung hatte schon frühzeitig erkannt, dass das Weltklima in Gefahr ist. Im Jahre 1881 berichtete die Zeitung ‘Bendigo Advisor’, dass der Zuwachs an Telegraphenleitungen möglicherweise zu einer Umpolung des Erdmagnetfeldes führen könnte, was zum Schmelzen der polaren Eismassen und einer klimatischen Katastrophe führen würde. Wir können von Glück sagen, dass die Telegraphen heute alle vom Markt genommen wurden, was im Sinne des Klimaschutzes ausdrücklich zu begrüßen ist. Ob auch das Internet zu einer Umpolung und Gletscherschmelze führen kann, ist derzeit noch unbekannt.

————————-

In den Philosophical Transactions der Royal Society erschien Ende 2010 eine Arbeit, in der für Wirtschaftkrisen als Klimaschutzmaßnahmen geworben wird. Suchen Sie im frei verfügbaren pdf des Artikels einmal nach folgendem Satz:

“dangerous climate change can only be avoided if economic growth is exchanged for a period of planned austerity”

Eurokrise als Klimaschutzmaßnahme?

————————-

Der Klimawandel schreitet immer weiter voran und die Klimarekorde purzeln wie die Kegel. Aus dem US-Bundesstaat Arkansas ist jetzt eine solche neue Bestleistung bekannt geworden. Zum allerersten Mal in der gesamten, langen Geschichte der Wetteraufzeichnungen hat es jetzt im Jahr 2013 in Arkanas im Monat Mai Schnee gegeben. Eneut hat der Klimawandel erbarmungslos zugeschlagen und Schuld ist natürlich der  Mensch. Wer denn sonst.

————————-

In der Welt vom 29. April 2013 erschien ein interessater Artikel mit dem Titel “”Wissenschaftler sollten nicht Priester spielen”, in dem Welt-Redakteur Jens Meyer-Wellmann mit Klimaforscher Hans von Storch unter anderem über die Elbvertiefung und den Klimawandel spricht. Hier ein Auszug:

“Es gibt leider in der Klimaforschung die Tendenz, absolute Wahrheiten zu verkünden und diese gleich mit Handlungsanweisungen zu verknüpfen”, sagte von Storch. “Der Klimapapst sagt, was zu tun ist, und für die Bürger gilt: Maul halten. Wissenschaftler nehmen mittlerweile die Rolle von Schamanen oder Priestern ein. Das ist nicht die Aufgabe von Wissenschaft. Wissenschaft soll helfen, Probleme zu verstehen. Und Möglichkeiten zeigen, damit umzugehen, am besten viele Möglichkeiten. Danach muss der politische Prozess entscheiden, welchen Weg wir nehmen.”

Einige seiner Forscherkollegen verwendeten aber gerne “Storys, die hin zur Katastrophe weisen”, so der Professor für Meteorologie. Ein Beispiel sei die Annahme, wir würden in unserer Region “mörderisch heftige Stürme” bekommen. Dafür gebe es aber überhaupt keine Hinweise. “Das Ganze hat auch einen kulturellen, anthropologischen Hintergrund”, sagte von Storch. “Wenn man sündigt, wird man bestraft. Und die Strafe hat auch immer eine Umweltdimension, da gehörten früher auch schon Stürme dazu. Früher ging es um Gottes Strafe, heute um eine Strafe der Natur. Die Natur soll den Menschen im Zaum halten. Und dazu sehen wir dann idiotische Filme wie ‘The day after tomorrow.’”

Mit “peppigen” und verkürzten Aussagen wie “Es wird keinen Schnee mehr geben”, setzten die “Lautsprecher” unter den Forschern die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft insgesamt aufs Spiel.

Weiterlesen auf welt.de

—————————-

Das Manager Magazin brachte am 27. April 2013 die Meldung “Eon-Chef will CO2-Ausstoß drastisch verteuern”:

Eon-Chef Johannes Teyssen fordert eine neue Klimaschutzinitiative. Ohne strengere Klimaziele drohe eine Dekade des Stillstands im Kampf gegen die Erderwärmung, sagte Teyssen im Interview mit der “Süddeutschen Zeitung”. “Der europäische Emissionshandel ist ein todkranker Patient. Entweder therapieren wir ihn jetzt schnell, oder er stirbt”, warnte er. “Und das hätte nicht nur für den Klimaschutz kaum absehbare negative Folgen.”

Überraschende Aussagen des Chefs von Deutschlands größtem Stromversorger. Wie wurde er zum Anhänger der fragwürdigen IPCC-Klimakatastrophentheorie? Spielt hier vielleicht eine Rolle, dass Eon viel weniger Kohlekraftwerke besitzt als direkte Mittwettbewerber? Das Manager Magazin schrieb am 5. März 2013:

Der größte Wettbewerber [von RWE] Eon dagegen hält nur Beteiligungen an drei Braunkohleblöcken, ist aber Spitzenreiter bei Atomkraft und Erdgas – den beiden Verliererthemen. Das hilft zu erklären, warum sich die früher unzertrennlichen Stromkonzerne in öffentlichen Äußerungen zur Energiepolitik neuerdings so stark unterscheiden.

Eon hatte in letzter Zeit verstärkt auf Gaskraftwerke gesetzt, die sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch als unrentabel herausstellten. Sind es daher wirklich klimawissenschaftliche Überzeugungen, die Teyssen hier antreiben? Zweifel dürfen angemeldet werden.

 

Klimawandel führt zu mehr Magenverstimmungen, Übergewichtige treiben die Temperaturen in die Höhe und Leipziger Strombörse mit weihnachtlicher Strombeschenkung

Ein mit 2,4 Millionen Euro von der EU gefördertes Forschungsprojekt hat nun herausgefunden, was wir schon immer befürchtet haben: Der Klimawandel wird in der Bevölkerung zu mehr Magenverstimmungen führen. Die stolzen Studienautoren verkündeten ihre neuen Erkenntnisse jetzt via Pressemitteilung auf der Webseite der Europäischen Kommission.  Das Resultat war allerdings bereits zu erwarten gewesen, denn der Klimawandel ist bekanntlich für fast sämtliches Übel auf der Welt verantwortlich. In  China fiel zum Beispiel neulich ein Sack Reis um. Schuld daran war die Klimakatastrophe, durch deren verheerendes Wirken die Reiskörner schwach und krank wurden, was schließlich zum Kollaps des Sackes geführt hat. Die Forscher wollen sich jetzt in einem zukünftigen Projekt in der chinesischen Provinz Chinzu um einen Bilderrahmen kümmern, der vom Haken fiel. Die Experten vermuten, dass auch hier das sich wandelnde Klima seine Finger mit im Spiel hat.

—————————-

Und hier gleich noch eine wirklich aufschlussreiche Studie, über die der Scientific American Mitte 2012 berichtet hatte: Übergewichtige Menschen sind schlimmere Klimasünder als normalgewichtige Mitbürger. Wird Peter Altmeier unter diesen Umständen Bundeumweltminister bleiben können? Noch ist unklar, wie die Schwergewichte nun für diesen zusätzlichen Klimaschaden haftbar gemacht werden sollen. All jene, die sich keine Klimazertifikate leisten können, müssen demnächst wohl etwas langsamer atmen, um de persönlichen CO2-Fußabdruck wieder auszugleichen.

—————————-

Zu Weihnachten 2012 ereignete sich an der Strombörse in Leipzig ein Weihnachtswunder. In den frühen Morgenstunden des ersten und zweiten Weihnachtstages zeigte man sich dort in feierlicher Geberlaune und verschenkte massenhaft Strom. Lesen Sie im Folgenden die von Helmut Alt aufgezeichnete wundersame aber wahre Geschichte aus dem Energiewendeland Deutschland:

Am ersten und zweiten Weihnachtstag wurden an der Strombörse in Leipzig in der Zeit ab Mitter-nacht bis 9 Uhr morgens auf dem PHELIX-Spotmarkt 689 Millionen kWh verkauft (verschenkt) und die Käufer (Beschenkten) erhielten aus Dank, dass diese den Strom abgenommen hatten, noch 74,88 Millionen Euro dazu geschenkt. Da dieser – aus technischen Gründen überschüssige – Stromanteil der Windanlagenbetreiber aber von den ÜNB`s wie Amprion, Tennet, 50 Hertz und EnBW für rd. 70 Millionen € nach dem EEG im Netz aufgenommen, vergütet und an die Börse gebracht werden musste, gehen die insgesamt ent-standenen Kosten in Höhe von 144,88 Millionen € zu Lasten aller Stromverbraucher!

Weiterlesen auf der Webseite von Prof. Dr.-Ing. Helmut Alt (pdf)

————————-

Im Gegensatz zur deutschen Bundeskanzlerin, die noch immer krampfhaft an klimaalarmistischen Beratern wie Hans Joachim Schellnhuber festhält, ist beim britischen Premierminister offenbar nun ein erstes Umdenken zu erkennen. Seit Mai 2013 lässt sich David Cameron im Bereich der Außenpolitik von einem der prominentesten Klimaskeptiker des Landes beraten. Peter Lilley war einer der vier Parlamentarier, die gegen das Klimawandelgesetz gestimmt hatten.

