Klimakabarett: Eroberung Amerikas soll Kleine Eiszeit ausgelöst haben

Beitrag von Alfons Baier, GeoZentrum Nordbayern:

Von Wolkenschichten, Wärmespeichern und Vulkanen (einige Aspekte zur “Klimakatastrophe”)
Die Grundlage für die politische Diskussion bezüglich der “drohenden Klimakatastrophe” bilden verschiedene Hochrechnungen, welche hauptsächlich auf der Auswertung jüngerer Klimadaten und der Analyse von Energierohstoff-Nutzungen beruhen. Hieraus ergab sich, daß bereits ab dem letzten Jahrhundert bis heute eine chemische Veränderung der Spurengas-Konzentrationen in der Erdatmosphäre stattfand. Ursachen hierfür waren die schnell anwachsende Weltbevölkerung und somit ein rapide ansteigender Energieverbrauch — vorwiegend durch fossile Brennstoffe — sowie eine rasch zunehmende Industriealisierung und Intensivierung der Landwirtschaft.

Nach den wenigen vorliegenden Meßreihen erhöhte sich zwischen 1850 und heute der Anteil des Kohlendioxids (CO2) in der Erdatmosphäre von 0,029 auf etwa 0,039 Volumenprozent. Sollte dieser Trend — der Anstieg beträgt im Mittel etwa 2,9 ppm pro Jahr — weiter anhalten, könnte der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre bis zum Jahre 2100 auf etwa das 2,2-fache oder auf den mehr als doppelten vorindustriellen Wert ansteigen.

[...]

“Die entscheidenden Fragestellungen sind, ob und wie sich das Klima in seinen zeitlichen und räumlichen Verlauf unter dem Einfluß einer zunehmenden Spurengas-Konzentration entwickeln wird. Obwohl der durch meteorologische Messungen belegte Zeitraum viel zu kurz ist, um Klimaschwankungen verschiedener Länge und Dauer richtig beurteilen zu können, prognostizieren heutige Computermodelle, daß durch “Treibhausgase” (v.a. CO2) in den kommenden 50 bis 75 Jahren eine durchschnittliche globale Erwärmung zwischen ein und vier Grad Celsius verursacht wird.

Die Computersimulationen bilden das natürliche, äußerst komplexe Geschehen in der Atmosphäre und den Ozeanen nur in stark vereinfachter Weise ab. Sie können deshalb nicht beweisen, ob und wie die Treibhausgase das zukünftige Klima markant verändern werden. Die Ursachen hierfür liegen u.a. in der noch nicht ausreichenden Kenntnis aller Klima-Unterkomponenten und derer Verknüpfungen sowie in der noch viel zu geringen Auflösung der Modelle.

Ganzen Beitrag auf uni-erlangen.de lesen.

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Der Klimaalarmismus treibt immer buntere Blüten. Die Kälte der Kleinen Eiszeit wird neuerdings mit der Eroberung Amerikas begründet. Bitte am besten zuhause lesen, da Sie möglicherweise in lautes Gelächter ausbrechen werden, was im Großraumbüro sicher unpassend ist. Christoph von Eichhorn am 11. Februar 2019 in der Süddeutschen Zeitung:

Demnach führte der Zusammenbruch der indianischen Kulturen in Nord- und Südamerika dazu, dass sich das Klima über Jahrhunderte merklich abkühlte. Das Szenario, das die Forscher im Fachblatt Quaternary Science Reviews zeichnen, beginnt mit dem “Großen Sterben” der indianischen Völker. Die Forscher schätzen, dass eingeschleppte Seuchen innerhalb eines Jahrhunderts 90 Prozent der damaligen amerikanischen Bevölkerung dahinrafften. Anschließend brach die Landwirtschaft zusammen: Weniger Menschen bewirtschafteten Felder, weniger Menschen mussten ernährt werden. Die brachliegenden Ackerflächen eroberten sich Bäume und Sträucher zurück, die Vegetation wurde über das 16. Jahrhundert hinweg immer dichter. Diese neuen Pflanzen nahmen mehr Kohlendioxid aus der Luft auf, sodass der Gehalt des Treibhausgases in der Atmosphäre sank und es auf der Erde kühler wurde.

Ganzen Beitrag in der SZ lesen.

Es geht um diesen Fachartikel von Koch et al. (2019), der sich irgendwie durch das Peer Review gemogelt hat:

Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492
Human impacts prior to the Industrial Revolution are not well constrained. We investigate whether the decline in global atmospheric CO2 concentration by 7–10 ppm in the late 1500s and early 1600s which globally lowered surface air temperatures by 0.15C, were generated by natural forcing or were a result of the large-scale depopulation of the Americas after European arrival, subsequent land use change and secondary succession. We quantitatively review the evidence for (i) the pre-Columbian population size, (ii) their per capita land use, (iii) the post-1492 population loss, (iv) the resulting carbon uptake of the abandoned anthropogenic landscapes, and then compare these to potential natural drivers of global carbon declines of 7–10 ppm. From 119 published regional population estimates we calculate a pre-1492 CE population of 60.5 million (interquartile range, IQR 44.8–78.2 million), utilizing 1.04 ha land per capita (IQR 0.98–1.11). European epidemics removed 90% (IQR 87–92%) of the indigenous population over the next century. This resulted in secondary succession of 55.8 Mha (IQR 39.0–78.4 Mha) of abandoned land, sequestering 7.4 Pg C (IQR 4.9–10.8 Pg C), equivalent to a decline in atmospheric CO2 of 3.5 ppm (IQR 2.3–5.1 ppm CO2). Accounting for carbon cycle feedbacks plus LUC outside the Americas gives a total 5 ppm CO2 additional uptake into the land surface in the 1500s compared to the 1400s, 47–67% of the atmospheric CO2 decline. Furthermore, we show that the global carbon budget of the 1500s cannot be balanced until large-scale vegetation regeneration in the Americas is included. The Great Dying of the Indigenous Peoples of the Americas resulted in a human-driven global impact on the Earth System in the two centuries prior to the Industrial Revolution.

Ein tolles Konstrukt. Ist es wirklich nur ein Zufall, dass die Sonnenaktivität während der Kleinen Eiszeit besonders gering war? Führen wir den Gedanken weiter: Die geringe Sonnenaktivität führt zu einer globalen Abkühlung. Die Weltozeane kühlen ab. Kälteres Wasser kann mehr CO2 aufnehmen als warmes Wasser, so dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sinkt. Genau wie es seit etlichen hunderttausend Jahren im Wechsel von Eiszeiten und Interglazialen passiert. Nichts Neues. Es gibt nur ein Problem: Mit dieser simplen und plausiblen Argumentation bekommt man heutzutage kein Paper mehr durch. Schon gar nicht in den Quaternary Science Reviews, ein Journal das dem Kalte-Sonne-Team bestens bekannt ist…

 

Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=969067

 

Dem Leitautor der Studie, Alexander Koch, wird das Klimaalarm-Paper sicher einen kräftigen Karriereschub geben. Es ist offenbar das allererste Paper überhaupt des Doktoranden vom Londoner University College, der 2007-2010 Geographie an der Uni Marburg studierte. Bereits 2011 zeigte sich Koch interessiert an klimapolitischen Fragen und absolvierte ein Praktikum bei der Climate Alliance, bei dem es um CO2-Zertifikate ging. Ein Klimaaktivist?

 

Weihnachtsmarktfrage: Wie hoch ist der CO2-Anteil in der Luft?

Facebook-Posting von Seegespräche am 16. Dezember 2018:

CO2-NACHGEFRAGT!
Kein Witz, Realität!!!

Robert Imberger – Studium der Reaktorphysik und Thermohydraulik an der FH Ulm:

“Letzten Sonntag war ich auf einem örtlichen Weihnachtsmarkt. Dort gab es einen Stand zum Thema “Klimaschutz”. Ich wurde als „Vorbeilaufender“ auf die CO2-Problematik auf unserer Welt angesprochen.
Ich dachte so bei mir… da bist Du gerade an den Richtigen gekommen.
Meine Frage an den Klima-Vertreter (ca. 28.-30J):

„Wie hoch ist denn der CO2-Anteil in der Luft?“
Seine Antwort: „Hoch! Sehr hoch! Viel zu hoch!“

Ich: „Wie hoch denn?“ – „Wie viel Prozent?“
Er: „Weiß ich nicht!“

Aha, dachte ich… ein wahrer Kenner!

Ich fragte also weiter: „Was ist denn sonst noch in der Luft?“
Er: „Sauerstoff!!!“
Ich: „Richtig! Und wie viel Prozent?“
„Weiß ich nicht!“ war seine Antwort.
Ich erklärte ihm, dass es wohl so um die 21% sind. Es erschien ihm plausibel.

Ich weiter: „Welche Gase sind denn sonst noch in der Luft enthalten?“
Kopfschütteln…. Schulterzucken…
Ich: „Edelgase! Argon, Xenon, Neon, Krypton…! Schon mal gehört? Die machen aber in Summe nur ein knappes Prozent aus!“
Nachdenkliches Staunen.

