Ulli Kulke: Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Am 2. Dezember 2016 hielt Sebastian Lüning einen Vortrag zur Mittelalterlichen Wärmeperiode auf der Contre-COP22 in Paris. Interessierte Leser können die Vortragsfolien (auf französisch und englisch hier anfordern). Einen Tagungsbericht gibt es auf contrepoints.org. Mehrere Medien berichteten über die Veranstaltung (z.B. francetvinfo.fr und liberation.fr). Das Vortragsprogramm war abwechslungsreich und niveauvoll. Eine verstärkte Zusammenarbeit der einzelnen klimarealistischen Gruppen in Europa und international ist auf jeden Fall sinnvoll.

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Lust sich mal wieder so richtig aufzuregen? Dann wäre diese Veranstaltung der Universiät Hamburg am 12. Dezember 2016 sicher etwas für Sie:

12.12.2016, 18-20 Uhr – Hauptgebäude, Hörsaal B
Die Medien und die „Klimalüge“. Eine Geschichte ohne Ende
Prof. Dr. Michael Brüggemann, Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Principal Investigator im Exzellenzcluster CliSAP, Universität Hamburg

Aber vielleicht wird es ja ganz interessant. Wir hatten bereits 2013 über die Forschung von Michael Brüggemann und Kollegen an dieser Stelle berichtet.

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Dürre in Bolivien. Mitschuld hat laut Tagesschau vom 21. November 2016 auf jeden Fall der Klimawandel:

Bolivien leidet unter der schwersten Dürre seit 25 Jahren, zudem war 2016 das heißeste Jahr in dem Andenstaat seit hundert Jahren. Fehlplanungen verschärften die Krise, die durch den Klimawandel und das Wetterphänomen El Niño hervorgerufen wurde. Anfang des Jahres war Boliviens zweitgrößter See, der Lago Poopó, komplett ausgetrocknet. Seit zwei Wochen herrscht eine Dürre, die zu Wasserknappheit in sieben der zehn größten Städte des Landes führte.

Schwersten Dürre seit 25 Jahren? Dann gab es also vor 25 Jahren eine Dürre, die eine ähnliche Dimension erreichte. War damals auch schon der Klimawandel beteiligt? Wie sieht es mit Dürren aus vorindustrieller Zeit aus? Gibt es ungewöhnliche Dürretrends, die im Kontext der letzten Jahrtausende einen bedeutenden anthropogenen Einfluss anzeigen? War Lago Poopó früher noch nie ausgetrocknet? Fragen über Fragen. Leider keine Antworten von der Tagesschau.

Leser des Kalte-Sonne-Blogs kennen das Thema bereits aus einer Anfrage, die wir im Februar 2016 an den SRF gestellt haben. Eine Antwort erhielten wir leider nicht. Hier die Fakten: Ähnliche Austrocknungsereignisse hat es im Lago Poopó bereits in der Vergangenheit mehrfach gegeben. Zolá & Bengtsson 2006 dokumentierten, dass der See bereits 1994-1997, in den frühen 1940er und den frühen 1970er Jahren trocken fiel:

Today the maximum water depth of Lake Poopó may vary by 2–3 m from the state that the lake is dry. The lake may be considered a terminal lake. It rarely spills over. The last event of this kind occurred in 1986, and there is no evidence that it has occurred in the previous 80 years. Therefore salt accumulates in the lake. At the outlet sill level, the lake area is about 3000 km2. The outlet, when there is any flow, is the Laka Jawira River. The lake was dry between 1994 and 1997 and, according to local people, also dry or nearly dry in the early 1940s and in the early 1970s.

http://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.1623/hysj.51.1.98

Auf Wikipedia heißt es zudem, dass eine kontinuierliche Wasserfüllung des Sees eher eine Ausnahme als den Normalfall darstellt:

The time period between 1975 and 1992 is the longest period in recent times with a continuous existence of a water body.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lake_Poop%C3%B3#Lake_dynamics

Überhaupt kamen und gingen die Dürren in Südamerika auch in vorindustrieller Zeit munter ein und aus. Siehe unseren Blogbeitrag “Früher war nicht alles besser: Neues aus der südamerikanischen Dürreforschung

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Ulli Kulke am 24. November 2016 über einen bizarren Fall:

Jetzt soll ein Landgericht über den Klimawandel richten

Eine deutsche Solidaritätsgruppe lässt einen peruanischen Bauern RWE verklagen. Wegen des CO2-Ausstoßes.

Vor dem Landgericht Essen soll eine neue Weltordnung geschaffen werden. Ob sich die beiden Richter, die dies entscheiden sollen, darüber im Klaren sind?

Ein Peruanischer Bauer klagt gegen den Energieriesen RWE auf Schadenersatz. Die Begründung: Der Konzern sei wegen seiner CO2-Emissionen – vermittelt über die Erderwärmung – daran mitschuldig, dass ein Gletscher, unter dem der Landwirt wohnt und seinen Acker bewirtschaftet, schmilzt, und das Schmelzwasser seine berufliche Existenz gefährde. Dafür soll das deutsche Unternehmen jetzt zahlen, an die Gemeinde jenes Bauern.

Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Der Gedanke ist wohl nicht abwegig, dass dabei die deutsche Umwelt- und Drittweltorganisation Germanwatch eine gewisse Rolle spielte. Sie unterstützt den Bauer bei seiner Klage logistisch und finanziell. Hätte die Klage Erfolg, stünden die Klimaaktivisten dort, wo sie hin wollen: Es bahnte sich eine der größten Umverteilungen der Geschichte an, die Welt wäre sauber eingeteilt im Klimatäter und Klimaopfer, gerichtlich besiegelt.

Doch so weit ist es noch nicht. Zeugen und Sachverständige sind nicht geladen, wie man den Medien entnehmen kann. Sollte dies nicht das Indiz fürs Naheliegend sein, dass nämlich die Klage im Ansatz gleich als unbegründet abgewiesen wird, dann dürfte auf den Schultern der Juristen im Landgericht eine erdrückend hohe intellektuelle Last liegen. Sie müssten Fragen beantworten, an denen tausende Wissenschaftler des Weltklimarates und seines Umfeldes nach wie vor knapsen, denn so einfach ist es nicht mit der Zuordnung. Es ist nicht mal geklärt, wie groß die Rolle des Kohlendioxids bei der Erderwärmung ist, die Unsicherheit ist nach wie vor groß. Ganz abgesehen von den Auswirkungen des CO2 auf die Gletschermelze, bei der es ja nicht nur um globale Temperaturen geht, sondern auch um Niederschläge, um Luftströmungen und die Großwetterlage. Warum sonst wachsen heute manche Gletscher, nicht nur im Himalaja? Auch in Peru übrigens. Siehe hierzu auch diesen Link.

Vielleicht haben ja Germanwatch und der Bauer die geforderte Geldsumme deshalb so gering angesetzt, auf 17.000 Euro. Quasi als Angebot an die Richter, es nicht so hoch zu hängen, nach der Devise, schaut mal, diese paar Kröten kann der Riesenkonzern ja wohl blechen – und schon wäre die Klimafolgendiskussion aktenkundig geklärt. Samt Schuld und Sühne. Die Erderwärmung, ein justiziables Verbrechen gegen die Menschheit. So soll es sein. Ach ja?

Weiterlesen auf Donner + Doria.

 

Solares Paradoxon Deutschlands Teil III – Trickreiche Skalierungseffekte

Im November 2016 erschien auf EIKE ein interessanter Beitrag von Steven Michelbach zum Solaren Paradoxon Deutschlands, Teil III. Das pdf finden Sie hier. Hier ein Auszug:

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Solares Paradoxon Deutschlands Teil III

Von Steven Michelbach

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Trickreiche Skalierungseffekte

Bei der graphischen Darstellung von Daten kann allein über die Wahl der Skalierung eine extrem dramatische oder eher unbedeutende Wirkung erzielt werden, je nach dem, welchen psychologischen Effekt man erzielen möchte. Es ist daher immer ratsam, vermeintlich abhängige Datenmengen in einem ersten Schritt zunächst aus dem Blickwinkel des Nullwertes zu betrachten.