————————-

Anfang des Jahres (2013) hat Michael Miersch einen beachtenswerten Vortrag mit dem Titel “Warum ich Optimist geworden bin” auf dem Freihheitssymposium 2013 gehalten. Die Einführung zum Vortrag gibt Alexander Neubacher.

 

Einstein über die Dummheit

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein

 

Mojib Latif hatte Recht: Wohl keine Erwärmung in den nächsten Jahren

Von Frank Bosse

In  Mojib Latifs Arbeit „Is the Thermohaline Circulation changing“ (Latif et al. 2006) kommt er mit seinen Co- Autoren zu dem Schluss, dass die thermohaline Zirkulation einem Auf und Ab unterworfen ist.  Die thermohaline Zirkulation, umgangssprachlich auch globales Förderband genannt, ist ein Bündel von Meeresströmungen, die Ozeane miteinander verbinden und sich dabei zu einem Kreislauf globalen Ausmaßes vereinen. Im Nordatlantik wird die thermohaline Zirkulation als MOC (Meridional Overturning circulation) wahrgenommen: Bestandteile sind hier der Golfstrom und der Nordatlantikstrom.

In seiner Arbeit untersucht Latif den rhythmischen Wechsel des Druckluftunterschieds zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch, Nordatlantische Oszillation (NAO) genannt, in den Monaten Dezember-März (NAO DJFM). Latif und Kollegen stellen nun dieser atmosphärischen „Druckschaukel“ den Unterschied der Wasseroberflächentemperaturen  (SST- sea surface temperatures) zwischen Teilen des Nordatlantiks und des südlichen Atlantiks gegenüber. In Abbildung 3 der Arbeit ist  die Winter-NAO (DJFM) [Nordatlantische Oszillation, Dezember-März] dargestellt (Schattenlinie) und der definierte SST-Dipol-Index, der ein Ausdruck der Meridionalen Overtuning Circulation (MOC) sei. In der Bildunterschrift wird erklärt, dass die Winter-NAO mit ca. einem Jahrzehnt die MOC anführt und wohl der treibende Faktor der MOC ist.

 

 

Abbildung 3 aus Latif et al. (2006)

 

Schreibt man die Beobachtung bis Ende 2012 bzw. 2013 für die NAO und die Meeresoberfächentemperatur fort, ergibt sich das nachfolgende Diagramm. Zusätzlich wurden in das Bild die Temperaturen der nördlichen Hemisphäre (NH, rot) 11-jährig geglättet aufgenommen.

Nordatlantische Oszillation (NAO, grau), Temperatur der nördlichen Hemisphäre (HadCRUT4 NH, rot), Latif’s “atlantischer Dipol” Parameter der Meeresoberflächentemperatur (Atlantic Dipole SST, blau, ungeglättet und 11-jährig geglättet)

 

Gut zu sehen ist, dass sich der Peak der NAO in 1992 mit 14 Jahren Verzögerung wie bereits 2006 vorhergesagt im Peak des atlantischen Dipols und in den Temperaturen der NH manifestiert. Der weitere Verlauf der NAO lässt den Schluss zu, dass sowohl der SST-Dipol als auch die Temperaturen der NH nicht weiter steigen werden, bis mindestens 2020.

In einer weiteren Arbeit aus 2008 legt das Team um Latif nach: Sie wagen eine Vorhersage und erklären:

„Our results suggest that global surface temperature may not increase over the next decade, as natural climate variations in the North Atlantic and tropical Pacific temporarily offset the projected anthropogenic warming.”

Oder hier nochmal Latif im Originalton auf deutsch in einem kürzlichen Interview im Deutschlandfunk auf die Frage, warum es denn in den letzten Jahren gar nicht mehr wärmer geworden ist:

Latif: Ja, das ist völlig normal. Ich selber habe ja in einer Studie im Magazin “Nature” schon darauf hingewiesen 2008, dass es so eine Atempause geben wird. Das sind einfach die natürlichen Klimaschwankungen, die arbeiten mal mit, mal gegen die globale Erwärmung. Aber langfristig pendelt sich das aus und langfristig wird einfach die Temperatur ansteigen. Deswegen noch mal: Nächstes Jahr, übernächstes Jahr, das bedeutet gar nichts, selbst wenn die Temperatur nicht weiter steigen würde. Wir haben immer 2050, 2100 im Blick, das heißt die langfristige Entwicklung.

Ehring: Trauen Sie sich denn eine mittelfristige Prognose für die nächsten Jahre zu?

Latif: Nein. Da sind wir noch ganz am Anfang. Wie gesagt, ich habe es nur einmal probiert 2008, das scheint ja ganz in Ordnung gewesen zu sein, bisher jedenfalls. Wir haben gesagt, bis 2015 wird die Erderwärmung nicht weitergehen. Ich denke mal, dann werde ich mich aufraffen mit meinen Kollegen zusammen und dann werden wir wieder neue Prognosen machen. Mal sehen, wie es dann aussehen wird. (weiterlesen …)

Deutscher Wetterdienst konzediert: „Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Der Realismus kehrt allmählich zurück. In einer Pressemeldung vom 7. Mai 2013 bestätigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) jetzt einen Umstand, den einige Anhänger der Klimakatastrophe noch immer nicht wahr haben wollen:

„Die Erdmitteltemperatur stagniert seit etwa 15 Jahren auf hohem Niveau”

Es wäre schön, wenn der DWD in einem nächsten Schritt nun auch die bedeutende Rolle natürlicher Klimafaktoren im aktuellen Klimageschehen einräumen würde.

————————–

Im Focus erschien am 5. Mai 2013 ein interessanter Artikel mit dem Titel “Klimaforscher streiten über die Macht der Sonnenflecken”, in dem die Klimawirkung von Sonnenaktivitätsschwankungen diskutiert wird.

Russische Wissenschaftler warnten jüngst wieder vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas – einer nächsten Eiszeit. Grund dafür seien die Zyklen der Sonnenflecken. Doch die sind längst nicht so regelmäßig wie vermutet.

Kommt nun eine neue Kleine Eiszeit, oder kommt sie nicht? Darüber streiten echte und selbsternannte Klimaforscher seit geraumer Zeit. Auch manche Medien heizen die Debatte an. So warnte jüngst die „Welt“ unter Berufung auf „russische Wissenschaftler“ vor einer katastrophalen Abkühlung des Erdklimas (allerdings sind beide nicht als Klimatologen bekannt, sie haben laut „Welt“ ihre Studie für das Forschungsinstitut Vniigaz des Gazprom-Konzerns erarbeitet).

Sonnenflecken als Klimabeeinflusser

Anlass des Disputs war das eigenartige Verhalten der sogenannten Sonnenflecken. Sonnenflecken sind dunkle Punkte auf der Sonne, verursacht von Magnetfeldern. Die Aktivität der Sonne schwankt in Zyklen von etwa elf Jahren. Dabei gibt es Zeitpunkte mit einem Fleckenminimum und solche mit einem Fleckenmaximum. Experten vermuten, dass bei einem Ausbleiben der Sonnenflecken die auf der Erde ankommende Strahlungsenergie der Sonne etwas schwächer wird. Als Folge würde es dann kälter auf der Erde. Im Frühjahr 2007 hatte der letzte der elfjährigen Zyklen sein Minimum erreicht. Damit sank auch die Zahl der Sonnenflecken auf einen Tiefpunkt.
Nun sollte ein neuer Zyklus starten, verbunden mit der Rückkehr der dunklen Flecken. Es war der 24. Zyklus seit Beginn der systematischen Sonnenbeobachtung Mitte des 18. Jahrhunderts. Doch auf unserem Zentralgestirn blieb es ruhig, kaum ein Sonnenfleck tauchte auf. Im Jahr 2009 waren 260 Tage fleckenlos, 2008 sogar 266 Tage. Es war damit das fleckenärmste Jahr seit 1913, und seit 1849 gab es nur drei noch fleckenärmere Jahre.

Weiterlesen auf focus.de

————————–

Kennen Sie den “Dunning-Kruger-Effekt”? Wikipedia weiß:

Als Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet man eine Spielart der kognitiven Verzerrung, nämlich die Tendenz inkompetenter Menschen, das eigene Können zu überschätzen und die Leistungen kompetenterer Personen zu unterschätzen. Der populärwissenschaftliche Begriff geht auf eine Publikation von David Dunning und Justin Kruger aus dem Jahr 1999 zurück.

„Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, um zu entscheiden, wann eine Lösung richtig ist.“
– David Dunning

————————–

Frank Bosse berichtet in diesem Blog allmonatlich über die Entwicklung der Sonnenaktivität. Das Solar Dynamics Observatory der NASA hat jetzt einen sehenswerten Videoclip zusammengestellt, der die Aktivitätsentwicklung unserer Sonne für die letzten 3 Jahre zeigt:

 

————————–

Die Weltwoche brachte am 2. Mai 2013 einen lesenswerten Artikel mit dem Titel “Warten auf die Katastrophe”:

Überschwemmungen und Trockenzeiten, Erdrutsche und Hagelschlag drohen der Schweiz wegen des Klimawandels, in ferner Zukunft zumindest. Gegenwärtig sehen die Forscher keinerlei Trend – zum Handeln drängen sie die Schweizer gleichwohl.

