Innovatives Konzept: Offene Grenzen und verstärkte Immigration als Klimaschutzmaßnahme

Der US-amerikanische Klimaaktivist und Professor am Middlebury College, Bill McKibben, sprach sich kürzlich in der Los Angeles Times dafür aus, die Grenzen der USA für Immigranten aus Entwicklungsländern weiter zu öffnen, um die globale Erwärmung zu bekämpfen. Zwar würden diese Immigranten ihren CO2-Fußabdruck durch die Anpassung an die amerikanische Lebensweise erhöhen, jedoch würden sie auch weniger Kinder als in ihren Ursprungsländern bekommen, was dann unter dem Strich zu weniger Treibhausgasemissionen führen würde. Ein faszinierender Gedanke. McKibbens verworrene Argumentation zeigt, wie sehr sich einige Klimaaktivisten von der Realität entfernt haben, indem sie alles und jedes nur noch unter dem singulären Gesichtspunkt des Treibhausgasausstoßes betrachten. Offensichtlich ist hier eine gefährliche Klimareligion entstanden, deren gesättigte Akteure jeglichen Realismus für die wahren Probleme in der Gesellschaft und in der Natur verloren haben.

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Ulli Kulke berichtete im März 2013 über eine überraschende neue Klimaschutzmaßnahme aus der Schweiz:

Die Ideen gutmeinender Zeitgenossen, wie das Klima “gerettet” werden kann, überbieten sich immer wieder an Originalität. Jetzt sind die “Jungen Grünen Schweiz” dran. Auch wenn sie sich sicher zum Tier- und Artenschutz bekennen, darf man behaupten, dass sie den Vogel abgeschossen haben. Sie wollen jetzt allen Ernstes das Schweizer Klima als Weltnaturerbe der UNESCO anerkennen lassen, der Landessitte gemäß streben sie einen Volksentscheid darüber an, dass die Regierung in Bern einen entsprechenden Antrag bei der Kulturorganisation der Uno stellen möge. Ich bin gespannt, wie die Eidgenossen auf den Vorstoß reagieren werden, ehrlich. Die bestechende Logik: Wenn es erst Naturerbe ist, ist das ganze Land dem Klimaschutz aus ganz übergeordneten Gründen zum “Klimaschutz” verpflichtet.

Weiterlesen auf Donner + Doria.

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Aus der Abteilung ‘Klimawandel ist an sämtlichem Übel der Erde’ schuld stammt folgende Nachricht von Mitte Februar 2013 aus dem Wochenblatt.de:

Der Klimawandel gefährdet nach Ansicht des Leiters des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Frieden und Sicherheit in der Welt. In Brandenburg starten dieser Tage Beratungen der UNO über die Bedrohungen durch die Erderwärmung. Vor Gefahren für Frieden und Sicherheit in der Welt durch den fortschreitenden Klimawandel hat der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, gewarnt. “Wenn der Ausstoß von Treibhausgasen nicht verringert wird, begibt sich die Menschheit auf den Weg in eine ungewisse Zukunft”, erklärte Schellnhuber im Vorfeld von Beratungen der Mitglieder des UN-Sicherheitsrats über die mit der Erderwärmung verbundenen potenziellen Bedrohungen. [...] “Bei ungebremstem Emissionsausstoß drohen die Risiken des Klimawandels zu eskalieren”, warnte auch der Politische Geschäftsführer der Organisation Germanwatch, Christoph Bals, angesichts der UN-Beratungen. Dabei seien besonders die ärmsten Entwicklungsländer den Risiken im Hinblick auf Ernährungssicherheit und Trinkwasserzugang schutzlos ausgesetzt.
Es geht hier um Dürren, die zu vermehrten Kriegen führen würden. Offenbar hatte Schellnhuber wegen seiner vielen öffentlichen Auftritte keine Zeit gefunden, die wissenschaftliche Literatur zu studieren. Sonst hätte er vielleicht mitbekommen, dass Dürren in den letzten 60 Jahren weltweit gar nicht zugenommen haben und dass es in der Natur ausgeprägte Dürre-Feucht-Zyklen gibt, die in den letzten 10.000 Jahren – lange vor der Industriellen Revolution – zu bedeutenden natürlichen Schwankungen in den Niederschlägen geführt haben.
Hier kann man es nachlesen:

 

Al Gore rekrutiert neue Klimaführer: Ausbildungscamp in Istanbul zur klimapsychologischen Debattenführung

Einer der einflussreichsten alarmistischen Klimaaktivisten ist der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten Al Gore. Da die seriöse wissenschaftliche Forschung in letzter Zeit immer weiter Abstand zu den überzogenen Klimawarnungen des IPCC genommen hat, greift Gore nun offenbar zu sektenähnlichen Methoden, um weitere Anhänger für seine Weltuntergangsszenarien zu rekrutieren. In seiner Funktion als Vorsitzender des sogenannten “Climate Reality Project” warb er kürzlich um Hilfsprediger, die als Multiplikatoren die schlechte Nachricht in der Welt verbreiten und Anhänger werben sollen.

Gore bezeichnet diesen Mittelbau seiner Organisation als “Klimaführer” (“Climate Leaders”), die in speziellen Ausbildungscamps an verschiedenen Standorten der Erde trainiert werden. So können sich europäische Klimaaktivisten für ein dreitägiges Camp im türkischen Istanbul Mitte 2013 Juni bewerben, in dem die klimatischen Bodentruppen das klimapsychologische Handwerkszeug für ihre Kampagnen lernen sollen. Der spirituelle Führer der Bewegung, Al Gore, wird einige der Kurse persönlich leiten, wie es in der Ankündigung heißt. Natürlich kann an diesen Seminaren nicht jeder teilnehmen. Es gilt zunächst ein Aufnahmeverfahren zu überstehen, in dem sicher auch Fragen zur persönlichen Einschätzung der CO2-Klimasensitivität gestellt werden. Wer dabei Werte von deutlich unterhalb 3°C pro CO2-Verdopplung angibt, wird es wohl eher schwer haben, zur Veranstaltung zugelassen zu werden.

