Der Einfluss des Klimawandels auf die Siegerzeiten des Boston-Marathons

Die American Geophysical Union (AGU) richtet alljährlich mehrere große Konferenzen aus, bei denen die Klimawissenschaften eine wichtige Rolle einnehmen. Die AGU bietet einige Vorträge nun als kostenfreien view-on-demand-Dienst an. Eine Übersicht der entsprechenden Vorträge von der Herbst 2016-Tagung gibt es hier. Registrierung und Erläuterungen zum Service hier.

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Umweltschutz liegt uns allen am Herzen. Während man früher seinen Müll einfach in den Wald kippte, gibt es heute gut funktionierende Abfallrücknahmesysteme. Leider gibt es aber auch heute noch immer einige Schwarze Schafe, die die Umwelt mit Füßen treten. Für diese wurden umfangreiche Umwelt-Bußgelder entworfen, die von Fehlverhalten abschrecken sollen. Die Internetplattform bussgeldkatalog.net bietet eine Übersicht über die Umwelt-Bußgelder in Deutschland an:

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Allmählich stellt sich Routine ein. Wenn ein Winter warm war, war es der Klimawandel. Wenn ein Winter kalt war, war es ebenso der Klimawandel. Ein tolles System, ausgedacht von Potsdamer Klimaforschern, in Kooperation mit der örtlichen Presse. So berichtete die Potsdamer Neueste Presse am 11. Januar 2017:

Klimaforschung in Potsdam Eisverlust am Nordpol führt zu Kälteeinbrüchen in Mitteleuropa

Ok, kennen wir schon, langweilig. Fachkollegen sind angesichts des wilden Potsdamer Treibens entsetzt. Siehe:

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Krampfhaft versuchen Wissenschaftler aller Disziplinen in ihren Projektanträgen einen Bezug zum Klimawandel zu konstruieren, denn nur dann fließen die üppigen Forschungsgelder. Einer der skurrilen Höhepunkte ist sicher diese Studie von Abraham Miller-Rushing und Kollegen, die 2012 in PLOS One erschien:

Effects of Warming Temperatures on Winning Times in the Boston Marathon
It is not known whether global warming will affect winning times in endurance events, and counterbalance improvements in race performances that have occurred over the past century. We examined a time series (1933–2004) from the Boston Marathon to test for an effect of warming on winning times by men and women. We found that warmer temperatures and headwinds on the day of the race slow winning times. However, 1.6°C warming in annual temperatures in Boston between 1933 and 2004 did not consistently slow winning times because of high variability in temperatures on race day. Starting times for the race changed to earlier in the day beginning in 2006, making it difficult to anticipate effects of future warming on winning times. However, our models indicate that if race starting times had not changed and average race day temperatures had warmed by 0.058°C/yr, a high-end estimate, we would have had a 95% chance of detecting a consistent slowing of winning marathon times by 2100. If average race day temperatures had warmed by 0.028°C/yr, a mid-range estimate, we would have had a 64% chance of detecting a consistent slowing of winning times by 2100.

Hätte, hätte, Fahrradkette.

Hier die Gewinner-Zeiten zum Überprüfen: Männer, Frauen

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Vermeintliche Sensation auf focus.de am 22. November 2016:

Mysteriöse Strukturen: Schneepyramiden in der Antarktis entdeckt – muss die Geschichte umgeschrieben werden?

Die Entdeckung einer Reihe von pyramidenartigen Strukturen in der Antarktis verblüfft Wissenschaftler auf der ganzen Welt. Die schneebedeckten Strukturen ähneln stark den berühmten ägyptischen Pyramiden von Gizeh.

Während die größte Pyramide in Gizeh eine durchschnittliche Basislänge von 230 Metern hat, beträgt die Seitenlänge des Gebildes in der Antarktis im Satellitenbild ca. 400 Meter. Es lassen sich ähnliche Winkelverhältnisse wie bei den Pyramiden in Gizeh vermuten.

Auf Google Earth sind die mysteriösen Strukturen unter dem Längengrad -79.977277 und dem Breitengrad -81.961749 zu bestaunen.

Weiterlesen und Video auf focus.de

Natürlich wird dann noch schnell der Klimawandel hineingemischt, fertig ist die perfekte Story. Tja, das Problem dabei ist leider, dass die meisten Naturkommentatoren die Natur nur noch aus dem Computer und der Zeitung kennen und sich regelrecht vor ihr fürchten. Anstatt in Wäldern und an den Küsten zu wandern, geht man lieber gegen seinen Lieblings- und Universalgegner an, das böse CO2. Im Gegensatz hierzu hat sich Kalte-Sonne-Coautor Sebastian Lüning in die Welt hinaus gewagt. Im Zuge zahlreicher Sahara- und anderer Wüsten-Expeditionen hat er ebenfalls pyramidenähnliche Bergkuppen angetroffen, z.B. auf dem Sinai. Die Pyramidenstruktur ist ein natürliches Phänomen der Verwitterung, eine Funktion von Gesteinstyp und Verwitterungsprozessen. Da wundert die Aufregung über die Pyramidenberge in der Antarktis schon sehr. Wenn Couchpotatoes uns die Natur erklären, weiß man, dass im Bereich der Naturwissenschaften und ihrer medialen Berichterstattung etwas falsch läuft.

 

Buchrezension zum neuen Klimabericht für die Nordseeregion: Wieder bleibt es vor der Kleinen Eiszeit zappenduster

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) gab am 10. November 2016 per Pressemitteilung die Veröffentlichung des Buches “North Sea Region Climate Assessment” (Quante & Colijn 2016) bekannt. Das Buch ist beim Springer Verlag erschienen und kann kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Die Veröffentlichungskosten wurden offenbar durch das Institut bzw. den Steuerzahler beglichen. In der Pressemitteilung heißt es:

Wandel regional spürbar: Erster umfangreicher Klimabericht für die Nordseeregion erschienen
Wie viele küstennahe Gebiete ist auch der gesamte Nordseeraum vom Klimawandel betroffen. In den kommenden Jahrzehnten wird dies im verstärkten Maße der Fall sein, sofern die Emissionen, beispielsweise von Kohlendioxid, nicht wesentlich verringert werden. Anpassungsmaßnahmen benötigen eine fundierte wissenschaftliche Grundlage. Der Nordseeklimabericht „North Sea Region Climate Chance Assessment (NOSCCA)“, koordiniert vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG), stellt den aktuellen Wissensstand nun erstmalig in seiner Gesamtheit ausführlich vor und zeigt, wie sich die einzelnen Regionen rund um die Nordsee aufgrund des Klimawandels zukünftig verändern könnten. Demnach erwarten die Wissenschaftler bis zum Ende des Jahrhunderts einen Anstieg der durchschnittlichen Lufttemperatur im Nordseeraum um bis zu 3,2 Grad Celsius
.

Die bereits gemessene wie auch zukünftig zu erwartende Erwärmung der Luft in der Region folgt damit dem globalen Trend, zeigt allerdings eigene saisonale und Jahrestrends. So war das Jahr 2010 bis dato weltweit das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. „Im Nordseeraum war es im selben Jahr allerdings verhältnismäßig kühl“, sagt Prof. Dr. Markus Quante, Wissenschaftler am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) und Koordinator des Berichts. Entgegen dem weltweiten Trend lag die mittlere Jahrestemperatur im Nordseeraum fast ein halbes Grad unter dem langjährigen Mittel zwischen 1961 und 1990.

In der Pressemitteilung wird dann die folgende Temperaturkurve aus der Nordseeregion gezeigt (Abb. 1). Gut zu erkennen ist der Erwärmungshiatus seit 1998, der jedoch in der Meldung mit keiner Silbe erwärmt wird. Hier wäre ein gleitendes Mittel über mehrere Jahre sehr interessant gewesen, um Trends zu zeigen, was aber offenbar nicht gewünscht war.

 

Abbildung 1: Abweichung der mittleren durchschnittlichen Jahrestemperatur berücksichtigter Landmessstationen im Nordseeraum zwischen 1950 und 2014 im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Jahre mit blauen Balken sind kälter, Jahre mit roten Balken sind wärmer als im Vergleichszeitraum. Quelle: HZG. Entspricht Abb. 2.8 aus dem Buch.