Der Satz dient als Motto für ein erfülltes Bürokratenleben. «Auch wenn aktuell kein Problem von erheblichem Ausmass vorliegt», schrieb das Bundesamt für Umwelt in einem Bericht zur Wasserknappheit, so bestehe doch «ein unbefriedigender Zustand mit Defiziten und Verbesserungsbedarf, dem mit der Entwicklung geeigneter Lösungen rechtzeitig zu begegnen ist». Und diese Lösungen für nicht vorhandene Probleme findet nur der Staat. 

Nach dem trockenen Sommer 2009 wollte SVP-Nationalrat Hansjörg Walter eigentlich mit einem Postulat nur wissen, wie das knappe Wasser in solchen Zeiten zu verteilen sei. Das Bundesamt aber legte als Antwort nach gut zwei Jahren Selbstbeschäftigung dem Bundesrat einen 87-seitigen Bericht vor. Dieser hielt fest, die Schweiz erweise sich gemäss einer Analyse des Hitzesommers 2003 als «gegenüber Trockenperioden relativ unempfindlich» und verfüge dank einer «Gunstlage» auch in Zukunft über genügend Wasser. Aber: Die ­Klimaforscher sagen für die zweite Hälfte des Jahrhunderts heisse und trockene Sommer ­voraus – um dieses Problem müsse sich die Verwaltung kümmern. 

Planung um der Planung willen

Wir haben kein Problem, also machen wir uns welche: Es ist das Motto vieler Bürokraten, nirgends aber so wie im Umgang mit dem Klimawandel. Denn es gilt nicht nur, das Land auf ­Hitze und Dürre vorzubereiten, sondern auch auf Extremereignisse wie Starkregen und Windstürme samt ihren katastrophalen Folgen. «Wenn immer verheerendere Unwetter ­unsere Infrastrukturen, Dörfer und Städte ­verwüsten, werden wir immer wieder mit gros­sem Leid und hohen Kosten konfrontiert», warnt CVP-Nationalrätin Kathy Riklin, die Präsidentin des «Beratenden Organs für Fragen der Klimaänderung», das schon seit 1996 den Schweizern schlimme Folgen verheisst, wenn sie nicht auf Benzin und Gas verzichten. Und auch der aktuelle Bericht «Klimaänderung in der Schweiz», den die Bundesämter für Umwelt und für Meteorologie Anfang ­April veröffentlichten, mahnt – mit immerhin weniger alarmistischem Vokabular – zum Handeln: «Um geeignete wirtschaftliche und politische Anpassungen vornehmen zu können, müssen die schädlichen Folgen der Klimaänderungen früh genug nachgewiesen und die Wirksamkeit der getroffenen und vorgesehenen Massnahmen evaluiert werden.»

Weiterlesen auf weltwoche.ch (für Abonnenten)

————————–

And now for something completely different:

Siehe auch tagesschau.de

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Im Dresdner UniversitätsJournal vom 13. November 2012 (Nr. 18) erschien auf der Titelseite ein überraschender Artikel aus dem wir hier einen Auszug bringen:

Klimawandel lässt Menschen in Peru frieren

Humboldt-Stipendiatin Andrea Vásquez befasst sich an der TUD mit Klimaproblemen ihrer Heimat

Seit Oktober 2012 arbeitet Andrea Váquez als Humboldt-Stipendiatin an der TU Dresden. Am Institut für Bauklimatik der Fakultät Architektur befasst sich die 36-jährige peruanische Mechatronik-Ingenieurin zunächst ein Jahr lang damit, wie Passivhaus-Technologiekonzepte in ländlichen Häusern der kalten Hochlandregionen Perus adaptiert werden können. Die Förderung im Programm »Internationale Klimaschutzstipendien für Entwicklungs- und Schwellenländer« hilft ihr dabei.

Viele Regionen der Erde erwärmen sich durch den Klimawandel. In den Hochregionen Perus ist es anders. »In den Anden treten immer häufiger kalte Winde und Frost auf. In bewohnten Höhenlagen unterhalb 3500 m kommt es immer öfter zu Nachttemperaturen bis minus 20 Grad Celsius und die kalte Jahreszeit verlängert sich«, berichtet sie. »Für die dortigen zwei bis drei Millionen Menschen, die Landwirtschaft und die Umwelt hat das dramatische Folgen. Die traditionellen Häuser genügen nicht mehr den thermischen Mindestanforderungen. Oft kühlt sich die Raumluft bis unter 2 Grad Celsius ab. Die Bevölkerung verbraucht dadurch mehr natürliche Brennstoffe, Abholzen gefährdet den Baumbestand, viele vor allem junge Menschen wandern in die großen Städte aus. Das traditionelle Vieh, Alpaka und Lama, leidet zunehmend unter Fehlgeburten.«

Weiterlesen im Dresdner UniversitätsJournal (pdf). Ob diese Kälte auf der Südhalbkugel auch irgendwie mit dem schwindenden arktischen Eis zu tun hat? Potsdam, bitte melden Sie sich.


Mit Dank an D. Ufer.
Foto: Martin St-Amant (S23678) / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

Steine, die einem in den Weg gelegt werden

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen

Johann Wolfgang von Goethe

 

Bald kein Schnee mehr in der Schweizer Alpen? MeteoSwiss-Studie widerspricht und belegt Zunahme der Schneemengen seit 2000

Es war einmal….

Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.

Dieses Märchen hatte uns Mojib Latif im Jahr 2000 in einem Spiegel-Beitrag erzählen wollen. Dem Modell folgend, erschien sechs Jahre später eine OECD-Studie, die zu dem Schluss kam, dass sich die Schweiz ernsthaft Sorgen um ihren Schnee machen müsse. Die Webplattform Swissinfo.ch berichtete damals:

Fast die Hälfte aller Skigebiete in der Schweiz muss wegen dem Klimawandel um die Schneesicherheit fürchten. Zu diesem Schluss kommen eine europäische und eine Schweizer Studie. [...] Der durchschnittliche Temperaturanstieg war in den vergangenen zweieinhalb Jahren drei mal grösser als im globalen Durchschnitt. Die Jahre 1994, 2000, 2002 und 2003 seien die wärmsten der letzten 500 Jahre gewesen. Die Modell-Rechnungen würden zeigen, dass in den kommenden Jahrzehnten die Entwicklung noch schneller fortschreiten dürfte. Weder Schneekanonen noch andere Massnahmen sind für die OECD-Forscher ein geeignetes Mittel. Möge künstliche Beschneiung heute noch wirtschaftlich sein, sei sie in Zukunft viel aufwändiger und ab einem gewissen Niveau nicht mehr möglich. Für OECD-Forscher Agrawala wird heute zu viel auf Technologie statt auf einen Strategiewechsel im Tourismusmarketing gesetzt.  

Heute wissen wir, dass Mojib Latif mit seinen Befürchtungen voll daneben lag. In den letzten Wintern gab es Schnee in rauhen Mengen. Zudem sind die Temperaturen seit Latifs Fehlprognose 2000 nicht mehr angestiegen. Und auch die auf Swissinfo.ch zitierte OECD-Studie scheint die Situation vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Mittlerweile sind 7 weitere Jahre ins Land gegangen, hat sich die Schneeschmelze in den Schweizer Alpen wirklich so rasant weiterentwickelt wie vom OECD und Swissinfo.ch orakelt? Hierzu schauen wir in eine neue Arbeit einer schweizerischen Forschergruppe um Simon Scherrer vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSwiss, die im Februar 2013 im International Journal of Climatology erschien. Die Wissenschaftler schauten sich die schweizerische Schneestatistik der letzten 150 Jahre an und fanden eine große Variabilität ohne langfristige Trends. Und noch eine große Überraschung: Seit 2000 haben die Schneemengen in der Schweiz wieder zugenommen. Dies wird als mögliche Folge des Temperaturplateaus gesehen, wobei die Wintertemperaturen in den letzten Jahren sogar leicht gefallen sind. Offensichtlich ist die vom OECD befürchtete Schneeschmelze nicht eingetreten und das Gegenteil ist der Fall. Von schnell steigenden Temperaturen in den Alpen ist ebenfalls keine Spur. Die OECD-Studie entpuppt sich als trauriger Fehlschlag.