Auszug aus Al Gore’s Einladungsschreiben:

Dear friend,

This year, the Climate Reality Project will conduct trainings around the world for the next generation of Climate Leaders, who will in turn become part of the Climate Reality Leadership Corps. Already, more than 4,000 Climate Leaders from 58 countries are educating people about the climate crisis and how we can solve it. I want to personally invite you to join this global community of change-makers.
[...]
Together, we have an enormous opportunity to communicate the reality of climate change. With your help as a Climate Leader, we can do this person by person, family by family, and city by city. I have faith that when enough minds are changed, we will cross a threshold, and we can accomplish this goal together. Apply to join us today.

Sincerely,

Al Gore Chairman, The Climate Reality Project

Die von Al Gore schließlich fertig ausgebildeten Klimaführer können Sie dann buchen. Bei Interesse füllen Sie als interessierter Gastgeber doch einfach das Formular hier aus, dann kommt einer der Klimaführer auch bei Ihnen vorbei und erklärt Ihnen, wann die Welt nun eigentlich untergeht. Falls Sie doch lieber Gastgeber einer Tupperware-Party werden möchten, klicken Sie einfach hier.

 

Foto oben rechts:  Tom Raftery / Lizenz: Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) lizenziert.

Erleichterung bei der NASA: Problemforscher James Hansen ist jetzt in Rente

Einer der fragwürdigsten Akteure der Klimawandeldebatte ist Anfang April 2013 mit 72 Jahren schließlich in den Ruhestand getreten. Erstaunliche 46 Jahre hatte James Hansen an ein und demselben Institut, dem NASA-eigenen Goddard Institute for Space Studies in Manhattan, gearbeitet. Nun nahm er seinen Hut. Bei der NASA herrschte angesichts der Pensionierung Erleichterung, wie Hansen selber gegenüber der New York Times einräumte. Schon seit langem hatten Hansens ehemaliger Arbeitgeber wie auch zahlreiche Fachkollegen in Hansens klimaalarmistischem Aktionismus einen nicht lösbaren Interessenskonflikt bezüglich seiner wissenschaftlicher Arbeit zur globalen Temperaturentwicklung der letzten Jahrzehnte erkannt (siehe auch unseren Blogartikel: Wer ist James Hansen?).

Innerhalb der letzten Jahre wurde zudem immer klarer, dass Hansens überzogene Temperaturprognosen an der Realität weit vorbeigeschossen sind (siehe unseren Blogbeitrag “Was ist eigentlich aus James Hansens Temperaturvorhersage von 1988 geworden? Zeit für eine Überprüfung“). Ebenfalls fiel auf, dass das von Hansen geleitete Institut immer wieder an historischen Temperaturmessdaten herumdoktorte. Interessanterweise “korrigierte” die ehemalige Hansen-Mannschaft die Temperaturen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in vielen offiziellen Messreihen nach unten, während neuere Messwerte eher nach oben korrigiert wurden (siehe unseren Blogartikel “Die wunderbare Welt der Temperaturdaten-Korrekturen: Und plötzlich hatte sich der Trend ins Gegenteil verkehrt…“). Auf diese Weise wurde die globale Erwärmung virtuell weiter verschärft, was möglicherweise nötig wurde, weil die Temperaturen in den letzten 15 Jahren im krassen Gegensatz zu den apokalyptischen Hansen-Prognosen nicht weiter angestiegen sind.

Was will Hansen nun mit der vielen freien Zeit anfangen? Der New York Times hat Hansen seine überraschenden Pläne mitgeteilt. Da er während seiner aktiven Zet als Staatsdiener nicht gegen die Regierung juristisch vorgehen durfte, will er sich nun, da diese Beschränkung durch seinen Ruhestand entfallen ist, in nächster Zeit an gerichtlichen Klagen gegen die US-Regierung beteiligen. Darin soll es um das angebliche Versäumnis des Staates gehen, die Klimagasemissionen nicht wirksam eingedämmt zu haben. Dieser Plan ist umso verwunderlicher, da die Treibhausemissionen in den USA durch den Schiefergas-Boom mittlerweile auf den niedrigsten Stand seit 1994 gefallen sind. Auch die Tatsache, dass Hansen in der Vergangenheit mehrfach bei klimaaktivistischen Protesten festgenommen wurde, trägt nicht gerade dazu bei, Zweifel an Hansens wissenschaftlicher Redlichkeit zu zerstreuen. Mit dem Abgang Hansens endet für die NASA ein unrühmliches Kapitel im Bereich der Klimawissenschaften, die durch die unseriöse und unsensible Tätigkeit des Forschers nachhaltig Schaden erlitten haben.

 

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Klimawandel lässt Kartoffeln, Zuckerrüben und Soja üppig sprießen

Der Mensch hat im Laufe seiner Geschichte gelernt, zur Versorgung der Bevölkerung eine große Anzahl von Nutzpflanzen anzubauen. Das Gedeihen der Pflanzen und die hieraus gewonnene Ernte hängen von vielen Faktoren ab, wozu auch in hohem Maße das Wetter bzw. auf langfristige Sicht klimatische Faktoren gehören. Wir wollen uns im heutigen Beitrag anschauen, inwieweit der CO2-Anstieg in der Atmosphäre sowie klimatische Veränderungen das Wachstum bereits beeinflusst haben bzw. beeinflussen werden.