Abbildung 1 zeigt dazu den Verlauf der Jahresmitteltemperatur Deutschlands seit 1761, die Entwicklung der Sonnenaktivität ebenfalls seit 1761 und den Anstieg der globalen CO2-Konzentration seit 1830. Die Konzentration des CO2 steigt ab 1830 leicht, ab Mitte des 20. Jahr­hunderts dann markant an. Trägt man die Temperatur ebenfalls über dem absoluten Nullwert auf, dann kann man überraschenderweise kaum einen Anstieg erkennen. Der wahre Nullpunkt der Temperatur ist eben Null Kelvin und nicht Null Grad Celsius. Die deutsche Mitteltemperatur beträgt deshalb ca. 281 K. Abweichungen von ±1 K entsprechend ±1 °C entsprechen dann geringen ±0,36% vom Mittelwert. Auch ein Anstieg der Sonnenaktivität ist in Abbildung 1 kaum zu erkennen.

Wie die Anhänger des vom Menschen verursachten Klimawandels (AGW)  postulieren, ist der Anstieg der Sonnen­aktiviät so vernach­lässigbar gering, dass nur das CO2 die Ursache des Klimawandels der letzten Jahrzehnte sein kann. Wie könnte ein kaum erkennbarer Anstieg der Sonnenaktivität jemals das Klima in allen Regionen der Erde beeinflussen? Ist die Sonne aber tatsächlich wirkungslos?

Abbildung 1: Die langjährige Entwicklung der Jahresmitteltemperatur Deutschlands, der Solarstrahlung und des Kohlenstoffdioxids bezogen auf den jeweiligen Nullwert

Beim Blick auf die drei Messgrößen in Abbildung 1, gerät man in Zweifel. Verschiedenen Personen wurde diese Graphik vorgelegt. Spontan entschieden sich alle für die “orange­far­bene“ und die „blaue“ Kurve. „Diese beiden hängen doch miteinander zusammen!“, so ihre Interpretation. Ein Einfluss des CO2 auf die Temperatur erscheint nach der spontanen Beurteilung von „Laien“ dagegen kaum wahrscheinlich zu sein.

 

Die Frage des Klimatrends

Den nächsten Hinweis zur Abhängigkeit der drei Messgrößen erhält man aus den Steigungen ihrer Trendgeraden. Die Trendgerade der Sonnenaktivität hat ab 1761 eine Steigung von 0,0066. Die Steigung des Temperaturtrends hat die gleiche Größenordnung und ist mit 0,0057 nur geringfügig schwächer. Es wird festgestellt: Die Sonnenaktivität ist im langjährigen Trend etwas stärker angestiegen als die Jahresmitteltemperatur Deutschlands!

Beim CO2 dagegen hat die Trendgerade über den Betrachtungszeitraum von 1830 bis 2010 eine Steigung von 0,4939, das ist 88-fache(!) des Temperaturtrends. Im Zeitraum ab 1950 erhöht sich die Steigung des CO2-Trends nochmals enorm. Wenn CO2 schon früher ein wichtiger Klimaparameter gewesen wäre, dann müsste doch mit diesem vermeintlich „gravierenden“ Anstieg seiner Konzentration auch die Temperatur deutlich und wahrhaft zerstörerisch nach oben abdriften. Wie man beruhigend sieht, ist bei dieser realistischen Darstellung eine Wirkung des CO2 auf die Temperatur nicht zu sehen!

Mit der Wahl einer sehr engen Skalierung, erkennt man, dass seit 1761 tatsächlich ein Anstieg der Temperatur erfolgte, siehe Abbildung 2. Es ist unzweifelhaft, dass über 250 Jahre die mittlere Temperatur Deutschlands angestiegen ist. Dem allgemeinen Temperaturanstieg, insbesondere der „Klimaerwärmung“ im 20. Jahrhundert, wurde von Realisten der Klimaforschung ja nie widersprochen. Allerdings bei der Frage nach der Ursache driftet die Diskussion weit auseinander.

In Abbildung 2 ist auch die Entwicklung der Sonnenaktivität aufgetragen. Es ist gut zu erkennen, dass der langfristige Anstieg der Temperatur von einem langfristigen Anstieg der Sonnenaktivität begleitet wird. Der Trend der Solarstrahlung hat eine Steigung von 0,0066, derjenige der Temperatur 0,0057. Natürlich zeigen beide Variablen ihre eigene „Mikrodynamik“, ihre langfristige Entwicklung verläuft aber eindeutig mit ähnlicher Steigung nach oben. Die Sonnenaktivität ist dabei etwas stärker angestiegen als die Temperatur. Dies ist zu erwarten, da ja die Temperatur der Erde und hier von Deutschland zweifelsfrei von der Strahlungsaktivität der Sonne abhängt, und nicht umgekehrt. Dreht man im Winter die Heizung nur ein bestimmtes Maß auf, erwartet man ja auch eine bestimmte Temperatur­erhöhung, auch wenn es nur ein „kleines bisschen“ wäre! Offenkundig hängt langfristig die Temperatur in Deutschland doch vom Einfluss der Sonne ab!

Abbildung 2: Einfluss der ansteigenden Sonnenaktivität auf die Entwicklung der Jahresmitteltemperatur Deutschlands

 

Die vollständige Version von Steven Michelbachs Artikel ist auf EIKE erschienen (pdf hier).

Hinweis: In der Bewertung der CO2-Klimasensitivität unterscheiden sich die Ansichten von Steven Michelbach und des Kalte-Sonne-Teams. Unabhängig davon ist Michelbachs Ausführung zu Skalierungseffekten ein wichtiger Gesichtspunkt, der stärkere Beachtung verdient. Beiträge mit Autorennennung spiegeln die Ansicht des jeweiligen Autors wider, die nicht unbedingt derjenigen des Blogteam entspricht. Das KS-Blog stellt sich als Forum für den Gedankenaustausch zum Klimawandel zur Verfügung. Kritik und Lob ist erwünscht und wird an den jeweiligen Autoren weitergegeben. Kontaktmöglichkeit hier.

 

Leseempfehlung für politische Entscheidungsträger: Spektrum der Wissenschaft mit wegweisendem Artikel zu Starkregen und Extremwetter

Ein Lob an Spektrum der Wissenschaft und die Autorin Martina Preiner, die sich am 9. September 2016 um eine realistische Sichtweise von Starkregen, Überflutungen und Unwetter im Zuge des Klimawandels verdient gemacht haben:

Ist der Klimawandel schuld an Flut und Unwetter?
Angeblich werden Starkregenereignisse und andere extreme Wetterlagen auch in unseren Gefilden immer häufiger - und verantwortlich ist der Klimawandel. Aber stützen Daten und Zahlen diesen Anschein überhaupt?

Es ist am Ende dieses Sommers eine kollektiv empfundene Wahrheit: mehr Starkregen, ausgewachsene Unwetter, mehr Flutereignisse – und in anderen Jahren nur Dürre, wie 2015. Schuld daran seien wir selbst. Aber macht man sich auf, diesen Anschein mit Fakten und handfesten Belegen zu untermauern, wird es schwer. Denn tatsächlich scheint es zu wenige ernst zu nehmende Zahlen zu geben, die den kausalen Zusammenhang von gefühltem Wetter und Klimawandel bestätigen könnten: Selbst geeignete Messungen liefen zu kurz, waren nicht präzise genug oder wurden von einer zu geringen Zahl von Messstationen erhoben.

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2014 wertete der DWD die Niederschlagssummen der Stationen von 1951 bis 2006 aus – nach der Auftrittshäufigkeit seltener Ereignisse, die durch Schwellenwerte, zum Beispiel eine Menge von mehr als 30 Millimetern pro Tag, festgelegt wurden. Für die Frequenz hoher Winterniederschläge ergab sich letztlich eine Zunahme von 25 Prozent. Doch für den Sommer konnten praktisch keine Trends ermittelt werden: “Die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind sehr groß”, erklärt Paul Becker. “Man könnte sicherlich innerhalb eines Fensters von fünf oder zehn Jahren einen Anstieg- oder Abnahmetrend generieren, aber das wäre überhaupt nicht aussagekräftig.”

[...]