Ich wiederholte meine letzte Frage…
Wieder (inzwischen genervtes) Schulterzucken und Augenverdrehen…
Ich: „Schon mal was von Stickstoff gehört?“
„Ach ja, stimmt… Stickstoff!!! Ja, den haben wir auch in der Luft!“
Ich: „Und? Wie viel Prozent?“
Er: Wieder Schulterzucken. Ich spürte, dass er genug hatte von mir. Ich ließ aber nicht locker, erläuterte ihm, dass es ca. 78% wären. Seine in der linken Hand gehaltenen Flyer sanken immer tiefer.
Er, nach kurzem Kopfrechnen (gefühlte 60s) : „Das kann nicht stimmen, das glaube ich Ihnen nicht, weil dann ja für CO2 nichts mehr übrig bleibt!!!“

Ich: „Eben! Sie haben Recht! Zumindest fast!!! Es sind nämlich nur 0,04% CO2 in unserer Atemluft!”

Das glaubte er mir einfach nicht und ließ mich stehen.

Wer weiter rechnen möchte:
Wir haben 0,04% CO2 in der Luft. Davon produziert die Natur selbst etwa 96%.
Den Rest, also 4%, der Mensch. Das sind 4% von 0,04%, also 0,0016%.
Der Anteil von Deutschland ist hieran 3,1%.
Somit beeinflusst Deutschland mit 0,0000496% das CO2 in der Luft.

Damit wollen wir die Führungsrolle in der Welt übernehmen, was uns jährlich an Steuern und Belastungen etwa 50 Milliarden Euro kostet.

Einfach mal drüber nachdenken!!!

Hinweis: Berechnung durch dkS-Redaktion nachkorrigert.

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Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gab 2019 in einem Spiegel-Interview die Prüfung der von ihr verfassten Reden durch Klimatologen wie Kevin Anderson und Glen Peters auf Richtigkeit und Präzision an. Wikipedia schreibt über Kevin Anderson:

Anderson hat die Projektionen des Weltklimarats zur zukünftigen globalen Erwärmung analysiert und hält sie für grob überoptimistisch. [...] Er hält die Aussagen des Weltklimarats für unrealistisch, dass die Bemühungen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, das Wirtschaftswachstum nicht wesentlich beeinflussen. Wohlhabende Individuen mit hohen CO2-Emissionen werden seiner Einschätzung nach ihren Energieverbrauch und Konsum materieller Güter erheblich einschränken und sofortige und fundamentale Änderungen ihres Lebensstils akzeptieren müssen – zumindest bis die Transformation weg von fossilen Energien komplett vollzogen ist. Anderson ist nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2004 nicht mehr mit dem Flugzeug geflogen.

An internationalen Tagungen oder Treffen kann er dann ja wohl nicht mehr teilgenommen haben. Im November 2017 trat Anderson auf einem Seiten-Event der Bonner Klimakonferenz zusammen mit anderen klimaalarmistischen Kollegen wie Schellnhuber und Rockström auf. Nicht fehlen durfte auch Christiana Figueres, die die Klimaangst mittlerweile in den Buddhismus getrieben hat. Mittendrin: Zwei Klimaaktivistische Stiftungen. Mehr Aktivistennähe geht nicht.

Zu Glen Peters schreibt Wikipedia:

Peters bringt sich umfassend in die öffentliche Diskussion um Auswege aus der Klimakrise ein.

Beide sind mehr Aktivisten denn Wissenschaftler. Als Berater für „Richtigkeit und Präzision“ scheinen sie jedenfalls nicht so gut geeignet … .

 

Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Antriebe in Klimamodellen noch nicht einwandfrei verstanden

Am 8. Februar 2019 hielt Fritz Vahrenholt den Vortrag „Fallen Kosteneffizienz und Umweltschutz der Energiepolitik zum Opfer?“ bei den Kadener Gesprächen der Stiftung Marktwirtschaft. Die Powerpointfolien können Sie auf vahrenholt.net herunterladen.

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Am 22. Oktober 2018 wagte die NOAA eine Prognose: Der nordamerikanische Winter 2018/19 würde wohl besonders mild ausfallen. Das Gegenteil davon ist eingetreten, nämlich einer der kältesten Winter der jüngeren Geschichte. Prognosen sind heikel, besonders wenn sie die Zukunft betreffen…

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In der Wissenschaft gehören kontroverse Debatten zur Tagesordnung. Und das ist auch gut so, denn dadurch werden Modelle auf Herz und Nieren getestet. Allerdings gibt es einen Wissenschaftszweig, für den das nicht gilt. In den Klimawissenschaften nämlich herrscht bekanntlich ein 97%-iger Konses zu allen Themen. Die restlichen 3% sind Verrückte. Denn wer dem “Konsens” offen widerspricht, kann seine Karriere vergessen. Er wird ausgegrenzt und von Projektfördermöglichkeiten ausgeschlossen. Also lieber Klappe halten. Umso mehr verwundert die kritische Beschäftigung der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit dem Thema Klimawandel. Auf der Webseite der ZAMG diskutieren die Wiener Wissenschaftler wichtige Kritikpunkte:

KRITIK

Zukünftige natürliche Klimaantriebe nicht berücksichtigt

Wenn der Anteil der einzelnen Klimaantriebe an der Entwicklung der globalen Temperatur von den Klimamodellen falsch eingeschätzt würde, auch wenn sie in Summe bisher ein realistisches Ergebnis geliefert haben, wären Zukunftssimulationen verfälscht. Darüber hinaus sind andere Klimaantriebe als der anthropogene in Zukunftsszenarien gar nicht berücksichtigt – sie lassen sich nicht vorhersagen.

Ein Problem der globalen Klimamodelle ist die Fokussierung der Modellgüte auf die Wiedergabe der gemessenen globalen Mitteltemperatur. Obwohl diese relativ gut simuliert wird, gibt es Bedenken, ob die Sensitivität der Modelle auf die unterschiedlichen Klimaantriebe (Sonnenaktivität, vulkanische Aerosole, Treibhausgase usw.) der Realität entspricht. Hinzu kommt, dass die Antriebe selbst mit ihrer erwärmenden bzw. abkühlenden Wirkung noch nicht einwandfrei verstanden sind. So ist es also möglich, dass ein Klimamodell die mittlere globale Temperatur richtig simuliert, jedoch aufgrund einer falschen Sensitivität des Modells bezüglich seiner Antriebe.

Anthropogener Klimaantrieb überbewertet?

Im 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC (Solomon u.a. 2007) wird festgestellt, dass die Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „sehr wahrscheinlich“ durch den Anstieg der anthropogenen Treibhausgaskonzentration verursacht worden ist. Diese Aussage stützt sich auf die Simulationen einer Vielzahl an globalen Klimamodellen. Kritiker meinen, dass die Modelle eine zu starke Sensitivität für den Klimaantrieb CO2 aufweisen und beispielsweise den Einfluss der Sonne unterschätzen.

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Stärken-Schwächen-Analyse hilfreich

Es wird noch einige Zeit an Entwicklung brauchen, um die Balance der Antriebe in den Klimamodellen richtig wiederzugeben. Fundamentalkritik an der Leistung von Klimamodellen kommt jedoch Realitätsverweigerung gleich. Entscheidend bleibt, klar zu unterscheiden, welche Ergebnisse Klimamodelle mit einiger Sicherheit liefern können (vgl. Artikel zu Stärken) und welche noch nicht (vgl. Artikel zu Schwächen).

Ganzen Artikel auf der Webseite der ZAMG lesen.

 

PIK-Studie: Bewohner der Malediven sehen sich nicht als Klimaflüchtlinge

Der El Nino 2015/16 ließ die globalen Temperaturen nach oben schießen. Seitdem kühlt sich der Planet wieder ab (Abb. 1). Der Gradient zeigt mit einer Abkühlungsrate von mehr als 0,6°C pro Jahrzehnt steil nach unten… Das neue Jahr (2019) ist bereits zweieinhalb Monate alt und es stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Die GWPF veranstaltet einen Vorhersagewettbewerb. Wer mit seinem Tip dem wahren Endwert für 2019 am nächsten kommt kann tolle Preise gewinnen. Hier geht es zur Tippabgabe.

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung seit 2015 (rote Kurve, HadCRUT-Daten), mit linearem Trend (grüne Linie). Quelle: Woodfortrees.

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Immer wieder hören wir von Millionen von Klimaflüchtlingen, die bereits auf gepackten Koffern sitzen. Grüne wollen großzügig Klimapässe verteilen. Aber wie stimmig ist das Konzept “Klimaflucht” überhaupt? Könnte es vielleicht auch andere Gründe geben, deretwegen viele Menschen ihrer Heimat den Rücken kehren? Eine Forschergruppe um Ilan Kelman hat Interviews mit der Bevölkerung der Malediven geführt und die Ergebnisse jetzt im Fachblatt Climatic Change veröffentlicht. Das überraschende Fazit: In den wenigsten Fällen führten die Befragten den Klimawandel als Migrationsgrund an. Vielmehr ging es um einen verbesserten Lebensstandard und bessere Jobmöglichkeiten. Es sind vor allem ausländische “Experten” die den Inselbewohnern erklären, sie wären einer Klimagefahr ausgesetzt. Die Bevölkerung selber teilt diese Bedenken aber offenbar nicht, obwohl sie heutzutage Zugang zu Medieninformationen hat. Hier der Abstract der Studie:

Does climate change influence people’s migration decisions in Maldives?
The influence of climate change and perceptions of it on people’s migration decisions has received significant prominence, especially for people living on low-lying islands. To contribute to this literature, this paper uses Maldives as a case study for exploring the research question: How does climate change influence or not influence people’s migration decisions in Maldives? Previous work tends to start from a disciplinary climate change perspective, while this study combines migration, mobility, and island studies perspectives, within which climate change sits. As well, rather than focusing on the area around the capital, Malé, as with many previous studies, the 113 interviews here were conducted in eight islands across three atolls. The method was qualitative, semi-structured, face-to-face interviews using purposive sampling of ordinary people. Contrary to a view of islanders preparing to flee their islands as “climate change refugees”, the interviewees provided nuanced and varied responses. They rarely identified the potential of future impacts due to climate change as influencing their migration-related decisions. When migration was considered, it was chiefly internal movement seeking a better standard of living via improved services, better living conditions, and more job opportunities. If migration related to potential climate change impacts might happen, then it was assumed to be in the future for decisions then. This lack of influence of climate change-related perceptions on Maldivians’ migration decisions fits well within island mobilities studies, from which climate change perspectives could adopt wider contexts.

