Deutscher Klimaatlas bringt es ans Licht: Berliner Zeitung liegt bei alarmistischer Regenstory voll daneben

Am Mittwoch den 27. Juli 2016 hält Prof. Werner Kirstein im Parksalon des Weißen Hauses in Leipzig um 19 Uhr einen Vortrag mit dem Titel:

Dreißig Jahre Klimakatastrophe – statt Erwärmung ein Zwei-Grad-Ziel

Ausrichter der Veranstaltung ist der Verein Erdgeschichte im Südraum Leipzig.

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Die Berliner Zeitung beklagte am 29. Juni 2016 einen vermeintlichen Klimaschaden:

Klimawandel: Der Weiße See braucht Wasser
Der weltweite Klimawandel wirkt sich auch auf Weißensee aus. Weil es in den vergangenen Jahren deutlich weniger geregnet hat, ist der Wasserstand im Weißen See an der Berliner Allee in den Sommermonaten erheblich gesunken, im vergangenen Jahr um etwa einen halben Meter.

Das Straßen- und Grünflächenamt Pankow füllt den See nun aus einem Tiefbrunnen wieder auf. Ob die Pumpkosten über den Green Climate Fund der UNO abgerechnet werden können? Im Zuge der Amtshilfe prüfen wir für die UNO den Sachverhalt. Ist der niedrige Wasserstand des Weißensee wirklich eine Folge des anthropogenen Klimawandels? Sind die Regenfälle im Raum Brandenburg/Berlin in den letzten Jahren und Jahrzehnten wirklich weniger geworden, wie von der Berliner Zeitung behauptet?

Wir ziehen den Deutschen Klimaatlas des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zu Rate. Hier wählen wir die Optionen Brandenburg/Berlin, Niederschläge und Kalenderjahr. Da das Jahr 2016 noch nicht abgeschlossen ist, wählen wir Daten bis 2015. Die resultierende Niederschlagskurve seit 1881 bringt eine faustdicke Überraschung (Abbildung 1): Die Niederschläge haben stets geschwankt. Die letzten Jahrzehnte lagen dabei sogar über dem langjährigen Durchschnitt (die dicke blaue Kurve in der Abbildung gibt 30-jährige Mittelwerte an). Es wird schnell klar: Die Klimawandel-Erklärung der Berliner Zeitung ist falsch. Richtig ist vielmehr, dass es sich um ganz natürliche Schwankungen handelt, wie es sie in der regionalen Niederschlagsstatistik der letzten 130 Jahre immer gegeben hat. Angesichts der enormen politischen Bedeutung der Klimawandeldiskussion ist es unverantwortlich von der Zeitung, Vermutungen ohne selbst die einfachste Prüfung zu veröffentlichen.

 

Abbildung 1: Niederschlagsentwicklung in Brandenburg/Berlin für die vergangenen 130 Jahre. Quelle: Deutscher Klimaatlas.

 

 

Das große Mangrovensterben in Australien und der Klimawandel

Von Uli Weber

Die Medien meldeten vor einigen Tagen ein massives Mangrovensterben in Australien, z.B. Bildzeitung am 11. Juli 2016:

Klima: Massives Mangroven-Sterben in Nordaustralien entdeckt
Ein massives Mangrovensterben im Norden Australiens hat Wissenschaftler alarmiert. Am Golf von Carpentaria an der Nordküste wurde bei Überflügen eine Fläche von bis zu 10 000 Hektar toter Mangrovenpflanzen entdeckt. Das Ausmaß sei beispiellos und besorgniserregend, sagte Mangrovenexperte Norm Duke von der James Cook-Universität am Montag im Fernsehen. Er sei schockiert. Er machte den Klimawandel dafür verantwortlich. Die höheren Wassertemperaturen und spärlicheren Regenfälle hätten die Toleranzgrenze der Mangroven überschritten.

Textlich ziemlich gleichlautend zu finden beispielsweise auf sott.net, wetter.de oder stern.de. Immerhin erfährt man in diesen Artikeln auch noch Folgendes:

„…Nachträglich ausgewertete Satellitenaufnahmen zeigten, dass sich die Landschaft innerhalb von vier Wochen im September und Oktober vergangenen Jahres dramatisch verändert hat…“

Bereits am 20.07.12:55 Uhr ergibt dann eine Google-Suche mit den Stichworten „mangrovensterben australien“ ungefähr 90.100 Ergebnisse (0,47 Sekunden), aber keinen Hinweis auf die zugrundeliegenden Ursachen. Da die Abbildungen zum Mangrovensterben unter Copyright stehen, muss sich der interessierte Leser dort bitte selbst ein Bild machen. Die zugehörigen Bilder im Artikel sehen sehr eigenartig aus. Eigentlich ist der abgebildete Mangrovenwald eher atypisch, aber das mag ja in Australien ganz anders sein.

Ein weiteres Bild zeigt offenbar abgestorbene Mangroven auf einer (vorgelagerten?) Sandbank, während auf dem Festland (?) anscheinend noch alles grün ist. Es ist zunächst einmal sehr erstaunlich, dass auf beiden Seiten eines (Gezeiten?)-Stroms ganz unterschiedliche Vegetation vorherrscht, tote Mangroven auf der einen und lebendige Bäume auf der anderen – und die toten Mangroven sind lt. Satellitenbildern erst im September/Oktober 2015 innerhalb von 4 Wochen abgestorben?!

Wie kann’s kommen? Das Klima hatte sich in Australien doch gar nicht so schlagartig geändert.

Abbildung: Temperaturentwicklung in Australien während der vergangenen 100 Jahre. Quelle: bom.gov.au.

 

Wenn es in dieser Abbildung überhaupt ein herausragendes Temperaturereignis gibt, dann wäre das eine Abkühlung in den Jahren 2011/2012 gewesen, aber schon gar nicht ein einzelnes herausragendes Ereignis im vergangenen September 2015.

Fassen wir zusammen: Eine Flugzeugbeobachtung über ein Mangrovensterben an der Bay of Carpentaria wird mit ein paar Schnappschüssen dokumentiert und sofort mit dem Klimawandel erklärt. Es macht in den berichtenden Medien auch niemanden stutzig, dass dieses Ereignis nicht etwa schleichend aufgetreten ist, was ja für den Klimawandel ausgesprochen typisch sein soll. Vielmehr stellt sich nach einer Auswertung von Satellitendaten heraus, dass dieses Gebiet von 100 qkm innerhalb von 4 Wochen abgestorben ist. Eine nähere Lokalisierung des Schadengebietes findet man dann auf ABC News, Zitat:

“…With the support of the NT Parks and Wildlife Commission he flew in a helicopter between the mouths of the Roper and McArthur Rivers.…”

Wenn man dann die dort genannten Flüsse als Suchbegriffe im Internet eingibt, findet man beispielsweise auch diesen Link auf mineralienatlas.de. Wikipedia sagt zu Arsenkies:

„…Arsenkies ist das wichtigste Ausgangsmineral zur Arsen-Gewinnung. Es enthält in reinem Zustand etwa 46 % Arsen, 34.3 % Eisen und 19,7 % Schwefel…“

Gibt es etwa Arsenopyritabbau am McArthur River? Die McArthur Mining sagt dazu jedenfalls gar nichts. Am Ende wird man wohl wieder einmal ganz erhebliche Klima-Forschungsgelder benötigen, um Genaueres herauszufinden. Aber wenn’s dann gar nicht der Klimawandel gewesen sein sollte, werden wir darüber wohl auch nichts mehr erfahren…

Die für die Alarmmeldung verantwortliche James Cook Universität ist uns übrigens aus der Vergangenheit bestens bekannt:

 

Rästelhafte Dürregeschichte Spaniens während der vergangenen 300 Jahre

Allmählich scheint sich herumzusprechen, dass die aktuellen Klimatrends zunächst in einen historischen vorindustriellen Kontext gesstellt werden müssen, bevor man weitreichende Schlussfolgerungen zu anthropogenen Ursachen zieht. Die spanische Forschungsplattform sinc veröffentlichte am 27. Juni 2016 eine Pressemitteilung zur Dürregeschichte Spaniens der vergangenen drei Jahrhunderte:

Radiography of drought periods in Spain from the last 318 years

The Mediterranean Basin has been witness to increased droughts for at least five decades, but has this always been the case? A team from the University of Zaragoza has been successful in reconstructing, for the first time, the droughts from 1694 to 2012 based on the precipitation index and the study of tree growth rings. According to the study, the twelve months leading up to July 2012 were the driest.

