Das passiert, wenn man alle Bäume umhackt: Wasserknappheit in Malawi

Klimaalarmistischer Titel am 27. Februar 2018 auf Euractiv:

Klimawandel: Die Wasserkonflikte in Malawi verschärfen sich
Angesichts der zunehmenden Dürreperioden und Wasserknappheit will Malawi die Wasserversorgung seiner Städte sichern und neue Fernleitungen und Dämme bauen. Dies kann aber auf Kosten der Landbevölkerung gehen. [...] Oscar Kachika-Phiri, ein Sprecher der Protestgruppe, sagt, dass die Entscheidung von Blantyre, Trinkwasser aus der Region zu beziehen, „die lokale Gemeinschaft einer überlebenswichtigen Ressource berauben wird, die aufgrund des Klimawandels ohnehin bereits knapp geworden ist.“ Die Entwaldung im Wassereinzugsgebiet des Mulanje-Gebirges hat zu einem Rückgang der Niederschläge und der Fähigkeit des Gebiets, Wasser längere Zeit zu speichern, geführt, erklärt er. In seinem Bezirk müsse die Wasserversorgungen in den Trockenperioden bereits rationiert werden. [...] Blantyre ist nicht die einzige große malawische Stadt, die nach neuen Wasservorräten sucht. Da sich die Dürreperioden im südlichen Afrika verstärken, plant Malawis Hauptstadt Lilongwe ein Projekt, um Wasser aus dem Malawi-See zu leiten. [...] Ironischerweise tragen immer intensivere Niederschläge – eine weitere Folge des Klimawandels – zu den Wasserknappheitsproblemen der Stadt bei. Sie führen regelmäßig zu Überschwemmungen, durch die die Wassersysteme ausgewaschen werden. Die wechselnden Überschwemmungen und Trockenperioden in den Flüssen, die die Stadt mit Wasser versorgen, mache die Planungssicherheit noch ungewisser, so Magoya. [...]

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Zunächst suggeriert die Überschrift, dass der (menschengemachte) Klimawandel hinter den Wasserproblemen in Malawi stecke. Dann finden wir im Haupttext, dass wohl eher die Entwaldung die Wasserspeicherfähigkeit des Untergrundes verschlechtert hat. Das hat dann aber nichts mit dem Klimawandel, sondern mit der Art der Landnutzung zu tun. Im weiteren Verlauf wird behauptet, dass sich die Dürrephasen im südlichen Afrika verstärkt hätten.

Das entspricht jedoch nicht den wissenschaftlichen Tatsachen, wie MacKellar et al. 2014 in einer statistischen zu den Niederschlägen Südafrikas belegen konnten:

Observed and modelled trends in rainfall and temperature for South Africa: 1960–2010
Observed trends in seasonal and annual total rainfall, number of rain days and daily maximum and minimum temperature were calculated for a number of stations in South Africa for the period 1960–2010. Statistically significant decreases in rainfall and the number of rain days are shown over the central and northeastern parts of the country in the autumn months and significant increases in the number of rain days around the southern Drakensberg are evident in spring and summer. Maximum temperatures have increased significantly throughout the country for all seasons and increases in minimum temperatures are shown for most of the country. A notable exception is the central interior, where minimum temperatures have decreased significantly. Regionally aggregated trends for six water management zones covering the entire country are not evident for total rainfall, but there are some significant trends for the number of rain days. Temperature in these zones has increased significantly for most seasons, with the exception of the central interior. Comparison of the observed trends with statistically downscaled global climate model simulations reveals that the models do not represent the observed rainfall changes nor the cooling trend of minimum temperature in the central interior. Although this result does not rule out the possibility of attributing observed local changes in rainfall to anthropogenically forced global change, it does have major implications for attribution studies. It also raises the question of whether an alternative statistical downscaling method or dynamical downscaling through the use of a regional climate model might better represent regional and local climatic processes and their links to global change.

Ebenfalls fehlt hier die klimahistorische Perspektive. Während des Mittelalters erlebte die Region der ostafrikanischen Seen eine schlimme Dürrewelle, die weite Regionen Afrikas einschloss (gelbe Flächen in untenstehender Karte).

Abbildung: Veränderungen der Regenfälle in Afrika während der mittelalterlichen Klimaanomalie (1000-1200 n.Chr.). Die gelben Flächen zeigen Gebiete an, in denen die Niederschläge zurückgingen, während die grünen Flächen für eine Zunahme der Regenfälle stehen. Quelle: Lüning et al. 2018. Gesamtpaper kann hier kostenfrei heruntergeladen werden (bis 11.4.2018).

 

Man braucht aber keine 1000 Jahre zurückgehen, um die natürlichen Schwankungen der Niederschläge in Malawi zu erkennen.  Während der Kleinen Eiszeit lag der Wasserspiegel des Lake Malawi 120 m tiefer als heute. Und auch später trocknete der zweitgrößter See Malawis immer wieder zyklisch aus.