Aus der Zusammenfassung:

“Thus, this paper’s research question is answered: at the moment, the potential for future impacts due to climate change does not provide much influence on people’s migration decisions in Maldives…Thus, perhaps the main responsibility of policy- and decision-makers might be to make material available through multiple conduits rather than pushing information, recommendations, and decisions onto the people, often under the presumption that external or élite “experts” inevitably know better than the people.”

Klimaflucht – eine Erfindung von ausländischen “Experten” und Eliten? Unter den Autoren ist übrigens auch eine Mitarbeiterin des PIK, Frau Himani Upadhyay. Die Arbeit erschien in Climatic Change am 6. Februar 2019 im open access format, kann also kostenlos heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung zur Arbeit verkniff sich das PIK aus verständlichen Gründen.

 

Die Sonne im Januar 2019 und eine Klima-Hitzewelle (?)

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser (nahezu) einziger Energielieferant im Zentrum unseres Planetensystems war auch im Januar sehr schwach, auch wenn uns bewusst ist, dass wir uns in diesen Monaten im Minimum der Fleckenaktivität befinden. Die festgestellte SSN (für Sun Spot Number) von 7,8 erreichte nur 24% des Mittelwertes im Monat 122 aller bisher berücksichtigten 23 Zyklen seit 1755. Hier muss man allerdings hinzufügen, dass eine ganze Reihe von Zyklen im jeweiligen laufenden  Monat 122 seit Beginn bereits beendet war.

An 16 Tagen war die Sonne gänzlich fleckenlos, alle Aktivität an den übrigen Tagen spielte sich vorrangig durch eine Fleckengruppe des Zyklus 24 auf der Nordhemisphäre der Sonne ab. Der neue langsam sich entwickelnde Zyklus machte sich erst wieder im Februar 2019 mit entsprechend umgekehrt gepolten Magnetfeldern von winzigen Flecken bemerkbar. Der Januar gehörte also gänzlich dem vergehenden SC  (für Solar Cycle) 24.

Abb.1: Der Verlauf des SC24 (rot) im Vergleich zu einem errechneten monatlichen Mittelwert der Zyklen 1-23 (blau) und dem seit 2013 sehr ähnlichen SC 5 (schwarz).

 

Weiterhin „dümpelt“ die Sonnenaktivität auf sehr niedrigem Niveau, deutlich geringer als im Mittel (Abb. 2).

Abb. 2: Die Aktivität der einzelnen Zyklen im Vergleich.  Die Zahlen entstehen durch das Aufaddieren der monatlichen Differenzen zum Mittelwert (blau in Abb.1) bis zum jeweiligen Monat 122 der Zyklen, so diese noch andauerten.

 

Das einzig spannende bleibt: wie lange verharrt der Zyklus im Minimum und wann „zündet“ der neue SC25? Bisher gibt es dafür keine Anzeichen. Es kann dauern, zumal schwache Zyklen öfter länger brauchen ehe sie endgültig vorüber sind.

 

Hitzewelle im adriatischen Raum: der anthropogene Klimawandel begünstigte ihn (?)

Eine interessante Arbeit erschien recht aktuell.  Die Autoren um Sarah Kew vom niederländischen  KNMI untersuchten die Hitzewelle im August 2017. Sie benutzten verschiedene Datenquellen um dieses Ereignis zu bewerten: War es Klimawandel und wie stark wirkte er sich aus: Wie viel  öfter haben wir mit solchen Ereignissen zu rechnen durch die anthropogene Erwärmung? Der Schauplatz wird in Abb. 1b der Arbeit dargelegt:

Abb.3: Die Lokalisation der Hitzewelle Anfang August 2017 mit den Temperatur-Abweichungen vom langjährigen Mittelwert dieser Tage. Das schwarz gezeigte Viereck ist das Untersuchungsfeld. Quelle: Abb.1b von Kew et al. (2019).

 

Solche Hitzewellen kommen vor in dieser Gegend, davon kann der Mitautor (FB) dieses Artikels ein Lied singen, wenn er im Sommer die griechischen Gestade segelnd befährt. Entsprechend hoch sind für diese Tage dann auch die Abweichungen vom mittleren Temperaturwert, eben weil die heißen Tage „ausgemittelt“ werden bei 30 betrachteten Jahren. Mit regionalen und globalen Klimamodellen forschten die Autoren nach dem menschgemachten Anteil am gegebenen Ereignis. Bei sich generell erhöhenden Temperaturen werden wohl auch Hitzewellen heißer. Das Ergebnis der Arbeit: so einfach ist es nicht! Die Autoren stellen fest, dass die benutzten Modelle  nicht ausreichen, einen soliden Zusammenhang zu etablieren. Sie schreiben:

„A formal attribution to anthropogenic climate change is therefore not possible but is very plausible given the attributed rise in seasonal mean temperatures“

Dann geben sie sogar Zahlen an, mit der genau  diese Hitzewelle durch den Klimawandel heutzutage öfter vorkommen wird als um 1950: etwa 5 fach häufiger!  Wie machen sie das? Sie erzeugen einen Zusammenhang mit der globalen Temperaturanomalie und der Amplitude der Tmax (maximale Tagestemperatur) sowie mit der Rückkehrwahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Wer will kann dies mithilfe von Abb.2 in der Arbeit nachvollziehen. Der Schluss ist also: es wurde global wärmer und das führt zu einer 5-fache erhöhten Wahrscheinlichkeit für sehr heiße Tage im Sommer in diesem Raum. Wir halten diese Aussage für nicht haltbar und wollen dies begründen.

Wenn man lokale Extremereignisse untersucht, so sollte man sich vergewissern, dass man zumindest alle großskaligen dort wirkenden Einflüsse berücksichtigt. Es ist lange bekannt, dass die Sommertemperaturen in Europa auch von der atlantischen multidekadischen Oszillation (AMO) beeinflusst werden. Erst unlängst erschein hierzu eine hoch interessante Arbeit von einem Team unter Bo Wu vom Institut für Atmosphärenphysik in Bejing sowie auch zwei Wissenschaftler vom MPI Hamburg und vom Deutschen Wetterdienst DWD. Sie suchen Wege, die dekadischen Vorhersagen der sommerlichen Landtemperaturen der Extratropen der Nordhalbkugel zu verbessern, was u.a. auch für die Landwirtschaft von großer Wichtigkeit ist. Diese Vorhersagen waren bisher von eher schlechter Qualität und daher ist das Ziel der Arbeit nachvollziehbar. Was wirken da für Faktoren? Es sind zwei, die bestimmend sind: Eine Langzeiterwärmung vor allem durch den anthropogenen Antrieb, so die Autoren, und die AMO. Mit ausgeklügelten statistischen Werkzeugen berechnen die Wissenschaftler die relative Stärke der Einflüsse und zeigen das in ihrem Bild 2b der Arbeit. Wir haben das Gebiet (vgl. Abb.3) vergrößert:

Abb. 4: Der Einfluss der AMO , je mehr rot desto stärker, in der Spitze etwa 25%, recht genau in dem Gebiet, das von der Hitzewelle 2017 betroffen war. Quelle: aus Abb. 2b, Wo et al. (2019)

 

Die Wirkung der Langzeiterwärmung geht zu ca. 45% ein, folgt man Wu et al.(2019). Der Rest ist Wetter. Die Einflüsse der AMO (manche nennen sie auch AMV für –Variabilität) auf die Sommertemperaturen in Europa sind schon sehr lange bekannt und oft bestätigt, es gibt dutzende Arbeiten hierzu und auch wir hatten dazu schon 2016 berichtet. Umso mehr muss es verwundern, dass in einer Arbeit über Sommerereignisse in Europa (Kew  et al.) das Wort AMO oder AMV nicht ein einziges Mal erwähnt wird! Es gibt diesen nachgewiesenen natürlichen Einfluss schlicht in der Studie nicht. Wenn man natürliche Einflüsse „vergisst“ wird jede Veränderung dem anthropogene Antrieb zugeschlagen.

Zumindest ein Mit-Autor hätte es wohl wissen sollen: G.-J.-v. Oldenborgh schrieb 2009 eine Arbeit, in der er einen später oft benutzten AMO-Index entwickelte. Nun, wir können aushelfen. Wir haben die Methode der Arbeit nachvollzogen. Sie bildet zunächst 3-tägige Mittelwerte der Tmax in dem Gebiet, die von einer europäischen meteorologischen Reihe des KNMI stammen.  Alsdann suchten wir die Maximaltemperaturen der einzelnen Jahre (Hitzewellen) und trugen diese auf. Das gleiche mit der AMO nach dieser Arbeit.

 

Abb. 5: Die heißesten Tage des Jahres im Gebiet definiert in Abb. 3 und die AMO, beides leicht 5-jährig geglättet.