In the Mediterranean Basin, droughts are a recurring phenomenon that negatively impacts society, economic activities and natural systems. No one seems to doubt the fact that temperatures all over the world have risen in recent decades. However, this trend does not appear to be perceived as clearly when it comes to precipitation (for which data from 1950 onwards is available). Thus, up until now, the study on the recurrence and severity of droughts in Spain has been based on information from weather stations, with sufficient data only as of the mid-twentieth century.

To test the evolution of the droughts, scientists from the Department of Geography at the University of Zaragoza utilised indirect information, such as the study of tree growth rings, to reconstruct the climate of the Iberian Range as far back as 1694 and to analyse dry periods using the Standardised Precipitation Index (SPI). The researchers collected 336 samples and 45,648 growth rings from five different species (P. sylvestris, P. uncinata, P. nigra, P. halepensis, and Pinus pinaster) from 21 locations in the province of Teruel, in the east of the Iberian Peninsula, at an average altitude of 1,600 metres. The results, published in the ‘International Journal of Biometeorology’, made it possible to evaluate droughts from the last three centuries; they reveal that the twelve months leading up to July 2012 were the driest over the entire period studied. “We have been able to successfully identify seven especially dry periods and five wet periods since the end of the 17th century”, says Ernesto Tejedor to Sinc, the main author of the study.

The driest periods

According to the researchers, in addition to these periods there have been 36 extremely dry years and 28 very wet years since the end of the 17th century. “Some of these dry years, such as 1725, 1741, 1803 and 1879, are also identified in other drought reconstructions in Romania and Turkey, thus demonstrating the larger-scale coherence of the extreme deviations and their relationship with increasingly global atmospheric processes”, adds Tejedor.

Many of these extreme events are associated with catastrophic historical and cultural changes from the last three centuries. In fact, 1725 is known as ‘The year without a harvest’ in Monegros. These events are reflected in historical documents as the ‘pro-pluvia’ rogations, “since the intense droughts led to bad harvests with serious consequences for society”, comments Tejedor.

The reconstruction of droughts using dendrochronology does not make it possible to directly predict extreme future events, although these reconstructions are indeed used to validate future climate change models. “What we are seeing from the 20th century, and what we have seen so far in the 21st, is an increase in the recurrence of extreme phenomena, including both wet and dry years”, stresses the researcher to Sinc. For the expert, predictions for precipitation variability and trends are not yet reliable like those for temperature, as other factors which are still being studied also play a role.

Citation: Tejedor, Ernesto; de Luis, Martin; María Cuadrat, José; Esper, Jan; Angel Saz, Miguel. “Tree-ring-based drought reconstruction in the Iberian Range (east of Spain) since 1694” International Journal of Biometeorology 60(3): 361-372 DOI: 10.1007/s00484-015-1033-7 marzo de 2016

Anhand von Baumringen dokumentierten die Autoren 36 extrem trockene Jahre in Spanien während der letzten 318 Jahre. Etwas reißerisch erklären Sie 2011/2012 zum trockensten Jahr, was aus klimatischer Sicht aufgrund des Einzelereignis-Charakters wenig aussagekräftig ist. Viel interessanter wäre doch die Verteilung der dürrereichen Phasen über die Zeit. Hierzu schweigt die Pressemitteilung beredt, so dass wir uns die Originalgraphik aus dem Paper besorgt haben, um nachzuschauen:

Abbildung: Niederschlagsentwicklung für die Iberian Range in Spanien für die letzten 3 Jahrhunderte. Quelle: Tejedor et al. 2016b. Gelbe Bereiche markieren 11-jährige Dürrephasen. 

 

Wir erleben eine handfeste Überraschung. In Sachen Trend führt die Pressemitteilung etwas in die Irre. Zwar gibt es in der Tat eine Zunahme der Dürren im 20. Jahrhundert: In der zweiten Hälfte des 20. Jh. wurden zwei längere Dürrephasen registriert, während es in der ersten Hälfte eher feuchter war. Allerdings gab es auch im 18. und frühen 19. Jahrhundert eine Häufung von Dürrephasen, also mitten in der Kleinen Eiszeit. Das hätte gerne erwähnt werden können. Stattdessen schließt die Meldung damit, dass es für Trendaussagen noch zu früh wäre. Naja, momentan sieht es so aus, als wenn es wirklich gar keinen Langzeittrend über die Jahrhunderte gäbe. Es ist daher sicher falsch, aus den Dürren der letzten Jahrzehnte einen Trend zu konstruieren.

Ein Blick auf die letzte große Warmphase – die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) vor 1000 Jahren – zeigt, wie kompliziert die Iberische Halbinsel ist, wenn es um die Niederschläge geht. Im Rahmen unseres MWP-Kartierprojektes haben wir einen zentralen Korridor auf der Iberischen Halbinsel identifiziert, in dem es während der MWP feuchter geworden ist (grüne Punkte in Abbildung). In den Randgebieten Iberiens wurde es während der MWP hingegen trockener (gelbe Punkte).

 

Der Klimawandel bringt der Sahelzone mehr Niederschlag

Deutschlandradio sprang am 6. Juli 2016 über seinen Schatten und überbrachte endlich einmal eine gute Klimanachricht:

Klingt paradox: Klimawandel bringt trockener Sahelzone Feuchtigkeit
Wenn es um den Klimawandel geht, ist selten von positiven Effekten die Rede – bis jetzt.

Weiterlesen bei Deutschlandradio

Wie funktionierts? Der Standard hatte bereits eine Woche zuvor berichtet:

Der Klimawandel bringt der Sahelzone mehr Niederschlag
Während der Mittelmeerraum von zunehmender Trockenheit geplagt wird, facht feuchte mediterrane Luft den westafrikanischen Monsun an
Der Klimawandel hat nicht nur einseitige Folgen: Die Erwärmung im Mittelmeerraum verursacht in der Region seit etwa 20 Jahren zunehmende Hitze und Trockenheit. In der Sahelzone sorgt sie hingegen offenbar für mehr Niederschlag. Wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI) in Hamburg in “Nature Climate Change” berichten, sind höhere Temperaturen des Mittelmeers die Hauptursache dafür, dass zu Beginn des westafrikanischen Monsuns im Juni mehr feuchte Luft aus dem östlichen Mittelmeer an den Südrand der Sahara gelangt.

Weiterlesen im Standard.

Hier die dazugehörige Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft vom 30. Juni 2016:

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Warmes Mittelmeer lässt Sahel ergrünen
Der menschengemachte Klimawandel trägt dazu bei, dass feuchte mediterrane Luft den westafrikanischen Monsun anfacht

Der Klimawandel kann auch zwiespältige Folgen haben: So führt die Erwärmung im Mittelmeerraum, die den dortigen Ländern seit etwa 20 Jahren größere Hitze und Trockenheit bringt, in der Sahelzone offenbar zu mehr Niederschlag. Denn wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Climate Change berichten, sind höhere Temperaturen des Mittelmeers die Hauptursache dafür, dass zu Beginn des westafrikanischen Monsuns im Juni mehr feuchte Luft aus dem östlichen Mittelmeer an Südrand der Sahara gelangt. Und ihrer aktuellen Studie zufolge hängt von der Erwärmung des Mittelmeers auch entscheidend ab, wie sich der Niederschlag in der Sahelzone künftig entwickeln wird.

