Solares Paradoxon Deutschlands, Teil I: Solare Zyklen in der deutschen und der globalen Temperaturmessreihe

Von Steven Michelbach, Geograph

Seit Jahrtausenden wird in vielen Kulturen die Sonne verehrt. Sie ist die wesentliche Energiequelle und die grundlegende Voraussetzung, dass sich Leben auf der Erde entwickeln konnte. Diese Feststellung ist berechtigt und wird allgemein anerkannt. Weniger anerkannt, eher sogar heftig umstritten, ist sonderbarerweise der Einfluss der Sonne auf das Weltklima.

Dabei hinterlassen zyklischen Schwankungen der Sonnenenergie auf der Erde vielfältige Spuren in den verschiedensten Medien. Ein eindrucksvolles Beispiel ist der Einfluss der Sonne auf das Abflussvolumen des Flusses Parana in Südamerika. Dennoch gibt es nur wenig Hinweise, dass sich die Sonnenzyklen auch direkt im Temperaturgeschehen der Erde widerspiegeln. Doch es gibt sie. Der Einfluss der Sonnenaktivität auf die Temperatur der Erde ist im globalen Maßstab und kleinräumig sogar in der Zeitreihe der Temperaturen Deutschlands erkennbar. Reaktionen der Temperatur auf solare Schwankungen im Maßstab des 11-jährigen Sonnenzyklus in der langjährigen Zeitreihe des Deutschen Wetterdienstes werden aufgezeigt. Deutschland im Zugriff der Sonne, das „Solare Paradoxon Deutschlands“!

 

Zyklische Energieschwankungen des Sonnenreaktors

Wer sich intensiv mit der Sonnenaktivität beschäftigt, ist von der unglaublichen Dynamik der Sonne fasziniert. Die Sonne ist riesig. In Abbildung 1 sieht man die Venus bei ihrem Transit vor dem großen Sonnenreaktor. Obwohl sie etwa so groß ist wie die Erde, wirkt die Venus klein und verletzlich. Genau so muss man sich den Anblick der Erde vor der Sonne vorstellen, wenn man vom nächstäußeren Planeten, dem Mars, einen Transit der Erde beobachten würde. Beim Anblick dieses Fotos der NASA stellt sich ganz spontan die Frage, warum sollte das Weltklima nicht vorrangig durch diesen Giganten geprägt werden? Warum sollte stattdessen ein unbedeutendes Spurengas in der Konzentration von marginalen 0,04 % die Atmosphäre anheizen?

Abbildung 1: Der Venustransit am 6. Juni 2012 (NASA). Wie klein und verletzlich die Venus vor der Sonne erscheint, so muss man sich die Erde, vom Mars aus gesehen vorstellen.

 

Die Sonne mit einem Durchmesser von 1.400.000 km wird von 8 Planeten umkreist. Diese machen zusammen nur 0,2 Prozent der Sonnenmasse aus. Mit ihrer Schwerkraft hält die Sonne nicht nur das gesamte Sonnensystem im Zaum, sondern sie liefert auch über die Kernverschmelzung in ihrem Innern unvorstellbare Energiemengen, die ein gigantisches Magnetfeld erzeugen. Dieses reicht 6 Milliarden Kilometer ins Weltall und tritt selbst mit den äußeren Planeten in Wechsel­wirkungen.

Der riesige Glutball hat ein dynamisches Eigenleben. Eine Vielzahl von Wissenschaftlern aus aller Welt hat in den vergangenen Jahrzehnten die Geheimnisse der solaren Rhythmik erforscht und ihren Einfluss auf das Weltklima zum Großteil erklären können. Exemplarisch seien hier erwähnt: Dr. Theodor Landscheidt (1976 und 1988) über die Sonnenaktivität als dominanten Faktor der Klimadynamik, Professor Raimund Leistenschneider über den Einfluss des im Mittel 208-jährigen de Vries/Suess-Zyklus auf das Klima der Erde (2009), Professor Horst Malberg (2011 und 2012) mit seiner Analyse des solaren Effekts und des langfristigen Klimawandels seit 1680, Professor Fritz Vahrenholt und Dr. Sebastian Lüning (2012) „Die kalte Sonne -Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet.“ und generell die Grundlagenforschung der NASA.

Wechsel­wir­kungen zwischen den Planten und der Sonne führen zu Beschleunigungs- und Abbremsvorgängen der Sonnen­rotation. Es kommt zu zyklischen Störungen des Energietransportes aus dem Sonnenkern zur Sonnenoberfläche. Direkte Anzeichen der Energieänderungen sind die zyklischen Schwankungen der Sonnenfleckenzahlen. Die Solarstrahlung variiert während des 11-jährigen Schwabe-Zyklus nur scheinbar unbedeutend mit ca. 0,1 % bei einer Gesamtstrahlung von ca. 1.365 Watt/m². Bei der UV-Strahlung sind es aber bereits bis zu 10 % und bei der Röntgenstrahlung bis 100 %. Die Anzahl der Sonnenstürme, geomagnetic storms, mit  solaren Massenausbrüchen, die innerhalb eines Jahres die Erde treffen, kann in der inaktiven Phase zwischen null und im Höhepunkt eines Zyklus mehr als 70 Stürme pro Jahr betragen. Zusätzlich kommt es zu gravierenden Änderungen der Stärke des Sonnenmagnetfeldes, was den bekannten Svensmark-Effekt in der Atmosphäre auslöst (Henrik Svensmark, 2007). Dieser besagt, dass bei einem schwachen Magnetfeld der Sonne vermehrt galaktische Strahlung auf die Atmosphäre der Erde trifft. Es bilden sich vermehrt Kondensationskeime, die zu stärkerer Wolkenbildung und letztlich zur Abkühlung des Weltklimas führen.

Schwankungen der Sonnenfleckenaktivität, der Solarstrahlung, der UV- und Röntgenstrahlung, des Sonnenwindes, der Sonnenstürme und des solaren Magnetfeldes sind eine ganze Reihe von leistungsstarken Prozessen, welche messbare Zustandsänderungen der Erdatmosphäre auslösen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Forscher überall auf der Erde „Aufzeichnungen“ der schwankenden Sonnenaktivität in den verschiedensten Klimadatenspeichern finden.