 

Der Zusammenhang ist nicht nur offensichtlich sondern auch statistisch hoch signifikant, R²=0,18; p=0,00026, und damit sind die Ergebnisse aus Wu et al. (2019)-Abb.4- bestätigt. Wir haben das Verfahren auch erprobt, indem wir noch die Dauer von Hitzewellen über 30°C einfließen ließen, es ist das gleiche Ergebnis. Den Hitzerekord hält tatsächlich 2017 mit 34,6°C, es folgt 2007 mit 34,2°C und mit auf dem Podest steht 1950 (!) mit 33,9°C. Donnerwetter: 2017 war 0,7°C in der Spitze wärmer als 1950!

Die AMO hatte ihr Maximum  vor 1950 in den 30er und  40 er Jahren, zumindest bis dahin zurück sollte man die europäischen  Hitzewellen  also untersuchen, um irgendeine Aussage zu treffen, die hier notwendigerweise die Berücksichtigung der AMO erfordert. Für Nordamerika ist das jedenfalls in der Literatur auch gut bekannt: 30% mehr Hitzewellen in warmen AMO-Phasen. Es ist wie so häufig: Natürliche Einflüsse werden in solchen „Attributierungs-Arbeiten“ oft vernachlässigt, hier ist es total unverständlich. Dadurch wird der anthropogene Anteil übertrieben dargestellt.

Wir möchten uns hier nicht die Mühe machen, den Einfluss der AMO auf die konkrete Hitzewelle in 2017 bestimmen zu wollen. Vermutlich ist das auch nicht möglich, da zu viel „Wetter“ einfließt. Den Autoren hätten wir als Editoren jedoch die Arbeit zurück geschickt mit dem Hinweis, dass die Vernachlässigung der natürlichen  AMO die Ergebnisse ihrer Arbeit stark infrage stellt. Warum die vielen Fachleute unter den Autoren selbst und die lange Liste der Editoren (5 Personen!) dies nicht erkannten, darüber kann nur gemutmaßt werden. Sollte also in einigen Medien alsbald die These vertreten werden: „5 mal so viele Hitzewellen durch den Klimawandel in Europa!“ dann wissen Sie, dass das auf einer Arbeit beruht, die fundamental korrigiert gehört.

 

Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet

Pressemitteilung des Geomar vom 28. Januar 2019:

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Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet:
Studie zeigt überraschend starke Abkühlung nach Eruptionen in hohen und mittleren Breiten

Der Ausbruch des Pinatubos im Jahr 1991 hatte erhebliche Auswirkungen auf das Klima und senkte die globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,5 Grad. Wie die berühmten Eruptionen des Krakatau (1883) und Tambora (1815) liegt der Pinatubo in den Tropen. Das wurde bislang als wichtiger Faktor für den starken Klimaeinfluss angesehen. Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat heute jedoch eine Studie in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht, die zeigt, dass auch explosive Eruptionen außerhalb der Tropen einen starken Einfluss auf das Klima haben können.

In den vergangenen Jahrzehnten haben mehrere Vulkaneruptionen außerhalb der Tropen Schwefel bis in die untere Stratosphäre transportiert. Dazu gehören beispielsweise der Ausbruch des Kasatochi (Alaska, USA, 2008) und des Sarychev (Kurilen, Russland, 2009). Die Auswirkungen auf das Klima waren jedoch schwach und kurzlebig. Bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass dies einer allgemeinen Regel entspricht: Vulkanausbrüche außerhalb der Tropen haben einen schwächeren Einfluss auf das Klima als ihre tropischen Pendants. Forscherinnen und Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Oslo, des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg sowie Kollegen aus der Schweiz, Großbritannien und den USA widersprechen dieser Annahme nun in einer Studie, die heute in der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience erscheint.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele extratropische Vulkanausbrüche in den letzten 1250 Jahren zu einer ausgeprägten Oberflächenabkühlung auf der Nordhalbkugel geführt haben. Tatsächlich sind extratropische Ausbrüche sogar effizienter als tropische, wenn man die Abkühlung auf der jeweiligen Halbkugel im Verhältnis zur ausgestoßenen Schwefelmenge sieht”, sagt Dr. Matthew Toohey von GEOMAR, Erstautor der aktuellen Studie.

Eine großräumige Abkühlung nach Vulkanausbrüchen erfolgt, wenn diese große Mengen an Schwefelgasen in die Stratosphäre transportieren. Sie ist die zweitniedrigste Schicht der Atmosphäre und beginnt etwa bei 15 Kilometern Höhe. Dort erzeugen die Gase einen schwefelhaltigen Aerosolschleier, der über Monate oder Jahre anhält. Die Aerosole reflektieren einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung, der die unteren Schichten der Atmosphäre und die Erdoberfläche nicht mehr erreichen kann.

Bisher wurde angenommen, dass Aerosole aus Vulkanausbrüchen in den Tropen eine längere Lebensdauer in der Stratosphäre haben, da sie erst in mittlere oder hohe Breiten wandern müssen, bevor sie wieder aus der Stratosphäre entfernt werden. Dadurch hätten sie einen größeren Einfluss auf das Klima. Aerosole aus Eruptionen in höheren Breitengraden würden dagegen schneller aus der Atmosphäre entfernt.

Die jüngsten Ausbrüche außerhalb der Tropen, die minimale, aber messbare Auswirkungen auf das Klima hatten, passen in dieses Bild. Diese Ausbrüche waren jedoch viel schwächer als der des in den Tropen liegenden Pinatubo 1991. Um die Klimaauswirkungen von extratropischen und tropischen Eruptionen besser einschätzen zu können, verglichen Dr. Toohey und seine Kolleginnen und Kollegen neue, auf Eiskernanalysen beruhende Langzeitrekonstruktionen des vulkanischen Schwefeleintrags in die Stratosphäre mit drei Rekonstruktionen der Sommertemperatur der nördlichen Hemisphäre aus Baumringen, die bis 750 n. Chr. zurückreichen. Überraschenderweise fanden sie heraus, dass explosive extratropische Eruptionen im Verhältnis zu ihrer geschätzten Schwefelfreisetzung eine viel stärkere Abkühlung auf der jeweiligen Erdhalbkugel erzeugten als tropische Eruptionen.

Um diese Ergebnisse besser zu verstehen, führte das Team Simulationen von Vulkanausbrüchen in mittleren bis hohen Breitengraden durch. Sie nutzten virtuelle Schwefelmengen und Eintragshöhen in die Stratosphäre, die denen des Pinatubo entsprachen. So fanden sie heraus, dass die Lebensdauer des Aerosols aus diesen explosiven Ausbrüchen außerhalb der Tropen nur geringfügig geringer war als bei Eruptionen in den Tropen. Darüber hinaus verteilte sich das Aerosol nicht weltweit, sondern nur über der Erdhalbkugel des Ausbruchs, was die Klimaauswirkungen innerhalb dieser Hemisphäre verstärkte.

Die Studie zeigt weiterhin die Bedeutung der Höhe des Schwefel-Eintrags in die Stratosphäre für die Klimaauswirkungen. „Kommen die Schwefelgase nur in die untersten Schichten der außertropischen Stratosphäre, sind die Aerosole sehr kurzlebig. Erreichen sie jedoch Höhen wie bei den großen tropischen Eruptionen, entspricht die Lebensdauer der Aerosole in etwa denen der tropischen Eruptionen“, sagt Co-Autorin Prof. Dr. Kirstin Krüger von der Universität Oslo.

Die Ergebnisse werden helfen, die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf vergangene Klimaschwankung besser zu verstehen. Sie deuten auch darauf hin, dass das zukünftige Klima von explosiven extratropischen Ausbrüchen beeinflusst wird. „In den vergangenen Jahrhunderten gab es in den mittleren und hohen Breiten im Vergleich zu den Tropen relativ wenige große explosive Eruptionen. Aber sie passieren definitiv“, sagt Dr. Toohey. Die stärkste Abkühlungsepisode der vergangenen 2500 Jahre auf der Nordhalbkugel begann mit einem extratropischen Vulkanausbruch im Jahr 536 n. Chr. Die neue Studie hilft zu erklären, wie diese Eruption zu einer so starken Abkühlung geführt haben könnte.

Originalarbeit:
Toohey, M., K. Krüger, H. Schmidt, C. Timmreck, M. Sigl, M. Stoffel, R. Wilson (2019):  Disproportionately strong climate forcing from extratropical explosive volcanic eruptions. Nature Geoscience, https://doi.org/10.1038/s41561-018-0286-2

 

Die übernächste Generation wickelt gerade ihre Zukunft ab

Von Uli Weber

Schule schwänzen für Klimagerechtigkeit, welch ein genialer Einfall – da wären wir damals nie drauf gekommen. Denn damals war dieses Land noch das der Dichter und Denker und gerade dabei, sich mit einem sogenannten „Wirtschaftswunder“ aus selbstverschuldeten Trümmern zu erheben. Dieses Wirtschaftswunder ist wiederum untrennbar mit der Sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Ehrhard verknüpft, der die Kräfte des freien Marktes zu stärkten suchte und dabei gleichzeitig eine soziale Teilhabe an dem dadurch erwirtschafteten Wachstum förderte – also das genaue Gegenteil von Planwirtschaft in Gang setzte.