Zunächst zu den Tomaten. Eine deutsche Forschergruppe hat eine Versuchsreihe zum Gedeihen von Tomaten durchgeführt und herausgefunden, dass eine Verdopplung des natürlichen CO2-Gehalts der Erdatmosphäre unter Gewächshausbedingungen auf 700-900 ppm eine deutliche Zunahme der Größe des Gemüses bewirkt und zudem Faulprozesse gehemmt werden. Auch würden sich vermehrt gesundheitsfördernde Stoffe in den Tomaten bilden. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Scientia Horticulturae.

Weg von den Tomaten und rein in die Kartoffeln. Im Oktober 2012 erschien im Webportal Naturheilkunde & Naturheilverfahren die aufrüttelnde Nachricht mit dem Titel „Erschwerter Kartoffelanbau durch den Klimawandel“:

Im Zuge des Klimawandels werden sich nach Ansicht von Agrarexperten die Anbaubedingungen für Kartoffeln in Norddeutschland deutlich verschlechtern. Vor allem die Trockenheit während der Sommermonate könne den Ertrag der Kartoffelbauern nachhaltig beeinträchtigen, erklärte die Diplom Geographin Monika von Haaren von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“.

Das hört sich ziemlich schlimm an. Der Deutsche liebt seine Kartoffeln, wie soll es jetzt weitergehen? Kommt es bald zu ersten Kartoffelkrisen? Nun, wer sich ein bisschen in der Kartoffelkunde auskennt, der wird sich wundern, warum die Naturheiler ein wichtiges Detail in ihrer Nachricht ausgespart haben. Wenige Wochen zuvor war nämlich in der taz ein Artikel erschienen, der das Schicksal der Kartoffeln in Deutschland in einem ganz anderen Lichte erscheinen lässt. Und die taz steht bekanntlich nun wirklich nicht im Verdacht, den Klimawandel zu verharmlosen. Die taz schrieb im September 2012:

Deutsche Bauern im Glück. Die Bodentemperaturen sind in den vergangenen 50 Jahren um fünf Grad gestiegen. Die deutschen Landwirte freut’s – die Erträge fallen üppiger aus. Die deutschen Landwirte dürften dank höherer Erträge unter dem Strich vom Klimawandel profitieren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) präsentierte am Mittwoch Berechnungen, nach denen die mittlere Bodentemperatur im Aussaatmonat April in den letzten 50 Jahren um fünf Grad auf 16 zugenommen hat. „Dieser Trend wird sich bis 2100 fortsetzen“, prognostizierte DWD-Vize Paul Becker. Ende des Jahrhunderts könne dann drei Wochen früher gesät werden als in den 60ern. 

Das sind momentan bereits sieben Tage früher als noch vor einigen Jahrzehnten. Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Werner Schwarz, geht laut taz davon aus, dass die Erträge durch die Erwärmung um 30 bis 40 Prozent ansteigen werden. Daher könnte sich eine zweite Ernte im Jahr zukünftig für viele Landwirte wohl lohnen, genau wie der verstärkte Anbau von Zuckerrüben. Die taz weiter:

„Auch der Mais dürfte in Deutschland zu den Gewinnerpflanzen des Klimawandels gehören“, sagte Becker. Auch der Anbau von Hirse wird mit wärmeren Temperaturen deutlich attraktiver. Soja, bislang zu empfindlich für hiesige Breitengrade, wird derzeit in Bayern bereits erprobt. 

Die guten Perspektiven für den Sojaanbau in Deutschland thematisierte im November 2012 auch das Webportal agrarheute.com: (weiterlesen …)

Drei neue Studien dokumentieren: Der Amazonas Regenwald würde sogar die IPCC-Hitzeprognosen gut meistern

In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder Gruselstories über den Amazonas Regenwald gehört. Der Klimawandel trockne den Regenwald aus, er hätte nur noch wenige Jahre zu leben, unzählige Arten würden aussterben und vieles mehr. Steht es wirklich so schlimm um die grüne Lunge am Amazonas? Wie würde es dem Amazonas Regenwald im Jahr 2100 ergehen, falls die Temperaturen der IPCC Hitzeszenarien Wirklichkeit werden sollten?

Eine neue im Dezember 2012 im Fachmagazin Ecology & Evolution erschienene Studie hat diese Frage untersucht und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Der Amazonas Regenwald hat in der Vergangenheit ähnliche Warmperioden wie für 2100 vom IPCC prognostiziert gut überstanden, so dass ein massenhaftes Artensterben unwahrscheinlich ist. Hauptautor der Untersuchung ist Christopher Dick vom Department of Ecology and Evolutionary Biology an der University of Michigan in Ann Arbor.

Diese Ergebnisse wurden im März 2013 durch eine neue Publikation im Fachmagazin Nature Geoscience weiter erhärtet. Eine Forschergruppe um Chris Huntingford vom britischen Centre for Ecology and Hydrology in Wallingford fand, dass der Amazonas Regenwald auch unter Annahme der IPCC-Erwärmungsprognosen bis 2100 wohl nicht austrocknen wird, und dass der Regenwald viel toleranter und resistenter auf Temperaturanstiege reagiert als zuvor angenommen.

Bereits im Februar 2013 war eine Studie im Fachblatt Nature erschienen, in der eine Wissenschaftlergruppe um Peter Cox von der University of Exeter über neue Modellierungsergebnisse berichtet, die den Amazonas Regenwald als CO2-Senke über das gesamte 21. Jahrhundert hinweg identifiziert haben.