In kaum einer Region der Erde schwankt das Klima so stark wie in der Sahelzone. In diesem mehrere hundert Kilometer breiten Gebiet südlich der Sahara, das sich von der Atlantikküste des Senegals bis nach Eritrea am Roten Meer erstreckt, wird das Klima vom westafrikanischen Monsun geprägt: Der bringt von Juni bis September Regen in die gesamte Region, während dort im Winter Trockenheit herrscht. Die eigentliche Ursache für dieses Wetterphänomen ist der höhere Sonnenstand während der Sommermonate, durch den es in diesen Breiten heißer wird. Das wirkt sich an Land und im Ozean aber unterschiedlich stark aus, weil Wasser mehr Wärme aufnehmen kann. „Daher erwärmt sich das Land im Sommer stärker als der Ozean“, erläutert Jürgen Bader das Prinzip des Monsuns. „Luft steigt über dem warmen Kontinent auf, und als Folge strömt feuchte Luft vom Meer nach.“

Die Stärke des Monsuns hat sich dabei immer wieder verändert. Nach einer relativ feuchten Periode in den 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Sahelzone bis Mitte der 1980er-Jahre von mehreren verheerenden Dürren heimgesucht, die insgesamt mehr als 100.000 Menschen das Leben kosteten. Seitdem nahm der Niederschlag überraschenderweise wieder zu. Dafür haben Jong-yeon Park, Jürgen Bader und Daniela Matei vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg nun die entscheidende Ursache gefunden. „Wir zeigen, dass die Erwärmung des Mittelmeers – die teilweise durch den menschengemachten Klimawandel hervorgerufen wird – der wichtigste Faktor hierfür ist“, sagt Daniela Matei. Und auch in Zukunft dürfte das Mittelmeer demnach eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob es im Sahel mehr oder weniger regnet.

Wärmere Meere außerhalb der Tropen bringen mehr Niederschlag

Wie kräftig der Monsun im Sahel ist, hängt generell davon ab, wie unterschiedlich stark sich verschiedene Meeresregionen erwärmen. So führen Klimaforscher die Dürre während der 1970er- und 1980er-Jahre darauf zurück, dass sich die Meerestemperaturen sowohl im Atlantik als auch im indischen und pazifischen Ozean nach einem bestimmten Muster veränderten. Diese Veränderungen führten zu weniger Niederschlag in der Sahelzone.

Und unterschiedliche Temperaturen in verschiedenen Meeresgebieten erklären auch, warum es im Sahel seit den 1990er-Jahren wieder mehr regnet. „Es gibt sozusagen einen Kampf zwischen den verschiedenen Meeresregionen“, erläutert Jürgen Bader. „Steigen die Temperaturen der tropischen Meeresoberflächen, nimmt der Niederschlag in der Sahelzone ab. Steigende Temperaturen der Meeresoberflächen außerhalb der Tropen führen dagegen zu mehr Niederschlägen.“ Wie Jong-yeon Park nämlich nun durch Modellrechnungen für seine Doktorarbeit gemeinsam mit seinen beiden Betreuern Daniela Matei und Jürgen Bader herausgefunden hat, fiel der westafrikanische Monsun in den Sommern der vergangenen 20 Jahre ergiebiger aus als in den Jahrzehnten zuvor, weil sich das Mittelmeer stärker erwärmte als die tropischen Meeresgebiete. Der Temperaturunterschied zwischen diesen Meeresregionen wird demnach auch entscheidend dafür sein, wie sich der Niederschlag im Sahel künftig entwickeln wird.

Für die Rechnungen nutzte Jong-yeon Park die neueste Version des Atmosphärenmodells des Max-Planck-Erdsystemmodells MPI-ESM. In verschiedenen Simulationen spielte er unterschiedliche Szenarien durch. Dabei zeigte sich ein interessanter Effekt: „Wenn man die Temperaturen der Meeresoberflächen im Mittelmeer konstant hält, erhöht sich der Niederschlag in der Sahelzone nicht“, sagt Jong-yeon Park. In anderen Modellexperimenten, bei denen sich das Mittelmeer erwärmte, die Meere der Arktis, des Nordatlantiks und des Nordpazifik aber nicht, regnete es in der Sahelzone dagegen mehr.

Die Entwicklung des Monsuns hängt von den künftigen Meerestemperaturen ab

Den Effekt können die Forscher auch erklären: Wenn die Wassertemperaturen im Mittelmeer steigen, erhöht sich die Luftfeuchtigkeit. Diese feuchtere Luft vom Mittelmeer wirkt offenbar wie eine Art Zündfunke auf den Westafrikanischen Monsun: Im Juni strömt sie über Ägypten Richtung Sahelzone. „So gibt es zu Beginn der Regenzeit mehr Niederschlag“, erklärt Jürgen Bader. Die zusätzliche Feuchtigkeit verstärkt die Konvektion über der Sahelzone. „Es steigt mehr Luft auf, was wiederum den Zustrom feuchter Luft aus dem tropischen Atlantik intensiviert“, so der Forscher.

Auch wenn die Wissenschaftler die Temperatur des Mittelmeers nun als entscheidenden Faktor für die Entwicklung des Monsuns im Sahel identifiziert haben: Ob der positive Niederschlagstrend in Zukunft anhalten wird, hängt davon ab, dass sich das Mittelmeer auch weiterhin stärker erwärmt als die tropischen Ozeane und nicht etwa schwächer. Und um das vorherzusagen, muss die zu erwartende Entwicklung der Meerestemperaturen jedoch noch genauer untersucht werden, wie die Hamburger Forscher schreiben. Genau das werden sie nun in weiteren Studien tun.

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Soweit die Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Nun kann man sich fragen, ob es so etwas vielleicht schon gegeben hat, Klimaerwärmung gepaart mit Zunahme der Niederschläge. Ist das eine plausible Kombination? Die Antwort steckt in der Paläoklimatologie: Ja, bereits zu Zeiten der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) hat es Gebiete auf der Erde gegeben, in denen der Temperaturanstieg zu vermehrtem Regen geführt hat. Im Rahmen der MWP-Kartierung können diese Gebiet nun sogar genauer benannt werden. Auf der Karte sind sie mit grünen Punkten gekennzeichnet. Zum einen ist da das südliche Afrika:

 

Desweiteren ist da das Östliche Mittelmeergebiet:

 

Zudem führte die MWP-Temperaturerhöhung zu vermehrten Niederschlägen in der Karibik, an der Ostküste Südamerikas, in Zentral- und Nordeuropa, im östlichen Indien, sowie in Australien und Ozeanien. Interessanterweise war es zu MWP-Zeiten in der Sahelzone eher trocken, mit Ausnahme eines Gebietes im Niger und Tschad. Ein hochspannendes Ergebnis, das in dieser regionalen Präzision bislang nicht bekannt war. Die Kartierung macht derweil weiter gute Fortschritte und arbeitet sich derzeit durch Osteuropa. Mehr dazu demnächst.

 

Harald Leschs Prüfung des AfD-Klimaprogramms wissenschaftlich geprüft

Harald Lesch ist Fernsehprofessor und hat ein schwieriges Verhältnis zum Klimawandel. Er agitiert leidenschaftlich gegen natürliche Klimafaktoren und verdreht gerne wichtige Fakten aus, wie wir an dieser Stelle bereits ausführlich diskutiert haben:

Am 29. Juni 2016 veröffentlichte Lesch nun ein 10-minütiges Video auf Youtube, in dem er vorgibt, die Aussagen der AfD zum Klimawandel wissenschaftlich zu prüfen.

 

Dabei bezieht sich Lesch auf Kapitel 12.1 im aktuellen AfD-Programm (Seite 79 im pdf hier). Vorweggeschickt sei, dass das Kalte-Sonne-Blog politisch unabhängig ist. Es geht hier nicht um die Bewertung von Politik, sondern rein um das Sachthema “Klimawandel” und eine nüchterne Prüfung der Lesch-Prüfung.

