Weltozeane haben im letzten Jahrzehnt mehr CO2 gepuffert

Der University of California, Santa Barabara, war es sichtlich unangenehm, gute Nachrichten verkünden zu müssen: Die Weltozeane haben im letzten Jahrzehnt dank langsamerer Ozeanzirkulation mehr CO2 gepuffert, das der Atmosphäre als Treibhausgas damit entzogen wurde. Hier die Pressemitteilung:

Decoding Ocean Signals

Geographer Tim DeVries and colleagues determine why the ocean has absorbed more carbon over the past decade

With the ocean absorbing more carbon dioxide (CO2) over the past decade, less of the greenhouse gas is reaching the Earth’s atmosphere. That’s decidedly good news, but it comes with a catch: Rising levels of CO2 in the ocean promote acidification, which breaks down the calcium carbonate shells of some marine organisms. The cause of this recent increase in oceanic CO2 uptake, which has implications for climate change, has been a mystery. But new research from UC Santa Barbara geographer Timothy DeVries and colleagues demonstrates that a slowdown of the ocean’s overturning circulation is the likely catalyst. Their findings appear in the journal Nature. “Such a slowdown is consistent with the projected effects of anthropogenic climate change, where warming and freshening of the surface ocean from melting ice caps leads to weaker overturning circulation,” DeVries explained. “But over the time periods we studied, it’s not possible to say whether the slowdown is related to natural climate variability or to climate change caused by human activity.”

DeVries and fellow researchers Mark Holzer of the University of New South Wales in Sydney and François Primeau of UC Irvine compiled existing oceanographic tracer data — measurements of temperature, salinity, CFCs (manmade gases that dissolve into the ocean) and carbon-14 — and separated it into three decade-long time periods: the 1980s, the 1990s and the 2000s.  Subsequent computer analysis of that data enabled the researchers to characterize ocean circulation — the transfer of water from the surface to the deep ocean and back again — for each time period. They then analyzed ocean-atmosphere carbon exchange and ocean carbon cycling within their circulation model. “As the circulation changed from decade to decade —1980s to 1990s to 2000s — the model predicted a big dip in oceanic CO2 uptake during the 1990s, then a large increase in uptake during the 2000s,” DeVries explained. “Furthermore, these swings were attributed directly to the changes in ocean circulation.”

According to DeVries, this finding may seem counterintuitive. Prevailing scientific wisdom asserts that the deceleration of circulation diminishes the ocean’s ability to absorb anthropogenic CO2 from the atmosphere as surface waters warm and become saturated with CO2. “While that is true, there is another effect that appears to be more important in the short term,” DeVries said. “The weaker overturning circulation brings less naturally CO2-rich deep waters to the surface, which limits how much of that gas in the deep ocean escapes to the atmosphere. That causes the ocean to absorb more CO2 from the atmosphere.”

Journal Reference: Tim DeVries, Mark Holzer, Francois Primeau. Recent increase in oceanic carbon uptake driven by weaker upper-ocean overturning. Nature, 2017; 542 (7640): 215 DOI: 10.1038/nature21068

 

Endlich überprüfbare Vorhersagen: Projekt MiKlip legt Mittelfristprognose für Erderwärmung bis 2023 vor

Das Projekt MiKlip erstellt Klimavorhersagen für die kommenden 10 Jahre. In einer Pressemitteilung der Gruppe vom 26. Januar 2017 heißt es:

Erste experimentelle dekadische Klimavorhersagen im interaktiven Online-Tool

Das MiKlip-Projekt hat als Hauptziel, ein dekadisches Klimavorhersagesystem zu entwickeln, welches vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben werden wird.

Ein großer Schritt in Richtung dieses Zieles wurde heute erreicht, da eine erste Version der operationellen Kette erfolgreich vervollständigt wurde und, als letztes Bindeglied der Kette, die dekadischen Klimavorhersagen auf der MiKlip-Webseite veröffentlicht wurden. Die Webseite stellt die aktuelle dekadische Vorhersage der bodennahen Temperatur für 2017-2026 für die gesamte Erde sowie den Nordatlantik dar. Es ist geplant, dass die Webseite in zukünftigen Ausgaben der Vorhersagen um weitere Variablen und Regionen erweitert werden wird.  Die Besucher und Besucherinnen der Webseite haben die Möglichkeit, interaktiv zu erkunden, welche Informationen dekadische Vorhersagen liefern können. Gleichzeitig erhalten sie einen Einblick in die Qualität des MiKlip-Systems.

Da sich die Vorhersagen noch in der Entwicklungsphase befinden, sollen die gezeigten Vorhersagen als Experiment verstanden werden und nicht als Grundlage für Entscheidungen verwendet werden.

Die Webseite ermöglicht es den Besuchern und Besucherinnen zwei verschiedene Varianten der Vorhersagen zu erkunden. Diese werden als Zeitreihen und Karten dargestellt. Die Webseite liefert außerdem eine Evaluierung der Vorhersagegüte des MiKlip-Systems, d.h. Informationen darüber, wie gut retrospektive Vorhersagen Beobachtungen in der Vergangenheit erfasst haben. Die Vorhersagegüte des MiKlip-Systems wird mit der Vorhersagegüte zweier Standardreferenzvorhersagen (Klimatologie und Klimaprojektion) verglichen.

Die Besucher und Besucherinnen der Webseite werden dazu ermutigt, ihre Kommentare und Rückmeldungen zur Seite mithilfe des  Feedback-Knopfs weiterzugeben.

Hier gelangen Sie direkt zu den dekadischen Klimavorhersagen für 2017-2026:

www.fona-miklip.de/1/dekadisches-klimavorhersagesystem/dekadische-klimavorhersage-fuer-2017-2026/

Weitere Informationen:
Mehr über dekadische Klimavorhersagen und die zugrundeliegende Forschung
Informationen zu den einzelnen MiKlip-Arbeitspaketen

Eine begrüßenswerte Initiative, denn die Vorhersagen können in den kommenden Jahren mit der realen Entwicklung verglichen und die verwendeten Modelle somit qualitativ bewertet werden. Hier die globale MiKlip-Prognose für die kommenden 10 Jahre (Abb. 1):

Abbildung 1: MiKlip-Vorhersage für die globale Temperaturentwicklung. Screenshot der Webseite vom 20.2.2017.

