Sonne erwärmt Erde anders als Treibhauseffekt? Klimamodellierer übersehen aktive Sonne der vergangenen 50 Jahre

Der unerwartete Erwärmungsstopp der letzten 15 Jahre wird zunehmend zum Thema in den deutschen Medien und wirft unbequeme Fragen auf. So beschäftigte sich kürzlich auch das bekannte Webportal wetteronline.de mit dem Phänomen und den möglichen Ursachen:

Seit 1998 ist die weltweite jährliche Durchschnittstemperatur nicht mehr signifikant angestiegen. Während die globale Temperatur von den siebziger Jahren bis Ende der neunziger Jahre um etwa 0,5 Grad Celsius zugenommen hat, stagnierte der Anstieg in den letzten 15 Jahren, wenn auch auf hohem Niveau. [...] Ein Grund für die ins Stocken gekommene globale Erwärmung könnte in der geringen Sonnenaktivität liegen. Seit Jahren nimmt das Magnetfeld der Sonne stetig ab. Außerdem weist der aktuelle elfjährige Sonnenfleckenzyklus bislang nur sehr wenig Aktivität auf. Sonnenflecken sind ein Gradmesser für die Stärke unseres Zentralgestirns: Viele Flecken bedeuten viel freiwerdende Energie, wenig oder keine Flecken weisen auf eine geringere Kraft der Sonne hin.

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Ende Januar meldete Die Welt erleichtert: “Weiteres Klima-Rätsel gelöst”. Die Zeitung berichtete über eine neue Computermodellierungsstudie, die folgendes herausgefunden haben will:

Sonne erwärmt Erde anders als Treibhauseffekt. Die Folgen der Erderwärmung hängen offenbar stark von ihrer Ursache ab: Eine erhöhte Sonneneinstrahlung kann deutlich mehr Niederschläge verursachen als die gleiche Erwärmung durch Treibhausgase.

Das hört sich reichlich mysteriös an. Ein chinesisches Forscherteam hatte untersucht, wie es eigentlich dazu kommen konnte, dass es während der Mittelalterlichen Wärmeperiode in China vor 1000 Jahren mindestens genauso warm war wie heute. Ursache war eine erhöhte Sonneneinstrahlung, sagen die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Nun soll es damals aber viel feuchter gewesen sein als heute. Nach einigem Hin- und Hergemodelliere meinten die Klimatheoretiker den Grund für die Niederschlagsdiskrepanz gefunden zu haben. Damals heizte die Sonne das Klima, heute aber das CO2. Ist damit nun wirklich ein weiteres Klimarätsel gelöst? Wohl eher nicht. Denn damit täte sich ein noch viel größeres Rätsel auf: Wie konnte eine starke Sonne vor 1000 Jahre die Wärme der Mittelalterlichen Wärmeperiode hervorrufen, während eine noch viel stärkere Sonne in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts klimatisch fast wirkungslos gewesen sein soll? Derzeit werfen Klimamodelle wohl doch mehr Fragen auf, als dass sie überzeugende Antworten geben könnten…

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In der ganzen Klimadiskussion scheint man oft vergessen zu haben, die Geowissenschaftler nach ihrer Meinung zu fragen. Anstatt sich das Klimageschehen der Vergangenheit genau anzuschauen, um die Hauptmechanismen zu verstehen, modelliert man lieber mit klobigen Computern ziemlich blauäugig in die Zukunft hinein und schenkt den wackeligen Ergebnissen dann auch noch das vollste Vertrauen. Hätte man doch mal einen Geologen gefragt, könnte man meinen. Bereits vor etlichen Jahren hat der Geologe John Bluemle die geowissenschaftliche Perspektive der Klimaerwärmung in einem lesenswerten Artikel mit dem Titel “Global Warming: A Geological Perspective” beschrieben. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort einmal hineinzuschauen.