Bei den Ereignissen in Süddeutschland ist die Beweislage dagegen nicht schlüssig. “Generell ist es schwierig, unsere Ergebnisse für die Öffentlichkeit in konkrete Zahlen zu packen. Wir können im besten Fall sagen, dass wir zu 90 Prozent sicher sind, dass bestimmte Ereignisse heute zwei- bis fünfmal wahrscheinlicher sind als zum Beispiel vor 50 Jahren”, so Marten van Aalst. Reto Knutti hingegen meint, es sei generell absurd, für ein einzelnes Ereignis bestimmen zu wollen, ob es mit dem Klimawandel zusammenhängt: “Das wäre so, als ob man aus der Information ‘Alkohol kann zu Herzkrankheiten führen’ schließt, dass ein Mensch, der an einem Herzinfarkt stirbt, zwangsläufig Alkoholiker war.”

Klimawandel ist da, aber nicht alles muss immer darauf hindeuten

Sicher ist: Hier geht es nicht darum, ob der Klimawandel real ist oder nicht – denn das ist für alle ernst zu nehmenden Experten unumstritten. Es ist auch relativ klar, dass er Auswirkungen auf das Wetter hat und haben wird. Aber bei jedem schlimmen Wetter mit der Klimawandelflagge zu wedeln, ist auch verkehrt. Und weil für bestimmte Statistiken einfach noch nicht ausreichend viele Daten angesammelt werden konnten, heißt das umgekehrt nicht, dass man sich nicht so anstellen soll, weil es “schließlich schon immer extremes Wetter gegeben hat”. Klima und Wetter sind zu komplex, um einfache Rückschlüsse zu ziehen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf spektrum.de.

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Professor Walter Krämer von der TU Dortmund berichtet regelmäßig über die Unstatistik des Monats. Am 7. Oktober 2016 kürte er in der Recklinghäuser Zeitung eine suggestive Klima-Umfrage zum Preisträger des Monats (via EIKE):

Wenn die Antwort vorher feststeht: „Unstatistik des Monats“ für suggestive Klima-Umfrage / „Häufigste Sünde ist die Manipulation
Deutschland soll mehr für seine Rolle als Klimaschutz-Vorreiter tun, alle Kohlekraftwerke sollen so schnell wie möglich abgeschaltet werden – das fordert eine Mehrheit der Deutschen, wenn man einer aktuellen Umfrage glauben darf. Doch Walter Krämer warnt: „Bei den suggestiven Fragestellungen dieser Umfrage konnten gar keine anderen Ergebnisse herauskommen. “Grund genug für den Statistik-Professor der Universität Dortmund, die Umfrage mit dem Negativ-Titel „Unstatistik des Monats “zu „ehren“.

Weiterlesen in der Recklinghäuser Zeitung.

 

Studie: Jeder Zweite heizt weniger aus Kostengründen

Trotz Billigöl bleibt Energie in Deutschland ein Hauptkostenfaktor, woran die Energiewende nicht ganz unschuldig ist. TopTarif.de berichtete am 13. Oktober 2016 im Rahmen einer Pressemitteilung über den Kostendruck für deutsche Haushalte:

Studie: Jeder Zweite heizt weniger aus Kostengründen

Berlin, den 13. Oktober 2016 – Die Heizsaison hat begonnen, doch für rund 55 Prozent der deutschen Eigenheimbesitzer bleibt die Heizung vermutlich vorerst kalt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie im Auftrag des Vergleichsportals TopTarif (www.toptarif.de) und Thermondo. Etwa jeder zweite Befragte (47 Prozent) gab an, das Heizen so lange wie möglich hinauszögern zu wollen – 8 Prozent wollen sogar erst heizen, wenn es draußen bitterkalt ist.

Die ideale Raumtemperatur führt zu Streitigkeiten

In jedem dritten Haushalt (38 Prozent) war die richtige Raumtemperatur schon einmal Streitthema. Frauen mögen es bekanntermaßen wärmer als Männer. Das bestätigt auch die Studie: Tendenziell liegt die Wohlfühltemperatur der weiblichen Befragten höher als die der Männer – besonders ab 23 Grad Raumtemperatur. Geschlechterübergreifend fühlt sich die Mehrheit (64 Prozent) zwischen 20 und 22,5 Grad am wohlsten. Rund ein Viertel mag es noch wärmer: 23 bis 25,5 Grad. Einig sind sich die Geschlechter in allen Altersgruppen dagegen bei den Ausgaben. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) gaben an, ihr Heizverhalten aus Kostengründen einzuschränken. Darunter sind nahezu gleich viele Haushalte mit und ohne Kinder. „Die Kosten spielen für Verbraucher eine wichtige Rolle. Doch am Markt zeichnen sich gerade deutliche Preisdifferenzen ab – davon können Verbraucher profitieren. Wer die Unterschiede für sich nutzt, geht deutlich entspannter in die Heizsaison“, sagt Dr. Arnd Schröder, Geschäftsführer von TopTarif.

49 Prozent Preisunterschied bei Gasversorgern

Dreiviertel der Befragten beheizen ihr Eigenheimen mit einer Gas- (49 Prozent) oder Ölheizung (24 Prozent). Dabei profitieren Verbraucher mit einem Heizöltank von dem starken Ölpreisverfall der vergangenen zwei Jahre. Auch wenn der Preis für leichtes Heizöl in Deutschland in der ersten Jahreshälfte wieder leicht angestiegen ist, liegt der durchschnittliche Heizölpreis (38,85 Euro/hl)* noch deutlich unter dem vom Vorjahr (51,58 Euro/hl)*.

Die Preisunterschiede auf dem Gasmarkt sind aktuell so groß wie lange nicht mehr: Eine Familie mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas bezahlt im teuren Grundversorgungstarif derzeit durchschnittlich 1.448 Euro pro Jahr. Das günstigste Angebot kostet hingegen nur 739 Euro jährlich. Der Preisunterschied beträgt 49 Prozent – das entspricht einer jährlichen Entlastung von 709 Euro.

* Statistisches Bundesamt, Daten zur Energiepreisentwicklung

Über die Studie:

Die repräsentative Studie wurde vom Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie. im Auftrag von TopTarif und Thermondo durchgeführt. Insgesamt wurden 1.037 Eigenheimbesitzer in Deutschland im Alter von 20 bis 69 Jahren zu Heizungstechniken und ihrem Heizverhalten befragt. Die Online-Erhebung fand im Zeitraum vom 24. bis zum 30. August 2016 statt.

Mehr Informationen zur Studie: http://www.toptarif.de/wissen/heizen/

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Die Klimakatastrophe ist nicht der erste Wissenschaftsirrtum in der Geschichte. Der Astrophysiker Mario Livio hat in einem Vortrag die tollsten “Dinger” vorgestellt. Fazit: Jede Zeit hatte ihren eigenen Wissenschaftsfehlschlag. Zum Vortrag geht es hier (via WUWT).

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Im September 2016 erschien das Buch “Vom Klimawandel zur Energiewende: Eine umfassende Prüfung der zugrundeliegenden Annahmen” von Klaus-Peter Dahm. Aus der Beschreibung:

Der heutige Klimawandel ist eine Tatsache. Aber wird dieser Klimawandel wirklich durch uns Menschen verursacht? Das Klima ändert sich ja nicht erst heute, sondern Klimaschwankungen – z. T. deutlich stärker und auch schneller als heute – existieren schon seit mindestens 2.300 Millionen Jahren. Der Autor Dr. sc. nat. Klaus-Peter Dahm, der die Diskussion um den Klimawandel schon seit 2008 intensiv verfolgt, prüft das Modell von der menschlich verursachten globalen Erwärmung auf streng wissenschaftlicher Basis nach dem heute üblichen Verfahren der Falsifikation und kommt zu überraschenden Ergebnissen.

Im zweiten Teil geht der Autor auf die Energiewende in Deutschland ein und unterzieht auch hier die zugrundeliegenden Annahmen einer intensiven wissenschaftlichen Prüfung. Das Ergebnis ist wenig schmeichelhaft für unsere Energiepolitik. Wer sich kritisch mit der Thematik “Klima und Energie” auseinandersetzen möchte und nach einer sachlichen und klaren Analyse dieser komplizierten Materie sucht, wird sie in diesem Buch finden. Es ist auch für den Laien verständlich, aber mit dem notwendigen wissenschaftlichen Anspruch geschrieben. Die Recherche beruht auf zahlreichen seriösen Quellen, welche nach jedem Kapitel angegeben werden. Insgesamt 69 Abbildungen, davon 30 farbig, und 7 Tabellen erleichtern das Verständnis des Textes.