 

Verwendet werden dabei HadCRUT4-Temperaturdaten, die deutlich mehr Erwärmung zeigen als die Satellitendaten RSS und UAH. Der Anstieg im Jahr 2012 hat nicht etwa mit einer Erwärmung zu jener Zeit zu tun, sondern mit dem späteren El Nino, der in das 4-Jahresmittel (2012=2012-2015) einfließt. Auf jeden Fall wird es nun in den kommenden Jahren spannend, denn der El Nino ist vorbei. Werden die Werte wirklich so ansteigen, wie von MiKlip vermutet? Die Pognose ist auf dem Tisch, die Zeit tickt, warten wir es ab.

MiKlip bietet auch eine Prognose für den Nordatlantik an (Abb. 2). Dort sollen in den kommenden Jahren die Temperaturen nach einem Zwischentief wieder auf das Niveau von 2005 steigen. Die Erwärmung pausiert dort also seit 2003.

 

Abbildung 2: MiKlip-Vorhersage für die Temperaturentwicklung im Nordatlantik. Screenshot der Webseite vom 20.2.2017.

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Das Bundesumweltministerium macht jetzt ernst mit dem Klimaschutz. Ab sofort gibt es auf offiziellen Veranstaltungen nur noch vegetarische Kost, wie Spiegel Online am 18. Februar 2017 berichtete:

Umweltministerium serviert nur noch vegetarische Kost
Kein Fleisch, kein Fisch: Bei Veranstaltungen des Umweltministeriums gibt es nur noch Vegetarisches. Man wolle glaubwürdig und vorbildlich sein, heißt es.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Die Wissenschaftsjournalistin Mish Michaels wurde Anfang Februar 2017 von ihrem Sender WGBH News (Boston) entlassen, weil sie der klimaalarmistischen Idee sowie der Sicherheit bestimmter Impfstoffe skeptisch gegenübersteht. WGBH wollte dieses Verhalten offenbar nicht tolerieren. Offiziell heißt es, die Mitarbeiterin hätte das Unternehmen aus “persönlichen Gründen” verlassen. Nachzulesen im Boston Globe (via GWPF).

 

Forscher der Arizona State University fordern 500 000 000 000 Dollar, um das arktische Meereis um einen Meter zu verdicken

Anfang Februar 2017 war der Klimawissenschaftler Hans von Storch zu Gast in der SWR 1-Sendung “Leute”. Es ist schon erstaunlich, wie sehr die SWR Moderatorin Nicole Köster versucht, aus Herrn Storch Klimaalarmismus zu entlocken. Der allerdings bleibt völlig gelassen und entgegnet mit Anpassungsmaßnahmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Hut ab vor Hans von Storch. Das 34-minütige Interview können Sie als Podcast auf der SWR-Webseite nachhören.

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Kontrastprogramm bei der Arizona State University. Vollständiger Hirnriss. Eine Wissenschaftlergruppe schlägt im Fachblatt Earth’s Future vor, das arktische Meereis aus Klimaschutzgründen um einen Meter zu verdicken. Dazu wollen sie 10 Millionen windbetriebene Pumpen installieren, die Meerwasser auf die Eisoberfläche befördern, wo es dann gefriert. Kostenpunkt: 500 Milliarden Dollar. Der Damm, der die Realität vom Wahnsinn trennt, ist hier offensichtlich völlig gebrochen.

Siehe auch Bericht auf grenzwissenschaft-aktuell.de.

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Irrsinn, Teil 2. Am 9. Februar 2017 traute man in der Neuen Zürcher Zeitung seinen Augen nicht:

Flughafen Wien: Gericht verbietet dritte Landebahn wegen Klimawandel
Der Wiener Flughafen darf nicht ausgebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht untersagte den geplanten Bau einer dritten Start- und Landebahn, weil dadurch der Flugverkehr und damit die Treibhausgasemissionen Österreichs deutlich ansteigen würden. Der Schutz vor den negativen Folgen des Klimawandels sei höher zu bewerten als die positiven Effekte für die Arbeitsplätze und den Standort, erklärte das Gericht.

Weiterlesen in der NZZ. Siehe auch ausführlicher Bericht auf Inside Climate News.

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In einer Pressemitteilung vom 9. Februar 2017 gab das Geophysikalische Instituts der norwegischen Universität Bergen bekannt, dass sich die sommerlichen und herbstlichen Wetterfronten in Europa während der Satellitenära ab 1979 verschärft hätten. Fairerweise geben die Autoren jedoch zu bedenken, dass der betrachtete Zeitraum zu kurz sein, um auf eine anthropogene Beeinflussung zu schließen. Noch sei unklar, ob es sich nicht vielleicht um ein Ergebnis der natürlichen Variabilität im Zuge der 60-jährigen Ozeanzyklen handelt. Hier die Meldung:

Increase in the number of extremely strong fronts over Europe?

A new research finds an increase of strong and extremely strong fronts in summertime and autumn over Europe. If this is a trend or caused by climate change remains to be seen, according to lead author Sebastian Schemm.

Weather fronts are for good reason key elements on our daily weather chart. When they traverse from west to east across Europe they can bring vigorous weather changes, often in connection with high wind speed, gusts, heavy precipitation or often hail. The latter affects mostly continental Europe during the summer season and much less the Nordic countries.

In a recent study in Geophysical Research Letters  Sebastian Schemm from Geophysical Institute and the Bjerknes Centre for Climate Research, and co-authors from the University of Bern and ETH Zürich revealed an increase in the number of strong and extremely strong fronts over Europe mainly during summer and autumn. The study was also selected as as research highlight in Nature Climate Change. In their study, the authors investigated gridded data based on observations and satellite retrievals for the period between 1979–2014.

No comparable trend is identified over continental North America. Because frontal precipitations increases with the strength of a front, this findings may help to better understand the high spatio-temporal variability of precipitation trends across Europe. “Surprisingly meteorologist have yet to settle on a single front definition”, argues Sebastian Schemm, but  “in our study we relied on a very common method that helps meteorologist to draw surface fronts”. In this definition information about temperature and moisture contrasts are combined into one single variable. Accordingly the authors are able to pinpoint increasing atmospheric humidity as the underlying cause of the observed trend in extreme fronts.

According to the IPCC AR5 report, humidity trends are significant over Europe but mixed or close to zero over parts of North America. This is in agreement with the trend in weather fronts. However, according to the lead author, it remains to be seen if the increase in the number of extremely strong fronts is tight to anthropogenic climate change or simply natural variability and part of a multi-decadal climate fluctuation.