 

Weltweite Zeugnisse der zyklischen Aktivität des Sonnenreaktors (weiterlesen …)

Interessenskonflikt vorprogrammiert: Greenpeace-Vergangenheit von Kandidat für IPCC-Vorsitz und PIK-Projektchef gibt Anlass zur Sorge

Nachdem der bisherige Chef des Weltklimarats wegen Vorwürfen sexueller Belästigung zurücktreten musste, ist nun das Rennen um den Vorsitz entbrannt. Sehr gerne würde der Schweizer Thomas Stocker zum Zuge kommen. Er hat sich in den letzten Jahren mustergültig verhalten und die Verbreitung der Klimakatastrophentheorie eifrig gefördert. Dabei verschwendet er keine Zeit mit der Diskussion unbequemer Fakten (siehe “IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker zeigt im Weltwoche-Interview unerklärliche Gedächtnislücken: Die Gesprächsanalyse“) und hat für Pannen stets Sündenböcke parat (siehe “IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker gibt Klimaskeptikern die Schuld an missglücktem IPCC-Berichts-Launch“).

Interesse an der IPCC-Chefrolle hat aber offenbar auch der Klimaaktivist Jean-Pascal van Ypersele. Der Belgier findet nichts Schlimmes daran, von Greenpeace Geld für Studien anzunehmen und gleichzeitig als IPCC-Offizieller tätig zu sein. Mit Interessenskonflikten hatte bereits ex-Chef Pachauri zu kämpfen. Die enge Verflechtung führender Klimaforscher mit Ökoaktivistengruppen wird immer mehr zum Problem für den IPCC. So hatte der WWF es geschafft, eine ganze Reihe von Vertretern in die Autorenschaft des Klimaberichts einzuschleusen. Eigentlich war der IPCC urprünglich als unabhängiges “Schiedsrichtergremium” gebildet worden, was durch die Aktivistenbeteiligung letztendlich ad absurdum geführt wurde.

Am besten wäre ein Neuanfang mit einer neutralen Persönlichkeit. Hier böte sich zum Beispiel die US-Amerikanerin Judith Curry an, die die ideale Vorsitzende für den IPCC wäre. Alternativ wäre auch der Niederländer Richard Tol eine sehr gute Besetzung.

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Weniger fliegen um das Klima zu schützen. Das scheint offenbar nicht für das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) zu gelten. Das PIK betreibt ein gemeinsames Hochschulforschungskolleg in Melbourne mit der dortigen Universität, das mit üppigen Forschungsgeldern und zig Doktoranden ausgestattet ist. Koordinator der Zusammenarbeit ist Malte Meinshausen, der eine lupenreine Greenpeace-Vergangenheit aufweist. Quadrant Online beleuchtete am 28. April 2015 die fragwürdige deutsch-australische Klimaforschungszusammenarbeit und die Wurzeln des Koordinators:

As an individual, Malte Meinshausen had a track record with Greenpeace. One eco-activist tract in 2009 said Meinshausen and his co-worker, Bill Hare, had “long been key members of the Greenpeace International climate team.” Meinshausen’s name was often on Greenpeace press releases in 2001-03. Meinshausen’s and Hare’s research papers and a graph for Greenpeace wound up being cited in the 2007 IPCC report.[2]  (No, Virginia, not all IPCC authors are “essentially humourless scientists in white coats who go around and measure things” as ex-PM Kevin Rudd claimed). Meinshausen today is content with nothing less than a global “zero carbon” target for 2055-70 [3], when he himself will be retired or deceased.

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Das US-amerikanische Umweltbundesamt (EPA)untersucht momentan im Rahmen einer mit 84.000 US$ geförderten Studie, wie man die Lehre der Klimakatastrophe noch effektiver in die Kirchen bringen könnte. Die Washington Free Beacon schrieb hierzu am 27. April 2015:

EPA Spends $84,000 to Study Churches That Preach Climate Change
Researcher to develop workshops for faith leaders to ‘implement sustainability initiatives within their congregations’
The Environmental Protection Agency (EPA) is spending $84,000 to study how churches can be used to combat climate change. A taxpayer-funded graduate fellowship at the University of Michigan in Ann Arbor is examining 17 faith-based institutions that have implemented “sustainability initiatives” in the hopes of developing workshops to teach pastors and other religious leaders how to change the behaviors of their congregants.

Weiterlesen auf Washington Free Beacon.

 

Senckenberg-Studie: Verlust der Artenvielfalt vor allem durch veränderte Landnutzung. Klimawandel spielt nur eine zweitrangige Rolle

Pressemitteilung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vom 12. Mai 2015:

Verlust der Artenvielfalt: Klimawandel zweitrangig

Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und des Forschungsinstituts Senckenberg in Gelnhausen haben erstmals die Auswirkungen des Landnutzungswandels auf die Artenvielfalt in Fließgewässern modelliert. Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Verlust der Biodiversität deutlich stärker durch den Wandel der Landnutzung verursacht wird als durch den globalen Klimawandel. Schutzkonzepte für das wertvolle Ökosystem und die in strömenden Gewässern lebenden Organismen sollten daher angepasst werden. Die Studie ist kürzlich online im Fachjournal „Freshwater Biology“ erschienen.