Der Autor ist Geochemiker und Rohstoffexperte. Nach der Wende war er 10 Jahre als kommunaler Spitzenbeamter tätig. 2015 ist von Dr. Klaus-Peter Dahm, zusammen mit Prof. Wolfgang Merbach und Dr. Detlef Laves erschienen: “Der heutige Klimawandel – eine kritische Analyse des Modells von der menschlich verursachten globalen Erwärmung”.

 

 

DLR: Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre verstärkt Photosynthese um ein Drittel

Gute Nachrichten aus der Pflanzenwelt. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der University of Exeter haben nun berechnet, dass eine Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre eine Verstärkung der Pflanzen-Photosynthese um ein Drittel hervorruft. Hier die Pressemitteilung der University of Exter vom 30. September 2016:

Future increase in plant photosynthesis revealed by seasonal carbon dioxide cycle

Doubling of the carbon dioxide concentration will cause global plant photosynthesis to increase by about one third, according to a paper published in the journal Nature

The study has relevance for the health of the biosphere because photosynthesis provides the primary food-source for animal life, but it also has great relevance for future climate change. Vegetation and soil are currently slowing down global warming by absorbing about a quarter of human emissions of carbon dioxide. This land carbon sink is believed to be in part due to increases in photosynthesis. It is widely accepted that plant photosynthesis will increase with carbon dioxide, so long as nutrients, such as nitrogen and phosphorus, are not limiting. Global Earth System Models (ESMs) all predict that global photosynthesis will increase with carbon dioxide, but they differ by a factor of three in the size of this ‘CO2 fertilization’.

The authors of the Nature study, which are based at DLR in Germany and the University of Exeter in the UK, have discovered that the size of the CO2 fertilization is revealed by how the seasonal cycle in carbon dioxide concentration varies in the atmosphere. Lead author of the study, Sabrina Wenzel of DLR explains: “the carbon dioxide concentrations measured for many decades on Hawaii and in Alaska show characteristic cycles, with lower values in the summer when strong photosynthesis causes plants to absorb CO2, and higher-values in the winter when photosynthesis stops. The peak-to-trough amplitude of the seasonal cycle therefore depends on the strength of the summer photosynthesis and the length of the growing season”.

The measurements made on Hawaii and in Alaska show an increasing amplitude of the seasonal cycle, but what does this mean for the future? The Wenzel et al. study answers that question, by showing a link between the increase in CO2 amplitude that a model simulates and the CO2-fertilization that it predicts. This in turn means that the observed increase in the CO2 amplitude can be converted into a much improved estimate of the CO2-fertilization, which the authors call an Emergent Constraint. Co-author Professor Peter Cox, of the University of Exeter, summarises the consequences of the study: “despite nutrient limitations in some regions, our study indicates that CO2-fertilization of photosynthesis is currently playing a major role in the global land carbon sink. “This means that we should expect the land carbon sink to decline significantly when we begin to stabilize CO2”.

Und hier die Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom 29. September 2016:

Klimaforschung: Studie berechnet den Einfluss von steigendem CO2 auf die Pflanzen-Photosynthese

Pflanzenwelt und Erdreich verlangsamen derzeit die globale Erwärmung, indem sie rund ein Viertel der vom Menschen verursachten Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aufnehmen. Diese Kohlenstoffsenke wird teilweise auf die zunehmende Photosyntheserate zurückgeführt. Eine neue Studie im Journal Nature zeigt: Bei einer Verdopplung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre, nimmt die Effektivität der Pflanzen Kohlenstoff über Photosynthese aufzunehmen um etwa ein Drittel zu. Dies haben Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität von Exeter aus Großbritannien im Rahmen des von der EU geförderten KooperationsprojektsCRESCENDO(Coordinated Research in Earth Systems and Climate: Experiments, Knowledge, Dissemination and Outreach) herausgefunden.

Bekannt ist, dass der vom Menschen verursachte CO2-Anstieg einen “Düngungseffekt” bewirkt und die Photosyntheserate der Pflanzen damit zunimmt, solange es keinen Nährstoffmangel gibt. Globale Erdsystemmodelle stimmen darin überein, dass die globale Photosynthese mit steigendem CO2 zunimmt. Allerdings unterscheiden sich die Modelle um einen Faktor drei in der Berechnung der Größenordnung dieses CO2-Düngungseffekts. In der aktuellen Studie zeigen die Wissenschaftler nun, dass die Größenordnung des CO2-Düngungseffekts aus dem Jahresverlauf der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre abgeleitet werden kann. Damit sind deutlich verbesserte Abschätzungen möglich.

Langjährige CO2-Messungen auf Hawaii und in Alaska zeigen charakteristische saisonale Zyklen: Im Sommer, wenn die Pflanzen durch Photosynthese Kohlenstoff speichern, ist der CO2-Gehalt in der Atmosphäre geringer. In Winter kommt die Photosynthese zum Stillstand und beim Verfall von Blättern und Pflanzen setzt die Vegetation ihre Kohlenstoffspeicher wieder frei. Daraus folgt, dass die Schwankung der CO2-Konzentration innerhalb eines Jahres abhängig ist von der Stärke der Photosynthese im Sommer und von der Dauer der Wachstumsphasen der Pflanzen.

Die Messungen in Alaska und auf Hawai zeigen eine immer größere jahreszeitliche Schwankung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre – aber was kann daraus für die Zukunft abgeleitet werden? Hauptautorin Dr. Sabrina Wenzel vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen erklärt: “Unsere Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen dem von Modellen simulierten Anstieg der Amplitude im CO2-Jahresgang und dem vorhergesagten Düngungseffekt. Aus dem beobachteten Anstieg  kann wiederum der Effekt der CO2-Düngung sehr viel präziser abgeleitet werden als bisher. Diese Methode ist bekannt als Emergent Constraints.”

“Trotz Nährstoffmangels der Pflanzen in einigen Regionen der Erde zeigt die Studie, dass die CO2-Düngung der Photosynthese zur Zeit eine sehr wichtige Rolle für die globale Kohlenstoffsenke spielt. Dies bedeutet, dass CO2-Emissionen noch stärker reduziert werden müssen, da wir erwarten können, dass die terrestrische Kohlenstoffsenke mit Beginn der angestrebten Stabilisierung der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre abnimmt”, fasst Koautor Prof. Peter Cox von der Universität Exeter zusammen.

Neben ihrer wichtigen Rolle im Klimasystem stellt Photosynthese mit der Produktion von Biomasse zudem die Nahrungsgrundlage aller Lebewesen sicher. So liefert die Studie nicht nur für die Herausforderungen des Klimawandels wichtige Erkenntnisse, sondern hat auch große Relevanz für das globale Ökosystem.

Das im Nature Magazin erschienene Paper „Projected land photosynthesis constrained by changes in the seasonal cycle of atmospheric CO2” (10.1038/nature19772, 2016) wurde von Sabrina Wenzel (DLR), Peter Cox (University of Exeter), Veronika Eyering (DLR) und Pierre Friedlingstein (University of Exeter) verfasst.

Interessant ist der überraschend negative Spin am Ende der DLR-Meldung. Die deutschsprachige Presse interessierte sich für die Studie nicht. Schweigen im Walde.

 

Nachweis: Die Sonne kann unser Klima sehr wohl beeinflussen, denn sie hat es schon immer getan

Von Uli Weber

Zusammenfassung einer englischsprachigen Veröffentlichung von Uli Weber über den Zusammenhang zwischen Erdalbedo und paläoklimatische Zyklen. Dieser Artikel ist im Original in den Mitteilungen der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft Nr.3/2015 unter dem Titel “An Albedo Approach to Paleoclimate Cycles” erschienen und zu finden auf dgg-online.de (pdf hier).