Reference: Schemm, S., M. Sprenger, O. Martius, H. Wernli, and M. Zimmer (2017), Increase in the number of extremely strong fronts over Europe? A study based on ERA-Interim reanalysis (1979–2014), Geophys. Res. Lett., 44, 553–561, doi:10.1002/2016GL071451

 

Klimaalarm abgeblasen: Kalkige Mikroalgen zeigen der Ozeanversauerung die kalte Schulter

Das Alfred Wegener-Institut hatte am 5. Dezember 2016 gute Nachrichten zu vermelden:

Winzig kleine Algen, große Widerstandsfähigkeit

Mikroalgen sind mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten und eine wichtige Nahrungsquelle im Arktischen Ozean. Dr. Clara Hoppe vom Alfred-Wegener-Institut untersucht, [...], wie sich durch den Klimawandel veränderte Lebensbedingungen auf Mikroalgen im Arktischen Ozean auswirken. Dazu gehört der Anstieg der Wassertemperatur ebenso wie die Versauerung der Ozeane und veränderte Lichtverhältnisse im Wasser aufgrund des Meereisrückgangs. Mikroalgen sind im Gegensatz zu Makroalgen nicht mit dem bloßen Auge erkennbar, sondern mikroskopisch kleine, einzellige Algenarten. Sie sind so winzig, dass ein Milliliter Wasser Abertausende enthalten kann. Da Mikroalgen eine wichtige Nahrungsquelle etwa für Krebstiere wie Krill sind, könnte eine Änderung zum Beispiel ihres Wachstums weitreichende Folgen für das arktische Nahrungsnetz haben.

[...]

„Ich habe jahrelang am Mikroskop gesessen und kaum Unterschiede beobachtet“, stellt Clara Hoppe fest. Was an sich eine gute Tatsache ist, war für die Biologin zunächst gewöhnungsbedürftig. „Ich bin als Forscherin ja quasi darauf gepolt, Veränderungen und Effekte erkennen zu wollen. Aber letztlich habe ich gemerkt, dass es unglaublich spannend ist, dass diese Organismen eben nicht so stark reagieren wie wir es von anderen Arten und Regionen kennen. Ich will herausfinden, warum nicht. Warum sind die Arktischen Mikroalgen so widerstandsfähig? Welche Mechanismen stecken dahinter?“

Eine Theorie hat sie bereits: Die Mikroalgen reagieren unterschiedlich auf Umweltveränderungen wie Temperaturanstiege. Selbst innerhalb einer Art geht nicht jede Mikroalge damit gleich um. Durch diese Flexibilität scheint die Artengemeinschaft insgesamt robuster zu sein. Je höher also die Vielfalt innerhalb einer Art ist, umso besser können die Mikroalgen Veränderungen in ihrer Umwelt abfedern. [...] 

Ganzen Artikel beim AWI lesen.

Bereits ein Jahr (29.11.2015) zuvor hatte Die Welt den Klimaalarm bei den Coccolithen abgeblasen:

Kalkalgen Dieser Meeresbewohner trotzt dem Klimawandel
Ein Szenario des Klimawandels scheint sich nicht zu bestätigen: Die Kalkalgen in den Ozeanen überstehen die Veränderungen überraschend gut. Das Meeresplankton verändert sich – aber anders als gedacht. [...] Bisher fürchtete man, dass die Kalkalgen zu den Organismen gehören, denen der Klimawandel gefährlich zusetzt. Das ist aber bisher nicht eingetreten – im Gegenteil. Die Algen scheinen den Klimawandel gut zu bewältigen. Die Forscher, die das festgestellt haben, sind selbst positiv überrascht. Ein Teil des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids wird von Meeren aufgenommen, die dadurch saurer werden. Die Säure greift die kalkhaltigen Schalen vieler Meeresbewohner an. Das war zumindest die Vermutung. Die Kalkalgen leiden aber nicht. Überraschenderweise seien die Bestände in den vergangenen 50 Jahren global nicht überall rückläufig, berichten US-Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Science“. Im Nordatlantik nimmt die Zahl der Algen sogar zu. [...] 

Ganzen Artikel auf welt.de lesen.

Im Prinzip hält sich die Überraschung in Grenzen. Algen sind Pflanzen. Und Pflanzen brauchen CO2. Da nun mehr CO2 zur Verfügung steht als vorher, wachsen die Mikroalgen besser. So einfach ist das. Sinngemäß berichtete dies auch das Bigelow Laboratory for Ocean Sciences am 16. Januar 2016:

Increased carbon dioxide enhances plankton growth (weiterlesen …)

Konfliktforschung 1400-1900: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander

Im Januar 2017 erschien das NBER Working Paper einer Forschergruppe um Murat Iyigun, in dem die Geschichte militärischer Konflikte zwischen 1400 und 1900 ausgewertet wird. Das unerwartete Resultat: Je kälter das Klima, umso häufiger rasselten die Völker aneinander. Hier der Abstract:

Winter is Coming: The Long-Run Effects of Climate Change on Conflict, 1400-1900
We investigate the long-run effects of cooling on conflict. We construct a geo-referenced and digitized database of conflicts in Europe, North Africa, and the Near East from 1400-1900, which we merge with historical temperature data. We show that cooling is associated with increased conflict. When we allow the effects of cooling over a fifty-year period to depend on the extent of cooling during the preceding period, the effect of cooling on conflict is larger in locations that experienced earlier cooling. We interpret this as evidence that the adverse effects of climate change intensify with its duration.

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Spiegel Online wagte es am 20. Januar 2017 gegen den politischen Mainstream zu schwimmen und brachte eine Öko-Story, bei der der Klimawandel doch tatsächlich einmal unbeteiligt ist und freigesprochen wird:

Steinzeitliches Massensterben Mensch, du warst der Killer!
Weltweit starben die Riesen unter den Tieren vor Zehntausenden Jahren aus. War es ein Klimawandel oder war es der Mensch? Forscher glauben nun, das klar beantworten zu können – und fällen einen Schuldspruch.

Ein australisch-amerikanisch-deutsches Forscherteam um den Paläontologen Sander van der Kaars glaubt, stichhaltige Indizien gefunden zu haben, die eine uralte Streitfrage beantworten sollen: Was war schuld am zu unseren Tagen letzten Massensterben der Megafauna – Mensch oder Klimawandel? Kaars und Kollegen zeigen mit einer in den “Nature Communications” veröffentlichten Studie über das Verschwinden der australischen Megafauna, dass ein Klimawandel nichts mit diesem Massensterben zu tun hatte – der Mensch verursachte das offenbar aus eigener Kraft.

