RIAS Medienpreis für fragwürdige Alaska-Klimawandel-Doku

Aus Stroh Gold machen. Das kennen wir nur aus Märchen. In der realen Welt könnte dies aber schon bald beim CO2 Wirklichkeit werden. Forscher arbeiten derzeit an Verfahren, das CO2 in Plastik umzuwandeln. Wäre toll, wenn es klappt.

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Jan Philipp Burgard, wurde für seine phoenix-Dokumentation „Alaska im Klimawandel“ mit dem RIAS Medienpreis am 17. Juni 2018 ausgezeichnet. In der Filmbeschreibung heißt es:

Auf den ersten Blick ist Alaska ein Abenteuerland, bekannt für seine Naturwunder. Doch auf den zweiten Blick ist Alaska auch ein US-Bundesstaat, der in besonderer Weise von den Folgen des Klimawandels herausgefordert wird. Die von Eskimos bewohnte Insel Shishmaref versinkt im wahrsten Sinne des Wortes nach und nach im Meer. Heftige Stürme und Erosion haben Häuser ins Meer stürzen lassen. Die Insel schrumpft jedes Jahr um mehrere Meter, in 30 Jahren wird sie voraussichtlich verschwunden sein. Der 19-Jährige Esau Sinnok ist in Shishmaref aufgewachsen und macht als Umweltaktivist auf das Schicksal seines Dorfes aufmerksam.

Bereits vor einem Jahr haben wir einen Kurzfilm des Autors zum selben Thema an dieser Stelle analysiert und kamen zu einem vernichtenden Fazit:

Jan-Philipp Burgard hat mit diesem Stück den seriösen Reportage-Journalismus verlassen und bietet Aktivisten und ihren fragwürdigen Interpretationen eine große Bühne. Burgard scheitert kläglich in der Disziplin Faktencheck. Wenn der Aktivist ihm erklärt hätte, dass auch das Ausbleiben des Weihnachtsmannes eine Folge des Klimawandels wäre, hätte er es sicher ebenso berichtet. Es fällt auf, dass Burgards Herangehensweise an das Thema leider kein Einzelfall in der ARD-Redaktion darstellt. Bereits mehrfach haben wir unkritische aktivisten-nahe Berichte an dieser Stelle bemängelt. Die ARD scheint dies nicht zu kümmern und fährt ihre plumpe Klima-Kampagne einfach stur weiter. Gegen eine beratungsresistente Redaktion ist kein Kraut gewachsen, insbesondere wenn es offenbar von ganz oben Rückendeckung für das Vorgehen gibt.

Ein Medienpreis von Aktivisten für Aktivisten. Eine Auszeichnung mit Geschmäckle…

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Der WWF wies kürzlich mit einer musikalischen Aktion auf ein reales Problem hin, das sich nicht weiter verdrängen lässt und unsere Aufmerksamkeit erfordert:

Mit Musik gegen das Insektensterben
Eine gespenstische Stille legt sich über unsere Wälder und Wiesen. Denn die Zahl der Insekten geht dramatisch zurück. Neueste Studien aus Deutschland zeigen: 75 Prozent der fliegenden Insekten sind bereits verschwunden. Eine ökologische Katastrophe, gegen die wir gemeinsam protestieren müssen. Mit lauten Tönen. Mit leisen. Und mit ganz besonderen. Die Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker gibt in Zusammenarbeit mit dem WWF das erste Konzert, bei dem Insekten gemeinsam mit einem Orchester musizieren. Alle Einnahmen aus dem Verkauf dieser einzigartigen Komposition fließen u.a. in WWF-Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt und der Förderung nachhaltiger Landwirtschaft – einer Grundvoraussetzung für das Überleben der Insekten.

Weiterlesen und Video beim WWF.

 

Anfang 2018: Kälte sorgt für Zuwachs beim deutschen Energieverbrauch

Die AG Energiebilanzen e. V.  gab am 24. Mai 2018 eine Übersicht zum Energieverbrauch in Deutschland während der Monate Januar-März 2018 heraus:

Kälte sorgt für Zuwachs beim Energieverbrauch
Erdgas mit starkem Plus/Kräftiger Rückgang bei Steinkohle/Mehr Erneuerbare

Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich kühlere Witterung hat für einen kräftigen Anstieg des Energieverbauchs in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gesorgt. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) ergab sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von 5,7 Prozent auf insgesamt 3.856 Petajoule (PJ) beziehungsweise 131,5 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Neben den kalten Monaten Februar und März hatten nach Ansicht der AG Energiebilanzen auch die anhaltend gute Konjunktur sowie die Bevölkerungszunahme einen positiven Effekt auf den Energieverbrauch. Am deutlichsten fiel der Verbrauchszuwachs beim Erdgas aus. Die AG Energiebilanzen geht davon aus, dass sich der für das 1. Quartal berechnete witterungsbedingte Zuwachs im weiteren Jahresverlauf deutlich abschwächen wird. Ohne den Einfluss der Witterung wäre der Energieverbrauch im ersten Quartal nur um rund 3 Prozent gestiegen, teilte die AG Energiebilanzen nach entsprechenden Schätzungen mit.

Der Verbrauch von Mineralöl verringerte sich insgesamt um etwas mehr als 1 Prozent. Während der Absatz an Ottokraftstoff zunahm, gab es beim Diesel sowie beim Flugkraftstoff Rückgänge, auch der Heizölabsatz lag im Minus. Der Erdgasverbrauch lag knapp 20 Prozent höher als im ersten Quartal des Vorjahres. Der außergewöhnliche Zuwachs spiegelt die große Bedeutung des Energieträgers für die Wärmeversorgung in Deutschland wider. Der Verbrauch an Steinkohle lag im ersten Quartal 2018 um knapp 12 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes, da erneut weniger Steinkohle in den Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt wurde. Auch der Einsatz von Koks und Kohle in der Stahlindustrie war leicht rückläufig. Der Verbrauch von Braunkohle lag in den ersten drei Monaten ebenfalls im Minus und verringerte sich um 1,5 Prozent, da weniger Strom aus Braunkohle erzeugt wurde. Bei der Kernenergie kam es trotz der Außerbetriebnahme des Kernkraftwerks Gundremmingen zum Jahresende 2017 zu einer deutlichen Zunahme der Stromproduktion im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, da im ersten Quartal 2017 der Betrieb der Anlagen wegen einer Häufung von Revisionen stark eingeschränkt war.