Heute protestieren wohlalimentierte Schüler in ihrer Unterrichtszeit für einen sofortigen Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung und für die globale Klimagerechtigkeit. Bei näherer Betrachtung scheint es sich dabei aber gar nicht wirklich um eine spontane Graswurzelaktion zu handeln. Vielmehr beschafft sich eine menschenverachtende Klimaideologie mit dieser Instrumentalisierung von Schutzbefohlenen offenbar die gesellschaftliche Rechtfertigung für ihre globale ökologische Transformation. Und indem sie diejenigen Technologiefelder, die aus klimapolitischen Gründen erwünscht sind, mit Subventionen gegen den freien Markt herbeizaubern will, errichtet sie eine neue Planwirtschaft. Denn Marktwirtschaft beruht auf dem Gewinnstreben von eigenverantwortlichen Unternehmern, und wenn mit einer gesellschaftspolitisch erwünschten Technologie keine Gewinne zu erzielen sind, dann muss man dafür halt eine Zwangsalimentierung einführen. Dass die erforderlichen Subventionsmittel aber wiederum nur durch die unerwünschte fossil betriebene Industrie erwirtschaftet werden können, ist offenbar noch keinem derjenigen Politiker aufgefallen, die durch ihr Mandat ja meist nicht aus der produktiven Wertschöpfungskette unseres Landes gerissen wurden, sondern die bis dahin bereits mit Steuergeldern alimentiert worden waren. Am Ende einer solchen planwirtschaftlichen Hans-im-Glück Wirkungskette steht dann ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, wie ihn uns die sozialistischen Staaten Ende der 1980-er Jahre vorexerziert hatten.

Da Schüler ja noch Lernende sind und sich möglicherweise auch noch keinen vollständigen Überblick über die Kulturgeschichte der Menschheit verschafft haben, folgt hier ein kurzer Rückblick auf die kulturelle Evolution, die am Ende zu den Segnungen unseres Industriezeitalters geführt hatte. Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge hatte sich in mehreren revolutionären Schritten drastisch erhöht, und alle diese Übergänge hatten sich in freier marktwirtschaftlicher Konkurrenz zu dem jeweils vorher bestehenden System entwickelt:

  • Steinzeit (= kleine dörfliche Gemeinschaften von Jägern und Sammlern): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 3 bis 6-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht (=fortgeschrittene regionale Kulturen): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Industriezeitalter (=globalisierte Welt): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge beträgt heute etwa das 70 bis 80-fache des menschlichen Grundbedarfs.

Erst der industrielle Gebrauch von fossilen Energieträgern seit Beginn der Industrialisierung hat dann unseren Lebensstandard, die Verfügbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, die tägliche Arbeitszeit, das freie Wochenende, den jährlichen Urlaubsanspruch, das Gesundheitswesen, die individuelle Lebenserwartung, das Transportwesen, die Kommunikation und den allgemeinen technologischen Standard auf unser heute als „ganz normal“ empfundenes Niveau angehoben. Wir alle leben heute nämlich so, wie sich das vor zweitausend Jahren nur die römischen Kaiser leisten konnten, und zwar dank fossiler Energieträger, modernster Technologien und jederzeit verfügbarer Energie. Im Umkehrschluss heißt das, unser gegenwärtiger Lebensstandard – und auch unser gegenwärtiger Sozialstaat – beruhen zwingend auf der Nutzung fossiler Energieträger. Die geplanten ideologischen Wenden, also Energiewende, Verkehrswende und Agrarwende, sind im wahrsten Sinne sozialistische Planwirtschaft und können im ökonomischen Sinne keinen Mehrwert erzielen; der erzeugte Mehrwert ist vielmehr rein emotional.
Meine Generation hatte sich erst Ende der 1960-er Jahre von den überkommenen autokratischen Dogmen einer totalitär geprägten Gesellschaft befreit. Die folgende Grenzwertanalyse mag diesen Prozess für die indoktrinierten Schülergarden etwas beschleunigen:

Der Grenzwert für eine subventionierte Planwirtschaft: Eine subventionierte Planwirtschaft unterliegt keinerlei Erwerbsstreben im Wettbewerb alternativer Lösungen um eine positive Kaufentscheidung des Kunden. Vielmehr wird dort eine vorgegebene Lösung durch Subventionen vorangetrieben, weil der Zwangsabnehmer ja gar keine alternative Wahl hat. Weil aber durch ebendiese Subventionen der Konkurs als ökonomisches Regulativ ausgeschaltet wird, müssen alle Fehlentscheidungen und Fehlplanungen zukünftig ebenfalls durch Subventionen ausgeglichen werden. Ein Abbau solcher Subventionen ist also systembedingt gar nicht möglich, weil ein planwirtschaftliches Produkt im wahrsten Sinne des Wortes alternativlos ist. Vielmehr führt eine subventionierte Planwirtschaft à la Ostblock auch zu einer entsprechenden Verringerung von Angebot, Qualität und Innovation – und kann schließlich die Nachfrage nicht mehr befriedigen.

Der Grenzwert für einen emotionalen Mehrwert: Die Zwei-Erden-Argumentation verlangt Verzicht von allen Klimagläubigen, um dadurch unsere natürliche Umwelt und das Weltklima für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Eine aktive Teilnahme an der Umsetzung dieses hohen ökologischen Zieles verschafft allen aktiv Beteiligten neben wirtschaftlicher Sicherheit emotionale Glücksgefühle und eine Bestätigung ihres religiös überhöhten Selbstbildes. Diese Überhöhung lässt es schließlich auch nicht mehr zu, sich mit Andersdenkenden über Alternativen auseinanderzusetzen und muss somit über einen „gestaltenden Staat“ direkt in einen ökologischen Totalitarismus führen.

Synthese dieser beiden Grenzwerte:  Eine subventionierte Planwirtschaft muss zwingend in einer sozialistischen Mangelwirtschaft konvergieren, weil das ökonomische Regulativ eines freien Wettbewerbs fehlt. Damit schlägt dann die Zwei-Erden-Argumentation in ihr Gegenteil um, denn für eine ökologisch korrekte Ernährung der gesamten Weltbevölkerung wären dann ebenfalls zwei Erden erforderlich. Der erhöhte Flächenverbrauch für die glaubensgerechte Erzeugung von Nahrung und Energie muss daher zwingend in einer ökonomischen Versorgungskatastrophe enden. Und weil der menschliche Überlebenswille nun einmal stärker ist als jeder Umweltschutzgedanke, bricht dadurch wiederum der Ökototalitarismus zusammen; und die Überlebenden werden schließlich die ökologischen Ressourcen unseres Planeten erbarmungslos ausplündern.

Fazit: Die Dekarbonisierung der Welt stellt also nicht etwa einen kulturellen Fortschritt für die Menschheit dar, sondern führt direkt zurück in ein ökologisches Mittelalter mit einer verfügbaren pro-Kopf Energiemenge von etwa dem 18 bis 24-fachen des menschlichen Grundbedarfs. Wenn diese Analyse die verführten Lernenden nicht als Motivation zu selbständigem und kritischem Denken anregen sollte, dann sei ihnen eine Klassenfahrt in die Sahelzone anzuraten, wo man sich dann gerne vor Ort bei Menschen im täglichen Überlebenskampf über aktiven Umweltschutz informieren kann.

Abschlussfrage an die übernächste Generation: Wovon wollt Ihr denn eigentlich nach 2038 leben?

 

Geomar: Nordatlantische Tiefenwasserbildung in Modellen fehlerhaft

Pressemitteilung des Geomar vom 31. Januar 2019:

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Neue Erkenntnisse zu Tiefenwasserbildung und Meeresströmungen im Atlantik
- Langzeitbeobachtungen widersprechen bisherigen Auffassungen -

Für die globale Ozeanzirkulation spielt der subpolare Nordatlantik eine entscheidende Rolle. Durch oberflächennahe Abkühlung wird warmes Wasser in kaltes und schweres Tiefenwasser umgewandelt, das in der Tiefe äquatorwärts strömt. Gestützt auf Modelldaten ging man bisher davon aus, dass der Hauptanteil des Tiefenwassers in der Labradorsee gebildet wird. Langzeitbeobachtungen eines internationalen Konsortiums mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen nun erstmals, dass der wesentliche Beitrag der Umwälzzirkulation im östlichen Nordatlantik stattfindet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Meeresströmungen werden hauptsächlich durch den Wind und durch Unterschiede in der Dichte des Meerwassers hervorgerufen. Für die Strömungen im Nordatlantik sind beide Prozesse von großer Bedeutung. Über den Golfstrom und seine Ausläufer wird warmes und salzreiches Wasser weit nach Norden transportiert. Dabei wird das Wasser abgekühlt, was zu einem Anstieg der Dichte des Meerwassers führt und daher ein Absinken bewirkt. Das dichte Tiefenwasser strömt dann wieder Richtung Äquator. Dieses Strömungssystem wird auch als Atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet. Es ist für das Klima, insbesondere für die vergleichsweise milden Winter in Nordeuropa, von großer Bedeutung. In bestimmten Regionen, allen voran der Labradorsee, kann es zum Absinken des Oberflächenwassers bis in die Tiefsee kommen. Die Zufuhr von Süßwasser, etwa durch Abschmelzen von Landeismassen als Folge der globale Erderwärmung, reduziert die Dichte des Oberflächenwassers. Ein Versiegen der Tiefenwasserbildung und damit der Umwälzzirkulation hätte direkte Auswirkungen auf das Klima in Europa. Nicht zuletzt deshalb ist die Atlantische Umwälzzirkulation Gegenstand intensiver Forschung.