 

Im Buch selber findet sich eine Kurve der Nachttemperaturen aus dem marinen Nordseebereich (Abb. 2). Hochinteressant sind die Wärmespitzen um 1900 und in den 1940er Jahren, die bereits damals das heutige Temperaturniveau erreichten.

Abbildung 2: Entwicklung der nächtlichen Mitteltemperaturen aus dem marinen Nordseebereich seit 1960. Quelle: Quante & Colijn 2016.

 

Im Buch wird zudem ausführlich auf die wichtige Rolle der atlantischen Ozeanzyklen eingegangen, die in der Pressemitteilung ebenfalls unerwärhnt bleiben. Unerklärlich ist, weshalb sich das Buch auf das Klima der letzten 200 Jahre beschränkt. Wie bereits in einem anderen kostlenlosen Springer-Buch “Klimawandel in Deutschland” meidet man bewusst die Ausenandersetzung mit dem Klima vor der Kleinen Eiszeit. Das große Schweigen zum größten Teil des vorindustriellen holozänen Klimas ist hochbedenklich. Wer hat diese Restriktion auferlegt, was steckt hinter dieser Beschränkung? An einem Mangel von Daten zur Mittelalterlichen Klimaanomalie (MCA) im Nordseeraum kann es nicht liegen, wie unser Kartierprojekt deutlich zeigt (Abb. 3).

Abbildung 3: Fallstudien zum Klima der Mittelalterlichen Klimaanomalie im Nordseeraum, 1000-1200 n.Chr. Details zum Kartierprojekt hier. Zugang zur Online-Karte hier.  

 

Lesen wir noch ein wenig in der Pressemitteilung des HZG zum Nordseeklimabuch weiter, Thema Meeresspiegel:

Weiterer Anstieg des Meeresspiegels in der Nordseeregion sehr wahrscheinlich
Der durchschnittliche Meeresspiegel in der Nordsee liegt heute höher als zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In den letzten 100 bis 120 Jahren ist das Wasser um gut 16 bis 20 Zentimeter gestiegen. Insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Anstieg in der zentralen Nordsee markant zu beobachten. Eine weitere Zunahme des mittleren Meeresspiegels zwischen 30 und 100 Zentimetern, je nach Szenario, bis zum Ende des Jahrhunderts ist sehr wahrscheinlich.

Ein Anstieg von 16-20 cm in mehr als 100 Jahren übersetzt sich in weniger als 2 mm Anstieg pro Jahr. Das ist alles andere als bedrohlich und passt nicht so recht zum alarmistischen 100 cm-Szenario bis 2100. Hierzu müsste es eine starke Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs geben. Ist diese bereits erkennbar? Die Pressemitteilung schweigt zu diesem wichtigen Punkt. Also schauen wir in das 555-seitige Buch hinein. Auf Seite 98 heißt es:

Geocentric [mean sea level, MSL] trends of 1.59 ± 0.16 and 1.18 ± 0.16 mm year−1 were obtained for the Inner North Sea and English Channel indices, respectively, for the period 1900–2009 (data sets were corrected for GIA to remove the influence of vertical land movement). For the North Sea region as a whole, the geocentric MSL trend was 1.53 ± 0.16 mm year−1.

In den letzten 100 Jahre ist der Meeresspiegel in der Nordsee lediglich um anderthalb Millimeter pro Jahr angestiegen. Bezug wird auf eine Studie von Wahl et al. 2013 genommen, die wir bereits hier im Blog vorgestellt hatten. In der damaligen Studie konnten die Autoren keine ungewöhnliche Beschleunigung des Meeresspiegelanstiegs feststellen. Dies kann man nun auch im neuen Springer-Nordseebuch nachlesen (S. 100):

Periods of [sea level rise, SLR] acceleration were detected at the end of the 19th century and in the 1970s; a period of deceleration occurred in the 1950s. Several authors (e.g. Miller and Douglas 2007; Woodworth et al. 2010; Sturges and Douglas 2011; Calafat et al. 2012) suggested that these periods of acceleration/deceleration are associated with decadal MSL fluctuations arising from large-scale atmospheric changes. The recent rates of MSL rise were found to be faster than on average, with the fastest rates occurring at the end of the 20th century. These rates are, however, still comparable to those observed during the 19th and 20th centuries.

Die fehlende Beschleunigung hat es leider nicht in die Pressemitteilung geschafft. Es ist unklar, wie die enorme Steigerung des Meeresspiegelanstiegs zu rechtfertigen ist, wenn es in den letzten Jahrzehnten trotz starker Erwärmung hierfür keine Anzeichen gibt.

Das neue Buch zur Klimaentwicklung zum Nordseeraum teilt ein ähnliches Schicksal wie die IPCC-Berichte. Wenn man sich in die Fachkapitel vertieft, findet man in der Regel eine ausgezeichnete Dokumentation der Literatur und Forschungsergebnisse. Die Zusammenfassungen und Pressemitteilungen werden hingegen bewusst angeschärft, um politisch korrekt die Klimagefahr zu befördern. Unbequeme Fakten werden an dieser Stelle verschwiegen, damit die Bevölkerung hieraus keine “falschen” Schlüsse zieht. Das selektive Herauspicken von klimaalarmistischen Rosinen ist wissenschaftsethisch bedenklich. Wie konnte es dazu kommen, was sagen jene Wissenschaftler dazu, die sich in den Fachkapiteln um eine ausgewogene Darstellung so sehr bemüht haben?

 

Frag lieber nicht den Lesch

Harald Lesch ist ein bekannter Fernsehprofessor. Mit seiner ihm eigenen Art will er den Zuschauern die Wissenschaft näherbringen, darunter auch die Klimawissenschaften. In regelmäßigen Abständen erläutert Lesch in TV und Online-Videos die Zusammenhänge und ermahnt seine Gefolgschaft zu einer nachhaltigen Lebensweise, ansonsten würde die Klimakatastrophe über die Welt hereinbrechen und alles zerstören. Rette sich wer kann.

Es ist in Ordnung, dass sich Lesch für das vermeintlich Gute so sehr einsetzt. Er glaubt an seine Sache, ist davon überzeugt, dass das CO2 den Planeten zerstören wird. Was nicht in Ordnung ist, ist dass Lesch im Zuge seiner Kampagne die wissenschaftlichen Fakten verbiegt. Wir hatten bereits mehrere Beispiele an dieser Stelle aufgeführt, sind bis zum ZDF-Fernsehrat gegangen, um Fehler korrigieren zu lassen:

Angesichts dieser Vielzahl von inhaltlichen Probleme stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt noch lohnt, auf Lesch-Beiträge einzugehen. Der Mann ist offenbar beratungsresistent, wird von seiner Redaktion sowie dem Fernsehrat geschützt. Er kann sich im Prinzip alles erlauben. Trotzdem wollen wir auch zukünftig seine Thesen nicht ungeprüft lassen, versprochen.

Zunächst einmal wollen wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen. Weshalb setzt sich “Harry” Lesch eigentlich so sehr für den Klimaalarm ein? Einen ersten Hinweis liefert sein Engagement bei einer Internationalen Agrarkonferenz, die von den B90/DIE GRÜNEN ausgerichtet wurde:

 

In der Youtube-Beschreibung der Grünen heißt es:

Prof. Dr. Harald Lesch erklärt, wie wir unseren Planeten und sein Klima durch die Art und Weise, wie wir Landwirtschaft betreiben verändern. Dabei stehen die Gier nach abstrakten Dingen wie Geld und Reichtum einer konkreten Natur gegenüber, die sich beschreiben lässt, mit der wir aber nicht verhandeln können. 

Die Verbandelung von Lesch mit den Grünen zeigt an, dass wir es vermutlich nicht mit einem neutral urteilenden Wissenschaftler zu tun haben, sondern einem grünen Aktivisten. Neben den Querverbindungen in die Politik gibt es aber auch noch Verknüpfungen mit dem klimaalarmistisch agierenden Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Schauen Sie einmal in das Buch “Climate Change, Justice and Sustainability – Linking Climate and Development Policy”, herausgegeben unter anderem vom PIK-Ökonomen Ottmar Edenhofer, unter Beteiligung zwei weiterer PIK-Leute. Und in der Danksagung auf Seite viii finden wir doch tatsächlich einen alten Bekannten:

The editors are very grateful for external support from a scientific advisory board: Hartmut Graßl, Joachim von Braun, Saleemul Huq, Stephan Klasen, Harald Lesch, Dirk Messner and Wilhelm Vossenkuhl

Der Astrophysiker und Naturphilosoph Harald Lesch saß also im wissenschaftlichen Beirat dieses PIK-Buches. Zwei Seiten vorher spinnt sich das Netzwerk weiter fort:

The commissioning parties and project partners are MISEREOR – the German Catholic Bishops’ Organisation for Development Cooperation, and the Munich Re Foundation – a non-profit organization founded by the global risk carrier Munich RE.