Im Folgenden die Kurzfassung der neuen MeteoSwiss-Arbeit im englischen Original:

We present a climate analysis of nine unique Swiss Alpine new snow series that have been newly digitized. The stations cover different altitudes (450–1860 m asl) and all time series cover more than 100 years (one from 1864 to 2009). In addition, data from 71 stations for the last 50–80 years for new snow and snow depth are analysed to get a more complete picture of the Swiss Alpine snow variability. Important snow climate indicators such as new snow sums (NSS), maximum new snow (MAXNS) and days with snowfall (DWSF) are calculated and variability and trends analysed. Series of days with snow pack (DWSP) ≥ 1 cm are reconstructed with useful quality for six stations using the daily new snow, local temperature and precipitation data. Our results reveal large decadal variability with phases of low and high values for NSS, DWSF and DWSP. For most stations NSS, DWSF and DWSP show the lowest values recorded and unprecedented negative trends in the late 1980s and 1990s. For MAXNS, however, no clear trends and smaller decadal variability are found but very large MAXNS values (>60 cm) are missing since the year 2000. The fraction of NSS and DWSP in different seasons (autumn, winter and spring) has changed only slightly over the ∼150 year record. Some decreases most likely attributable to temperature changes in the last 50 years are found for spring, especially for NSS at low stations. Both the NSS and DWSP snow indicators show a trend reversal in most recent years (since 2000), especially at low and medium altitudes. This is consistent with the recent ‘plateauing’ (i.e. slight relative decrease) of mean winter temperature in Switzerland and illustrates how important decadal variability is in understanding the trends in key snow indicators.

 

Siehe auch englischsprachiger Beitrag auf notrickszone.com.
Foto: Huber Gerhard / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit: Die Wirkung der Sonne wurde unterschätzt

Von Horst Malberg
Univ. Prof. (A.D.) für Meteorologie und Klimatologie

Die über den Klimawandel und seine primäre Ursache aussagekräftigsten Klima-/ Temperaturreihen finden sich in West- und Mitteleuropa. Dabei reichen die Beobachtungsdaten der Central England Temperatures (CET) bis ins 17. Jahrhundert, die der Mitteleuropareihe (Klimamittel aus Berlin, Basel, Prag, Wien) bis 1701 zurück. Bei der nachfolgenden Analyse ab 1671 wurden für die drei Dekaden 1671-1700 die Mitteleuropatemperaturen aus den CET-Daten abgeleitet (Reduktionsfaktor –0,5°C).

In den Beiträgen zur Berliner Wetterkarte (BWK) SO 29/09 bzw. SO 37/09 war der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und Klimawandel in Mittel- bzw. Westeuropa getrennt untersucht worden. Im ersten Fall konnte dadurch die Auswirkung des integralen solaren Effekts auf einen primär kontinental geprägten, im zweiten auf einen ozeanischen Klimabereich erfasst werden. In Analogie zur Betrachtung des globalen Klimawandels, d.h. des Mittels aus primär ozeanischer Südhemisphäre und stark kontinental geprägter Nordhemisphäre, wird bei der vorliegenden Analyse eine Europa-Temperaturreihe als Mittel aus Central-England-Reihe und Mitteleuropareihe gebildet. Auf diese Weise wird eine repräsentative empirische Aussage über die integralen (direkten und indirekten) Auswirkungen solarer Aktivitätsänderungen auf den Klimawandel seit der Kleinen Eiszeit möglich.

Sonnenaktivität und Temperaturverhalten

In Abb. 1 ist die mittlere Sonnenfleckenzahl je Sonnenfleckenzyklus als Maß für die solare Aktivität wiedergegeben. Deutlich sind sowohl die kurzzeitlichen Fluktuationen als auch die klimarelevanten langzeitlichen Änderungen der Sonnenaktivität zu erkennen. Dem solaren Aktivitätsminimum im 17. Jahrhundert, dem Maunder-Minimum, folgte eine Zunahme der Sonnenaktivität im 18. Jahrhundert: der „ruhigen“ Sonne folgte eine zunehmend „aktive“ Sonne. Am Ende des 18. Jahrhunderts begann erneut eine Phase geringer Sonnenaktivität, das sog. Dalton-Minimum. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte erneut eine anhaltende Phase zunehmender Sonnenaktivität ein. Diese hielt bis zum Ende des 20.Jahrhunderts an. Seither nimmt die Sonnenaktivität wieder deutlich ab. In Abb.2 sind für denselben 330-jährigen Zeitraum die dekadischen Mitteltemperaturen in Europa dargestellt. Auch diese weisen eine hohe Fluktuation auf. Die Ursache dafür sind die vielfältigen
kurzfristigen Einflüssen von Ozean (v.a. El Niño/La Niña), Biosphäre, Sonnenaktivität und Vulkanismus auf die Atmosphäre.

Der langfristige Klimaverlauf wird durch die Ausgleichskurve beschrieben. Dem Temperaturminimum der Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert folgte ein Temperaturanstieg im 18. Jahrhundert. Am Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine rapide Abkühlung ein. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts folgte erneut eine Erwärmung. Diese erreichte 1998 ihren Höhepunkt. Seither stagniert die Temperatur global bzw. weist einen Abkühlungstrend auf. Im Gegensatz zu der globalen Klimareihe seit 1850, die allein die letzte Erwärmung erfasst, also nur eine einzige Phase des Klimawandels der letzten Jahrhunderte, lässt die Europareihe eine Untersuchung des Klimawandels seit der Kleinen Eiszeit zu.

 

 

Empirische Klimaanalyse

Wie schon der optische Vergleich von Abb.1 und Abb.2 belegt, weisen die langzeitlichen Kurvenverläufe der solaren Aktivität und der Europa-Temperatur seit 1671 unverkennbar ein synchrones Verhalten auf. Als „Klima“ definiert die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) das Integral über alle Wetter-/Witterungsereignisse, erfasst durch die Mittelwerte, in einem mindestens 30-jährigen Zeitraum. Entsprechend dieser Definition spiegeln daher nicht kurzfristige Sprünge von Jahr zu Jahr oder Dekade zu Dekade, sondern allein die Langfristverläufe den (wahren) Klimawandel wider. In der gegenwärtigen Klimadebatte wird aber ständig gegen die WMO-Definition verstoßen. Wenn es in die Ideologie passt, werden einzelne Wetter-/Witterungsereignisse (Hurrikan „Sandy“, Überschwemmungen) oder einzelne Jahre/Jahreszeiten als Beleg für die anthropogene Erwärmungshypothese angeführt. Äußerungen dieser Art sind unseriös und zeugen von wenig meteorologischem Sachverstand. Entsprechend der WMO-Klimadefinition wurde die Datenanalyse für Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen (im Mittel 33 Jahre) durchgeführt. Da der solare Klimaantrieb kontinuierlich auf unser Klimasystem wirkt, werden der Auswertung gleitende Klimaperioden von 3 Sonnenfleckenzyklen zugrunde gelegt. (weiterlesen …)

Themenabend auf arte am 14.5.2013: Das Geschäft mit dem Klima

Am 14. Mai 2013 zeigt Arte von 20:15 bis 22:00 Uhr die beiden Sendungen “Saubere Energie – Das falsche Versprechen” und “Profit mit schmutziger Luft“.

Aus der Ankündigung des Senders:

DAS FALSCHE VERSPRECHEN In Europa plant die Politik die große Energiewende: Bis zum Jahr 2050 sollen die Stromanbieter ihren Strom ohne den Ausstoß von CO2 produzieren. Doch sind die Maßnahmen, mit denen dieses hehre Ziel erreicht werden soll, überhaupt wirksam? Die Dokumentation analysiert unterschiedliche Fördermaßnahmen für angeblich saubere Energien. (weiterlesen …)

Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt

Die Geburtsstunde des Klimaalarmismus lag in der Phase von 1977 bis 1998, als die Temperatur plötzlich um ein halbes Grad nach oben schnellte. Wenn dies so weiterginge, dachte man, dann würde die Erde wohl bald den Hitzetod sterben. Man rechnete damals nicht damit, dass die Temperaturkurve in absehbarer Zeit wieder abflachen würde und malte entsprechende Horrorszenarien an die Wand. Doch das Unerwartete passierte: Ab 1998 stoppte die Erwärmung und verharrt seitdem auf einem Plateauwert.

Dabei ließe sich der Erwärmungsschub im letzten Viertel des 20. Jahrunderts im Prinzip recht einfach erklären. Einem längerfristigen Erwärmungstrend, der durch Sonnenaktivität und Treibhausgase bedingt ist, überlagerte sich von 1977-1998 die warme Phase eines 60-jährigen Ozeanzykus, der die Temperaturen nach oben drückte. Mittlerweile befinden wir uns in der kalten Phase dieses Zyklus, und die globalen Temperaturen stagnieren. Keine allzu große Überraschung.

Zwei Forscher der University of Washington in Seattle haben nun den Ozeanzyklus aus einer mehr als dreieinhalb Jahrhunderte umfassenden Temperaturmessreihe aus England herausgerechnet. Hierdurch ermittelten sie den darunterliegenden Langzeittrend für das 20. Jahrhundert, der lediglich 0,07 bis 0,08°C pro Dekade beträgt. Dies liegt deutlich unter der vom IPCC angenommenen Rate von 0,18°C pro Dekade. Die Arbeit von Ka-Kit Tung und Jiansong Zhou erschien im Januar 2013 in der Fachzeitschrift PNAS. Im Folgenden die Kurzfassung im englischen Original:

The observed global-warming rate has been nonuniform, and the cause of each episode of slowing in the expected warming rate is the subject of intense debate. To explain this, nonrecurrent events have commonly been invoked for each episode separately. After reviewing evidence in both the latest global data (HadCRUT4) and the longest instrumental record, Central England Temperature, a revised picture is emerging that gives a consistent attribution for each multidecadal episode of warming and cooling in recent history, and suggests that the anthropogenic global warming trends might have been overestimated by a factor of two in the second half of the 20th century. A recurrent multidecadal oscillation is found to extend to the preindustrial era in the 353-y Central England Temperature and is likely an internal variability related to the Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO), possibly caused by the thermohaline circulation variability.