Flüsse und Bäche sind von der Quelle bis zur Mündung ständig in Bewegung und gehören zu den dynamischsten Lebensräumen der Erde. Obwohl sie nur wenige Prozent der Landfläche einnehmen, beherbergen diese Ökosysteme im naturnahen Zustand eine große Vielzahl an Lebewesen: Insekte, Fische, Algen, Muscheln und Wasserflöhe sind nur einige der Bewohner fließender Gewässer. „Doch Fließgewässer sind auch gleichzeitig die gefährdetsten Ökosysteme weltweit“, warnt Dr. Mathias Kuemmerlen aus der Abteilung für Fließgewässerökologie und Naturschutzforschung des Forschungsinstituts Senckenberg in Gelnhausen. Er ergänzt: „Wie kein anderer Lebensraum reagieren Fließgewässer besonders sensibel auf Umweltveränderungen.“

Der Gelnhausener Biologe hat gemeinsam mit chinesischen und deutschen Kollegen die Fließgewässer eines gut 1700 Quadratkilometer großen Einzugsgebietes in Südchina, das im Einzugsgebiet des Jangtsekiang-Flusses liegt, untersucht. „Wir haben erstmals die Artenvielfalt in Fließgewässern in Verbindung mit dem Wandel der Landnutzung für die Zukunft modelliert“, erklärt Dr. Sonja Jähnig, die am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin forscht und die Studie initiiert hat. Und sie fügt hinzu: „Biodiversitätsverlust wird sehr häufig in Bezug auf den globalen Klimawandel untersucht. Weitere wichtige anthropogene Einflüsse auf die Umwelt – wie der Wandel der Landnutzung – werden dabei oft vernachlässigt.“

Das Wissenschaftlerteam um Kuemmerlen hat daher drei Szenarien für die Entwicklung von in Fließgewässern lebenden Makroinvertebraten – Tiere ohne Wirbelsäule, die man mit bloßem Auge erkennen kann – für die Jahre 2021 bis 2050 modelliert: Die Änderung des Klimas, ein Wandel der Landnutzung und ein kombiniertes Klima- und Landnutzungswandel-Szenario. „Mithilfe unserer Ergebnisse können wir die Veränderungen in den Lebensgemeinschaften wirbelloser Tiere künftig besser verstehen“, so Jähnig.

Die 72 untersuchten in Fließgewässern lebenden Organismen verhalten sich in den Modellen sehr unterschiedlich: Die im Wasser lebende Steinfliege Togoperla sp. verliert beispielsweise im Zuge des Landnutzungswandels 85 Prozent ihres Verbreitungsgebietes in dem untersuchten Einzugsgebiet und ist damit lokal vom Aussterben bedroht. Die Kleinlibelle Protoneuridae sp. dagegen gewinnt 9 Prozent potentiellen Lebensraum hinzu. „Es gibt in allen unseren Modellen ‚Verlierer‘ und ‚Gewinner‘, beim Landnutzungs-, so wie beim Klimawandel. Doch artenübergreifend lässt sich sagen, dass der Wandel der Landnutzung den stärksten negativen Effekt auf die Artenvielfalt in Fließgewässern hat – in diesem Modell nahm die lokale Biodiversität um 20 Prozent ab“, erläutert Kuemmerlen.

Der Klimawandel ist in den Modellen der Wissenschaftler in der Auswirkung auf die Biodiversität in Fließgewässern eher zweitrangig. Kuemmerlen erklärt: „Fließgewässer stehen in einem sehr engen Zusammenhang mit der Landschaft im Einzugsgebiet. Die Artengemeinschaft wird daher sehr stark von der Landnutzung beeinflusst.“ Die Modellergebnisse zeigen außerdem, dass Landnutzungs- und Klimawandel zusammen eine allgemeine Minderung der lokalen Artenvielfalt verursachen könnten. Zudem ist mit Verschiebungen in den Verbreitungsgebieten vieler aquatischer Makroinvertebraten zu rechnen.

Obwohl der Wandel der Landnutzung, beispielsweise die Rodung von Wäldern für die landwirtschaftliche Nutzung, die offensichtlichste Veränderung innerhalb eines Ökosystems ist, wird dieser Faktor laut Kuemmerlen bei der Entwicklung von Schutzkonzepten zu wenig berücksichtigt. „Um die Artenvielfalt zu erhalten, müssen sowohl Änderungen im globalen Klima als auch bei der Landnutzung berücksichtigt werden“, fasst er zusammen.

 

Publikation:
Kuemmerlen, M., Schmalz, B., Cai, Q., Haase, P., Fohrer, N. and Jähnig, S. C. (2015), An attack on two fronts: predicting how changes in land use and climate affect the distribution of stream macroinvertebrates. Freshwater Biology. doi: 10.1111/fwb.12580

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Siehe auch Artikel im Standard.

 

Regierungsberater Oliver Geden: Klimaforscher mit nichtkonformen Ideen sehen sich der Gefahr ausgesetzt, weniger Forschungsgelder und Gremienberufungen zu erhalten

Der Regierungsberater und Experte für Klimpolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, Oliver Geden, beklagte sich jetzt in einem mit ”Grüne Männchen als Retter” betitelten Spiegel-Interview, dass sich einige prominente Klimawissenschaftler zu sehr in die Politik einmischen und sich in ihrer Wichtigkeit überschätzten:

SPIEGEL: Sie behaupten sogar, Klimaforscher, die der Regierung nach dem Mund reden, würden mehr Drittmittel erhalten.

GEDEN: Lassen Sie es mich andersherum formulieren: All diejenigen Forscher, die bei diesem Spiel nicht mitmachen, sehen sich der Gefahr ausgesetzt, weniger Forschungsgelder und Gremienberufungen zu erhalten. Tendenziell sind diejenigen besser dran, die den Wünschen der Politik mit Studien und Modellen nachkommen. Wobei ich nicht allen unterstellen möchte, sie täten es wegen des Geldes. Viele Klimaforscher sind Idealisten und wollen die Welt retten; sie haben Angst davor, dass sich Fatalismus in der Klimapolitik breitmacht, wenn sie das Zwei-Grad-Ziel aufgeben.

SPIEGEL: Überschätzen sich manche Klimawissenschaftler?

GEDEN: Ihr Geltungsanspruch ist in der Tat einzigartig. Viele von ihnen glauben daran, das Erdsystem wäre steuerbar – das ist Hybris. Der „Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen“ hat 2011 im Kampf gegen die globale Erwärmung sogar eine große Transformation der Weltgesellschaft vorgeschlagen – es war das erste Werk, das nach dem Ende des Kommunismus die ganze Welt nach einem Plan umstrukturieren wollte. Auf eine solche Idee kommen heute nur noch Klimaforscher.