Beim gemeinschaftlichen Klimaalarm sind sie alle dabei: Medien (Lesch), Politik (Grüne), Wissenschaft (PIK), Industrie (Munich Re) und Kirche (Misereor). Kein Wunder, dass wissenschaftliche Argumente schon lange nichts mehr zählen. Die gut vernetzte Seilschaft hat einen wirksamen Schutzwall errichtet, den selbst berechtigte Kritik nicht bezwingen kann.

Kehren wir lieber zurück zu den Inhalten. Im November 2016 tauchte auf Youtube das 13-minütige Video “Frag den Lesch – Neues aus der Klima-Küche” auf (auch in der ZDF-Mediathek verfügbar):

 

Zunächst verkauft Lesch den Albedo-Effekt der Gletscher als große Neuigkeit: Dunkles Material auf dem Eis lässt es schneller schmelzen. Alte Kamelle. Hatten wir auch schon hier im Blog. Siehe “Ruß wärmt stärker als gedacht und ließ Alpengletscher im 19. Jahrhundert tauen“. Spannender wäre gewesen, wenn Lesch das rasche Gletscherschmelzen während vorindustrieller Warmphasen einmal thematisiert hätte:

Dann wechselt Lesch das Thema und singt ein Loblied auf die Klimamodelle: Sie hätten die Temperaturen erfolgreich 30 Jahre im voraus prognostiziert. Fanfare, Glückwünsche, Staunen. Aber stimmt das eigentlich? In der unten stehenden Abbildung 1 werden die IPCC-Temperaturprognosen mit der realen Entwicklung verglichen. Überraschenderweise bewegten sich die Temperaturen am unteren Rand des Prognosebereichs. Die Modelle scheinen deutlich zu heiß zu laufen, die Natur hat sich deutlich langsamer erwärmt, als vom IPCC 1990 angenommen. Großartige geändert hat sich an den Modellen seither nichts, die CO2-Klimasensitivität liegt auch im neuesten IPCC-Bericht von 2013 immer noch im weiten Spektrum zwischen 1,5°-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung. Offenbar liegt der wahre Wert der CO2-Klimasensitivität eher am unteren Rand dieses Bereichs. Es ist purer Hohn, wenn Lesch nun seinen Zusehern weismachen will, die Modelle hätten genau ins Schwarze getroffen. Schon fast ein Fall für die neue Fake News Stelle der Bundesregierung.

 

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung (RSS, schwarze Kurve) im Vergleich zu Prognosen des 1. IPCC-Berichts von 1990 (FAR), die sich zwischen den eingezeichneten Extremfällen (grüne und rote Kurven) liegen.

 

Dann behauptet Lesch, die Wolken hätten sich genau an die Prognosen gehalten, sie wären aufgestiegen. Naja, in Wirklichkeit gibt es bei den Wolken wohl mehr ungelöste als gelöste Probleme. Man kanns ja mal versuchen, wird sich Lesch gedacht haben. Mehr dazu hier:

In wilder Fahrt geht es dann beim Meeresspiegel weiter. Lesch zitiert eine Studie, die angeblich zeigen soll, dass der Meeresspiegelanstieg in den letzten 100 Jahren alles Dagewesene der letzten 3 Jahrtausende übertroffen hat. Stimmt das? Nein. Siehe unseren Blogbeitrag: “Lange bevor der Mensch die Atmosphäre veränderte: Meeresspiegel stieg in den letzten 2000 Jahren zeitweise so schnell wie heute

Am Ende der Klimapredigt dann der Höhepunkt: Lesch erklärt mahnend, dass alle Klimawerte immer nur ansteigen “alle, alle, alle, alle”. Dabei verschweigt er, dass es in den letzten 10.000 Jahren mehrfach ähnliche “Anstiegsphasen” gegeben hat. Während des holozänen thermalen Maximums vor 8000-5000 Jahren war es global sogar wohl 1-2°C wärmer als heute. Lesch schweigt hierzu, was wissenschaftsethisch bedenklich ist. Denn das bewusste Auslassen von unbequemen Fakten ist unwissenschaftlich und lediglich Rechtsänwälten und Politikern erlaubt. Die große abschließende Frage ist, was Lesch in seiner orangen Tasse hatte, die er während der Videoclips durch das Studio trug und aus der er immer wieder mal einen großen Schluck nahm. Horchen Sie mal bei Minute 12:55 rein, da wird es richtig ulkig (-;

 

Die Sonne im Dezember 2016 und eine Vorschau

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere einzig nennenswerte Energiequelle war auch im Dezember ausgesprochen ruhig. Die vermeldete SSN (SunSpotNumber) für den letzten Monat betrug 19,5.  An 6 Tagen konnte man eine völlig fleckenfreie Sonne bewundern, für den laufenden Monat Januar sind es bis dato ( 14.1.) bereits 10. Diese auch für den fortgeschrittenen absteigenden Ast der Aktivitätskurve des Solaren Zyklus (SC) sehr maue Aktivität schlägt sich auch darin nieder, dass dies nur 35% des Üblichen für den Zyklusmonat ist.

Abb.1: Die Aktivität des laufenden Zyklus 24 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus (blau) und dem zeitweise recht ähnlichen Zyklus 5 (schwarz), der von 1798 bis 1810 dauerte.

 

Der Vergleich der Zyklen untereinander bis zum aktuellen 97. Monat seit Beginn des SC24 im Dezember 2008 zeigt mit jedem Monat deutlicher, wie stark er unterhalb der üblichen Aktivität liegt. Er ist der drittschwächste seit Beginn der systematischen Beobachtungen im Jahre 1755.

Abb.2: Der Vergleich der Zyklen untereinander. Die Zahlen entstehen durch das Aufsummieren der monatlichen Anomalien, dies sind die Differenzen zwischen den jeweils ermittelten SSN-Zahlen und dem Mittelwert, blau in Abb.1.

 

In keinem Jahr seit Beginn des Zyklus erreichte die Aktivität ein Normalniveau:

Abb.3: Die relative Sonnenfleckenaktivität der Kalenderjahre des Zyklus 24

 

Im Mittel schaffte unsere Sonne im SC24 bisher nur eine Aktivität von 56% der durchschnittlichen Aktivität seit 1755. Für die Einschätzung dessen was uns im kommenden Zyklus 25 (etwa ab 2020) erwarten könnte ist die Entwicklung der polaren Felder der Sonne von großem Interesse.  Das letzte Mal hatten wir im November 2016 einen Blick darauf geworfen  und erklärt, was es damit auf sich hat. Die Daten sind nun aktualisiert bis Mitte Dezember und wir schauen zunächst auf den arithmetischen Mittelwert der Felder beider Pole:

Abb.4: Die Entwicklung der polaren solaren Felder seit 1977. Die Ähnlichkeit des Auf und Ab zum Sonnenfleckenzyklus (vgl.  Abb.1 in blau) ist offenkundig.

 

Es scheint so, dass sowohl bei den polaren Feldern als auch bei den Sonnenflecken ein zügiger Aufbau bis etwa 3 Jahre nach dem Nulldurchgang erfolgt, ein Maximum erreicht wird und danach ein Abbau über den Rest der Zeit von etwa  11 Jahren bis zum nächsten Nulldurchgang von statten geht. Die 36 Monate seit dem Nulldurchgang sind nun fast vergangen, im aktuellen Zyklus war dieser Nulldurchgang  (er entspricht zeitlich dem  Sonnenfleckenmaximum) im März 2013. Die Höhe des Maximums der Felder bestimmt recht gut, wie stark der nächste Sonnenfleckenzyklus sein wird. Aus Abb.4 folgt: er wird etwa so stark sein wie der gegenwärtige, vielleicht ein wenig schwächer aber nicht wesentlich unterschiedlich. Auf keinen Fall sollte er „Normalstärke“ erreichen wie der Zyklus 20 oder 23. Die gegenwärtige schwache Aktivität ist also kein „einmaliger Ausrutscher“ , auch SC25 ( etwa bis 2031 dauernd) sollte ausgeprägt inaktiv werden und damit unterscheidet sich die Periode nach  2005 wesentlich von der aktivitätsstarken der Zyklen 18…23.