Weiterlesen auf Spiegel Online

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Schon gewusst? Während des letzten Interglazials – also der Warmzeit zwischen den letzten beiden Eiszeiten – war es ähnlich warm wie heute. Dies rief die American Association for the Advancement of Science am 19. Januar 2017 per Pressemitteilung in Erinnerung:

Sea-surface temps during last interglacial period like modern temps

Sea-surface temperatures during the last interglaciation period were like those of today, a new study reports. The trend is worrisome, as sea levels during the last interglacial period were between six and nine meters above their present height. The last interglaciation (LIG), which occurred 129,000 to 116,000 years ago, is thought to have been about as warm or a bit warmer than today, making it a useful reference to validate global climate models and understand sea-level response to a warming climate.

Here, Jeremy S. Hoffman and colleagues compiled 104 published LIG sea surface temperature (SST) records from 83 marine sediment core sites. They compared each core site to data sets from 1870-1889 and 1995-2014, respectively. Their analysis reveals that, at the onset of the LIG 129,000 years ago, the global ocean SST was already similar to the 1870-1889 average.

However, by 125,000 years ago, the global SST increased by 0.5° ± 0.3°Celcius, reaching a temperature indistinguishable from the 1995-2014 average. These results suggest that LIG global mean annual SSTs simulated with most global climate models are too low. As well, the data show that the Atlantic Ocean in the Northern Hemisphere was cooler at the beginning of the LIG, compared to temperatures in the Southern Hemisphere. Collectively, these results may help scientists better understand how oceans will respond to modern warming.

Journal Reference: Jeremy S. Hoffman, Peter U. Clark, Andrew C. Parnell, Feng He. Regional and global sea-surface temperatures during the last interglaciation. Science, 2017; 355 (6322): 276 DOI: 10.1126/science.aai8464

 

Vulkane, die schwarzen Schwäne der Evolution?

Im November 2016 hielt Sebastian Lüning im Rahmen der Berliner EIKE-Klimatagung einen Vortrag zur Klimawirkung von Vulkanen. Eine Kurzbeschreibung erschien hierzu auf der EIKE-Webseite:

Dr. habil. Sebastian Lüning, Co Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ berichtet über Vulkane, und ob deren zu unvorhersehbaren Zeiten erfolgenden Ausbrüche als „schwarze Schwäne des Klimageschehens gedeutet werden können. Der Ko-Autor des Klimabestsellers „Die kalte Sonne“ fängt damit an, dass er nun schon zum dritten Mal in Berlin zum Klimathema vorträgt. Das erste Mal, bei der Vorstellung des Buches „Die kalte Sonne“, dessen Thesen vom überaus starken Einfluss der Sonne über die verschiedensten Prozesse – insbesondere denen der atlantischen wie pazifischen Strömungen- sich seit dieser Zeit immer stärker bestätigt, über die Verabschiedung eines verdienten Geologie-Professors an der TU in den Ruhestand, bei dem Lüning zusammen mit den damaligen Vizechef des PIK F.W. Gerstengarbe, ein Streitgespräch führen durfte bis zum heutigen Tage.

Zur Einstimmung in das Thema zitiert er aus Nicolas Talebs berühmten Buch „Der schwarze Schwan“, um zu erläutern, dass damit unvorhergesehene, aber nicht ganz unwahrscheinliche, jedoch sehr wirkmächtige Ereignisse gemeint sind, die sämtliche Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die fast alle auf irgendeine Weise mittels Gleichverteilungen und/oder Trendfortschreibungen bestimmt werden, über den Haufen werfen. Vulkane bzw. deren Ausbrüche gehören zweifelsfrei zu solchen Ereignissen. Z.B. in dem sie dank ihres Ascheauswurfes evtl. eine neuen kleine Eiszeit auslösen können.

Diese Hypothese verfolgten einige Autoren, die auch in „Nature “ veröffentlichen durften. Ziel war die ganze kleine Eiszeit als nicht sonnenabhängig zu erklären. Sie mussten aber später einräumen, dass sie sich schlicht im Zeitmaßstab vermessen hatten. Über dieses Eingeständnis, eines durchaus normalen Fehlers, wurde jedoch später von den Medien nicht mehr berichtet. Null. Spätere papers zeigten hingegen das ganze Gegenteil. Die klimatischen Einflüsse der Vulkane sind vorhanden (Sigi et. al 2015) aber nur sehr kurzfristig -in Klima relevanten Zeitmaßstäben- abkühlend wirksam. Später im Vortrag zeigt Lüning auf, dass auch Alfred Wegener einen solchen schwarzen Schwan – nämlich die Kontinentalverschiebung – entdeckt hatte. Die Sonnenaktivität hat, wie Lüning zeigt, einen ganz wesentlichen Anteil an der Erwärmung, weil bei jeder dieser massiven Erwärmungen, diese einen Höchststand hatte. Jedoch spielen sie im IPCC Bericht keinerlei Rolle.

Im Folgenden der Vortrag auf Youtube in voller Länge:

 

Dr. habil Sebastian Lüning, Bild EIKE

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Bleiben wir beim Thema Vulkane. Im Dezember 2016 erschien in Geology eine Arbeit von Kees Nooren und Kollegen, in der die Autoren einer Klima-Abkühlung um 540 n.Chr. nachgingen, zu der bisher der schuldige Vulkan fehlte. Nun ist der Ausbruch wohl lokalisiert. Es soll sich um den El Chichon in Mexiko handeln, wie Alterdatierungen an dessen Ablagerungen nun anzeigen. Abstract:

Explosive eruption of El Chichón volcano (Mexico) disrupted 6th century Maya civilization and contributed to global cooling
A remarkably long period of Northern Hemispheric cooling in the 6th century CE, which disrupted human societies across large parts of the globe, has been attributed to volcanic forcing of climate. A major tropical eruption in 540 CE is thought to have played a key role, but there is no consensus about the source volcano to date. Here, we present evidence for El Chichón in southern Mexico as the most likely candidate, based on a refined reconstruction of the volcano’s eruption history. A new chronological framework, derived from distal tephra deposits and the world’s largest Holocene beach ridge plain along the Gulf of Mexico, enabled us to positively link a major explosive event to a prominent volcanic sulfur spike in bipolar ice core records, dated at 540 CE. We speculate that voluminous tephra fall from the eruption had a severe environmental impact on Maya societies, leading to temporary cultural decline, site abandonment, and migration within the core area of Maya civilization.