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Die IPCC-Mannschaft kämpft hartnäckig für die von ihr so geliebte Klimakatastrophe. Obwohl die Wissenschaft noch immer keinen Trend bei Starkregen, Dürren und anderem Extremwetterunbill für die vergangenen 150 Jahre finden konnte, modelliert die Weltklimarats-Truppe munter vor sich hin und streut in der Presse gruselige Schauermärchen. Die Zukunft wird schlimm, ganz schlimm. Die letzte Glocke naht. Ganz aktuell wäre da ein Paper im IPCC-nahen Alarmblatt Nature Climate Change unter Beteiligung von IPCC-Autor Reto Knutti zu nennen. Die Wochenzeitung Die Zeit war hellauf begeistert und berichtete umgehend:

Steigende Temperaturen und steigender Meeresspiegel treffen auf schmelzende Gletscher – die Folgen der Erderwärmung zeigen sich in vielen Varianten. Doch mittlerweile sind längst nicht nur solch schleichende Konsequenzen zu verzeichnen. Der Klimawandel fördert auch extreme, plötzlich auftretende Wetterereignisse, wie Hitzewellen und Starkregen. Das zumindest zeigen Berechnungen eines Schweizer Forscherteams (Fischer & Knutti, 2015).

Zu blöd. In Realität ist das ganze Gegenteil eingetroffen, trotz knapp einem Grad Erwärmung. Siehe “Überraschung: Globale Niederschläge sind in den letzten 70 Jahren weniger extrem geworden“.  Lustig auch diese Passage im Zeit-Artikel:

Weil kein Ende der Erwärmung in Sicht ist, untersuchten die Forscher zudem, wie häufig Extremwetterlagen abhängig vom künftigen Anstieg der Temperaturen auftreten werden.

Kein Ende der Erwärmung, naja. Seit 1998 ist es nicht mehr wärmer geworden. Toller Schnitzer. Natürlich wissen viele der Kollegen, dass es sich hier um ein maßgeschneidertes Paper mit reichlich “wäre, könnte, würde” handelt. Man lässt sich Hintertürchen offen:

Der Klimatologe Peter Stott betont in einem Begleitartikel, weitere Forschung sei nötig, um regionale Auswirkungen zu berechnen. Auch sei anhand der Berechnungen von Fischers Team noch nicht möglich, verschiedene menschengemachte Einflüsse auf das Klima zu unterscheiden.

Meint er vielleicht so etwas hier?: “Neue begutachtete Studie in Nature Climate Change: Klimawandel lässt Hochwasser in Europa wohl in Zukunft seltener werden“.

Natürlich hat das SRF auch Spaß an der Knutti-Story:

Nun zeigt eine Schweizer Studie: Fast drei Viertel aller extremen Hitzetage sind menschengemacht, und etwa ein Fünftel aller extrem starken Niederschläge.

Aber genau benennen will niemand die angeblich anthropogenen Hitzewellen. So bleibt es einfach eine unbelegte Behauptung. Bei näherem Hinschauen gibt es für alle prominente Hitzewellen der letzten Jahre gute natürliche Erklärungen. Siehe “Fata Morgana: Potsdamer Hypothese überwiegend menschengemachter Hitzewellen bestätigt sich nicht“. Die IPCC-Foscher machen sich unterdessen selber Mut und loben sich gegenseitig, wenn schon niemand von außen loben will. Im SRF freut sich zum Beispiel der Hamburger Klimamodellierer Marotzke sehr über Knuttis Ideen:

Der Klimatologe Jochem Marotzke vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie lobt die Studie – sie sei gut gemacht und wichtig: «Die Anzahl der Extrem-Ereignisse, die bereits vom Menschen verursacht sind, ist bemerkenswert.»

Nicht einmal der IPCC konnte in seinem letzten Bericht Beweise für eine Zunahme menschengemachter Extremwetterereignisse finden, seltsam. Und auch bei den Versicherern macht man sich allmählich Sorgen, dass die Schäden eher zurück- als zunehmen. Siehe: “Überraschung bei der Münchener Rückversicherung: Weniger Schäden durch Naturkatastrophen“.

Wahrlich sehr erheiternd, wie Knuttis Mannschaft mit ihren “Garbage in, Garbage out” Computer Simulationen beweisen will, dass das real nicht gestiegene Extremwetter schon jetzt – also ohne jede signifikante Zunahme – grösstenteils menschengemacht sei. Traurig nur, dass die Schweizer und deutschen Mainstream-Medien, solche “Weisheiten” sofort und ohne einen Hauch von Zweifel unter die Menschheit streuen.

 

E-Bike rettet Bäume. Wie funktionierts?

Unser Leser Dr. med Klaus Rocholl ist kürzlich auf eine Kuriosität gestoßen, die es wohl nur im Zeitalter von Klimaangst und CO2-Phobie geben kann. Rocholl schrieb uns:

Ich habe mir – aus Spaß am Objekt und nicht aus ideologischen Gründen – ein e-Bike zugelegt. Es handelt sich um ein Bike mit einem Bosch-Antrieb (Performance Line) und dem dazugehörigen, mindestens auf den ersten Eindruck auch sehr guten, Nyon Bordcomputer. Dieser ist mit Handy und WLAN zum Internet verbunden und kann über eine von Bosch bereitgestellte Homepage programmiert und ausgewertet werden. Neben zig mehr oder weniger nützlichen Funktionen gibt es hier das “Dashboard”, auf dem man “Infos” über den “Erfolg” des bisher betriebenen e-bikings präsentiert bekommt – so zum Beispiel eingespartes Geld (anhand irgendwie “durchschnittlicher” Benzinpreise), vor allem aber gibt es eine Anzeige zu “GERETTETEN BÄUMEN”, berechnet über die CO2-Einsparung. Bei der Präsentation des Geräts durch den Fahrradhändler habe ich mir erlaubt nachzufragen, wie man durch CO2-Einsparung denn Bäume RETTEN kann… die brauchen doch CO2 zum leben, und durch Entzug der Überlebensgrundlage könne man doch keine Bäume retten. Dies ließ den guten Mann etwas ratlos zurück…

Auf der Homepage des Herstellers finden wir in der Tat die Baumrettungsanzeige:

 

Die Formel und Grundlage zur Berechnung der geretteten Bäume bleibt schleierhaft. Wird hier vielleicht berücksichtigt, dass PKWs mit Bäumen kollidieren könnten und diese dann zu Fall bringen? Und wenn ein E-bike gegen einen Baum fährt, wird eher der E-bike-Fahrer zu Fall gebracht. Die Bäume danken es.