Eine andere Beobachtung im Zusammenhang mit den polaren Feldern ist interessant: Die Feldstärken der beiden Pole sind zwar nicht völlig unabhängig voneinander, es können jedoch zeitweise Asymmetrien bestehen. Wir vergleichen daher die Entwicklung der letzten beiden Zyklen seit dem jeweiligen  Nulldurchgang:

Abb.5: Der Verlauf der beiden polaren Felder im Vergleich. Die geglätteten Felder des Nordpols (blau) und des Südpols (rot) sind als Beträge dargestellt, ebenso wie der Mittelwert (schwarz).

 

Um den Nulldurchgang herum (bis etwa ½ Jahr danach) sind Wechsel in der Stärke der noch gering ausgeprägten Felder durchaus normal. Im SC23 hat sich später alles um den Mittelwert herum eingeschwungen, im aktuellen Zyklus sahen wir noch keinen Wechsel in der Stärke: der Südpol hatte die gesamte Zeit über das deutlich stärkere polare Feld. Dies war noch in keiner seit 1977 beobachteten Phase des Aufbaus der polaren Felder der Fall: mindestens einen „Führungswechsel“ gab es seitdem immer. Die Felder scheinen nun viel mehr entkoppelt zu sein als bisher beobachtet. Seit 2013 ist das Feld des Südpols unserer Sonne zunächst stark angewachsen um sich über das Jahr 2016 hin abzuschwächen und sich nunmehr der deutlich schwächeren Nordpolfeldstärke anzunähern. Was bedeutet diese ungewöhnliche Entkopplung?  Ist das ein weiteres Vorzeichen für den SC25? Wir wissen es noch nicht, denn solch genaue Beobachtungen sind erst seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts möglich.

Bislang konnten wir die Rückschau über die Entwicklung der polaren Felder nur bis 1976, dem Beginn des Satellitenzeitalters betrachten. Das Ergebnis einer neue Arbeit  gibt uns die Möglichkeit, 100 Jahre zurückzuschauen. Dazu ermittelte das Autorenteam um Kalevi Mursula von der Universität in Oulu in Finnland die Stärke Koronaler Löcher, um daraus Hinweise auf die polaren Felder seit 1910 zu gewinnen. Koronale Löcher  sind ebenso wie Eruptionen aus Sonnenflecken („Flares“)  Quellen von Plasmaaustritten aus der Sonne, die den  Sonnenwind verstärken, der seinerseits das Magnetfeld der Erde beeinflusst. Ein schönes Exemplar dieser Spezies fotografierte ein Raumfahrzeug  im entsprechenden Spektralbereich:

Abb.6: Ein riesiges zentrales Koronales Loch ( dunkler) auf der Sonne, Quelle: NASA

 

Polarlichter in hohen Breiten sind die Folge von entsprechend positionierten Flares und Koronalen Löchern auf der Sonne. Beide kommen im abflauenden Teil des Sonnenfleckenzyklus gehäuft vor. Es gibt schon recht lang zurückreichende Archive und es  gelang den Autoren  damit Rückschlüsse auf die Stärke der polaren koronalen Löcher zu ziehen. Das Ergebnis: sie waren am meisten ausgeprägt im abschwingenden Ast des SC 18, der SC19 mit dem Höhepunkt im Jahre 1957 war folgerichtig  danach der aktivste Zyklus der systematisch beobachteten Sonnengeschichte.

Völlig anders das  Bild im abschwingenden Teil des SC23 ab etwa 2002: hier waren die zentralen Koronalen Löcher (vgl. Abb.6) am stärksten, die polaren koronalen Löcher und damit auch die Felder gering ausgeprägt wie die direkten Messungen bestätigen (vgl. Abb.4). Die Autoren folgern: beide Ereignisse markieren im Beobachtungszeitraum seit 1910 jeweils Rekorde und stehen am Beginn und Ende des Langzeitmaximums der Sonnenaktivität (vgl. Abb.2)  in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  Die Sonne schaltete in den 50er Jahren hinsichtlich der polaren Felder einen Gang hoch und nach der Jahrtausendwende wieder einen zurück, dies ist durch diese Arbeit wiederum bestätigt worden.

Und die Sonne beeinflusst die Erde auch durch ihre Nicht-Aktivität: Der nachlassende Sonnenwind bringt es mit sich, dass wir mehr von galaktischen kosmischen Strahlen getroffen werden. Ist er stärker hält er diese Strahlung wirkungsvoll fern. In der Hochatmosphäre kommt es zu Reaktionen die am Ende Gamma- und Röngenstrahlung erzeugen, von der wir mehr abbekommen als bei aktiverer Sonne. Über die mögliche Wirkung der galaktischen Strahlung auf Wolken berichteten wir unlängst.Ein umfangreiches Messprogramm ist daher gestartet worden: Welche Dosis von Strahlung bekommt der Mensch wo ab wenn er in unterschiedliche Höhen vordringt und wie verändert sich dies durch geringeren  Sonnenwind? Ein erstes Resultat:

Abb. 7: Die Strahlung in der Stratosphäre im Verlaufe einer Phase nachlassender Sonnenaktivität, Quelle.

 

Der recht solide Trend von 11% Wachstum der Strahlung ist Ausdruck des schwindenden Sonnenwindes. Ein Aufsteigen in die Stratosphäre ist mit einer Strahlungsdosis von etwa dem 80 fachen der auf Meeresspiegelhöhe verbunden, ein Flug in ca. 12.000 m Höhe beaufschlagt den Organismus mit der 50- fachen Dosis. Eine solche Erhöhung würde auf der Erde diverse Notfallprogramme aktivieren, die Auswirkung auf den Körper ist aber natürlich zeitabhängig.  Ein 10-Stunden-Interkontinentalflug hinterlässt so viel Wirkung wie etwa 20 Tage auf dem Erdboden bei normaler Beaufschlagung. Im Laufe des Lebens werden Sie also als Nicht-Super-Oft-Flieger auf Dauer viel mehr von der geringen Strahlung am Boden beeinflusst als von der hoch droben. Keine übertriebene Angst vorm Fliegen also deshalb. Wie weit die allgegenwärtige Röntgen-und Gammastrahlungsbelastung noch ansteigen wird hin zum Minimum der Sonnenaktivität? Wir halten Sie auch hier auf dem Laufenden!

 

Der Rückgang von Emissionen hat auch negative Begleiterscheinungen

Pressemitteilung des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung vom 18. November 2016:

Der Rückgang von Emissionen hat auch negative Begleiterscheinungen

Wissenschaftler klären die Ursachen der zunehmenden Braunfärbung des Wassers in Talsperren

In großen Teilen Europas und Nordamerikas hat der Rückgang von industriellen Emissionen zu einer geringeren Schadstoffbelastung der Atmosphäre, und damit von Böden und Gewässern in naturnahen Gebieten geführt. Dass diese positive Entwicklung auch negative Begleiterscheinungen haben kann, haben Wissenschaftler des UFZ nun im Fachmagazin Global Change Biology veröffentlicht. Demnach sind sinkende Nitratwerte in den Auenböden rund um die Zuflüsse von Talsperren dafür verantwortlich, dass gelöster organischer Kohlenstoff (DOC) und Phosphat vermehrt freigesetzt werden und sich die Wasserqualität verschlechtert. Im Falle von Trinkwassertalsperren bringt das erhebliche Probleme für die Wasseraufbereitung mit sich.