Ein Einfluss unserer Sonne auf die aktuelle Klimaentwicklung unserer Erde wird von den politischen Klimawissenschaften rigoros abgelehnt. Folgerichtig werden auch die unterschiedlichen Variationen der Sonneneinstrahlung in den Computermodellen der Klimaforschung nicht abgebildet. Obwohl für paläoklimatische Temperaturproxies und die orbitalen Schwankungen der Erdumlaufbahn (Milanković-Zyklen) vergleichbare Frequenzspektren nachgewiesen sind, ignoriert man in den politischen Klimawissenschaften den natürlichen Paläo-Klimaantrieb unserer Erde und versteift sich dort weiterhin auf die alleinige Klimawirksamkeit des anthropogenen CO2-Ausstosses.

Paläoklimatische Zyklen: Die aus den Vostok-Eiskernen abgeleiteten Temperaturproxies [1] schwanken zwischen +3,23 und -9,39° Celsius gegen die globale oberflächennahe Durchschnittstemperatur (NST) zum Zeitpunkt der Probennahme und sind in Abbildung 1 dargestellt.

 

Abbildung 1: Isochrone Interpolation der Temperaturproxies aus den Vostok-Daten [1]

 

Wenn man nun die Vostok-0°Celsius-Temperatur mit der aktuellen globalen Durchschnittstemperatur (NST) von 14,83° Celsius gleichsetzt, erhält man eine Variabilität der absoluten Vostok Proxytemperaturen zwischen 5,44° und 18,06° Celsius. Weder die natürlichen Schwankungen der Sonnenaktivität von etwa 0,1 % noch die geometrischen Veränderungen der Solarkonstanten durch die orbitalen Erdbahnzyklen mit ebenfalls 0,1 % Schwankung (Schwarz [2]) bieten eine Erklärung für den erforderlichen natürlichen Paläo-Klimaantrieb. Die natürlichen Energiequellen der Erde scheiden von vorn herein als Ursache aus, lediglich Vulkanausbrüche können für einige Jahrzehnte klimabestimmend sein.

Und die sogenannten klimaaktiven Gase Wasserdampf, CO2 und Methan sind passive Quellen, die an die effektive Sonneneinstrahlung gebunden sind. So hätte beispielsweise bei einer CO2-Klimasensitivität von 4,5 Grad pro Verdoppelung der gemessene atmosphärische CO2-Gehalt in den vergangenen 420.000 Jahren zwischen etwa 140 ppm und 560 ppm schwanken müssen, um die Variabilität der Vostok-Temperaturproxies damit erklären zu können; tatsächlich schwanken diese Werte aber zwischen etwa 180 und 300 ppm.

 

Klimasensitivität der Sonnenstrahlung: Douglas und Clader [3] geben die Klimasensitivität k der Sonneneinstrahlung aus eigenen Versuchen zu  DT/ DF = k = 0,11 +/- 0,02  [°Celsius / Wm-2]  an.

Damit ergibt sich für die Vostok-Temperaturproxies eine Schwankungsbreite der Sonneneinstrahlung von

DFV@NST = +29,36 [W/m²] und -85,36 [W/m²] um die globale NST von 14,83°Celsius

Dieser Betrag stimmt in etwa mit den Berechnungen von Lascar et al. [4] überein, die für 65°N / 120°E eine Schwankung der Sonneneinstrahlung von bis zu +/- 50 [W/m²] über orbitale Zyklen angeben. Aus der Solarkonstanten von 1.367 [W/m²] und der Albedo von Douglas und Clader [3] mit a = 0,3016 ergibt sich eine reflektierte/refraktierte Energiemenge von 412,29 [W/m²], die nicht zur Klimaentwicklung beiträgt. Daraus wiederum lässt sich ein Beitrag von 13,67 [W/m²] pro Prozent Albedo ermitteln und, umgerechnet auf die Extremwerte der absoluten Vostok-Temperaturproxies, eine Schwankungsbreite für die Albedo der Erde von:

F@amin    =  412,29  - 29,36  [W/m²]  =   382,93 [W/m²]  mit dem Albedo  amin0,2801

F@amax   =  412,29  + 85,36  [W/m²]  =  497,65 [W/m²]  mit dem  Albedo  amax = 0,3640

 
 

 

Abbildung 2: Die Varianz der Erdalbedo abgeleitet aus den Vostok Temperaturproxies [1]

 

Die orbitalen Milanković-Zyklen stellen die einzige bekannte unabhängige Zeitreihe dar, die mit ihrem Frequenzspektrum die Schwankungen der paläoklimatischen Temperaturproxies für die letzten 420.000 Jahre in etwa abbilden können. Die Albedo unserer Erde ist dagegen die einzige bekannte Variable, die über eine Beeinflussung des reflektierten Anteils der Sonnenstrahlung die dafür notwendigen Schwankungen des solaren Klimaantriebs verursachen kann. Die Schwankungen der Erdbahn (Milanković-Zyklen) verursachen eine langperiodische Variabilität der sommerlichen Sonneneinstrahlung von +/- 50 Watt pro Quadratmeter in mittleren geographischen Breiten (Lascar et al. [4]). Eine dadurch verursachte selbstverstärkende Albedoänderung der Erde zwischen -2,15% und +6,24 Prozent kann dann sehr wohl die Temperaturschwankungen der Eiszeitalter erklären, wie sie durch die vorliegenden Proxydaten nachgewiesen werden.

Es ist also überhaupt nicht einzusehen, dass die natürliche Abhängigkeit zwischen globaler Durchschnittstemperatur und Erdalbedo keinerlei Rolle für die aktuelle Klimaentwicklung spielen soll, zumal das aktuelle Schwinden von Gletschern und Eisfeldern ein ständig präsentes Thema des medialen Klimaalarms ist. Ein solcher Verlust von Gletschern und Eisfeldern reduziert aber unmittelbar die Albedo der Erde und führt damit zu einer verstärkten Wirkung der Sonneneinstrahlung, die wiederum unmittelbar die globale Durchschnittstemperatur erhöht – und zwar ganz ohne jegliche Beteiligung von CO2…   

 

Literatur

[1] Vostok ice-core data [NOAA]: Petit, J.R., et al., 2001, Vostok Ice Core Data for 420,000 Years. IGBP PAGES/World Data Center for Paleoclimatology Data Contribution Series #2001-076. NOAA/NGDC Paleoclimatology Program, Boulder CO, USA  – Letzter Zugriff am 4. April 2012

[2] Die Milankowitsch-Zyklen by Oliver Schwarz: Calculation of Changes in Solar Forcing from Orbital Variations of the Earth. http://www.physik.uni-siegen.de/didaktik/materialien_offen/milankowitsch.pdf Letzter Zugriff am 7. August 2013

[3] Douglas and Clader (2002): Climate sensitivity of the Earth to solar irradiance. GEOPHYSICAL RESEARCH LETTERS, VOL. 29, NO. 16, 10.1029/2002GL015345, 2002 http://www.pas.rochester.edu/~douglass/papers/DouglassClader_GRL.pdf Letzter Zugriff am 7. August 2013

[4] Laskar et al.:  Orbital, precessional, and insolation from -20Myr to +10Myr. Astronomy & Astrophysics 270, 522-533 (1993) – Figure 5 ftp://ftp.cira.colostate.edu/ftp/Raschke/Book/Kidder/BOOK-CSU/Chapter%2010%20-%20Radiation-Budget/Lit-Insolatons/Laskar-AstrAph04-insolation.pdf  -  Letzter Zugriff am 7. August 2013

 

Record heat despite a cold sun – Discussion

By Sebastian Luening, Frank Bosse and Fritz Vahrenholt

Introduction

On 14th November 2016 Stefan Rahmstorf (“stefan”) of the Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) published on the climate blog Realclimate an article entitled „Record heat despite a cold sun”. In this article he discusses a temperature prognosis which we first published 2012 in the book “Die kalte Sonne”. An English translation of the book came out 2013 under the title “The Neglected Sun”. In his blog post, Stefan Rahmstorf attempts to demonstrate that the solar development does not match with the temperature evolution and hence has only a negligible effect on climate. Furthermore, he argues that our temperature prognosis has essentially failed.