Oder versteckt sich im Nyon-Computer möglicherweise ein komplexes Klimamodell, dass ständig im Hintergrund mitläuft und Baumprognosen für die kommenden 50 Jahre rechnet? Falls ja, mit welcher CO2-Klimasensitivität? Wichtig: Baum ist nicht Baum. In der nächsten Version sollten die E-Bike-Macher auf jeden Fall zwischen Bäumen aus den Tropen und den Mittleren Breiten unterscheiden, die klimatisch anders reagieren. Vielleicht wäre ein Baumgrunddatensatz aus 150 Arten zunächst ausreichend, um die Baumrettungsberechnung nachhaltig und zuverlässig zu gestalten. Bei Interesse helfen wir gerne bei der Konzeption mit.

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Angesichts der zahlreichen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit nachträglichen “Korrekturen” von Temperaturdatensätzen, hat nun die britische Global Warming Policy Foundation (GWPF) die Initiative ergriffen und eine unabhängige Untersuchung in Auftrag gegeben. Am 25. April 2015 informierte die in London beheimatete Organisation über die Studie, an der ein internationales Team aus angesehenen Klimatologen, Physikern und Statistikern beteiligt sein wird:

The London-based think-tank the Global Warming Policy Foundation is today launching a major inquiry into the integrity of the official global surface temperature records.
An international team of eminent climatologists, physicists and statisticians has been assembled under the chairmanship of Professor Terence Kealey, the former vice-chancellor of the University of Buckingham.

Questions have been raised about the reliability of the surface temperature data and the extent to which apparent warming trends may be artefacts of adjustments made after the data are collected. The inquiry will review the technical challenges in accurately measuring surface temperature, and will assess the extent of adjustments to the data, their integrity and whether they tend to increase or decrease the warming trend. Launching the inquiry, Professor Kealey said:

“Many people have found the extent of adjustments to the data surprising. While we believe that the 20th century warming is real, we are concerned by claims that the actual trend is different from – or less certain than – has been suggested. We hope to perform a valuable public service by getting everything out into the open.” 

To coincide with the inquiry launch Professor Kealey has issued a call for evidence:

“We hope that people who are concerned with the integrity of climate science, from all sides of the debate, will help us to get to the bottom of these questions by telling us what they know about the temperature records and the adjustments made to them. The team approaches the subject as open-minded scientists – we intend to let the science do the talking. Our goal is to help the public understand the challenges in assembling climate data sets, the influence of adjustments and modifications to the data, and whether they are justifiable or not.”

All submissions will be published. 

Further details of the inquiry, its remit and the team involved can be seen on its website www.tempdatareview.org

The Telegraph berichtete:

Top scientists start to examine fiddled global warming figures
The Global Warming Policy Foundation has enlisted an international team of five distinguished scientists to carry out a full inquiry

Weiterlesen in The Telegraph

 

Um Antwort wird gebeten: Weshalb lässt das AWI die heißen 1930er Jahre auf Spitzbergen unerwähnt?

An: Dr. Roland Neuber, wissenschaftlicher Koordinator der Forschungsgruppe AWIPEV, Alfred-Wegener-Institut Potsdam
Von: Dr. Sebastian Lüning

Gesendet: 15.5.2015
Antwort: unbeantwortet

 

Sehr geehrter Herr Dr. Neuber,

Am 9. April 2015 erschien auf der Webplattform “Entwicklungspolitik Online” (epo online) der Beitrag “Klimawandel: Arktische Lufttemperatur steigt um 1,3 Grad pro Jahrzehnt”, bei dem es um den kürzlichen Besuch der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, auf Spitzbergen geht. In dem Artikel wird die von Ihnen koordinierte Forschungsgruppe AWIPEV wie folgt zitiert:

“Seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen im Jahr 1993 haben sich die Lufttemperaturen auf Spitzbergen im Jahresmittel um 1,3 Grad Celsius pro Jahrzehnt erhöht.”

Dies ist sicher richtig. Allerdings hätte meines Erachtens auch unbedingt erwähnt werden müssen, dass es zwischen 1940 und 1970 eine Abkühlung um genau denselben Betrag gegeben hat, den sich Spitzbergen in den letzten 40 Jahren dann wieder erwärmt hat. Ich beziehe mich auf die GISS-Temperaturreihe für Spitzbergen, siehe http://www.kaltesonne.de/news1-6/  Letztendlich scheinen die heutigen Temperaturen nach Ablauf eines vollen Warm-Kalt-Warm-Zyklus also wieder auf dem Niveau von 1930 zu liegen.

Meine Frage an Sie: Hatte die AWIPEV-Delegation die Ministerin und mitreisende Presse auf diesen wichtigen Kontext hingewiesen? Wie konnte es im epo-online-Artikel zu dieser Auslassung kommen, die die Klimasituation Spitzbergens nun plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt?

Im Sinne der Transparenz würde ich Ihre Antwort gerne auf www.kaltesonne.de abdrucken.

Mit besten Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

 

Streichung von Klimafördergeldern macht kreativ: Klimawissenschaftler wollen sich ab sofort an der Suche nach außerirdischem Leben beteiligen

Klimawandel überall. Eine britische Forschergruppe hat nach langjährigen Studien nun herausgefunden, dass sich auch der Musikgeschmack der Bevölkerung im Zuge des Klimawandels ändert. Eine ganz wichtige Erkenntnis.

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Die Klimawissenschaften befinden sich in einer Krise. Die Temperaturen wollen seit nunmehr 17 Jahren einfach nicht mehr ansteigen, und es mehren sich die Stimmen, dass man die Klimawirksamkeit des CO2 wohl überschätzt hat. In den USA und Australien hat man bereits begonnen, die Fördermittel für die Klimasparte kräftig zurückzufahren. Nun ist guter Rat teuer. Wohin mit dem Klimawissenschaftler-Überschuss? In den USA hat das NASA-eigene GISS-Klimainstitut bereits erste Strategien entwickelt. Man möchte sich ab sofort an der Suche nach außerirdischem Leben beteiligen. Nature berichtete am 17. April 2015:

Climate scientists join search for alien Earths
The hunt for life beyond the Solar System is gaining new partners: NASA climatologists. After more than 30 years of studying Earth, a team at the NASA Goddard Institute for Space Studies (GISS) in New York will adapt its global climate model to simulate conditions on potentially habitable exoplanets. The effort is part of a broader push to identify Earth-like worlds that NASA will launch on 20 April at a meeting in Washington DC.