Durch die Verbrennung von Biomasse und fossilen Energieträgern sowie vor allem durch die Landwirtschaft gelangt nach wie vor zu viel reaktiver Stickstoff in die Umwelt – mit negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, das Klima und die menschliche Gesundheit. Eine differenzierte Betrachtung von Eintragspfaden der verschiedenen Verursacher zeigt jedoch große Unterschiede.
Während Stickstoffeinträge über den Boden – vor allem durch die Landwirtschaft verursacht – zum Beispiel die Nitratwerte im Grundwasser vieler Regionen weiter über den Grenzwert von 50 mg pro Liter steigen lassen, nimmt in großen Teilen Europas und Nordamerikas die atmosphärische Belastung durch emissionsverringernde Maßnahmen ab. Das führt dazu, dass über diesen Pfad auch weniger Stickstoff in Böden und Gewässer gelangt. Langzeitmessungen über die letzten 20 Jahre zeigen das etwa deutlich für Deutschland: Pro Quadratmeter und Jahr wurden durchschnittlich 35 mg weniger atmosphärischer Stickstoff in den Boden eingetragen. Daraus resultieren laut Untersuchungen der UFZ-Wissenschaftler 0,08 mg pro Liter und Jahr weniger Nitrat, das in Flüsse und Trinkwassertalsperren gelangt. “Das klingt erst einmal wenig, aber in einigen naturnahen Landschaften, die nicht oder kaum durch Industrie und Landwirtschaft geprägt sind, stellen sich im Laufe der Zeit vorindustrielle Bedingungen ein”, sagt UFZ-Hydrogeologe Dr. Andreas Musolff. “Hier sind wir mit teilweise weniger als 6 mg Nitrat pro Liter Wasser weit entfernt von den problematischen Nitratkonzentrationen, die in landwirtschaftlich oder industriell stark geprägten Regionen gemessen werden”.

Dass diese positive Entwicklung auch negative Begleiterscheinungen haben kann, wurde deutlich, als Wissenschaftler damit begannen, die Ursachen einer in Deutschland, Nordeuropa und Nordamerika zunehmend zu beobachtenden Braunfärbung des Wassers in Talsperren zu erforschen. Sie ist vor allem für die Trinkwasseraufbereitung problematisch. Bei der Überprüfung verschiedener Hypothesen stellten sie fest, dass die Braunfärbung des Wassers vor allem mit den sinkenden Nitratkonzentrationen in den Auenböden rund um die Zuflüsse der Talsperren in Verbindung zu bringen ist. Denn die Präsenz von Nitrat in den Auen, in denen ein Großteil des Abflusses der Gewässer gebildet wird, sorgt dafür, dass Kohlenstoff, Phosphat und verschiedene Metalle an oxidiertes Eisen gebunden bleiben. Geringere Nitratgehalte ermöglichen die chemische Reduktion der Eisenverbindungen und damit die Mobilisierung bislang adsorbierter Stoffe. Das heißt – bislang stabile Bindungen an Bodenpartikel lösen sich und gelangen mit dem Regenwasser in die Flüsse. Im Falle von Kohlenstoff bedeutet das, dass sich die Konzentration an gelöstem organischen Kohlenstoff (Dissolved Organic Carbon – DOC) erhöht, sichtbar durch die bräunliche Farbe des Wassers. Bei knapp 40 Prozent der 110 untersuchten Zuflüsse von Trinkwassertalsperren stellten die Wissenschaftler mit durchschnittlich 0,12 mg mehr DOC pro Liter und Jahr signifikant steigende DOC-Konzentrationen fest. Der stärkste Anstieg war in naturnahen Einzugsgebieten mit viel Wald zu verzeichnen, wo die Nitratkonzentration im Wasser bei weniger als 6 mg pro Liter liegt.

Neben dem DOC steigt in über 30 Prozent der Zuflüsse auch der Phosphatgehalt signifikant an. Die im Durchschnitt ermittelten 7 µg pro Liter und Jahr mehr begünstigen das Algenwachstum und sind auf lange Sicht ebenso problematisch für die Wasserqualität. Es gibt Hinweise, dass zudem neben DOC und Phosphat adsorbierte Metalle wie Arsen, Vanadium, Zink oder Blei zunehmend mobilisiert werden.
“Man löst ein Problem, indem man die Luft sauberer macht, und kreiert damit an bestimmten Stellen ein anderes Problem”, beschreibt Biologe Dr. Jörg Tittel, der das Projekt am UFZ geleitet hat, den unerwarteten Effekt. “Keiner der gelösten Stoffe ist in dieser geringen Konzentration giftig, zudem werden die Stoffe durch die Wasseraufbereitung weitgehend entfernt. Aber die Aufbereitung des Wassers wird teurer.”

Einen ersten Beleg ihrer Hypothese lieferte die Auswertung der Daten eines 1,7 km2 kleinen Einzugsgebietes im Erzgebirge, rund um die Wilzsch, einem Nebenfluss der Zwickauer Mulde, der in die Talsperre Carlsfeld mündet. Danach wählten die Wissenschaftler einen wesentlich größeren Maßstab, in deren Fokus 110 Flüsse und ihre Einzugsgebiete standen, die in insgesamt 36 Trinkwassertalsperren münden. Trotz der wesentlich größeren Vielfalt hinsichtlich der Größe der Flüsse und ihrer Einzugsgebiete, ihrer Topografie, der Niederschlagsmenge, der Landnutzung und der chemischen Charakteristik bestätigte sich auch hier ihre Vermutung: Der beobachtete Anstieg des DOC hängt eng mit dem abnehmenden Nitratgehalt im Wasser zusammen.

Mittlerweile hat eine Diskussion begonnen, wie die Ergebnisse dieser Meta-Analyse gemeinsam mit den zuständigen Behörden in praktische Maßnahmen umgesetzt werden können, die den DOC-Anstieg stoppen. “Die Studie hilft, zukünftige Forschung auf die relevanten Prozesse zu fokussieren und entsprechende Feldexperimente zu planen, die die Entscheidungsgrundlage im Hinblick auf konkrete Maßnahmen weiter verbessern”, so Andreas Musolff.

Die Forschungsergebnisse wurden im Rahmen des Projekts “Belastung von Trinkwassertalsperren durch gelösten organischen Kohlenstoff: Prognose, Vorsorge, Handlungsoptionen (TALKO)” erbracht, welches bis 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als einer Million Euro gefördert wurde. Ziel der Zusammenarbeit von UFZ, Talsperrenverwaltungen, Wasserversorgern, Behörden und einem Ingenieurbüro war es, Möglichkeiten zu finden, wie die Einträge in die Talsperren reduziert, Vorhersagen verbessert und Technologien der Wasseraufbereitung optimiert werden können.

Publikation:
Musolff, A., Selle, B., Büttner, O., Opitz, M. and Tittel, J. (2016), Unexpected release of phosphate and organic carbon to streams linked to declining nitrogen depositions. Glob Change Biol. doi:10.1111/gcb.13498 http://dx.doi.org/10.1111/gcb.13498

 

SRF-Afrika-Korrespondent Wülsner liegt in Ghana voll daneben: Peinliche Verwechslung von Küstenströmungen mit Klimawandel

Björn Lomborg am 21. November 2016 in der Washington Post:

Trump’s climate plan might not be so bad after all
The election of Donald Trump and Republican majorities in both houses have terrified environmentalists and climate campaigners, who have declared that the next four years will be a “disaster.” Fear is understandable. We have much to learn about the new administration’s plans. But perhaps surprisingly, what little we know offers some cause for hope. It should not need to be restated in 2016 that climate change is real and mostly man-made. It is hard to know whether Trump will acknowledge this. He has called global warming a “hoax” perpetrated by the Chinese, but stated that this was a joke; he denied the existence of climate change during the campaign, but supported global warming action as recently as 2009. What really matters is not rhetoric but policy. So far, we know that President Trump will drop the Paris climate change treaty. This is far from the world-ending event that some suggest and offers an opportunity for a smarter approach.

Weiterlesen in der Washington Post

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Im Februar 2017 wird der Film “The uncertainty has settled” von Marijn Poels uraufgeführt. Inhalt:

After eight years of travelling, as a left winged filmmaker/journalist through conflict and poverty zones, Marijn Poels decides to have a time off. In the Austrian mountains. It brings him unexpectedly to the roots of agriculture and its perspective in modern times. Globalization and climate politics are causing the radical changes from farmers to energy supplier. But the green ideology raise questions. … the scientific topic about climate change has now become incontrovertible world politics. Poels is facing a personal conflict. Are we doing the right thing?

Hier der Trailer:

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Patrick (?Patrik) Wülser machte am 7. Dezember 2016 im Radio SRF auf rührseligen Meeresspiegel-Klimaalarm:

Klimawandel in Ghana: Der Ozean verschlingt Totope Stück für Stück
Was Klimaforscher voraussagen, ist in Ghana schon eingetroffen: Das Fischerdorf ist zum Teil bereits im Meer versunken.