The perspective of a long record helps in quantifying the contribution from internal variability, especially one with a period so long that it is often confused with secular trends in shorter records. Solar contribution is found to be minimal for the second half of the 20th century and less than 10% for the first half. The underlying net anthropogenic warming rate in the industrial era is found to have been steady since 1910 at 0.07–0.08 °C/decade, with superimposed AMO-related ups and downs that included the early 20th century warming, the cooling of the 1960s and 1970s, the accelerated warming of the 1980s and 1990s, and the recent slowing of the warming rates. Quantitatively, the recurrent multidecadal internal variability, often underestimated in attribution studies, accounts for 40% of the observed recent 50-y warming trend.

 

Foto: NOAA / This image is in the public domain

Gletschersterben in Grönland überschätzt: Meeresspiegel steigt wohl doch langsamer als befürchtet

Vor einigen Jahren schockte der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf die Öffentlichkeit mit einer steilen These: Er glaubte Hinweise darauf gefunden zu haben, dass der Meeresspiegel bald sehr viel schneller ansteigen könnte als bislang. In einer Pressemitteilung von 2006 verbreitete Rahmstorf damals über die Webseite des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) die folgende Meldung:

Der Meeresspiegel könnte in den kommenden Jahrzehnten schneller steigen als bislang erwartet. Zu dieser Aussage kommt eine neue Studie des deutschen Ozeanexperten Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Anhand von Messdaten des 20. Jahrhunderts wies der Forscher einen engen Zusammenhang zwischen der globalen Temperaturerhöhung und der Geschwindigkeit nach, mit der sich der Meeresspiegel erhöht: je wärmer es wird, desto rascher steigt der Meeresspiegel. Bleibt dieser für das 20. Jahrhundert gefundene Zusammenhang auch für die kommenden 100 Jahre gültig, könnte der globale Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 50-140 cm steigen. [...] „Die Tatsache, dass wir mit unterschiedlichen Methoden so unterschiedliche Abschätzungen erhalten, macht deutlich, wie unsicher unsere gegenwärtigen Meeresspiegelvorhersagen noch sind,“ sagt Rahmstorf. Ein wesentlicher Grund für diese Unsicherheit ist das Verhalten der großen Kontinentaleismassen inGrönland und der Antarktis, das nur schwer berechenbar ist. „Für ein gegebenes Erwärmungsszenario könnten wir auch den doppelten Anstieg des Meeresspiegels bekommen als man bislang erwartet hat.“

Nun sind seit Rahmstorfs furchteinflößender Studie sieben Jahre vergangen. Rahmstorf selbst gab damals an, dass die Eisschmelzsituation in Grönland eine große Rolle für den zu erwartenden Meeresspiegelanstieg spielen würde. Wie hat sich das Verständnis des grönlandischen Eises seitdem entwickelt? 2012 erschien hierzu im Fachmagazin Science eine aufschlussreiche neue Studie, die von einer US-amerikanischen Forschergruppe um Twila Moon von der University of Washington veröffentlicht wurde. Das Team untersuchte mit Hilfe von Satellitenbildern die Fließgeschwindigkeiten von grönländischen Gletschern. Frühere Beobachtungen hatten für den Beginn des 21. Jahrhunderts eine starke Zunahme der Fließbewegung des Eises festgestellt. Twila Moon und ihre Kollegen erweiterten nun den Untersuchungszeitraum auf eine volle Dekade. Dabei mussten sie feststellen, dass die in den Schreckenszenarien angenommene einheitliche Beschleunigung überhaupt nicht existiert, sondern sich die Fließbewegungen in komplizierter räumlicher und zeitlicher Weise ständig veränderten. Beschleunigung und Verlangsamung der Gletscher wechselten je nach Gebiet und Beobachtungszeitraum. Unter Berücksichtigung dieses differenzierten Bewegungsmusters kommen die Autoren in ihrer Arbeit zu dem folgenden überraschenden Schluss, der den Kollegen in Potsdam nicht gefallen wird. Hier die Kurzfassung des Artikels:

Frühere Untersuchungen (Pfeffer et al. 2008) basierten auf einem kinematischen Ansatz und ermittelten eine Obergrenze von 0,8-2,0 m  für den Meeresspiegelanstieg im 21. Jahrhundert. Für die Eiskappe Grönlands wurde damals im minimalen theoretischen Szenario eine Verdopplung der Gletscherbewegung für 2000-2010 postuliert, während im maximalen Szenario die Beschleunigung sogar um eine ganze Größenordnung höher ausfiel. Im Rahmen unserer Ermittlung der Gletscherbewegungen für die Zeit von 2000 bis 2010 konnten wir zeigen, dass die wahren Gletscherbeschleunigungen bei Betrachtung des gesamten grönländischen Eisschildes deutlich unter diesen Schätzwerten liegen. Dies hat zur Folge, dass der mit der grönländischen Eisschmelze verbundene Meeresspiegelanstieg wohl deutlich unterhalb des bisherigen minimalen Szenarios liegen wird, nämlich bei 9,3 cm bis 2100 unter Berücksichtigung des aktuellen Trends. Eine zusätzliche Beschleunigung würde einen Meeresspiegelanstieg bewirken, der im Bereich des minimalen Szeanrios liegen würde. Die von uns durchgeführte Untersuchung einer großen Population von Gletschern, von denen sich eine Vielzahl signifikant verkürzt und ausgedünnt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass eine Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs im Bereich des früheren maximalen Szenarios, also eine Beschleunigung um eine ganze Größenordnung (46,7 cm bis 2100) nicht haltbar ist. Unsere Schlussfolgerung wird zudem durch neue numerische Gletscherbewegungsmodelle untermauert (Price et al. 2011).   

Siehe auch Beitrag “Die Zukunft de Polareises” in der Naturwissenschaftlichen Rundschau (65. Jahrgang, Heft 8, 2012) von Volker Kaminske.

 

Mit Dank an Nikola Friedl.
Siehe auch Artikel in der Welt.
Foto: Steve Jurvetson / licensed under the terms of the cc-by-2.0.

Zweifel an Hans-Joachim Schellnhuber mehren sich: Teile der deutschen Politik haben genug von seinem Klimaalarmismus

Lange Jahre herrschte auf dem Potsdamer Telegrafenberg absolute Narrenfreiheit. Im Monatstakt produzierte man dort schräge Pressemitteilungen mit Weltuntergangsszenarien, die bei den internationalen Fachkollegen Erstaunen und Entsetzen hervorriefen. Nun kam schließlich die Quittung. Die FDP setzte sich dafür ein, dass Institutsleiter Hans-Joachim Schellnhuber aus dem  “Wissenschaftlichen Beirat globale Umweltveränderungen” (WBGU) entfernt wird, dem Umwelt-Beirat der Bundesregierung, wie die Süddeutsche Zeitung am 2. Mai 2013 meldete. In unserem Buch Die kalte Sonne haben wir die problematische Positionierung des WBGU in Kapitel 8 “Wie Klimawissenschaftler versuchen, die Gesellschaft zu verändern” ausführlich dargelegt.

Spiegel Online berichtete hierzu:

Doch mittlerweile häuft sich Kritik an den Gutachten des WBGU. Der letzte große Bericht las sich wie Schellnhuber in Reinkultur: Der Beirat erneuerte seine alte Forderung nach einer “Großen Transformation” der Zivilisation. Der ambitionierte Weltplan sieht kontinentale Arbeitsteilung vor: Die gemäßigten Breiten produzieren Nahrung, die Subtropen Sonnenenergie, und die Tropen dienen der Erholung und der Erhaltung der Artenvielfalt. Das Gutachten sorgte für ungewöhnlich viel Zorn und Spott, insbesondere in konservativen Kreisen, auch im Wirtschaftsministerium. Der Beirat der Bundesregierung fordere eine “Ökodiktatur”, hieß es in Dutzenden Kommentaren. Das “ideologische Pamphlet” habe dem WBGU geschadet, nörgeln aber auch alte WBGU-Weggefährten Schellnhubers. Es habe die Befürchtung bestätigt, dass Schellnhuber in dem Gremium Kontrahenten fehlten. In den neunziger Jahren bevölkerten den WBGU noch allerlei “neoliberale Wirtschaftswissenschaftler”, wie die alten Kollegen sie heute abschätzig nennen. [...] Mittlerweile aber steht der WBGU auch wegen der Einhelligkeit seiner Gutachten in der Kritik. Zwar erlaubt die Satzung des Beirats ausdrücklich, dass abweichende Meinungen in den Gutachten betont werden. Dennoch führen die Wissenschaftler in keinem ihrer Werke Minderheitenvoten auf.
Weiterlesen auf spiegel.de

Außer Schellnhuber wird von der FDP auch die Neuberufung des Ökonomen Uwe Schneidewind hinterfragt, der das Wuppertal-Institut leitet, einer klimaalarmistischen Lobbygruppe. In den Kreis des WBGU soll laut Informationen des Spiegel auch der Bremerhavener Eis- und Meeresforscher Peter Lemke hinzustoßen. Lemke ist treuer Anhänger der IPCC-Katastrophenszenarien und fiel in der Vergangenheit mehrfach durch wissenschaftlich fragwürdige Äußerungen auf (siehe unsere Blogbeiträge “Das ZDF heute journal biegt sich das antarktische Meereis zurecht: 30 Jahre Eiszuwachs werden als “Wetter” verkauft“, ”Klimakatastrophe macht wohl einen Bogen um die Antarktis” und “Medienecho – Tag 16“).