Vielleicht sollte der WWF allmählich seine Webseite auf den neuesten Forschungsstand bringen. Leider müssen wir dort noch immer folgende nun wissenschaftlich als abwegig einzustufende Schreckensszenarien lesen:

In 15 bis 20 Jahren könnte so über die Hälfte des Amazonasregenwaldes verschwinden oder vertrocknen und sich unwiederbringlich in ödes Buschland verwandeln – ein Prozess, den man als „Savannization“ oder „Verbuschung“ bezeichnet. Dies hätte verheerende Konsequenzen. Zehntausende von Tier- und Pflanzenarten würden ihren Lebensraum verlieren und schließlich aussterben. Die rund 300 indigenen Bevölkerungsgruppen, deren Lebensgrundlage der Regenwald ist, wären in ihrer Existenz bedroht.

Vielleicht hat einer unserer Leser einmal Lust, dem WWF hier mit den neuen Studienresultaten auszuhelfen. Anfragen nimmt WWF Deutschland gerne hier entgegen. Die wahre Gefahr scheint dem Amazonas Regenwald daher eher von ganz anderer Seite zu drohen, nämlich durch fragwürdige Maßnahmen zum Klimaschutz. Für Staudämme und als Folge des Anbaus von Biokraftstoffen werden stetig neue, große Flächen des Amazonas Regenwaldes abgeholzt. Kann dies noch im Sinne des Erfinders sein?

Worauf basiert bloß die fehlgegangene Einschätzung des WWF zum Amazonas? Die FAZ erinnerte am 20. März 2013 in einem lesenswerten und ungewohnt IPCC-kritischen Artikel mit dem Titel “Wer die Welt simuliert, hat die Wahrheit nicht gepachtet” an die historischen Urheber der angeblichen Klimakatastrophe im Amazonas:

Was aber, wenn die Öffentlichkeit die Modellergebnisse genau so sehen will, wie es die Wissenschaftler zu vermeiden versuchen: als simulierte Realität? Oder schlimmer: Wenn die Wissenschafter selbst ihre Prognosen mit einer Selbstverständlichkeit vorgetragen haben wie vor viereinhalb Jahren vom führenden deutschen Klimaforscher, Hans-Joachim Schellnhuber, in dieser Zeitung: „Gelingt die Abgas-Trendwende bis 2020 nicht, dann dürfte eine Erderwärmung mit verheerenden Folgen, etwa dem Abschmelzen des Grönland-Eisschildes und dem Kollaps des Amazonas-Regenwaldes, kaum noch zu vermeiden sein.“ Bis 2080 könnte es zu einem „vollkommenen Zusammenbruch des Amazonasregenwaldes kommen“, schrieb der Potsdamer Klimaforscher in einem anderen Aufsatz über die neun „Kippelemente“ des Weltklimas, die er zusammen mit anderen Forschern definiert hatte. Die Versteppung eines Großteils des Amazonas war auch im vierten IPCC-Bericht eines der wahrscheinlicheren Szenarien. Vor zwei Jahren kam schließlich ein Manifest von 19 renommierten Klimaforschern heraus, in dem ist zu lesen: „Es gibt zahlreiche Belege aus den Messungen in den Wäldern, die zeigen, dass der Amazonas tatsächlich sehr empfindlich auf Trockenstress infolge der Erderwärmung reagiert.“

Die FAZ weist umsichtig auf die neuen Amazonas-Studien hin und identifiziert die Schellnhuberschen Regenwald-Katastrophenszenarien als das was sie in Wirklichkeit sind – nämlich (wörtlich FAZ:) “Makulatur.” (weiterlesen …)

Die Nachricht die keine Zeitung im Titel sehen will: Dem deutschen Wald geht es wieder besser

Heute wollen wir uns mit dem Wald beschäftigen und wie sich der Klimawandel wohl darauf auswirken könnte. Der Wald hat die Deutschen bereits in den 1980er Jahren beschäftigt. Man war fest davon überzeugt, dass die letzte Stunde für den Wald geschlagen hätte und unsere grüne Lunge im Sterben liegt. Heute, mit einigen Jahrzehnten Abstand, wissen wir, was von der Hypothese des Waldsterbens zu halten ist. Die Bäume kümmerten sich nicht um die von klugen Köpfen erschaffenen Untergangsmodelle und erholten sich wieder. Zu dieser wenig ruhmreichen Episode der deutschen Wissenschaft gibt es eine ausgezeichnete Arte-Doku, über die der Focus folgendes schrieb:

Es gibt einen englischen Begriff für das typisch deutsche Zaudern. Er heißt German Angst. Nach „Und ewig sterben die Wälder“ kommt die German Hysterie dazu. […] Der Arte-Film von Michael Miersch und Tobias Streck entlarvt die German Hysterie von einst. Und Miersch, Wissenschaftsjournalist bei FOCUS, überführt die eigene Zunft der Panikmache. Es titelte der „Spiegel“ Mitte der 80er mit dem Sterben des Waldes. Wenig später legte der „Stern“ noch sein Schippchen Hysterie drauf. Höchstens drei Jahre würden es die deutschen Bäume noch machen. Dann, so stützte sich das Blatt auf zwei Wissenschaftler von vielen, werde durch den so genannten sauren Regen die letzte Nadel, das letzte Blatt gefallen sein. Und weil die Leser schlechte Nachrichten besonders gern kaufen, legte die Hamburger Zeitschrift nach: Vom „Todeskampf des Waldes“ war zu lesen. Und auch das: „Wenn die Bäume schreien könnten“.

Nachdem sich das 1980er Jahre Konzept des Waldsterbens nicht bewahrheitet hat, erleben wir momentan den nächsten Versuch, dem Wald den Gar auszumachen, diesmal nicht über sauren Regen, sondern über den Klimawandel. Die Webplattform Forschung und Wissen hat den Klimakiller bereits ausgemacht, es sollen die Dürren sein:

Klimawandel gefährdet einen Großteil aller Baumarten. Mit der zunehmenden Dürre, ausgelöst durch den immer fortschreitenden Klimawandel, kommen über 70 Prozent der weltweiten Baumarten nicht zurecht. Als direkte Folge bricht der Wassertransport in den Baumgefäßen ab, was zum Austrocknen und anschließend zum Absterben des Baumes führt.