Eine andere Forscherguppe hat sich mit den klimatischen Auswirkungen des Tambora-Ausbruchs 1815 und seine Auswirkungen auf Neuengland beschäftigt. Die University of Massachusetts at Amherst gab am 19. Januar 2017 die folgende Pressemitteilung hierzu heraus:

New England’s 1816 ‘Mackerel Year’ and Climate Change Today

UMass Amherst, New England researchers explore past global climate catastrophe

Hundreds of articles have been written about the largest volcanic eruption in recorded history, at Indonesia’s Mount Tambora just over 200 years ago. But for a small group of New England-based researchers, one more Tambora story needed to be told, one related to its catastrophic effects in the Gulf of Maine that may carry lessons for intertwined human-natural systems facing climate change around the world today.In the latest issue of Science Advances, first author and research fellow Karen Alexander at the University of Massachusetts Amherst and 11 others including aquatic ecologists, climate scientists and environmental historians recount their many-layered, multidisciplinary investigation into the effects of Tambora on coastal fish and commercial fisheries.

Alexander says, “We approached our study as a forensic examination. We knew that Tambora’s extreme cold had afflicted New England, Europe, China and other places for as long as 17 months. But no one we knew of had investigated coastal ecosystems and fisheries. So, we looked for evidence close to home.” In work that integrates the social and natural sciences, they used historical fish export data, weather readings, dam construction and town growth chronologies and other sources to discover Tambora’s effects on the Gulf of Maine’s complex human and natural system.

The 1815 eruption caused a long-lasting, extreme climate event in 1816 known as the “year without a summer.” As volcanic winter settled on much of the Northern Hemisphere, crops failed, livestock died and famine swept over many lands. In New England, crop yields may have fallen by 90 percent. The researchers found that 1816 was also called “the mackerel year,” a clue to what they would find regarding fisheries.

Besides Tambora’s climate effects, the authors examined other system-wide influences to explain observed trends. These included historical events such as the War of 1812, human population growth, fish habitat obstruction due to dam building and changes in fishing gear that might have affected fisheries at the time. Employing historical methods in a Complex Adaptive Systems approach allowed them to group and order data at different scales of organization and to identify statistically significant processes that corresponded to known outcomes, Alexander says.

For instance, temperature fluctuations influenced the entire Gulf of Maine for short periods of time, while dam construction affected individual watersheds through the life of the dams. Space and time scales differ in each case, but both temperature fluctuations and habitat obstructions affect fish, and thus fisheries, at the same time. Such interactions are characteristic of complex systems, she notes.

Establishing timing was key to solving the mystery, Alexander adds. Major export species including freshwater-spawning alewives and shad and marine-spawning mackerel and herring, have different temperature tolerances and seasonal migration patterns and timing, or phenology. Alewives and mackerel arrived earlier when water was colder, shad and herring arrive later after water had warmed up. Because of their phenology and vulnerability in rivers and streams during spawning, alewives suffered the most from the extreme climate event. In Massachusetts where streams had been dammed for a long time, its effects were compounded, the researchers found.

In the early 1800s alewives were a “utility fish,” an important commercial export but also used as chicken feed, garden fertilizer and human food in winter. The winter of 1816 was so cold, Alexander says, that “Penobscot Bay froze solid from Belfast to Castine.” When alewives arrived at their seasonal spawning time, adverse conditions likely disrupted spawning runs, increased natural mortality and, critically for the people depending on them, decreased catch.

She adds, “During this climate crisis, people couldn’t catch enough alewives to meet their needs, so they quickly turned to mackerel, the next abundant species to arrive along the coast. Pursuing mackerel and rapidly distributing it to communities with no other sources of food fundamentally altered the infrastructure of coastal fisheries.” Although records suggest that alewife populations apparently recovered within 25 years, “people responded rapidly and effectively to Tambora in only five years and never looked back when the crisis passed.”

Rates of human and alewife response became uncoupled and the quick fixes, become permanent, later achieved an air of inevitability, the authors suggest.

They add that “complex solutions elude simple explanations.” They point out the “many and obvious,” parallels between that sudden extreme event and current occurrences of drought, flood, storm devastation, food disruption and famine attributed to climate change.

“The past can be a laboratory,” Alexander and colleagues write. Employing historical methods within a Complex Adaptive Systems approach may offer a simple way to examine complex systems where scale, rate and phenology interconnect human and natural processes, andhelp to“advance human resilience by strengthening resilience in the natural world.”

UMass Amherst fisheries ecologist Adrian Jordaan adds, “When the resources are available locally, they can help societies cope with change. Also, during extreme climate events, unthinkable changes including large societal shifts can occur. These are things that we must be prepared for in the world of today, where extreme climatic events are becoming more frequent and severe.”

Michelle Staudinger, an ecologist with the Northeast Climate Science Center at UMass Amherst, says, “Alewives and other fishes that inhabit both rivers and oceans are highly vulnerable to climate change. The lessons learned from this study will help us better anticipate, prepare and cope for additional future impacts on their populations as well as the human communities that depend on them.”

Alex Bryan, a U.S. Geological Survey climate scientist and co-author, says studying a 200-year-old event was a challenge. “Long-term temperature records don’t begin until the turn of the 20th century. Fortunately, we found the weather journal of a physician residing in Salem, Mass., who recorded the air temperature four times a day from the 1780s to the 1820s. Without his devotion to monitoring the weather, this study would not have been possible.”

No-News: Kein Klimawandel auf der britischen Halley-Station in der Antarktis

Am 20. Januar 2017 ging es in der  BBC-Sendung “Science in Action” um den Zwangsumzug der Britischen Antarktis Station Halley VI. Kurios: Während in der Anmoderation noch wie üblich davon geredet wurde, dass man besonders in der Antarktis den “long term effect of Global Warming” fürchten müsse, widersprach der verantwortliche Chefwissenschaftler des British Antarctic Survey BAS (ab 6:30 Laufzeit) ganz entschieden der Behauptung, dass der Riss im Eisschelf etwas mit Klimaerwärmung zu tun habe. Prof. David Vaughan meinte dazu unter anderem:

“…it would be a mistake to connect this immediately with some kind of global warming. At Halley, where we have measured the temperature routinely on a daily basis for almost 50 years, we haven’t seen any evidence for climate change in that area…”

Diese glasklare Aussage von Seiten des führenden britischen Antarktis Forschers ist freilich eine köstliche Ohrfeige für all die zahllosen Medien, welche den nötigen Umzug der Station, sofort und reflexhaft, dem anthropogenen Klimawandel anlasteten. Negativbeispiele z.B. beim ORF, NZZ, Krone. Aber auch der stets klima-besorgten BBC war das Zitat von Prof. Vaughan offenbar zu ehrlich und klimarealistisch und deswegen wurde es in der sonst eigentlich ausführlicheren Schwester-Sendung “The Science Hour” herausgeschnitten und durch eine deutlich abgeschwächte Formulierung eines Moderators ersetzt (zu hören hier ab 5:50 Laufzeit):

“… Global Warming ? … probably not, there (at Halley) they haven’t seen an awful lot of global warming…”.