„Die Atlantischen Umwälzzirkulation ist ein komplexes Ineinandergreifen vieler Prozesse. Direkte Beobachtungen sind daher rar und viele Zusammenhänge sind bisher nur aus Modellstudien abgeleitet“, erläutert Dr. Johannes Karstensen vom GEOMAR, einer der Ko-Autoren einer Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde. Um diese theoretischen Erkenntnisse aus Modellen auch mit Beobachtungen zu verifizieren, wurde 2014 mit Beteiligung von sieben Ländern die erste komplette Vermessung der subpolaren Umwälzzirkulation des Atlantiks unter dem Namen „OSNAP“ (Overturning in the Subpolar North Atlantic Program) gestartet. Das Beobachtungssystem OSNAP teilt sich in zwei Abschnitte auf: quer über die Labradorsee, von Kanada zur Südspitze Grönlands, und über den östlichen subpolaren Nordatlantik, von der Südspitze Grönlands bis Schottland. Eine Vielzahl an permanenten Messstationen (Verankerungen) stellen das Rückgrat des Systems dar. An den Stationen werden kontinuierlich Strömungsdaten aber auch Temperaturen und Salzgehalte des Wassers aufgezeichnet.

„In der 21 Monate überdeckenden Zeitserie der Umwälzzirkulation aus den OSNAP Messungen sehen wir eine erstaunlich hohe Variabilität. Das im Moment überraschendste Ergebnis ist aber, dass die Labradorsee, die wir immer als wichtigste Tiefenwasserbildungsregion angesehen haben, nur etwa 15 Prozent zur Umwälzzirkulation beiträgt“, erläutert Dr. Karstensen. „Wir müssen nun überlegen, wie wir das Konzept von Tiefenwasserformation und Umwälzzirkulation anpassen. Dazu gilt es die Prozesse, die für die Schwankungen in der OSNAP-Zeitreihe verantwortlich sind, genauer zu identifizieren“, so Dr. Karstensen.

„Beispielsweise ist es möglich dass der OSNAP Messzeitraum von 2014 bis 2016 nur einen speziellen Zustand der Umwälzzirkulation erfasst hat. Eine Frage die sich nur durch längere Messreihen ermitteln lässt“, so Dr. Karstensen. Im Sommer 2018 waren die OSNAP-Teams aus Europa, den USA, Kanada und China wieder mit den Forschungsschiffen im Subpolaren Nordatlantik unterwegs. Zurzeit werden die Daten analysiert, und es wird erwartet, dass die OSNAP-Zeitserie der Atlantischen Umwälzzirkulation in Kürze um zwei weitere Jahre verlängert sein wird. „Diese Region ist eine der empfindlichsten Stellschrauben unsere Klimasystems. Hier können durch relativ kleine und rasche Veränderungen globale und langzeitliche Auswirkungen auf das Klima ausgelöst werden. Deshalb ist ein umfassendes Verständnis der Prozesse in dieser Region so wichtig“, argumentiert Dr. Karstensen.

Zudem fließen die von dem internationalen Team zusammengetragenen Daten auch in die Berichte des Weltklimarates (IPCC) ein, dessen nächster Bericht in wenigen Jahren erstellt wird und die Basis für Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz darstellt.

Originalarbeit:
Lozier, M.S., F. Li, S. Bacon, F. Bahr, A. Bower, S. Cunningham, F. de Jong, L. de Steur, B. DeYoung, J. Fischer, S. Gary, B. Greenan, N.P., Holliday, A. Houk, L. Houpert, M. Inall, W. Johns, H. Johnson, C. Johnson, J. Karstensen, G. Koman, I. LeBras, X. Lin, N. Mackay, D. Marshall, H. Mercier, M. Oltmanns, R.S. Pickart, A. Ramsey, D. Rayner, F. Straneo, V. Thierry, D.J. Torres, R.G. Williams, C. Wilson, J. Yang, I. Yashayaev, J. Zhao, 2019: A sea change in our view of overturning – first results from the Overturning in the Subpolar North Atlantic Program. Science, http://science.sciencemag.org/content/363/6426/516.abstract

Influence of solar activity on European rainfall

Press Release of the Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK), 15 February 2019, www.ifhgk.org

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Influence of solar activity on European rainfall

A balanced level of precipitation provides the basis for a wide range of economic and social activities in Europe. Particularly agriculture, drinking water supply and inland waterway transport are directly affected. However, the amount of rain fluctuates strongly from year to year. While it may pour torrentially in one year, rain may remain absent for weeks in another year. The population is used to this variability and knows how to deal with it.

The chance discovery by an agricultural scientist from Münster, Germany, now suggests that in certain months rain over Germany and other parts of Europe follows a pattern that up to now has remained undetected. As part of agricultural consultation, Ludger Laurenz analyzed decades of rainfall records of his home weather station in Münster and noticed a constant up and down that followed an 11-year rhythm – especially in February. After detailed examination it was clear that this rhythm correlated closely with the activity of the sun: the well-documented 11-year sunspot cycle.

Laurenz next teamed up with two colleagues to examine the extent to which the observed pattern from Münster is reproducible in other parts of Germany and Europe, and whether the phenomenon also exists for the other months of the year. Horst-Joachim Lüdecke from the HTW University of Applied Sciences in Saarland gathered the precipitation data collected in Europe since the beginning of the 20th century. The physicist emeritus then developed a computer algorithm to determine the similarity of changes in rainfall and solar activity. All 39 European countries and every one of the 12 months of the year were quantified over a total of 115 years using mathematical correlations.

In order to include possible delay effects, the data series of rain and sunspots were systematically checked for shifts. For this purpose, the time series were gradually shifted in time against each other like combs and the respective change of the correlation quality was noted. The multidimensional data obtained in this way were evaluated for systematic trends by geoscientist Sebastian Lüning and visualized cartographically. Lüning is associated with the Swiss Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK) and is specialized in the research of solar climate effects.

The mapped out results show that the link between February precipitation and solar activity originally discovered in Münster is valid for large parts of Central and Northern Europe and has good statistical significance there. Towards southern Europe, however, the correlation weakens significantly.

The statistical investigation was also able to demonstrate systematic phase shifts across the continent. In Germany and neighboring countries, February precipitation was particularly low when the sun was very strong four years earlier. The delay seems to be due to the slow deep circulation of the Atlantic, as earlier work had already suggested. On the basis of the statistically-empirically determined correlation, February 2018 in Germany with particularly low precipitation can now also be explained, which followed a particularly high intensity peak of solar activity at the beginning of 2014.

Similar relationships between rainfall and solar activity have been observed in other months, although somewhat weaker, especially in April, June and July, which account for a large part of the vegetation period in Central Europe. The result was a complex interplay of sun and rain in Europe, which showed clear trends over 1000 km and varied strongly from month to month.

The study thus confirms the concept of a solar participation in the European hydroclimatic development, which had already been indicated by a whole series of local case studies of other authors. The exact mechanism by which the solar signal influences precipitation is still largely unclear and requires further research.

The solar precipitation effect now mapped out across Europe for the first time opens up new possibilities for improved medium-term precipitation forecasts. Agriculture in particular, but also protection measures against extreme weather damage in connection with heavy rainfall and droughts could benefit from this. The next step in refining the forecasting methodology is a more precise quantification of the effects of Atlantic Ocean cycles, which also play an important role in rainfall, especially in Western Europe.

 

Original publication:

Laurenz, L., H.-J. Lüdecke, S. Lüning (2019): Influence of solar activity on European rainfall. J. Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 185: 29-42, doi: 10.1016/j.jastp.2019.01.012

The pdf version can be downloaded free of charge at the following link until early March: https://authors.elsevier.com/a/1YXWZ4sIlkiVhv

 

Unternehmen macht Werbung für klimaaktivistische Veranstaltung und zeigt sich ahnungslos

Im Zeitalter der zuckerigen Industriesäfte kehren immer mehr Menschen zu den Ursprüngen zurück und greifen zum effektivsten Durstlöscher aus der Getränkepalette: Wasser. Was gibt es schöneres als Wasser, wenn man erschöpft vom Sport kommt oder sich in der Sommerhitze erfrischen will? Genau diese Qualitäten besitzt sicherlich das Carolinen-Mineralwasser, das von Mineralquellen Wüllner GmbH & Co. KG mit Sitz in Bielefeld vertrieben wird.

Ende 2018 fanden Mineralwassertrinker in der Region auf Flaschen der Carolinen classic jedoch eine fragwürdige Werbeaktion für einen “Schüler-Klimagipfel” am 22.11.2018 in Bad Salzuflen. Alle Schulen konnten mitmachen, hieß es. Als Internetadresse wurde www.planet1st.de angegeben.

 

 

Im Prinzip ist es positiv, wenn sich ein Unternehmen für die Jugend einsetzt. Es ist wichtig, die Jugend an ein umweltbewusstes und ressourcenschonendes Leben heranzuführen. Aber ist ein “Schüler-Klimagipfel” wirklich der richtige Ansatz? Auch Mineralquellen Wüllner sollte es nicht entgangen sein, dass der Klimawandel in der Gesellschaft ein hochkontroverses Thema darstellt. Mittlerweile hat sich eine ganze Klimaalarm-Industrie herausgebildet, die die Gesellschaft mit Klima-Hiobsbotschaften dauerberieselt. Dazu gehört auch das PIK in Potsdam. In der Wissenschaft selber gibt es hingegen ein weites Spektrum von wissenschaftlichen Ansichten. Ein großer Teil der Klimaforscher sieht die Sachlage sehr viel differenzierter und hält beispielsweise einen signifikanten natürlichen Beitrag zur Erwärmung der letzten 100 Jahre durchaus für denkbar.