Zu ärgerlich nur, dass Dürren in den letzten 60 Jahren gar nicht häufiger geworden sind (siehe unseren Blogartikel „Entspannung an der Extremwetterfront: Dürren sind in den letzten 60 Jahren nicht häufiger geworden“).

Ein Forscherteam unter Beteiligung der Universität Ulm setzt noch einen oben drauf. Der Klimawandel à la IPCC mache die Bäume angeblich insgesamt für Trockenheit anfälliger. Die Webplattform Mittelstandswiki.de schreibt, dass trockenheitsbedingtes Waldsterben daher bald auch verstärkt in feuchten Gebieten auftreten wird. Das hört sich so ein bisschen an wie eine Warnung vor Sonnenstich im Winter.

Auch Hannover will nicht auf seinen klimakatastrophalen Baumschaden verzichten. Die HAZ schrieb:

Die Folgen des Klimawandels belasten den Straßenbaumbestand Hannovers. Die gestiegenen Temperaturen begünstigen die Vermehrung von Schädlingen wie Insekten und Pilzen, die die Gesundheit der Bäume gefährden.

Hätte es die HAZ bereits vor tausend Jahren gegeben, dann hätte man sicher einen ähnlichen Artikel im Archiv als Vorlage für diesen Artikel verwenden können.

Die Thüringer Allgemeine hätte im Dezember 2012 eigentlich Grund zum Jubeln gehabt, denn die Thüringer Wälder sind auf dem Wege der Besserung. Der Anteil an geschädigten Bäumen ist um etwa vier Prozent gesunken. Forstminister Jürgen Reinholz ist darüber erfreut, lesen wir in der Zeitung. Dennoch wählte man eine ganz andere Überschrift, wohl um die sensations- und katastrophenlüstere Leserschaft gruselig zu unterhalten: (weiterlesen …)

Neue Studie zeigt: Libelle ist nicht gleich Libelle

Herzlich willkommen zu einem neuen Teil unserer klimabiologischen Serie. Heute schauen wir uns die Insekten an. Los geht es mit den Schmetterlingen, die sich gemäß einer neuen Studie in Nature Climate Change in den USA während der letzten 30 Jahre langsam von Süden nach Norden vorgearbeitet haben. Arten die sonst nur aus dem Süden bekannt waren, werden jetzt auch schon im Norden angetroffen. Das verwundert nicht, denn es ist ja zwischen 1977 und 2000 auch ein halbes Grad wärmer geworden, was bereits genug ist, um die Schmetterlinge auf Wanderschaft zu schicken.

Weiter geht’s mit den Libellen. Hier gibt es fast sensationelle neue Ergebnisse, wie die Frankfurter Rundschau mitteilte:

Libelle ist nicht gleich Libelle. Frankfurter Forscher haben nachgewiesen, dass bestimmte Arten den Klimawandel besser verkraften als andere. […] Sie haben herausgefunden, dass Libellenarten, deren Larven in Tümpeln und Teichen leben, sich besser an Klimaveränderungen anpassen können als solche, die in Bächen und Flüssen heimisch sind.

Hochinteressant. Und wie sieht es bei den Mücken aus? Hat sich der Klimawandel da schon irgendwie bemerkbar gemacht? Die Süddeutsche Zeitung berichtete über recht eigenartige Untersuchungsmethoden:

Folgen des Klimawandels – Asiatische Buschmücken erobern Deutschland. Bei ihrer Recherche auf Friedhöfen fanden die Forscher Gewissheit: Eine neue, aggressive Mückenart hat sich in Deutschland angesiedelt. Für den Menschen kann der Stich der Asiatischen Buschmücke sehr unangenehm werden.

Sie erinnern sich sicher: Damals, noch vor dem Klimawandel, da waren die Mückenstiche echt angenehm. Erst durch das CO2 tun sie jetzt so richtig weh. Eine Folge des Klimawandels. Bei den Bienen und Wespen ist zum Glück noch alles in Ordnung. Der Schmerzpegel der Stiche hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht verändert. Gerade für Wespen bringt der Klimawandel viel Gutes, wie die NWZ berichtete:

Klimawandel sorgt für Anstieg der Arten. […] 800 Pflanzenwespen, 8000 Taillenwespen, davon 1300 Stechimmenarten, seien [in Deutschland] heimisch. Durch den Klimawandel seien noch einige Arten aus dem Süden hinzugekommen, sagte Rolf Witt.

Das ist schön zu hören. Wespen mögen es halt kuschelig warm. Bei den Bienen stehen die Zeichen hingegen auf Krieg. Die bösen deutschen Südbienen sollen es angeblich auf die Nordbienen abgesehen haben, und Schuld hat der Klimawandel. Die Bildzeitung berichtet:

Forscher: Klimawandel verschärft Konkurrenzdruck bei Wildbienen. Nicht alle Bienen können überall leben. Manche Wildbienen vertragen Kälte und karge Landschaften besser als andere. Gerade diese Spezialisten sind Würzburger Forschern zufolge jedoch möglicherweise in Gefahr. Wegen des Klimawandels drängen an wärmere Temperaturen angepasste Tiere in ihren Lebensraum vor. […] Der Konkurrenzdruck unter den Bienenvölkern werde deutlich schärfer. «Der Klimawandel kann zulasten der Artenvielfalt bei den Wildbienen gehen.»