First of all, it is good to see that our work is being considered by a prominent climate scientist and by this has re-entered the public climate debate. Nevertheless, we disagree with the conclusions drawn by Stefan Rahmstorf and would like to take the opportunity to comment on the issues raised in his article. To this end, we address the following points:

  • Is solar development really incompatible with temperature development?
  • Does it make sense to evaluate a prognosis only a few years after it was published?
  • How did we arrive at our prognosis and why do we think it will still be successful?
  • How likely are high climate sensitivity scenarios?

 

1) Is solar development really incompatible with temperature development?

In his starting figure, Stefan Rahmstorf shows the time evolution of global temperature, CO2 concentration and solar activity from 1950 onwards. Unfortunately, the first part of the 20th century is not shown which would have offered interesting insights into possible climate driving mechanisms. In Figure 1 we have extended the graph to 1900 and illustrate solar activity based on a total solar irradiance (TSI) reconstruction by Steinhilber et al. (2009) based on cosmogenic radionuclide 10Be measured in ice cores. The rapid warming of the first half of the 20th century coincides well with a steady increase in solar activity. Attribution of this warming therefore is not trivial as also CO2 increased contemporaneously.

In the 1960s and 70s temperatures dropped, corresponding with a fall in solar activity while CO2 continued to climb upwards. Recent research suggests that the negative phase of 60 year ocean cycles may have been the main reason for this colder interval (Gervais, 2016; Meehl et al., 2016; Tung and Zhou, 2013). Solar activity picked up again in the 1980s/90s reaching some of the highest values, making the second half of the 20th century one of the most active solar periods of the past 10,000 years (Solanki et al., 2004).

Solar activity began to gradually decline in subsequent 11-year solar cycles in the 2000s and 2010s, as marked by the downward trend in the TSI curve by Steinhilber et al. (2009) (Fig. 1). Notably, the reduced solar activity roughly coincides with the so-called warming hiatus or slowdown that commenced around 1998. Again, ocean cycles may have played a major role in initially boosting and eventually terminating the phase of rapid warming that took place 1977-1998 (Meehl et al., 2016).

Due to the inertia of the climate system, time lags of a few decades with regards to external triggers have to be expected. The drop in solar activity during the early 21st century may therefore be only fully implemented in global temperatures in the coming years to decades, if solar activity plays a more important role than currently assumed by the IPCC. Stefan Rahmstorf’s solar representation misses the important ramp up to the exceptionally high solar plateau in the second half of the 20th century. Looking at the interval 1898 to 1997, solar activity (sensu Steinhilber et al. 2009) shows an even better (R=0.78) correlation with temperature than CO2 (R=0.75).

 

Figure 1: Time evolution of global temperature (GISS), CO2 concentration and solar activity (Steinhilber et al. 2009).

 

2) Does it make sense to evaluate a prognosis only a few years after it was published?

Climate change temperature prognoses refer to mid- and long-term developments, and do not intend to cover effects related to fast-paced El Nino, La Nina or volcanic events. It therefore does not make sense to evaluate a prognosis only four years after it was published, especially not during an El Nino year such as 2015/16. Apart from this, the temperature dataset chosen by Stefan Rahmstorf and its way of smoothing are debatable.

The GISS data have experienced repeated large administrative changes and therefore are considered by part of the climate research community as unstable (Fig. 2). Furthermore, Rahmstorf chooses averages over a 12 months period which unfortunately further emphasizes the El Nino peak. A better choice might have been monthly temperature data which by the time when Rahmstorf’s blog article went online in mid November 2014 had already returned down to values of the pre-El Nino temperature plateau. In terms of smoothing, a longer-term moving average would make better sense, e.g. 37 months, which helps to reduce some of the El Nino and La Nina short-term temperature effects. In the case of a 37 month smooth, the last smoothed data point is from mid 2015, shortening the reality-test interval of the prognosis down to merely three years.

Continue reading this article at WUWT (where it has been first published and where it can be commented on)

Universität Cardiff: Klimawandel hat kaum Einfluss auf die Häufigkeit von Erdrutschen

Im April 2015 brachte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. auf seiner Webseite einen Artikel, der offenbar mithilfe von Klimaangst Kunden werben sollte:

Klimawandel erhöht die Gefahr von Erdrutschen
Steter Tropfen höhlt den Stein: Der Klimawandel sorgt maßgeblich dafür, dass viele Berge längst nicht mehr so massiv sind, wie sie scheinen. Bröckelnde Berge werden immer mehr zu einer Gefahr für die Anwohner und deren Häuser. Auch Betriebe sollten die Erdrutschgefahr nicht unterschätzen.

In den europäischen Hochalpen fordert die Klimaerwärmung ihren Tribut: Durch die steigenden Temperaturen tauen die Permafrostgebiete nach und nach auf – und damit verschwindet das Eis, das als Kitt erheblich zur Stabilisierung von Bergflanken beiträgt. Die Felsen werden instabil, brüchig und Steinschläge lösen sich. Einer, der sich seit Jahrzehnten mit diesen Phänomenen beschäftigt, ist Johannes Feuerbach, Geologe und Geschäftsführer von Geo International Mainz. Er erforscht die Ursachen von Fels- und Erdrutschen und entwickelt Konzepte, die die Menschen schützen sollen. [...]

Nach einer “wissenschaftlichen” Gruseleinleitung, geht es dann zum Geldverdienen:

Ob Starkregen mit Erdrutsch, Schneedruck oder Lawinen – die zerstörerischen Elemente können erhebliche Sachschäden verursachen. „Nicht nur für Privatleute, auch für Unternehmen hat das schnell schwerwiegende wirtschaftliche Konsequenzen“, sagt Andreas Reinhold, Leiter Produktmanagement im Firmenkundengeschäft bei AXA. Doch es gibt Hilfe: Unternehmen können sich gegen Schäden an Gebäuden und deren Inhalt sowie den daraus resultierenden Betriebsunterbrechungen absichern. Das schließt auch die sogenannten Elementarschäden mit ein. [...]

Ein gutes Jahr später hat sich die Sachlage ein Stück weit gewendet. Eine Studie der Universität Cardiff fand nämlich, dass der Klimawandel wohl kaum einen Einfluss auf die Häufigkeit von Erdrutschen haben wird. Hier die Pressemitteilung vom 7. Oktober 2016:

Climate change to have ‘little effect’ on common landslides

New study suggests the frequency of landslides in storm-affected areas will not increase as a result of climate change

The frequency of common landslides is not likely to increase as a result of more rainstorms brought about by future climate change, new research from Cardiff University has shown. Experts at the School of Earth and Ocean Sciences have shown that while the frequency of rainstorms may increase by up to 10% according to climate change projections, this would produce a long-term increase in shallow landslide frequency of less than 0.5%. Shallow landslides are the most common type of landslide and are often caused by heavy rainfall. They occur through the collapse of soil, resulting in fast moving debris flows of rock and mud that present a very dangerous hazard to anything in their path.

The new findings, which have been published in the journal Scientific Reports, challenges current theories within the field which suggest that landslide activity could increase proportionally with increased rainfall. Instead, the research findings show that the triggering of landslides is much more dependent on the build-up of soil – otherwise known as colluvium – on steep hillslopes, as opposed to rainfall from storms. The research team arrived at their results by performing field investigations in the Southern Appalachian Mountains, specifically looking at how the time taken for soil to accumulate on hillslopes affected the landslide triggering rate. The team then used computer models to calculate how future landslide hazards may develop as a result of climate change.

According to the researchers, shallow landslides occur when soil slowly accumulates on a mountainside over a very long time period, from thousands to tens of thousands of years. During a storm, converging ground water flow and the infiltration of rain into the colluvium causes landslides to be triggered. It then takes thousands of years for soil to accumulate once again on the mountainside before a landslide can occur again, so an increase in the frequency of storms during this time would have little effect on the frequency of landslides.

Lead author of the study Dr Rob Parker, from Cardiff University’s School of Earth and Ocean Sciences, said: “Our results have shown that lots more storms result in very few extra landslides. Though observations tell us that heavy rainfall triggers landslides, it is the process of soil accumulation that happens in the thousands of years leading up to a landslide that can be really important in determining how often landslides occur. “Though we still expect shallow landslides to continue to be a major hazard in our future wetter climate, we do not expect the frequency of landslides to increase in proportion to the frequency of extreme precipitation events.