Weiterlesen in Nature.

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Die linke taz liebt die Klimakatastrophe. Um diese zu feiern, gibt sie regelmäßig ein Magazin mit dem Titel “zeozwei” heraus, das prominenten Anhängern des Klimaalarms eine Bühne bietet. Dabei kann man im April-2015-Heft Beiträge mit Titeln wie “Zu viel individuelle Freiheit, zu wenig großes Ganzes?” bestaunen, die man eher in diktatorischen Ländern erwartet hätte. Sehnsucht nach der guten alten DDR, wo der Freiheit enge Grenzen gesetzt wurde?

Zu den Autoren des besagten Heftes gehört auch der unvermeidliche Stefan Rahmstorf. Er meint, er hätte die Ursache des Syrien-Krieges herausgeforscht: “Erst die Dürre, dann der Krieg”. Wieder einmal steht er mit seiner schrägen Theorie ziemlich allein da (siehe unseren Blogbeitrag “Löste Klimawandel den Syrien-Krieg aus? Spiegel Online meldet Zweifel an“). Natürlich verliert Rahmstorf kein Wort über Ergebnisse anderer Kollegen, die im Mittelmeerraum eine starke natürliche Dürrezyklik identifiziert haben (siehe “35-köpfige EU-Forschergruppe: Dürren im Mittelmeerraum stark an Sonnenaktivitätsschwankungen gekoppelt. Aber schade, die Presse interessiert es nicht“). Und natürlich hatten die taz und zeozwei nicht über diese Studien berichtet.

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Wasser predigen und Wein trinken: “Klimaretter” Leonardo DiCaprio ist nun dabei ertappt worden, wie er das Klima böswillig geschädigt hat. VIP.de enthüllte am 18. April 2015:

Ein Flug nach dem anderen
Leonardo DiCaprio (40, “The Wolf of Wall Street”) wird von “Daily Mail” als “Öko-Krieger” betitelt. Doch wie das britische Nachrichtenportal im Zuge dessen berichtet, fördert auch der bekennende Umweltschützer die globale Erderwärmung. So soll er im vergangenen Jahr in nur sechs Wochen ganze sechs Mal mit einem Privat-Jet durch die Gegend gereist sein.

Weiterlesen auf VIP.de.

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Kuh-Mobbing in der Neuen Osnabrücker Zeitung am 18. April 2015:

Die Kühe und der Klimawandel
ine fleischarme Ernährung dient dem Klimaschutz. Darauf weist Lisa Josef, Pressesprecherin des Zoos Osnabrück, in ihrem Nachhaltigkeitstipp, hin. Sind tatsächlich Kuhpupse mitschuldig am Klimawandel? Ja, denn dabei tritt auch Methan aus, das den Klimawandel mitverursacht. Doch noch schädlicher ist der Kunstdünger, der für den Futteranbau für Masttiere produziert und verwendet wird. Dabei entsteht nämlich Lachgas, das für das Klima 300-mal schädlicher ist als CO2.

Ob die Löwen im Osnabrücker Zoo aus Klimaschutzgründen jetzt nur noch Tofu gefüttert bekommen? Zum Glück ist es nicht so schlimm wie Frau Josef behauptet. Siehe unseren Beitrag “Die Kuh ist kein Klimakiller“.

 

In den nordöstlichen USA hat es im Winter 2014/15 so viel geschneit wie seit 300 Jahren nicht mehr

Eine neue Studie in den Geophysical Research Letters kam nun zu dem Schluss, dass Operations-Narkosemittel in Krankenhäusern in hohem Maße klimaschädlich sind. UPI berichtete am 7. April 2015:

Your surgery is warming the planet, a little
“Health care in and of itself in the U.S. is one of the worst polluting industries,” said anesthesiologist Jodi Sherman.

Weiterlesen auf UPI.

Nun ist guter Rat teuer. Vermutlich müsssen die Patienten demnächst wieder wie in guten alten Zeiten mit dem Holzhammer – aus ökologischem Waldbau natürlich – bewusstlos geschlagen werden.

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Noch immer gibt es in den Klimawissenschaften große Rätsel zu bestaunen. Über eines davon schrieb am 8. April 2015 Axel Bojanowski in Spiegel Online:

Meeresforschung: Riesige Warmwasser-Lache im Pazifik erstaunt Forscher
2000 Kilometer breit und 100 Meter tief: Ein gewaltiger Fleck warmen Wassers vor der Westküste der USA sorgt für Unwetter, lässt Tiere sterben – und bringt tropische Wesen nach Norden. Doch woher kommt der Strudel?

Weiterlesen auf Spiegel Online.

Dabei fällt im gesamten Artikel nicht ein einziges Mal das Wort “Klimawandel”. Respekt.

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Wussten Sie schon: In Japan werden derzeit 43 neue Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von mehr als 21 Gigawatt geplant.

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Der Klimawandel bricht alle Rekorde: In den nordöstlichen USA hat es letzten Winter so viel geschneit wie seit 300 Jahren nicht mehr. Im Daily Caller war hierzu am 10. April 2015 zu lesen:

This past winter broke tons of low temperature records across the eastern seaboard, but would you have guessed the Northeast just had the snowiest winter since the “Little Ice Age”? “Looking back through accounts of big snows in New England by the late weather historian David Ludlum, it appears for the eastern areas, this winters snowblitz may have delivered the most snow since perhaps 1717,” wrote seasoned meteorologist Joe D’Aleo with Weatherbell Analytics.

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In Kanada stapften kürzlich tausende von Aktivisten durch den Schnee, um gegen die Klimaerwärmung zu protestieren.