Und wer fängt all dieses fliegende Insektengetier? Die Spinnen natürlich. Und zum Glück vermehren sich hier einige Spinnenarten dank der Erwärmung der letzten 50 Jahre prächtig. Die Presse aus Österreich schrieb hierzu:

Klimawandel: Mehr Dornfingerspinnen in der Steiermark. Die hohen Temperaturen im Sommer begünstigen die Population der Dornfingerspinne, die auch Menschen beißen können. Bereits seit Jahrzehnten ist der gelb-rötlich gefärbte “Dornfinger” in Österreich heimisch. Diese Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist ein Beweis für die Klima-Erwärmung. “Die Spinne zeigt, wo es wärmer wird”, sagt Gepp. 

Morgen geht’s dann ab in den Wald, wo wir uns mit Bäumen, Sträuchern, Blumen und dem Schimmelpilz beschäftigen werden.

 

Foto: André Karwath aka Aka / Lizenz: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic license.

 

Die Kuh ist kein Klimakiller

Wie reagieren Tier- und Pflanzenwelt auf den Klimawandel? Hier nun Teil drei unserer kleinen klimatischen Biokatastrophenserie. Heute soll es um Kühe und Vögel gehen. Eine gute Nachricht erreicht uns aus Bayern. Die Augsburger Allgemeine meldete im März 2013:

Kühe können helfen, den Klimawandel zu begrenzen. Mitautorin des Weltagrarberichts stellt den guten Ruf der Rinder wieder her. […] Der Kuh wird manchmal nachgesagt, ein „Klimakiller“ zu sein. Hingegen stellte Expertin Dr. Anita Idel vor einer großen Runde von Bauern und interessierten Bürgern im Bauernmarkt in Dasing den guten Ruf der Rinder wieder her. Zu dem Vortrag „Die Kuh ist kein Klima-Killer“ hatten der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der Bund Naturschutz, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Bioland eingeladen. Mit ihrem spannenden und gut verständlichen Vortrag stellte die Referentin die hohe Bedeutung von Rindern und allen anderen Wiederkäuern für die weltweite Bodenfruchtbarkeit, den Humusaufbau und den Graslanderhalt in den Vordergrund. Als Mitautorin des Weltagrarberichtes von 2010 berichtete Anita Idel von den gravierenden Boden- und Naturzerstörungen durch Soja-Monokulturen in kilometerweise ausgeräumten Landschaften in Brasilien, Argentinien und Paraguay. Nachdem davon auch 5 Millionen Tonnen Soja jährlich für die bundesdeutschen Futtertröge importiert werden, bestehe eine Mitverantwortung von Landwirten und Verbrauchern, so die Referentin. „Natürlich emittieren Kühe Methan aus ihren Pansen“, so Anita Idel. Wobei Methan sogar noch 25- mal klimaschädlicher ist als z. B. CO2. „Aber die weitaus höchsten landwirtschaftlichen Emissionen werden durch synthetischen Dünger für die riesengroßen Monokulturen gerade in den Länder Nord- und Südamerikas freigesetzt“, betonte die Expertin.

Auch der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion stellt den deutschen Rindern ein gutes Klimazeugnis aus:

Beteiligung der Rinder am Klimawandel ist auszuschließen. […] Wissenschaftler des Oskar-Kellner-Instituts haben in Klimakammern Exaktmessungen durchgeführt und anhand von 1.500 Messwerten eine Schätzformel entwickelt, mit der sich die Beteiligung der rd. 13 Millionen in Deutschland gehaltenden Rinder (1% des Weltbestandes) an Treibhausgasen relativ genau berechnen lässt: sie beträgt nur 0,05 bis 0,07%. Nach neuen Langzeitmessungen von US-Wissenschaftlern blieb die Methankonzentration der Atmosphäre während der vergangenen Jahrzehnte unverändert. Für die nördliche Hemisphäre wurde sogar eine leicht reduzierte Methanemission festgestellt. Da der Klimawandel nur durch einen Anstieg der Treibhausgase verursacht wird, der beim Methan nicht stattfindet, ist eine Beteiligung der Rinder durch produziertes Methan auszuschließen.

Und noch eine gute Nachricht: Durch den Klimawandel haben sich bei den Kühen weder die Beine verkürzt, noch ist das Euter geschrumpft. Der Spiegel berichtete darüber hinaus von einer neuen Bestmarke:

Rekordbilanz: Deutsche Kühe geben so viel Milch wie nie. Grund zur Freude für die deutschen Milchbauern: Ihre Tiere waren im vergangenen Jahr produktiver als je zuvor. […] Onken führte den Anstieg darauf zurück, dass der Trend zu immer größeren Herden anhalte und Landwirte mit vielen Kühen ihre Tiere professioneller betreuten, als Kleinbauern es könnten.

Über eine interessante Hypothese berichtete kürzlich der Remscheider Generalanzeiger: Einige Zugvögel sind des Wanderns überdrüssig geworden und Schuld daran hat auf jeden Fall der Klimawandel:

Unsere Zugvögel leiden unter dem Klimawandel. […] Längst nicht jeder Vogel fliegt nach Afrika. Spaniens Müllkippen sind beispielsweise ein beliebtes Reiseziel von Störchen. “Viele Vögel sind zugfaul geworden”, sagt der Biologe. “Das ist ein Vorbote des Klimawandels.” Die Vögel, die weit wegfliegen, würden in Mitleidenschaft gezogen, fangen die Insekten bei immer milderen Temperaturen früher an, sich fortzupflanzen.

Dies wäre doch eine tolle Anregung für lernfaule Schüler. Wenn es mal wieder bei der Klassenarbeit nicht so gut geklappt hat und die Hausaufgaben wieder mal liegengeblieben sind, ist ein überzeugender Grund schnell gefunden: Schuld hat natürlich der Klimawandel! Durch die Hitze kann das Gehirn einfach nicht mehr effektiv arbeiten. Unbestätigten Berichten zufolge soll der Klimawandel neben Legasthenie demnächst als offizielles Lernhemmnis anerkannt werden.