All das hat sich die Marketingabteilung von Mineralquellen Wüllner sicher nicht so richtig überlegt. Anstatt sich für eine differenzierte Diskussion der Sachverhalte einzusetzen, wird lieber die aktivistische Kinderkarte gespielt. Letztendlich produziert der “Schüler-Klimagipfel” nur eines: Kinder-Klimaaktivisten. Dies ist hochbedenklich, da den Kindern selbstverständlich die fachliche Grundlage fehlt und sie daher einfach das nachplappern, was ihnen erwachsene Aktivisten einflüstern.

Die auf der Mineralwasserflasche angegebene Webseite www.planet1st.de wollen wir uns näher anschauen. Dort lernen wir als erstes, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion aus dem November 2018 handelt, sondern eine ganze Serie von Klima- und Umwelt-Schülerveranstaltungen, die etwa alle 2 Monate stattfinden. So wird es am 22. März 2019 in Bielefeld einen “Wasser-Gipfel” geben. Der nächste Schüler-Klimagipfel ist für den 12. November 2019 in Herford geplant. Ganz oben auf der Webseite gibt es einen Link “News“,  der zu den “Klimanews” weiterleitet. Was finden die hierher surfenden Schüler? Ein kurzer Blick zeigt es: Klimaalarm vom feinsten! Ein paar Beispiele:

09.08.2018 – Ursache der langanhaltenden Hitzeperiode – Focus Online.

06.08.2018 – Der Erde droht eine „Heißzeit“ – ZDF

04.08.2018 – Bis zu 38 Grad möglich – Waldbrandgefahr bleibt hoch – T-Online

03.08.2018 – Hitze! Waldbesitzer sprechen von Jahrhundertkatastrophe – FAZ

29.07.2018 – Extremwetter durch Erderwärmung? – Spektrum

26.7.18 – Ein Sommer der Extreme – PIK-Potsdam

21.07.2018 – Die Erde glüht – Tagesspiegel

Dazu werden O-Töne von Stefan Rahmstorf und PIK-Pressemitteilungen gereicht. Verlinkungen auf neutralere Forschungsergebnisse aus den Klimawissenschaften sucht man vergeblich. Hier hat sich wirklich ein Klimaalarmist ausgetobt, der den Schülern ein vollkommen verzerrtes Bild der Klimawandeldebatte auftischt.  

Meldungen wie diese fehlen:

 

Das Programm des Schüler-Klimagipfels im November 2018 in Bad Salzuflen ist auf der Webseite offenbar schon wieder gelöscht. Allerdings findet man noch einen verlinkten Pressebericht der Lippischen Landes-Zeitung zur Veranstaltung:

Klimagipfel: Schüler treffen sich in Bad Salzuflen
Sie sind die Hauptpersonen des diesjährigen Klimagipfels gewesen: Gut 450 Jugendliche aus ganz Deutschland haben das Salzufler Stadttheater am Donnerstag ganz für sich eingenommen. Den gesamten Tag über drehte sich alles um den Klimaschutz. [...] Diesmal habe man das vor allem durch ein vielfältiges Programm versucht. „Längst stehen nicht mehr nur Vorträge im Fokus – darüber hinaus werden beispielsweise auch Videos gezeigt. Und: In den Pausen gibt es verschiedene Mitmachaktionen an diversen Informationsständen”, erzählt der Schüler.

Gerne würde man wissen: Wer hat vorgetragen, welche Videos wurden geschaut? Die NRW-Energieagentur führt zumindest einige der Vortragenden auf:

Zu den Referenten gehören unter anderem Dr. Klaus Grosfeld (Klimaforschern der deutschen Klimaforschungsinstitute Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven), Dr. Tobias Bayr (GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in Kiel), Clara von Glasow (Vertreterin der Klimadelegation der UN) sowie per Videokonferenz Associate Professor Dietmar Dommenget (School of Earth, Atmosphere and Environment an der Monash University in Australien).

Bei Clara von Glasow handelt es sich um eine lupenreine Aktivistin, die für die Klimaaktivistengruppe “Klimadelegation” tätig ist. Die Organisation hat folgendes Ziel:

Wir sind eine politisch unabhängige Gruppe klima- und umweltpolitisch engagierter junger Menschen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren, in und aus Deutschland. Wir setzen uns dafür ein, dass junge und zukünftige Generationen ein klimagerechtes und nachhaltiges System und einen lebenswerten Planeten vorfinden. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass die Interessen junger Menschen ernst genommen werden und stärker in politische Entscheidungen einfließen — auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dazu nehmen wir seit 2012 an den UN Klimaverhandlungen teil. Dort vertreten wir die klimapolitischen Interessen junger Menschen und zukünftiger Generationen. Zudem berichten und informieren wir über die Verhandlungen und klimapolitische Prozesse, insbesondere um junge Menschen zu sensibilisieren und für eigenes Engagement zu motivieren.

Sie geben vor, die Interessen junger Menschen zu vertreten. Aller junger Menschen? Wohl kaum. Es wird sich vor allem um ‘grüne junge Menschen’ handeln. So lesen wir auf der Team-Webseite der Klimadelegation über Clara von Glasows Anfänge bei der Grünen Jugend:

Clara studiert im Jura und BWL in Wiesbaden und ist seit Februar 2017 Mitglied der Klimadelegation. Ihre ersten Berührungspunkte mit Klimapolitik hatte Clara im Rahmen ihres Engagements bei der Grünen Jugend Hennef

Sie ist Verfechterin des Klimfastens, wie sie im Interview mit Think Tank 30 erläutert:

Die Idee hinter dem Klimafasten ist es, während der Fastenzeit bewusst auf Konsumgüter und Verhaltensweisen zu verzichten, die das Klima belasten.

Auf der Webseite der Klimadelegation gibt es auch einen Hinweis auf einen “Jugendaustausch GerFiji”, was für gegenseitige Besuche von Jugendlichen aus Germany und Fiji steht. Klickt man auf den Link, führt der jedoch ins Nichts. Hat man die vielen schönen Reisfotos der touristisch hochattraktiven Fahrt schon wieder gelöscht? Ist man dorthin auch mit der Bahn gefahren, wie Greta? Mit ein bisschen Googlen findet man dann doch die Seite auf klimadelegation.de, die im August 2017 für die Abenteuerreise warb:

Die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen und die Klimadelegation des Jugendbündnis Zukunftsenergie organisieren in diesem Zusammenhang in Zusammenarbeit mit Project Survival Pacific Youth aus Fidschi einen Austausch zwischen 15 deutschen und 15 fidschianischen Jugendlichen zum Thema Klimaschutz. Dieser Austausch findet voraussichtlich zwischen dem 1. und 14. Oktober 2017 statt. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit prüft derzeit die Förderung und strebt eine Unterstützung im Rahmen der COP23 an. In Fidschi werden wir uns Maßnahmen zum Klima- und Meeresschutz anschauen und mit Aktivist*innen zusammenarbeiten. Außerdem treffen wir uns mit Vertreter*Innen von Regierung und internationalen Organisationen.

Hat das BMU die Flugreise auf die Fidschiinseln letztendlich bezahlt? Offensichtlich ja, denn im November 2018 dankte Aktivistin Anna Braam via Twitter dem BMU für die Unterstützung. Über die Finanzierung der “Klimadelegation” findet man auf der Webseite der Gruppe leider keine Informationen. Eine Anfrage bei der Klimadelegation läuft derzeit, vermutlich ohne Aussicht auf Erfolg. Im Sinne der Transparenz sollten die Förderer der Aktivistengruppe klar benannt werden, um Interessenskonflikte klar aufzuzeigen bzw. zu vermeiden.

Nächste Frage: Wer hat den Schüler-Klimagipfel finanziert und ausgerichtet? Zu letzterem lesen wir im Artikel der Lippischen Landes-Zeitung:

Veranstaltet wurde der diesjährige Klimagipfel erstmals gemeinsam von der Agentur „GetPeople“, der „EnergieAgentur.NRW” und dem Klimapakt Lippe.

Zu den Partern des Klimapakt Lippe gehören auch lokale Grupen von Bündnis 90/Die Grünen. Andere politische Parteien sind nicht beteiligt.

Neben der Klimaaktivistin Clara von Glasow trat beim Schüler-Klimagipfel auch ein Mitglied der Geomar-Arbeitsgruppe von Mojib Latif auf. Normalerweise greift Latif selber jedes Mikrofon, was man ihm entgegenhält. Diesmal hat er die Aufgabe jedoch offenbar an einen Untergebenen delegiert, Tobias Bayr. Man kann davon ausgehen, dass der Chef die Vortragsfolien von Bayr zuvor auf Aktivistenlinie getrimmt hat. Hier einige frühere Beiträge zu Latifs aktivistischer Öffentlichkeitsarbeit:

 

Thema von Bayr war:

Der natürliche und menschengemachte Treibhauseffekt

Zu gern hätten wir die Folien zu dem Vortrag gesehen. Denn gerade im Themenbereich des Vortragstitels scheint die Latif-Gruppe etwas unsicher zu sein. Latif selber behauptet, der IPCC würde bis zu 49% natürliche Faktoren bei der Erwärmung der letzten 100 Jahre einräumen (bzw. mehr als die Hälfte wäre anthropogenen Ursprungs). Liest man jedoch den neuen 1,5°C-Spezialbericht des IPCC, so entpuppt sich dies schnell als falsch. Der IPCC geht knallhart von 100% anthropogenen Ursachen für die Erwärmung in moderner Zeit aus. Eigentlich müsste Latif gegen den IPCC Sturm laufen. Tut er aber nicht.