Nachdem also die zwanghaft klimaalarmistischen BBC Reporter beim Thema Antarktis mehr Klimarealismus zulassen mussten, als ihnen offenbar lieb war, wurde noch in der gleichen Sendung versucht, dies beim Thema “Grüne Sahara” wieder auszubügeln (siehe hier ab Laufzeit 20:20). So wurde bei der Besprechung der interessanten Arbeit von Tierney et al. 2017 mit keinem einzigen Pieps erwähnt, dass der stärkere Afrikanische Monsun in der Sahara während des Holozän-Klima-Optimums mit einer rund 2°C wärmeren globalen Temperatur als heute verknüpft war, obwohl der kausale Zusammenhang aus der Publikation eindeutig hervorgeht, nach der nämlich kältere Phasen stets eine wieder zunehmende Dürre verursachten (z.B. während des 8,2 ka Event).

Man wollte wohl mit dem Verschweigen von diesem wichtigen Zusammenhang unbedingt vermeiden, dass das BBC-Publikum auf die ketzerische Idee kommen könnte, dass höhere Temperaturen als heute möglicherweise gar nicht so schlecht wären; jedenfalls nicht für die Sahara. Solch manipulative Halbwahrheiten nennen die Angelsachsen übrigens sehr treffend “Lies of omission”. Und obwohl die “Grüne Sahara Phase”, bei einer vollständigen Kausal-Analyse, nur Argumente gegen übertriebenen “Global-Warming-Ängste” liefert, entblödete sich der Moderator Roland Pease nicht, das Thema mit einem komplett widersinnigen und alarmistischen Fazit zu beenden:

“… and given the news of the record global temperatures of 2016, you can only wonder about the lessons from those drastic past changes in the Sahara…”

 

 

Philipp Lengsfeld (MdB, CDU) fordert mehr Offenheit in der Klimadebatte

Im Januar 2017 hielt Fritz Vahrenhilt im Londoner House of Commons einen vielbeachteten Vortrag zur deutschen Energiewende. Eine deutsche Text-Version des Vortrags kann jetzt hier als pdf heruntergeladen werden. Die englischen Vortragsfolien gibt es hier. Benny Peiser von der ausrichtenden GWPF führte zudem das folgende Interview mit Vahrenholt:

 

Eine Besprechung des Vortrags gibt es von Konstantin Kirsch.

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Ebensfalls höchst sehenswert ist ein Vortrag von Philipp Lengsfeld (MdB, CDU), den er anlässlich der EIKE-Klimatagung im November 2016 in Berlin hielt:

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Neues gibt es auch vom Institut für Hydrographie, Geoökologie und Klimawissenschaften (IFHGK). Band 5 der Schriftenreihe ist nun fertiggestellt und ist unter www.ifhgk.org bzw. http://www.ifhgk.org/schriftenreihe/ abrufbar. In den nächsten 10 Tagen wird er dann auch wieder im Buchhandel erhältlich sein.

 

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Judith Curry erläuterte kürzlich im britischen Radio, weshalb sie bei den Klimawissenschaften erheblichen Nachbesserungsbedarf sieht. Siehe auch Bericht hierzu auf WUWT.

Die Sonne im Januar 2017 und „Pause“ oder nicht?

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unsere Sonne war im vorigen Monat ein weiteres Mal recht unterdurchschnittlich aktiv. Zu Beginn des Monats sah es nach völligem Einschlafen aus, um den 20. herum gab es jedoch ein leichtes Aufflackern, das sich zum Ende hin wieder legte. Im Mittel wurde eine SSN (SunSpotNumber) von 25,8 festgestellt, etwa 47% dessen, was im 98. Zyklusmonat im Mittel aller beobachteten Zyklen gezählt wurde.

Abb.1: Die monatliche Aktivität seit Beginn des 24. Solaren Zyklus im Dezember 2008 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus der Zyklen 1…23 (blau) und dem seit vielen Monaten recht ähnlichen Zyklus 5 (schwarz).

 

Beim Vergleich mit dem SC5 (der insgesamt bisher zweitschwächste beobachtete Zyklus) fällt auf, dass seit nunmehr 23 Monaten unser aktueller Zyklus zum Teil deutlich noch schwächer war. Tatsächlich war bisher noch nie ein Zyklus in diesem Zeitraum so schwach wie der mit der Nummer 24. Über die gesamte Länge der Zyklen sieht der Vergleich so aus:

Abb.2: Die solaren Zyklen im Vergleich untereinander. SC24 auf einem ungefährdeten 3. Platz von hinten. Der Zyklus 19 (1954…1964) hatte 2,5 mal mehr Fleckenaktivität über die bisherige Dauer.

 

Im letzten Solar-Bericht hatten wir einen Blick in die Zukunft gewagt mit der Beobachtung der sich langsam aufbauenden polaren Felder der Sonne. Die zugrundeliegenden Daten wurden leicht nach unten korrigiert (ein normaler Vorgang des Qualitätsmanagements) und wir wollen Ihnen nochmals einen aktualisierten Vergleich aller bisher für diese Größe detailliert beobachten Zyklen nachreichen:

Abb.3: Die polaren Felder der Zyklen 21…24 (im Uhrzeigersinn) jeweils bis 1400 Tage nach dem Nulldurchgang der Mittelwerte ( schwarz) für den Südpol der Sonne ( rot) und den Nordpol ( blau).

Wir werden das Maximum im Mittel wohl schon gesehen haben, hier stimmt auch die wohl beste Website wenn es um Sonnendaten geht zu. Das Verhalten von SC24 ist schon sehr bemerkenswert!

 

Pause oder keine Pause?