“Landslides pose a major hazard to life and infrastructure, affecting around 12% of the world’s population who live in mountain ranges,” Dr Parker continued. “In addition to the direct hazard they pose, landslides are the primary source of sediment in mountain ranges, with significant knock-on effects on river, floodplain and estuarine systems, as well as playing an important role in global biogeochemical cycles. “The consequences of landslides are therefore wide-reaching, so it’s vital that we get a better understanding of how they may evolve under future climate conditions.”

Zu unterscheiden sind sicher kalte Gebiet mit Permafrost (z.B. Alpen) und eisarme warm-feuchte Gebiete (südliche Appalachen). Trotzdem eine bemerkenswerte Studie. Wie hat die deutschsprachige Presse dieses wichtige neue Resultat aufgenommen? Keine Reaktion. Schweigen im Walde.

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Spannender Artikel von Uli Weber am 4. November 2016 auf Tichys Einblick:

Propaganda statt Wissenschaft: Hexenhammer Klimaglauben

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass sich Politikwissenschaft zunehmend auf das Marketing gesellschaftspolitischer Ideologien reduziert, dann ist das dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien vollständig gelungen.

Das Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien hat sich in höchstem Maße um die Klimareligion verdient gemacht. Hier wurde im Mäntelchen einer offenbar längst verloren gegangenen Wissenschaftlichkeit ein Hexenhammer veröffentlicht, der den deutschen „Klimaleugnern“ endlich die Maske vom Gesicht reissen soll. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes “IPW Working Paper No. 1/2013” vom Department of Political Science, Faculty of Social Sciences, University of Vienna.

Der Titel lautet:

„KLIMASKEPTIKER IN DEUTSCHLAND UND IHR KAMPF GEGEN DIE ENERGIEWENDE“.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Apropos Klimareligion. Alfred Brandenberger hat eine schöne Stoffsammlung dazu zusammengestellt, die hier abzurufen ist.

 

Jedes zweite Wildtier ist von der Erde verschwunden: Verdrängung, Jagd, Eintrag fremder Spezies, Krankheiten

In der Vergangenheit versuchte man alle Probleme mit einem Universalschuldigen zu erklären, dem CO2. Egal ob zu heißes, zu kaltes, zu nasses, zu trockenes Wetter, immer war es das CO2. Das ging soweit, dass man sich darüber aufregte, dass der Klimawandel die Gurken immer krummer werden lässt. Diese Zeiten scheinen vorbei. Man hat offenbar erkannt, dass man mit dem General-Sündenbock langfristig daneben liegt, nicht nachhaltig argumentiert. Die Erde ist halt doch komplizierter. Es ist erfrischend, wie jetzt der Realismus wieder allmählich einkehrt. Hier ein Beispiel aus der Welt vom 27. Oktober 2016:

Jedes zweite Wildtier ist von der Erde verschwunden
Klimaschutzabkommen unterzeichnet, Bioläden überall: Naturschutz klappt, sollte man meinen. Nun ergibt eine Studie: 60 Prozent der Wildtiere sind seit 1970 verschwunden. Der Grund ist erschreckend einfach.[...] Der von den Forschern dokumentierte Rückgang betrifft Säugetiere, Fische, Vögel, Amphibien und Reptilien. Parallel zum Verschwinden vieler Tiere hat sich die Zahl der Menschen seit 1960 auf 7,4 Milliarden verdoppelt.

Die Studienautoren nennen fünf wichtige Gründe für das Sinken der Tierzahlen: Der Mensch mache den Tieren den Lebensraum streitig. Er jage und fische zu viel. Er verschmutze den Lebensraum. Zudem würden Spezies in fremde Lebensräume eingeführt, wo sie großen Schaden anrichteten. Außerdem verbreiteten sich Krankheiten unter den Tieren.

Ganzen Artikel in der Welt lesen.

Die Welt hat es hier gut gemeistert, die Klimakatastrophe außen vor zu lassen. Wenn man allerdings in die Ursprungs-Pressemiteilung des WWF hineinschaut, so wimmelt es nur so von Klimaalarm, grausig. Das Positive: Die Presse beginnt mitzudenken und zu filtern.

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Interessante Lesetipps von Alfred Brandenberger zur Energiewende hier.

Ökologe: „Monokulturen sind schlimmer als der Klimawandel“

Was gibts Neues von der Energiewende? In der Schweiz hat man mittlerweile erkannt, dass die grünen Energieträger nicht unerheblich zur Landschaftszerstörung beitragen. SRF am 12. September 2016:

«Grünes» Energiegesetz provoziert Landschaftsschützer
Ein Artikel im neuen Energiegesetz provoziert ausgerechnet den Widerstand von Umweltverbänden. Landschaftsschützer befürchten, dass die Produktion von grünem Strom auf Kosten von Natur und Landschaft geht. Sie prüfen eine Volksinitiative zum Schutz von Schweizer Landschaftsperlen.

Weiterlesen beim SRF

In Australien kam es am 28. September 2016 zu einem Stromausfall als während eines Hagelsturms ein Großteil der Windkraftanlagen abgeschatet werden musste und daraufhin das Netz in sich zusammenbrach. Im offiziellen Bericht zum Vorfall heißt es (via WUWT):

“When you rely on the weather to generate electricity, and the weather turns bad, then you shouldn’t be surprised when your electricity system in turn cannot cope.” “While renewables may very well have a place in our future energy needs, their uncontrolled rollout, powered by federal and state government subsidies is starting to do Australia damage.”

Biotreibstoffe 2.0. Auch hier hat man erkannt, dass man nicht einfach so weitermachen kann wie bisher. Eine Studie von Harding und Kollegen vom 21. Oktober 2016 in den Geophysical Research Letters warnt vor einer exzessiven Umwidmung von landwirtschaftlicher Anbaufläche zur Nutzung für Biotreibstoff-Pflanzen. Im Zuge der steigenden Weltbevölkerung und des gesteigerten Nahrungsmittelbedarfs ist dieser Pfad wenig nachhaltig, zudem wird dadurch der lokale Wasserhaushalt signifikant verändert.

Auch in Deutschland haben die Biotreibstoffe einen Großteil ihres ehemaligen grünen Charms verspielt. Bericht auf szlz.de vom 9. Oktober 2016:

Der Rintelner Biologe Thomas Brandt leitet die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer:
„Monokulturen sind schlimmer als der Klimawandel“

Besuch bei dem Rintelner Biologen Thomas Brandt in der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer e. V. (ÖSSM). In der teilweise neu gestalteten Ausstellung der Schutzstation kann man jetzt ein gefiedertes Opfer einer Windkraftanlage besichtigen: ausgestopft. Ein Seeadlerweibchen, das 18 Junge ausgebrütet hat und elf Jahre alt geworden ist. Brandt weiß das so genau, weil der tote Vogel beringt war. Ein Jäger hat ihn in der Nähe einer Windkraftanlage gefunden. Der linke Flügel des Vogels war abgerissen.

Nachfrage: Sind Vögel eigentlich zu dumm, um die nicht gerade kleinen Rotoren einer Windkraftanlage zu erkennen? Nein sagt Brandt, das Problem liege woanders: Die Blattspitzen der Rotoren sind bei Windstärke 5 bis 6 bis zu 200 Stundenkilometer schnell. Da hat kein Vogel eine Chance. Im engen Wesertalkorridor bei Westendorf, wo Windräder geplant sind, schon gar nicht.

[...]

Was Brandt wie allen Biologen aktuell Sorgen macht, ist der rasante Wandel in der Landwirtschaft – konkret die Großtechnik und die Vermaisung der Landschaft. Biogasanlagen seien eigentlich eine gute Idee gewesen. Aber vielleicht, sagt Brandt, hätte man besser noch ein paar Jahre an der Technik forschen und sich die Konsequenzen überlegen sollen. Die Monokultur sei schlimmer als der Klimawandel, denn „die Folgen sehen wir unmittelbar“.

Brandt nennt ein Beispiel: Macht ein Bauer Silage, hat kein Frosch, keine Heuschrecke, kein Insekt eine Chance zu überleben. Auch die Vögel nicht, denn denen fehlen nicht nur Nistplätze, sondern damit auch das Futter. Es verschwinden Vögel, die früher ganz selbstverständlich da waren, wie Rauchschwalben und Feldlerchen, auch Kiebitze.