Den ersten Prüfpunkt können wir uns schenken. Das Klima hat sich stets gewandelt, darüber sind sich alle einig. Gleich beim zweiten Punkt führt Lesch seine Zuseher (immerhin eine Viertelmillionen Zugriffe in den ersten drei Wochen seit Erscheinen) in die Irre. Es geht um diese Aussage im AfD-Programm:

Die Klimaschutzpolitik beruht auf hypothetischen Klima-Modellen basierend auf computergestützten Simulationen des IPCC („Weltklimarat“).

Im Prinzip ist die Aussage richtig. Mit einer Einschränkung: Die Klimasimulationen werden von Forschergruppen durchgeführt, die im sogenannten Coupled Model Intercomparison Project (CMIP) organisiert sind. Für den 5. IPCC-Bericht (AR5) war es CMIP5, für den nächsten IPCC-Bericht (AR6) ist es CMIP6. Die Hauptaufgabe des CMIP ist die Bereitstellung von Modellen für die IPCC-Berichte. Insofern ist der IPCC sozusagen Auftraggeber und Abnehmer der Simulationen. Im Modellierungskapitel der Arbeitsgruppe 1 des 5. IPCC-Berichts heißt es in Kapitel 9.1.1. dazu:

In particular, this chapter draws heavily on model results collected as part of the Coupled Model Intercomparison Projects (CMIP3 and CMIP5) (Meehl et al., 2007; Taylor et al., 2012b), as these constitute a set of coordinated and thus consistent and increasingly well-documented climate model experiments.

Und was macht Lesch daraus (im Video bei Minute 1:58)? Er streitet die enge Verknüpfung von Modellierern und IPCC einfach ab:

Diese Aussage ist leider falsch

Der IPCC würde nur Modellierungen verwenden, die sowieso irgendwo publiziert worden wären. Dass die Hauptmotivation der Modellierer jedoch die Belieferung der IPCC-Berichte darstellt, verschweigt Lesch und fabuliert stattdessen über das wissenschaftliche Peer Review Verfahren. Thema verfehlt, Zuschauerschaft in die Irre geführt. Wer begutachtet eigentlich die Lesch-Beiträge, dass so etwas passieren kann?

Beim nächsten Punkt hat sich die AfD selber ein Bein gestellt:

Kohlendioxid (CO2) ist kein Schadstoff, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil allen Lebens.

Das würde bedeuten, dass die CO2-Klimasensitivität Null beträgt, also CO2 keinerlei Erwärmungswirkung entfaltet. Selbst in Klimaskeptikerkreisen ist dies eher eine Extremposition. Wahrscheinlicher ist wohl eine Klimasensitvität, die deutlich niedriger liegt als der IPCC-Mittelwert. In unserem Buch “Die kalte Sonne” haben wir Beispiele mit 1,0°C und 1,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung vorgestellt. Lesch hat im Video leichtes Spiel (ab Minute 3:44). Die lebensnotwendige Funktion des CO2 bestreitet Lesch nicht, wie sollte er auch. Interessanterweise gibt hier es im Lesch-Video einen auffälligen Schnitt. Offenbar hat er zunächst versucht, ganz anders zu antworten bzw. sich dann verheddert.

Dann der nächste AfD-Punkt:

Der IPCC versucht nachzuweisen, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen zu einer globalen Erwärmung mit schwerwiegenden Folgen für die Menschheit führen. Hierzu beruft man sich auf Computermodelle, deren Aussagen durch Messungen oder Beobachtungen nicht bestätigt werden.

Hier wird es gänzlich wild. Lesch behauptet (ab Minute 4:10), die Computermodelle wären in der Lage, die Vergangenheit zu reproduzieren:

Diese Aussage ist nicht korrekt.

Das ist eine grobe Falschaussage von Lesch. Es kann hier nicht nur um die vergangenen 150 Jahre seit Ende der Kleinen Eiszeit gehen, sondern um die letzten 1000-2000 Jahre, also die Modellierung früherer Warmphasen, die als wichtige Analogperioden für die Moderne Wärmperiode fungieren. In seinem letzten Bericht hat der IPCC in Kapitel 5.3.5 der Arbeitsgruppe 1 ausdrücklich eingeräumt, dass die Modellierung der Mittelalterlichen Wärmeperiode misslungen ist. Die Gründe kennt man noch nicht. Aktuelle Arbeiten von 2016 bestätigten das Grundproblem:

Im nächsten Punkt geht es um den Hiatus, eine Diskussion die mittlerweile so langweilt, dass wir sie uns hier ersparen. Erwähnenswert nur Leschs Schlussakkord: Im Video hält er eine Temperaturkurve in die Kamera, in der der heiße El Nino-Datenpunkt als Ausreißer nach oben aus dem Temperaturplateau der letzten 18 Jahre heraussticht. Weder erwähnt Lesch das El Nino-Phänomen, noch weist er daraufhin, dass er von HadCRUT4 plötzlich auf NASA-GISS Daten gewechselt hat. Dazu muss man wissen: Das GISS-Institut wird von einem bekennenden Klimaaktivisten geführt. Das Institut ist dafür bekannt, Originaldaten kräftig zu verändern, bevor sie geplottet werden. Untersuchungen hierzu laufen. Bei den verlässlicheren Satellitendaten (hier: RSS) sieht der El Nino 2015/16 ähnlich aus wie 1998. Das Diagramm zeigt Rosinenpicker Lesch natürlich nicht.

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung laut RSS-Satellitendaten.

 

Es gibt im Zusammenhang mit dem Hiatus noch eine weitere Irreführung des Zuschauers. Zuerst zeigt Lesch eine Temperaturdatenreihe von 1997 bis 2012 und sagt richtigerweise, dass die AfD (und auch führende Klimawissenschaftler) einen Erwärmungsstop seit den letzten 16 Jahren ableiten. Leschs Hauptargument gegen den im AfD-Programm genannten Erwärmungsstillstand ist dann eine Temperaturkurve von 1980 bis 2012 mit einer eingezeichneten ansteigenden Trendlinie von 1980 bis 2012. Dazu muss man wissen: zwischen etwa 1980 und 1998 gab es – von niemandem bestritten – einen Temperaturanstieg. Die kontroverse Diskussion dreht sich um den Zeitraum 1998 bis 2016. Für diesen Zeitraum wird auch von führenden Klimawissenschaftlern anerkannt, dass es einen Erwärmungsstillstand bzw. Slowdown gibt. Nun hat also der Zeitraum 1980 bis 1998 einen mittleren Anstieg von etwa 0,2 Grad pro 10 Jahren und der Zeitraum 1998 bis 2016 einen mittleren Anstieg von etwa 0,0 Grad pro 10 Jahren. Im gesamten Zeitraum von 1980 bis 2016 gibt es dann einen mittleren Anstieg von  0,1 Grad pro 10 Jahren, was etwa der Hälfte des von den Klimamodellen angenommenen Erwärmung ist. Lesch übergeht diese quantitative Frage, obwohl sie der Kernpunkt der aktuellen Klimadebatte darstellt.

Beim nächsten Punkt rettet sich Lesch wie bereits zuvor mit Haarspalterei. Die AfD schreibt etwas zu locker:

IPCC und deutsche Regierung unterschlagen die positive Wirkung des CO2 auf das Pflanzenwachstum und damit auf die Welternährung. Je mehr es davon in der Atmosphäre gibt, umso kräftiger fällt das Pflanzenwachstum aus.

Lesch konstruiert sofort den Fall einer CO2-Konzentration oberhalb des Optimalbereichs und versucht das Argument damit wegzufoulen. Die Seite war ungedeckt, da kann man es halt mal probieren, dachte er sich. Seriös ist das aber nicht, denn es war klar, was gemeint war. Siehe:

Lesch schließt mit einem Ausspruch von Immanuel Kant:

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Ein sehr passendes Zitat, das auch wir im Kaltesonne-Blog sehr schätzen.