Warum sich Ungeduld beim Rückflug unter Zugvögeln nicht auszahlt, erklärt uns 3SAT in einem Beitrag mit dem Titel „Der frühe Vogel“: (weiterlesen …)

Suppenschildkröten beim Klimawandel mit besseren Chancen als Meeresschildkröten

In Fortsetzung unserer kleinen klimatischen Biokatastrophen-Reihe (siehe unseren Blogbeitrag „Klimawandel lässt Fische schrumpfen und Zebrafische sprinten: Die Klimawunderwelt der Tiere“) wollen wir uns heute mit weiteren Meeresbewohnern beschäftigen und dann im Anschluss schließlich das Land betreten.

Die besten Bio-Katastrophenszenarien bekommt man immer noch, wenn man ein fragwürdiges IPCC-Überhitzungsszenario bis 2100 als Grundlage für die eigene Studie hernimmt. Gemäß diesem Rezept fand eine neue Studie, dass man das Meeres-Plankton ganz gut mit den Weltklimaratsprognosen rösten kann. Der New Scientist berichtete:

Nach einer aktuellen Studie könnten die wärmer werdenden Meere den winzigen Meeresorganismen mehr anhaben, als bisher vermutet. Forscher hatten dem pflanzlichen Plankton eine hohe Anpassungsfähigkeit zugeschrieben. Sie gingen davon aus, dass es sich beispielsweise auf Temperaturänderungen in seiner Umgebung ganz gut einstellen kann. Doch nach einer Untersuchung von Mridul Thomas und seinen Kollegen von der Michigan State University macht den pflanzlichen Mikroorganismen der Klimawandel sehr zu schaffen. So befürchten die Zoologen, dass besonders das in den Tropen lebende Phytoplankton nicht beliebig anpassungsfähig ist. Ihre düstere Prognose: Bis zum Jahr 2100 könnte ein Drittel der tropischen Mikroorganismen verschwunden sein. Der Grund dafür: Das Phytoplankton kann sich zwar an wechselnde Temperaturen anpassen – aber in den Tropen lebt es bereits sehr nah an seiner Temperaturschmerzgrenze. Weitere zwei Grad könne es womöglich nicht mehr meistern, schreiben die Forscher im Fachmagazin Science.

Nach einem ähnlichen Muster ist eine Blaualgen-Studie der Ostsee gestrickt, über die sinexx folgendes schrieb:

Die Zukunft der Ostsee ist eher trüb: Bis zum Jahr 2100 könnten doppelt so viele Blaualgen im Wasser treiben wie heute – eine massive Algenblüte. Damit aber hat der Klimawandel einen deutlich größeren Effekt auf die Algenpopulation als bisher angenommen. Eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Hamburg zeigt, dass höhere Wassertemperaturen die Algenmasse gleich auf mehrfache Weise in die Höhe treiben: Es können mehr Cyanobakterien überwintern und im Sommer läuft die Vermehrung schneller ab, so ihre Erklärung im Fachmagazin “Climatic Change”.

Ähnliche Bedenken auf wackeliger IPCC-Temperaturprognose bestehen laut einem Bericht des Spiegel für Meeresschildkröten:

Hohe Temperaturen sind eine extreme Gefahr für Meeresschildkröten. Biologen haben den Bruterfolg der Reptilien in Costa Rica beobachtet. Das Ergebnis: Setzt sich die Erderwärmung fort wie bisher, werden sich die Überlebenschancen junger Schildkröten binnen Jahrzehnten halbieren.

Das scheint jedoch offenbar nicht für Suppenschildkröten zu gelten, wie The Epoch Times Deutschland meldete:

Die Suppen-Schildkröte ist besser gegen den Klimawandel gerüstet, als bisher angenommen wurde. Das geht aus einer Studie hervor, die im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde.

In einer Studie von Fröschen in Panama fand Jungforscher Justin Touchon vom Smithsonian Tropical Research Institut heraus, dass der Klimawandel Froscheier austrocknet. Dabei ließ er allerdings unberücksichtigt, dass sich Dürren und Feuchtphasen in Süd- und Mittelamerika stets in natürlichen Zyklen abwechselten (siehe unseren Blogbeitrag „Sonnenaktivität steuerte den südamerikanischen Monsunregen während der letzten 1500 Jahre“).

Unter Zuhilfenahme der fragwürdigen IPCC-Temperatur sagt klimaretter.info den Eidechsen unter düsterem Trommelwirbel einen frühen Tod vorher:

Dutzende von Eidechsenarten könnten innerhalb der nächsten 50 Jahre aussterben. Das besagt eine neue Studie der School of Life Science an der Universität von Lincoln (Großbritannien), die jetzt im Wissenschaftsmagazin Global Ecology and Biogeography veröffentlicht wurde. Weltweit wurde beobachtet, dass lebendgebärende Eidechsenarten durch wechselnde Wettermuster gefährdet sind. Die neue Studie deutet darauf hin, dass diese Vermehrungsmethode, die als evolutionäre Anpassung gilt, im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung für diese Spezies den Untergang bedeuten könnte.