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Die Helmholtz Gemeinschaft meldete am 13. April 2015:

Klima: Hitzeschock im Baikalsee
Hält die einzigartige Tierwelt des Baikalsees dem Klimawandel stand?
[...] Die Temperaturen im See sind sehr niedrig. Die durchschnittliche Wassertemperatur beträgt das ganze Jahr über nur etwa sechs Grad Celsius. Das Wasser ist arm an Mineralien und Nährstoffen, aber sehr sauerstoffreich, sogar bis in Tiefen von über 1.600 Metern. Die Tierwelt des Baikalsees hat sich an diese besonderen Bedingungen angepasst. Tierarten aus anderen Lebensräumen konnten sich im Baikalsee nicht etablieren. Bis jetzt: Es ist zu befürchten, dass sich dies durch den fortschreitenden Klimawandel ändern könnte. Denn die Auswirkungen des Klimawandels sind auch am Baikalsee nicht spurlos vorübergegangen: „Die durchschnittliche Wassertemperatur ist in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen. Und die Zeit, in der der See im Winter mit Eis bedeckt ist, ist deutlich kürzer geworden“, sagt Luckenbach. „Außerdem sind im Wasser des Sees Chemikalien nachweisbar, die durch den Menschen in die Umwelt eingebracht wurden. Bedenkt man die über lange Zeit stabilen Umweltbedingungen des Baikalsees, so sind diese Veränderungen dramatisch.“

Eine Kleinigkeit wird dann im Artikel leider doch vergessen zu erwähnen: Im Laufe der vergangenen Jahrtausende haben sich die Temperaturen im Baikalsee zyklisch verändert. Siehe unseren Blogbeitrag “Studie der University of Alberta: Tausendjährige Klimazyklen am Baikalsee durch Sonnenaktivitätsschwankungen ausgelöst“. Mal war es im Baikalsee kalt, mal war es warm. Die Frage muss erlaubt sein: Wenn die Tierwelt in der Vergangenheit mit diesen Schwankungen klargekommen ist, wieso sollte sie es dann heute nicht mehr können?

Die Pressestelle der Helmholtz Gemeinschaft reagierte freundlicherweise 20. Mai 2015 auf die auf der Helmholtz-Webseite hinterlassene Frage und bot folgenden Erklärungsversuch an: (weiterlesen …)

Steigender oder fallender Wasserstand der Great Lakes: Schuld hat stets der Klimawandel

Das schweizerische Boulevardblatt Blick brachte am 25. April 2015 einen Artikel, der einen klassischen Denkfehler enthält:

Arktis-Staaten beraten über Klimawandel
[...] Der Klimawandel sei eine der grössten Herausforderungen überhaupt, sagte US-Aussenminister John Kerry. “Wir tun die notwendigen Schritte, um uns auf den Klimawandel vorzubereiten, aber wir teilen auch eine Verantwortung, um alles uns Mögliche zu tun, um die Erwärmung zu verlangsamen”, fügte er hinzu. Die Arktis erwärmt sich zweimal schneller als der Rest der Welt. Im vergangenen Winter war das Packeis nach US-Angaben so stark geschmolzen wie seit Beginn der Satellitenbeobachtung Ende der 70er Jahre nicht. Das Schmelzen des Packeises lässt den Meeresspiegel dramatisch ansteigen, öffnet aber auch neue Handelsrouten zwischen Asien und Europa. Zudem weckt es Begehrlichkeiten wegen freiwerdender riesiger Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Mit Packeis ist das Meereis gemeint. Die gute Nachricht: Wenn das Meereis schmilzt, steigt der Meeresspiegel nicht nennenswert an. Das Meereis verdrängt so viel Wasser, wie es selber an Volumen beisteuert, wenn es schmilzt. Sehr peinlich. Aber auch die Behauptung, die Arktis erwärme sich zweimal schneller als der Rest der Welt ist irreführend. Hier werden zyklische Entwicklungen, Datenlücken und Temperaturkorrekturen einfach übersehen. Siehe unseren Blogbeitrag “Arktische Turboerwärmung auf dem Prüfstand: Ein Konzept auf wackeligen Beinen“.

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Auf dem historischen Höhepunkt des Klimaalarms, im Jahr 2007, vermeldete Der Standard einen vermuteten Klimawandelschaden von den Great Lakes in den USA:

Größter See Nordamerikas auf tiefstem Wasserstand seit 81 Jahren: Zusammenhang mit Klimawandel wird befürchtet
Der Obere See, der größte der fünf großen Seen zwischen den USA und Kanada, ist einem Zeitungsbericht zufolge auf den tiefsten Wasserstand seit 81 Jahren gesunken. Der Wasserspiegel liegt laut “USA Today” 50 Zentimeter unter dem Durchschnitt und 30 Zentimeter unter dem Tiefststand vom vergangenen Jahr. Wissenschafter der Universität von Minnesota untersuchten derzeit, ob der Wasserverlust mit der globalen Erwärmung zusammenhängt. Die Durchschnittstemperatur des Wassers sei seit 1979 um ungefähr zwei Grad gestiegen.

Man konnte sich damals vor acht Jahren einfach nicht vorstellen, dass es eine natürliche Klimavariabilität gibt, die den Wasserstand beeinflussen könnte. Jede Veränderung schlug man automatisch dem menschengemachten Klimawandel zu. Geologen konnten zwischenzeitlich jeoch die natürliche Zyklik des Wasserstands eindrucksvoll dokumentieren (siehe unseren Blogartikel “Wasserstand der Großen Seen in Nordamerika schwankte die letzten 70 Jahre im 12-Jahrestakt: Steckt die Sonne dahinter?“).