 

Siehe auch Rezension des Videos auf EIKE.

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UPDATE 21.7.2016:

Ein Leser berichtete über einen mysteriösen Löschvorfall auf Leschs Youtube-Seite:

ich habe Ihre Rezension von Leschs Klima-Video unter eben genau dieses Video bei Youtube verlinkt. So schnell konnte ich gar nicht schauen, war der Link auch schon wieder gelöscht worden.

 

Umweltministerin Hendricks fordert fdH: Bundesbürger sollen ihren Fleischkonsum halbieren, um das Weltklima zu retten

Die deutsche Energiewende befindet sich weiterhin im Rückwärtsgang. Mittlerweile will man sich nicht mehr festlegen, bis wann ein Ausstieg aus der Kohle machbar ist. Auch wurden Emissionseinsparziele für bestimmte Sektoren aufgehoben. In einem Spiegel-Interview warnte der Klimapolitikexperte Oliver Geden am 5. Juli 2016 davor, dass die im Weltklimavertrag beschlossenen Ziele mittlerweile komplett infrage stehen. Zudem wird es aufgrund des BREXIT immer schwerer, die europäischen Emissionsplanungen in die Realität umzusetzen. Ärmere Länder müssten nun für Großbritannien einspringen, was jedoch eher unrealistisch ist. Polen hat soeben ein neues Gesetz erlassen, in dem Kohle gegenüber den Erneuerbaren Energien weiterhin Vorang eingeräumt wird. In ihrer Not zeigte sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erfindinderisch und will den Bürger auf halbe Fleischration setzen. NTV berichtete am 1. Juli 2016 über die ambitionierten Pläne:

Verzicht für den Klimaschutz: Fleischkonsum soll halbiert werden
Die Agrarwirtschaft und Verbraucher sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. So schlägt Umweltministerin Hendricks in ihrem “Klimaschutzplan 2050″ vor, dass die Deutschen weniger Fleisch essen sollten. [...] Die Agrarwirtschaft und Verbraucher sollen dazu beitragen, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern. So schlägt Umweltministerin Hendricks in ihrem “Klimaschutzplan 2050″ vor, dass die Deutschen weniger Fleisch essen sollten. “Bis 2050 sollte ein Fleischkonsum entsprechend der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestrebt werden”, heißt es. Dem Bericht zufolge wären das 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche, während der Fleischverzehr aktuell bei 1,1 Kilo pro Woche liege. Den Plan hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erarbeitet. Er befindet sich laut ihrem Ministerium gerade in regierungsinternen Abstimmungen. Dafür müsste es ein Umdenken in der Gesellschaft und in der Wirtschaft geben. Aufklärungskampagnen und Beratungsangebote sollen deshalb geplant sein. Weniger Fleischkonsum bedeute mehr Klimaschutz, sagte ein Sprecher von Hendricks.

Ganzen Artikel auf NTV lesen.

Wo hat Frau Hendricks ihre schräge Idee her? Der schweizerische Tagesanzeiger verriet es am 13. Juli 2016:

UNO-Experten fordern Fleischsteuer
Klimaforscher möchten Fleisch verteuern – denn Fleischessen ist ähnlich umweltschädlich wie Autofahren.

Weiterlesen im Tagesanzeiger

Überhaupt hatte man wohl etwas zu romantische Vorstellungen von den Erneuerbaren Energien. Komplett aus dem Ruder gelaufen ist die Palmölidee. Riesige Flächen von tropischem Regenwald wurden abholzt und abgefackelt, Naturvölker und Tierwelt vertrieben, damit einige Großgrundbesitzer unter dem Deckmäntelchen eines Ökoengelchen für teuer Geld Palmöl produzieren konnten. Der absolute Irrsinn, die Verdrehung der ursprünglichen Umweltidee ins Gegenteil. Nun noch das i-Tüpfelchen: Die Zerstörung des Regenwaldes zur Schaffung der Palmöl-Monokulturen führt laut einer neuen Studie der Duke University zu einer Erhöhung – nicht Erniedrigung – der Treibhausgasemissionen. In einer Pressemitteilung gab die Universität am 28. Juni 2016 bekannt:

Conservation key to curbing emissions from palm oil agriculture in Africa

As oil palm production expands from Southeast Asia into Central Africa, a new Duke University-led study warns that converting Africa’s tropical forests into monoculture palm plantations will cause a significant spike in climate-warming carbon emissions. The authors urge regional governments to enact mandatory policies regulating which forests can be cleared and how much remaining forest must be set aside for conservation. “Our case study, which focuses on oil palm farming in the nation of Gabon, finds that converting even previously logged forest into oil palm plantations will lead to high carbon emissions,” said John R. Poulsen, assistant professor of tropical ecology at Duke’s Nicholas School of the Environment. “Clearing just 11,500 hectares of forest — or roughly 28,400 acres — would release about 1.5 million metric tons of carbon into the atmosphere,” Poulsen said. “That’s equivalent to the annual emissions of some small developing countries.”

However, the new study finds that these emissions could be completely offset over 25 years if development were centered on forests that store less carbon and if a portion of every development had conservation set-asides. Poulsen and his colleagues published their peer-reviewed study June 24 in the journal Conservation Letters. They used field measurements and LiDAR satellite data to calculate forest carbon stocks — the amount of carbon stored in trees — and potential carbon emissions at the site of a 50,000-hectare palm oil plantation in Gabon. The plantation is being developed jointly by the Gabonese government and the agribusiness firm Olam International Ltd., to test if low-emissions palm oil development is feasible in the equatorial country on the Atlantic Ocean. “While Gabon has ambitions of becoming a leading producer of palm oil, it also has made pledges to protect its environment and biodiversity,” Poulsen said. “If this site is successful, it could open the door to development at other sites, so it’s imperative that our work helps the government strike the right balance between economic development and environmental conservation.”

In Southeast Asia, large-scale palm oil development has led to persistent, region-wide emissions problems and widespread deforestation and biodiversity loss, he noted. To prevent the same scenario from playing out in Gabon, the new study proposes a two-phase approach to plantation siting and development. “First, we recommend establishing a nationwide carbon threshold of 108 to 118 metric tons per hectare. Only forests that store less than this density of carbon will be considered suitable for development,” Poulsen said. “Second, palm oil companies will also have to set aside enough land within a plantation — roughly one acre for every 2.6 acres developed — to offset emissions.

“The precise set-aside ratio may vary by site, but 2.6 to 1 is generally the point at which carbon storage in the conserved forest will offset carbon loss in the rest of the plantation and achieve net-zero emissions over time,” Poulsen explained. “Although our study considers only forest carbon, and not biodiversity or other ecosystem services, we estimate there is enough low-carbon forest in Gabon to achieve net-zero emissions while still permitting the nation to meet its palm oil production goals,” he said. Allowing industry to voluntarily adhere to these new guidelines or opt out of them is not an option, he stressed. “To succeed, this approach needs to be mandatory and implemented by the government with careful land-use planning and strict enforcement.”  

Support for this research came from Olam Palm Gabon and Duke’s Nicholas School of the Environment. Poulsen conducted the study with Mark E.H. Burton, a 2014 Master of Environmental Management graduate of Duke’s Nicholas School. Other co-authors were Michelle E. Lee, Vincent P. Medjibe and Lee J.T. White of Gabon’s Agence Nationale des Parcs Nationaux, and Christopher G. Stewart and Arun Venkataraman of OLAM International Ltd.