Ganzen Artikel auf szlz.de lesen.

Aus Stroh Gold, also aus CO2 Treibstoff generieren. Pressemitteilung der University of Texas at Arlington vom 6. Oktober 2016:

Organic semiconducting polymers can harvest sunlight to split CO2 into alcohol fuels

Chemists at The University of Texas at Arlington have been the first to demonstrate that an organic semiconductor polymer called polyaniline is a promising photocathode material for the conversion of carbon dioxide into alcohol fuels without the need for a co-catalyst. “This opens up a new field of research into new applications for inexpensive, readily available organic semiconducting polymers within solar fuel cells,” said principal researcher Krishnan Rajeshwar, UTA distinguished professor of chemistry and biochemistry and co-Director of UTA’s Center for Renewable Energy, Science & Technology. “These organic semiconducting polymers also demonstrate several technical advantages, including that they do not need a co-catalyst to sustain the conversion to alcohol products and the conversion can take place at lower temperatures and use less energy, which would further reduce costs,” Rajeshwar added.

Rajeshwar and his co-author Csaba Janaky, professor in the Department of Physical Chemistry and Materials Science at the University of Szeged, recently published their findings in The Royal Society of Chemistry journal ChemComm as “Polyaniline films photoelectrochemically reduce CO2 to alcohols.” In this proof-of-concept study, the researchers provide insights into the unique behavior of polyaniline obtained from photoelectrochemical measurements and adsorption studies, together with spectroscopic data. They also compared the behavior of several conducting polymers. The stationary currents recorded after two hours during testing suggests that the polyaniline layer maintained its photoelectrochemical efficacy for the studied time period. While in the gas phase, only hydrogen was detected, but potential fuels such as methanol and ethanol were both detected in the solution for carbon dioxide-saturated samples.

“Apart from these technical qualities, as a polymer, polyaniline can also be easily made into fabrics and films that adapt to roofs or curved surfaces to create the large surface areas needed for photoelectrochemical reduction, eliminating the need for expensive and dangerous solar concentrators,“ Rajeshwar added. Frederick MacDonnell, chair of UTA’s Department of Chemistry and Biochemistry, underlined the importance of this research in the context of UTA’s focus on global environmental impact within the Strategic Plan 2020: Bold Solutions|Global Impact. “Dr. Rajeshwar’s ongoing leadership in research around new materials for solar fuel generation is vital in a world where we all recognize the need to reduce the impact of carbon dioxide emissions,” MacDonnell said. “Finding an inexpensive, readily-available photocathode material could open up new options to create cheaper, more energy-effective solar fuel cells.”

Rajeshwar joined the College of Science in 1983 and is a charter member of the UTA Academy of Distinguished Scholars. He is the newly appointed president of the Electrochemical Society, an organization representing the nation’s premier researchers dedicated to advancing solid state, electrochemical science and technology. He is an expert in photoelectrochemistry, nanocomposites, electrochemistry and conducting polymers, and has received numerous awards, including the Wilfred T. Doherty Award from the American Chemical Society and the Energy Technology Division Research Award of the Electrochemical Society. Rajeshwar earned his Ph.D. in chemistry from the Indian Institute of Science in Bangalore, India, and completed his post-doctoral training in Colorado State University.

Und auch in Belgien wird am Thema geforscht. Pressemitteilung der Universität Ghent vom 13. Oktober 2016:

Team UGent delivers a champion in carbon dioxide conversion

A research team from Ghent University developed an innovative concept to convert CO2 into valuable products. The new process, coined “super-dry” methane reforming, intensifies CO2 conversion, so the prestigious scientific journal Science reports.

An important cause of global warming is carbon dioxide (CO2) production, due to the increase of the oil, gas and coal consumption. Can we do something useful with this tremendous amount of CO2? A research team from Ghent University, led by Dr. Vladimir Galvita, developed an innovative concept to convert CO2 into valuable products. The new process, coined “super-dry” methane reforming, intensifies CO2 conversion, so the prestigious scientific journal Science reports. The new concept uses two important greenhouse gases, methane (CH4) and CO2, and aims at maximizing CO2 conversion. Compared to existing technologies, three times more CO2 can be converted into carbon monoxide (CO), an interesting building block for fuels and chemicals. Moreover, it offers high flexibility, both in gas feed as in process conditions, while using earth abundant and cheap materials such as iron, calcium, and nickel. With this novel concept, the Ghent scientists have delivered a true champion in CO2 conversion.

Huffington Post vom 20. Oktober 2016:

Erfolg im Klimawandel-Kampf: Forscher wandeln CO2 in Treibstoff um

  • Forscher stoßen zufällig auf eine CO2-Umwandlungsmethode
  • Kohlendioxid kann zu als Kraftstoff einsetzbarem Ethanol umgewandelt werden

Das Treibhausgas Kohlendioxid gilt als Hauptursache für den Klimawandel. Forschern könnte nun der entscheidende Schritt im CO2-Kampf gelungen sein. Zufällig stießen Forscher des Oak Ridge National Laboratory im US-Bundesstaat Tennessee auf eine Methode, die CO2 in Ethanol umwandelt – einfach und kostengünstig.

Weiterlesen in der Huffington Post

Pressemitteilung des Oak Ridge National Laboratory vom 12. Oktober 2016:

Nano-spike catalysts convert carbon dioxide directly into ethanol

In a new twist to waste-to-fuel technology, scientists at the Department of Energy’s Oak Ridge National Laboratory have developed an electrochemical process that uses tiny spikes of carbon and copper to turn carbon dioxide, a greenhouse gas, into ethanol. Their finding, which involves nanofabrication and catalysis science, was serendipitous.“We discovered somewhat by accident that this material worked,” said ORNL’s Adam Rondinone, lead author of the team’s study published in ChemistrySelect. “We were trying to study the first step of a proposed reaction when we realized that the catalyst was doing the entire reaction on its own.”

The team used a catalyst made of carbon, copper and nitrogen and applied voltage to trigger a complicated chemical reaction that essentially reverses the combustion process. With the help of the nanotechnology-based catalyst which contains multiple reaction sites, the solution of carbon dioxide dissolved in water turned into ethanol with a yield of 63 percent. Typically, this type of electrochemical reaction results in a mix of several different products in small amounts. “We’re taking carbon dioxide, a waste product of combustion, and we’re pushing that combustion reaction backwards with very high selectivity to a useful fuel,” Rondinone said. “Ethanol was a surprise — it’s extremely difficult to go straight from carbon dioxide to ethanol with a single catalyst.”

The catalyst’s novelty lies in its nanoscale structure, consisting of copper nanoparticles embedded in carbon spikes. This nano-texturing approach avoids the use of expensive or rare metals such as platinum that limit the economic viability of many catalysts. “By using common materials, but arranging them with nanotechnology, we figured out how to limit the side reactions and end up with the one thing that we want,” Rondinone said.

The researchers’ initial analysis suggests that the spiky textured surface of the catalysts provides ample reactive sites to facilitate the carbon dioxide-to-ethanol conversion. “They are like 50-nanometer lightning rods that concentrate electrochemical reactivity at the tip of the spike,” Rondinone said. Given the technique’s reliance on low-cost materials and an ability to operate at room temperature in water, the researchers believe the approach could be scaled up for industrially relevant applications. For instance, the process could be used to store excess electricity generated from variable power sources such as wind and solar. “A process like this would allow you to consume extra electricity when it’s available to make and store as ethanol,” Rondinone said. “This could help to balance a grid supplied by intermittent renewable sources.”  The researchers plan to refine their approach to improve the overall production rate and further study the catalyst’s properties and behavior.

ORNL’s Yang Song, Rui Peng, Dale Hensley, Peter Bonnesen, Liangbo Liang, Zili Wu, Harry Meyer III, Miaofang Chi, Cheng Ma, Bobby Sumpter and Adam Rondinone are coauthors on the study, which is published as “High-Selectivity Electrochemical Conversion of CO2 to Ethanol using a Copper Nanoparticle/N-Doped Graphene Electrode.”