Mittlerweile sind auch die letzten Klimaalarmisten verstummt, wenn es ums Thema “Große Seen” geht. Denn der Wasserstand der Great Lakes ist in den vergangenen Jahren raketenhaft nach oben geschossen und liegt nun deutlich über dem langjährigen Durchschnittswert. Nun macht man sich nicht mehr Sorgen über Wassermangel, sondern Überflutungen. Die Internetplattform Capcon fasste die für IPCC-Anhänger peinliche Thematik sehr schön im folgenden Artikel zusammen:

Low or High, Great Lakes Water Levels Always Blamed on Global Warming
Michigan legislators once tried restricting the sale of bottled water for fear of running out. Today, water levels are once again high and rising. Last spring, Great Lakes water levels rose above what’s considered average, based on the brief 97-year period that they have been continuously measured. Since then, the lakes have risen enough to cause the sort of concerns associated with high-water periods of the Great Lakes cycle. Those concerns include disappearing beaches, flooding near waterfront dwellings, menacing waves, and even trouble for rescue teams. Great Lakes water levels rose so quickly compared to other periods that numerous claims – posted on various websites during the most recent trough of the cycle – that low-water levels were evidence of man-made global warming still reside on the Internet. Other residue from the low water level period includes echoes of the political clamor it caused in the mid-2000s. The 2000 to 2013 low-water level period of the Great Lakes cycle lasted a few years longer than the declines that began in 1926 and 1964. It also became politicized. Former Gov. Jennifer Granholm seized the issue and made it her own.

Weiterlesen auf Capcon.

 

Norwegens Finanzministerin zweifelt daran, dass der Mensch Hauptursache des Klimawandels ist

Norwegens Finanzministerin Siv Jensen hat im April 2015 in einem Interview mit der Zeitung Aftenposten Zweifel angemeldet, dass der Mensch als Haupttreiber hinter dem Klimawandel des 20. Jahrhunderts steckt. Die ABC News (via WUWT) berichteten:

Norway’s finance minister says she doubts that global warming is man-made, seemingly contradicting the country’s official position in U.N. climate talks. In an on-camera interview posted on the Aftenposten newspaper’s website on Tuesday, Siv Jensen answered “no” to a question about whether she was convinced that climate change was caused by humans. Asked to clarify whether she was in doubt about man-made warming, she said “yes.”

Die mutige Positionierung der norwegischen Ministerin passt gut in die realistische Sichtweise der Forschungsinstitutionen Norwegens, die wir an dieser Stelle bereits mehrfach thematisiert haben:

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Das SRF vermeldete am 23. April 2015 eine schlimme “Klimapanne” aus der Schweiz:

Klimawandel: Warum es in den Bergen trotzdem kälter wurde
Im Winter 2011/12 mass man auf dem Jungfraujoch den kältesten Winter seit über 40 Jahren. Und in den vergangenen 20 Jahren wurden die Winter in den Schweizer Bergen deutlich kühler – trotz Klima-Erwärmung. Deutsche Forscher erklären nun, dass gerade der Klimawandel die Ursache sei.

Winter immer kälter. Wie passt das zu den Warnungen an die Skiliftbetreiber in den Alpen, dass ihnen demnächst wohl der Schnee ausgehen wird? Die Schweizer sind verzweifelt:

«Das ist eine signifikante Abkühlung», erklärt Stephan Bader vom Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie ( MeteoSchweiz), «seit Anfang der 90er-Jahre stellen wir in den Gebirgsregionen einen Abwärtstrend fest. Heute sind wir wieder ungefähr im gleichen Bereich wie vor dem Temperatursprung Ende der 80er-Jahre.»

Wird der IPCC jetzt den Schweizern die Weltklimaratszentrale in Genf wegnehmen? Deutsche IPCC-Freunde springen den Nachbarn zur Seite:

Einen Erklärungsversuch präsentierten Klimaforscher des deutschen Alfred-Wegener-Instituts. Kältere Winter, so die Fachleute, gebe es nicht trotz Klimaerwärmung, sondern gerade wegen ihr. Die Ursache für die Abkühlung in West- und Mitteleuropa sehen sie in der fernen Arktis: Der Temperaturunterschied zwischen der kalten Arktis und den warmen Tropen verursache Westwinde, die im Winter eher mildere Luft zu uns bringen.

Eine nett gemeinte Hilfestellung. Allerdings hatte sich die renommierte ETH-Zürich bereits mit dieser Idee beschäftigt und sie als untauglich verworfen (siehe unseren Blogbeitrag “Neue Studie der ETH Zürich lehnt schwindendes arktisches Meereis als Hauptauslöser für kalte europäische Winter ab“). Es wird daher allmählich brenzlig im Alpenlande. Ganz offensichtlich boykottiert die heimische Bergwelt die Erwärmungsvorgaben des Weltklimarats. Reise in eine ungewisse Zukunft…

Eine ganz andere Strategie als das SRF scheint das Boulevardblatt Blick zu fahren. Hier ignoriert man einfach die wissenschaftlichen Fakten und behauptet frech das Gegenteil. Offenbar fühlt man sich ziemlich sicher, dass niemand aus der Leserschaft die Fachliteratur und wahren Daten kennt. Blick.ch behauptete am 24. April 2015 frech:

Klimawandel: In den Bergen wird es schneller warm
In Hochgebirgen wie den Alpen, den Rocky Mountains und dem Himalaya schreitet der Klimawandel schneller voran als in Tiefländern. Wassermangel könnte schnell zum Problem werden.

Siehe auch unseren Beitrag "Bald kein Schnee mehr in den Schweizer Alpen? MeteoSwiss-Studie widerspricht und belegt Zunahme der Schneemengen seit 2000".

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Es ist schon kurios: Keines der IPCC-Klimamodelle hat die Erwärmungspause der letzten 17 Jahre vorhergesagt. Eine böse Panne. Forscher wie Stefan Rahmstorf waren bestürzt und stritten öffentlich ab, dass es überhaupt eine Pause im Temperaturanstieg gäbe. Diese Strategie konnte auf lange Sicht natürlich nicht erfolgreich sein. Am 23. April 2015 publizierte eine Forschergruppe um Matthew England einen Artikel in Nature Climate Change, in dessen Titel der Erwärmungshiatus nun auch endlich offiziell eingeräumt wird:

Robust warming projections despite the recent hiatus

In der Kurzfassung der Arbeit heißt es:

The hiatus in warming has led to questions about the reliability of long-term projections, yet here we show they are statistically unchanged when considering only ensemble members that capture the recent hiatus. This demonstrates the robust nature of twenty-first century warming projections.

Eine tolle Strategie. 95% aller Modelle liegen falsch (siehe Abbildung von Roy Spencer). Also nimmt man einfach die verbliebenen 5% der Modelle und erklärt sie kurzerhand als “robust” und verlässlich prognosefähig. Eine echte Witznummer.