Eine Affäre nahm zu Beginn des Monats Februar Fahrt auf: Ein pensionierter Ex- Mitarbeiter der NOAA – John Bates – schrieb einen langen Beitrag auf dem Blog von Judith Curry, in dem er vor allen Dingen den Chef der NOAA Tom Karl bezichtigte, in der inzwischen in die Geschichte eingegangenen Arbeit aus dem Jahre 2015 unsaubere Daten verwendet zu haben. Diese Studie begründete die Position, dass eine  „Pause“, nämlich der deutlich verlangsamte Anstieg der globalen Temperaturen nach 1997 infolge eines Stillstandes der Meeresoberflächentemperaturen, nicht stattgefunden haben soll. Wir hatten darüber berichtet. Es folgte eine ziemlich ruppige Auseinandersetzung, den Vorhaltungen von John Bates wurde z.T. vehement widersprochen. Futter bekam die ganze Sache noch durch einen Artikel in der „Mail on Sunday“, der auch einige grobe Unsauberkeiten enthielt.

Was bleibt? Offensichtlich hatte der „Whistlebower“ John Bates Mängel im Qualitätsmanagement der Daten bei der NOAA festgestellt. Zudem stellte sich heraus, dass wohl ein Computerprogramm, das die Daten des Temperaturanstieges nach 1997 berechnete, verloren gegangen war, die Kalkulationen damit also nicht reproduzierbar waren. Sie hatten großen Einfluss auf die politische Diskussion vor dem Pariser Klimaabkommen. Bates stellte später jedoch explizit klar, dass eine gezielte Datenmanipulation nicht zu verzeichnen war.

Im Laufe  der ganzen z.T. recht heftig geführten Diskussion wurde bekannt, dass es wohl bald eine neue, dann wieder  „offizielle“ SST (Sea Surface Temperature:  Oberflächentemperaturen der Meere) – Reihe der NOAA geben wird, sie trägt den Namen ERSSTv5. Hier wird ein kleiner Teil der Erwärmung der Vorgängerreihe ab  2000 wohl wieder zurückgerechnet werden, vertraut man den vorläufigen Verlautbarungen. Bei allem Engagement: der Beobachter reibt sich mitunter die Augen! Da geht es einige hundertstel Grad Celsius hinauf und hinunter je nach aktueller Version der Auswertung, darüber werden ganze Arbeiten und zum Teil sehr heftige Diskussionen geführt,  die Für und Wider sind kaum noch nachvollziehbar für den geneigten Beobachter der Szene. Wir möchten Sie eher auf einen Blick „von oben“ einladen.

Alle Entscheidungen die heute getroffen werden sollen, erfolgen auf Grundlage von Modellen, bisher sind die für den AR5 des IPCC (CMIP5-Modelle) das Maß der Dinge. Vergleichen wir also das, was diese Modelle projizieren mit dem, was die bewusste Reihe ERSSTv4, die im Verdacht steht, die aktuelle Erwärmung der Weltmeere etwas zu hoch angesetzt zu haben, ermittelt:

Abb.4: Der Vergleich der ERSSTv4-Messreihe (blau) mit dem Modellmittel 1979…2016 (rot).

 

Der Trend des Modellmittels für die Größe „tos“ (temperatures of ocean surface,  so werden in der Modellwelt die SST bezeichnet) ist über 70% zu hoch! Zeigt ERSSTv4 0,109 °C pro Dekade Erwärmung, so ist das Modellmittel großzügiger, es weist auf 0,154 K/ Dekade, beide für den Zeitraum 1979…2016. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass in der realen Welt ganz am Ende der Messreihe ein El-Nino stattfand, der den Trend über Gebühr nach oben verschiebt. Warten Sie zwei, drei Jahre, dann werden die Abweichungen zwischen der realen Welt und den Modellen weiter zunehmen. Die Modelle rechnen zu viel Erwärmung, sie überschätzen die Wirkung von CO2. Das ist der Kern Wahrheit, den Sie mitnehmen sollten.

 

Klimaapokalyptiker Lesch: Wie ernst kann man ihn noch nehmen?

Eigentlich haben wir uns an dieser Stelle schon genug mit Harald Lesch beschäftigt. Wie ein Duracell-Männchen produziert der Fernsehprofessor und Aktivist jedoch neuen Klimaalarm. Die Süddeutsche Zeitung liebt Lesch und bot ihm am 24. November 2016 kostenlose Werbefläche in Form eines Artikels für sein neues Klimalarmbuch:

Der zornige Wissenschaftler
Seit Wochen ist die Lesung ausverkauft. 250 Leute wollen Professor Harald Lesch hören, den Physiker, der so anschaulich wie lebendig auch schwierige Zusammenhänge zu erklären vermag. Am Mittwochabend geht es um den Zustand der Erde, den Lesch zusammen mit Klaus Kamphausen in dem Buch “Die Menschheit schafft sich ab” beschrieben hat. Es ist am 6. September erschienen und steht aktuell auf Platz 10 der Bestseller-Liste des Spiegel. [...] Vor allem geht es um den Klimawandel, dessen Auswirkungen schon jetzt spürbar seien: Zum Beispiel in den vielen Stürmen und Hochwasser-Katastrophen wie dieses Jahr in Niederbayern, aber auch im Auftauen der Permafrost-Böden.

Ein schönes Beispiel wie Lesch die Wissenschaft instrumentalisiert und fehldeutet. Fakt ist: Es gibt in Deutschland keinen Trend zu heftigeren Regenfällen. Und Fakt ist auch: Sturmaktivität der nördlichen mittleren Breiten hat signifikant abgenommen. Lesch erzählt seinen Zuhörern unglaublichen Schmarrn. Das schert die jedoch nicht, denn sie lieben ihren Klimapropheten, der so schön zornig sein kann – auch wenn er sich die Argumente so biegt wie er sie gerade braucht.

Unser aller TV-Erklärer hat sich auch in der Lanz-Talkshow vom 29. September 2016 wortreich zum Thema Klimawandel geäußert. Hier redet er endlich einmal “Klartext”, wie uns der Titel des Mitschnitts suggeriert, und äußert sich darüber hinaus zur Begrifflichkeit des “Anthropozäns” (bitte auf Youtube direkt anschauen):

 

Ein paar Zitate, die uns besondere Freude gemacht haben.