Neben dem allgegenwärtigen Aktivismus steht auch die fachliche Robustheit der Veranstaltung auf dem Prüfstand. Es beginnt schon bei Kleinigkeiten wie der falschen Hochstellung der 2 in der Molekülbezeichnung CO2. Auszug aus dem Originalprogramm:

 

Zusammenfassend fällt die fehlende Ausgewogenheit und politische Grünfärbung der Veranstaltung auf. Eine der HauptrednerInnen ist eine Klimaaktivistin, die früher bei den Grünen Jugend aktiv war. Die Finanzierung der Aktivistengruppe ‘Klimadelegation’ – zu der die Rednerin gehört – ist undurchsichtig. Ein Mitveranstalter des Klimagipfels (Klimapajt Lippe) ist stark durch Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen geprägt. Ein weiterer Hauptredner (T. Bayr) stammt aus der Arbeitsgruppe eines bekannten wissenschaftlichen Klimaaktivisten (Latif). Hand aufs Herz: Würden Sie ihre Kinder gerne zu einer solch einseitig informierenden Veranstaltung schicken? Die meisten Eltern würden dies wohl ablehnen, mit Ausnahme von Grünen-Wählern.

Umso verständlicher ist es, wenn Bürger aus der Region über die klimaaktivistische Werbeaktion auf den Mineralwasserflaschen empört sind. Dazu gehört auch der Zahnarzt Dr. Klaus Rocholl, der seinem Ärger in einem Schreiben an Mineralquellen Wüllner am 5. Februar 2019 Luft machte (Auszug):

Seit längerer Zeit bezieht meine Praxis über einen Getränkegroßhandel u. a. ihr Mineralwasser. In der heutigen Mittagspause machte mich eine Mitarbeiterin auf den Aufdruck auf Ihrem Flaschen aufmerksam, auf den ich nur mit Fassungslosigkeit reagieren kann! Es ist schlimm genug, daß unsere Kinder und Jugendlichen u. a. in Schulen, Medien und sonstigen Foren mit der sogenannten „Klima‐Rettungs“‐Ideologie indoktriniert werden. Daß sie als Wirtschaftsunternehmen sich an dieser Indoktrination beteiligen, nehme ich mit kompletter Fassungslosigkeit und ebensolchem Unverständnis zur Kenntnis. 

Gleichzeitig kündigte Dr. Rocholl an, auf Mineralwasser anderer Marken umsteigen zu wollen. Das Unternehmen reagierte prompt und suchte den Kontakt. Ein Mitarbeiter zeigte sich überrascht und stellte die Veranstaltung als grundsolide und neutral dar. Vielleicht war der Firma wirklich nicht bewusst, in wieweit sich Aktivisten und grüne politische Gruppierungen bereits in den Schulalltag vorgemogelt haben. Im Sinne eines produktiven Dialogs nahm sich Dr. Rocholl daraufhin die Zeit, dem Getränkeunternehmen detailliert zu antworten und seine Bedenken zu spezifizieren (wiederum Auszüge):

Sehr geehrter Herr …

Erst mal ein Kompliment: Ich hatte nicht ernstlich eine Reaktion Ihrer Firma erwartet. Meine Erfahrungen in dieser Richtung sind andere…  Sie fragen, was mich an der Aktion des „Kinder-Klimagipfels“ und des Sponsorings Ihrer Firma so verärgert habe. Diese Frage beantworte ich Ihnen gerne:

[...]

Meine Position zu Ihrer „Aktion“ fasse ich zunächst einmal wie folgt zusammen:

[...]

Der IPCC-beeinflußte „Mainstream“ sowohl der Medien und der Politik als auch der „Klimawissenschaftler“ behauptet, die Diskussion um den „menschengemachten Klimawandel“ sei „gesettled“, der Hauptverursacher CO2 sei gefunden und sicher identifiziert und die von ihm verursachte Erwärmung der Erde sei erwiesen. Ich bin sicher der letzte – und mit mir jeder, der sich seriös an dieser Diskussion beteiligt – der die Existenz von „Klimawandel“ bestreitet … oder „leugnet“.

Erstens ist „Klima“ per Definition „der Mittelwert aus 20 Jahren Wetter“ – also ein rein statistischer Wert – und es hat sich seit Beginn der Erdgeschichte schon immer geändert und wird sicher auch nicht damit aufhören. Alle anderen oben genannten Fragen oder Zusammenhänge sind aber, wenn man sich ein wenig breiter in das Thema „einliest“, in der Wissenschaft alles andere als unumstritten; alle oben genannten Behauptungen

  • daß die Erde sich seit Beginn der Industrialisierung kontinuierlich erwärmt,
  • daß die Ursache dieser Erwärmung die steigende Konzentration von CO2 in der Atmosphäre sei,
  • daß diese Steigerung des CO2 ausschließlich menschengemacht sei,
  • daß die Lösung in vermehrter oder ausschließlicher Nutzung sog. „erneuerbarer“ Energien liege („erneuerbare Energien“ – was ist das überhaupt? Gilt der Energieerhaltungssatz nicht mehr (Grundkurs Physik!)),

 

wird von sehr vielen – wenn nicht dem allergrößten Teil – der nicht mit der UN-Organisation IPCC – also der Politik – verbandelten seriösen Wissenschaftler stark angezweifelt oder bestritten.  Dazu weiter unten mehr …

Wenn es so ist, daß in dieser Diskussion gar nichts“ gesettled“ ist, sondern daß alle Faktoren – angefangenen von der Frage, ob eine Erwärmung der Erde überhaupt stattfindet über die Frage, was das CO2 damit zu tun hat,
bis hin zu der Frage, ob Menschen Klima überhaupt beeinflussen können (und es versuchen sollten) – ganz zu schweigen von der Bewertung der hierzulande stattfindenden „Energiewende“ und ihren Folgen – hoch umstritten sind, was ist ein „Kinder-Klimagipfel“, auf dem nach Ihrer Aussage „Kinder ihre „Klima-Projekte““ vorstellen können, dann anderes als eine Propagandaveranstaltung für die Ideologie des „menschengemachten Klimawandels“?

Eine Propaganda- und Indoktrinationsveranstaltung, auf der Kindern die Sicht der derzeit herrschenden Politiker und der UNO als Wahrheit dargestellt wird, die nicht etwa hinterfragt werden soll, sondern innerhalb derer ausschließlich „mitgemacht“ werden soll?

Diese Art von Beeinflussung – treffender gesagt Gehirnwäsche von Kindern – also der Erwachsenen von morgen – war und ist in jeder mittelmäßigen Diktatur üblich und eines der wesentlichen Kennzeichen von Totalitarismus [...]. Zitat Prof Ottmar Edenhofer, „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“   :  „Aber man muss klar sagen: Wir verteilen durch die Klimapolitik de facto das Weltvermögen um. Dass die Besitzer von Kohle und Öl davon nicht begeistert sind, liegt auf der Hand. Man muss sich von der Illusion freimachen, dass internationale Klimapolitik Umweltpolitik ist. Das hat mit Umweltpolitik, mit Problemen wie Waldsterben oder Ozonloch, fast nichts mehr zu tun.“

[...]

Finden Sie es vor dem Hintergrund der oben dargelegten Fakten gut, Kindern einzureden, die „Geschichte vom Klimawandel“ sei wahr – und sie zu „Klimaprojekten“ (was soll das bitte sein – so nebenbei???) aufzustacheln? Finden Sie es verwunderlich, daß so aufgehetzte und indoktrinierte Kinder einem ebenso indoktrinierten Kind, das an Asperger-Syndrom leidet hinterherlaufen, wegen „direkt bevorstehenden Weltuntergangs“ in Panik geraten und für selbstmörderische Ziele („Kohleausstieg“) streiken? Ich finde das alles sehr besorgniserregend und diesen erneuten Mißbrauch von Kindern und Jugendlichen für eine (links-totalitäre) Ideologie ekelerregend und widerlich!
Als Vater eines 6-jährigen Sohnes sehe ich es als meine Pflicht an, mit allen Kräften und innerhalb meiner Möglichkeiten gegen diese Ideologie vorzugehen und mein Kind – und so viele andere wie möglich! – vor dieser Ideologie zu beschützen – z. B. durch Boykott von Firmen, die solches unterstützen und Öffentlichmachen solcher Verhaltensweisen.

Sie haben mich gefragt – ich habe geantwortet. Tun Sie einfach, was Ihre Aufgabe im Gemeinwesen ist: Stellen Sie hochwertiges und gesundes Mineralwasser her, machen Sie gute Umsätze und Gewinne, seien Sie ein fürsorglicher und gerechter Arbeitgeber und zahlen Sie ihre Steuern.

Halten Sie sich einfach aus Ideologie und „Weltrettungs“-bestrebungen heraus. Solches ist in diesem Lande schon mehrmals gründlich schiefgegangen. Ich befürchte – wie ich finde mit guten Gründen – daß es auch diesmal mit fürchterlichen Folgen für alle schiefgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Klaus Rocholl