Der steigende Meeresspiegel und immer stärkere Flutwellen fressen sich an der Küste Westafrikas immer weiter ins Land und bedrohen die Fischerdörfer. Die Folgen des Klimawandels, der Bau von Tiefseehäfen und Staudämmen haben die Erosion der Küste in den vergangen 20 Jahren beschleunigt. Das Fischerdorf Toto in Ghana ist bereits zum Teil im Meer versunken.

Ein ziemlich billiges Propaganda-Theater, denn schon ein kritischer Blick auf die mitgelieferte Landkarte macht klar, dass diese Siedlung im Volta-Delta auf einer typischen Sand-Nehrungsinsel liegt, welche sich aufgrund von Sanddünen-Wanderungen und Meeres-Erosion auch ohne Meeresspiegel-Anstieg ständig auf natürliche Weise verändern. Die Sediment-Transport-Prozesse in der Region wurden bereits 1998 von Nairn et al. ausführlich beschrieben (pdf hier). Damals wurden Küstenschutzmaßnahmen vorgeschlagen, die aber offenbar nicht umgesetzt wurden.

Hier kommt wohl noch dazu, dass der riesige Volta-Stausees das gesamte flache Volta-Delta etwas nach unten drückt und zudem verhindert dessen Akosombo-Staudamm, dass das Geschiebe des Voltas sein altes Delta-Gebiet erreicht, wodurch die Meeres-Erosion nicht mehr kompensiert werden kann. Somit kann man leicht zeigen, dass die im geschilderte Situation in Totope/Ghana herzlich wenig mit Klimaerwärmung und steigenden Meeresspiegel zu tun hat, dafür aber umso mehr mit veränderter Landnutzung und natürlichen Küsten-Erosionsvorgängen.

 

Übrigens ist dieses neue SRF Propaganda-Stück nur eine Aufwärmung eines älteren Zeit-Artikels von 2012. Wenn man sich den Wikipedia-Eintrag zur Song(h)or-Lagune anschaut, sucht man nach der behaupteten großen Gefahr durch den Klimawandel vergeblich. Vielmehr wird die nichtnachhaltige Nutzung angeprangert, z.B. durch Überfischung, Abholzung der Mangroven und Trockenlegung zur Schaffung von Farmland:

Threats and possible consequences
The main threats to the site exist as varied forms of excessive utilization. Some common cases are over-fishing, extreme harvesting of mangroves, extensive drainage and cultivation for farmland, heavy grazing by cattle and livestock, and an unsustainable level of salt winning. These threats are difficult to neutralize because the human communities surrounding the lagoon are largely poor and over-populated. In effect, the local people are dependent upon their harvesting of the lagoon for survival. Although ecotourism provides an ecologically friendly source of income, the practice is not extensive enough to sustain the local communities. Additional threats originate from the use of pesticides and herbicides, the damming of creeks and channels for the purpose of expanding infrastructure, and rubbish dumping.[16] These threats can and, in some instances, have had dire consequences. The breeding cycles of nesting species, like the several sea turtle species hosted by the lagoon, can be disturbed by exaggerated human activity. Furthermore, the eggs of such species are often trampled by grazing cattle and livestock. Another realized effect of human exploitation is the apparent shrinking of the lagoon, which can be easily observed in the satellite photo comparison shown at the opening of this article. Further disturbance of the lagoon could result in not only the loss of species that inhabit the site, but also the loss of nutritive and moderating benefits provided by the site. Aside from purifying ground water, acting as a reservoir for nutrients, and supporting the local food chain, the lagoon regulates water flow, staggers and lessens the effects of flooding, and disperses the extreme erosive forces exerted on the shore by the Atlantic Ocean.[17]

 

Treffen der Initiative ‘KlimaKontroverse’ am 19.1.2017 in Hannover: Bröckelt der “Klimakonsens”?

Das Hauptthemen des nächsten Treffens:

Bröckelt der „Klimakonsens“? Hunderte kritische Studien allein in 2016

und

Judith Curry – berühmte skeptische Klimaforscherin gibt – fast – auf!

 

Do, 19. Januar, 19:30, Freizeitheim Linden, Windheimstr. 4, 30451 Hannover
www.KlimaKontroverse.de
Kontakt: Achim Fahnenschild

(weiterlesen …)

Die ungeliebte Verlangsamung der Erwärmung: Tricksen bis der Arzt kommt

Mit dem neuen Temperaturrekord hat es 2016 nicht geklappt. Trotzdem wollten Klimaaktivisten und kooperierende Journalisten zu Jahresbeginn der Bevölkerung eine scharfe Klimaermahnung mit auf den Weg geben. Da kam ihnen ein soeben veröffentlichtes Paper gerade recht: Die Erwärmungspause (“der Hiatus”) bzw. die Verlangsamung der Erwärmung (“Slowdown”) der letzten 18 Jahre existiere gar nicht, alles nur Schall und Rauch. In Wahrheit sei es kräftig wärmer geworden, und zwar in den Ozeanen. Ganz vorne bei der Berichterstattung mit dabei ist Spektrum der Wissenschaft, eine Plattform, auf der auch der Potsdamer Klimaaktivist Stefan Rahsmtorf schreibt. Der Redaktionsleiter von spektrum.de, Daniel Lingenhöhl, erklärte den Lesern höchstpersönlich:

Klimawandel: Keine verlangsamte Erwärmung im Ozean
Während der letzten 15 Jahre sollen sich die Weltmeere nur verlangsamt erwärmt haben. Manche sprachen sogar von einer Pause. Doch das wurde erneut widerlegt.

Seit dem Weltklimabericht 2013 wird heftig diskutiert, ob es seit der Jahrtausendwende nur eine verlangsamte Erwärmung in den Ozeanen gegeben habe; manche sprachen sogar von einer regelrechten “Pause”. Diese These wurde nur zwei Jahre später widerlegt. Sie beruhte auf einem technischen Artefakt und wurde auf veränderte Messmethoden zurückgeführt: Die Daten von Sensoren am Kühlwasserzustrom von Schiffen hätten demnach zu niedrige Temperaturen widergegeben. Die Aufheizung der Ozeane hätte anhand der korrigierten Werte tatsächlich bei 0,12 Grad Celsius pro Jahrzehnt gelegen und damit den Anstiegen in der Zeit davor wie danach entsprochen. [...] Eine neuerliche Analyse der Daten durch weitere, von der NOAA unabhängige Klimatologen in “Science Advances” kommt nun jedoch zum gleichen Schluss. Für ihre Arbeit zogen Zeke Hausfather von der University of California in Berkeley und Kollegen die Messdaten von drei verschiedenen Quellen aus den letzten 30 Jahren zusammen: von Satelliten, stationären sowie autonomen Sensorbojen

Weiterlesen auf spektrum.de

Weitere übliche Verdächtige stiegen in die Geschichte ein, z.B. Joachim Müller-Jung von der FAZ (“Klimawandel Eine Verschnaufpause? Die gab es nie!“), der keine Gelegnheit zur Förderung des Klimaalarms auslässt. Die Original-Pressemiteilung der University of California, Berkeley gibt es hier. Schauen Sie sich einmal die dazugehörige Abbildung genau an:

Abbildung 1: Ozeantemperaturen seit 1999 laut Hausfather et al. 2017. Originalbildunterschrift: “A new UC Berkeley analysis of ocean buoy (green) and satellite data (orange) show that ocean temperatures have increased steadily since 1999, as NOAA concluded in 2015 (red) after adjusting for a cold bias in buoy temperature measurements. NOAA’s earlier assessment (blue) underestimated sea surface temperature changes, falsely suggesting a hiatus in global warming. The lines show the general upward trend in ocean temperatures. Credit: Zeke Hausfather, UC Berkeley”.

 

Gut zu erkennen ist der händische Eingriff in die Datenbasis: In blau die alte Temperaturkurve; in rot die neue, künstlich versteilte Kurve. So einfach kann man Erwärmung am Schreibtisch erzeugen. Genial. Uns interessieren hier vor allem die Satellitendaten in orange. Irgendetwas macht uns stutzig. Der aufwärtgerichtete Trend war uns bisher irgendwie entgangen. Zum Glück kann man sich die Originaldaten auf Woodfortrees selber plotten lassen. Wir wählen die globalen Daten, da der größte Teil der Erde sowieso aus Ozeanen besteht und weil es für einen ersten Plausibilitätscheck ausreicht. Hausfather zeigt in seiner Graphik die Werte ab 1999, das machen wir auch:

Abbildung 2: Globale Temperaturentwicklung seit 1999 auf Basis von Satellitendaten (RSS).