“Wir leben momentan in der Zeit, wo wir zum ersten Mal feststellen: Wir haben die Erde massiv verändert und wundern uns jetzt darüber, dass diese Natur, die wir eigentlich noch gerne so natürlich gerne hätten, dass die nicht so geblieben ist, wie sie mal war [...] Und das führt halt dazu, dass wir zum Beispiel einen Klimawandel haben, der schlicht und einfach [!!] dadurch ausgelöst wird, dass wir systematisch die Atmosphäre aufladen mit Atomen bzw. Molekülen, die die Wärmestrahlung der Erde absorbieren und dann wieder zurückgeben; nur teils ans Universum, der Rest bleibt hier …”

Oder:

“In den Alpen liegen wir deutlich über der 2-Grad-Grenze, von der ja immer die Rede ist. Am Nordpol liegen wir momentan – am NORDPOL, also oben – 5 Grad über dem langjährigen Mittel. SO warrrm war es in der Arrrrktis noch nie!!  [Anm.: Lesch neigt ja dazu, immer dann das "r" zu rollen, wenn er seinen Aussagen besonderes Gewicht verleihen will, seien sie auch noch so unerheblich] Wenn man momentan zum Nordpol wollte, müsste man hinschwimmen, weil es nämlich jede Menge Eis dort oben nicht mehr gibt.”

Und noch mal so richtig bescheuert:

“Und deswegen mein Vorschlag; gerade für Deutschland: Was wir brauchen, sind Klima-Feiertage. Wenn nämlich Deutschland Urlaub macht, und zwar wirklich zu Hause bleibt, dann emittieren wir alle wesentlich weniger CO2. Wir bräuchten fünf bis sechs Klimafeiertage im Jahr: einen für die Atmosphäre, einen für die Flüsse, einen für die Meere, einen für’n Wald, einen für die anderen und einen für mich oder sowas, ja?”

Lesch ist unheimlich produktiv. Schon wieder hat er einen neuen Klimaclip gemacht, der seit 7. Dezember 2016 in der ZDF-Mediathek zu bestaunen ist. Klicken Sie auf den Link, denn die Leschtruppe hat das Kalte-Sonne-Blog auf die Schwarze Liste gesetzt, zumindest bei den offiziellen Lesch-Youtube-Videos, die wir jetzt nicht mehr in unsere Besprechungen einbinden können. Offenbar ist den TV-Leschologen die inhaltliche Auseinandersetzung mit unserer Kritik unangenehm. Kommentare unter den Leschvideos werden sowieso umgehend gelöscht. Zensur auf hohem Niveau.

Wenn sie sich doch einige Minuten des Terra X-Clips antun wollen, bitte schön. Die Art von Lesch ist unerträglich, unsachlich, kurz vor dem Abdrehen. Er regt sich prächtig über das Erreichen der 400 ppm-CO2-Grenze auf. Kein Wort zur wichtigen Diskussion der CO2-Klimasensitivität. Danach geht er zum Rosinenpicken über. Irgendein Modell prognostiziert mehr Hochwasser in Mitteleuropa, wenn sich das Mittelmeer erwärmt. Dieses Paper schafft es in die Sendung. Andere, positivere Papers bleiben wie gewohnt unerwähnt:

Lesch koppelt die Extremregenfälle allein an die Temperatur des Mittelmeers. Dabei hatten vorindustrielle Langzeitrekonstruktionen doch einen ganz anderen Antrieb identifiziert, der von Lesch mit keiner Silbe erwähnt wird, nämlich Sonnenaktivitätsschwankungen:

Lesch führt seine Zuschauer in die Irre. Er ist gefangen im Drang, seine klimaalarmistische Ideologie unter das Volk zu mischen und hat jedes wissenschaftliche Augenmaß verloren. Eigentlich müssten die Verantwortlichen ihn sofort aus dem Programm nehmen. Kann sich das ZDF nicht einen seriöseren Klimamann suchen? Wie wäre es mit Hans von Storch zum Beispiel? Der ist nicht so aufgeregt, kann auch gut erzählen und bleibt nah an den Fakten.

Dann kommt Lesch zu den Super-Taifunen, die im Nordwest-Pazifik seit den späten 1970er Jahren zugenommen haben sollen. Aber warum beschränkt sich Lesch auf die letzten paar Jahrzehnte? Des Rätsels Lösung: Wenn man noch weiter zurückschaut, wird schnell klar, dass hier die natürliche Variabilität am Werke ist. Die von Lesch verwendeten Trends liegen im Lichte des Langzeitgeschehens voll und ganz im Bereich der natürlichen Schwankungsbreite

Nächster Lesch-Punkt: Das “ewige” Grönlandeis, das der Mensch jetzt zum Tauen bringt. Ist natürlich noch niemals zuvor passiert, dieses Schmelzen, oder?

Weiter mit der Lesch Videoclipographie. Am 9. Dezember 2016 war Lesch in der WDR-Talkshow “Kölner Treff” zu Gast und hat auch dort wieder seine klimaalarmistischen Sprüche abgelassen (mittlerweile kann man sie beinahe auswendig mitsprechen).

Eine Kommentierung des Videos gibt es auf FMDsTVChannel.

 

Nächster Clip. Billigste Buchpromotion zur Adventszeit:

 

Hier bei der Kalten Sonne hat es sich jetzt erstmal ausgelescht. Alles schon gehabt, der beratungsresistente Astro-Professor macht einfach sein Ding weiter, mit freundlicher Unterstützung des ZDF und den ungefragten Gebührenzahlern. Wer immer noch nicht genug hat, dem seien die beiden folgenden Beiträge von Helmut Kuntz auf EIKE zu Lesch empfohlen:

Harald Lesch, die Claudia Roth des Klima­wandels: Glaubt einfach, was ich erzähle – Nach­prüfen schadet nur!

Harald Lesch trägt vor den GRÜNEN zum Klima­wandel vor: Der Klima­wandel ist kein Thema, das man ernsthaft bezweifeln kann

Unkommentiert lassen wir auch dieses bizarre Lesch-Latif-Interview, ein absolutes Traumpaar:

 

Im Januar 2017 waren dann die Lesch-Sintflut-Tage im TV:

  • ZDF, Leschs Kosmos; Wettlauf gegen die Flut; Di, 17.01.2017; 23:00 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (1/2); Wenn das Ewige Eis schmilzt; Mi, 18.01.2017; 20:15 Uhr
    Wdh. heute, Do, 19.01.2017; 18:30 Uhr
  • Phoenix, Rückkehr der Sintflut (2/2); Wie unsere Kinder leben werden; Mi, 18.01.2017; 21:00 Uhr
    Wdh. Do, 19.01.2017; 19:15 Uhr

Für heute haben wir fertig.