CITATION: “Reducing Carbon Emissions from Forest Conversion for Oil Palm Agriculture in Gabon,” Mark E.H. Burton, John R. Poulsen, Michelle E. Lee, Vincent P. Medjibe, Christopher G. Stewart, Arun Venkataraman, Lee J.T. White. Conservation Letters, June 24, 2016. DOI: 10.1111/conl.12265

 

Sehenswert zum Thema ist die Doku “Wir tanken Regenwald – Die Lüge vom Öko-Diesel”. Die Sendung ist online beim WDR verfügbar, oder auf Youtube:

 

Auszug aus der Filmbeschreibung:

Im Namen des Klimaschutzes landen als Biodiesel pro Jahr Millionen Tonnen Raps, Soja und Palmöl im Tank. Palmöl ist das am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Die Industrie liebt diesen Rohstoff, weil er billig ist. Der Verarbeitungsaufwand ist gering und die Löhne in Ländern wie Indonesien und Malaysia sind niedrig.

Für die Politik gelten Biokraftstoffe als die Wunderwaffe gegen den Klimawandel. Denn sie sollen gegenüber fossilem Diesel Treibhausgase einsparen – eine umstrittene Theorie. Dafür gab es Maßnahmen der EU und eine massive staatliche Förderung. Sauberes Benzin – gut für die Natur. Doch um den Bedarf zu decken, sind riesige Mengen Rohstoffe nötig. Billiges Palmöl kommt da gerade recht. Wie genau es hergestellt wird, interessiert nicht. Rund um Biokraftstoffe hat sich eine milliardenschwere und mächtige Industrie entwickelt, die nicht davor scheut, durch gezielte Lobbyarbeit Druck auf die Politik zu machen. Ziel ist es, den Status Quo beizubehalten. Denn von der gesetzlichen Beimischung von Biokraftstoffen profitieren neben den Landwirten vor allem dessen Hersteller und die Automobil-Industrie.

Für Biodiesel stirbt der Regenwald und mit dem Wald stirbt die biologische Vielfalt, denn auf den Plantagen können Tiere nicht überleben. Illegale Brandrodungen gefährden jedes Jahr in der Trockenzeit auf Sumatra und Borneo Tiere und Menschen. Um die Anbaufläche für Palmöl zu vergrößern, brannten 2015 wochenlang Regenwälder. Die Rauchschwaden verdunkelten die Sonne und verschmutzten die Atemluft so sehr, dass Millionen Menschen betroffen waren und sogar Kinder starben.

Außerdem steht Biodiesel in der Kritik, für eine Steigerung der Nahrungsmittelpreise verantwortlich zu sein. Zurzeit werden für Biodiesel, Pflanzen auf 8,8 Millionen ha Land angebaut. Mehr Fläche, als ganz Österreich hat. Und Platz, der weltweit für Nahrungsmittel fehlt. Fakten, die die Politik seit langem kennt. Reagiert wird trotzdem nicht.

die story fragt nach bei EU-Politikern, Grünen und Lobbyisten. Wie steht es wirklich um die Ökobilanz von Biosprit? Wie wird die enorme Waldvernichtung gerechtfertig? Was sind die Folgen für die Welt, wenn weiter Regenwald für Klimaziele abgeholzt wird?

Autor: Florian Schneider und Ines Rainer
Redaktion: Barbara Schmitz

Es ist schleierhaft, wie es zu dieser Miser überhaupt kommen konnte. Bereits vor mehr als 10 Jahren hatte der Spiegel vor der Bio-Sprit-Umweltgefahr eindringlich gewarnt. Am 6. Juli 2005 berichtete Spiegel Online:

US-Studie: Bio-Sprit ist umweltschädlich
Eine aktuelle Studie könnte Ethanol und Biodiesel als Öko-Kraftstoffe der Zukunft entzaubern. Die Umwandlung von Pflanzen wie Mais, Sojabohnen und Sonnenblumen verschlingt US-Forschern zufolge mehr Energie, als anschließend in Form von Treibstoff zur Verfügung steht.

Weiterlesen auf Spiegel Online

Ein Leser fragte uns kürzlich, inwieweit Windkraftanlagen einen Einfluss auf das Klima haben. Gerne helfen wir weiter. Es ist bekannt, dass Windturbinen maximal 60% der kinetischen Energie des Windes entnehmen (Betz‘sche Regel). Praktisch sind es 20-50%. Das kann einen Einfluss auf das Mikroklima, insbesondere die lokale Temperatur haben. Es gibt Untersuchungen aus den USA, wonach der Zubau von Windkraftanlagen zu einem Temperaturanstieg von 0,72 °C geführt hat. Natürlich wird die Wärme in der Atmosphäre nur umverteilt. Interessanterweise wird es nachts deutlich wärmer und tagsüber kälter. Netto verbleibt ein leichter Erwärmungsschub (der verglichen mit dem globalen Anstieg der Temperaturen von 0,8 °C seit 1850) gering aber immerhin noch bemerkenswert ist.

Apropos Windkraftanlagen. Noch immer scheint es hier windige Unternehmer zu geben, die vorsätzlich Storchennester zerstören, um neue Anlagen aufstellen zu können. Der Vogelmord setzt sich dann fort, wenn sich die riesigen Anlagenflügel in Gang setzen und ihren Schreddervorgang der Flugfauna beginnen. Unschön. Siehe Details auf Notrickszone bzw. Andreas Kieling.

 

Antarktische Klimamodelle kriegen natürliche Variabilität nicht in den Griff: Adélie-Pinguine bellen unverdrossen weiter

Am 29. Juni 2016 verbreitete die University of Delaware (UD) per Pressemitteilung klimatische Pinguin-Panik:

Penguins and climate change:
UD scientists report projected response of Adélie penguins to Antarctic climate change

It’s a big question: how is climate change in Antarctica affecting Adélie penguins? Climate has influenced the distribution patterns of Adélie penguins across Antarctica for millions of years. The geologic record tells us that as glaciers expanded and covered Adélie breeding habitats with ice, penguin colonies were abandoned. When the glaciers melted during warming periods, this warming positively affected the Adélie penguins, allowing them to return to their rocky breeding grounds. But now, University of Delaware scientists and colleagues report that this beneficial warming may have reached its tipping point. In a paper published today in Scientific Reports, the researchers project that approximately 30 percent of current Adélie colonies may be in decline by 2060 and approximately 60 percent may be in decline by 2099.

Ganz bitter, mehr als die Hälfte der Pinguine wird 2099 tot sein. Früher haben sie von der Klimaerwärmung profitiert, heute droht die Hitze, ihnen den Gar auszumachen. Wie kam es dazu? In der Pressemiteilung heißt es dazu weiter:

“It is only in recent decades that we know Adélie penguins population declines are associated with warming, which suggests that many regions of Antarctica have warmed too much and that further warming is no longer positive for the species,” said the paper’s lead author Megan Cimino, who earned her doctoral degree at UD in May. 

Die Antarktis habe sich in den letzten Jahrzehnten ungewöhnlich stark erwärmt? Leider komplett falsch. Siehe “Geesthachter Helmholtz-Zentrum: Antarktische Temperaturen im 20. Jahrhundert ohne Erwärmungstrend. Klimamodelle können Temperaturverlauf nicht reproduzieren“. Zu genau diesem Thema wird in Kürze auch eine neue Arbeit von Jones et al. 2016 in Nature Climate Change erscheinen:

Assessing recent trends in high-latitude Southern Hemisphere surface climate
Understanding the causes of recent climatic trends and variability in the high-latitude Southern Hemisphere is hampered by a short instrumental record. Here, we analyse recent atmosphere, surface ocean and sea-ice observations in this region and assess their trends in the context of palaeoclimate records and climate model simulations. Over the 36-year satellite era, significant linear trends in annual mean sea-ice extent, surface temperature and sea-level pressure are superimposed on large interannual to decadal variability. However, most observed trends are not unusual when compared with Antarctic paleoclimate records of the past two centuries. With the exception of the positive trend in the Southern Annular Mode, climate model simulations that include anthropogenic forcing are not compatible with the observed trends. This suggests that natural variability likely overwhelms the forced response in the observations, but the models may not fully represent this natural variability or may overestimate the magnitude of the forced response.