 

Ok, hier lässt sich ein ansteigender Trend – also eine Erwärmung – durchaus nachvollziehen. Die in der Hausfather-Graphik gut erkennbaren Abkühlungsjahre 2000, 2008 und 2012 sind auch in der RSS-Kurve sichtbar. Aber weshalb beginnt die Kurve exakt im Jahr 1999? Wir gehen ein weiteres Jahr zurück, lassen die Kurve von El Nino zu El Nino plotten:

 

Abbildung 3: Globale Temperaturentwicklung seit 1998 auf Basis von Satellitendaten (RSS). Trend in grün.

 

Welch Überraschung: Schön zu sehen ist der “Hiatus” bzw die abgebremste Erwärmung zwischen den beiden Mega-El Nino Jahren 1998 und 2015/16. Laut IPCC-Modellen sollten die Temperaturen pro Jahrzehnt um zwei Zehntelgrad ansteigen. Bei fast zwei Jahrzehnten war eine Erwärmung um 0,4°C zu erwarten. In Wahrheit eingetreten sind jedoch weniger als 0,1°C. Nun könnte man sagen, lasst doch mal diese schlimmen El Ninos einfach aus. Was ist zwischen diesen beiden Wärmeereignissen passiert? Wir plotten entsprechend von 1999 bis 2015:

Abbildung 4: Globale Temperaturentwicklung 1999-2015 auf Basis von Satellitendaten (RSS). Trend in grün.

 

Wieder ist die Erwärmung minimal, vielleicht ein zwanzigstel Grad. Da beißt die Maus keinen Faden ab: Der Slowdown ist real und muss ernst genommen werden. Eine Vielzahl von Forschern tut dies bereits und schreibt eifrig Papers zum Thema. Kühlende Ozeanzyklen sind vermutlich die Ursache der ausgebremsten Erwärmung.

Daniel Lingenhöhl, Joachim Müller-Jung, Zeke Hausfather et al. kämpfen unentwegt gegen den unerwarteten Hiatus an – und machen sich dabei gänzlich lächerlich. Was werden sie in zehn Jahren im Rückblick zu ihrem Aktivismus zu sagen haben, wenn die wahre Temperaturentwicklung bekannt sein wird? Jede Wette, dass sie dann gar nicht mehr gerne an ihre wilde Aktivistenzeit erinnert werden wollen…

Siehe auch Besprechung der Arbeit auf GWPF, WUWT, Judith Curry, Blasting News

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Realistischer ist dieser Ansatz von Yan et al. 2016, zu dem die American Geophysical Union (AGU) am 22. November 2016 die folgende Pressemitteilung herausgab:

Study sheds new insights into global warming ‘hiatus’

A new study of the temporary slowdown in the global average surface temperature warming trend observed between 1998 and 2013 concludes the phenomenon represented a redistribution of energy within the Earth system, with Earth’s ocean absorbing the extra heat. The phenomenon was referred to by some as the “global warming hiatus.” Global average surface temperature, measured by satellites and direct observations, is considered a key indicator of climate change.

In a study published today in Earth’s Future, a journal of the American Geophysical Union, lead author Xiao-Hai Yan of the University of Delaware, Newark, along with scientists from NASA’s Jet Propulsion Laboratory, Pasadena, California, and several other institutions discuss new understanding of the phenomenon. The paper grew out of a special U.S. Climate Variability and Predictability Program (CLIVAR) panel session at the 2015 American Geophysical Union Fall Meeting.

“The hiatus period gives scientists an opportunity to understand uncertainties in how climate systems are measured, as well as to fill in the gap in what scientists know,” Yan said.

“NASA’s examination of ocean observations has provided its own unique contribution to our knowledge of decadal climate trends and global warming,” said Veronica Nieves, a researcher at JPL and the University of California, Los Angeles and co-author of the new study. “Scientists have more confidence now that Earth’s ocean has continued to warm continuously through time. But the rate of global surface warming can fluctuate due to natural variations in the climate system over periods of a decade or so.”

Where’s the missing heat?

While Yan said it’s difficult to reach complete consensus on such a complex topic, a thorough review of the literature and much discussion and debate revealed a number of key points on which these leading scientists concur:

  • From 1998 to 2013, the rate of global mean surface warming slowed, which some call the “global warming hiatus.”
  • Natural variability plays a large role in the rate of global mean surface warming on decadal time scales.
  • Improved understanding of how the ocean distributes and redistributes heat will help the scientific community better monitor Earth’s energy budget. Earth’s energy budget is a complex calculation of how much energy enters our climate system from the sun and what happens to it: how much is stored by the land, ocean or atmosphere.

“To better monitor Earth’s energy budget and its consequences, the ocean is most important to consider because the amount of heat it can store is extremely large when compared to the land or atmospheric capacity,” said Yan.

According to the paper, “arguably, ocean heat content—from the surface to the seafloor—might be a more appropriate measure of how much our planet is warming.”

Charting future research

In the near term, the researchers hope this paper will lay the foundation for future research in the global change field. To begin, they suggest the climate community replace the term “global warming hiatus” with “global surface warming slowdown” to eliminate confusion.

“This terminology more accurately describes the slowdown in global mean surface temperature rise in the late 20th century,” Yan said.

The scientists also called for continued support of current and future technologies for ocean monitoring to reduce observation errors in sea surface temperature and ocean heat content. This includes maintaining Argo, the main system for monitoring ocean heat content, and the development of Deep Argo to monitor the lower half of the ocean; the use of ship-based subsurface ocean temperature monitoring programs; advancements in robotic technologies such as autonomous underwater vehicles to monitor waters adjacent to land (like islands or coastal regions); and further development of real- or near-real-time deep ocean remote sensing methods.

Yan’s research group reported in a 2015 paper that some coastal oceans (e.g., U.S. East Coast, China Coast) responded faster to the recent global surface warming rate change than the global ocean.

“Although these regions represent only a fraction of the ocean volume, the changing rate of ocean heat content is faster here, and real-time data and more research are needed to quantify and understand what is happening,” Yan said.

Variability and heat sequestration over specific regions (e.g., Pacific, Atlantic, Indian, Southern Oceans, etc.) require further investigation, the authors conclude. However, there is broad agreement among the scientists and in the literature that the slowdown in the global mean surface temperature increase from 1998 to 2013 was due to increased uptake of heat energy by the global ocean.

 

Fritz Vahrenholt am 17.1.2017 mit Vortrag zur deutschen Energiewende im Londoner House of Commons

Am 17. Januar 2017 wird Fritz Vahrenholt in London im House of Commons einen Vortrag zur deutschen Energiewende halten. Eingeladen hat die Global Warming Policy Foundation (GWPF). Beginn: 18:00h. House of Commons, Committee Room 9,
London SW1A 0PW. Hier die Ankündigung der GWPF:

The Crisis of Germany’s Energiewende
German consumers and industry pay a hefty price for the green energy transition, the so-called Energiewende. Technical problems with the German power grid are piling up as the government continues its breakneck drive to change the country’s energy mix. Parts of Germany are already over-saturated with wind turbines. Other nations are not following Germany’s expensive experiment. Germany has the second highest electricity price (after Denmark) in Europe. Renewable energy subsidies will rise from 6.35 €ct/kwh to an astounding 7.3 €ct/kwh in 2017. This policy is costing consumers 25 billion euros annually, paid via their power bills. It represents a social transfer from bottom to top of immense dimensions.

The driving force behind this socially unsustainable energy policy is an irrational fear that humans are irreparably damaging the climate as a result of CO2 emissions – despite new scientific findings showing that CO2’s impact on global temperatures has been overstated by the IPCC. Government plans to open up forests to allow the construction of wind parks is a catastrophe for most species of predatory birds and bats and the surrounding ecosystem.