Ein weiteres WBGU-Mitglied ist  der schillernde Stefan Rahmstorf aus Schellnhubers Potsdamer Alarm-Institut. Über Rahmstorfs alarmistische Thesen haben wir uns an dieser Stelle bereits vielfach gewundert (siehe z.B. unsere Blogbeiträge “Senat von North Carolina erteilt Rahmstorfs beschleunigtem Meeresspiegel eine Absage“, “Golfstrom bleibt laut neuen Messdaten stabil: Stefan Rahmstorfs Modell beginnt zu wackeln” und “Rätsel Rahmstorf“).

Was ist von solch einem Gremium zu halten, in dem sich abseits des klimawissenschaftlichen Mainstreams die klimatischen Weltuntergangsprediger versammeln, um Einfluss auf die deutsche Politik zu nehmen? Eine nachvollziehbare Einschätzung des WBGU lieferte auch der bekannte Klimawissenschaftler Hans von Storch, der in seinem Blog “Die Klimazwiebel” am 2. Mai 2013 wie folgt kommentierte:

Für mich ist der WBGU im Wesentlichen ein Alarmisten-Klub, der an Weltrettungsphantasien und chronischer Kompetenzüberschreitung leidet. Eigentlich ganz gut, daß eine politische Gruppe hier mal ein Einhalten verlangt. Im Übrigen ist für mich das Wirtschaftsministerium ebenso seriös wie das Umweltministerium. Letzteres hat doch die Sache mit dem Biotreibstoff initiiert, oder? Und durchgesetzt, daß ursprünglich nur eine Szenariosimulation an die Umweltbehörden auf Kreis- und Landesebenen  verteilt wurde.

Der FDP gebührt Anerkennung, dieses offensichtliche Problem und die einseitige Besetzung des WBGU öffentlich anzusprechen. Letztendlich konnte sich die FDP offenbar aber leider nicht durchsetzen, wie Ulli Kulke auf Donner + Doria meldete:

Den ganz großen Knall wollte Wirtschaftsminister Philipp Rösler dann doch nicht wagen. Er folgte nicht seinen Stäben und Beamten, die ihn zu einer pikanten Personalentscheidung veranlassen wollten. Wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte Rösler seine Zustimmung zur erneuten Berufung Hans Joachim Schellnhubers in den Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderung (WBGU) der Bundesregierung verweigert. Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, war bisher nicht irgend ein WBGU-Mitglied, sondern Vorsitzender dieses Beirats. Die Nichtverlängerung von Schellnhubers Mandat hätte nicht nur innerhalb der Koalition für Unmut gesorgt, Umweltminister Altmaier hätte sich vehement für Schellnhuber eingesetzt, womöglich hätte Rösler sich dabei auch mit Kanzlerin Merkel angelegt, deren persönlicher Klimaberater der Forscher schließlich mal gewesen ist. Offenbar scheute sich Rösler – gewiss kein Freund Schellnhubers – auch davor, sich mit der kompletten Klimaschutzszene anzulegen. Schade. Eine personelle Alternative zu dem Potsdamer Forscher hätte für gehörig mehr Pragmatismus sorgen können in der Klimadebatte, der dieser gerade nach neuerlichen Erkenntnissen der Wissenschaft gut getan hätte. Nicht nur Klimaskeptiker beklagten, dass die Wissenschaft in diesem Bereich viel zu sehr politisiert ist, ja dass viele Experten in geradezu amtsanmaßender Manier die Klima- und Energiepolitik selbst übernehmen wollen.

Weiterlesen auf Donner + Doria.

 

Siehe auch Beiträge auf notrickszone.com (hier und hier)
Foto: Foto Hollin / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license

                    

Hinweise auf eine niedrigere CO2-Klimasensitivität verdichten sich: Drei neue Arbeiten erteilen den IPCC-Katastrophenszenarien eine Absage

Als zwischen 1977 und 1998 die Temperaturen wie eine Rakete nach oben geschossen sind, staunten die Klimaforscher nicht schlecht. Das ist ja eine richtige Kanone, dieses CO2, so kraftvoll und überaus klimapotent. Kurzerhand maß man dem CO2 fast die gesamte Erwärmung von einem halben Grad zu. Pro CO2-Verdopplung sollte die Temperatur um 2,0-4,5°C nach oben getrieben werden, überlegte man sich. Nur hatte man in der ganzen Euphorie allerdings übersehen, dass es auch natürliche Faktoren geben kann, die bei dieser Erwärmung mitgeholfen haben: Die Sonne erreichte in den 1980er/90er Jahren eine der stärksten Intensitäten der letzten 10.000 Jahre. Und auch die 60-jährigen Ozeanzyklen bewegten sich zu dieser Zeit in ihrer warmen Phase. Ein historischer Wissenschaftsirrtum nahm seinen Lauf…

Nach nunmehr 15 Jahren Erwärmungsstopp dämmert es jetzt einigen Forschern allmählich, dass da wohl etwas schiefgelaufen ist. Fast im Monatstakt erscheinen derzeit neue Arbeiten, die die Klimawirkung des CO2 (die Klimasensitivität) nun nach unten korrigieren (siehe unsere Blogartikel “Reduzierte Klimawirkung des CO2 findet weitere Unterstützer in der Wissenschaft” und “Die Lawine rollt weiter: Norwegische Forschungsbehörde geht von einer stark reduzierten Klimawirkung des CO2 aus“). So erschien im April 2013 im Journal of Climate eine neue Studie von Nicholas Lewis, der aufgrund der vorliegenden Daten eine CO2-Klimasensitivität berechnet, die nur etwa halb so groß ist wie derzeit vom IPCC angenommen. Laut Lewis steigt die Temperatur lediglich um 1,1-2,2°C pro CO2-Verdopplung an (1,0-3,0°C unter Berücksichtigung weiterer Unsicherheiten).

Im gleichen Monat erschien im Fachjournal Climate Dynamics eine neue Arbeit von Troy Masters, der die CO2-Klimasensitivität auf Basis des ozeanischen Wärmeinhalts bestimmte. Masters verglich die Messwerte mit Klimamodellen der neuesten Generation, wie sie auch im gerade entstehenden neuen IPCC-Klimabericht verwendet werden. Es zeigte sich, dass die Klimamodelle viel zu empfindlich auf das CO2 reagieren. Masters ermittelte eine wahrscheinliche Spanne von 1,5-2,9°C pro CO2-Verdopplung. Diese Werte liegen ebenfalls deutlich unter den aktuellen IPCC-Annahmen.

Bereits Ende 2012 veröffentlichte eine Forschergruppe von der University of Illinois um Michael Ring im Fachblatt Atmospheric and Climate Sciences eine neue Studie, in der sie die Temperaturdaten der letzten 160 Jahre mithilfe zweier unabhängiger Methoden untersuchten und hieraus die CO2-Klimasensitivität ableiteten. Anhand einer Spektralanalyse sowie Klimamodellierungen fanden Ring und Kollegen eine CO2-Klimawirkung, die sich am untersten Rand der bisherigen IPCC-Annahmen bewegt, nämlich von 1,5-2,0°C pro CO2-Verdopplung. Das pdf dieser Arbeit ist frei herunterladbar, da es in einem frei zugänglichen ‘Open Access’ Journal erschienen ist.

In unserem Buch “Die kalte Sonne” präsentieren wir zwei Klimaszenarien auf Basis von Klimasensitivitäten von 1,0 und 1,5°C pro CO2-Verdopplung. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Februar 2012 hagelte es aus der deutschen Medienlandschaft noch reichlich Kritik für diese Annahmen. Wie könne man von den Werten des IPCC nur so stark abweichen? Heute, knapp anderthalb Jahre später, scheint das im Buch vorgestellte 1,5°C-Klimasensitivitätsszenario im neu entstehenden Mainstream der Klimaforschung angekommen zu sein. So ändern sich die Zeiten…

Im Folgenden eine graphische Darstellung neuerer Klimasensitivitätsbestimmungen im Vergleich zu den überzogenen IPCC-Annahmen (Quelle: Pat Michaels & Paul Knappenberger, WUWT).

Foto oben rechts: Darkone / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license

Die Sonne im April 2013: Polt jetzt der Südpol um?