Die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch im ersten Quartal 2018 um knapp 9 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen, außer der Solarenergie, alle Formen der Erneuerbaren bei: Mit 34 Prozent war der Zuwachs bei der Wasserkraft infolge höherer Pegelstände an den Flüssen am stärksten. Bei der Windkraft gab es ein Plus von 22 Prozent und bei der Biomasse von 4 Prozent. Die Solarenergie verzeichnete dagegen ein Minus von 6 Prozent.

Anstieg der Heizkosten, kühlerer Winter. Passt auf den ersten Blick nicht ganz so gut zum Narrativ der Klimaerwärmung. Das wollen wir etwas genauer anschauen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bietet auf seiner Webseitte einen “Zeitreihengenerator” an, der die Temperaturkurven für verschiedene Monate plottet. Der Januar war eigentlich ziemlich warm, an dem kann es nicht gelegen haben. Aber Februar und März waren dafür wirklich kalt. Hier beim DVD am besten selber mal kurz durchklicken.

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Stefan Laurin am 15. Mai 2018 auf ruhrbarone.de:

Windige Hinterlassenschaft

Fast 29.000 Windräder drehen sich in Deutschland. 2020 läuft für viele der Anlagen nach 20 Jahren die Förderung aus. Das Ende der Subventionen wird für viele Windenergieanlagen das Aus bedeuten.

In weit über 300.000 Haushalten ging in den vergangenen Jahre das Licht aus, in dem einen Jahr waren es ein paar mehr, im anderen ein paar weniger. Es kann mehrere Wochen oder Monate dauern, bis der Stromversorger die Leitung kappt, nachdem  die Rechnung nicht bezahlt wurde, aber sicher ist: Der Tag kommt. Strom ist teuer in Deutschland: Mit im Durchschnitt 30,5 Cent für die Kilowattstunde steht teilen sich Deutschland und Dänemark den Spitzenplatz in Europa. Zum Vergleich: In Frankreich kostet die Kilowattstunde nur  16,9, in Bulgarien 9,6 Cent. Wer auf Unterstützungsleistungen des Staates wie HartzIV oder die Grundsicherung angewiesen ist, hat kaum eine Chance, durch Einsparungen an anderer Stelle die steigenden Energiepreise aufzufangen und vom zur Verfügung gestellten Budget werden sie in der tatsächlichen Höhe ohnehin nicht abgedeckt, weswegen Sozialverbände wie die Caritas der Erhöhung der Regelsätze. Aber auch wer arbeiten geht, tut sich zunehmend schwer, die Stromrechnung zu bezahlen: Während die Löhne real in den vergangenen 20 Jahren im einstelligen Bereich wuchsen, hat sich der Strompreis von 15 auf 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh) verdoppelt.

Weiterlesen auf ruhrbarone.de

 

Die Sonne im Mai 2018 und antarktische Alpträume

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere Sonne war auch im letzten Monat unterdurchschnittlich aktiv. Nicht ganz so ruhig wie im April 2018, aber die SSN (SunSpotNumber) im Monat erreichte nur einen mittleren Wert von 17,3  – und das sind nur 43% des mittleren Wertes für den Zyklusmonat 114, wenn man alle bisher systematisch beobachteten 23 Zyklen seit 1755 als Vergleichsbasis benutzt. An 10 der 31 Tage war die Sonne völlig fleckenlos. In der dritten Monatsdekade gab es dann etwas mehr Aktivität. Wiederum war die Nordhemisphäre der Sonne mehr an der Ausbildung der wenigen und kleinen Flecken beteiligt, sie steuerte 78% zur Gesamtaktivität bei. Wie wir bereits im März-Report  vermuteten, sehen wir weiterhin vornehmlich Flecken des aktuellen Zyklus, der bei Weitem noch nicht beendet ist anders als damals einige Stimmen orakelten.

Abb.1: Der Verlauf des SC ( Solar Cycle) 24 in rot im Vergleich mit einem mittleren Zyklus ( blau) und dem nunmehr seit 40 Monaten sehr ähnlichen SC5 (schwarz).

 

Sehr viel spricht dafür, dass über die nächsten 12-24 Monate die Aktivität auf sehr niedrigem Niveau dem Ende des SC 24 zusteuert. Da auch der nächste Zyklus Nummer 25 wohl unterdurchschnittlich aktiv sein wird, (vielleicht ein wenig  stärker als der gegenwärtige, wofür die etwas stärkeren polaren Felder nahe dem Minimum sprechen) könnte uns ein recht langes Minimum bevorstehen. Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb.2: Die aufsummierten Anomalien( das sind die Differenzen zwischen den tatsächlich festgestellten Werten und dem Mittelwert, blau in Abb.1)  der monatlichen SSN jeweils bis zum Zyklusmonat 114 für alle 24 Zyklen.