Nur seltsam, dass es Eidechsen bereits seit hunderten von Millionen Jahren gibt und sich diese in sehr viel wärmeren Klimabedingungen des Erdmittelalters äußerst wohl fühlten und sich stark vermehrten… (weiterlesen …)

Klimawandel lässt Fische schrumpfen und Zebrafische sprinten: Die Klimawunderwelt der Tiere

Seit der Kleinen Eiszeit vor dreihundert Jahren ist es im globalen Durchschnitt um etwa ein Grad wärmer geworden. Dieser Temperaturanstieg ist für die Lebewelt auf unserem Planeten nicht ohne Folgen geblieben. Tiere und Pflanzen passten sich an die neuen Verhältnisse an oder verlagerten sich räumlich. Wie nicht anders zu erwarten, gab es dabei Gewinner und Verlierer. Ähnliche Veränderungen gab es vor mehr als 1000 Jahren auch im Übergang zur Mittelalterlichen Wärmeperiode, als es so warm war wie heute. Damals konnte Grönland besiedelt und dort Ackerbau betrieben werden. Weinanbau war bis nach Südschottland und Weizenanbau bis hinauf nach Trondheim möglich. Im Zuge der nachfolgenden Kleinen Eiszeit vor 500 Jahren kamen all diese Aktivitäten zum Erliegen, als sich die Klimagürtel und das Leben wieder nach Süden verschoben.

Während heute Fauna und Flora von einer Heerschar von Wissenschaftlern regelmäßig auf die Nachkommastelle statistisch erfasst werden, sieht die Datenlage aus dem Mittelalter eher dürftig aus. Aus Unkenntnis der historischen Ereignisse vermuten daher viele Kommentatoren, dass die heute beobachteten Verschiebungen in der Tier- und Pflanzenwelt ein noch nie dagewesenes Phänomen wären. Dem ist allerdings nicht so. Erwärmung und Abkühlung von ein bis zwei Grad hat es in den letzten 10.000 Jahren immer wieder auf der Erde gegeben und hat Tiere, Pflanzen und Mensch stets zur Anpassung gezwungen.

Auf der Suche nach Forschungsgeldern hat sich heute eine regelrechte Forschungsindustrie gebildet, die sich mit klimatisch bedingten Verschiebungen in Fauna und Flora beschäftigen. Wer seine Chancen im Antragskarussell verbessern will, schreibt eine Passage über den Klimawandel in seinen Forschungsantrag, denn hierfür sprudeln noch immer üppige Gelder. Man sollte dabei entweder die Hypothese überprüfen, dass die bisherige Erwärmung bereits die zu untersuchende Tier- oder Pflanzenart kränkeln, schrumpfen oder an den Abgrund zur Ausrottung getrieben hat. Alternativ nimmt der Forscher waghalsige IPCC Erwärmungsprognosen von bis zu 5 Grad bis 2100 und röstet das Untersuchungsobjekt auf diesem virtuellen Feuer so lange, bis es verkohlt ist. Schnell ist daraus ein neues Katastrophenpaper gezaubert, und auch die Presse ist wegen der angeblich drohenden Ausrottung ganz verzückt und berichtet bereitwillig. Tod und Verderben sind noch immer die beste Unterhaltung für die Leser- und Zuseherschaft. Im Folgenden wollen wir uns den Forschungszweig etwas näher anschauen. Neben solider Wissenschaft werden wir auf allerlei Skurrilitäten stoßen. Beginnen wir mit den Fischen und anderen Meeresbewohnern.

Forscher von der University of British Columbia im kanadischen Vancouver haben herausgefunden, dass der Klimawandel die Fische schrumpfen lässt. Der Klimawandel verringert den Sauerstoffgehalt der Meere, damit werden viele Fischarten schrumpfen – dies ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Simulation der Entwicklung vom Jahr 2000 bis 2050, schrieb klimaretter.info im Oktober 2012. Kurz zuvor hatte die Frankenpost das genaue Gegenteil geschrieben: „Der Klimawandel begünstigt das Wachstum vieler Fische in den heimischen Gewässern. Vor allem der Untreusee bietet beste Bedingungen für so manches Schuppentier.“Teilentwarnung gab auch das Hamburger Abendblatt im Juli 2012 im Artikel „Fische vererben Anpassung an Klimawandel“:

Manchen Meeresfischen könnte der Klimawandel weniger schaden als bisher vermutet: Sie gäben Anpassungen an veränderte Bedingungen an den Nachwuchs weiter, der dann besser damit klarkomme, berichten Meeresbiologen der James Cook University im australischen Townsville im Fachjournal “Nature Climate Change”.

Eine Anpassung an die Erderwärmung ist auch bei den Lachsen zu beobachten, wie scinexx berichtete:

Klimawandel lässt spät wandernde Lachse aussterben. Der Klimawandel hat bereits Spuren im Erbgut der Pazifischen Lachse hinterlassen: Immer weniger von ihnen gehören zu einem Gentyp, der erst spät zur Wanderung in ihre Laichgebiete aufbricht. Das haben US-amerikanische Forscher bei Gentests an wilden Lachsen festgestellt. Stattdessen schwimmen die meisten Pazifiklachse heute zwei Wochen früher als noch vor 32 Jahren vom Meer aus die Flüsse Alaskas hinauf. Dadurch vermeiden sie, zur Laichzeit in zu warmes Wasser zu geraten. Diese Anpassung beruhe auf einer deutlichen Verschiebung der genetischen Typen innerhalb dieser Art, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin “Proceedings of the Royal Society B”. Das belege, dass die Erwärmung nicht nur das Verhalten der Lachse, sondern auch dessen genetische Basis verändere.

Über eine typische Klimakatastrophenstudie unter Verwendung fragwürdiger IPCC-Hitzeszenarien berichtete der Bozeman Daily Chronicle aus Montana. Der Klimawandel der kommenden Jahrzehnte würde angeblich zu einem katastrophalen Einbrechen der Forellen in den westlichen USA führen, sagten einige US-Forscher. Auch wenn die Prognose ziemlich unsicher ist, war den Wissenschaftlern doch eines auf jeden Fall klar: Mit einer solchen Horrorprognose würden sie es auf jeden Fall in die Lokalzeitung schaffen. Und in der Tat: Mission accomplished.

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