Von Frank Bosse

Auf den ersten Blick kann man schon davon sprechen, dass die Sonne ein wenig aktiver geworden ist im Monat April 2013. Die Sonnenfleckenzahl SSN betrug 72,4 und damit erreichte dieser 53. Monat des Zyklus immerhin 61% des Mittelwertes ( 119) aller Zyklen 1-23. Grafisch:

 

Verglichen werden die Zahlen des durchschnittlichen Zyklus (blau) mit denen des aktuellen Zyklus (dick rot) und denen des Sonnenzyklus Nr. 5 (SC5), dem ersten Zyklus des Dalton-Minimums. Ein kleiner Peak über den Vergleichswert des SC5 ist zu sehen. Interessant ist, dass sich im Laufe des Monats die Aktivität ein wenig mehr auf die Südhemisphäre der Sonne verlagerte. Ein aktuelles Bild der Sonne zeigt dies auch:

 

Quelle: solen.info

 

Diese Verlagerung war überfällig, denn das Maximum ist erreicht, wenn beide polare magnetische Felder umgepolt sind. Mit dem Nordpol ist das schon geschehen, der Südpol kann folgen, wenn die Reste der südhemisphärischen Flecken dorthin gedriftet sind. Ohne Aktivität kein Umpolen. Über die aktuelle Datenlage hinaus gibt es auch einige neue Beobachtungen. So bemerkten Svalgaard und andere, dass nicht nur die absolute SSN- Zahl, sondern auch die Anzahl der Flecken pro Fleckengruppe seit Jahren rückläufig ist:

Quelle: leif.org

 

(weiterlesen …)

Klimatrends in Temperaturreihen: Wieviel Natur steckt in der Erwärmung der letzten 100 Jahre?

Im Oktober 2011 erschien im International Journal of Modern Physics eine Arbeit einer deutschen Forschergruppe um Horst-Joachim Lüdecke mit dem Titel “How natural is the recent centenial warming? An analysis of 2249 surface temperature records”. Darin behandeln die Autoren die Frage, wie hoch der natürliche Anteil gegenüber dem menschengemachten an der Klimaerwärmung der letzten 100 Jahren gewesen sein könnte. Im folgenden Beitrag, der im März 2013 auch auf der EIKE-Webseite erschienen ist, gibt Lüdecke einen Überblick über die Arbeit und macht zusätzliche Ergänzungen zum Thema. Eine kleine Warnung an alle Nichtmathematiker unter unseren Lesern: Hier geht es zahlentechnisch ganz schön zur Sache. Rückmeldungen zu diesem Beitrag bitte wie immer via unser Kontaktformular. Wir leiten die Kommentare dann an den Autor weiter.

—————————————–

Von Horst-Joachim Lüdecke

Zusammenfassung: Konstantes Klima ist unmöglich. Wetter und Klima ändern sich zu jeder Zeit und überall. In Temperaturreihen, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, zeigen sich Klimaschwankungen. Die in diese Reihen eingebrachten Trendlinien deuten vordergründig auf äußere Ursachen hin, die freilich fast immer unbekannt sind. Die bis heute einzigen, zweifelsfrei gesicherten Ursachen sind extrem starke Vulkanausbrüche, deren globale Folgen mehrjährige Abkühlungstrends sind. Selbst vielen Fachleuten ist es immer noch unbekannt, dass sich Trends in Temperaturzeitreihen aber auch ganz ohne äußere Ursachen bilden können. Der Augenschein ist kein verlässlicher Zeuge, denn sogar sehr deutliche Trends sind keineswegs eine Gewähr für externe Ursachen. Die von selbst auftretenden Trends werden durch das „Gedächtnis“ (Persistenz) der Temperaturreihe erzeugt. Seit dem Jahre 2009 steht mit der modernen Persistenzanalyse ein Verfahren zur Verfügung, mit dem erstmalig verlässlich entschieden werden kann, ob ein Trend in einer Temperaturzeitreihe eine äußere Ursache hat oder ob man umgekehrt dies nicht annehmen muss. Neben weiteren Anwendungen wurde mit dieser neuen Methode die globale Temperaturentwicklung des 20. Jahrhunderts an Hand von ca. 2500 Langzeit-Temperaturreihen analysiert. Hierbei zeigte sich, dass für die Erwärmung des 20. Jahrhunderts ein externer Einfluss zwar nicht ausgeschlossen werden kann, er allerdings dramatisch schwächer ist als die vom IPCC eingeschätzte Wirkung des anthropogenen CO2. Woher der nicht auszuschließende äußere Einfluss stammt, kann nicht mit der Methode entschieden werden. Es kommen auch andere Ursachen als das Treibhausgas CO2 in Frage, zum Beispiel ein ungewöhnliches Verhalten der Sonne.

 

1. Was ist Persistenz in Temperaturzeitreihen?

Zeitreihen sind wichtige Werkzeuge, um Informationen über komplexe Prozesse zu gewinnen. Herzspezialisten nehmen Zeitreihen des Herzschlags oder des Blutdrucks auf, um Aufschlüsse über den gesundheitlichen Zustand eines Patienten zu erhalten. Finanz- und Versicherungsmathematiker analysieren Zeitreihen, um die finanziellen oder versicherungstechnischen Risken von Unternehmen zu bewerten. Klimatologen verwenden Temperaturzeitreihen (Tages-, Monats- oder Jahresmittelwerte), um langfristige Klimatrends aufzufinden. Im Folgenden geht es hier um Temperaturzeitreihen.

Der englische Wasserbau-Ingenieur Harold Edwin Hurst untersuchte in den 1950-er Jahren  die Tief- und Höchststände des Nils und entdeckte dabei als erster, dass hydrologische Zeitreihen ein Gedächtnis besitzen. Die aktuell gemessenen Werte hängen von den vergangenen, zum Teil weit zurückliegenden Werten ab. Später wurde erkannt, dass auch viele weitere Zeitreihen der Natur wie z.B. Baumringe ein Gedächtnis aufweisen. Man nennt dieses Phänomen Persistenz oder Autokorrelation. Die Schwankungen der Zeitreihe um ihren Mittelwert erfolgen in persistenten Zeitreihen nicht mehr unabhängig, sondern sie werden von der Vergangenheit der Zeitreihe beeinflusst.

Betrachtet man Temperaturzeitreihen, so erscheint dieses Verhalten zunächst nicht einmal so ungewöhnlich. Eine Temperaturzeitreihe weist zumindest ein “Gedächtnis” über die momentan herrschende Jahreszeit auf. Es kommt nie vor, dass auf einen warmen Sommertag plötzlich ein kalter Wintertag folgt, bzw. umgekehrt. Da jahreszeitlich bedingte Schwankungen im Allgemeinen weniger interessieren, werden die saisonalen Einflüsse vor der Persistenzanalyse aus einer Temperaturzeitreihe entfernt. Aber auch danach beobachtet man noch, dass ein Tagestemperaturmittelwert zumindest vom Vortag abhängt. So wird ein über dem längerfristigen Mittel liegender Temperaturwert am nächsten Tag mit über 50% Wahrscheinlichkeit ebenfalls über diesem Mittel liegen, Entsprechendes trifft für einen unter dem Mittel liegenden Temperaturwert zu. Eine Erklärung für dieses Phänomen liefern anhaltende Wetterlagen. Persistenz über mehrere Wochen kann man mit meteorologischen Blocksituationen, wie etwa einem lang anhaltendes Azorenhoch erklären. Für noch längere Zeiträume ist freilich über die Ursachen von Persistenz wenig bekannt. Es werden dekadale Oszillationen wie z.B. der El Nino, Einflüsse aus den sich ändernden Planetenkonstellationen und weiteres mehr diskutiert. Erstaunlicherweise findet man in Temperaturzeitreihen Persistenz bis über mehrere Jahrzehnte. Die Ursachen solch langreichweitiger Persistenz sind bis heute völlig unbekannt. (weiterlesen …)

William Happer, Princeton University: Es gibt Leute, die einfach eine Berufung benötigen, die größer als sie selbst ist

Freeman Dyson ist einer der Pioniere der Teilchenphysik, und wurde im Laufe seiner Karriere mit Preisen überhäuft. Dyson verfolgt die Klimadebatte kritisch (siehe unseren Blogbeitrag “Freeman Dyson hält die Furcht vor dem Klimawandel für übertrieben“). Klimamodelle sieht der Mathematiker und Physiker äußerst skeptisch, da sie voller beliebig wählbarer Faktoren, sogenannter “fudge factors”, steckten. Das übertriebene Vertrauen in diese Modelle führte laut Dyson dazu, dass sich im Laufe der Jahre ein fehlerhaftes Verständnis der klimatischen Zusammenhänge entwickelt hat, das es nun zu korrigieren gilt. Hierzu erschien Anfang April 2013 ein interessanter Artikel auf nj.com aus New Jersey mit dem Titel “Climatologists are no Einsteins, says his successor”. In diesem Bundesstaat liegt auch die University of Princeton, an der Dyson in der Nachfolge von Albert Einstein lange gewirkt hat. Dyson erfährt Unterstützung in seiner klimawissenschaftlichen Kritik von seinem Institutskollegen William Happer, einem Physiker mit den Spezialgebieten Atomphysik, Optik und Spektroskopie. Happer analysiert im oben genannten Artikel trefflich, was einige der Klima-Apokalyptiker wohl antreibt:

“Es gibt Leute, die einfach eine Berufung benötigen, die größer als sie selbst ist. Auf diese Weise können sie sich tugendhaft fühlen und anderen die Tugendhaftigkeit absprechen.”