 

Es hat sich nicht sehr viel getan seit dem letzten Monat, der aktuelle Zyklus steht auf einem gefestigten Platz 3 wenn man die Tabelle verkehrt herum liest. Der SC5 ist bei der geringen gegenwärtigen Aktivität nicht mehr einholbar, er hatte ca. 1000 Flecke weniger über die gesamte Laufzeit.  Platz 4 von hinten hält SC14, er wies ca. 860 Flecke mehr auf bis zum aktuellen Monat. Auch da wird sich an der Rangfolge kaum etwas ändern können. Es bleibt dabei: Seit dem Ende des SC6 in 1823 (also fast 200 Jahre her) sahen wir nicht so wenig Sonnenaktivität wenn man die Zyklen in ihrer Gesamtheit vergleicht. Das hat Folgen: Wie wir bereits berichteten, erhöht sich die Gamma-Strahlenbelastung in der Höhe wenn die galaktische Strahlung stärker zur Erde durchdringen kann, und das tut sie, wenn die Sonne sehr wenig Sonnenwind bei geringer Aktivität produziert, der diese Strahlung vom Inneren des Sonnensystems fernhält. Die kontinuierlichen Messungen in der Stratosphäre liefern weiterhin steigende Belastungsdaten:

 

Abb. 3: Die Gamma-Strahlenbelastung in der Stratosphäre seit dem Maximum des Zyklus 24 bis Mai 2017 (Quelle)

 

Vor Jahresfrist bekam man bei einem Flug in großer Höhe mit einem Verkehrsflugzeug ca. 13% mehr Gamma-Strahlung ab als noch vor 4 Jahren. Aber keine Angst deswegen: wer nicht mehr als 1 mal pro Woche länger in diese Höhe kommt, hat kein nennenswert größeres Risiko dadurch.

 

Alptraum Antarktis ?

Sie werden jetzt fragen: „Was ist an der Antarktis ein Alptraum?“ Ein solcher ist es vorrangig für die bekannten Klimamodelle. Sie rechnen dort eine Erwärmung, die wir nie beobachteten. Seit etwa 1955 gibt es mehr oder weniger verlässliche Daten vom 6. Kontinent und das Ergebnis stellt sich so dar:

Abb.4: Die beobachtete  jährliche Temperaturentwicklung in der Antarktis (65°S-90°S) in hellblau, eine 15-jährige Glättung (dunkelblau) und die Modellerwartungen (rot). Die linearen Trends sind als gestrichelte Linien vermerkt.

 

Die Modelle berechnen eine 3mal so hohe Erwärmungsrate als beobachtet. Der lineare Trend ist gerade so signifikant positiv, der Modelltrend  (des Modelmittels) hingegen sehr robust-aber falsch. Leider gibt es vor 1955 keine Daten (hier wurden GISS – Werte verarbeitet), denn die interne Variabilität wird von so kurzen Reihen nur ungenügend abgebildet. Man muss dazu wissen: die mittlere Temperatur der Antarktis beträgt -55°C! Die Antarktis erwärmt sich also viel weniger als von den Klimamodellen erwartet, und dies kann nicht zum Schmelzen führen.  Über die Alarm- Mitteillungen dort hatten wir erst im Vorjahr berichtet. Und trotzdem versucht man einen zweiten Alptraum zu schüren: das Eis der Antarktis (es ist auf Land) schmilzt durch den Klimawandel und das Wasser ergießt sich in das Meer. Der Meeresspiegel steigt katastrophal!

Der Eisschild ist also der Dämon. Was wissen wir über ihn? Er hat ein Volumen von etwa 30 Mio km³, und wenn er sich bei einem Kollaps gänzlich in Wasser verwandelte, würde er den Meeresspiegel um 58 m steigen lassen. Was also geschieht? Eine neue Arbeit von 40 (!) Autoren kommt zu dem Schluss: Die Massenbilanz aller Regionen in der Antarktis ist negativ, das Eis schmilzt zusehends mit einer Rate von 109 Gt/Jahr. Sowohl die östliche Antarktis als auch die westliche und die antarktische Halbinsel tragen dazu bei.

Die gesamten Eiskappe wiegt etwa 27,6 Mio Gt, da Eis ein wenig leichter ist als Wasser. Wenn alles schmelzen soll, so dauert dies bei dem Tempo von 1992…2017, das die Arbeit feststellt, sehr,sehr lange. In 1000 Jahren würde etwa 1% der antarktischen Kappe schmelzen.  Aber warum soll sie schmelzen, wenn es doch so kalt ist da und es sich so wenig erwärmt? Hier muss man beachten, dass die Gletscher der Antarktis auch auf dem Meeresboden unter Wasser aufsitzen. Entscheidend sind also Temperaturen deutlich unter der Wasserlinie, wird es da viel wärmer, werden die Ausläufer der Gletscher von unten angetaut und sie verlieren einen Teil des Halts. Rutschen sie jedoch ins Wasser tauen sie früher oder später mit Sicherheit. Lassen Sie uns also einen Blick werfen auf die mittlere Temperatur der Wässer um Antarktika herum, und zwar nicht nur an der Oberfläche sondern bis  zu der Tiefe bis zu 400m.

Abb.5: Die Wassertemperaturen um die West-Antarktis (die größte Schmelzquelle der Antarktis laut der Arbeit)herum, wie sie von den Argo Bojen seit 2004 festgestellt wurden. Quelle

 

Man erkennt sehr viel Saisonalität (die kalten Einbrüche bis in 150m Tiefe während des südhemisphärischen Winters) und kaum längerfristige Änderungen. Es gibt bei weitem nicht so verlässliche Daten seit 1955, und die besagen, dass sich die Wassersäule 0…700m Tiefe seither um etwa 3/1000 °C pro Jahr  erwärmt habe. Seit 2004 (vgl. Abb. 5)  ist nur noch 1/3 der Steigung wirksam, rund 1/1000 °C/ Jahr.  Ein Zusammenhang mit der steigenden CO2 -Emission ist so jedenfalls nicht zu konstruieren.

Es spielen also viele natürliche Schwankungen eine Rolle und es bleibt schwer verständlich, wo die langfristige Schmelzquelle denn nun genau liegt. Eine Vorläuferarbeit aus dem Jahre 2015 unter Jay Zwally von der NASA kam denn auch zu dem Schluss: Die Westantarktis verliert Eis, die Ostantarktis gewinnt jedoch mehr und die Eisbilanz der Antarktis ist positiv. Er nutzte dabei hochmoderne Verfahren der Lidar-Technik. Sie ist inzwischen übrigens auch in den meisten hochpräzisen mobilen Blitzern verbaut, die dem Einen oder Anderen auf den Straßen ungebetene Erleuchtung bringen. Natürlich werden die Ergebnisse in der Fachwelt diskutiert, so erklärte eine andere aktuelle Arbeit zum Thema die Resultate der Zwally (2015)-Arbeit  kurzerhand als falsch. Der aber gibt zurück, als er zur Sache Stellung nimmt: „Ich habe eine weitere Arbeit geschrieben, die meine Ergebnisse  aus 2015 bestätigt, sie erscheint demnächst.“

Was lernen wir also zur Sache: Die zweifelsfreie Bestimmung der Schmelze in der Antarktis ist sehr komplex und geht an die Grenze der Nachweisbarkeit  mit verfügbarer Messtechnik. Der Eisschild ist wohl sehr resistent, weder der westantarktische Schild kollabierte, noch der ostantarktische,  auch in langen wärmeren Klimaphasen als heute, wie zwei aktuelle Arbeiten zeigen. So also bleibt es dabei: Die Antarktis ist eine Eiswüste, sie ist unwirtlich und kalt. Kein Alptraum!

 

Klimamodelle liegen zu knapp 40% falsch: Gebt historischen Messdaten mehr Gewicht!

Alle politischen Klimaschutzmaßnahmen bauen auf den Prognosen von Klimamodellen auf. Und genau diese Modelle haben noch immer riesige qualitative Probleme. Eine Pressemitteilung der McGill-University vom 15. Mai 2018 weist darauf hin, dass die Modelle für knapp 40% der Welt falsch liegen. Nicht gerade sehr überzeugend. Die Forscher schlagen vor, historische Messungen verstärkt einzubauen. Eine gute Idee. Hier die Pressemitteilung:

New approach to global-warming projections could make regional estimates more precise
Computer models found to overestimate warming rate in some regions, underestimate it in others

A new method for projecting how the temperature will respond to human impacts supports the outlook for substantial global warming throughout this century – but also indicates that, in many regions, warming patterns are likely to vary significantly from those estimated by widely used computer models.

The new method, outlined by McGill University researchers in Geophysical Research Letters, is based on historical temperature increase in response to rising greenhouse gas concentrations and other climate influences. This approach could be used to complement the complex global climate models, filling a need for more reliable climate projections at the regional scale, the researchers say.

“By establishing a historical relationship, the new method effectively models the collective atmospheric response to the huge numbers of interacting forces and structures, ranging from clouds to weather systems to ocean currents,” says Shaun Lovejoy, a McGill physics professor and senior author of the study.

“Our approach vindicates the conclusion of the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) that drastic reductions in greenhouse gas emissions are needed in order to avoid catastrophic warming,” he adds. “But it also brings some important nuances, and underscores a need to develop historical methods for regional climate projections in order to evaluate climate-change impacts and inform policy.”

In particular, the new approach suggests that for over 39% of the globe, the computer models either overestimate or underestimate significantly the pace of warming, according to Lovejoy and his co-author, PhD student Raphaël Hébert (now at the Alfred-Wegener-Institut, in Potsdam.

These areas of significant difference are indicated by the x’s in the map above. For example, the map shows that the IPCC projections are expected to be too warm (red x’s) over vast parts of the Pacific Ocean, the North Atlantic Ocean, and the Indian Ocean, while the opposite is true for the South Atlantic Ocean and the part of the Indian Ocean south of Australia.  In contrast, the projected warming is expected to be underestimated (blue) over northwestern Canada and central Asia — and a seasonal analysis reveals that this is primarily due to an underestimate of the warming in winter months.  (Dark red indicates 3-degree Celsius model overestimate, dark blue 3-degree underestimate if CO2 is doubled).

“Global climate models are important research tools, but their regional projections are not yet reliable enough to be taken at face value,” Hébert and Lovejoy assert. “Historical methods for regional climate projections should be developed in parallel to traditional global climate models. An exciting possibility for further improvements will be the development of hybrid methods that combine the strengths of both the historical and traditional approaches.”

Paper: “Regional Climate Sensitivity and Historical Based Projections to 2100,” by Hébert, R., and S. Lovejoy is published in Geophysical Research Letters.

 

Mojib Latif beim Schummeln ertappt

Unser Leser Dr. Wilfried Schnelle stieß am 15. März 2018 auf ein Interview von Mojib Latif im Deutschlandfunk. Dort ging Latif anlässlich des 30. Geburtstags des IPCC seiner liebsten Beschäftigung nach und spann eifrig Klimaalarm:

30 Jahre Weltklimarat: Erreichen des 1,5-Grad-Ziels “so gut wie ausgeschlossen”
Vor 30 Jahren wurde der Weltklimarat ins Leben gerufen – der Grund: man verdächtigte den Menschen, Hauptverursacher des Klimawandels zu sein. Das gelte heute als erwiesen, sagte der Klimaforscher Mojib Latif im Dlf. Dennoch habe der IPCC eine Aufgabe zu erfüllen: die Prognosen immer genauer zu machen.

Dr. Schnelle entdeckte zwei besonders bemerkenswerte Stellen. Hier Nummer 1:

Enorme Übereinstimmung bei Computer-Simulationen

Ehring: Es gibt ja immer wieder alarmierende Meldungen über das Klima, dass zum Beispiel der Meeresspiegel schneller steigt, als man bisher gedacht hat. Hat der IPCC am Anfang die Entwicklung noch unterschätzt, oder ist es ungefähr so gekommen, wie man damals vermutet hat?

Latif: Ganz grob ist es schon ungefähr so gekommen, wie man vermutet hatte. Wenn man die ersten Computer-Simulationen hernimmt und vergleicht, was in den Jahrzehnten danach tatsächlich passiert ist, dann ist doch eine enorme Übereinstimmung zu erkennen – nicht nur was die Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur angeht, sondern vor allen Dingen auch, was die regionale Verteilung der Erwärmung angeht. Denn es gibt sehr starke regionale Unterschiede und die Region beispielsweise, die sich am stärksten erwärmt hat bisher, ist die Arktis. Dort verläuft die Erwärmung doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.

Das ist schon ziemlich erschreckend, was Latif da erzählt. Denn in Wirklichkeit hat sich das Klima weit schwächer erwärmt als von den IPCC-Experten prognostiziert. Die reale Temperaturkurve bewegt sich am unteren Ende des Vorhersagespektrums. Eine der Hauptursachen ist der unerwartete “Slowdown” der Erwärmung seit 1998, der bis kurz vor dem kräftigen El Nino 2016 sogar ein regelrechter Hiatus (Erwärmungsstopp) war. Wir haben über die Prognosefehlschläge an dieser Stelle immer wieder berichtet (hier, hier, hier, hier). Latif schert sich nicht um die unbequemen Fakten, erzählt tolle Geschichten von “enormen Übereinstimmungen”, die wohl vor allem nur er selber gesehen hat.

Und hier auch schon das zweite Highlight des Interviews:

Szenario Erderwärmung auf zwei oder fünf Grad

Ehring: Der IPCC betreibt ja selbst keine Wissenschaft. Wie ist die Arbeitsweise?

Latif: Der IPCC trägt zusammen, was in dem Berichtszeitraum an wissenschaftlichen Studien erschienen ist, und bewertet das dann auch. Man spricht im Englischen vom Assessment. Das heißt, dass man die Dinge zusammenträgt und bewertet. Eigentlich muss man sagen, der IPCC gibt auch immer einen Unsicherheitsbereich an. Der wird aber meistens nicht wahrgenommen, denn eine große Unbekannte bleibt natürlich. Die wird auch nie weggehen. Das ist nämlich die Frage, wie werden wir Menschen uns eigentlich in der Zukunft verhalten. Wird es so etwas wie eine globale Energiewende geben oder nicht, und wenn ja, wie schnell wird sie erfolgen. Deswegen streuen die Ergebnisse auch – nicht nur deswegen, aber vor allen Dingen deswegen -, und dann liest man hin und wieder, dass die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts vielleicht zwei Grad beträgt oder möglicherweise fünf Grad, und dann wundern sich die Menschen, wie kann denn das eigentlich angehen. Das liegt nicht daran, dass das eine Modell zwei Grad sagt und das andere Modell fünf Grad. Das liegt einfach an den Annahmen, an dem Szenario, das wir annehmen für die zukünftige Entwicklung der Treibhausgase in der Luft.

Wieder haben wir Latif beim Mogeln ertappt. Er erweckt hier den Eindruck, als ob die für die Modellsimulationen entscheidende Größe
der CO2-Klimasensitivität genau bekannt wäre und die Unsicherheit der Temperaturprognosen vor allen Dingen bei den Emissionspfaden liegt. Großer Quatsch! Die Größe des Intervalls für die CO2-Klimasensitivität im letzten IPCC-Bericht (AR5) von 1,5 bis 4,5 °C steht dieser impliziten Annahme eindeutig entgegen. Die Unsicherheit der Erwärmungswirkung des CO2 beträgt Faktor drei! Das könnte zum Beispiel eine Spanne von 2°C bis 6°C Erwärmung locker alleine erklären. Von Latif wird dies im Interview verschwiegen. Ehring hakt nicht nach, vielleicht weil er es nicht besser weiß. Insgesamt eine bedenkliche Irreführung der Öffentlichkeit. Das Schema ist übrigens kein neues. Bereits im Online WWF-Klimakurs hat man es mit dieser Masche versucht. Und wer war bei der Erstellung des Kurses beteiligt? Dreimal dürfen Sie raten: Mojib Latif!

 

Wenn das Modell die Zukunft simulieren soll, muss es auch die Vergangenheit reproduzieren können

Im US-Bunfesstaat Oregon untersuchen Forscher jetzt, wie man den Windkraftanlagen das Vogelmorden abgewöhnen könnte. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, schreddern die hohen Stahlkolosse alles was ihnen in die Rotoren fliegt. The Daily Caller berichtete:

Researchers Spend Hundreds Of Thousands To Stop Wind Turbines From Killing Eagles

Researchers in Oregon are using a federal grant of over half a million dollars to figure out how to stop wind turbines from killing thousands of birds every year.

Researchers at Oregon State University were awarded a 27-month, $625,000 grant from the Department of Energy Wind Technology Office i n May 2017 with one goal in mind: Develop a system that can prevent wind turbines from killing golden eagles and other birds. Wind energy technology — despite being touted as an environmentally-friendly source of renewable energy — is estimated to kill well over 100,000 birds every year. With new wind farms being built across the U.S., that number is only expected to rise.

Weiterlesen auf The Daily Caller

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Der Iran hat den Pariser Klimavertrag zwar 2016 unterzeichnet, jedoch nicht ratifiziert. Das mit Sanktionen belegte Land möchte von den Industrieländern für seine Bemühungen finanziell entschädigt werden. Ohne Klimaausgleichszahlungen wären die Maßnahmen gegen die nationalen Interessen. Nachzulesen in der Tehran Times (via WUWT).

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Im Pacific Standard erschien am 17. Mai 2018 ein interessanter Beitrag von Francie Diep zum Problem der Reproduzierbarkeit von Ergebnissen in den Klimawissenschaften und den noch immer recht unscharfen Zukunftsprognosen. Obwohl der Artikel dem bekennenden Klimaaktivisten Gavin Schmidt viel Raum gibt, schafft es die Autorin dennoch, einige wichtige Fragen unterzubringen. Unter anderem weist sie auf die wichtige klimahistorische Kalibrierung der Klimamodelle hin, die noch immer nicht richtig funktioniert. Zunächst müssen die Modelle für die vorindustrielle Vergangenheit klappen, erst dann besitzen sie den notwendigigen “Skill” für Zukuntsprognosen.

What a ‘Reproducibility Crisis’ Committee Found When It Looked at Climate Science
The scientific community is working to make its predictions more accurate, but there’s still a long way to go.

[...] Scientists have several ongoing strategies for improving climate change predictions. They compare results from different methods of estimating the Earth’s prehistoric climates. These methods include using present-day clues such as tree rings and deep slices of ice taken from the Arctic or Antarctic. They also share the data and computer programs used in climate studies online so other research groups can verify the findings and spot bugs. And they run past climate data on computer models built to predict the planet’s future—because if the model works for the future, then it should work for the past too.

Ganzen Beitrag im Pacific Standard lesen.

 

Donau-Eis: Alfred-Wegener-Institut schneidet offenbar klimahistorischen Kontext bewusst weg, um zu dramatisieren

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung brachte am 21. Mai 2018 per Pressemitteilung einen schönen Klimaschocker:

Klimaveränderungen: Die Donau friert seit rund 70 Jahren kaum noch zu

Wärmer werdende Winter und die vom Menschen verursachten Flusseinträge verhindern seit den 1950er Jahren eine regelmäßige Eisbildung auf Europas zweitgrößtem Fluss.

Dass man früher in nahezu jedem Winter auf der unteren Donau Schlittschuh laufen konnte, wissen heute nur noch die älteren Bewohner der Donau-Delta-Region. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts friert Europas zweitgrößter Fluss nämlich nur noch in Ausnahmefällen zu. Grund dafür sind die steigenden Winter- und Wassertemperaturen in Mittel- und Osteuropa, wie ein deutsch-rumänisches Forscherteam jetzt herausgefunden hat. Ihre Analyse erscheint jetzt im Onlinemagazin Scientific Reports.

In der rumänischen Hafenstadt Tulcea wird gründlich Eistagebuch geführt. Seit dem Jahr 1836 dokumentiert die Donau-Kommission des Ortes, wann im Winter die Donau zufriert, wie lange der Fluss über eine geschlossene Eisdecke verfügt und an welchem Tag das Eis wieder aufbricht. Bis vor rund 70 Jahren notierten die Eiswächter in nahezu jedem Winter eine Eisbedeckung. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts aber sind die Einträge in der Tabellenspalte „Eis“ selten geworden. Im Zeitraum von 1951 bis 2016 ist Europas zweitgrößter Fluss nur zehn Mal zugefroren. Rein rechnerisch entspricht dieser Wert nicht einmal jedem sechsten Winter. Dabei zeigt ein Vergleich mit Regionen weiter stromaufwärts, dass die Donau in Tulcea, dem Eingangstor in das Donau-Delta, deutlich häufiger und länger zufriert als zum Beispiel im ungarischen Budapest. Was also verhindert seit rund 70 Jahren, dass die Menschen in Tulcea auf der Donau Schlittschuh laufen können?

Dieser Frage ist nun ein deutsch-rumänisches Forscherteam nachgegangen. „Wenn Klimawissenschaftler von Eis und Erderwärmung sprechen, denken die meisten Menschen an die Gletscher Grönlands oder das Meereis auf dem Arktischen Ozean. Nur wenigen ist wirklich bewusst, dass die Menge des Wintereises auf europäischen Seen und Flüssen ein ebenso wichtiger Indikator für ein sich änderndes Klima ist“, sagt Dr. Monica Ionita, Klimaforscherin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie und ihre Kollegen haben die Eisaufzeichnungen aus Tulcea und anderen Orten entlang der Donau mit lokalen und überregionalen Wetter-Datenreihen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Klima in Mittel- und Osteuropa in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verändert hat. „In Europa hat es bereits Ende der 1940er Jahre einen deutlichen Anstieg der Wintertemperatur gegeben. Seitdem sind die Wintermonate in der Regel nicht mehr kalt genug und die Donau und andere große Flüsse können nicht mehr regelmäßig und langanhaltend zufrieren“, sagt Monica Ionita.

Im Vergleich zu früher sind die Winter in Osteuropa heute im Durchschnitt bis zu 1,5 Grad wärmer als noch im Zeitraum von 1901 bis 1950. Hinzukommt, dass sich seit den 1980er Jahren auch die Wassertemperatur des Schwarzen Meeres im Winter nicht mehr ganz so weit abkühlt und seine Wärme dazu beiträgt, dass die Winter im Osten Europas und im Westen Russlands milder und feuchter werden. Ein weiterer Grund, warum die Donau nicht mehr zufriert, ist der Eintrag von Abwässern und Wärme in den Fluss. „Im Zeitraum von 1837 bis 1950 musste es im Winter minus 0,54 Grad Celsius kalt werden, damit sich in Tulcea eine Eisdecke auf der Donau bildete. Seit Beginn der 1950er Jahre aber reicht so leichter Frost nicht mehr aus. Die Lufttemperatur muss heutzutage auf minus 1,05 Grad absinken, damit die Wasseroberfläche gefriert. Der Einfluss des Menschen ist also auch hier deutlich zu erkennen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Die Binnenschiffer auf der Donau dürfte das Ausbleiben des Wintereises wenig stören. Wo keine Eisschollen treiben, haben Flussschiffe freie Fahrt. „Die Folgen für die Pflanzen und Tiere der Donau dürften weitreichender sein, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Luft- und Wassertemperaturen im Zuge der Erderwärmung weiter ansteigen werden“, so Monica Ionita.

Paper: M. Ionita, C.-A. Badaluta, P. Scholz and S. Chelcea: Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate, Scientific Reports, DOI 10.1038/s41598-018-26357-w

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Aufzeichnungen gibt es leider erst seit 1836. Das entspricht dem Ende der Kleinen Eiszeit, einer sehr kalten Sonderphase. Es verwundert kaum, dass es seit der Kleinen Eiszeit wärmer geworden ist, das war zu erwarten und zu erhoffen. Was wirklich verwundert, ist, dass das AWI den Begriff “Kleine Eiszeit” mit keiner Silbe erwähnt. Will man unbequeme Kontextinformationen vermeiden, die die Dramatik der Meldung mildern würden? Aber es kommt noch besser. Wir schauen in die Originalpublikation hinein. Die ist immerhin in Scientific Reports erschienen, einem Journal der Nature-Gruppe. Sind die Ergebnisse für solch ein hochkarätiges Blatt nicht etwas dürftig? Wir schauen in den Abstract:

Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate
Many of the world’s largest rivers in the extra tropics are covered with ice during the cold season, and in the Northern Hemisphere approximately 60% of the rivers experience significant seasonal effects of river ice. Here we present an observational data set of the ice cover regime for the lower part of the Danube River which spans over the period 1837–2016, and its the longest one on record over this area. The results in this study emphasize the strong impact of climate change on the occurrence of ice regime especially in the second part of the 20th century. The number of ice cover days has decreased considerably (~28days/century) mainly due to an increase in the winter mean temperature. In a long-term context, based on documentary evidences, we show that the ice cover occurrence rate was relatively small throughout the Medieval Warm Period (MWP), while the highest occurrence rates were found during the Maunder Minimum and Dalton Minimum periods. We conclude that the river ice regime can be used as a proxy for the winter temperature over the analyzed region and as an indicator of climate-change related impacts.

Potzblitz. In der Arbeit selber werden die Resultate der letzten 150 Jahre sogar in einen langfristigen Klimakontext gestellt. Während der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) gab es ebenfalls sehr wenig Eis auf der Donau. Im Übergang zur Kleinen Eiszeit ist das Eis dann sehr viel häufiger geworden. Besonders viel gab es während der solaren Minimumphasen Maunder und Dalton. Danach wurde das Eis dann wieder seltener.

Wären dies nicht wichtige Informationen gewesen, die das AWI in seiner Pressemitteilung aus unerfindlichen Gründen einfach verschwiegen hat? Eine Panne oder glatter Vorsatz? In der Folge haben viele Zeitungen die Pressemitteilung aufgegriffen und entsprechend verzerrt berichtet. In die Falle getappt sind z.B. Der Standard, Scinexx, Augsburger Allgemeine. Von Seiten der AWI-Presseabteilung scheint Sebastian Grote verantwortlich zu sein. Mit der Verkürzung der wissenschaftlichen Aussage und Dramatisierung der Ergebnisse hat sich das AWI keinen Gefallen getan und muss sich den Vorwurf des Klimaalarmismus gefallen lassen.

 

Dramatisch: Erderwärmung verändert Quaken der Frösche

Der neue NASA-Chef Jim Bridenstine ist kein Freund extremen Klimaalarms. Im NASA-eigenen GISS-Institut heißt es nun zittern: Werden sie dort weiter Klimaalarm schmieden können? In einer kürzlichen Rede stellte Bridenstine klar, dass er durchaus eine gewichtige Rolle des CO2 an der Klimaerwärmung anerkennt. Es ist gut zu sehen, dass hier jemand mit einer ausgewogenen Sichtweise Verantwortung übernimmt und die Vertreter der Extreme in die Schranken weisen wird.

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Der Korallenriff-Forscher Peter Ridd wurde von seiner Uni gefeuert, da er die Klimauntergangsszenarien nicht mittragen konnte. Nun klagt er dagegen. Hier gibt es den neuesten Stand.

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Klimaforscher werden immer kreativer. Jetzt will eine Wissenschaftlergruppe die Fließbewegung von Gletschern anhand von Eisgeräuschen bestimmen. Da können die lästigen Peilstangen getrost zuhause gelassen werden.

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Durchbruch in der zoologischen Klimaforschung: Experten konnten nun nachweisen, dass sich das Quaken der Frösche im Zuge der Erderwärmung verändert.

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Schade drum: Derzeit wird überlegt, ob aus Klimaschutzgründen Haustiere verboten werden sollten.

 

Klimaerwärmung kurbelt Waldwachstum an US-Ostküste an

Gute Nachrichten: Die Klimaerwärmung wird wohl das Waldwachstum an der US-amerikanischen Ostküste ankurbeln Pressemitteilung der Duke University vom 16. April 2018:

Warming climate could speed forest regrowth in eastern US
Faster takeover by trees could boost carbon sequestration on abandoned land

Climate change could speed the natural regrowth of forests on undeveloped or abandoned land in the eastern U.S., according to a new study.

If left to nature’s own devices, a field of weeds and grasses over time will be replaced by saplings, young trees and eventually mature forest. Earlier research has shown that this succession from field to forest can happen decades sooner in the southeastern U.S. than in the Northeast. But it wasn’t obvious why, especially since northern and southern fields are first colonized by many of the same tree species. Now, a study published Proceedings of the National Academy of Sciences points to temperature as the major factor influencing the pace at which trees take over.

The results suggest that as temperatures rise, faster-growing forests on lands that humans have left idle could play a bigger role in removing carbon dioxide from the atmosphere, say researchers from Duke University and Syracuse University. The team conducted the experiment at six sites up and down the eastern U.S., from New York to Florida. At each site, the researchers followed the early lives of four tree species that are common early arrivals in abandoned farm fields — loblolly pine, black cherry, red cedar and sweetgum. Using plastic wading pools as planters, they grew the trees from seed in plots with varying soil fertility, and with and without different mixes of early succession plants such as broomsedge and goldenrod. In each plot the researchers also measured light availability, soil moisture, nutrients and other variables known to affect plant growth. After two years, the tree seedlings grew faster at southern sites. But surprisingly, other plant species grew slower.

One possibility is that soil fertility is the main factor, said co-author Jason Fridley, associate professor of biology at Syracuse University. The thinking was that poorer southern soils produce a sparser carpet of weeds and grasses. This might in turn shade emerging tree seedlings to a lesser extent than in the north, and make it easier for them to grow up through the gaps. But statistical analyses weighing the relative effects of soil fertility and other factors revealed that temperature was the biggest driver of tree seedling growth. Part of the reason is that milder winters and earlier springs mean a longer growing season, said Justin Wright, associate professor of biology at Duke.

The results are important because average annual temperatures in the eastern U.S. are predicted to warm by five to nine degrees Fahrenheit by the end of the century. Rising temperatures could also bring more droughts, Wright cautions. But in the absence of drought stress, even minor warming will likely accelerate the transition from field to forest. This also means that northeastern meadows that normally persist for decades may become shorter-lived, Fridley said. The forests that replace them probably won’t mirror native forests, he added — especially if cold-intolerant trees that are common colonizers of southern fields find it increasingly easy to survive and take hold in the north. “Certainly in the next 100 years and maybe in the next 50 years, fields will likely transition much faster to woody vegetation,” Fridley said. “The double whammy is the trees themselves are going to change too.”

But young, rapidly growing trees can potentially absorb more carbon dioxide than weeds and grasses as they convert the heat-trapping gas to the sugar they need to grow. That means that undeveloped or abandoned land, if left undisturbed, could soon play a bigger role in offsetting human sources of carbon dioxide emissions. “Faster-growing forests on once-cultivated land aren’t going to solve the climate change problem,” Wright said. “But one of the reasons we care about these abandoned sites is they have really high potential for carbon sequestration.”

Paper: Jason Fridley and Justin Wright. Temperature Accelerates the Rate Fields Become Forests. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2018 DOI: 10.1073/pnas.1716665115

 

Keine verlässlichen Temperaturtrends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik

Augenmaß statt Hysterie, das fordern immer mehr Wissenschaftler. Viel zu lange haben Medien und bestimmte Wissenschaftler gemeinsam die Alarmschiene bedient und damit Aufmerksamkeit und Geldmittel zu erzielen. Aber nicht jedes Problem muss als Drama dargestellt werden. Gibt es nicht auch einen Mittelweg, um Dinge wie vernünftige Menschen mit kühlem Kopf zu regeln? Stewart Brand übt auf AEON Kritik an der weit verbreiteten Hysterie zum angeblichen Massenaussterben:

Rethinking extinction: The idea that we are edging up to a mass extinction is not just wrong – it’s a recipe for panic and paralysis
[...] Viewing every conservation issue through the lens of extinction threat is simplistic and usually irrelevant. Worse, it introduces an emotional charge that makes the problem seem cosmic and overwhelming rather than local and solvable. It’s as if the entire field of human medicine were treated solely as a matter of death prevention. Every session with a doctor would begin: ‘Well, you’re dying. Let’s see if we can do anything to slow that down a little.’ [...] Many now assume that we are in the midst of a human-caused ‘Sixth Mass Extinction’ to rival the one that killed off the dinosaurs 66 million years ago. But we’re not. The five historic mass extinctions eliminated 70 per cent or more of all species in a relatively short time. That is not going on now. ‘If all currently threatened species were to go extinct in a few centuries and that rate continued,’ began a recent Nature magazine introduction to a survey of wildlife losses, ‘the sixth mass extinction could come in a couple of centuries or a few millennia.’ [...] The range of dates in that statement reflects profound uncertainty about the current rate of extinction. Estimates vary a hundred-fold – from 0.01 per cent to 1 per cent of species being lost per decade.

Ganzen Artikel auf auf AEON lesen.

Das gefiel den Hysterikern natürlich gar nicht. Sie bekamen in Science Platz, um weiter zu dramatisieren.

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Zwischen 1980 und 2000 ist die Basis des heutigen Klimaalarmismus gelegt worden. Damals stiegen die globalen Temperaturen um ein halbes Grad an. Nicht auszudenken, wenn es so weitergegangen wäre. Aber die Erwärmung verlangsamte sich plötzlich, stoppte sogar teilweise. Hiatus, Slowdown. Heute weiß man: Ozeanzyklen von 60 Jahren Länge modulieren die Langzeittrends. Da wäre es falsch, die Flanken der Ozeanzyklen als Langzeittrend zu interpretieren – was aber genau passiert ist. Nun gilt es den Schaden zu begrenzen. Tia et al. veröffentlichten im Februar 2018 eine Arbeit, in der sie die Temperaturtrends der Meeresoberflächen während der letzten 130 Jahre analysieren:

Investigating the Uncertainty in Global SST Trends Due to Internal Variations Using an Improved Trend Estimator
A new criterion was proposed recently to measure the influence of internal variations on secular trends in a time series. When the magnitude of the trend is greater than a theoretical threshold that scales the influence from internal variations, the sign of the estimated trend can be interpreted as the underlying long‐term change. Otherwise, the sign may depend on the period chosen. An improved least squares method is developed here to further reduce the theoretical threshold and is applied to eight sea surface temperature (SST) data sets covering the period 1881–2013 to investigate whether there are robust trends in global SSTs. It is found that the warming trends in the western boundary regions, the South Atlantic, and the tropical and southern‐most Indian Ocean are robust. However, robust trends are not found in the North Pacific, the North Atlantic, or the South Indian Ocean. The globally averaged SST and Indian Ocean Dipole indices are found to have robustly increased, whereas trends in the zonal SST gradient across the equatorial Pacific, Niño 3.4 SST, and the Atlantic Multidecadal Oscillation indices are within the uncertainty range associated with internal variations. These results indicate that great care is required when interpreting SST trends using the available records in certain regions and indices. It is worth noting that the theoretical threshold can be strongly influenced by low‐frequency oscillations, and the above conclusions are based on the assumption that trends are linear. Caution should be exercised when applying the theoretical threshold criterion to real data.

Während die Erwärmungstrends im Südatlantik und tropischen Indik robst sind, konnten die Autoren keine statistisch verlässlichen Trends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik finden.