Professor Fritz Vahrenholt 
Fritz Vahrenholt was one of the founders of the environmental movement in Germany. He holds a PhD in chemistry and is Honorary Professor at the Department of Chemistry at the University of Hamburg. Since 1969 he has been a member of the Social Democratic Party (SPD). From 1976 until 1997 he served in several public positions with environmental agencies such as the Federal Environment Agency, the Hessian Ministry of Environment and as Deputy Environment Minister and Senator of the City of Hamburg. In 2001, he founded the wind energy company REpower and was director of RWE’s renewable energy division Innogy, one of Europe’s largest renewable energy companies. His 2012 book The Neglected Sun sparked a broad public discussion in Germany about the dogmatism in climate science. He is the chairman of the German Wildlife Foundation and a member of the GWPF’s Academic Advisory Council.

If you wish to attend this lecture please register by emailing  harry.wilkinson@thegwpf.org

 

Der WWF ruft aktuell zu Spenden für die Eisbären auf, die wegen des Klimawandels angeblich vom Aussterben bedroht sind:

Lieber Herr xxx,

durch den Klimawandel schmilzt den Eisbären das Eis so schnell unter den Tatzen weg, dass ihnen keine Zeit bleibt, sich anzupassen. Weil sie nicht mehr genügend Nahrung finden, suchen sie sich ihre überlebenswichtige Nahrung in nahen Dörfern. Dort ist es dann jeweils nur eine Frage der Zeit, bis es zu unliebsamen Begegnungen mit Menschen kommt.

Das Leid der Eisbären ist genauso das Leid der Menschen. Je länger die Eisbären auf dem Festland auf Eis warten müssen, desto häufiger kommt es zu Konfrontationen.

Wir kämpfen weltweit auf allen Ebenen gegen den Klimawandel, um das Leben und Überleben der Eisbären zu sichern. Parallel dazu arbeiten wir vor Ort mit Menschen am Eisbärenschutz und helfen so konkret, die Konflikte zwischen Menschen und Eisbären zu verringern.

Bitte lassen Sie die Eisbären nicht im Stich. Helfen Sie mit einer Spende.

Herzliche Grüße
Ihr WWF-Team

Das ist schon kurios, denn die Eisbärpopulation geht es laut offiziellen Zählen prächtig. Von einem allgemeinen Schwund ist nichts zu spüren. Im Gegenteil, noch immer dürfen Eisbären offiziell gejagt werden, auch von gut zahlenden Jagdtouristen. Ist es nicht seltsam, dass der WWF gegen die wirkliche und akute Bedrohung durch Gewehrkugeln nicht vorgeht, stattdessen lieber den schön-abstrakten Klimawandel in den Vordergrund schiebt? Macht vielleicht weniger Arbeit als gegen die Eisbärjagd zu kämpfen.

Siehe:

 

 

Kein neuer Rekord: Globale Mitteltemperatur 2016 erreichte lediglich das Niveau von 1998

Das El Nino-Jahr 2016 ist vorüber, Zeit für eine Temperatur-Endabrechnung. Die University of Alabama in Huntsville (UAH) gab hierzu am 4. Januar 2017 bekannt, dass die Temperaturen 2016 ein ähnliches Niveau erreicht haben wie im bisher wärmsten Jahr 1998. Aus statistischer Sicht liegt ein klares Unentschieden vor, erklärt die UAH, gestützt auf eine weltweite Messabdeckung durch Satellitendaten. Rein rechnerisch war 2016 zwar um zwei Hundertstel Grad wärmer, ein Unterschied der sich jedoch im Fehlerbereich des Messverfahrens verliert und als nicht signifikant eingestuft wird. Hier die Pressemitteilung der UAH, via Science Daily (siehe auch Blogbeitrag von Roy Spencer):

2016 Edges 1998 as Warmest Year on Record

Globally, 2016 edged out 1998 by +0.02 C to become the warmest year in the 38-year satellite temperature record, according to Dr. John Christy, director of the Earth System Science Center at The University of Alabama in Huntsville. Because the margin of error is about 0.10 C, this would technically be a statistical tie, with a higher probability that 2016 was warmer than 1998. The main difference was the extra warmth in the Northern Hemisphere in 2016 compared to 1998.

“The question is, does 2016′s record warmth mean anything scientifically?” Christy said. “I suppose the answer is, not really. Both 1998 and 2016 are anomalies, outliers, and in both cases we have an easily identifiable cause for that anomaly: A powerful El Niño Pacific Ocean warming event. While El Niños are natural climatic events, they also are transient. In the study of climate, we are more concerned with accurately identifying long-term temperature trends than we are with short-term spikes and dips, especially when those spikes and dips have easily identified natural causes.

“Some records catch our attention because we usually struggle to cope with rare events. For example, the Sept.-Nov. record heat and dryness in the southeastern U.S. (now a thing of the past) will be remembered more than the probability that 2016 edged 1998 in global temperatures. So, from the long-term perspective, 2016′s record may be less noteworthy than where the month-to-month temperature settles out between warming and cooling events.”

Compared to seasonal norms, the warmest average temperature anomaly on Earth in December was in south central China, near the town of Qamdo. December temperatures there averaged 3.91 C (about 7.04 degrees F) warmer than seasonal norms. Compared to seasonal norms, the coolest average temperature on Earth in December was near the town of Buffalo Narrows in west central Saskatchewan. December temperatures there averaged 4.13 C (about 7.43 degrees F) cooler than seasonal norms.

The December 2016 GTR includes the global temperature anomaly map for the month and the month-by-month graph of global temperature anomalies for the duration of the satellite temperature dataset. It also includes a global map of the 2016 temperature anomalies, and a global map of the regional climate trends from December 1978 through December 2016.

As part of an ongoing joint project between UAH, NOAA and NASA, Dr. John Christy, director of the Earth System Science Center at The University of Alabama in Huntsville, and Dr. Roy Spencer, an ESSC principal scientist, use data gathered by advanced microwave sounding units on NOAA and NASA satellites to get accurate temperature readings for almost all regions of the Earth. This includes remote desert, ocean and rain forest areas where reliable climate data are not otherwise available.

The satellite-based instruments measure the temperature of the atmosphere from the surface up to an altitude of about eight kilometers above sea level. Once the monthly temperature data are collected and processed, they are placed in a “public” computer file for immediate access by atmospheric scientists in the U.S. and abroad.

Neither Christy nor Spencer receives any research support or funding from oil, coal or industrial companies or organizations, or from any private or special interest groups. All of their climate research funding comes from federal and state grants or contracts.

Abbildung: Entwicklung der globalen Monatstemperaturen von Dezember 1978 bis Dezember 2016 basierend auf UAH-Datensatz. Quelle: UAH

 

Ein ähnliches Ergebnis zeigen auch die globalen RSS-Satellitendaten, wie Bob Tisdale auf WUWT berichtete:

Abbildung: Entwicklung der globalen Monatstemperaturen 1979-2016 basierend auf RSS-Datensatz. Quelle: WUWT

 

Auch in Deutschland und Österreich hat es nicht zu einem neuen Rekord gereicht. Bayerischer Rundfunk am 9. Januar 2017:

Deutlich zu warm und dennoch eher durchschnittlich
Das Jahr 2016 war in Deutschland im Durchschnitt wieder deutlich wärmer, brachte aber keine neuen Temperaturrekorde. Was Niederschlag und Sonnenscheindauer angeht, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD) 2016 zum durchschnittlichen Jahr. Auch in Bayern war es im Schnitt eher kalt und regnerisch.

Weiterlesen beim Bayerischen Rundfunk

Über Österreich berichtete Der Standard am 27. Dezember 2016:

2016 war in Österreich viertwärmstes Jahr seit Messbeginn
Laut Meteorologen gehörte das abgelaufene Jahr auch zu den nassesten

Weiterlesen im Standard

Und natürlich auch keine Rekorde in der Schweiz, wie auf zueriost.ch zu lesen war.

Lediglich der Klimaretter lebt in seiner eigenen Traumwelt und wusste schon mehr als eine Woche vor Jahresende, dass es ganz sicher – bitte, bitte, bitte – neue Temperaturrekorde gibt:

2016: Temperaturen brechen Rekorde
Was die Weltmeteorologieorganisation WMO schon im November verkündete, bestätigt nun auch die US-amerikanische Wetter- und Ozeanografiebehörde NOAA: Die globale Mitteltemperatur erreichte dieses Jahr erneut Rekordwerte. 2016 wird weltweit das heißeste Jahr seit 1880 werden. Dabei überbieten die diesjährigen Temperaturen noch die Rekordwerte aus den Vorjahren 2014 und 2015.

Ein Fall für die neue Fake-News-Stelle der Bundesregierung.