Vielleicht sollten sich die Pinguinforscher einmal mit dieser wichtigen neuen Arbeit beschäftigen, sobald sie offiziell erschienen ist. Erklärungsbedürftig wäre dann auch, weshalb die Adélie-Pinguine überhaupt noch am Leben sind, da es auf der Antarktischen Halbinsel in den letzten Jahrtausenden bereits mehrfach wärmer als heute gewesen ist. Die letzte Hitzephase in der Antarktis ereignete sich übrigens im Zuge der Mittelalterlichen Wärmeperiode.

Wenn man sich in das Paper der University of Delaware etwas näher vertieft, wird schnell klar, mit welchen Tricks die Pinguinforscher hier arbeiten. Zur Gefahrenabschätzung wurde nicht etwa ein mittleres Klimamodell-Szenario verwendet, nein, es wurde doch glatt das allergrausamste Modell namens RCP 8.5 verwendet. Schlimmer gehts nimmer. Das ist in etwas so als wenn man fest mit einem Autounfall auf dem täglichen Weg zur Arbeit rechnet.

Nun sind wir hier im Blog ständig am Meckern, dass die Medien derartige Pressemitteilungen ungeprüft übernehmen und damit den Klimaalarm fördern. Hier endlich mal eine gute Nachricht: Offenbar ist man vorsichtiger geworden, denn eine Suche nach Berichten zur Studie verläuft weitgehend ergebnislos. Sehr lobenswert. Einzige Ausnahme ist die Plattform wetter.de, die wohl nicht widerstehen konnte und in die Falle tappte.

 

Warum die Lämmer schweigen – sie sind einfach noch viel zu satt

Von Uli Weber

Seit dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau (2015) und dem Pariser COP 21 Klimagipfel (2015) ist das erklärte Ziel aller Regierungen dieser Welt eine globale Dekarbonisierung bis zum Jahre 2100, um unseren Planeten vor einer menschengemachten Klimakatastrophe (AGW) zu schützen. Diese Klimareligion wird vorgeblich von 97 Prozent aller Klimawissenschaftler auf der Welt unterstützt und eine globale Dekarbonisierung wird auch von religiösen Führern gefordert. Und am 22. April 2016 haben dann die Repräsentanten von mehr als 170 Nationen bei der UN in New York den Klimavertrag für eine globale Dekarbonisierung unterzeichnet.

Aber sind wir tatsächlich wegen einer menschengemachten Klimakatastrophe gezwungen, unsere westlichen Volkswirtschaften und damit unseren Lebensstandard durch eine Aufgabe unserer gegenwärtigen technologischen Basis zu zerstören? Der Mainstream der Klimawissenschaft verdächtigt Kohlenstoffdioxid (CO2) aus dem industriellen Verbrauch von fossilen Energieträgern, den natürlichen Treibhauseffekt soweit zu verstärken, dass die Erde schließlich unbewohnbar wird. Legionen von Klimaalarmisten, weltweit bezahlt mit Milliarden von Euros aus staatlichen Forschungsmitteln, von privaten Stiftungen und ökologischen NGOs, stützen die Wahrnehmung einer angeblichen Klimakatastrophe in der Bevölkerung und behaupten, ihre AGW-Theorie sei gesicherte Wissenschaft. In einer abartigen Verzerrung wissenschaftlicher Ideale fordern sie ein Ende der Klimadebatte und werden dabei von einer ideologisierten Mehrheit der Massenmedien unterstützt.

Unprofitable Wissenschaftszweige drängen sich an die Tröge des Klimawahns, Psychologen und Historiker publizieren eine wachsende Zahl von Veröffentlichungen, in denen der häretische Einfluss von unabhängigen Klimawissenschaftlern, sogenannten „Klimaleugnern“, auf die öffentliche Wahrnehmung einer Klimakatastrophe gegeißelt wird. Gegenwärtig wird von einigen Politikern sogar gefordert, die wissenschaftlichen Standpunkte solcher „Klimaleugner“ unter Strafandrohung zu stellen, um diese in der öffentlichen Diskussion mundtot zu machen.

Solche unabhängigen Klimawissenschaftler, mit abweichenden wissenschaftlichen Ergebnissen zum angeblich menschengemachten Klimawandel, arbeiten meist mit spärlichen Forschungsmitteln oder sogar ehrenamtlich. Aber anstelle einer offenen und fairen wissenschaftlichen Diskussion über ihre Erkenntnisse  werden sie üblicherweise persönlich diskeditiert, und der Klimamainstream versucht, sie aus der wissenschaftlichen Gemeinschaft herauszumobben.
Es sieht so aus, als wären der klimawissenschaftliche Mainstream und seine politischen Unterstützer vom Virus einer Gutmenschen-Korruption befallen, die von einem ökologischen kohlenstoff-freien Paradies auf Erden träumt.

Im Angesicht der geplanten Dekarbonisierung unserer Welt sollten wir nicht vergessen, dass sich im Laufe der kulturellen Evolution des Menschen die verfügbare pro-Kopf Energiemenge mehrfach drastisch erhöht hatte und unseren heutigen Lebensstandard erst ermöglicht:

  • Steinzeit (= kleine dörfliche Gemeinschaften):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 3 bis 6-fache des Grundbedarfs.
  • Zeitalter des Ackerbaus (=fortgeschrittene regionale Kulturen):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 18 bis 24-fache des Grundbedarfs.
  • Industriezeitalter (=globalisierte Welt):
    Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge beträgt etwa das 70 bis 80-fache des Grundbedarfs.

Der industrielle Gebrauch von fossilen Energieträgern seit Beginn der Industrialisierung hat das Gesundheitswesen, die individuelle Lebenserwartung, unseren Lebensstandard, die Verfügbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, das Transportwesen, die Kommunikation und den allgemeinen technologischen Standard für jedermann nachhaltig verbessert.
Im Umkehrschluss heißt dass, unser gegenwärtiger Lebensstandard beruht zwingend auf der Nutzung fossiler Energieträger.

Das Prinzip der menschengemachten Klimakatastrophe kann jeder Laie ganz einfach verstehen: Je höher der atmosphärische CO2-Anteil steigt, umso höher wird die globale Durchschnittstemperatur. Folglich glaubt eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in den Industrienationen, der Verbrauch fossiler Energieträger würde durch den verursachten CO2-Ausstoß zu einer Klimakatastrophe führen. Aber ist diese direkte Abhängigkeit zwischen Temperatur und atmosphärischem CO2-Gehalt wissenschaftlich wirklich bewiesen?

Die AGW-Theorie steht in fundamentalem Widerspruch zu diversen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fakten:

(1) Die gegenwärtigen Klimamodelle können die tatsächliche Klimahistorie gar nicht abbilden: Aktuelle Klimamodelle sind nicht einmal in der Lage, den historisch gemessenen Temperaturverlauf bis zum Jahr 1850 korrekt zurückzurechnen. Diese Schwäche der Klimamodelle beweist, dass weder alle klimarelevanten Parameter, noch ihr tatsächlicher Klimaeinfluss und schon gar nicht die Interaktion dieser Parameter miteinander korrekt in die aktuellen Klimamodelle eingeflossen sind. Mit solchen Klimamodellen wird dann aber das zukünftige Klima bis weit in die Zukunft hinein hochgerechnet und die Politik beruft sich bei der vorgesehenen globalen Dekarbonisierung auf solche Modellergebnisse.