————————–

In der großen brasilianischen Tageszeitung O Globo (übersetzt: “Der Globus” bzw. “Die Welt”) erschien am 25. April 2013 ein klimaalarmistischer Artikel mit dem Titel “Am Rande des Abgrunds” in dem es um das bevorstehende 400 ppm Jubiläum der CO2-Konzentration geht. Im Beitrag wird diese Marke als Schwelle dargestellt, nach deren Erreichen die Klimaapokalypse quasi unausweichlich wäre. Vertieft man sich etwas in den Artikel, dann fällt einem jedoch etwas ganz Seltsames auf. Der Verfasser Cesar Baima (cesar.baima@oglobo.com.br) hielt es nämlich nicht für notwendig, die Leser darüber zu informieren, dass es seit nunmehr 15 Jahren gar nicht mehr wärmer geworden ist, obwohl das CO2 weiter mit “Rekordgeschwindigkeit” anstieg. Das verwundert, denn eine enge Kopplung von CO2 und Temperatur bildet doch die Grundlage von Baimas vertretener Klimakatastrophen-These. Eine schlimme und aktivistisch-getriebene Auslassung, die nicht hätte passieren dürfen, wenn es um objektive Berichterstattung gegangen wäre.

————————–

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 29. April 2013 über ein überraschendes neues Forschungsresultat:

Der grüne Thermostat

Man könnte es als globale Hilfe zur Selbsthilfe verstehen. Offenbar können Pflanzen vom einfachen Moos bis zum Urwaldriesen am Amazonas die Temperatur der Atmosphäre regulieren, wie ein internationales Forscherteam erklärt. Wenn es wärmer wird, stoßen die Pflanzen vermehrt flüchtige Substanzen aus, zum Beispiel die sogenannten Terpene.

Dadurch entstehen dann mehr Wolken, die die Erdoberfläche kühlen. Ein gutes Beispiel für eine negative Rückkopplung, die den ursprünglichen Effekt bremst. Christopher Schrader von der Süddeutschen schreibt weiter:

In diesem Fall löst die Erwärmung über etliche Zwischenschritte eine Abkühlung aus.

In Regionen, in denen es viel Wald gibt, könnte der Temperaturkomensationseffekt bis zu 30% erreichen, was vor allem für Gegenden wie Finnland, Kanada und Finnland interessant wird.

Weiterlesen auf sueddeutsche.de (für Abonnenten).

Siehe auch Beitrag auf Spiegel Online.

————————–

Es soll ja wirklich Leute geben, die sich klimawissenschaftliche Daten noch selber anschauen und sie unter anderem dazu verwenden, um Interpretationen kritisch zu überprüfen. Für all jene gibt es jetzt einen neuen Klimadaten-Führer vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, Colorado. Schauen Sie einfach mal rein, vielleicht entdecken Sie im Climate Data Guide eine Kurve die sie schon lange gesucht haben.

 

Ich bin der Herr, die Klimakatastrophe – Du sollst keine anderen Szenarien haben neben mir

Entgegen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beharren einige klimawissenschaftliche Schwarzmaler so sehr auf ihren Katastrophenszenarien, dass man denkt, sie wären einer Klimareligion verfallen: Ich bin der Herr die Klimakatastrophe, Du sollst keine anderen Szenarien haben neben mir. Dazu passt ganz gut ein Beitrag der Deutschen Welle vom 9. April 2013 mit dem Titel “Den Klimawandel aus religiöser Perspektive erforschen”. Hier einige Auszüge:

Wie sieht Klimaforschung an in einem religiösen Fach aus? Global Ideas stellt die Projekte dreier Promotionsstudenten der Katholischen Fakultät der LMU München vor. [...] Rebecca Hofmann reist in die entlegensten Winkel der Erde, um mit Menschen zu sprechen. Denn nur so findet sie heraus, welchen unsichtbaren Schaden der Klimawandel anrichten kann: “Mit dem Klimawandel werden oft Flüchtlingströme in Verbindung gebracht. Die Bewohner kleiner pazifischer Inselstaaten sind dabei die Ersten, die ihr Land verlassen müssen: Wie gehen sie mit dieser Bedrohung um? Was bedeutet es für sie, ihre Heimat zu verlieren? Wohin würden sie im Ernstfall gehen?”

Kleine pazifische Inseln, deren Bewohner durch die Klimakatastrophe vertrieben werden? Anstatt sich auf exotische Interviewreisen zu begeben, hätte Rebecca Hofmann vielleicht zuerst die wissenschaftliche Literatur studieren sollen. Denn hieraus wird klar, dass viele der Koralleninselchen in den letzten Jahren eher gewachsen anstatt geschrumpft sind. Und andere Inselchen liegen an aktiven tektonischen Plattengrenzen und werden von den Kräften des Erdinneren nach Belieben mehrere Zentimeter nach oben und unten gedrückt. Mit dem Klima hat das nichts zu tun. Da ist bereits Klaus Töpfer einmal böse auf die Nase gefallen (siehe unsere Blogbeiträge “Bangladesch und die Pazifikinseln wachsen trotz steigendem Meeresspiegel: Klimamodellierer benötigen dringend Nachhilfe in Geologie” und “Kiribati geht unter – oder vielleicht doch nicht?“).

Lesen wir weiter bei der Deutschen Welle über Doktorand Nummer 2:

Sebastian Kistler will Argumenten mehr Gewicht geben und herausfinden, was gerecht ist: So tragen nicht alle Menschen gleichermaßen zum CO2-Ausstoß bei, jedoch wird jedem dieselbe Menge an Emissionen zugestanden: “Durch den Klimawandel entsteht außerdem ein Gerechtigkeitsproblem in noch nie da gewesener globaler Dimension: Diejenigen Länder – vor allem Entwicklungsländer-, die am wenigsten zur Verursachung des Klimawandels beigetragen haben, leiden am stärksten unter dessen negativen Folgen. Der Dringlichkeit der Problematik steht ein sehr schleppendes Vorankommen der jährlich stattfindenden Weltklimakonferenzen gegenüber. Für mich ist offensichtlich, dass überzeugende Gerechtigkeitskonzepte fehlen, die die Weltgemeinschaft zu einer Modifizierung des ökonomischen Wachstumsparadigmas und zu wirkungsvollen Klimaschutzmaßnahmen veranlassen könnten. Hier setzt meine Dissertation an: Um die Überzeugungskraft von Gerechtigkeitsargumenten zu verbessern, hinterfrage ich Klimaschutzinstrumente vor dem Hintergrund einer aktuellen philosophischen Debatte (Egalitarismus – Non-Egalitarismus) zum Thema: „Wie viel Gleichheit ist gerecht?“. Bezogen auf die Emissionsrechte frage ich zum Beispiel, ob es wirklich gerecht ist, dass jedem Menschen eine gleiche Menge an CO2-Emissionen zusteht.”

Vor einer tiefgründigen philosophischen Debatte wäre möglicherweise eine solide naturwissenschaftliche Analyse angezeigt. Welche Klimawandel-Auswirkungen in den Entwicklungsländern sind gemeint? Bislang bewegt sich das Wettergeschehen innerhalb der natürlichen Schwankungsbreite. Dürren traten stets in Zyklen auf. Man muss dazu nur etwas in die Vergangenheit schauen (siehe z.B. unsere Blogbeiträge “Neue Studie in Nature: Ostafrikanischer Dürretrend Teil eines natürlichen Zyklus“, “Deutschlandfunk mit Recherchedefizit: Zweitgrößter See Malawis trocknete schon immer zyklisch aus” und “Alle tausend Jahre eine neue Saheldürre – lange vor dem industriellen CO2“).

Und dann wäre da noch Doktorandin Nummer 3, die Iranerin Zarrin Monajati:

Zarrin Monajati schaut viele iranische Filme – aber nicht in ihrer Freizeit, sondern für ihre Doktorarbeit. Sie will herausfinden, wie die Religionskultur die Haltung des Einzelnen zu Umwelt und Natur beeinflussen kann: “Viele Denker unterschiedlicher Religionen und Kulturen sind sich einig, dass eine gesunde Interaktion zwischen Mensch und Natur und die Lösung der Umweltkrise nur aus den religiösen und spirituellen Grundfesten einer jeden Gesellschaft entstehen kann.”

Monajatis Studie scheint noch am sinnvollsten zu sein, denn es geht um “Umwelt und Natur”, nicht explizit um das CO2. Der Schutz der Umwelt sollte uns alle angehen und wenn die Religion dabei helfen kann, warum nicht.

Ganzen Artikel auf dw.de lesen.

 

George Orwell über Täuschung, Lüge und Wahrheit

In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt

George Orwell (1903-1950),  britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist