Sinus verschwiegen: Der dramatisierte Arktis-Meeresspiegel

Von Werner Kohl

Die Webplattform wissenschaft.de berichtete am 16. Juli 2019 über eine Arbeit von Rose et al., in der der Verlauf des Meeresspiegels des arktischen Ozeans zwischen 1991 und 2018 anhand von Radar-Satellitendaten untersucht wurde. Mit dieser Methode konnte die Höhe des Meeresspiegels auch durch das aufliegende Meereis hindurch bestimmt werden. Diese Arbeit („Arctic Ocean Sea Level Record from the Complete Radar Altimetry Era: 1991–2018“) steht zum freien Download zur Verfügung (pdf).

Das IPCC gibt in seinem 5. Sachstandsbericht („AR5“) einen mittleren Anstieg des Meeresspiegels von 3,2 mm/Jahr an (Zusammenfassung des Umweltbundesamts). In diesem Sachstandsbericht fehlten verlässliche Daten zum Meeresspiegelanstieg für das Nordpolarmeer, da das aufliegende Meereis die Datenerfassung bisher erschwerte. Diesem Manko konnte die Arbeit von Rose et al. nun abhelfen. Das Ergebnis dieser Arbeit fasste wissenschaft.de zunächst wie folgt zusammen:

Auch unter dem arktischen Meereis steigt der Meeresspiegel. Bezogen auf den Zeitraum der letzten 22 Jahre liegt der Anstieg bei durchschnittlich 2,2 Millimeter im Jahr, wie die Forscher berichten.

Dies bedeutet, dass der Meeresspiegelanstieg im Nordpolarmeer nur 2 Drittel so hoch ist wie im AR5 angegeben. Das ist doch recht erfreulich. Abb. 6b der Arbeit gibt diesen Sachverhalt wieder. Noch erfreulicher wird es, wenn man die Arbeit näher untersucht. In Abb. 6a wird der Pegelverlauf nämlich bis 1991, also über 27 Jahre, zurückverfolgt. Für diesen Zeitraum beträgt der mittlere Meeresspiegelanstieg sogar nur 1,54 mm pro Jahr – also nur die Hälfte des Werts im AR5. Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass die Daten zwischen 1991 und 1996 wegen des eingesetzten Satelliten ERS-1 weniger verlässlich seien. Hier ist die Abbildung 6 der Arbeit:

 

Auffällig ist, dass der Verlauf der Meeresspiegelanomalie offenbar eine Überlagerung eines linearen Anstiegs mit einer Sinuswelle der Periode ~11 Jahre zu sein scheint. Da zwischen 1991 und 1996 wohl ein Maximum der Sinuswelle vorliegt, ist verständlich, dass die Regressionsgerade in 6b etwas steiler ist – wurde doch dieses erste Maximum in der Regression nicht berücksichtigt. Diese gute Botschaft eines relativ geringen Meeresspiegelanstiegs wird getrübt durch den 2. Teil des Resümees:

Dieser Trend ist allerdings nicht stabil, sondern hat sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt: Bis etwa 2007 lag der mittlere Anstieg noch bei einem bis zwei Millimetern im Jahr, inzwischen erreicht er bereits Werte von bis zu acht Millimeter pro Jahr – Tendenz weiter steigend, so Rose und ihr Team.

Das wiederum klingt bedrohlich. Schauen wir doch mal auf die Abbildung 9, die zu diesem Resümee geführt hat:

 

Hier wurde eine Trendanalyse des Meeresspiegelanstiegs mit verschiedenen Anfangspunkten, aber bei jeweils gleichem Endpunkt durchgeführt. Dabei wird mit jedem Datenpunkt das Beobachtungsintervall um jeweils 5 Jahre gekürzt. Der 1. Datenpunkt besitzt – wenig überraschend – den Wert 1,54 mm/Jahr, da er die Steigung der Regressionsgerade über den gesamten Datensatz repräsentiert. Nicht dargestellt, aber passend zur Kurve, ist der Datenpunkt, der zu dem Intervall von Abb. 6b gehört.

Bis zum Datenpunkt 2004-2019 variiert die Kurve um oder unter 2 mm/Jahr, ist aber relativ konstant.
Beim vorletzten Datenpunkt (2009-2019) steigt der Wert für den Meeresspiegelanstieg auf etwa 3 mm/Jahr (also dem im AR5 genannten Wert) an. Dramatisch scheint aber der letzte Datenpunkt (2014-2019) zu sein, bei dem der Trend auf 8 mm/Jahr gestiegen ist. Bedeutet dies, dass sich die Situation in den letzten 5 Jahren wesentlich verschlimmert hat? Hat sich der Meeresspiegelanstieg im Vergleich zu den letzten 22 bzw. 27 Jahren vervierfacht oder gar verfünffacht?

Um es kurz zu machen: Diese Schlussfolgerung ist unsinnig und möglicherweise dem Umstand geschuldet, dass beim derzeitigen Zeitgeist möglichst jede Arbeit im Bereich der Klimaforschung alarmistische Botschaften enthalten muss. Schauen wir nochmal auf die Abbildung 6a:

 

Wir erkennen, dass der Intervallbeginn des letzten Datenpunkts der Trendanalyse (2014) offenbar ein in einem Minimum der Sinuskurve liegt, während das Intervallende (2018) offenbar in einem Maximum liegt. Und dieser ansteigende Ast der Sinuskurve wird extrapoliert („Tendenz weiter steigend“) und dient als Aufhänger für weiteren Alarmismus – ungeachtet des eigentlich erfreulich geringen Meeresspiegelanstiegs der letzten 22 bzw. 27 Jahre. Dies erinnert an die unhaltbaren Schlussfolgerungen der Arbeit von Nerem et al. die ich bereits vor einem guten Jahr thematisiert hatte.

Zum Schluss bleibt die Frage, was Rose et al. geschlussfolgert hätten, wenn diese Arbeit vor 5 Jahren erschienen wäre. Hätten sie geschrieben, dass aus der Trendanalyse der vorangehenden 5 Jahre zu schließen ist, dass der Meeresspiegel wieder fällt?

 

Klima-Video gelöscht und wiederhergestellt: Was ist bloß bei Youtube los?

Erinnern Sie sich noch an den Blauschopf, der massiv in den Europawahlkampf eingriff? Mit einer klimaalarmistische Youtube-Rede führte Rezo den deutschen Grünen massenhaft Wähler zu. Nach JasonHD hat nun auch die Youtuberin Naomi Seibt ein Gegenvideo zu Rezo erstellt. Souverän und ausgewogen diskutiert Naomi die wissenschaftlichen Klimaargumente. Das war der Youtube-Zensurbehörde offenbar zuviel Wissenschaft. Sie löschte kurzerhand das aufwendig produzierte Video. Zum Glück konnte man sich das Video zwischenzeitlich trotzdem noch auf einem anderen Kanal anschauen. Nun hat Youtube aber offenbar die Löschung wieder rückgängig gemacht. Bitte auf jeden all reinschauen, es lohnt sich (bisher 72.000 Clicks):

 

 

In ihrem eigenen Youtube-Kanal kommentierte Naomi Seibt die ursprüngliche Löschung:

 

 

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Spiegel-Interview am 29. Juni 2019 mit der berühmten Schimpansenforscherin Jane Goodall. Hier ein Auszug zu “Fridays for Future”:

Goodall: Greta hatte diese Idee, dass Kinder während der Schulzeit demonstrieren gehen. Das ist sehr verlockend für den Nachwuchs und hinterlässt großen Eindruck in der Öffentlichkeit. Das ist gut. Einige der Leute von “Fridays for Future” sind auch wirklich sehr engagiert. Ich weiß allerdings nicht, wie viele dieser Kinder sich tatsächlich für den Klimawandel interessieren oder wie viele einfach nur gern schulfrei haben.

SPIEGEL ONLINE: Sollten die Kinder lieber am Wochenende auf die Straße gehen?

Goodall: So war das nicht gemeint. Ich finde es gerechtfertigt, Unterricht ausfallen zu lassen, um für Umweltschutz zu demonstrieren. Trotzdem würde ich gerne jedes Kind fragen, warum es protestiert. Ich kenne eine Mutter aus Australien, deren Tochter gern mit demonstrieren wollte. Sie hat ihre Tochter gefragt, was sie der Regierung mitteilen wolle und die Tochter wusste es nicht. Also durfte sie nicht mitlaufen. Ich wünsche mir, dass die Kinder den Sinn hinter den Aktionen wirklich begreifen, damit sie sich auch langfristig einsetzen.

 

Bekommt Thor den anthropogenen Klimawandel nicht mit?

Von Bruno Hublitz

Die Mitwirkenden von Sciencists4Future werben in ihren apokalyptischen Fakten gleich zu Beginn im ersten Punkt, dass sich alles innerhalb der letzten 30 Jahre so fürchterlich verschlimmert hätte.

Zitat Nr. 1:

Weltweit ist die Durchschnittstemperatur bereits um etwa 1°C angestiegen (relativ zu 1850–1900) (IPCC 2013, 2018). Rund die Hälfte des Anstiegs erfolgte in den letzten 30 Jahren (NASA 2018, IPCC 2014)“.

Desweiteren lesen wir Zitat Nr. 2:

“Der Temperaturanstieg ist nahezu vollständig auf die von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen zurückzuführen (U.S. Global Change Research Program 2017, IPCC 2013, 2014)”,

und Zitat Nr. 3:

Bereits mit der aktuellen Erwärmung sind wir in vielen Regionen mit häufigeren und stärkeren Extremwetterereignissen und deren Folgen wie Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Starkniederschlägen konfrontiert (zum Beispiel IPCC 2012, 2013, 2018, National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine 2016)”.

Hervorhebungen durch den Autor. Der im Punkt Nr. 1 genannte Bezug auf die letzten 30 Jahre soll wohl psychologisch auf die Dramaturgie der Ereignisse hinwirken. Der Niedersächsische Landesdesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Forschungsstelle Küste –  hat für den Pegel Norderney die aktuellen Daten der Sturmtidenhäufigkeiten seit 1901 herausgegeben (mit Dank an die Pressestelle).

 

Abb. 1.  Sturmtidenhäufigkeiten am Pegel Norderney. Quelle: Niedersächsischer Landesdesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – Forschungsstelle Küste

 

Der Autor vermutet, dass ein stattlicher Teil der verehrten Leserschaft sich seiner Meinung anschließen wird, dass Sturmfluten in eine der vielen Kategorien der Extremwetterereignisse einzuordnen sind. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es dazu sehr abwägende Ansichten gibt, beispielsweise in Buch “Wütendes Wetter” von Frau Professor Dr. Friederike Otto.

Zitat Seite 36:

Es mag überraschend klingen, aber es gibt keine allgemeine Definition von Extremwetter. Was ein Extremereignis ist, hängt stark davon ab, was es an einem Ort anrichtet , wie gut der Ort darauf vorbereitet ist und wie angreifbar er ist. Mit anderen Worten: Es gibt keine richtigen und falsche Definitionen. Es gibt nur Definitionen, die Relevanz haben für Entscheidungen, die eine Region treffen muß, um sich auf das Wetter der Zukunft einzustellen“.

Überträgt man die Daten aus der Abbildung 1 in eine Excel-Tabelle und wendet man die Funktionalität “Trendlinie linear” an, erhält man folgende Abbildung 2:

Abb. 2.  Übertrag von Abb. 1 in Excel und Anwendung der Funktionalität “Trendlinie linear”

 

Nicht zu übersehen, bei einer sehr großen Variabilität ist ein gewisser Anstieg erkennbar. Wendet man die dramaturgischen letzten 30 Jahre an, so erhält man Abb. 3.

Abb. 3.  Übertrag von Abb. 1 in Excel, Anwendung der Funktionalität “Trendlinie linear” und Einschränkung auf die letzten 30 Jahre

 

Ojemine, was sehen wir, der Trend ist nun deutlich fallend! Hat der Sturmgott Thor (Link https://wiki.yoga-vidya.de/Sturmgötter) in den letzten 30 Jahren den anthropogenen Klimawandel in Ostfriesland verpasst, oder hat er nur die klimaklagende Familie Recktenwald auf der Nachbarsinsel Langeoog aufgesucht?

Ob auch das Computer-Programm der Attribution Science von der Philosophieprofessorin Friederike Otto von den vielen bisherigen zunehmenden Häufigkeiten all möglicher Klimakatastrophen als Ausnahme auch eine entwarnende Häufigkeit für die Ostfriesischen Inseln berechnen kann? Nach Ihrer Vorgabe sind zur Berechnung viele umfangreiche Klimadaten erforderlich. Diese Daten können sicher mit Leichtigkeit von den Anrainerstaaten der Nordsee geliefert werden, so wie sie für die standfeste und wetterfeste Auslegung der vielen Bohrinseln und Windparks genutzt werden.

Was lernt man daraus? Welche Klimadaten uns täglich auch auf den Tisch serviert werden, es ist zunächst immer ein sehr kritischer Blick darauf zu werfen. Erinnert sei an den schönen Blogbeitrag vom 5. April 2018  ”Signalanalyse – Randbedingungen für die Klimaforschung” von Herrn  Werner Kohl (Link). Wer macht mit: statt science4future lieber sceptical4future?

 

Grüner Wikipedia-Aktivist enttarnt: Andreas Lieb ist Andol

Breaking News in der Weltwoche am 17. Juli 2019:

Andreas Lieb: Knuttis grüner Schatten

Ein einziger Autor verfasst auf Wikipedia praktisch im Alleingang die Einträge zu «Klimaleugner», «Energiewende» und «Reto Knutti» . Widerspruch duldet der Vollzeit-Wikipedianer nicht. Hinter dem anonymen Vielschreiber versteckt sich der Aktivist Andreas Lieb. Wer bezahlt ihn?

[...]

Glaubt man Wikipedia, kann jeder Zweifel an der Klimadoktrin des Weltklimarates nur bösartig motiviert sein. Die Ursachen sind finanzieller oder psychopathologischer Natur. Denn es steht geschrieben im Buch der Bücher: «Mitte der 1990er Jahre gab es damit keinen vernünftigen Grund mehr für eine echte wissenschaftliche Debatte über die Aussage, dass der Mensch das Klima verändert hatte.» Was schon damals Tausende von Wissenschaftlern festhielten, sei «abgesichert». Es verbietet sich folglich auch jede Diskussion um den Klimaleugner an sich, denn jede Kritik und jede Widerrede wäre ein Akt des Leugnens. Der perfekte Zirkelschluss.

Die Diskussion erübrigt sich auch deshalb, weil der Wikipedia-Artikel über die Leugner-Lehre praktisch von einem einzigen Autor verfasst wurde. Eine Auswertung der Webseite zeigt: Zu 88,1 Prozent* war hier ein gewisser Andol am Werk, es folgen weit abgeschlagen Skra31 (3,3 %) und FranzR (1,1 %). Alle anderen «Mitautoren» wirkten im Promillebereich, sie korrigierten vielleicht einen Rechtschreibfehler oder ein Komma. Mit anderen Worten: Ein einziger Anonymus definiert auf der Enzyklopädie, die im Online-Bereich faktisch eine Monopolstellung hat, im Alleingang, was ein Klimaleugner sein soll.

Nun gibt sich Andol zwar wissenschaftlich, er verweist auf Publikationen und Autoren. Denn «Leugnismus» oder «Denialismus», so erfahren wir im Wikipedia-Beitrag zu «Science Denial», ist eine Wissenschaft. Nur: Andol hat auch 95,7 Prozent der Bearbeitungen von «Science Denial» zu verantworten. Und genauso verhält es sich auch mit den zumeist angelsächsischen Autoren und Publikationen, auf die er sonst noch verweist: Seine Quellen hat Andol zu einem guten Teil selber auf Wikipedia eingebracht.

[...]

Andol kümmert sich nicht nur um Klimaleugner. Er hat auch 90,8 Prozent der Wikipedia-Einträge zum Stichwort «Energiewende» und 73 Prozent der Texte zu «Einspeisevergütung» verfasst. Ein kritisches Wort zu den Nachteilen der alternativen Energieträger sucht man vergeblich. Und hier wird es nun definitiv gespenstisch.

Wie ist es möglich, dass eine anonyme Einzelmaske bei einem derart folgenschweren Unterfangen das vielleicht wichtigste Medium im deutschen Sprachraum praktisch solo kontrolliert? Zur Erinnerung: Wikipedia generiert bis zu einer Million Klicks pro Stunde und figuriert auf Rang fünf der meistbesuchten Websites in der Schweiz (Deutschland Rang sieben).

Wer ist dieser Anonymus? Das herauszufinden ist etwas schwieriger, aber nicht unmöglich. Andol hat beim Hochladen von Grafiken Spuren hinterlassen, und diese führen zu einem gewissen Andreas Lieb aus Grossostheim im schönen Freistaat Bayern. Lieb kandidierte in Grossostheim erfolglos auf der Liste der jungen Grünen für den Gemeinderat und trat im letzten Dezember als Redner bei einer lokalen Klimademo auf. Er zeichnete gelegentlich Online-Kommentare auf Zeitungsportalen mit seinem Alter Ego Andol.

Die Angaben zum Werdegang von Andol gemäss seiner Autorenseite auf Wikipedia – er hat Geschichte studiert und Artikel über die Eisenbahn geschrieben – und dessen Leidenschaft für Klimaleugner, Greta, Energiewende und Professor Knutti passen wiederum perfekt zum Twitter-Account des grünen Lokalpolitikers Andreas Lieb aus Unterfranken.

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Seit Andol 2011 auf Wikipedia aktiv wurde, hat er mehr als 180 eigene Artikel verfasst und über 20 000 Bearbeitungen an bestehenden Einträgen vorgenommen. Die statistische Erfassung seiner Interventionen zeigt, dass er die ganze Woche gleichermassen aktiv ist. Nach 13 Uhr loggt er sich ein, Tag für Tag. Mit der sturen Regelmässigkeit einer Schwarzwälder Kuckucksuhr legt er um 17 Uhr eine Pause ein, dann wird weiter gerackert bis Mitternacht und manchmal auch darüber hinaus.

Es ist das Muster einer Vollzeitstelle, acht Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Arbeitet Andol etwa um Gottes Lohn? Wir hätten es gerne von ihm persönlich erfahren. Doch alle Versuche, Andreas Lieb mit unseren Recherchen zu konfrontieren – via Telefon, via Mail, über lokale Politikerkollegen –, sind gescheitert. Lieb alias Andol stellt sich taubstumm.

[...]

Ganzen Artikel in der Weltwoche lesen (es lohnt sich). Siehe auch unseren Beitrag aus dem März 2018 “Wer ist Andol? Wikipedia hat ein nicht unerhebliches Aktivistenproblem

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Passend zum Thema erschien im März 2019 dieser Bericht in der Huffington Post:

Facebook, Axios and NBC paid this Guy to Whitewash Wikipedia Pages

And it almost always works.

Executives at the news company Axios were outwardly unperturbed when Jonathan Swan, one of the Politico-for-kids site’s star reporters, attractedwidespreadcondemnation last November for gloating about getting President Donald Trump to consider ending birthright citizenship.

“Our profile is going to get bigger and bigger and bigger, and we’re going to have more cool successes,” Axios editor-in-chief Nicholas Johnston told staff later. Executive editor Mike Allen acknowledged that Axios had, perhaps, erred ever so slightly, but seemed otherwise unconcerned with the criticism. “You can’t buy the amount of public exposure we got this past week for our journalism,” he wrote.

That may be true. What you can buy, however, are the services of a verbose, relentless Wikipedia editor willing to do whatever it takes to make sure that that public exposure is as flattering as possible. So, Axios did. Axios may not have expressed its worries about its reputational problem publicly or even to its own staff, but the company did hire Ed Sussman, a former head of digital for Fast Company and Inc.com who’s now a paid Wikipedia editor at WhiteHatWiki.com, to do damage control.

Weiterlesen in der Huffington Post. Siehe auch Beitrag auf Breitbart zum selben Thema.

 

Wann kommt das Red Team?

Ist es vernünftig, in wichtigen Fragen nur einer Beratergruppe zu vertrauen? Natürlich nicht. Firmen haben schon längst erkannt, dass es sich oft lohnt, eine zweite Gruppe zu befragen, welche die Ergebnisse der ersten Gruppe unabhängig und gezielt prüft. Die zweite Gruppe wird auch als “Red Team” bezeichnet. Wikipedia weiß:

Als Red Team oder als Rotes Team wird eine unabhängige Gruppe bezeichnet, welche eine Organisation zur Verbesserung der Effektivität bringen soll, indem sie als Gegner auftritt. Ziel ist es dabei immer, Sicherheitslücken aufzuspüren, bevor ein externer Dritter diese ausnutzen kann. Es ist besonders effektiv in Organisationen mit starren Strukturen und eingefahrenen Verfahrensweisen. Die Geheimdienste der Vereinigte Staaten, sowohl militärisch als auch zivil, haben rote Teams, die sich in die Position feindlicher Staaten versetzen und entsprechende Szenarien durchspielen und Berichte schreiben. Auch private Unternehmen, welche mit Regierungsorganisationen der USA zusammenarbeiten oder Rüstungsunternehmen sind, wie IBM und Leidos, sowie Regierungsbehörden wie das CIA nutzen bereits seit langer Zeit Red Teams. In den Streitkräften der Vereinigten Staaten werden sie verstärkt eingesetzt, seit der Prüfungsausschuss des Verteidigungsministeriums sie empfohlen hat.

Der Physiker Steven Koonin wirbt für die Einrichtung eines Red Teams in den USA, um die Ergebnisse des IPCC auf den Prüfstand zu stellen. In einem ausgezeichneten Vortrag aus dem April 2019 erläuterte er die wichtigsten Punkte der Klimadebatte:

 

 

(übrigens: sie können sich Untertitel in englisch oder deutsch anzeigen lassen, wenn Sie mit der Maus auf den unteren Rand des Youtubeschirms fahren. Dort gibt es ein Rechtecksymbol – links neben dem Rad).

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Kürzlich war Hitzewelle in Deutschland. Dann kühlte es sich schnell wieder ab. Auch in unseren Nachbarländern war es übrigens heiß, zum Beispiel in den Niederlanden. Und auch dort gibt es vernünftig denkende Menschen, die sich mit der Thematik auseinandersetzen. Aus den Niederlanden kontaktierte uns das Klimaatblog, das sich bereits 2015 mit dem Thema beschäftigt hat:

Vor ein paar Jahren hatten wir darüber auf meinem Blog einige Daten zusammen geschrieben. Mit Daten aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland. Link. Wir wollten sehen, ob die maximale Temperaturen und Hitzewellen in der Zeit zunehmen, und benutzte wo immer möglich längere Zeitreihen, am liebsten ab 1900. Unsere Schlussfolgerungen:

–es gibt einen Nord-Süd Gradienten, mit zunehmender Anzahl heisser Tagen (keine Neuigkeit)

–bei den maximale Temperaturen der hier in Betracht gezogen Stationen gibt es keinen deutlichen Trend

–die Anzahl der warmen Tagen nimmt zu, mit unterschiedlichem Tempo in den vier Ländern

–es ist erforderlich, die Definition von Hitzewellen zu standardisieren

Ein Leser schrieb uns kürzlich, ob es auch andere klimarealistische Blogs in Europa gäbe, man höre so wenig davon. Naja, das hängt u.a. damit zusammen, dass sie in ihren Landessprachen schreiben. Am einfachsten ist noch das Blog der GWPF zu lesen, da es in englisch ist. Weitere Blogs:

Frankreich: Pensée Unique

Niederlande: De staat van het klimaat

Norwegen: klimarealistene.com

Schweden: The Climate Scam

 

Die Sonne im Juni 2019 und die Muster der Erwärmung

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Die Sonne ist im tiefen Minimum des 11-jährigen Zyklus. Die festgestellte SSN (für SunSpotNumber) betrug ganze 1,2. An nur 4 Tagen des Monats zeigten die Beobachtungen überhaupt etwas, alle Flecken waren auf der Nordhemisphäre der Sonne. Der Vergleich mit dem Mittelwert, gebildet aus der jeweils monatlichen SSN der vorangegangenen Zyklen, wird nun im 127. Monat des Zyklus immer weniger valide: Nur 12 der 23 systematisch beobachteten waren so lang, um einen Wert beizusteuern. Der Mittelwert liegt so bei 18,8. Für den aktuellen Zyklus  macht das ganze 6% der mittleren Aktivität im Zyklusmonat.

Abb.1: Die Fleckenaktivität des gegenwärtigen SC (für Solar Cycle) 24 seit seinem Beginn im Dezember 2008 (rot) im Vergleich zum Mittelwert aller bisherigen SC ( blau) und dem über weite Strecken recht ähnlichen SC5 (schwarz), der um 1805 herum beobachte wurde.

 

Der Vergleich der Zyklen untereinander:

Abb.2: Die Aktivität der einzelnen Zyklen im Vergleich. Die Zahlen im Diagramm entstehen, indem die Abweichungen vom Mittelwert (blau in Abb.1) bis zum aktuellen Zyklusmonat aufsummiert werden.

 

Deutlich ist das Dalton-Minimum zu erkennen, die Zyklen 5,6 und 7 markieren es. Seitdem sahen wir übernormale Aktivität für SC 8-11 (das war 1830-1878), dann wieder eine unternormal aktive längere Phase für SC12-16 (1878-1933), woran eine recht lang anhaltende positive Anomalie bis 2008 anschloss. Dass der Folgezyklus SC25 übernormal aktiv werden könnte stellt sich schon allein aus Abb.2 als unwahrscheinlich dar. Auch die solaren polaren Felder weisen auf einen unternormal aktiven kommenden Zyklus hin.

Wie lange könnte das Minimum noch andauern? Wir hatten vor Monaten eine Schätzung abgegeben: August 2020 +-4 Monate.  Schaut man auf die polaren Felder, so wird klar, dass das Mittel zwischen Nord-u. Südhemisphäre sich noch nicht abwärts bewegt, die Feldstärke verharrt seit Oktober 2017. Erst wenn es da deutlich nach unten geht kann der neue Zyklus beginnen. Es spricht also wenig für ein baldiges Ende des Minimums.

Es gibt auch immer wieder Stimmen, die sich zur Stärke von SC25 äußern. Eine aktuelle Schätzung der NASA geht von einem deutlich schwächeren als der aktuelle aus: nur 30-50% so aktiv. Geschätzter Start auch da in 2020, das Maximum wird um 2025 erwartet. Es gibt bisher wohl keine Vorhersage, die starke Aktivität antizipiert. Nach allem was „Konsens“ ist, werden wir bis mindestens 2030 weiter eine recht ruhige Sonne sehen. Wohl kein „Grand Minimum“ wie es das  Maunder Minimum 1645-1715 markierte, aber ein „Dalton-Typ“ ist nicht unwahrscheinlich. Wir werden sehen, was dies für Auswirkungen auf die Erde haben wird.

 

Die Klimasensitivität und „Erwärmungsmuster“

Im März 2018 hatten wir über eine Arbeit berichtet, die mit den besten zur Verfügung stehenden Daten die Empfindlichkeit unseres Klimasystems herleitete. Lewis/Curry (2018) kommen zum Ergebnis: 1,3 °C für eine Verdopplung des CO2- Gehaltes der Atmosphäre während des Anstieges (Transient Climate Response), langfristiges Gleichgewicht (ECS) bei 1,7°C (vgl. Tab. 3 der Arbeit). Die Zahlen reagieren kaum empfindlich auf die Wahl von (größeren) Zeitfenstern, sie schwanken nur sehr wenig, ob man 1870…2016 auswertet oder 1930…2016. Es gab eine ganze Reihe von Vorläuferarbeiten auch anderer Autoren, die ebenfalls etwa diese recht geringen Werte fanden. Auch Arbeiten, die historische Zeiträume (letztes glaziales Maximum bis vorindustriell) unter die Lupe nahmen, widersprechen diesen niedrigen Zahlen nicht.

Dann sollten doch eigentlich die Messen gelesen sein, und viel dramatischere Sensitivitäts- Abschätzungen vor allem aus GCM-Modellbetrachtungen (für General Circulation Models)- 1,86 °C für TCR und 3 °C für ECS- sind nicht zutreffend? „So einfach ist das nicht!“ sagen einige Aktivisten, denn die geringe Empfindlichkeit des irdischen Klimas würde ja nicht zu hektischen  Aktionen zur Treibhausgasreduzierung führen. Wie also die GCM mit ihren besorgniserregenden Projektionen vor der Empirie retten? Ein Schlüsselargument bisher geht so: Modelle sagen eine andere räumliche Verteilung der Erwärmung der Ozeane voraus als das, was wir beobachten:

 

Abb.3: Die Erwärmungsmuster, die Modelle herleiten (oben) und die beobachteten Muster. Von besonderer Bedeutung ist, dass die CMIP5-Modelle als Ergebnis des (vor allem menschgemachten) Antriebes (daher das Model-Mean) eine recht gleichmäßige Erwärmung des tropischen Pazifiks angeben, die Beobachtungen jedoch eine bedeutend stärkere Erwärmung des westlichen tropischen Pazifiks gegenüber dem östlichen feststellen.  Die Abbildungen wurden mit dem KNMI Climate Explorer generiert.

 

Es könnte also durchaus sein, so Aktivisten, dass die Abweichung eine „Laune der Natur“ wäre, eine interne Variabilität, und nach Beendigung dieser eher zufälligen Episode die Erwärmung „modellkonform“ viel stärker wird im globalen Maßstab. Es ist die Rede von „Trajektorien“ die möglich waren und sein werden, und die Beobachtungen deshalb stark negativ abweichen, weil sie nur eine zufällige der möglichen Realisierungen der Erwärmungsmuster seien. Kurz zusammengefasst: “Was wir bisher beobachten ist nicht die wirkliche Realität, es wird bestimmt viel schlimmer, glaubt den Klimamodellen!“

Hier nun leisten zwei aktuelle Arbeiten Aufklärung. Um es vorweg zu nehmen: Die Beobachtungen der Erwärmungsrate sind korrekt, die abweichenden Muster der Klimamodelle  entstehen durch ihre  Unzulänglichkeiten und die Muster werden sich auch nicht ändern. In Dong et al (2019)  weisen die Autoren nach, dass wenn sich die konvektiven Regionen mit vielen Wolken des westlichen Pazifiks stärker erwärmen als die mit kaum Konvektion des Ostpazifiks, die globale  Gesamterwärmung deutlich weniger ausgeprägt ist. Werfen wir einen Blick auf die Bewölkung im tropischen Pazifik:

Abb.4: Die Konvektion ( „CAPE Index“) über dem tropischen Pazifik. Deutlich ist das Gefälle West-Ost zu sehen.  Quelle.

 

Die Konvektion im westlichen tropischen Pazifik führt dazu, dass es eine verstärkte Abstrahlung von Wärme in den Weltraum gibt, die dortige Erwärmung also viel effektiver abgebaut werden kann, als dies bei einer stärkeren Erwärmung des östlichen Pazifiks mit geringerer Konvektion, möglich wäre, vgl. Abb.4. Die Arbeit führt aus:

„For the west Pacific patch, warming is communicated to the upper troposphere, which warms the whole troposphere across all latitudes, causing a large increase in outgoing radiation at the TOA. Furthermore, the patch of warming locally decreases tropospheric stability, measured here as estimated inversion strength (EIS), but increases EIS remotely over tropical marine low clouds regions, yielding an increase in global low cloud cover (LCC) which enhances the global SW reflection….The results first highlight the radiative response to surface warming in tropical ascent regions as the dominant control of global TOA radiation change both in the past and in the future. …This surface warming pattern yields a strong global outgoing radiative response at TOA that can efficiently damp the surface heating, therefore producing a very negative global feedback.”

Es ist also ein klarer physikalischer Mechanismus, der dazu führt, dass die beobachtete stärkere Erwärmung des tropischen Westpazifiks zu geringeren globalen Sensitivitäten (=stärkeres negatives globales Feedback) führt. Die zweite Arbeit, Seager et al (2019) beschäftigt sich mit dem gleichen Phänomen und kommt zu dem Ergebnis, dass das beobachtete Muster nicht zufällig ist, sondern ein unmittelbares Ergebnis des Antriebes („Forcing“). Sie stellt fest:

“The main features of observed tropical Pacific climate change over past decades are consistent with a response to rising CO2, according to fundamental atmosphere and ocean physics….However, the strength of the tropical Pacific influence on global climate implies that past and future trends will diverge from those simulated by coupled climate models that, due to their cold tongue bias (ein Streifen kühleren Wassers in Äquatornähe des Ostpazifiks, d.A.), misrepresent the response of the tropical Pacific to rising CO2.”

Klimamodelle haben so große Defizite in der Abbildung des Geschehens im tropischen Pazifik, dass sie dadurch die Antwort auf den Antrieb global falsch ermitteln (vgl. Abb.3) und die Empfindlichkeit auf den Antrieb systematisch (so Seager et al) überschätzen (so Dong et al). Ob wir davon etwas in den Medien lesen werden? Eine mögliche Überschrift wäre: “Klimamodelle rechnen die Zukunft zu heiß!“ Wir sind diesbezüglich skeptisch.

Wir sind gespannt, ob die Ergebnisse der beiden bedeutenden Arbeiten überhaupt Eingang in den kommenden Sachstandsbericht des IPCC finden werden. Dann nämlich müsste man hunderte Seiten kritisch überarbeiten, die sich mit Modellprojektionen beschäftigen. Ein Grund mehr für uns, der Empirie zu vertrauen und nicht der „Playstation Klimatologie“. Aber was soll dann aus der „Panik“ werden, die uns „Fridays for Future“ verordnen wollen? Alles nur heiße Luft? Die Politik läuft heiß, weil die Modelle zu heiß laufen. Welche Wissenschaftler haben den Mut und sehen ihre Verantwortung, FFF und die Politik aufzuklären?

 

Milliardengrab Klima-Hype

Titel der Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick ist “Milliardengrab Klima-Hype”. Darin enthalten ist auch ein Artikel von Fritz Vahrenholt und Roland Tichy:

Klimawende: 7600 Milliarden fürs Klima

Angela Merkel hat eine weitere Verschärfung des Klimaziels ausgerufen – Deutschland soll CO2-neutral werden. Die Kosten dafür betragen bis 2035 das Doppelte der Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres. Welcher Haushalt kann 1000 Euro im Monat extra aufbringen?

Für Angela Merkel sind es nur wenige Worte: „Wir wollen bis 2050 klimaneutral sein.“ In der andächtigen Stimmung auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund, wo die Bundeskanzlerin sie sagte, folgte darauf Beifall der Gläubigen. Kein Wunder: Schließlich hatte der frühere investigative Journalist Hans Leyendecker als Präsident des Kirchentages ex cathedra verkündet: „Wer nicht anerkennen will, dass der Klimawandel menschengemacht ist, hat beim Kirchentag nichts zu suchen.“ Es geht also nicht mehr um wissenschaftliche Prüfung, sondern um ein neues Glaubensdogma – wer will da noch Zweifel wagen, wenn er nicht Galileo Galilei heißt? Die Kanzlerin konnte sich in der Einigkeit wärmen, die Religion dem Herz bietet. Wer will da schon nachrechnen, was es für die deutschen Haushalte finanziell bedeutet, wenn den Worten Taten folgen.

Die Kanzlerin will nun in der Klimapolitik „kein Pillepalle“ mehr, wie sie schon einige Tage zuvor den Bundestagsabgeordneten der Union verkündet hatte. Die Fridays-for-Future-Demonstrationen fordern die Reduktion auf null schon bis 2035, das Kommunikationsdesaster durch Youtuber Rezos „Die Zerstörung der CDU“-Video und die Wahl- und Umfrageerfolge der Grünen haben ganz offensichtlich bei der Kanzlerin Wirkung gezeigt. Man erinnert sich an 2011 und die Hauruck-Entscheidung zum vorzeitigen Atomausstieg. Wenn Merkel den Eindruck gewinnt, dass die Deutschen gerne die Welt retten wollen, dann entscheidet sie manchmal eben ganz schnell, koste es, was es wolle. Nur Stimmen und Stimmung zählen. Ökonomische oder sonstige Rationalitäten spielen dann keine Rolle mehr – wie später dann auch bei der Grenzöffnung. Und jetzt die Klimawende wegen demonstrierender Schüler und singender Protestanten.

Weiterlesen in Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick “Milliardengrab Klima-Hype”

 

 

Und hier noch ein Auszug aus einem weiteren Artikel der Ausgabe 08-2019. Autor ist Fritz Vahrenholt:

KLIMA-FAKTEN
Die Realität untergräbt das Modell
Was macht man als Schreckensprophet, wenn die Realität nicht so will wie die Prognosen? Richtig, man verringert die Zielwerte; dann ist die Bedrohungslage wiederhergestellt. Und ansonsten ignoriert man die Fakten und spricht im Konjunktiv. Ja, es könnte alles ganz schlimm werden

Seit mehr als 20 Jahren sollen uns die Klimamodelle des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Angst einflößen. Zwei Grad Erwärmung gegenüber der ausklingenden Kleinen Eiszeit Ende des 18. Jahrhunderts dürfen nicht überschritten werden, hieß es. Die Katastrophe drohe, denn es würden noch in diesem Jahrhundert drei, vier oder gar fünf Grad Erwärmung erreicht, weil die CO2-Konzentration von vorindustriellen 0,028 Prozent auf 0,056 Prozent im Jahr 2100 anstiege, wenn nicht eingegriffen würde.

So weit das Modell. Allerdings hat die Realität nicht mitgespielt. Die tatsächliche Erwärmung fiel geringer aus als die Modellprognosen. Pro Jahrzehnt sind bei Satellitenmessungen nur 0,13 Grad Celsius an globaler Erwärmung festzustellen. Wenn sich der Trend fortsetzt, würde man ohne drastische CO2-Vermeidungsmaßnahmen im Jahr 2100 bei etwa zwei Grad landen. Irgendetwas war offensichtlich falsch an der Annahme, die Klimaentwicklung der vergangenen 150 Jahre werde allein vom Menschen bestimmt. Das sprach sich herum, und so verwundert es nicht, dass 2017 die Hälfte der amerikanischen Meteorologen den Beitrag von CO2 zur Erwärmung der Welt nur noch mit weniger als 60 Prozent angab.

Weiterlesen in Ausgabe 08-2019 von Tichys Einblick “Milliardengrab Klima-Hype”

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Florian Josef Hoffmann am 5. Juli 2019 in The European:

Noch unberechenbarer als das Wetter ist das Klima

Die Leser-Reaktionen auf meinen letzten Beitrag „CO2 ist kein Gift – Elektroautos verstärken das Klimaproblem“ waren überaus positiv, wohl weil ich das CO2 so bodennah beschrieben habe, das heißt, vorwiegend aus eigenem Erleben. Persönliches Erleben wird schwieriger, wenn es um Vorgänge geht, die in der Atmosphäre bis hinauf in 10 oder 20 Kilometer Höhe oder noch höher stattfinden, wenn es also ums Wetter geht. Ich versuch’s trotzdem.

In guter Erinnerung ist uns noch der waghalsige Stratosphären-Sprung des Österreichers Felix Baumgartner im Jahr 2012 – aus immerhin 39 km Höhe. Baumgartner könnte aus eigenem Erleben erzählen, wie ihn der Heliumballon nach oben getragen hat, welche Temperaturen und Drücke er gemessen hat, welchen Winden er ausgeliefert war und ab wann er im Fall bei einer Geschwindigkeit jenseits der Schallmauer den Luftwiderstand gespürt hat – anfangs angesichts der dünnen Atmosphäre wohl kaum, sonst wäre er nicht so schnell geworden und auch weiter unten nur beschränkt. Immerhin war er luftdicht eingepackt. Kein normaler Passagier will es Baumgartner nachmachen. Unsereins bleibt beim Flug nach New York in 11 Kilometer Höhe bei 62 Grad Außentemperatur schön warm in seinem Flugzeug sitzen und wartet, bis wir mit festem Boden unter den Füßen wieder unbeschädigt aussteigen kann. Unser atmosphärisches Erleben während des Fluges beschränkt sich auf einen Geringen Druckabfall, auf den Blick in die Sonne und oft auch auf die geschlossene Wolkendecke unter uns. Das war’s dann auch.

Jemand, der etwas mehr erzählen kann, ist der Schweizer Abenteurer Bertrand Piccard, der Sohn des berühmten Tiefsee-Weltrekordlers Jaques Piccard. Piccard junior hat sich nicht den Tiefen des Ozeans, sondern den Höhen der Erdatmosphäre verschrieben. Er hat vor zwanzig Jahren zusammen mit seinem Co-Piloten in einem Heißluft/Gas-Ballon als erster Mensch ohne Zwischenlandung die Erde umrundet, und das in nur 20 Tagen. Ich hatte vor einigen Jahren das Glück, bei einem Vortrag zugegen zu sein, in welchem Piccard jun. Details seines großen Abenteuers beschrieb.

Weiterlesen in The European

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Man soll ja keine Witze über Nachnamen machen, dafür können deren Halter nämlich nichts. Aber bei Volker Quaschning ist es etwas anderes. Sein leicht veränderter Name ist für ihn schon seit längerem Programm. Zu heiß, zu kalt, zu feucht, zu trocken – alles sieht der Photovoltaik-Ingenieur und Hobbyklimatologe als Bestätigung für die Klimakrise. Nun ist einem erfahrenen Meteorologen die Hutschnur geplatzt. In einer Twitter-Serie schreibt Jörg Kachelmann über einen kürzlichen Quaschning-Tweet (hier im Original):

The nutty Professor at its best. Vor ein paar Wochen: Dürre, weil Monsun zu spät kam: Klimawandel. Jetzt Monsun da: Klimawandel. Genauso macht man die Wissenschaft lächerlich, indem man jährlich wiederkehrende normale Dinge alle dem Klimawandel unterschiebt, um sein peinliches…

geldgieriges Süppchen zu kochen. Es gibt so viele eindeutige Zeichen für den Klimawandel. Dadurch, dass nun neuerdings alles Klimawandel ist, schadet man dem richtigen und wichtigen Anliegen, ihn zu bekämpfen, am meisten – wenn es nicht um das Anliegen, sondern Förderkohle geht.

Dass es den meist potsdämlich-berlinesken Doomsday-Heulbojen nur um die eigene Förderkohle (und manchen Fernsehmeteorologen um die schön schauerlichen Klimavorträge bei der Kreissparkasse) und nicht um die Welt geht sieht man auch daran, dass die tägliche Ausrufung des….

…Weltuntergangs kontraproduktiv ist, um Menschen zu richtigen und wichtigen Massnahmen gegen Klimawandel mitzunehmen. “Wenn die Katastrophe ja angeblich schon da ist, warum denn noch was tun? Ist eh zu spät.” Nein, wir können noch was tun, aber der Weg für nicht über die…

…peinliche Habgier von Professoren, denen die Dürre in ihrem eigenen Drittmittelfluss (muss die Hitze sein ;-) viel grössere Sorgen macht als der Klimawandel und sturzbetroffene junge Menschen als Lautsprecher benutzen, statt ihnen zu sagen, was man weiss – und was (noch) nicht

 

Fabrikation von Wahrheiten

Die Weltwoche setzt sich seit geraumer Zeit für mehr Realismus in der Klimadiskussion ein. Angesichts der klimastreikenden Schüler hat die Weltwoche nun ein Sonderheft zum Klimawandel herausgebracht. Man kann nur hoffen, dass die Schüler darin ein wenig lesen, falls Einpeitscherin Greta es ihnen gestattet. Die Artikel sind kostenlos aufrufbar. Das pdf des Gesamtheftes gibt es hier. Die Links zu den einzelnen Beiträgen lauten wie folgt:

Intern: Klimawandel für die Schule

Wenn das Klima zur Glaubensfrage wird

Es gibt wichtigere Sorgen

Gletschermanns Entdeckung

Die Rechnung, bitte

Menschengemachte Schwankungen

Alge des Jahres

«Reale Probleme werden ignoriert»

Verbesserte Umwelt

Wahre Kosten

Fabrikation von Wahrheiten

Fehlalarm um die Eisbären

Erdbeeren im Januar

Wie man mich zum Klimaleugner machte

Wieweit folgen Wissenschaftler dem Herdentrieb?

«Wahnsinn in der Methode»

Vernebelungstaktik beim Klimawandel

Sag mir, wo du stehst

Einer der Beiträge wurde von Fritz Vahrenholt verfasst:

Fabrikation von Wahrheiten

Die Frage ist nicht, ob CO2 einen Einfluss auf die Erdtemperatur hat, sondern in welchem Ausmass. Die Wissenschaft liefert die abschliessende Antwort nicht. Womöglich steckt in der Klimapolitik eine grössere Bedrohung für die westliche Zivilisation als im Klimawandel.

97 Prozent der Klimawissenschaftler unterstützen die Aussage des Weltklimarates – dies wird denjenigen entgegengehalten, die im Spektrum der Klimawissenschaft zu Ergebnissen kommen, die dem Mainstream widersprechen. Insbesondere in Diskussionen mit Politikern, Journalisten, aber auch Klimaaktivisten ist dieser Hinweis das probate Mittel, um jeden Zweifel abzublocken. Zweifel etwa, ob es nicht auch natürliche Ursachen für einen Teil der Erwärmung gegeben haben könnte; ob nicht das CO2 in seiner Klimawirkung überschätzt sei; ob die Klimamodelle wirklich ein zureichendes Bild der realen Klimaentwicklung abgäben.

Der immer wieder zitierte 97-Prozent-Konsens beruht auf einer Arbeit von John Cook, einem australischen Psychologen, aus dem Jahr 2013. Cook hat klimawissenschaftliche Artikel aus den Jahren 1991 bis 2011 untersucht. Er stellte fest, dass 97 Prozent der Veröffentlichungen einen Zusammenhang zwischen Erwärmung und anthropogenem Einfluss annehmen. Schaut man sich die Studie Cooks allerdings etwas genauer an, stellt man fest, dass gerade mal 1,6 Prozent diesen menschlichen Einfluss mit mehr als 50 Prozent beziffern, die restlichen 95,4 Prozent sehen einen Zusammenhang, ohne ihn zu quantifizieren.

Die weit überwiegende Zahl der Wissenschaftler – ich zähle mich zu ihnen – sieht den CO2-Ausstoss durch den Menschen als eine von mehreren Ursachen für die globale Erwärmung der letzten 150 Jahre. Darunter sind einige, die den CO2-Beitrag auf weniger als 50 Prozent einschätzen, einige sicher auch auf 60 oder gar 80 Prozent. Der Uno-Weltklimarat (IPCC) behauptet in seinem Bericht aus dem Jahr 2018, dass ausschliesslich menschliche Aktivitäten für den Anstieg von 0,9 Grad Celsius seit 1850 ursächlich sind. Und landauf, landab verbreiten Politik und Medien, die Wissenschaftler seien sich zu 97 Prozent einig. Abweichende Meinungen werden damit als absurd oder skurril gebrandmarkt.

Da ist es doch interessant, einen Blick auf den letzten Bericht der American Meteorological Society aus dem Jahr 2017 zu werfen. 42 Prozent der befragten Meteorologen erachteten die Natur als bedeutsamere oder mindestens gleichwertige Ursache für die Erwärmung. 49 Prozent sehen den Menschen als Urheber im Vordergrund, allerdings vermuten auch hier nur 15 Prozent den Menschen als alleinig ursächlich: gegenüber der Untersuchung des Zeitraumes 1991 bis 2011 eine deutliche Steigerung, aber eben nur um 15 Prozent.

Nun werden naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht per Mehrheitsentscheid proklamiert. Gerade wenn sich zu politisch gehypten Themen eine unselige Allianz aus Politik, Medien und Wissenschaft bildet, wird es immer gefährlich. Auf dem Höhepunkt der Waldsterbensdebatte in den neunziger Jahren waren die wenigen abweichenden Wissenschaftler sehr schnell isoliert. Sie wurden von den Medien nicht mehr zitiert und von Forschungsmitteln abgeschnitten. Die Realität gab ihnen später recht.

Viele Menschen goutieren Schwarzweiss-aussagen, welche die komplizierte Welt so einfach wie möglich erklären. Von 97 zu 100 Prozent Konsens betreffend menschenverursachtes Klima ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt, der alles kolossal vereinfacht und die Schuldfrage auch noch gleich löst. Dabei wird in der Klimawissenschaft mit so extremen Unsicherheiten operiert wie sonst nirgendwo. Sämtliche Klimaberichte strotzen nur so vor Unsicherheiten. Erkenntnisse werden mit Konfidenzbereichen ausgewiesen: «sehr wahrscheinlich», «wahrscheinlich» und «unwahrscheinlich». Man stelle sich vor, Galileo oder Einstein hätten ihre gesetzmässigen Erkenntnisse mit derart ungefähren Formeln begründet.

Weiterlesen in der Weltwoche

 

Leseempfehlung zur Klimadebatte: Welt in Angst – von Michael Crichton

Der Klimaalarm erlebt gerade wieder eine Hochphase. Nachdem man jahrelang Schulbücher und Lehrer auf Linie getrimmt hat, fuhr man nun mit einer inszenierten Schülerprotestwelle reiche Ernte ein. Dabei war es vollkommen gleichgültig, dass die Schüler weder Schulabschluss noch einen tieferen wissenschaftlichen Einblick in die Materie hatten. Hauptsache es waren viele Schüler, die auch noch laut und medienwirksam riefen. Vielleicht war die fachliche Unbedarftheit sogar Voraussetzung, denn wer sich auch nur ein bisschen in der Materie auskennt, hätte den Aktivistenbraten bereits frühzeitig gerochen. Ok, Tor für Klimaalarm, müssen wir mit klarkommen.

Die Muster der Klimadebatte haben sich überraschenderweise in den letzten zwei Jahrzehnten kaum verändert. Das macht auch die Lektüre des Romans Welt in Angst von Michael Crichton überdeutlich. Wer diesen Schmöker noch nicht gelesen hat, dem sei er wärmstens (!) empfohlen. Crichton war ein vielfach mit Preisen ausgezeichneter US-amerikanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Sein gesunder Menschenverstand ließ ihn an der damals aufkeimenden Klimaapokalypse zweifeln, was er literarisch perfekt und wissenschaftlich überzeugend verarbeitete. Wikipedia zum Buch:

2004 kam sein umstrittener Roman Welt in Angst heraus. Darin geht es um Ökoterroristen, die ein künstliches Seebeben auslösen wollen, um die Welt in Angst vor dem Klimawandel zu halten. Der Roman kritisiert die nach Meinung des Autors ideologisierte Wissenschaft. Crichton hielt die Thesen vom weltweiten Klimawandel für falsch; wenn es überhaupt eine Erwärmung gebe, dann sei sie Teil eines natürlichen Zyklus, da sich die Erde seit der letzten Eiszeit erwärme.

Näheres zum Inhalt (von der Buchseite auf Wikipedia):

George Morton ist ein amerikanischer Millionär, der mit seinem Geld Umweltorganisationen unterstützt. Als er bei einem Autounfall verunglückt, möchten Umweltaktivisten überraschend schnell sein Erbe antreten. Georges Anwalt und guter Freund Peter Evans macht sich auf die Spur der verschwundenen Millionen. Begleitet vom geheimnisvollen Agenten John Kenner, stellt Peter fest, in welche dubiosen Projekte Georges Unterstützung geflossen ist und wird gezwungen, seinen eigenen Standpunkt komplett neu zu überdenken.

Den Rest der zitierten Wikipediaseiten brauchen Sie übrigens nicht zu lesen, da Aktivisten das Werk wie üblich in der Luft zerreißen. Hier ein kurzes Beispiel:

Zwar seien die vorgebrachten Argumente auf den ersten Blick plausibel, tatsächlich seien sie jedoch Scheinargumente, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhielten. Oft seien sie auch einfach nur falsch. Tatsächlich zeige die Lektüre deutlich, dass Crichton auf gängige Pseudoargumente von Klimaskeptikern reingefallen sei. Umweltschützer warfen ihm zudem Missverständnis von Fakten sowie Fehlinformationen und die Leugnung der anthropogenen Ursachen der Klimaerwärmung vor.

Gegenargumente gibt es wie üblich nicht. Genießen Sie daher das Buch. Ihnen wird vieles sehr bekannt vorkommen, obwohl das Buch bereits vor 15 Jahren erschien.

 

 

 

(übrigens: sie können sich Untertitel in englisch oder deutsch anzeigen lassen, wenn Sie mit der Maus auf den unteren Rand des Youtubeschirms fahren. Dort gibt es ein Rechtecksymbol – links neben dem Rad).

 

 

Michael Crichton verstarb am 4. November 2008 an Krebs.

 

Siehe auch Artikel von Bob Tisdale zum Buch.

 

Klimawandel in Deutschland – Die Fakten

www.klimawandel-in-deutschland.de