(2) Die Klimawissenschaften sind bis heute nicht in der Lage, den natürlichen und den angeblich menschengemachten Klimaantrieb zu trennen. Bis heute wurde eine solche quantitative Trennung beider Effekte nirgendwo veröffentlicht. Die meteorologischen Temperaturmessungen begannen um 1850, am Ende der „Kleinen Eiszeit“ und zu Beginn der Industrialisierung. Der Temperaturanstieg von der „Kleinen Eiszeit“ muss eine natürliche Ursache gehabt haben, denn diese „Kleine Eiszeit“ endete ohne jeden menschlichen Einfluss. Aber im Gegenteil, die Klimawissenschaft rechnet diesen Anstieg der menschengemachten Klimaerwärmung zu, obwohl der Temperaturanstieg viel schneller verlaufen ist, als die Entwicklung der Industrialisierung.

(3) Klimamodelle ignorieren den Einfluss von natürlichen solaren Zyklen auf das Klima. Die bekannten Zyklen (Schwabe, Hale, Yoshimura, Gleißberg, Seuss-de-Vries, Dansgaard-Oeschger, and Hallstatt)mit Perioden von 11 bis mehr als 2.000 Jahre sind in den computerbasierten Klimamodellen nicht enthalten. Die Klimawissenschaft argumentiert mit der geringen Veränderung der Solarkonstanten über solche Zyklen. Aber diese Zyklen waren vor der Industrialisierung die einzige Ursache für natürliche Klimaschwankungen in unserer aktuellen Warmzeit. Die Klimawissenschaft ignoriert die Ergebnisse von Svensmark, dass nämlich die Kerne zur Wolkenbildung aus der kosmischen Strahlung geliefert werden, die wiederum vom Magnetfeld der Sonne gesteuert wird. Dieser Effekt stellt eine natürliche Verstärkung der Strahlungsschwankungen unserer Sonne dar. Bei einer schwachen Sonne kann vermehrt kosmische Strahlung in die Erdatmosphäre eindringen und führt über eine verstärkte Wolkenbildung zu einer weiteren Abkühlung. Das CLOUD-Experiment am Züricher CERN Institut hat das herkömmliche Aerosolmodell für die Wolkenbildung in Klimamodellen um einen Faktor von einem Zehntel  bis einem Tausendstel reduziert und gleichzeitig die Wirksamkeit des Svensmark-Effekts bis zum Zehnfachen bestätigt.

(4) Die historisch gut dokumentierte Mittelalterliche Warmzeit (MWP), die der “Kleinen Eiszeit” vorausgegangen war, wurde im dritten Bericht des  IPCC (TAR 2001) von der Mann’schen „Hockeystick-Kurve“ unterdrückt, offenbar, um zur Stützung der AGW-Theorie ein konstantes vorindustrielles Klima auf dem Niveau der „Kleinen Eiszeit“ nachzuweisen. Diese „Hockeystickkurve“ wurde inzwischen zwar wissenschaftlich widerlegt, dient aber Klimaalarmisten immer noch als Argument für den menschengemachten Klimawandel, während die Mittelalterliche Wärme Periode von der Klimawissenschaft auf ein europäisches Phänomen herabgestuft worden ist.
Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Auswertung von hunderten von wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit  durch Lüning und Vahrenholt beweist, dass die mittelalterliche Wärmeperiode ein globales Ereignis war, das durch die Variabilität der Sonneneinstrahlung verursacht worden ist. Dadurch wird aber die Theorie vom menschengemachten Klimawandel existenziell in Frage gestellt. Online Atlas von Lüning/Vahrenholt.

(5) Die Klimawissenschaft verleugnet in ihren Klimamodellen die natürlichen Bahnschwankungen unserer Erde um die Sonne (Milanković-Zyklen), um ihren eingängigen linearen Zusammenhang zwischen Globaltemperatur und CO2-Gehalt der Atmosphäre aufrecht zu erhalten. Inzwischen reduziert die Klimawissenschaft die historische Klimaentwicklung sogar auf die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, nur um CO2 als den angeblichen Hauptklimaantrieb zu stützen. Bereits im Jahre 1924 hatten Wladimir Köppen und Alfred Wegener, der Vater der modernen Plattentektonik, die orbitalen Milanković-Zyklen als Ursache der paläoklimatischen Schwankungen der vergangenen Eiszeitalter identifiziert und nachgewiesen.
Reprint des Buches “Die Klimate der geologischen Vorzeit” (Bornträger 1924) mit englischer Übersetzung. (weiterlesen …)

Jürgen Großmann und Fritz Vahrenholt in der FAZ: Sorgen um die Energiewende

Lesetipp FAZ von diesem Samstag, 16. Juli 2016:

 

Weiterlesen in der FAZ (leider nicht online).

 

 

Studie der Northern Arizona University: CO2 kurbelt das Pflanzenwachstum an

Die Northern Arizona University gab am 30. Juni 2016 per Pressemitteilung etwas bekannt, was wir schon immer geahnt hatten: Mehr CO2 lässt Pflanzen besser wachsen. Dies funktioniert umso besser, je mehr Stickstoff als Dünger zur Verfügung steht. Alternativ können auch Bodenpilze diese Rolle übernehmen. Im Folgenden die Originalmeldung:

Microbes, nitrogen and plant responses to rising atmospheric carbon dioxide

Plants can grow faster as atmospheric carbon dioxide concentrations increase, but only if they have enough nitrogen or partner with fungi that help them get it, according to new research published this week in Science.

The study was led by César Terrer Moreno, a Ph.D. student at Imperial College London, and included researchers from Northern Arizona University, the University of Antwerp (Belgium), Indiana University and New South Wales University (Australia). The team synthesized more than 80 past experiments and found that higher CO2 boosted plant growth, as long as the plants received enough nitrogen. Without added nitrogen, CO2 had no effect, confirming the long-standing idea that nitrogen limits plant response to rising CO2. But there was a major exception: some plants–those with specialized partnerships with soil fungi–were able to respond to the extra CO2, just as much as if they had been fertilized with nitrogen.

“Nitrogen and mycorrhizae are like the X-factors in plant responses to CO2,” said Bruce Hungate, Director of NAU’s Center for Ecosystem Science and Society and Regents’ Professor of Biological Sciences, who was a co-author on the study. “Rising CO2 is not a universal fertilizer, but neither is nitrogen limitation a universal restriction on the CO2 response. The truth is in the middle, and microbes are the key mediators,” Hungate said.

Most plants associate with mycorrhizal fungi, a partnership in which the fungus provides the plant with nutrients and water and receives food from the plant in return. But not all mycorrhizae are the same. Arbuscular mycorrhizal fungi specialize in taking up phosphorus from the soil, but not nitrogen, and plants that associated with arbuscular mycorrhizae were unable to respond to CO2 unless extra nitrogen was added. It was the plants that form ectomycorrhizal partnerships that responded to extra CO2 without any added nitrogen fertilizer, because these fungi produce enzymes that liberate bound nitrogen from soil organic matter, and the fungi can take up the nitrogen and pass some along to the plant.

This synthesis helps resolve a long-standing debate about the role of nitrogen limitation for plant responses to CO2. Without enough nitrogen, it is thought that plants will be unable to respond much to rising CO2, and many experiments support this idea. But in some experiments where nitrogen is in short supply, the plants still grow more with elevated CO2, and the reasons have puzzled scientists for many years. The new synthesis offers a clear answer: “Plants need nitrogen to respond to high CO2, whether they find it readily available in the soil, or whether their mycorrhizal partners can help them get it,” explained Hungate.

The research should help project climate change into the future. Forests, grasslands and other ecosystems around the world currently absorb about 30 percent of human CO2 emissions, without which climate change would be happening even faster than it is now. The future of this terrestrial carbon sink depends on carbon accumulation by ecosystems through plant growth. This new research shows that it is essential to take into account mycorrhizal fungi, and suggests that the next generation of global carbon cycle models should include mycorrhizae as an important control point on plant responses to rising CO2 in the atmosphere. It is well known that grasses and herbs form arbuscular mycorrhizae, and that many trees form ectomycorrhizae. Since global carbon cycle models already recognize these different plant forms, adding mycorrhizae to models of the carbon cycle should be straightforward, and the team is already moving toward that goal.